JEP verweigert Ausreise für Senatorin Victoria Sandino

Kommuniqué der FARC zum Ausreiseverbot für Victoria Sandino nach Europa:

Das Recht der Senatorin Victoria Sandino, sich international frei zu bewegen, wird verweigert, obwohl sie keine restriktiven Maßnahmen zur Ausreise hat.

Ohne eine eingehende Analyse der Situation zu ergreifen, hat die Sondergerichtsbarkeit für den Frieden (JEP) der kolumbianischen Senatorin Victoria Sandino von der Partei Alternative Revolutionäre Kraft des Volkes – FARC das Recht verweigert, das Land zu verlassen und damit den Rahmen ihrer Befugnisse überschritten, auch für diejenigen, die keinen restriktiven Maßnahmen gemäß dem Dekret Gesetz Nr. 2125 von 2017 unterliegen. Sie hat keine restriktiven Maßnahmen, um das Land zu verlassen und daher unterliegt sie nicht der Genehmigung dieser Gerichtsbarkeit.

Wiederholt hat Senatorin Sandino das Land im Einklang mit einer Agenda verlassen, die mit ihrer Arbeit als Senatorin der Republik und als Unterzeichnerin des Friedensabkommens zusammenhängt. Sie nahm Einladungen von Ländern an, die für die Verteidigung der Menschenrechte, den Aufbau des Friedens und der Umsetzung des Abkommens arbeiten.

Zu diesem Anlass erhielt die Senatorin eine Einladung der Friedrich-Ebert-Stiftung Kolumbien (FESCOL), vom 10. bis 15. November an mehreren Veranstaltungen in Berlin und Belgien teilzunehmen, bei denen sie mehrere Referate über den Friedensprozess und seine Umsetzung in Gesprächen mit Abgeordneten des Europäischen Parlaments, der Europäischen Kommission und mit dem Bundestag oder dem Deutschen Parlament durchführen könnte.

Senatorin Sandino hat die Regeln und Verfahren der JEP umfassend, zufriedenstellend und dauerhaft eingehalten, so dass sie obwohl sie keine restriktiven Maßnahmen der Freiheit hat, sie die Gerichtsbarkeit über ihre Absicht informiert hat, an der Veranstaltung teilzunehmen, wozu sie durch die FESCOL eingeladen worden war, vorbringend alle relevanten Unterlagen.

Die Gerichtsbarkeit verweigerte ihr jedoch die Ausreise mit der Begründung, dass ihr Antrag nicht den vollständigen formalen Anforderungen entspreche, ohne zu wissen, dass die Unterwerfung unter die Gerichtsbarkeit, wie dies Senatorin Sandino mit ihrer Aufnahme unter die Gerichtsbarkeit getan hat, ihre Rechte nicht direkt einschränkt, sondern wenn sie eine administrative Amnestie genießt, bringt das keine eigenen Einschränkungen der Freiheit mit sich.

Nationaler Politischer Rat

Alternative Revolutionäre Kraft des Volkes – FARC

Bogotá, 10. November 2019

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Massaker an Indigenen im Cauca

Nach dem Massaker an der indigenen Nasa-Gemeinschaft in der Gemeinde Toribío durch die Kolonne Dagoberto Ramos der dissidentischen FARC gab es einen Aufschrei in Kolumbien. Wiederholt wird der mangelnde Schutz von lokalen Gemeinschaften sowie von sozialen und politischen Bewegungen kritisiert. Im Mittelpunkt steht dabei die kolumbianische Regierung, die oftmals Hinweise der Gemeinden missachtet und Schutz verwehrt. Im Gegenteil, das Militär ist in viele Fälle von Ermordungen von sozialen Aktivisten und ehemaligen FARC-Kämpfern involviert.

Auch wenn es sich bei den vermeintlichen Tätern um sogenannte Dissidenten der FARC handelt, so ist darauf hinzuweisen, dass es verschiedene dissidentische Gruppen gibt, die unter keinem geeinten Kommando stehen. So verurteilte die FARC-EP (Zweites Marquetalia), also die sich wiederbewaffnete Organisation unter Iván Márquez, Jesús Santrich und anderen ehemaligen Guerillakommandierenden die Tat. In einem Kommuniqué vom gestrigen 30. Oktober schreiben sie, dass diese Tat durch nichts zu rechtfertigen und ein respektvoller mit den indigenen Gemeinden erwünscht ist. Zudem teilen sie mit, dass es keine politisch-militärischen Befehle aus der FARC-EP heraus gegen diverse indigene Gemeinden gerichtet ist.

Zu Konflikten kommt es in den Gebieten mit Indigenen, weil sie mit ihrer eigenen Autorität keine Autöritäten der anderen bewaffneten Gruppen anerkennen. So sind viele indigene Gemeinden abgesperrt und ein Transit unmöglich. Dies führt zu Kontrollverlust bei Gruppen wie der Kolonne Dagoberto Ramos. Zudem werden die Indigenen von den Dissidenten dafür verantwortlich gemacht, Kämpfer festzunehmen und auszuliefern. Die Indigene Wache, eine eigene Schutzgruppe, nimmt häufig bewaffnete Personen in ihrem Territorium fest.

Im Folgenden dokumentieren wir das Kommuniqué der Partei FARC zu den Ereignissen in Toribío, Cauca:

Kommuniqué der FARC

Die tragische Nachricht von einem Massaker in dem Weiler Tacueyó in der Gemeinde Toribío, hat gestern das nationale Gewissen erschüttert. Die Ermordung einer indigenen Gouverneurin und vier Gemeindemitgliedern sowie die Verletzung von sechs weiteren stellt einen verwerfliche Fehler dar, den wir vehement verurteilen, während wir mit den Familien der Opfer, Verwandten und der Gemeinschaft im Allgemeinen solidarisch sind.

Präsident Iván Duque hat sich dadurch ausgezeichnet, dass er nicht auf den Friedensschrei der Gemeinden in den Gebieten gehört hat, die unter dem sozialen und bewaffneten Konflikt stärker gelitten haben, und sich von der Einhaltung des Friedensabkommens abgewandt. Seine Regierung taucht erneut in der makabren Gestalt des Paramilitarismus und der Staatsverbrechen auf, die von Einheiten der nationalen Armee auf barbarische Weise begangen wurden, beispielsweise gegen den ehemaligen Guerillero der FARC-EP, Dímar Torres, in Catatumbo und in jüngerer Zeit gegen den Indigenen Jair Tompeta Paví in Corinto, Cauca.

Die institutionelle Abwesenheit in all ihren Erscheinungsformen erleichtert die Verbreitung von Gruppen, die mit ihren eigenen Händen gerecht werden wollen und Anarchie in den Gebieten erzeugen. Diese Situation wird oft von Kräften ausgenutzt, die daran interessiert sind, Kolumbien im Krieg und im Chaos zu halten, um sich mit ihrer Macht und ihren Privilegien durchzusetzen. Wie es schon beim systematischen Mord an unseren Mitunterzeichnern des Friedensabkommens passiert. Der kolumbianische Staat ist der erste Staat, der für den Völkermord verantwortlich ist, dem ländliche Gemeinden ausgesetzt sind, insbesondere der im Cauca, in dem indigene Völker, Bauern und ehemalige Mitglieder der FARC-EP auf grausame und unmenschliche Weise ermordet wurden.

Auf jeden Fall lehnen wir die rücksichtslose Aggression ab, die gegen die Autoritäten des tausendjährigen Volkes der Nasa ausgeübt wird, das sich seit Jahrhunderten gegen Enteignung, Ausbeutung und Völkermord wehrte und dessen Gemeinschaften ein Bollwerk des Widerstands und des Kampfes für einen demokratischen Frieden waren.

Jahrhunderte des Krieges, unter dem das kolumbianische Volk leidet, haben eine gewalttätige Kultur verwurzelt, die verlernt werden muss und an ihrer Stelle muss eine Kultur der Solidarität, Toleranz und des Friedens aufgebaut werden. Damit unser Land den chronischen Sumpf der Konfrontation verlässt, muss es beginnen, seine Konflikte im zivilisierten Dialog zu lösen. Kein Grund rechtfertigt es, unser Volk zum Tode und zur Verwüstung zu verurteilen.

„Das Schicksal Kolumbiens kann kein ewiger Krieg sein.“

Nationaler Politischer Rat

Alternative Revolutionäre Kraft des Volkes – FARC

Bogotá, 30. Oktober 2019

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Die FARC bei den Regionalwahlen – Julián Conrado gewinnt

Unterschiedlich könnten die Wahrnehmungen bezüglich der Regionalwahlen in Kolumbien kaum sein. Während innerhalb der FARC-Führungsriege das Ergebnis positiv angesehen wird, rumort es an der Basis. Und tatsächlich, erhofft hatten sich viele mehr von der ersten Teilnahme an den Regionalwahlen. Immerhin zeigen sie schließlich ein Bild davon, wie weit die Verankerung einer Partei und in diesem Fall der ehemaligen Guerilla, mit der Bevölkerung und der sozialen Basis ist. Und so muss das Resultat als durchwachsen angesehen werden.

Zwar konnten zum ersten Mal in der Geschichte der Partei ehemalige Guerillakämpfer der FARC ein Bürgermeisteramt bekommen. So erreichte „Julián Conrado“, bürgerlicher Name Guillermo Torres, in Turbaco in der Provinz Bolívar dieses Amt. Auch in Guapi, Provinz Cauca, gewann der soziale Aktivist Marino Grueso das Bürgermeisteramt sowie in Puerto Caicedo, Putumayo, gewann Edgardo Figueroa für ein breites linkes Bündnis. Doch dafür, dass die FARC 308 Kandidaten in 23 Provinzen und 85 Gemeinden hatte, sind die erreichten Stimmen und Posten gering. Unter den Kandidierenden gab es 101 Ex-Kämpfer und 207 Personen, die nicht der aufständischen Bewegung angehörten.

In Bogota nahm die FARC-Partei ebenfalls zum ersten Mal am Regionalwahlkampf teil. Hier erhielten sie 26.000 für die „Liste des Friedens“. In zwei populären Stadtvierteln konnte die FARC Posten mit Luceris Segura in der Ciudad Bolívar und Mauro Esguerra in Bosa erobern. In einem Kommuniqué der FARC aus Bogotá heißt es: „Die 26.000 Stimmen, die wir für unseren Rat mit unserer Liste des Friedens erhalten haben und die das Doppelte der Stimmen für das Repräsentantenhaus ausmachen, machen uns zweifellos zu einer Alternativen Revolutionären Kraft des Volkes in der Stadt Bogotá. Dazu kommen die Wahl eines Bürgermeisters in der Stadt Ciudad Bolívar und wichtige Stimmen an sieben weiteren Orten. Zweifellos sehen wichtige Sektoren der Bürger in unserer Partei eine Möglichkeit des Wandels und der sozialen Gerechtigkeit.“

Trotzdem bleibt die FARC nicht nur in Bogotá, einer in den letzten Jahren sehr alternativ und links wählenden Stadt, hinter ihren Erwartungen zurück. Auch die oben angemerkten gewonnenen Bürgermeisterposten konnten nur durch andere Unterstützungen erreicht werden: die von Colombia Humana, der UP (Unión Patriótica) und ASI (Alianza Social Independiente). Diese Bündnisse wurden auch geschmiedet, um Stigmatisierungen zu vermeiden. Denn noch immer gilt für viele die FARC-Partei als nicht wählbar, obwohl sie ein Beweis für die Errungenschaften der Umsetzung des Abkommens sind. Selbst in ihren Regionen, wo sie zu Zeiten des Krieges ihre politisch-militärische-soziale Basis hatte, konnten keine Erfolge errungen werden.

Weder in La Montañita, noch in La Uribe, noch in San Vicente del Caguán konnte trotz eigener Kandidaten ein Amt oder große Stimmengewinne erreicht werden. Also dort, wo die ehemalige Guerilla militärisch am stärksten war konnte sie keine eigenen Posten erreichen und nur mit wenigen Kandidaten in Ämter vordringen, die sie als FARC-Partei unterstützen, ihr aber nicht angehörten. Weder Federico Alviz Trujillo (unterstützt von Polo, Colombia Humana und Unión Patriótica) für das Bürgermeisteramt in La Montañita, der mit 2595 Stimmen gegen 2709 des konservativen Kandidaten verlor, weder in La Uribe in Meta, wo Inocencio Hurtado Palomino (unterstützt von Mais, Colombia Humana und Unión Patriótica) verlor, obwohl dort bei den Kongresswahlen mehr als 10 Prozent der Stimmen and die FARC gingen, konnte gewonnen werden.

Eine der Überraschungen bei diesen Wahlen war der Sieg von Guillermo Torres, besser bekannt als Julián Conrado, dem Gitarristen und Sänger der FARC. Er war eine sehr beliebte Persönlichkeit in der ehemaligen Guerilla und hatte zuletzt aber wenig mit der FARC-Partei zu tun. Auch hier gibt es Gerüchte über interne Streitigkeiten mit einem Teil der FARC-Führungsriege. In Turbaco, seinem Geburtsort, gewann er mit knapp 50% der Stimmen (17073 Stimmen gegen 11.052 des Zweitplatzierten). Julián Conrado trat im Alter von 29 Jahren in die Guerilla ein, nachdem die Friedensgespräche mit Belisario Betancur abgebrochen worden und es den Massenmord an der Unión Patriótica gab. Er war Teil der 19. Front unter dem Kommando von Simón Trinidad und kultureller Bestandteil der Friedensgespräche in San Vicente del Caguán.

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Evo gewinnt – Populärer Triumph in Unserem Amerika

Nachstehend ein Kommuniqué der aufständischen FARC-EP zum Wahlerfolg Evo Morales in Bolivien:

Der populäre Führer Evo Morales Ayma setzte sich in der ersten Runde gegen die von den Wächtern des Neoliberalismus innerhalb und außerhalb seines Landes inszenierten rechten Medienkampagnen durch und gewann den Wahlkampf um die Präsidentschaft des plurinationalen Staates Bolivien.

Sein Triumph kommt zu einer Zeit, in der in Lateinamerika und der Karibik Länder aus Protest gegen die unsozialen wirtschaftlichen Maßnahmen verschiedener Regierender, die sich den Interessen Washingtons verschrieben haben, aufbegehren. Dies ist also nicht nur ein Sieg für die bescheidensten Bolivianer, sondern auch für die Völker des Kontinents, die Tag für Tag für das gute Leben, des Sumak kawsay [„buen vivir“ in Quechua] und die endgültige Unabhängigkeit kämpfen.

Die FARC-EP begrüßt den Triumph von Präsident Evo bei den Parlamentswahlen und gratuliert der Partei Movimiento al Socialismo“ [Bewegung zum Sozialismus], ihren Anhängern und der Menschen des Volkes, die weiterhin von der Politik der sozialen Gerechtigkeit profitieren, der Würdigung der menschlichen Verfassung, getrieben vom Sohn des Orinoca [eine Ortschaft in der Provinz Oruro im Hochland Boliviens].

Mit der linken zur Faust geballten Hand verlieh der abgehärtete Aymara zum vierten Mal in Folge der kontinentalen Rechten einen Schlag mit 46,86% der Stimmen, 10 Prozentpunkte mehr als sein Gegner Carlos Mesa, und der somit einen durchschlagenden Erfolg erzielte, der nicht von den Manövern der Unkenntnis verschleiert werden kann, die nach dem Vorbild der Vereinigten Staaten zu Tyrannen wie Iván Duque aus Kolumbien führten, wenn sie ihre „Sorge“ um die bolivianische Demokratie zum Ausdruck bringen, während ihre Länder wegen der Unzufriedenheit in der Bevölkerung brennen.

Glückwunsch Bolivien
Arunt’ansmawua, jilata EVO!
Es lebe Evo Morales!
Es lebe Unser Amerika!

Aus den aufständischen Bergen Kolumbiens, FARC-EP
22. Oktober 2019

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Wir verurteilen nachdrücklich die Aggression der Türkei gegen den Nordosten Syriens

Nachstehend veröffentlichen wir ein Kommuniqué der FARC in Solidarität mit den progressiven Kräften in Rojava:

Wir möchten die vorsätzliche Aggression der türkischen Regierung gegen den Nordosten Syriens und gegen das kurdische Volk, dessen autonome Autoritäten unter dem Namen Rojava ein demokratisches System des ethnischen, kulturellen und religiösen Zusammenlebens inmitten eines komplexen internationalen geopolitischen Konflikts.aufgebaut haben, aufs Schärfste verurteilen und ablehnen.

Wir glauben, dass die Aggression des türkischen Präsidenten Recep Tayip Erdoğan und seiner türkischen Armee sowie der alliierten dschihadistischen Milizen gegen Rojava, erleichtert durch die Nichterfüllung der Verpflichtungen der US-Regierung und ihrer Verbündeten, als Hauptziel einen Völkermord an der kurdischen Bevölkerung verfolgt und einen demografischen Wandel in der Region durch die massive Vertreibung der lokalen Bevölkerung, durch Massaker und Kriegsverbrechen gegen die Zivilbevölkerung.

Nach unserer eigenen Erfahrung glauben wir, dass nur durch Dialog, Abkommen, Solidarität und Engagement der internationalen Gemeinschaft ein stabiler Frieden in der Region möglich ist und in dieser Hinsicht möchten wir unsere Unterstützung für die legitimen Entscheidungen der Autonomen Regierung von Rojava und der Syrischen Demokratischen Kräfte zum Ausdruck bringen, um die Sicherheit ihres Volkes zu wahren.

Wir haben über soziale Netzwerke Kenntnis von Hinrichtungen von Gefangenen und Zivilisten, die von Mitgliedern der unter türkischer Flagge agierenden dschihadistischen Milizen begangen wurden und fordern daher die internationale Gemeinschaft auf, entsprechend vorzugehen, um Straflosigkeit bei diesen kriminellen Praktiken zu vermeiden.

Nationaler Politischer Rat

Alternative Revolutionäre Kraft des Volkes – FARC

Bogotá, 16. Oktober 2019

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Wir fordern volle Garantien für die Ausübung der Politik

Übersetzung eines Kommuniqués der FARC:

Am letzten Donnerstag, dem 11. Oktober, gab es zwei Angriffe auf das politische Hauptquartier der Kommunistischen Partei und der Patriotischen Union sowie gegen das Hauptquartier der Alternativen Revolutionären Kraft des Volkes (FARC), einer Partei, die aus dem Friedensabkommen hervorgegangen ist. In beiden Fällen hinterließen die Angreifer Drohschriften.

Es ist ein sehr schwerwiegendes Ereignis inmitten eines Wahlkampfs, der durch das Fehlen von Sicherheitsgarantien gekennzeichnet ist, jenseits der Aussagen der Sprecher der nationalen Regierung, die besagen, dass Garantien für alle politischen Parteien und Bewegungen bestehen.

Was passiert ist, summiert sich zu dem systematischen Mord und den Drohungen gegen soziale Führer, Politiker und Ex-Guerilleros, die in verschiedenen Regionen des Landes geschehen, ohne dass die Regierung von Iván Duque eine Entscheidung trifft, eine schlagende Antwort zu geben, die die materiellen und intellektuellen Verantwortlichen dieser Tatsachen in die Pflicht nimmt, die gegen den territorialen Frieden angreifen.

Dies ist zweifellos eine terroristische Warnung der extremen faschistischen Rechten in ihrer Absicht, die gewaltsamen Angriffe gegen politische Hauptquartiere neu aufzunehmen, die der Ermordung von mehr als fünftausend Führern und Mitgliedern der Patriotischen Union in den 80er und 90er Jahren den vergangenen Jahrhunderts vorausgingen, der den abscheulichsten politischen Völkermord in der jüngeren Geschichte der Welt darstellt.

Es ist kein Zufall, dass diese Angriffe einige Tage nach dem Präsentieren der Angelegenheit der Kommunistischen Partei Kolumbiens vor der Sondergerichtsbarkeit für den Frieden, JEP, wegen der historischen Verfolgung dieser politischen Schwesterorganisation, verübt wurden und weniger als drei Wochen bevor die neue Partei bereit ist, an ihrem ersten Wahlkampf auf lokaler und regionaler Ebene teilzunehmen.

Diese Angriffe, genau wie die Morde, gehen einer starken Stigmatisierungskampagne gegen die Führer und Mitglieder der FARC-Partei sowie eine von der Regierungspartei eingeleitete Legislativoffensive voraus, die darauf abzielt, den Unterzeichnern des Abkommens eine Botschaft der Rechtsunsicherheit zu übermitteln. Dies zeigt die doppelte Moral der Regierung auf und angesichts der nationalen und internationalen Meinung zeigen will, wie anfällig die Umsetzung der Vereinbarungen ist.

Während wir von den Behörden verlangen, dass sie den Sachverhalt unverzüglich aufklären, bis wir die intellektuellen und materiellen Urheber gefunden haben, fordern wir vom Staat die vollständige Einhaltung der vereinbarten Verpflichtungen, einschließlich der Sicherheit für die Ausübung der Politik.

Wir appellieren an die demokratischen Sektoren Kolumbiens, an alle Landsleute, die sich nach Frieden sehnen, ihre Stimmen gegen diese Vorfälle zu erheben, in der Überzeugung, dass die Einheit der friedenspolitischen Mehrheiten den Weg für diejenigen versperren kann, die uns zurückkehren wollen auf dem Weg der brüderlichen Konfrontation.

An die Zweite Mission der Vereinten Nationen, an die Garantenländer, an die Gruppe der Notabeln; an die internationale Gemeinschaft, die ihre Unterstützung zum Ausdruck gebracht hat, appellieren wir, wachsam zu bleiben, um einer kleinen Gruppe, die vom Krieg profitiert, nicht zu erlauben, in die zweifellos wichtigste Errungenschaft der letzten Jahre einzugreifen, in Fragen des Friedens in der Welt.

Nationaler Politischer Rat, Alternative Revolutionäre Kraft des Volkes

Bogotá, 15. Oktober 2019

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In Erinnerung an den „Che“

Der 8. Oktober hat eine Tradition in der FARC-EP. So wurde dieser Tag in Erinnerung an den Tod von Che Guevara zum Tag des heroischen Guerilleros in die Erinnerungspolitik der Organisation aufgenommen. An diesem Tag wird allen Guerilleros und Freiheitskämpfern auf der Welt gedacht, die sich in einem emanzipativen, solidarischen und sozialistischen Kampf befinden. Der Traum der Befreiung war der Traum des Che.

So veröffentlichten sowohl die Partei FARC, als auch die aufständische Bewegung FARC-EP Erklärungen. Sandra Ramírez veröffentlichte auf Twitter: „Wir sind kaum in der Lage, Gefühle ihm gegenüber auszudrücken und diejenigen, die wir er gegen Ungleichheiten kämpften und diejenigen, die so wie er heldenhaft gefallen sind. Heute erinnern wir uns an ihn, weil sein Beispiel als ruhmreiche und unauslöschliche Seite der Geschichte geschrieben wird.“ Und die Partei selbst: „An ein Tag wie heute 1967 wurde von der CIA in Bolivien Ernesto ‚Che‘ Guevara, der historisch revolutionäre Führer unseres Amerikas gefangen genommen. Er kämpfte bis zum letzten Tag seines Lebens für das Wohl der Völker der Welt. Der Revolutionär wird von großen Gefühlen der Liebe geleitet.“

Die aufständische Bewegung FARC-EP gab ebenfalls über Twitter eine längere Erklärung ab. „In der FARC-EP haben wir die Überzeugung vom gegenwärtigen Zustand der Krise des Kapitalismus im Sinne seines irreversiblen Niedergangs und den realen Möglichkeiten, die dies für den Aufbau eines anderen Systems bietet. Aber die irreversible Natur der Kapitalismuskrise als globales System lädt uns nicht ein, auf ihren Tod zu warten. Nein. Und da dürfen wir dieses denkwürdige Datum und eine Hommage an den Kommandanten Che Guevara nicht aus den Augen verlieren und dass wir uns auf den Imperialismus `nicht nur ein bisschen´ verlassen sollten.“

Erklärung der FARC-EP

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Vor Diplomaten äußert sich die Partei FARC besorgt über den Stand der Umsetzung

Übersetzung eines Kommuniqués des Nationalen Politischen Rates der FARC:

Im Sitz der Zweiten Mission der Vereinten Nationen in Kolumbien traf sich am Nachmittag des 2. Oktober eine von ihr unterstützte Delegation der Partei Alternative Revolutionäre Kraft des Volkes unter Vorsitz ihres Präsidenten Rodrigo Londoño, der Senatoren Julián Gallo Griselda Lobo, Israel Zúñiga, des Ratgebers Rodrigo Granda und Beraters Diego Martínez; mit den Botschaftern der Europäischen Union, dem Apostolischen Nuntius, der Schweiz, Schweden, Mexiko, dem Vereinigten Königreich, den Geber- und Garantenländern: Kuba und Norwegen.

Während des produktiven Meinungsaustauschs konnten die Verantwortlichen der FARC ihre Ansichten und Bedenken über den kritischen Zustand des Friedensprozesses und die Gefahren darlegen, die aufgrund von Verzögerungen bei der Umsetzung entstehen könnten in allen Punkten, die in Havanna vereinbart wurden. Dass es in allen Punkten, die in Havanna vereinbart wurden, umfassend und harmonisch sein muss, über die geringen Fortschritte bei der Wiedereingliederung, der knappe Beginn der Entwicklungspläne mit territorialem Ansatz, das Fehlen von Garantien für Wahlen, die Morde an ihren Mitgliedern, Aktivistinnen und Aktivisten, die Definanzierung, um die wirtschaftlichen Verpflichtungen zu erfüllen, die von der Umsetzung gefordert werden, und das, was sie als „doppelten Diskurs der Regierung“ bezeichnen, spiegeln sich nicht in praktischen Ergebnissen in den Gebieten wider, in denen der Staat fast ausschließlich militärisch präsent ist.

Die Mitglieder der Partei FARC beantworteten einige Bedenken und Fragen, während die Diplomaten versprachen, den Friedensprozess weiterhin zu unterstützen und zu begleiten, Anstrengungen für Investitionen in produktive Projekte in den Gemeinden zu unternehmen und die territorialen Räume zu besuchen.

Das Treffen wurde von Monsignore Luís Mariano Montemayor beendet, der energisch dazu aufrief, die schädliche Polarisierung zu beenden. Denn jenseits derer, die sich den Vereinbarungen widersetzen, gibt es politische, soziale und kulturelle Kräfte, die sie verwirklichen können.

NATIONALER POLITISCHER RAT

ALTERNATIVE REVOLUTIONÄRE KRAFT DES VOLKES – FARC

BOGOTÁ, 2. OKTOBER

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Es leben die Studierenden! Erklärung der FARC-EP

Aufgrund der großen Proteste der Studierenden in Kolumbien gegen Korruption und Repression veröffentlichen wir eine übersetzte Erklärung der FARC-EP vom 27.09.2019:

Es leben die Studierenden!

Grüße der Solidarität und Unterstützung, der Glückwünsche und Bewunderung, des Respekts und der guten Wünsche für die kolumbianische Studentenbewegung in diesem kämpferischen September, in den Zeiten als die Universidad Distrital Francisco José de Caldas in Bogotá ihre Stimme gegen die Fälle von Korruption durch leitende Angestellte der Alma Mater erhoben hat, ein Dutzend öffentlicher und privater Bildungszentren ebenfalls ihre Unterstützung und Empörung gegen die institutionelle Verrottung bekräftigten, die Kolumbien zerfrisst.

In der Hauptstadt des Landes und in anderen Städten versammelten die Mobilisierungen Tausende begeisterter, wütender und entschlossener Jugendlicher mit ihren Klagen, äußerten sich vehement und lehnten auch die Morde ab, denen der schmutzige Krieg die sozialen Bewegung unterwirft und forderten die Auflösung der ESMAD, Hand der kriminellen Unterdrückung des Staates, der seine Missbräuche gegen jeden Bürgerprotest überschritten hat.

Man kann nicht weniger als die Rebellion einer Jugend erwarten, die es satt hat, an jedem Protesttag wiederholt und wiederholt zu protestieren, ohne Echo der Regierung, ihrer Kritiken, nicht nur an der Vernachlässigung, unter der die öffentliche Bildung leidet, sondern auch an der Trägheit des Establishments in Bezug auf die unendlichen sozialen Bedürfnisse, dass jetzt in der Zeit des Zauberlehrlings Iván Duque, der den Frieden vortäuscht, den Krieg neu erfindet und die Öffentlichkeit privatisiert, überfordert ohne sich zu schämen und sich mit Zustimmung der Medienmeute dafür einsetzt, die Kriminalisierung derjenigen zu schärfen, die es wagen, unbewaffnet, sich mit ihren Büchern und ihren Ideen gegen so viel Vagabunden zu stellen.

Für eine qualitative hochwertige öffentliche Bildung, universell, frei und transparent, keine Korruption mehr, keine Polizeibrutalität mehr, keine Vernachlässigung mehr, #Desmonte [Auflösung] des ESMAD jetzt. Vandalen und Banditen sind die der parapolitischen Klasse der Kettensägen und Massaker, der Uribe Vélez, der Andrés Felipe Arias, der Dieben von Agroingreso Seguro und der von Reficar. Wie der schamlose ehemalige Staatsanwalt Néstor Humberto Martínez, Kakerlake desselben faulen Kürbisses auf der ausgehandelten Ruta del Sol und von Odebrecht; die Hidroituango-Ratten, die des La Línea-Tunnels, die der Chirajara-Brücke, AIS und Caprecom; diejenigen, die Electricaribe, Foncolpuertos und El Guavio einsackten; die des Vergabekarussells in Bogotá; diejenigen, die Bauern vertreiben um Megaprojekte zu bauen und ihre Ländereien zu vergrößern; Tom und Herry und andere Folgeerscheinungen, die von den krummen Freihandelszonen profitieren; die der Hämophilie- und AIDS-Kartelle; diejenigen, die von Vergaben aller Art betrügen; die des Toga-Kartells und diejenigen, die im Kongress der Republik angekommen sind und ohne Ende Stimmen kaufen; diejenigen, die militärische Beförderungen begünstigen, indem sie Liter unschuldigen Blutes zählen, und so weiter…

Was geschah mit der Willensbekundung gegen den anhaltenden Staatsdiebstahl der 11.671.420 Bürger, die 2018 für die Antikorruptionskonsultation gestimmt haben?

Was geschah mit der Zusage von Regierung und Parlament, die in der Konsultation enthaltenen sieben Punkte voranzutreiben?

Was ist mit der Beseitigung des Paramilitarismus passiert?

Was ist mit der versprochenen Erfüllung des Friedensabkommens passiert?

Demagogen, die es gewohnt sind, innerhalb und außerhalb des Landes falsche Positivmeldungen zu machen, wie es der neue Unterpräsident gerade vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen getan hat, indem er sein falsches Beweisfoto (Kontextfotos, wie er meint) gegen Venezuela übermittelt hat. Sie schämen sich nicht, weil sie wissen, dass ihr Yankee-Meister, der sie unterstützt, zynischer und böser ist.

Mehr als zwanzigtausend Studenten auf der Straße sollten den Herren etwas sagen, die glauben, Besitzer des Landes zu sein, um uns für immer und Jahrhunderte in Elend, Ungleichheit, politische Ausgrenzung und Krieg zu halten.

Vergessen Sie nicht, dass es kein Übel gibt, das hundert Jahre andauert, oder einen Körper, der dem widersteht. Deshalb:

“Me gustan los estudiantes
Que rugen como los vientos
Cuando les meten al oído
Sotanas y regimientos.”..

Der Kampf geht weiter. Wir schwören zu gewinnen und wir werden gewinnen!

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Erste dissidentische Front der FARC schließt sich Kommandierenden um Iván Márquez an

In Kolumbien hat sich mit einer Videoerklärung die erste dissidentische Struktur dem Aufruf von Iván Márquez, Jesús Santrich, El Paisa, Romaña und anderen ehemaligen hochrangigen Kommandierenden der FARC-EP angeschlossen. Bei dieser Struktur handelt es sich um Kämpferinnen und Kämpfer aus der 18. Front Román Ruiz, die in Antioquia operiert. In dem Video liest eine Frau die Erklärung vor, zudem sind weitere bewaffnete Personen mit FARC-Emblemen zu sehen.

In der Erklärung heißt es: „Dies ist die Gelegenheit, öffentlich unsere Akzeptanz und Bewunderung für die Ausrichtung zum Ausdruck zu bringen, die auf den Wiederaufbau und die Festigung des neuen Marquetalia und damit der FARC-EP abzielt. Die Front Román Ruíz ist sehr bemüht, die Orientierungen der neuen Führung der FARC-EP einzuhalten. Ebenso bekräftigen wir das Engagement und den Ernst der Vereinbarungen mit anderen bewaffneten Organisationen in den Regionen.“

Die Frau versichert, dass sie sich in der Gegend Nudo de Paramillo befinden, von wo aus sie die Nachricht senden. Diese Gebirgsregion liegt nordwestlich von Antioquia und ist ein historischer Schwerpunkt der Kokakulturen, aber auch der aufständischen Selbstverwaltung. Sie liegt nahe dem Pazifik und auch der Karibik. In Antioquia gibt es eine weitere dissidentische Gruppe der FARC, Teile der ehemaligen 36. Front, die unter Cabuyo geführt wird.

Mit der 18. Front gibt es nun also die erste Guerilla-Struktur, die sich öffentlich zu den Kommandierenden um Iván Márquez bekennt. In ihrem Aufruf der Kommandierenden vom 28. August betonen sie, den bewaffneten Kampf in Kolumbien wieder aufzunehmen und eine neue FARC-EP aufzubauen. Als Grund nennen sie vor allem die Nichteinhaltung des Friedensabkommens und die Sicherheitslage in Kolumbien.

Die Gruppe um Iván Márquez und den anderen Kommandierenden befindet sich im Osten Kolumbiens nahe der Grenze zu Venezuela. Ein wichtiges strategisches Ziel wird sein, sich mit den dissidentischen Gruppen um Gentil Duarte anzunähern und bestenfalls zu vereinen. Doch bisher sind die Versuche, eine einheitliche Kommandostruktur zu erreichen, gescheitert. Gentil Duarte konnte mit anderen Kommandierenden mehrere dissidentische Fronten (1, 7, 40, 62) um sich herum scharen, doch Beobachter gehen davon aus, dass ihre politische Strahlkraft im Gegensatz zu der Gruppe um Iván Márquez nicht sonderlich ausgeprägt ist, während Iván Márquez kaum militärische Kraft hinter sich vereinen kann.

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In Zeiten der Erinnerung

Die Erinnerung und das Gedenken an Guerilleras und Guerilleros, die im Kampf gefallen sind, war schon zu Zeiten der aufständischen Bewegung ein wesentliches Element in der Daseinsberechtigung und Erinnerungspolitik. Auch heute, in Zeiten des Friedensabkommens, erinnert die zur Partei transformierte FARC an ihre ehemaligen Kämpfer, im Besonderen jedoch an ihre Führungspersonen.

Auch wenn man in den Wiedereingliederungszonen unterwegs ist, gibt es Wandbilder, kleine Museen, Feste, Bücher und vieles mehr, was an die eigenen Genossinnen und Genossen erinnert. Am meisten jedoch überwiegen die persönliche Erinnerung und Gedanken an die Kämpferinnen und Kämpfer, die man mal sporadisch gesehen hat oder mit denen man über längere Zeit in einer Struktur organisiert war.

Auffällig ist, je weiter der Krieg und das Leben in der aufständischen Bewegung zurück liegt, desto mehr schwelgen die Menschen in den Erinnerungen und blicken fast nostalgisch auf die Zeit zurück, als die Guerilla eng mit der Landbevölkerung verbunden war, permanent in Märschen ihre Basislager wechselte, in die Dörfer ging um Menschen zu politisieren, medizinisch zu verarzten oder Handel zu treiben und in der Stadt wie ein politisches Mysterium angesehen wurde, von der Regierung schon als besiegt geglaubt, im Land jedoch präsent wie eh und je.

In den letzten Septembertagen gibt es eine Reihe an Personen, die derzeit von der Partei FARC, als auch von der dissidentischen neu bewaffneten FARC-EP, erinnert werden. Als großes Vorbild für viele gilt Jorge Briceño, ehemaliger Oberkommandierender des Ostblocks der FARC-EP. Er wurde im Morgengrauen des 22. September 2010 von einem mörderischen Bombardement der Armee und Polizei in seinem Lager in den Bergen von La Macarena (Meta) getötet. Wie kein Zweiter galt er als einfühlsam, politischer Denker und vor allem militärischer Stratege.

Im zu Ehren versammelte sich die Partei FARC zu einer kulturellen Stunde im Parteibüro in Bogotá. In den letzten Jahren gab es auch Kundgebungen und Erinnerungsfeierlichkeiten am Friedhof in Bogotá, wo er letztendlich beerdigt wurde. Auch die sich neu bewaffnende FARC-EP erinnerte in einigen Kommuniqués an Jorge Briceño, der auch liebevoll Mono Jojoy genannt wurde. Nochmals erneuern sie das Recht auf Rebellion wegen der fehlenden Einhaltung des Friedensabkommens.

Eine weitere ehrenwerte Person ist Lucero Palmera. Vor 9 Jahren, am 20. September, tötete die kolumbianische Armee Lucero Palmera in Putumayo, die mit bürgerlichen Namen María Victoria Hinojosa Giraldo, hieß. Sie ist als Kämpferin, als Kader, als Frau und als Mutter ein Beispiel des revolutionären Kampfes. Sie war unter anderem Teil der Fronten 41, 19, 59 und des Karibikblocks, des Ostblocks und der 48. Front im Südblock. Sie war verantwortlich für den Guerillasender Voz de la Resistencia und leitete politische Kurse der Guerilla-Organisation, Kurse für die Massenorganisation, Krankenpflege, sowie Fotografie, Film und Propaganda. Im Putumayo

Zudem starb im Kampf im Jahr 1965 in Riochiquito in der Provinz Cauca Hernando González Acosta, der einer der FARC-Kämpfer von Marquetalia war. Als bäuerlicher und kommunistischer Widerstand gegen die Operationen der Armee gegen die Bauernenklaven bildete sich später die FARC heraus. Die Zeiten der Erinnerung bleiben also präsent bei der FARC und das ist auch gut so. Aus ihr speist sich das Vermächtnis und die Zukunft, ob im Frieden oder im Krieg.

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Ehemalige FARC-Kämpfer*innen wollen ihre Mode nach Europa bringen

Die Bekleidungsmarke „La Montaña“ (Der Berg) wurde in der Wiedereingliederungszone von La Plancha in Anorí in der Provinz Antioquia in Nordwesten Kolumbiens geboren. Eine Gruppe von 25 ehemaligen Kämpfern der FARC und mit körperlichen Einschränkungen, die durch den Krieg versursacht wurden, entwarf und produzierte früher Uniformen und Ausrüstung für die Guerilla und heute Taschen für Kinder, Kleidung, Brieftaschen und andere Accessoires mit der Marke, die sie während des Prozesses der Wiedereingliederung in das zivile Leben gründete. Heute wollen sie mit ihrer Kleidung und ihren Accessoires bis nach Europa.

Martín Batalla, Geschäftsführer der Kooperative von Confecciones La Montaña, sagt, dass es insgesamt eine Gruppe von ungefähr 120 ehemaligen Kämpferinnen und Kämpfern sind, die mit der Kooperative verbunden sind. Alle kommen von der ehemaligen 36. Front der FARC, die in Antioquia in der Gegend des Bajo Cauca operierte. Innerhalb der Kooperative haben sie dieses produktive Projekt ins Leben gerufen, was eigentlich die alte Schneiderei der Front war, die dann den gesamten Übergangsprozess durchlaufen hat und von der ursprünglichen Herstellung von Taschen, Guerilla-Equipment, Westen und Uniformen im Krieg herstellte und nun Taschen für Kinder in Schulen, Gürteltaschen, Sweatshirts und viele andere Textilien anfertigt.

Der ehemalige Guerillakämpfer, der nun La Montaña leitet, warnt davor, dass die Nachfrage jetzt die Produktionskapazität übersteigt, da sie Schwierigkeiten hatten, sich im Rahmen des Friedensabkommens selbst zu finanzieren, weil unter anderem der Staat nicht die gebotene Leistung durchführte und versprochene Mittel nicht ausgezahlt worden sind. Mit dem Wenigen, was sie hatten, begannen sie jedoch zu produzieren und wurden erfolgreich. Nun können sie die Anzahl der Bestellungen nicht bewältigen, sagt er. Confecciones La Montaña hat Kunden im ganzen Land und derzeit wartet Martín Batalla in Amsterdam darauf, neue Geschäfte zu machen und eine größere Rentabilität für sein Projekt zu erzielen. Neben der Kleidung wird in La Plancha zudem Ökotourismus angeboten und Honig produziert.

Auch wenn der Friedensschluss zwischen FARC und kolumbianischer Regierung schon drei Jahre zurückliegt, sind die Schwierigkeiten gerade in den Bereichen Wiedereingliederung und Sicherheit prekär. Viele Maßnahmen des Friedensabkommens wurden nicht oder nur ungenügend umgesetzt. Auch im Fall der sogenannten produktiven Projekte fehlt es an staatlicher Unterstützung. Diese sind wichtig, weil sich ehemalige Kämpferinnen und Kämpfer damit ein sozioökonomisches Standbein für die Zukunft aufbauen können. Dazu wurden mehrere Kooperativen unter dem Dach von ECOMUN, dem Dach der FARC-Kooperativen, gegründet.

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