FARC-EP International jetzt auf Deutsch

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Die Webseite der FARC-EP International hat nun einen deutschen Webauftritt. Neben Spanisch und Englisch gibt es weitere Artikel und Informationen über die FARC-EP auch auf Italienisch, Portugiesisch und nun auch auf Deutsch. Die Kontaktadresse des Blog Kolumbieninfo bleibt weiterhin bestehen.

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Europäische Linke drückt Freude über Friedensabkommen aus

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Die Partei der Europäischen Linken drückt seine Freude für die Unterzeichnung der „endgültigen Vereinbarung für die Beendigung des Konflikts und des Aufbaus eines stabilen und dauerhaften Friedens“ aus, die in Havanna, Kuba, am 24. August 2016 zwischen der FARC-EP und der kolumbianischen Regierung abgeschlossen wurde.

Wir möchten auch die Rolle der Unterstützer, Kuba und Norwegen als Garanten-Länder sowie Venezuela und Chile als begleitende Länder, dieser Vereinbarung würdigen, die nach der ersten Sitzung des Verhandlungstisches am 18. Oktober 2012 in Oslo eine entscheidende Rolle gespielt haben.

Die Umsetzung des Abkommens, welches durch ein Referendum in Kolumbien im Oktober ratifiziert werden muss, hat neben dem Aufbau von Frieden und nationaler Versöhnung vor allem das kolumbianische Volk als Hauptnutznießer. Dieses Abkommen zwischen der Regierung und den FARC muss gesellschaftlich vor allem in den organisierten Sektoren integriert werden, so dass es einen positiven Einfluss auf die unmittelbare Entwicklung haben wird. Zur gleichen Zeit steht der Abbau der Paramilitarismus als auch seiner Unterstützer im Staatsapparat an.

Die endgültige Vereinbarung legt besonderen Wert auf die Grundrechte aller gefährdeten sozialen Gruppen, den Landbesitz und seine Konzentration, die Exklusion der ländlichen Bevölkerung und die Rückständigkeit der ländlichen Gemeinden, was vor allem Frauen und Kinder betrifft, und befasst sich mit der Entwicklung und Verbesserung der Lebensbedingungen.

In ihr sind auch 6 wichtiger Punkte zusammengefasst, wie der umfassenden Reform des ländlichen Raums, der politischen Partizipation mit eine demokratische Offenheit um Frieden aufzubauen, des bilateralen und endgültigen Waffenstillstandes und Beendigung der Feindseligkeiten und die Niederlegung der Waffen, ein Vorschlag für eine Lösung für das Problem der illegalen Drogen, ein umfassendes Abkommen, welches den Opfern gewidmet ist, sowie wie die Vereinbarung über eine Kommission der Installierung und Umsetzung durchgeführt werden soll.

Die Europäische Linke hofft und vertraut darauf, dass ein positive Abkommen zu Frieden beitragen wird, der auch mit den anderen Aufständischen, dem ELN, abgeschlossen werden kann.

Die Umwandlung der FARC in eine Bewegung wird ohne Zweifel dem Aufbau eines Projektes zu einer starken Linken helfen, die bald in der Lage sein wird, von den Straßen sowie durch die Wahlurnen, ein neues Land mit dem Menschen als Mittelpunkt aufbauen zu können.

Maite Mola

Partei der Europäischen Linken International

Die Erklärung auf Englisch

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Endgültiger und bilateraler Waffenstillstand und Beendigung der Feindseligkeiten

Am 24. August unterzeichneten die Chefs der Delegationen der nationalen Regierung und der FARC-EP in Havanna, Kuba, die endgültige Vereinbarung zur Beendigung des Konflikts und um einen stabilen und dauerhaften Frieden aufzubauen.

Das Abkommen ebnete den Weg für die reale Möglichkeit, dass von nun an in Kolumbien es die Kinder sein werden, die an der Beerdigung ihrer verstorbenen Eltern teilnahmen, die eines natürlichen Todes starben. Nie wieder werden Eltern ihre Söhne und Töchter begraben, die im Krieg gefallen sind. Nie wieder, verbringen Eltern den Rest ihres Lebens damit, um nach ihre Söhnen und ihrer Töchter unter Tausenden Verschwundenen zu suchen.

Das kolumbianische politische Regime hat mit der FARC-EP das Ende des Krieges vereinbart und hat sich verpflichtet, feierlich vor der nationalen und internationalen Gemeinschaft, in vollem Umfang die Türen im Land der Demokratie zu öffnen und in den sozialen Beziehungen den Stempel der Gerechtigkeit zu drucken.

Unsere Verpflichtungen sind: den langwierigen bewaffneten Aufstand zu beenden, uns in eine politische Bewegung der totalen Legalität zu verwandeln, das zivile Leben in den vereinbarten Bedingungen wieder zusammenzubringen, und alles tun, was in unserer Macht steht, damit die Opfer des schmerzhaften Konflikt, der zu einem Ende kommt, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung erlangen. Und wir werden diese Ziele STARK erfüllen.

Seit mehr als dreißig Jahren, unter den Vereinbarungen von Uribe, weinen wir, weil die Waffen im Anschlag auf beiden Seiten eingesetzt wurden. Das Ziel war es immer, sich hinzusetzen und über Frieden mit sozialer Gerechtigkeit zu sprechen. Trotz wiederholter negativer Antwort, wann immer es notwendig war, den Weg des Dialogs zu fördern, schritten wir dazu, einen einseitigen Waffenstillstand zu erklären.

Sie können nicht unsere entscheidende Bedeutung dieser Geste für unsere glückliche Ankunft am Ziel der endgültigen Vereinbarung vergessen.

Der Präsident der Republik, Juan Manuel Santos, hat, in Übereinstimmung mit dem in der Allgemeinen Vereinbarung von 2012, an die Streitkräfte von Kolumbien den endgültigen Waffenstillstand und Feindseligkeiten gegen die FARC-EP angeordnet, ab 00:00 Uhr dem 29. August 2016.

Wir verloren nie die Hoffnung diesen so glücklichen Tag für unser Land und seine Menschen zu erreichen. Von Marquetalia bis heute waren wir immer sicher.

Die FARC-EP, in einem Waffenstillstand und Einstellung der Feindseligkeiten seit über einem Jahr, erhielt bewegt die Ankündigung des Präsidenten an seine Armee. Und dementsprechend geben wir den entsprechenden Auftrag an unsere Truppen.

In meiner Eigenschaft als Kommandant des Zentralen Generalstabs der FARC-EP, ordne ich an alle unsere Kommandos, an alle unsere Einheiten, an jede und jeder von uns und unseren Kämpfern, das Feuer und die Feindseligkeiten endgültig gegen den kolumbianische Staat, von 24:00 Uhr der heutigen Nacht, einzustellen.

Den Soldaten, Matrosen, Piloten, der Polizei und Organen der Sicherheit und Geheimdienste des Staates, wollen wir unsere klare und eindeutige Berufung für Versöhnung geben.

Die Rivalitäten und der Groll sollten der Vergangenheit angehören. Heute, mehr als je zuvor, bedauern wir, so viel Tod und Schmerzen durch den Krieg verursacht zu haben. Heute, mehr als je zuvor, wollen wir sie als unsere Mitbürger umarmen und beginnen, für das neue Kolumbien zusammen zu arbeiten.

Der Krieg ist vorbei. Leben wir als Brüder und Schwestern zusammen.

Das nie wieder die Waffen der Republik gegen die Menschen seines Volkes gerichtet werden. Das nie wieder ein Aufstand erforderlich ist.

Es lebe die soziale Gerechtigkeit!
Es lebe Kolumbien!
Es lebe der Frieden!

TIMOLEÓN JIMENEZ
Havanna, Kuba, 28. August 2016

Erklärung auf Spanisch und auf Englisch

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Presseaufruf zur X. Nationalen Guerilla Konferenz

zehnte konferenz

PRESSEAUFRUF

Für die nationale Versöhnung, Frieden mit sozialer Gerechtigkeit und fortschrittliche Demokratie!

Der Zentrale Generalstab der FARC-EP ruft gegenüber der nationalen und internationalen Presse zur X. Nationalen Guerilla Konferenz auf, welches das oberste Organ der Organisation ist:

Die Versammlung wird vom 13. bis 19. September im Gebiet der Llanos del Yari, in der Gemeinde San Vicente del Caguán und wird mit der Teilnahme von etwa 200 Delegierten, darunter 29 Mitglieder des Zentralen Generalstabs stattfinden, zusätzlich der Delegierten der verschiedenen Strukturen auf nationaler Ebene, die demokratisch in den Guerilla-Versammlungen gewählt wurden.

Die Konferenz wird auch von 50 internationalen und nationalen Gästen besucht werden.

Die historische Bedeutung dieser Versammlung verdient die Auszeichnung der Völker von Kolumbien und der Welt, denn sie kennen aus erster Hand die Entwicklung und die Zielsetzung von dem, was die letzte Konferenz unserer Organisation in Waffen sein wird: Sie wird das Friedensabkommen und den Weg für die Umwandlung der FARC-EP in einer legalen politischen Bewegung im Rahmen der Vereinbarungen in Havanna, Kuba, vom 24. August dieses Jahres billigen.

Akkreditierung

Die Presseakkreditierung für die X. Nationale Guerilla Konferenz erfolgt durch die E-Mail decimaconferencia@gmail.com, in der Journalisten und Medien ihr Interesse für die Versammlung zum Ausdruck bringen sollten. Als Antwort werden sie das Formular für die Akkreditierung erhalten.

Fortbewegung

Die akkreditierte Medien, die auf dem Landweg (Bogotà – Florencia – San Vicente del Caguán – Las Damas) reisen werden von diesem Ort geführt werden, bis zu dem Punkt, wo das große Ereignis stattfinden wird.

Für die Medien, die mit dem Flugzeug reisen (Bogota – La Macarena, Meta), müssen sich auf der Straße von La Macarena, Meta, in das Dorf La Tunia bewegen, wo sie gleichermaßen zu dem Punkt der Veranstaltung geführt werden.

Unterkunft

In Anbetracht der 7 Tage der Konferenz kann die Unterkunft auf zwei Arten erfolgen: In einem exklusiven Lagerzone für die Presse, wo sich alle Bedingungen des Guerilla-Lebens für die interessierten Medien befinden, damit sie Notiz von dem erhalten, was die letzten Tage in einem aufständischen Lager sind. Darüber hinaus wird es einen exklusiven Campingbereich für die Presse geben, mit einfachen Bedingungen, um dort Zelte zum Ausruhen aufzustellen.

Es wird einen Parkplatz und ein Restaurant geben.

Zentraler Generalstab der FARC-EP

27. August 2016

Der Presseaufruf auf Spanisch hier auf der Seite der FARC-EP

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Zur Schlussvereinbarung zwischen FARC-EP und Regierung

Wir dokumentieren eine Zusammenfassung der am Mittwoch, den 24.8.2016, zwischen FARC-EP und kolumbianischer Regierung vereinbarten endgültigen Abkommens. Hierbei handelt es sich um die sechs Agendapunkte der fast vierjährigen Verhandlungen.

1. Integrierte Landreform
Der ländliche Raum war historisch gesehen eine der Hauptursachen für die gewaltsamen Auseinandersetzungen im Land. Außerdem stellt dies einen Hauptgrund für das Bestehen der FARC-EP dar, die 1964 mit dem sogenannten „Agrarprogramm der Guerrilleros“ ihre Gründung bekanntgab. Daher war der erste Verhandlungspunkt einer grundlegenden Veränderung der Verhältnisse im ländlichen Raum gewidmet.
Das Ziel war klar: Die Bildung einer gerechteren Landverteilung, das Beenden der Kluft zwischen Stadt und Land, die Förderung einer adäquaten Landnutzung, die Formalisierung unklarer Landbesitztitel und die Garantie des Erwerbs von ländlichen Eigentum für die Kleinbauern.
Mit dieser Zielsetzung einigten sich beide Parteien auf die Schaffung eines Landfonds, gebildet aus Grundstücken, deren Nutzung den Besitzern entzogen werden soll, aus Grundstücken, die aus sozialen Gründen oder zur öffentlichen Nutzung enteignet werden sollen und aus Forstflächen, die zur landwirtschaftlichen Nutzung geeignet sind. Auch ist es vorgesehen, dass Landerwerb durch Subventionen und spezielle Kredite geholfen werden soll.

2. Politische Partizipation
Eine der historisch zu nennenden Zielsetzungen des Friedensabkommens wird es sein, die Relationen zwischen Politik und Waffengewalt für immer zu brechen. Das ist ein enorm wichtiger Punkt, zielt er doch darauf ab, der FARC-EP eine politische Betätigung ohne Waffen zu ermöglichen.
Um Stigmatisierung und Verfolgung unmöglich zu machen, ist die Erarbeitung eines Statuts geplant, das den Parteien und politischen Bewegungen Garantien für die politische Betätigung in der Opposition zusprechen wird. Ebenfalls ist geplant, den sozialen Bewegungen Garantien per Gesetz zu zubilligen.
Zudem vereinbarte man die Schaffung eines „Integrierten Sicherheitssystems“, zugeordnet dem Präsidialamt, das mit Befugnissen und finanziellen Mitteln zur Ermittlung, Verurteilung und Bestrafung derjenigen ausgestattet werden soll, die Anschläge auf die Ausübung politischer von Betätigung ohne Waffen verüben.
Außerdem wird die Notwendigkeit unterstrichen, dass in besonders vom Konflikt betroffenen Regionen die freie politische Betätigung ermöglicht werden soll. Dafür sollen „Spezielle Friedenszonen“ geschaffen werden, für deren Repräsentanten 16 Sitze in der Kammer garantiert werden sollen. Was die politische Betätigung der FARC-EP angeht, so wurde festgelegt, dass diese sich 2018 an der Wahl zu beiden Kammern des Kongresses beteiligen können und ihr jeweils fünf Sitze in Senat und Kammer als Minimum zugestanden werden. Bis dahin wird die FARC-EP je drei Sprecher in beide Kammern entsenden, die Rederecht zu Themen im Zusammenhang mit den Vereinbarungen, jedoch kein Stimmrecht haben werden.

3. Ende des Konflikts
Dieses Abkommen bedeutet das Ende von mehr als 50 Jahren Gewalt. Mit der beiderseitigen und endgültigen Waffenruhe verpflichtet sich die älteste Guerilla des Kontinents, ihre Waffen für immer zum Schweigen zu bringen und dass den Vereinten Nationen die Kontrolle darüber übertragen wird.
Zu diesem Punkt wurde eine „Roadmap“ vereinbart, um den Übergang von mehr als 7000 Mitgliedern der Guerilla in das zivile Leben zu ermöglichen.
Die FARC-EP verpflichtet sich, ihre Waffen den Vereinten Nationen zu übergeben, die daraus drei Denkmäler errichten wird. Die Entwaffnung wird innerhalb von 180 Tagen nach der offiziellen Unterzeichnung des endgültigen Friedensabkommens folgendermaßen vor sich gehen: Nach 90 Tagen sollen 30% der Waffen, nach 120 Tagen weitere 30% und nach 180 die restlichen 40% abgegeben werden.
Man legte die Bildung von 23 sogenannten „transitorischen ländlichen Normalisierungszonen und transitorischen Normalisierungspunkte“ in den Departements Cesar, Norte de Santander, Antioquia, Tolima, Cauca, Nariño, Putumayo, Caquetá, Arauca, Meta, Vichada und Guainía fest, sowie acht Lager in weiteren Departements, die 180 Tage lang bestehen sollen. Diese Räume garantieren die beiderseitige Feuereinstellung und die Niederlegung der Waffen. Auf diese Weise soll die Vorbereitung der Guerilleros auf ihren Eintritt in das zivile Leben beginnen.
Auch Sicherheitsgarantien wurden für die Demobilisierten vereinbart sowie die Bekämpfung krimineller Banden, die als existente Bedrohung für die Umsetzung des Friedensabkommens bezeichnet werden. Schlussendlich einigte man sich auf die Durchführung einer Volksbefragung zur Bestätigung der Vereinbarungen durch die Bevölkerung. Am 18. Juli gab das Verfassungsgericht dazu seine Zustimmung und Präsident Santos gab bekannt, dass die Abstimmung nun am 2. Oktober 2016 stattfinden wird.

4. Illegale Drogen
Der Kampf gegen die Drogen in Kolumbien besteht seit mehr als 30 Jahren und basiert auf einer polizeilich-strafrechtlichen Strategie. Trotzdem ist dieser Wirtschaftszweig weit davon entfernt zu verschwinden. Die Friedensvereinbarung setzt auf ein neues Modell, die vom Drogengeschäft am härtesten betroffenen Territorien in die Hände der lokalen Gemeinschaften zu legen.
Das Teilabkommen hierzu beginnt mit der Verpflichtung der FARC-EP, jegliche Verbindung zu beenden, die sie „in Funktion der Rebellion“ zu diesem Geschäft unterhielt. Die FARC-EP verpflichtet sich zudem, Informationen zu liefern, die dabei helfen können, die Transportouten des Drogenhandels zu identifizieren.
Ein Hauptziel ist es, eine effektive justizielle Behandlung der Produktionsnetzwerke zu garantieren und zwischen Produzenten und Konsumenten zu unterscheiden. Der Drogenkonsum wird als Gesundheitsproblem betrachtet und Programme zur Prävention sind geplant.
Ein weiterer fundamentaler Punkt ist die Beseitigung illegaler Pflanzungen mithilfe partizipierender Planung in den dörflichen Gemeinschaften, der Substitution und der ökonomischen Diversifizierung. Der freiwilligen Beseitigung illegaler Kulturen wird dabei Vorrang zugemessen.

5. Opfer
Man kann sich einen wirklichen und dauerhaften Frieden nicht v ohne die Wiederherstellung der Rechte der mehr als 8 Millionen Opfer des bewaffneten Konflikts vorstellen. Daher soll eine Übergangsjustiz in diesem Prozess Wahrheit, Entschädigung und die Nichtwiederholung garantieren.
Die „Spezielle Gerichtsbarkeit für den Frieden“ wird beauftragt mit der Untersuchung und der Bestrafung derjenigen, die während des Konflikts schwere Verbrechen verübt haben: Mitglieder der Guerilla ebenso wie Beamte des Staates und Helfer der illegaler Gruppen. Das Friedenstribunal, welches Teil dieser Justiz sein wird, soll aus 20 kolumbianischen und vier ausländischen Richtern gebildet werden. Weitere 18 kolumbianische und 6 ausländische Richter werden die drei Kammern bilden.
Guerilleros, die ihre Beteiligung an schwersten Verbrechen anerkennen und mit dem Gericht kooperieren, sollen von dem Tribunal zu Strafen zwischen 5 und 8 Jahren Gefängnisstrafen verurteilt werden. Sie werden zudem zu Arbeiten zu Gunsten der Opfer verpflichtet. Jene, die ihre Schuld nicht eingestehen und sich der Wahrheit verweigern, sollen zu bis zu 20 Jahren Haft verurteilt werden.
Für eine Amnestie, Begnadigung oder ähnliche Verfahrensweisen sollen jene kommen, die keine Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben. Man kam auch überein, eine  Ermittlungsgruppe zu schaffen, die gegen Personen ermitteln soll, die verdächtigt werden, Verbrechen im Zusammenhang oder infolge des Konflikts begangen zu haben.

6. Umsetzung, Verifizierung und Bestätigung
Es wurde vereinbart, dass am Tag nach der Unterzeichnung des Schlussabkommens eine Kommission der Nachverfolgung, der Verifizierung und der Beilegung von Differenzen für die Umsetzungsphase gebildet werden soll. Diese soll aus je drei Vertretern der FARC-EP und der Regierung bestehen. Zusätzlich werden mehrere Staaten und internationale Organisationen angehalten, den Prozess der Umsetzung jedes einzelnen Punktes der Vereinbarung zu begleiten.

Kompletter Text der Schlussvereinbarung

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Letzte Punkte für Friedensabkommen besiegelt

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Am Mittwoch, den 24. August, wurden in Havanna im Salón de Protocolo in El Laguito die letzten Punkte für das Friedenabkommen besiegelt. In einer Pressekonferenz wurde dabei die gemeinsame Erklärung Nummer 93 der Garantenländer Kuba und Norwegen vorgetragen. Darin heißt es am Anfang: „Die Delegationen der Regierung und der FARC-EP haben sich auf ein endgültiges Abkommen geeinigt über alle Punkte der Agenda zur Beilegung des Konflikts und für einen dauerhaften Frieden in Kolumbien.“

In den Verhandlungen einigten sich beide Seiten bereits auf eine Landreform, auf die künftige politische Teilhabe der Rebellen, auf neue Ansätze im Kampf gegen den Drogenanbau und -handel, die Entschädigung der Opfer und die Entwaffnung und die Überwachung der Umsetzung des Abkommens. Außerdem vereinbarten beide Seiten eine spezielle Gerichtsbarkeit zur Aufarbeitung der Verbrechen im Konflikt. Für politische Straftaten wie Rebellion wird eine weitreichende Amnestie gewährt. Wer an schweren Verbrechen gegen die Menschlichkeit wie Mord, Folter und Vergewaltigung beteiligt war, muss mit einer Freiheitsstrafe von höchstens fünf bis acht Jahren rechnen.

Am 2. Oktober müssen die Kolumbianer über das Friedensabkommen in einer Volksabstimmung abstimmen. Zuvor soll die Zehnte Guerillakonferenz der FARC-EP stattfinden. Darin werden ebenfalls die Punkte des Abkommens sozialisiert. Ivan Márquez sagte: „Wir können verkünden, dass der Kampf der Waffen endet und der Kampf der Ideen beginnt.“ Die mehr als 7500 Kämpfer und Kämpferinnen der FARC-EP sollen sich in einem bestimmten Zeitrahmen Konzentrierungszonen und -punkten sammeln und ihre Waffen innerhalb eines halben Jahres niederlegen. Dies geschieht unter Aufsicht der Vereinten Nationen.

Für die Zeit nach dem Konflikt soll die FARC-EP in eine politische Partei umgewandelt werden. Hierfür wird die Zehnte Guerillakonferenz eine wichtige Rolle spielen. Im kolumbianischen Kongress sollen der FARC-EP zunächst zehn Sitze zugebilligt werden. Ab 2018 dürfe die Partei an den Wahlen teilnahmen. Außerdem sieht das Abkommen vor, dass den Kämpfern und Kämpferinnen wirtschaftliche, gesundheitliche und psychologische Unterstützung gewährt wird. Eine Landreform soll der verarmten Landbevölkerung zu Ackerland und staatlicher Unterstützung verhelfen. Hierfür wird es spezielle Friedensgebiete (Terrepaz) geben.

„Wir haben die schönste aller Schlachten gewonnen, den Frieden“, sagte Iván Márquez, Verhandlungsführer der FARC-EP. „Wir können verkünden, dass der Kampf der Waffen endet und der Kampf der Ideen beginnt. Wir haben die schönste der Kämpfe abgeschlossen, die Grundlage für Frieden und Geselligkeit gelegt.“ Und weiter: „Wir werden heute den Kolumbianern die transformierende Kraft liefern, die wir seit mehr als einem halben Jahrhundert der Rebellion aufgebaut haben, um die Gesellschaft der Zukunft zu errichten, unser gemeinsamer Traum als Schrein für die Demokratie, Souveränität und Respekt für alle.“ Aber er sagte auch, „dass wir Frieden haben, wenn die Vereinbarungen eingehalten werden.“

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Gemeinsame Erklärung #92 – Weitere Diskussionen

nr. 92

Havanna, Kuba, 22. August 2016

Die Delegationen der nationalen Regierung und der FARC-EP informieren, dass wir Fortschritte im Prozess zu einem Abkommen gemacht haben, aber es gibt noch zu erörternde Fragen. Wir werden ohne Unterbrechung weiterarbeiten. Wenn wir das endgültige Abkommen erreicht haben, wird das Land informiert werden.

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Bekräftigung nach Amnestie vor Konzentrierung und Entwaffnung

In einem Interview mit Pazífico Noticias sprach Marcos Calarcá, Delegierter der FARC-EP in den Friedensgesprächen, über die Fortschritte im Friedensprozess mit der nationalen Regierung. Er erklärte ausführlich, warum die aufständische Organisation nicht in die transitorischen ländlichen Normalisierungszonen und transitorischen Normalisierungspunkte gehen werden, wenn vorher ein Gesetz der Amnestie und Begnadigung nicht geklärt wird.

Der Guerillaanführer sagte, dass das bilaterale und endgültige Waffenstillstandsabkommen nicht nur dazu dient, dass die Streitkräfte die sich konzentrierenden Rebellen schützen.

Ebenso erkläre Marcos Calarcá wie der Weg und Zugang der Guerilleros und Milizionäre in diese Zonen und Lager sein würde.

Trotz der Fortschritte im Friedensprozess, fehlen wichtige Punkte, um einen Erfolg erzielen zu können.

Insbesondere, sagte er der Guerilla-Führer, muss man sehen, wie die Vereinbarungen von Havanna umgesetzt werden.

Marcos Calarcá kehre nach Kuba zurück um sich erneut an den Verhandlungstisch zu begeben, wo weiter daran gearbeitet wird, so sagte er, damit dieser Versuch, den Krieg in Kolumbien zu beenden, ein Erfolg sein wird.

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Besuche für Erkundung der Zonen und Lager beendet

Der Prozess der Begutachtung und Verifizierung der transitorischen ländlichen Normalisierungszonen  und transitorischen Normalisierungspunkte, in denen die Kämpferinnen und Kämpfer der FARC-EP konzentriert werden und sie ihre Waffen niederlegen, wurde nun am Wochenende beendet. Dies erklärten die aufständische Bewegung und die kolumbianische Regierung in der gemeinsamen Erklärung Nummer 91. Der Fahrplan für einen Friedensschluss sieht vor, dass in einer Guerilla-Konferenz die FARC-EP den Weg für das endgültige Abkommen weist. Anschließend soll in einer Volksbefragung der Weg geebnet werden. Nach einer endgültigen Unterzeichnung sollen sich die Kämpferinnen und Kämpfer auf festgelegten Wegen in den Zonen und Lagern einfinden und innerhalb von 180 Tagen ihre Waffen niederlegen.

In den Besuchen wurden 22 der 23 transitorischen ländlichen Normalisierungszonen  und die 8 transitorischen Normalisierungspunkte (Lager) besucht. Mehr als 150 Personen zählten zu der Arbeitsgruppe, die auch aus 33 Personen der FARC-EP bestand. In sechs Tagen sammelten die Beteiligten, darunter auch ein Ingenieure, Kartographen und Vermesser, mit Unterstützung der Satellitentechnik, mehr als 800 Bilder und Luftbilder sowie andere notwendige Informationen für die Entscheidungsfindung am Verhandlungstisch in Havanna. In den nächsten Tagen sind weitere Informationen zum Prozess des bilateralen Waffenstillstandes und zur Niederlegung der Waffen geben.

Folgende Orte wurden dabei besucht:
-Antioquia: Vereda Llano Grande, Dabeiba,  Vereda Santa Lucia, Ituango, Vereda Vegaes, Vigía del Fuerte y Vereda El Carrizal, Remedios

-Arauca: Veredas Bocas del Ele y  Filipinas, Arauquita

-Cauca: Vereda Robles, Buenos Aires y Vereda La Cominera, Corinto

-Caquetá: Vereda Las Marimbas, Cartagena del Chairá, Vereda El Carmen, La Montañita y  Vereda Miravalle, San Vicente del Caguán

-Chocó: Vereda Florida, Riosucio

-Cesar: Vereda Los Encantos, La Paz

-Córdoba: Vereda Gallo, Tierra Alta

-Guaviare: Veredas Puerto Cachicamo  y Charras en San José del Guaviare, La Unilla, El Retorno y Tierra Negra, Calamar

-Guajira: Vereda Pondores, Fonseca

-Meta: Vereda Buenavista, Mesetas, Vereda La Cooperativa, Vista Hermosa,  Vereda La Y, Macarena  y Vereda La Horqueta, Mapiripán

-Nariño: Vereda La Playa, Tumaco y Vereda Betania, Policarpa

-Norte de Santander: Vereda Caño Indio, Tibú

-Putumayo: Vereda Campo Alegre, Puerto Asís

-Tolima: Vereda San Miguel, Planadas  y Vereda Las Colonias, Villarica

-Vichada: Vereda  Chupave, Cumaribo

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An Fidel zum 90. Geburtstag

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Am gestrigen 13. August gratulierte das Sekretariat des Zentralen Generalstabs der FARC-EP an den 90. Geburtstag von Fidel Castro.

„Die kubanische Verfassung von 1976 legte in ihrer Präambel den Traum von José Martí fest: „Ich möchte dass das erste Gesetz unserer Republik die Ehre der Kubaner auf die volle Würde des Menschen zu sein ist.“ Der frühe Tod des Apostels in Dos Ríos hinderte ihn daran, zu sehen, wie sein Traum verwirklicht wurde, aber es konnte ihm nicht verwehrt werden, dass seine Idee von dem anderen großen Mann aus Kuba aufgenommen wurde, Fidel, den die Natur, die Geschichte und der Kampf ihm die Ehre verliehen diesen schönen Traum in seiner Heimat Realität werden zu lassen.“

„Heute an seinem neunzigsten Geburtstag erinnern wir uns an die herzlichen Worte des Comandante, während der Zeremonie ausgesprochen, in dem Kuba an Ernesto Guevara de la Serna erinnerte, nachdem die Nachricht von seiner Ermordung bekannt wurde. Mit seinen Worten, und mit dem gleichen Vertrauen, erklären wir, dass, wenn sie uns für das Modell des neuen Menschen, das Paradigma eines revolutionären und universellen Staatsmann fragen würden, wir ohne zu zögern Fidel antworten würden, immer Fidel.“

In ihrem Kommuniqué erinnern die FARC-EP daran, „ dass der US-Imperialismus, mit all seiner Macht und Arroganz, die größten Tyrannen, die diese Welt in den vergangenen sechs Jahrzehnten geplagt haben, die grausamste aller Mafias, die Bestie des Kapitals und Großgrundbesitzes der fünf Kontinente“ nichts gegen ihn tun konnte. Auf der anderen Seite wurde Fidel verehrt und respektierten ihn die Völker der Welt die Solidarität, der Menschen aus Asien, Afrika, Amerika und unser sogar aus dem gleichen oben erwähnten Imperium der USA.

„Die Geschichte sagt es, dass Bolivar auf dem Rücken des Pferdes in den Anden in den Horizont lugte, während er über die Ankunft mit seiner Befreiungsarmee nach Brasilien, Kuba und Florida träumte und ihnen die Flamme der Unabhängigkeit und Gerechtigkeit zu bringen. Diese mythische Figur diente Fidel in seinen Traum vom Tragen der gleichen Flagge mit dem Namen der Revolution und des Sozialismus bis zur Südspitze von Lateinamerika und sogar über den Atlantik, bis in das unterworfene und unterdrückte Schwarzafrika.“

Aus diesem Grund, so das Kommuniqué der FARC-EP, wird heute in Kuba gefeiert und gibt es Gratulationen von den entlegensten Orten auf dem Planeten. Fidel ist neunzig Jahre alt und deshalb gratulieren auch die FARC-EP mit einem proletarischen, revolutionären und bolivarischen Gruß.

„Die FARC-EP, aufständisch in Kolumbien gegen ein antidemokratisches und gewalttätiges Regime, sind in Havanna in den Gesprächen mit der Regierung unseres Landes, mit Blick auf das Erreichen des Endes des Konflikts und den daraus entstandenen Ursachen. Es erübrigt sich an die Rolle der historischen Führung der kubanischen Revolution zu erinnern und welche sie in dieser Suche nach einer politischen und zivilisierten Lösung spielt. An Fidel bieten wir Frieden in unserem Land als das beste Geburtstagsgeschenk. Vielen Dank für dein Leben, Comandante.“

Kommuniqué auf Spanisch und auf Englisch

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