Zuletzt wurde aus den Medien bekannt, dass Kommandanten aus unterschiedlichen Strukturen und Organisationen der FARC-EP ausgeschaltet worden sind. Besonders für den zentralen Generalstab der FARC-EP unter dem Oberkommando von Iván Mordisco dürfte es ein Rückschlag sein. Denn hier wurde der Kommandant der Front Carlos Patiño mit Kampfnamen Totoro im Gebiet der Gemeinde El Tambo getötet. Bei einer Militäroperation konnten sieben andere Guerilleros fliehen, er selbst schaffte es wohl nicht. Er hatte das Kommando der Front übernommen, nachdem die Armee vor Monaten den zu vorigen Kommandanten ausgeschaltet hatte. Die
Zudem nahmen die Behörden am Freitagabend den unter dem Kampfnamen Víctor Chalá bekannten Kommandanten fest, der für die 36. Front des Generalstabs der Blöcke und Fronten (EMBF) aktiv war. Diese steht unter dem Oberkommando von Calarcá. Die Festnahme erfolgte an der Mautstelle von Flandes, Provinz Tolima. Ihm wird von den Behörden vorgeworfen, das Verschwinden und den anschließenden Mord an dem Journalisten Mateo Pérez Rueda angeordnet und daran beteiligt gewesen zu sein, der sich am 7. Mai in der Ortschaft Palmichal, einem ländlichen Gebiet der Gemeinde Briceño in der Provinz Antioquia, ereignet hat.
Víctor Chalá hat eine langjährige Erfahrung in der Guerilla und war zuvor Finanzchef der Front Darío Gutiérrez des Generalstabs der Blöcke und Fronten in der Provinz Huila. Diese Front wurde teilweise aufgelöst und Kämpfer sowohl nach Tolima als auch nach Antioquia gesendet, um dortige Strukturen zu unterstützen. Die Leerstelle nahm dann die bereits existierende und sehr starke Front Iván Diáz ein. Im Frühjahr wurde Víctor Chalá in die Provinz Antioquia gesendet und dort zu einem Vertrauten von alias Primo Gay, einem der Kommandierenden. Beide Verluste dürfen schwer wiegen, die Front Carlos Patiño gilt als einer der wichtigsten im Westblock mit großer territorialer Kontrolle und auch die 36. Front befindet sich derzeit im Aufbau und einer Offensive gegen Paramilitärs.
