In einem Kommuniqué grüßt die Klandestine Kommunistische Partei Kolumbiens, auch PCCC oder PC3 genannt, die nationale und internationale Öffentlichkeit. Die PC3 ist ein Produkt der aufständischen Bewegung, um in ihren eigenen Reihen und im linken aufständischen Umfeld Genossinnen und Genossen bereitzuhalten, die aus dem Untergrund politische Arbeit mit den Massen vollziehen. Sie wurde in den 1990er Jahren aus der Taufe gehoben und mit der Neubewaffnung von Strukturen der FARC-EP, haben alte Zellen ihre Arbeit wiederaufgenommen und bilden sich zudem wieder neue Zellen. Anbei der übersetzte Weihnachts- und Neujahresgruß:
Compañeros und Compañeras des ländlichen Raums und der kolumbianischen Städte, erhaltet die Umarmung der Weihnachts – und Jahresendfeierlichkeiten mit dem Wunsch nach wachsendem sozialen Protest und dem Kampf um die am stärksten empfundenen Forderungen der Volksmehrheiten im Jahr 2020. Unser revolutionärer, marxistisch-leninistischer und bolivarianischer Gruß gilt insbesondere der kommunistischen Mitgliedschaft unseres Landes und dem internationalen Kontext.
Wir verfassen diese Nachricht mit dem grundlegenden Ziel, den Völkern, die für ihre Freiheit kämpfen, unseren guten Wunsch nach Wohlergehen und Erfolg zum Ausdruck zu bringen, die Beständigkeit des revolutionären Projekts der Klandestinen Kommunistischen Partei Kolumbiens (PC3) zu bekräftigen und ihnen die Wiederholung unseres emanzipierenden Engagements mit der Überzeugung zu überlassen, dass es nie zu spät sein wird, im Namen der Besiegten und Verurteilten der Erde zu kämpfen. Es wird niemals weh tun, die Tugend und den Mut zu haben, sich gegen die Tyrannei der Wirklichkeit, gegen die bürgerliche Zivilisation und ihre zerstörerischen Illusionen des Fortschritts zu erheben und zu betrachten, wie mächtig und unzerstörbar auch die Unterdrücker sein mögen, dass die Stärke der Revolutionäre nicht in ihren materiellen Ressourcen liegt, im Allgemeinen geringwertiger, sondern in ihrem Glauben, in ihrer Leidenschaft, in ihrer Subjektivität, in ihren Überzeugungen, in ihrer Fähigkeit der Hingabe und in ihrem Willen zu kämpfen.
Es ist zweifellos eine Kraft, die manche abwertend als spirituell und mystisch einstufen könnten. Aber es ist eine mächtige menschliche Kraft, die sehr menschliche und irdische Kraft des revolutionären Bewusstseins.
Worum geht es also bei der Beharrlichkeit einer aufständischen Partei wie unserer, auch wenn sie gegenwärtig nicht die Fähigkeit zu haben scheint, die Führung für eine soziale Revolution zu werden? Sie hat das Gefühl des moralischen Einflusses, das Beharrlichkeit inmitten von Widrigkeiten darstellt, jenseits der Propaganda derer, die auf der einen oder der anderen Seite, in gutem oder schlechtem Glauben, uns feindlich als kompromisslos und sektiererisch wie Dinosaurier und Anachronisten bezeichnen.
Unsere Pflicht ist es, durchzuhalten und voranzugehen, Schritt für Schritt zu organisieren, uns zu stärken, uns in der Hitze der Kämpfe in die Fronten der Massen zu integrieren, ohne Bevormundung, ideologisch zu streiten und mit dem Gewicht des Beispiels von Theorie und revolutionärem Handeln in jedem politischen Raum, den Reformismus und die Politik der Mehrklassen zu stoppen, die den Wandel betäubt und verzögert.
Und es geht nicht darum, Hass und sinnlose Gewalt zu zementieren, denn dort, wo wir den Dichter und Kameraden aus Parral, Pablo Neruda, paraphrasieren, leiden und lieben wir wie jede andere Person des Volkes, und als solche lieben und verteidigen wir tiefe Gründe, ertragen als unsere eigenen die Schmerzen anderer und den gedemütigten Zustand der Völker. Wir fühlen uns mit der Pflicht und Ehre, Partei zu ergreifen im geschlossen Raum und auf der Straße, in der Debatte und im Kampf, auf der Seite der Schwachen und Verletzten, auf der Seite der Armen und Ausgeschlossenen, ohne Scham und Schrecken, derjenigen die uns Aufständische oder Dissidenten nennen, weil wir in der Tat unehrerbietig und subversiv sind. Weil wir das unangenehme, rebellische, lumpige und barfüßige Wort sind, das gegen die Strömung der hegemonialen Kultur und Zahmheit läuft.
Wir sind das, was wir sein wollen und nicht das, was uns ein anderer von seinen Machtallüren auferlegt und aus Gründen der Würde beleidigen oder fürchten wir uns nicht, auch wenn wir an der Reihe sind, Pläne auszuspucken, weil wir warten, wir sehnen uns, wir kämpfen und wir sind uns der Veränderungen sicher, die notwendig sind und die zur Erlösung der Unterdrückten mit der Kraft des Widerstands und der dreifachen Kühnheit ihrer selbst kommen werden, indem sie Internationalismus und Solidarität verbinden, die den Schmerz für das Leid anderer zum Ausdruck bringen.
Und weil wir den Hass hassen und ungerechten Kriegen den Krieg erklären, die die Oligarchen ohne Scham aufzwingen, während sie die Gewalt der Schwächsten kritisieren und sich dagegen wenden, und weil wir an die Möglichkeit des Unmöglichen glauben und dass der Frühling aufständisch ist, sagen wir jetzt immer; und mehr denn je mit der Wärme des Protests der Bevölkerung, der in den Straßen Kolumbiens kocht, in jeder Ausdehnung des unzufriedenen unseres Amerikas, von der wir glauben und wir weiterhin für die Sache des Sozialismus, für die Sache des Kommunismus und für eine Gesellschaft ohne Ausbeuter und Ausbeuterinnen kämpfen werden, die ein für alle Mal mit dem Elend des Kapitalismus und seiner hinfälligen imperialen Präsenz endet.
Mit Bolívar, mit Manuel, mit dem Volk, an die Macht!
Solange es einen Willen zum Kampf gibt, gibt es Hoffnung auf einen Sieg!
Brüderlich,
Klandestine Kommunistische Partei Kolumbiens (PC3)
Dezember 2019
Bezüglich einer drohenden willkürlichen Verlegung von politischen Gefangenen veröffentlichte die FARC ein Kommuniqué:
In einem Schreiben an die nationale und internationale Öffentlichkeit beschreibt die FARC aus der Provinz Antioquia einen neuen Mord an einem ehemaligen Guerillero. Zudem werden Sicherheitsgarantien gefordert sowie die Einhaltung des Friedensabkommens.
In Deutschland hat sich ein Komitee zur Freilassung von Simón Trinidad, ehemaliger Kommandant der FARC-EP und seit Jahren in einem Hochsicherheitsgefängnis in Colorado (USA) inhaftiert, gegründet. Solidaritätskampagnen zur Freilassung von Simón Trinidad gibt es schon in anderen Ländern, vorrangig im lateinamerikanischen Raum, in Spanien und in den USA. Wie auch schon in diesen Ländern, soll eine Kampagnenseite über den Fall informieren, eine Öffentlichkeit schaffen und Kampagnen koordinieren. Derzeit wird zum Beispiel aufgefordert, viele Briefe an Simón Trinidad zu schreiben.
Die sich neu bewaffnende FARC-EP kündigt die zeitnahe Veröffentlichung des Buches „Das Zweite Marquetalia, der Kampf geht weiter“ an. Geschrieben ist das Buch vom ehemaligen Friedensunterhändler der FARC-EP in Havanna sowie aktuellen Kommandierenden der sich neu bewaffnenden Guerilla FARC-EP. Ein Prolog, geschrieben von Jesús Santrich, der sich ebenfalls nach einer juristischen Täuschung dem Untergrund anschloss, ist bereits auf der Webseite der FARC-EP veröffentlicht. Das Buch und besonders der Prolog stellen die Ursachen für die Rückkehr zu den Waffen der sich neuformierenden FARC-EP dar, darunter vor allem als Reaktion auf die Perfidität des Staates bezüglich des unterzeichneten Friedensabkommens.
Mit einem Kommuniqué der FARC-EP (Zweites Marquetalia) wendet sich die wieder unter Waffen stehende FARC-EP an die Öffentlichkeit. Auf einer neuen Webseite,
In Kolumbien fanden nicht nur in den verschiedenen Wiedereingliederungszonen (ETCR) des Landes die Feierlichkeiten zum dritten Jahrestag des Friedensabkommens statt, sondern im Rahmen des internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen auch vielfältige Aktionen statt. Gerade Lateinamerika bzw. Kolumbien gehören zu den sehr männerdominierten Gesellschaften, in der Frauen oftmals eine untergeordnete Rolle einnehmen müssen und weniger Rechte besitzen. Schon vor dem Friedensabkommen war die Diskussion zu Frauen- und Genderthemen in der ehemaligen Guerilla stark von unterschiedlichen Polen geprägt und nur langsam konnte sich die Erkenntnis durchsetzen, dass alle die gleichen Rechte haben.
Im Januar 2020 treffen sich die Delegierten der Partei der Alternativen Revolutionären Kraft des Volkes – FARC zu ihrem Kongress. Dieser Kongress ist nicht nur ein elementarer Bestandteil in der Entscheidungsgewalt der Partei, sondern vor allem richtungsweisend zur Bestimmung der Zukunft. Und die Zukunft sieht zumindest innerhalb der Partei alles andere als rosig aus, auch wenn die Rose das Parteilogo ist. Denn die Partei durchläuft derzeit einen schwierigen Prozess, der von Spaltungen, Unzufriedenheit und ernüchternden Wahlergebnissen geprägt ist.
An diesem Wochenende finden in dem Weiler Hector Ramírez, eine der ehemaligen Wiedereingliederungszonen der FARC im Rahmen des Friedensprozesses, die nun zu legalen Dörfern konvertierten, die Feierlichkeiten zum 3. Jahrestag der Unterzeichnung des Friedensabkommens statt. Das Dorf Agua Bonita, in dem sich die ehemalige Wiedereingliederungszone befindet, gehört zu den mittlerweile am besten entwickelten der auf dem ganzen nationalen Territorium bestehenden Zonen. Sie liegt in der Gemeinde La Montañita in der südkolumbianischen Provinz Caquetá.
Nach dem der aktuelle Präsident Iván Duque nach einem Jahr und etwas mehr als drei Monaten im Amt ist, erlebt er die größte Mobilisierung seit vielen Jahren in Kolumbien und erfährt damit seine bisher größte politische Krise. Grund der im ganzen Land getätigten Demonstrationen, Streiks und anderen Aktionen sind die Sozialreformen der Regierung sowie die aktuelle politische und soziale Situation im Land wie die mangelnde Umsetzung des Friedensabkommens mit der FARC.
In einem aktuellen Kommuniqué äußert sich die Partei FARC besorgt über die politischen Interventionsbestrebungen der kolumbianischen Regierung:
Mit großer Spannung erwartet man in diesen Tagen in Kolumbien die Mobilisierung zum Nationalstreik am 21. November. Gründe für den Nationalstreik sind die ökonomische, soziale und politische Situation im Land sowie die angekündigten Reformen der Regierung zu Arbeits- und Sozialfragen. Im Land gibt es derzeit eine große Unzufriedenheit aufgrund der Regierung unter Iván Duque, die dafür auch bei den zurückliegenden Kommunalwahlen abgestraft worden ist. Es gibt einen Anstieg der Gewalt im Land und für die einfachen Menschen ist es mittlerweile ein alltäglicher Kampf für ihre elementarsten Rechte.