FARC-EP: Wir verschweigen nicht unsere Fehler und unseren Schmerz

Der Zentrale Generalstab der FARC-EP hat sich in einem Kommuniqué vom gestrigen 28. April mit dem Titel „Wir verschweigen nicht unsere Fehler und unseren Schmerz“ zu dem Anschlag auf der Panamericana-Straße in der Gemeinde Cajibío, Provinz Cauca, geäußert, welches 20 Todesopfer forderte. In dem Kommuniqué erklärt die Guerilla unter dem Oberkommando von Iván Mordisco, dass der Vorfall während einer Auseinandersetzung mit der Staatsmacht stattfand und bezeichnet ihn als „bedauerlichen Vorfall“, der zivile Opfer gefordert habe, die laut den Angaben nichts mit dem Konflikt zu tun hätten. Des Weiteren erkennen sie an, dass der Vorfall ein „taktischer Fehler“ während der Operation war und versichern, dass es sich nicht um einen geplanten Angriff handelte. In diesem Zusammenhang erklären sie, die politische Verantwortung für die Ereignisse zu übernehmen.

Im Kommuniqué bekräftigt die FARC-EP ihre Haltung zum bewaffneten Konflikt im Land und ruft dazu auf, politische Lösungen zu finden, die weitere Gewalttaten verhindern. „Wir müssen die politische Verantwortung für diesen taktischen Fehler übernehmen, der keinerlei Rechtfertigung hat“, heißt es im Kommuniqué, bei dem auch den Familien der Opfer das Beileid ausgesprochen wird. Außerdem wird erklärt, dass den betroffenen Gemeinschaften Unterstützung angeboten wurde. Das Kommuniqué setzt das Geschehen auch in den Kontext von mehr als sechs Jahrzehnten bewaffnetem Konflikt in Kolumbien und benennt strukturelle Faktoren wie Ungleichheit, Landkonzentration und politische Ausgrenzung als Ursachen der Gewalt. Der Regierung wird der Vorwurf gemacht, den Dialog zu verweigern und die Konfrontation zu vertiefen.

Ebenso wird in dem Kommuniqué zu einer Deeskalation der Gewalt und zur Wiederaufnahme von Verhandlungen aufgerufen, um neue Opfer inmitten dessen zu vermeiden, was sie als einen neuen Zyklus bewaffneter Auseinandersetzungen im Land bezeichnen. Zudem werden politische Sektoren und die Militärs kritisiert und angebliche Aktionen gegen ländliche Gemeinschaften angeprangert. Die Provinz Cauca ist ein Epizentrum des Konfliktes. Neben vielen von der Guerilla kontrollierten Gebieten gibt es permanente Militäroperationen, in der auch die lokale Bevölkerung betroffen ist. Zuletzt gab es eine Offensive des Westblocks Kommandant Jacobo Arenas der FARC-EP, auch als Antwort auf anhaltende Operationen der staatlichen Sicherheitskräfte. So sind in den letzten Tagen mehr als 30 Angriffe, vor allem auf Polizei und Militär, erfolgt.

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Offensive der FARC-EP geht weiter

Die Angriffe der Guerilla im Südwesten Kolumbiens stoppen nicht, auch gestern kam es zu weiteren Angriffen des Westblocks Kommandant Jacobo Arenas der FARC-EP. Am Sonntag griffen Mitglieder der Guerilla mit Sprengstoffen und Drohnen eine Militärbasis im Sektor La María an, an der Straße, die die Gemeinden Corinto und Miranda verbindet. Laut Berichten von lokalen Journalisten und Bewohnern der Region haben Guerillakämpfer auch Soldaten an einem Kontrollposten der Armee im Ortsgebiet der Gemeinde mit Gewehrfeuer attackiert. Darüber hinaus wurde ein heftiges Feuergefecht im Stadtteil Nuevo Horizonte gemeldet. Der Drohnenangriff dauerte fast zwei Stunden.

In der Gemeinde Padilla, ebenfalls in der Provinz Cauca, berichteten die Behörden von einem Angriff mit Gewehrfeuer auf die Polizeistation. Es wurden keine Verletzten registriert, jedoch entstand Sachschaden. In den letzten Tagen gab es mehrere Angriffe in der Provinz Cauca, so in El Tambo, Caloto, Popayán, Guachené, Mercaderes, Miranda und Cajibío. Der schwerwiegendste Vorfall ereignete sich an der Panamericana im Sektor El Túnel von Cajibío, bei dem es 20 Tote und 36 Verletzte gab. Laut dem Militär ereignete sich die Explosion mitten in einem Kontrollpunkt, den die Guerilla errichtet hatte.

Doch auch aus angrenzenden Provinzen wurde weitere Angriffe gemeldet, so in Valle del Cauca. In der Nacht auf den Sonntag übernahmen Guerillakämpfer die Kontrolle im Gebiet der Gemeinde Jamundí. Sie hielten ein Lastfahrzeug an, blockierten die Straße damit und setzten es in Brand, was die Mobilität an einem strategischen Punkt der Region vollständig zum Stillstand brachte. Laut der staatlichen Behörden gab es ebenso Angriffe in der Provinz Nariño, bei denen fünf Personen getötet wurden. Die Behörde berichtete von Angriffen mit explosiven Geräten auf eine Polizeistation und eine Tankstelle im Weiler El Remolino der Gemeinde Taminango in der Provinz Nariño an der Panamericana. Am Freitag begann die Offensive mit der Explosion einer Bombe in der Zentrale der Dritten Brigade der Armee im Süden von Cali.

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Angriffswelle der FARC-EP im Südwesten

Seit dem 24. April wurden in den beiden Provinzen Cauca und Valle del Cauca mehrere Angriffe verzeichnet. Seitens der staatlichen Sicherheitskräfte wird die Front Jaime Martínez des Westblocks Kommandant Jacobo Arenas der FARC-EP dafür verantwortlich gemacht, die unter dem Oberkommando von Iván Mordisco steht. Dies soll eine Reaktion auf eine Offensive der Armee sein. Bei den Angriffen wurden bisher 14 Menschen getötet, fast 50 Personen verletzt. Zuerst waren die Ziele der Angriffe Militärbasen und Polizeistationen in Cauca und Valle del Cauca. Der jüngste Vorfall ereignete sich am Nachmittag des 25. April in Cajibío (Cauca). Laut ersten Berichten explodierte ein Zylinder, der auf einen Minibus gefallen war, im Bereich, der als El Túnel bekannt ist. Vorläufigen Berichten zufolge sind bei diesem Angriff 14 Tote und 38 Verletzte zu beklagen.

Der erste Angriff ereignete sich am Freitagmittag, als ein leerer Schulbus, der mit Sprengstoffen beladen war, in der Nähe des Pichincha-Bataillons der Armee im Süden der Millionenstadt Cali abgestellt wurde. Bislang wurden drei Verletzte durch diesen Vorfall gemeldet. Noch in derselben Nacht fand ein zweiter Angriff auf die Einrichtungen des Ingenieurbataillons Nr. 3 Colonel Agustín Codazzi in Palmira, auch in Valle del Cauca, statt. Darüber hinaus bestätigten die Behörden einen weiteren Angriff im Valle del Cauca am Morgen des 25. April. In diesem Fall war das Ziel die Polizeistation der Region Potrerito, einem ländlichen Gebiet von Jamundí.

In den frühen Morgenstunden dieses Samstags wurde ein Bus, der in Richtung Ipiales (Nariño) unterwegs war, von einer Explosion auf der Panamericana betroffen. Der Vorfall ereignete sich bei der Gemeinde von Mercaderes, Provinz Cauca. Laut der Polizei wurden bei diesem Vorfall mehrere Personen verletzt. Außerdem bestätigte das Luftfahrtsamt, dass Angriffe mit Drohnen, die mit Sprengstoffen beladen waren, auf das Radarsystem im Cerro Santana in der Gemeinde von El Tambo, Provinz Cauca, durchgeführt wurden. Die Radarstation wurde damit außer Betrieb gesetzt.

Unterdessen veröffentlichte der Zentrale Generalstab der FARC-EP unter Iván Mordisco ein Kommuniqué in antiimperialistische Rhetorik und mit Angriffen auf Präsident Petro. Unter dem Titel „Es ist die Stunde des Antiimperialismus!“ gedenkt die Guerilla ihrer 61 Jahre des Kampfes und erhebt dabei scharfe Vorwürfe gegen die Regierung von Präsident Gustavo Petro, die sie beschuldigt, unter einem falschen Friedensdiskurs Kriegspolitiken umzusetzen.

Der Kern des Textes ist ein direkter Angriff auf die Sicherheitspolitik der aktuellen Regierung. So die Militarisierung Kolumbiens und die Präsenz von ausländische Truppen: So habe die Regierung die Einreise von mehr als 3000 US-Soldaten sowie die Errichtung von drei neuen US-amerikanischen Militärbasen in Kolumbien vereinbart. Das Kommuniqué greift zudem die Ausbeutung im Amazonasgebiet auf: Sie prangern eine angebliche Militarisierung des Südens des Landes an, um die heimliche Ausbeutung von Seltenen Erden und Coltan durch die Streitkräfte zu verschleiern. Dem Staat werfen sie vor, die gescheiterte Politik der Besprühung mit Glyphosat wiederaufzunehmen, Bombardierungen fortzusetzen und Familienangehörige von Guerillakämpfern systematisch zu verfolgen.

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Drohnenkrieg nimmt zu

Als Antwort auf militärische Operationen der Armee in der Provinz Nariño wurden Truppen der Armee mit Drohnen angegriffen, die mit Sprengstoff beladen waren. Zuvor gab es Gefechte der Armee gegen Strukturen der Nationalkoordination Bolivarische Armee (CNEB) mit der Unterstruktur der Bolivarischen Grenzkommandos. Bei dem Angriff kamen drei Soldaten ums Leben, während zwei weitere verletzt wurden. Die Ereignisse spielten sich in der ländlichen Gegend von Ipiales ab, als die Armee militärische Operationen gegen Mitglieder der Bolivarischen Grenzkommandos durchführte.

Die Armee wurde durch mit Sprengsätzen bewaffneten Drohnen angegriffen. Immer häufiger nutzen bewaffnete Organisationen diese Mittel der Kriegsführung. Die Lage dort ist zudem angespannt, weil sich der Dialogtisch zum Frieden zwischen der Regierung und der (CNEB) unter dem Kommando von Walter Mendoza in einer schwierigen Lage befindet. Die siebte Dialogrunde wurde vergangene Woche zum zweiten Mal ausgesetzt – mitten in einem grundlegenden Streit darüber, wer den Kokaanbau in Nariño beseitigen soll, wie dies geschehen soll und mit welchen Mitteln.

Auch in der Region Catatumbo nimmt der Krieg auch mittels Drohnen – weiter zu. Hier gibt es eine Verschärfung des Krieges zwischen der ELN und der 33. Front der FARC-EP vom Generalstab der Blöcke und Fronten unter dem Oberkommando von Calarcá Córdoba. Diese Eskalation der Gewalt hat im Laufe des Aprils Angriffe mit Drohnen, Entführungen von Minderjährigen, Bombardierungen durch das Militär sowie Tötungsdelikte umfasst. Die Auseinandersetzungen zwischen beiden bewaffneten Organisationen beginnen sich auch auf städtische Gebiete auszuweiten.

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FARC-EP für strukturelle Veränderungen im Land

Durch ein am 9. April 2026 datiertes Kommuniqué verbreitete der Zentrale Generalstab der FARC-EP unter dem Oberkommando von Iván Mordisco eine Botschaft an die Regierung Kolumbiens und an die internationale Gemeinschaft, in der sie ihre Sicht auf den bewaffneten Konflikt darlegt und eine Reihe struktureller Veränderungen im Land vorschlägt.

In dem Text zieht die Organisation eine Bilanz ihres Werdegangs und erklärt, sie habe über Jahrzehnte hinweg eine politische Lösung des Konflikts angestrebt. Dabei weist sie darauf hin, dass verschiedene Dialogprozesse aufgrund von Entscheidungen des Staates und externer Faktoren gescheitert seien. In diesem Sinne betont sie die Notwendigkeit, zu einer politischen Lösung zu gelangen, die über das im Friedensabkommen von 2016 Vereinbarte hinausgeht und umfassendere soziale, wirtschaftliche und ökologische Veränderungen umfasst.

„Eine Regierung, die dem unterwürfigen Verhältnis zu den Vereinigten Staaten ein Ende setzt, das Kolumbien so großen Schaden zugefügt hat, und die deren Methoden der Einflussnahme Schritt für Schritt abbaut, indem sie eine souveräne Außenpolitik fördert, die sich an den Völkern unseres Amerikas orientiert und nicht an den Interessen Washingtons. Eine Regierung, die den Mut hat, den sogenannten Krieg gegen die Drogen endgültig aufzugeben, der als Vorwand für Militarisierung und die Verfolgung bescheidener Kleinbauern oder sozialer Führungspersonen dient, und die sich direkt mit den Gemeinschaften zusammensetzt, um einen ernsthaften Vorschlag zu erarbeiten, der diesem Übel ein Ende setzt“, heißt es in dem Kommuniqué.

Die Erklärung der FARC-EP schlägt außerdem die Einberufung eines verfassungsgebenden Prozesses, Reformen der Sicherheitskräfte sowie den Abbau von Strukturen vor, die sie als verantwortlich für die Verlängerung des Konflikts bezeichnet. Ebenso stellt sie die Außenpolitik des Landes in Frage und plädiert für einen souveränen Ansatz sowie für Änderungen in der Strategie im Umgang mit dem Drogenhandel.

In einem weiteren Abschnitt ruft das Dokument zur Volksmobilisierung als Mittel auf, um strukturelle Veränderungen voranzutreiben, da diese ihrer Ansicht nach nicht ausschließlich von den jeweils amtierenden Regierungen abhängen.

„Die Kolumbianer haben Jahrzehnte des Krieges erlebt. Gut zu entscheiden und sich ernsthaft daran zu wagen, einen Frieden mit sozialer Gerechtigkeit aufzubauen und das neue Vaterland zu einem nationalen Anliegen zu machen, ist unsere Pflicht. Unsererseits werden wir weiterhin Widerstand gegen Militarismus und die Unterordnung unter das US-Imperium leisten und gemeinsam mit den Gemeinschaften Volksmacht aufbauen. Wir wissen, dass die Kolumbianer, ausgestattet mit der Weisheit derjenigen, die Widerstand geleistet und das Vaterland aufgebaut haben, verstehen, dass ihre politischen Entscheidungen fern von kriegerischen Positionen und entgegen ihren Interessen liegen müssen“, heißt es weiter in der Erklärung.

Abschließend bekräftigt die FARC-EP ihre Haltung des Widerstands und ruft die kolumbianische Gesellschaft dazu auf, politische Entscheidungen zu treffen, die auf den Aufbau eines Friedens mit sozialer Gerechtigkeit ausgerichtet sind – vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Lage im Land.

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Die aktuelle Rolle des Zweiten Marquetalia

Das Zweite Marquetalia – Bolivarische Armee spielt als Guerilla in Kolumbien nur noch eine kleine Rolle. Zuletzt war sie eigentlich nur noch in den Nachrichten, als die Hintergründe zur Ermordung des Senators Miguel Uribe im Juni 2025 in Bogotá aufgedeckt wurden, die zu eben genannter Guerilla unter dem Oberkommando von Iván Márquez führten. Dabei hegten anfangs viele Hoffnungen auf diese Guerilla, die mit zahlreichen bekannten Kommandierenden das Licht der Welt erblickte und bereits 2018 in Venezuela gegründet wurde, jedoch erst im August 2019 öffentlich auftrat. Kommandierende aus der alten FARC-EP und eben auch der ehemalige Verhandlungsführer des Friedensprozesses von 2016, Iván Márquez, zeigten sich nun wieder mit Waffen und erklärten das Friedensabkommen für gescheitert. Aktuell ist sie eigentlich nur noch medial und durch ihre Propagandakanäle präsent, politisch-militärisch hat sie stark an Bedeutung verloren.

Kurz nach der öffentlichen Erklärung zu ihrem Bestehen verfügte sie bereits über eigene Einheiten in Caquetá, Catatumbo, Meta, Cesar und La Guajira. Gespräche zu den anderen dissidentischen Strukturen der FARC-EP bezüglich einer Vereinigung, damals unter dem Oberkommando von Gentil Duarte, schlugen fehl. Zu groß war die Skepsis aufgrund der Rolle von Iván Márquez in den Friedensverhandlungen und zu groß die dominante Rolle zu den bereits schnell wachsenden anderen Strukturen der FARC-EP. Zwischen 2019 und 2022 wuchs das Zweite Marquetalia vor allem durch den Beitritt anderer bereits existierender bewaffneter Strukturen: Grenzkommandos, die damals hauptsächlich in Putumayo operierten; die Fronten Oliver Sinisterra und Iván Ríos sowie der Westblock Alfonso Cano in Nariño; die Front Acacio Medina zwischen Vichada, Guainía und Venezuela; und die 18. Front in Antioquia. Später gründete sie 2021 eine weitere eigene Front, die Front Diomer Cortés, in der Gemeinde Argelia, Cauca.

Es ist wichtig zu betonen, dass der Beitritt verschiedener bereits existierender bewaffneter Gruppen zum Projekt des Zweiten Marquetalia nicht bedeutete, dass all diese Gruppen bereits eine einzige bewaffnete Organisation bildeten. Tatsächlich existierte zu Beginn der Regierung von Petro ein „Dachverband“ mit drei inneren Flügeln, die nur wenig miteinander koordiniert wurden: Ein erster Flügel war die FARC-EP, wie sie sich selbst nannte, unter der Führung von Iván Márquez. Sie umfasste nur sehr wenige Fronten: die Mobile Kolonne Teófilo Forero in Caquetá und Huila; die Front Acacio Medina in Vichada, Guainía und Venezuela sowie die 53. Front in Meta. Es gab einen weiteren Flügel der Grenzkommandos in Putumayo und Caquetá sowie einen Flügel namens Guerillakoordination des Pazifiks zwischen Nariño und Cauca. Diese drei Flügel operierten unabhängig voneinander, hielten jedoch einige Treffen ab, um ihre interne Einheit zu stärken.

In den ersten beiden Jahren der Regierung Petro erlebte jeder Flügel eigene Dynamiken von Stärkung und Schwächung. Der Flügel der FARC-EP unter Iván Márquez schwächte sich deutlich: Er verlor Einheiten in Catatumbo, Meta, Cesar und Antioquia. In den ersten drei Gebieten hörten die dort operierenden Einheiten auf zu existieren und in Antioquia wechselte die 18. Front die Seite (wie sie es im Oktober letzten Jahres erneut tat). Dies geschah alles nach den Todesfällen von Jesús Santrich, Edison Romaña und El Paisa im Jahr 2021 in Venezuela. Es wurde nur eine sehr kleine Einheit, die 12. Front in Barrancabermeja, geschaffen, die man mit Unterstützung aus Venezuela stärken wollte, was jedoch nicht gelang. Ansonsten war, hingegen zur öffentlichen Selbstdarstellung, dieser Teil unter Iván Márquez relativ blass.

Die beiden anderen Flügel expandierten und stärkten sich zwischen 2022 und Ende 2024: die Grenzkommandos begannen ihren Einfluss in Putumayo, Caquetá, Amazonas und in Richtung Cauca zu konsolidieren. Die Guerillakoordination des Pazifiks in Nariño weitete sich auf die Gemeinden Ricaurte und die Unterregion Abades aus, teilweise in Allianz mit anderen bewaffneten Strukturen, um gegen die mittlerweile größer gewordene FARC-EP mit ihrem Zentralen Generalstab unter Iván Mordisco zu kämpfen. Die Front Diomer Cortés gewann in Argelia und Balboa, Provinz Cauca, sogar an Terrain.

Im Juni 2024 begannen Verhandlungen des Zweiten Marquetalia mit der Regierung, an denen alle drei Flügel teilnahmen. Im November desselben Jahres jedoch schickte Iván Márquez ein Schreiben, in dem er ankündigte, dass Walter Mendoza die Gruppe nicht länger vertreten würde, was tatsächlich zu einer internen „Spaltung“ führte. Der FARC-EP-Flügel verließ den Verhandlungstisch, die anderen beiden blieben jedoch dort. Die Versuche einer Vereinigung scheiterten, und das, was heute als Zweites Marquetalia bezeichnet wird – bestehend ausschließlich aus dem Flügel „FARC-EP“ – blieb vom Friedensprozess ausgeschlossen, während die neu ernannte Nationalkoordination – Bolivarische Armee (CN-EB), die die anderen beiden Flügel vereint, weiter verhandelte. Diese kontrollieren weiterhin großflächige Gebiete im Süden des Landes.

Seit dieser Trennung hat sich das von Iván Márquez geführte Zweite Marquetalia innerhalb Kolumbiens nicht gestärkt. Kürzlich startete die Mobile Kolonne Teófilo Forero eine Gegenoffensive in der Region El Pato, Caquetá, nachdem sie dort zuvor Gelände verloren hatte. Die Front Acacio Medina operiert weiterhin wie gewohnt, mit etwas größerem Einfluss in Vichada, befindet sich jedoch hauptsächlich in Venezuela und in La Guajira wechselt die Gruppe manchmal auf die venezolanische Seite, um kleinere Aktionen durchzuführen. Eine Front Iván Merchán, die in Meta gieren soll, jedoch eher medial eine Rolle spielt statt politisch-militärisch, soll sich ebenso der Nationalkoordination CN-EB angeschlossen zu haben, was jedoch noch nicht bestätigt wurde. Es zeigt sich also, dass der Einfluss des Zweiten Marquetalia am Schwinden ist.

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Jagd auf den Oberkommandierenden der FARC-EP

Eine am Sonntag von der Gerichtsmedizin veröffentlichte Mitteilung schloss aus, dass alias Iván Mordisco, der Oberkommandierende des Zentralen Generalstabs der FARC-EP, zu den Toten gehörte, die nach den Bombardierungen des Militärs in der Provinz Vaupés am vergangenen Donnerstag gefunden wurden. Insgesamt wurden sechs Leichen identifiziert, vier Frauen und zwei Männer, alle zwischen 18 und 26 Jahren alt. Zwei weitere Leichen konnten nicht identifiziert werden.

Militärische Quellen bestätigten, dass eine kombinierte Luft- und Bodenoperation eingeleitet wurde, um die Fluchtwege zu schließen, über die Iván Mordisco entkommen könnte. Ebenso konnte durch Geheimdienstinformationen festgestellt werden, dass der Anführer der Dissidenten schwer verletzt ist und seine engsten Vertrauten in der Region nach medizinischer Hilfe suchen. Bei der Operation wurden zudem Kriegswaffen, Sprengstoffe, Feldausrüstung, technische Geräte und weitere mit der Struktur verbundene Gegenstände beschlagnahmt.

Die angegriffene Struktur und das Lager der Guerilla gehörten zum Sicherheitsring von Iván Mordisco, erklärte Verteidigungsminister Pedro Sánchez. Unter den Neutralisierten soll sich laut einem Bericht auch alias Lorena, die Lebensgefährtin des Oberkommandierenden, befinden. Geheimdienstinformationen zufolge bewegte sich der Anführer der FARC-EP ständig zusammen mit seiner Lebensgefährtin und seinem Sicherheitsring entlang des Flusses Apóris, der den Amazonasraum an der Grenze zwischen Kolumbien, Peru und Brasilien verbindet.

Den Erkenntnissen zufolge meidet Mordisco laut den Sicherheitskräften die Orte Ricaurte, La Pedrera, Puerto Caimán und La Libertad – abgelegene Regionen fernab der Zivilisation. Hier ist teilweise undurchdringlicher Regenwald. In den vergangenen Monaten haben die Streitkräfte zahlreiche Operationen durchgeführt, um den Oberkommandierenden zu töten. Wir berichteten mehrmals in Artikeln darüber.

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FARC-EP schränkt Zugang humanitärer Organisationen ein

Die FARC-EP unter Iván Mordisco haben in einem Kommuniqué bekanntgegeben, den Zugang von humanitären Organisationen einzuschränken und damit Besorgnis in den ländlichen Gemeinden ausgelöst. Die Entscheidung wurde in einem Kommuniqué des Zentralen Generalstabs der FARC-EP am 18. März mitgeteilt. Darin teilt die Guerilla mit, dass Organisationen wie die Überprüfungsmission der Vereinten Nationen, die Unterstützungsmission für den Friedensprozess der OAS und die Menschenrechtsorganisation mit der Ombudsstelle Gebiete nicht betreten dürfen, die unter Kontrolle der Guerilla stehen. Das ist vor allem der Südwesten wie in den Provinzen Cauca und Nariño der Fall.

Laut dem Kommuniqué basiert die Maßnahme auf angeblichen „Vertrauens- und Neutralitätsverletzungen“ durch diese Organisationen. Die Guerilla argumentiert, dass einige humanitäre und überprüfende Maßnahmen dazu genutzt worden seien, Informationen über ihre Positionen zu sammeln, was militärische Operationen gegen sie erleichtert habe. Im Gegensatz dazu gab die FARC-EP an, dass sie die Koordinationskanäle ausschließlich mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz offenhalten werden, vorausgesetzt, dass nach ihrer Auffassung Vertraulichkeit, Neutralität und vorherige Abstimmung bei jedem Einsatz gewährleistet sind.

Die Ankündigung hat in sozialen und gemeinschaftlichen Sektoren Alarm ausgelöst, die auf die Auswirkungen hinweisen, die diese Entscheidung auf den Schutz der Zivilbevölkerung haben könnte. Die Einschränkung des Zugangs für humanitäre Organisationen könnte die Notfallversorgung, die Überwachung der Menschenrechte und die Vermittlung in Konfliktsituationen erschweren. Unterdessen bleibt Unsicherheit darüber bestehen, wie humanitäre Maßnahmen in diesen Gebieten durchgeführt werden und welche Auswirkungen diese Einschränkung auf die Gewährleistung grundlegender Rechte für die Gemeinden haben wird, die mitten im bewaffneten Konflikt leben.

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Angriff auf Angriff

Im Südwesten Kolumbiens ereignen sich derzeit wieder starke Angriffe der Guerilla auf Stationen der staatlichen Sicherheitskräfte. Im Fokus steht die Provinz Cauca, wo der Westblock Kommandant Jacobo Arenas der FARC-EP unter anderem Polizeistationen angreift und sich gegen Militärangriffe zur Wehr setzt. Diese Region wird vor allem im ländlichen Gebiet stark von der Guerilla kontrolliert. Leidtragende im militärischen Konflikt ist die Zivilbevölkerung. Bei einem Angriff der Front Carlos Patiño an der Panamericana wurde ein Soldat der kolumbianischen Armee getötet, weitere Soldaten verletzt. Zudem wurden aus Drohnen mehrere Sprengsätze gegen die Polizeistation in der Gemeinde Cajibío abgeworfen. Auch im Ort Mondomo, ebenfalls in der Gemeinde Cajibío, kam es zu einem Angriff mit Drohnen und Sprengsätzen.

Außerdem wurden starke Kämpfe in der ländlichen Region von der Gemeinde Suárez gemeldet, wo Einheiten der Armee militärische Operationen zur territorialen Kontrolle durchführten. Diese wurden aus mehreren Hinterhalten heraus von Einheiten der FARC-EP angegriffen. Hierfür war die Front Jaime Martínez verantwortlich, die ebenso zum Westblock unter dem Oberkommando von Iván Mordisco steht. Zuletzt wurde ein Angriff auf die Polizei in der Gemeinde Morales gemeldet. Währenddessen konnte die Armee gegen die Front Jaime Martínez in der ländlichen Gegend um Buenaventura, Provinz Valle del Cauca, vorgehen, wo einige Guerilleros starben. Bei einer Bombardierung in der Provinz Antioquia, Gemeinde Ituango, wurden neben dem Befehlshaber auch weitere Guerilleros der 18. Front der FARC-EP getötet.

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Partei Comunes wird verschwinden

Sandra Ramírez, ehemalige Guerillera und Lebensgefährtin vom ehemaligen Oberkommandierenden der alten FARC-EP, konnte für die linke Partei Comunes nicht die erforderliche Grenze erreichen, um als Partei anerkannt zu bleiben. Die Partei Comunes ging nach einem Namenswechsel aus der Partei FARC hervor, die sich im Zuge des Friedensabkommens aus dem Jahr 2016 gründete. In diesen Wahlen zeigt sich nun deutlich, dass die eh schon marginalisierte Partei damit keine Rolle mehr spielen wird. Schon zuvor spielte sie bei Wahlen keine Rolle, konnte aber in der Öffentlichkeit eine vergleichsweise gute Präsenz erzielen. Doch in den Jahren zuvor gab es immer wieder Streitereien und auch den Rückzug der Basis.

Die Kongressabgeordnete Sandra Ramírez versuchte, sich in einer gemeinsamen Liste mit Fuerza Ciudadana wiederwählen zu lassen – ein Versuch der Partei der ehemaligen FARC-Mitglieder, ihren rechtlichen Status als Partei zu behalten. Bisher hat sie jedoch nur etwa 0,55 % der Stimmen erreicht. Bei den beiden letzten Wahlen hatten sie wie eine traditionelle Partei teilgenommen und aufgrund des Punktes der politischen Partizipation im Friedensabkommen zehn garantierte Sitze im Kongress erhalten. Die garantierten Sitze im Kongress und im Senat waren im Friedensabkommen für zwei Legislaturen vereinbart worden.

Die Partei Comunes prangerte mutmaßliche Unregelmäßigkeiten an: Behinderungen beim Zugang zu Wahllokalen, Identitätsdiebstahl bei Wählern, Stimmzettel ohne Unterschriften sowie fehlendes Wahlmaterial. Die Koalition warnte, dass diese Situationen in Bogotá, Caquetá, Cauca, Antioquia, Bolívar und Atlántico aufgetreten seien. Doch nach Ansicht viele Wahlbeobachter verliefen die Wahlen normal. Die Mindestzahl an Stimmen, die eine Partei benötigt, um an der Verteilung der Sitze teilzunehmen, entspricht 3 % der gültigen Stimmen. Wenn eine Partei diese nicht überschreitet, bleibt sie außerhalb des Kongresses.

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Bauern gegen Armee und ihre Festnahmen

Die bäuerlichen Gemeinschaften des Tal des Flusses Micay, zusammen mit den kommunalen Aktionsräten, sozialen Vereinigungen und der politischen Kommission des Gebiets, haben eine öffentliche Erklärung abgegeben, in der sie ihre Ablehnung der Festnahme der sozialen Führer Juan Pablo Giraldo und Duverney Galvis zum Ausdruck brachten. Diese waren im Zuge von Militäroperationen der staatlichen Sicherheitskräfte gegen die FARC-EP im Micay-Tal festgenommen worden. Zudem verurteilten sie die Stigmatisierung und Kriminalisierung der lokalen Bevölkerung mitsamt ihrer sozialen Anführer und Menschenrechtsverteidiger in der Region. Das Micay-Tal liegt im Südwesten der Provinz Cauca und ist eine Bastion der Guerilla. Hier operiert der Westblock Jacobo Arenas der FARC-EP.

In der Erklärung äußern die Organisationen ihre Besorgnis über das, was sie als Verfolgung von Gemeinschaftsführern bezeichnen, die im Gebiet bekannt sind und das historische Opfer von bewaffnetem Konflikt, aber auch staatlicher Ausgrenzung. Sie weisen auch darauf hin, dass die Festnahmen Ungewissheit und Angst unter den Gemeinschaften verursacht haben, die ihre organisatorischen Prozesse begleitet haben, weshalb sie Garantien für die Durchführung von Gemeinschaftsprozessen fordern. Laut der Erklärung haben Juan Pablo Giraldo und Duverney Galvis eine Führung ausgeübt, die auf interinstitutionellen und sozialen Dialog fokussiert ist, humanitäre Begleitmaßnahmen fördert, die umfassende Verteidigung der Menschenrechte unterstützt und nach würdigen Bedingungen für die Bevölkerungen des Micay-Tal strebt.

Außerdem werden nationale und internationale Menschenrechtsorganisationen dazu aufgerufen, den Prozess zu begleiten und auf den Respekt vor dem Leben, der Freiheit und der Würde der sozialen Führer zu achten. Schließlich betonen sie, dass die Verteidigung des Gebiets und der Rechte der Gemeinschaften kein Grund für Verfolgung sein darf und dass Frieden und soziale Gerechtigkeit mit Beteiligung, Dialog und wirksamen Garantien für die ländlichen Bevölkerungen im Südwesten Kolumbiens aufgebaut werden müssen. Die Armee wirft beiden Personen vor, gegen die staatlichen Sicherheitskräfte agiert zu haben. Dabei treten Armee und Polizei häufig wie Besatzungsmächte auf, es gibt Anschuldigungen gegen die Bevölkerung, wahllos Verhaftete und teilweise auch gezielte Tötungen.

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Weitere Bombardierungen trotz Kritik

Die kolumbianische Armee hat weitere Militäroperationen und Bombardierungen von Lagern der Guerilla durchgeführt, obwohl es in der Vergangenheit laute Kritik an diesem Vorgehen gab. Immer wieder sterben dabei auch unschuldige Menschen oder Minderjährige, weil nicht klar ist, wer sich in den Lagern aufhält. Neben der Regel, dass auch unter 18-jährige Personen in der Guerilla aktiv sein können und sich somit in den Lagern aufhalten, haben auch Personen aus der lokalen Bevölkerung Kontakt zur Guerilla. Die Bombardierung von Lagern führt häufig zu Toten nicht nur unter der Guerilla.

Dieses Mal traf es ein Lager der Struktur Martín Villa vom Block Amazonas der FARC-EP unter dem Oberkommando von Iván Mordisco im ländlichen Gebiet von El Retorno, Provinz Guaviare. Der auch sogenannte Zentrale Generalstab der FARC-EP kämpft in dieser Region gegen den Generalstab der Blöcke und Fronten der FARC-EP unter dem Oberkommando von Calarcá. Mehrere Personen sollen festgenommen worden sein, von Toten ist bisher nichts bekannt. Häufig gehen Militäroperationen und Bombardierungen mit Menschenrechtsverletzungen einher, die lokale Bevölkerung verurteilt häufig Militäreinsätze und die Präsenz von staatlichen Sicherheitskräften in ihren Territorien.

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