Guerilla kämpft und wird bekämpft

Zwei Polizeihauptkommissare wurden am Wochenende im Gebiet der ländlichen Gemeinde Ataco in der Provinz Tolima von der Guerilla FARC-EP getötet. Sie führten Verkehrskontrollen auf einer Straße durch, als ihnen zwei Kämpfer der Front Gerónimo Galeano des Zentralblocks des Zentralen Generalstabs der FARC-EP, unter dem Oberkommando von Iván Mordisco stehend, eine Falle stellten. Sie näherten sich der Verkehrskontrolle der Polizei, flüchteten, worauf die Polizisten die Verfolgung aufnahmen und schließlich in einen Hinterhalt gelockt wurden. Zuvor hatten die staatlichen Behörden bereits vor einer Zunahme der Aktivitäten der Guerilla gewarnt. Auch in den Gemeinden Planadas und Chaparral, seit Jahrzehnten Hochburgen der Guerilla, könne es Angriffe von der Guerilla geben.

Unterdessen wurde der Kommandant der 39. Front Arcesio Niño, die zum Amazonasblock Manuel Marulanda Vélez unter dem Oberkommando von Mordisco gehört, bei einer gemeinsamen Operation der staatlichen Streitkräfte mit Unterstützung des militärischen Nachrichtendienstes, der Nationalpolizei und in Zusammenarbeit mit der Luftwaffe getötet. Der Einsatz fand in einem ländlichen Gebiet der Gemeinde Cumaribo in der Provinz Vichada statt. Neben dem Tod von Carlos Sánchez Meza, alias Efrén oder Audiver, wurden zwei weitere Mitglieder der Guerilla festgenommen und Material sowie Waffen beschlagnahmt.

Veröffentlicht unter General | Kommentare deaktiviert für Guerilla kämpft und wird bekämpft

Politische Debatte um politischen Status der Guerilla

Der Rücktritt von Justizminister Jorge Iván Cuervo kurz vor dem Regierungswechsel hat die Kritik am umfassenden Friedensprozess der Regierung Gustavo Petro erneut verstärkt. Cuervo erklärte, die Entscheidung, den sogenannten FARC-Dissidenten, einen politischen Status für Verhandlungen zu gewähren, sei ein Fehler gewesen und habe das Friedensabkommen von 2016 geschwächt. Als Dissidenten werden die Organisationen benannt, die das Friedensabkommen der FARC-EP nicht unterschrieben haben oder sich in der Folge aus der Nichteinhaltung des Friedensabkommens neu strukturierten benannt. In der Politik des totalen Friedens unter Petro gab es zahlreiche Versuche von neuen Verhandlungen mit Guerillagruppen, wie der FARC-EP mit dem Zentralstab der Blöcke und Fronten unter dem Oberkommando von Calarcá, dem Zweiten Marquetalia unter dem Oberkommando von Iván Márquez oder auch der Nationalkoordination Bolivarische Armee unter dem Oberkommando von Walter Mendoza.

Cuervo warnte, die Anerkennung eines politischen Status habe einen falschen Anreiz geschaffen: Gruppen könnten verhandeln, Vorteile erhalten und sich anschließend erneut bewaffnen. Zudem seien Waffenstillstände vereinbart worden, ohne klare Bedingungen wie den Stopp von Expansion, Rekrutierung oder Angriffen auf die Zivilbevölkerung durchzusetzen. Und er fügte einen entscheidenden Punkt hinzu, der heute einer der schärfsten Kritikpunkte am umfassenden Friedensabkommen ist: Diesen Gruppen einen politischen Status zu gewähren, bedeutete, ihnen ein großes Zugeständnis im Gegenzug für nichts zu machen. Wir als Solidaritätsportal halten diese Argumentation jedoch für falsch. Faktisch agiert die Guerilla in ihren gebieten wie ein Staat mit allen Mechanismen, um ein soziales, politisches und wirtschaftliches Leben zu organisieren.

Selbstverständlich geht es hierbei auch um illegale Wirtschaft, wie Revolutionssteuern oder den Anbau von illegalen Pflanzen. Auch werden Personen für die Mitarbeit in der Guerilla angeworben, teilweise auch Minderjährige. Doch was nicht vergessen werden darf, die Guerilla wird per se illegalisiert und eine illegale Organisation kann sich auch nur illegale Methoden bedienen und keine legale politische Partei sein oder auch kein legales Wirtschaften durchführen. Nach ihrem Status dürfen auch unter 18jährige Personen in der Guerilla aktiv sein. Fakt ist, die Guerilla versucht den Alltag der Bevölkerung mit Politik, Zusammenleben, Wirtschaft und Justiz in ihren Gebieten zu organisieren, dort wo der Staat seit Jahrzehnten nicht präsent war und dort wo die Guerilla den Staat, häufig in Zusammenkunft mit der Bevölkerung, ersetzt.

Nach Angaben des Institutes FIP hatten aufständische Organisationen Ende 2025 mehr als 27.000 Mitglieder. Die Guerillaorganisationen Zentraler Generalstab und Generalstab der Blöcke und Fronten, ehemals vereint und im Zuge von Friedensverhandlungen dividiert, wuchsen um 23 % auf rund 4.019 Kämpfer, während Angriffe auf Sicherheitskräfte deutlich zunahmen. Studien der Universidad de los Andes zeigen, dass Waffenstillstände teilweise zur Ausweitung territorialer Kontrolle durch bewaffnete Gruppen beitrugen. Dies ist jedoch unserer Auffassung nicht nur auf Zwangsrekrutierung zurückzuführen, sondern durchaus auch auf die Anerkennung der Guerilla als politisch-militärische Macht in den ländlichen Gebieten. Häufig wird ein politisches Vakuum durch das fehlen des Staates als Instanz eben durch die Guerilla ersetzt.

Forscher unterscheiden zwischen politischen Verhandlungen mit ursprünglichen Guerillagruppen wie der alten FARC-EP oder ELN und der Unterwerfung unter die Justiz bei den sogenannten Dissidenten. Letzteres Modell bietet weniger politischen Spielraum, verlangt aber die Aufgabe der Waffen und eine strafrechtliche Verantwortung. Der Staatsrat schuf mit seiner Entscheidung einen wichtigen Präzedenzfall: Maßnahmen der Regierung zur Friedenspolitik können künftig juristisch überprüft werden. Dies könnte die Verhandlungen mit bewaffneten Organisationen erschweren, insbesondere nachdem mehrere Prozesse mit den sogenannten Dissidenten ins Stocken geraten sind. Trotzdem gab es bereits Erfolge, wie es bei der Entwaffnung und Konzentrierung der Nationalkoordination Bolivarische Armee war.

Doch obwohl die Regierung Petro einige Gesprächskanäle aufgebaut hatte, gibt es bei den meisten der sieben laufenden Verhandlungen kaum Fortschritte. Einige Übergangsprozesse mit Splittergruppen scheiterten zudem an fehlenden rechtlichen Rahmenbedingungen. Die scheidende Regierung wollte die Politik des umfassenden Friedens weiterführen, während die kommende Regierung angekündigt hat, diese Themen nur innerhalb offizieller Ausschüsse zu behandeln. Überhaupt ist es fraglich, ob die neue rechte Regierung ein Interesse an einer Politik des Friedens hat. Eher scheint es so, als könne sich der bewaffnete Konflikt verschärfen. Wir plädieren jedenfalls dafür, den bewaffneten Konflikt ganzheitlich zu betrachten und nicht nur auf bestimmte Punkte zu reduzieren, wie es in den Medien und öffentlichen Darstellung häufig geschieht. Einige aufständische Organisationen erfüllen mit ihrer Struktur, ihren Zielen und ihrem Auftreten durchaus den politischen Status, auch wenn dies in der Öffentlichkeit nicht gern gesehen ist.

Veröffentlicht unter General | Kommentare deaktiviert für Politische Debatte um politischen Status der Guerilla

Polizisten in Cauca vermisst

Seit dem Sonntag werden vier Polizisten in der Region El Tambo, Provinz Cauca, vermisst. Sie waren bei der Suche nach einer Drohne in der Gegend des Hügels Santa Ana verschwunden. Der Cerro Santa Ana besitzt eine Überwachungsbasis der staatlichen Sicherheitskräfte und war in den zurückliegenden Jahrzehnten immer wieder Angriffen der Guerilla ausgesetzt. In dem aktuellen Fall gab es zwar keine direkten Angriffe auf die Basis, jedoch in den zurückliegenden Tagen diverse Kämpfe zwischen staatlichen Sicherheitskräften und der Guerilla FARC-EP, die hier eine starke Präsenz hat.

Ersten Berichten zufolge teilten die vier Polizisten ihren Vorgesetzten mit, dass sie sich zum oberen Teil des Hügels begeben würden, um eine Drohne aufzuspüren, die angeblich von Mitgliedern der FARC-EP für einen Angriff genutzt werden sollte. Nach vorläufigen Informationen soll das unbemannte Fluggerät aufgrund starker Winde auf dem Berg abgestürzt sein. Nach dem Aufbruch in dieses Gebiet verloren die Polizisten den Kontakt zur Zentrale, woraufhin sofort eine spezielle Suchaktion eingeleitet wurde. Eine Gruppe aus Einheiten der Dritten Division der kolumbianischen Armee und der Polizei führt an verschiedenen Stellen in dem Gebiet Suchmaßnahmen durch, um festzustellen, was mit den Polizisten geschehen war. Es bestand sofort die Angst nach einer Gefangenenahme durch die Guerilla.

Nach mehreren Stunden der Suche haben die Behörden noch keine Hinweise auf den Verbleib der vier Polizisten gefunden. Die größte Sorge gilt der Präsenz der Front Carlos Patiño, aber auch der Front Jaime Martínez, die beide zum Westblock Kommandant Jacobo Arenas der FARC-EP unter dem Oberkommando von Iván Mordisco stehen. Zuletzt gab es, wie bereits geschildert, Kämpfe der Armee und Polizei gegen die Guerilla, wobei auch mindestens sechs Menschen aus der Zivilbevölkerung verletzt worden sind. Die Ombudsstelle erinnerte daran, dass die Zivilbevölkerung, gemäß dem humanitären Völkerrecht und der kolumbianischen Verfassung einen verstärkten Schutz genießt.

Dabei vergisst die Ombudsstelle jedoch, dass die Operationen der staatlichen Sicherheitskräfte seit vielen Tagen anhalten und die Zivilbevölkerung häufig starken Zwangsmaßnahmen der Armee und Polizei ausgesetzt sind. Dabei steht die lokale Bevölkerung unter dem Generalverdacht, gemeinsame Sache mit der Guerilla zu machen. Nicht selten gibt es willkürliche Festnahmen und Beschränkungen, so dass es häufig zu Protesten gegen die staatlichen Sicherheitskräfte kommt. Im Ort Huisitó, im Tal des Flusses Micay, gibt es Videos der Front Carlos Patiño, wie sie die Angriffe des Militärs abwehrt. Zuvor gab es Proteste der Bevölkerung gegen eine Militäroperation, die hier als eine Besatzungsarmee wahrgenommen wird.

Veröffentlicht unter General | Kommentare deaktiviert für Polizisten in Cauca vermisst

Front Ismael Ruíz gewinnt an Stärke

Im zentralen kolumbianischen Süden scheint die FARC-EP unter Iván Mordisco weiter Fuß zu fassen. Die betrifft die westlichen Gemeinden in der Provinz Huila, wie die Ombudsstelle für Menschenrechte unter anderem mitteilte und deswegen eine Warnung der Risikostufe Hoch wegen der territorialen Ausbreitung und Stärkung der Guerilla FARC-EP FARC in den huilensischen Gemeinden Neiva, Aipe, Palermo, Santa María und Teruel herausgegeben hat.

So hat der Einfluss der Front Ismael Ruíz und ihrer mobilen Kompanie Julián González wesentlich zugenommen, die zum Zentralblock Isaías Pardo des Estado Mayor Central (EMC), also dem Zentralen Generalstab, gehören und unter dem Kommando von Néstor Gregorio Vera Fernández, alias Iván Mordisco stehen. Vor allem in der angrenzenden Provinz Cauca ist der EMC mit des Westblock Kommandant Jacobo Arenas stark präsent.

Diese westlich gelegenen Gemeinden sind der Guerilla von strategischer Bedeutung. Sie dienen als Verbindungskorridor zwischen den Provinzen Huila, Tolima und Cauca sowie zwischen den Anden- und Amazonasregionen des kolumbianischen Territoriums. Die Festigung der Kontrolle durch die Guerilla in diesen Gebieten ist auf die Notwendigkeit zurückzuführen, die Übergänge zwischen den Provinzen Huila und Tolima über die Zentralkordillere sowie die Verbindung in Richtung Cauca zu kontrollieren. Dort ist die aufständische Organisation mit dem Zentralblock Isaías Pardo bereits dauerhaft präsent.

Die politisch-miltärische Arbeit der Front Ismael Ruíz und ihrer mobilen Kompanie Julián González besteht vor allem aus Propaganda im öffentlichen Raum und über soziale Netzwerke, dem Einfordern von Revolutionssteuern sowie der Auferlegung von Regeln und Verantwortlichkeiten, die den kommunalen Führungspersonen zur Weitergabe und Durchsetzung übertragen werden. Zudem wird ein eigenes justizielles System etabliert.

Veröffentlicht unter General | Kommentare deaktiviert für Front Ismael Ruíz gewinnt an Stärke

Historischer Pakt in der Opposition

Vor der Amtseinführung des neuen Kongresses gab das linke Bündnis Historischer Pakt (Pacto Histórico) offiziell bekannt, dass sie sich als Oppositionspartei gegen die künftige Regierung des gewählten rechten Präsidenten Abelardo De La Espriella positioniert. In einer öffentlichen Erklärung bekräftigte die Partei ihre Oppositionsrolle und betonte, dass die wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit der Gesetzgebungstätigkeit „einheitlich, demokratisch, transparent und öffentlich“ geregelt werden sollen, darunter auch die Wahl der Präsidien am kommenden Montag.

„Vom Kongress der Republik aus werden wir eine demokratische, entschlossene, verantwortungsbewusste und alternative Opposition ausüben, mit der Initiative, eine strenge Kontrolle der Regierung auszuüben, Vorschläge einzubringen und zum Aufbau der Mehrheiten beizutragen, die Kolumbien benötigt, um ein demokratisches Transformationsprojekt zu verwirklichen“, teilte die Partei mit. Sie versicherten, dass sie mit „Einheit, Transparenz und Kohärenz“ handeln und „das progressive Erbe von Präsident Gustavo Petro, seine politischen Rechte und Garantien sowie die während seiner Regierungszeit vorangetriebenen sozialen Reformen verteidigen“ würden.

Sie betonten, dass sie „an der Seite des Volkes“ stehen werden, um „die Rechte auf Teilhabe, Organisation, Mobilisierung und sozialen Protest“ zu verteidigen – ein Thema, das sie seit Bekanntgabe der offiziellen Wahlergebnisse in den Vordergrund gestellt haben, um das Volk auf die Straße zu rufen. „Unser Handeln wird stets öffentlich, kollektiv und am allgemeinen Interesse, am Mandat des Volkes und an der Festigung des Historischen Paktes als wichtigste Regierungsalternative für Kolumbien ausgerichtet sein“, betonten sie. Der Historische Pakt gilt als Interessensvertretung für einen Frieden mit den bestehenden Guerillaorganisationen und steht in der Umsetzung des Friedenspaktes mit der FARC-EP von 2016.

Veröffentlicht unter General | Kommentare deaktiviert für Historischer Pakt in der Opposition

Schwere Krise im Süden Caucas

Der Süden der Provinz Cauca wurde am Dienstag erneut Schauplatz einer schweren humanitären Krise. Bewohner mehrerer Dörfer im Micay-Canyon in der Gemeinde Argelia berichteten, dass Angehörige der Nationalarmee auf eine Gruppe von Zivilisten geschossen hätten. Diese hatten sich den Truppen friedlich genähert, um deren Abzug aus dem Gebiet El Filo zu fordern – einer Zone, in der die militärische Präsenz zu Auseinandersetzungen mit der Guerilla der FARC-EP und anderen bewaffneten Gruppen geführt hat und dadurch das Leben der Einwohner gefährdet.

Bei dem Vorfall wurden mehrere Personen verletzt, und vier Zivilisten befinden sich in der Gewalt der staatlichen Sicherheitskräfte. Ein von den Bewohnern selbst aufgenommenes Video zeigt den Moment, in dem einer der Zivilisten, der den Soldaten den Rücken zugewandt hatte, von einer Kugel getroffen wurde. Die Aufnahmen verbreiteten sich rasch in den sozialen Netzwerken und werden bereits von Menschenrechtsorganisationen im Rahmen ihrer Untersuchungen des Vorfalls ausgewertet. Bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts waren keine Todesopfer bestätigt, die Lage wird jedoch weiterhin beobachtet.

Der Micay-Canyon zählt zu den Regionen mit den schwerwiegendsten humanitären Problemen im Süden Kolumbies. Die dort lebenden bäuerlichen Gemeinschaften beklagen seit Jahren, zwischen die Fronten der bewaffneten Konfliktparteien zu geraten. Ihnen fehlen Sicherheitsgarantien, Bewegungsfreiheit sowie ein rechtzeitiger Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und humanitärer Hilfe. Der Vorfall vom 16. Juli verdeutlicht die anhaltenden Spannungen, unter denen diese Gemeinschaften leben, sowie die Fragilität jeglicher Dialogversuche in einem Gebiet, in dem der Krieg weiterhin den Alltag bestimmt. Präsent ist hier vor allem die Front Carlos Patiño des Westblocks der FARC-EP, wobei mit der Operation Perseo der Armee immer wieder auch Angriffe und Einschränkungen für die Zivilbevölkerung verbunden sind, anstatt das eigentliche Ziel zu treffen.

Aus der Region wurden zuletzt Kämpfe verschiedener bewaffneter Akteure gemeldet. Neben der Front Carlos Patiño des Westblocks der FARC-EP unter dem Oberkommando von Iván Mordisco sind hier auch noch die ELN und das Zweite Marquetalia aktiv. Kämpfe gab es neben dem Micay-Canyon auch aus dem Macizo Colombiano, eine bedeutende Region in den Anden im Südwesten Kolumbiens. Es erstreckt sich über die Departements Cauca, Huila und Nariño. Hier teilt sich das Andengebirge in die drei großen Kordilleren Kolumbiens und es entspringen einige der wichtigsten Flüsse Landes. Seit zwei Jahren versucht hier die Front Andrés Patiño des Westblocks der FARC-EP die Dominanz der ELN zu brechen. Zuletzt gab es wieder starke Kämpfe und auch selektive Morde.

Veröffentlicht unter General | Kommentare deaktiviert für Schwere Krise im Süden Caucas

Partei Comunes akzeptiert rechten Präsidenten

Von der linksalternativen Partei Comunes, die nach dem Friedensabkommen im Jahr 2016 mit der aufgelösten FARC-EP hervorgegangen ist, ist kaum noch etwas zu vernehmen. Nach den mickrigen Wahlergebnissen verschwand sie fast völlig, soziale Medien oder Webseite werden kaum noch bedient und die Finanzierung und politische Legitimität ist nach den juristisch festgeschriebenen und nun beendeten zwei Wahlperioden fast erloschen. Ende Juni erkannte Comunes die Wahl von Abelardo de la Espriella zum Präsidenten Kolumbiens an und legte eine politische Linie fest, die den Respekt vor dem Wählerwillen mit einer grundlegenden Mahnung verbindet: Die Umsetzung der 2016 getroffenen Vereinbarungen hängt nicht von der neuen Regierung ab, sondern ist eine Verpflichtung des Staates.

In ihrer politischen Erklärung erklärte die Partei, die Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen „eröffneten einen neuen politischen Moment für das Land“, und bekräftigte, sie werde ihr Handeln „aus politischer Eigenständigkeit heraus“ fortsetzen und sich weiterhin für den Aufbau eines „gerechteren, demokratischeren und friedlicheren“ Kolumbiens einsetzen. Zudem nannte die Partei eine konkrete Zahl, um die Kosten des Wiedereingliederungsprozesses zu verdeutlichen: Die Friedensunterzeichner hätten ihre Verpflichtungen erfüllt, indem sie die Waffen niedergelegt, in das institutionelle Leben zurückgekehrt und sich am demokratischen Prozess beteiligt hätten – „trotz mehr als 480 Ermordeten“.

Comunes erklärte, die Regierung des gewählten Präsidenten vertrete „eine andere politische Vision“ als die eigene, betonte jedoch, diese aus ihrer friedenspolitischen Überzeugung heraus zu respektieren. Vor diesem Hintergrund bezeichnete die Partei den Dialog, die Verteidigung der staatlichen Institutionen und die Umsetzung des Friedensabkommens als die zentralen Pfeiler ihrer Haltung gegenüber der neuen politischen Phase. Die Erklärung verbindet die Anerkennung des Wahlergebnisses mit institutionellen Forderungen. „Als politische Partei Comunes erkennen wir diesen Bürgerauftrag an“, erklärte die Organisation, bevor sie ihre Bereitschaft bekräftigte, sich aus ihrer politischen Eigenständigkeit heraus weiterhin am öffentlichen Leben zu beteiligen.

Comunes verdeutlicht in ihrer Erklärung, dass die umfassende Umsetzung des Abkommens Teil des Fahrplans zur Festigung der nationalen Versöhnung, zur Stärkung der Demokratie, zur Gewährleistung von Rechten und zur Überwindung der Gewaltspiralen sei. In diesem Zusammenhang betonte die Partei, das Abkommen sei Bestandteil des verfassungsrechtlichen Rahmens, der das staatliche Handeln leite, und die Einhaltung der Verfassung bedeute zugleich die vollständige Umsetzung der getroffenen Vereinbarungen. Die Partei kritisierte ausdrücklich die Meinungsmache in den Medien: „Die Versuche, diejenigen, die das Abkommen eingehalten haben, mit jenen gleichzusetzen, die unter dem Namen und den Symbolen der aufgelösten FARC-EP weiterhin Gewalt ausüben“. Ihrer Auffassung nach verfälschen solche Botschaften die Wahrheit, untergraben die Legitimität des Wiedereingliederungsprozesses und fördern Übergriffe auf ehemalige Kämpfer.

Abschließend definierte die Erklärung die Handlungsfelder, auf die sich die Organisation in dieser neuen Phase konzentrieren will. Ihre politische Initiative werde sich weiterhin auf: die Begleitung der Umsetzung des Friedensabkommens, die Gewährleistung von Schutz für dessen Unterzeichner, den Schutz gesellschaftlicher Führungspersönlichkeiten, die Rechte der Opfer sowie die Förderung einer Justiz für Frieden, Wiedergutmachung und die Garantie der Nichtwiederholung konzentrieren. Doch in den zurückliegenden Jahren hat Comunes selbst bei den ehemaligen Kämpfern und Friedensunterzeichnern an Glaubwürdigkeit verloren. Zu distanziert war die Partei von der Basis, die sich teil autonom in Vereinen und Organisationen neu strukturierte.

Veröffentlicht unter General | Kommentare deaktiviert für Partei Comunes akzeptiert rechten Präsidenten

Kämpfe und Festnahmen gegen Guerilla

Schwer getroffen bei einer Operation der staatlichen Sicherheitskräfte wurde die Front Hernando González Acosta aus den Zentralblock Isaías Pardo des Zentralen Generalstabs. Diese Front übt vor allem ihre politisch-militärische Kontrolle im Westen der Provinz Huila aus und konnte dort die Dominanz ausweiten. Bewohner der Ortschaft Los Pinos in der ländlichen Gemeinde La Plata im verbreiteten in den sozialen Medien Aufnahmen der heftigen Kämpfe zwischen der Armee und Guerillakämpfern dieser Front. Dabei wurde ein Unteroffizier schwer verletzt und sieben Mitglieder der aufständischen Organisation konnten festgenommen werden. Für eine etwas kleinere Front wie eben genannte ist dies schon ein schwerer Schlag.

Auch in der Gemeinde Suárez im Norden der Provinz Cauca kam es zu Kämpfen, wobei ein Zivilist schwer verletzt wurde, nachdem er in ein bewaffnetes Gefecht geraten war. Der Angriff richtete sich gegen eine Einsatzgruppe, die aus Soldaten der kolumbianischen Armee, Staatsanwälten der Generalstaatsanwaltschaft sowie Ermittlern der Kriminalpolizei bestand. Die Einheit führte eine Operation zur Festnahme eines mutmaßlichen Guerillakämpfers der Front Jaime Martínez durch, auch dem Zentralen Generalstab der FARC-EP unter Iván Mordisco untergeordnet. Nach ersten Erkenntnissen wurde die Einsatzgruppe mit Gewehrfeuer aus den höher gelegenen Bereichen des Ortes angegriffen, als sie sich dem Ort näherte, an dem sich nach Ermittlungen der Nachrichtendienste das mutmaßliche Mitglied der aufständischen Organisation aufhalten sollte.

Veröffentlicht unter General | Kommentare deaktiviert für Kämpfe und Festnahmen gegen Guerilla

Bericht zu aufständischen Organisationen

Die Stiftung CORE (Conflict Responses) aus Kolumbien hat jüngst eine Studie zur Situation der aufständischen Organisationen in der Zeit der Präsidentschaft von Gustavo Petro und nun mit dem Beginn der neuen Präsidentschaft von Abelardo de la Espriella herausgebracht. Das Land steht demzufolge vor großen Herausforderungen, da ein Teil der aufständischen Organisationen aus der alten FARC-EP heraus in den letzten Jahren gewachsen und die Macht konsolidiert hat. Wir geben einen Überblick über die derzeitige Situation der aufständischen Bewegungen, die sich in einer mehr oder weniger starken Linie aus der alten FARC-EP heraus gespeist haben.

Zentraler Generalstab (EMC)

Der EMC unter dem Kommando von Iván Mordisco tritt laut dem Bericht von CORE mit 4.176 Mitgliedern und Präsenz in 131 Gemeinden in die Regierung von De la Espriella ein. Den Forschern zufolge hat sich die Gruppe während der Regierung Petro in mehreren Teilen des Landes gestärkt, insbesondere in den Regionen Amazonas, Huila, Tolima und Valle del Cauca. Während der Regierung von Iván Duque konzentrierte sich ihre Expansion vor allem auf Guaviare, Vaupés, Arauca, Cauca und Nariño – Gebiete, in denen sie bis heute erheblichen Einfluss ausübt.

Dem Bericht zufolge zeigt sich dies darin, dass der EMC seine Mitgliederzahl, seinen Einflussbereich in den Gemeinden, seine wirtschaftliche Stärke und seine Herrschaftsstrukturen ausgebaut hat. Einer der Faktoren, die zu diesem Wachstum beitrugen, war der Verhandlungsprozess mit der Regierung zwischen September 2022 und April 2024. Während dieses Zeitraums, in dem eine bilaterale Waffenruhe galt, gelang es der Gruppe, ihre Herrschaftsstrukturen in verschiedenen Teilen des Landes – etwa in Cauca, Nariño und Guaviare – zu festigen und ihre Mitgliederzahl zu erhöhen.

CORE führt die Expansion außerdem auf die von ihr kontrollierten kriminellen Wirtschaftszweige, die Verlegung von Kämpfern zwischen ihren Einflussgebieten sowie darauf zurück, dass sie in vielen ihrer Einflusszonen über lange Zeit keine größeren Konflikte mit anderen bewaffneten Gruppen hatte. Dies galt unter anderem für Guaviare, das Gebiet am Río Naya zwischen Valle del Cauca und Cauca, Huila und den Süden von Tolima. In Guaviare – einer der wichtigsten Hochburgen Mordiscos – hat sich der EMC in den vergangenen zwei Jahren jedoch aufgrund der Auseinandersetzungen mit dem Generalstab der Blöcke und Fronten (EMBF) unter dem Kommando von Calarcá Córdoba sowie mit den staatlichen Sicherheitskräften geschwächt.

Der EMBF unter Calarcá entstand aus einer internen Spaltung des EMC, die laut Bericht im Jahr 2024 zu einer organisatorischen Schwächung führte. Der Bruch erfolgte, als die von Calarcá geführten Strukturen mit Mordisco brachen, weil sie unterschiedlicher Auffassung darüber waren, ob der Friedensprozess nach der Entscheidung von Präsident Petro, die Waffenruhe aufzuheben, fortgesetzt oder beendet werden sollte. Seitdem ist der EMC nicht mehr Teil der Politik des Totalen Friedens, und sein oberster Kommandeur gilt als vorrangiges Ziel militärischer Operationen.

Generalstab der Blöcke und Fronten (EMBF)

Der Generalstab der Blöcke und Fronten (EMBF), der mit der Regierung Petro Friedensgespräche führt, umfasst 2.837 Mitglieder und ist in 104 Gemeinden präsent. Neben Calarcá Córdoba zählen Danilo Alvizú, Jhon Mechas und Andrey Avendaño zu den wichtigsten Kommandeuren der bewaffneten Gruppe. Dem CORE-Bericht zufolge ist der EMBF vor allem im Amazonasgebiet, in den Llanos Orientales (östliche Ebenen) sowie in Antioquia aktiv, wo die Gruppe in jüngster Zeit mehrere militärische Aktionen verübt hat.

Obwohl seine Entstehung auf die interne Spaltung des früheren Zentralen Generalstab (EMC) zurückgeht, stellt der Bericht fest, dass der EMBF während der Regierung Petro vielleicht das deutlichste Beispiel für eine Stärkung geworden sei – maßgeblich begünstigt durch den Verhandlungsprozess mit der Regierung. CORE weist darauf hin, dass die Organisation die bilaterale Waffenruhe nutzte, um ihre territorialen Gewinne auszuweiten und zu sichern, insbesondere in der Provinz Huila.

Der geringe militärische Druck des Staates hat die Konsolidierung ihrer territorialen Kontrolle vor allem im Amazonasgebiet und in den östlichen Ebenen erleichtert, was sie genutzt hat, um ihre Herrschaftsstrukturen weiter auszubauen. Zudem ermöglichte das Fehlen klar definierter roter Linien und spürbarer Konsequenzen für ihr Verhalten vor Ort, dass die Verhandlungsgespräche eher ihre Stärkungspläne begünstigten als sie einzudämmen, heißt es im Bericht.

CORE erinnert jedoch daran, dass einige ihrer Strukturen zuletzt Rückschläge erlitten haben. So hat beispielsweise die Frente 33 seit Januar 2025 aufgrund der bewaffneten Auseinandersetzungen in Catatumbo an Stärke verloren. Konsolidieren konnte sie ihren politisch-militärischen Einfluss hingegen in Provinzen wie Caquetá, seit jeher eine Hochburg der Guerilla.

Nationale Koordination der Bolivarischen Armee (CNEB)

Die (CNEB) unter dem Kommando von Walter Mendoza gehört zu den Verhandlungsparteien mit den größten Fortschritten im Friedensprozess. Am 18. Juni traten 99 ihrer Mitglieder in die Eingliederungszone in Valle del Guamuez (Provinz Putumayo) ein, wo sie ihren Übergang ins zivile Leben begannen. Trotz dieses Schrittes – eines der wenigen konkreten Ergebnisse von Petros Politik des Totalen Friedens – verfügt die Gruppe weiterhin über 2.045 bewaffnete Kämpfer (ursprünglich 2.144, abzüglich der 99 Mitglieder in der ZUT) und ist in 42 Gemeinden präsent. Laut CORE stammen ihre wichtigsten Finanzierungsquellen aus dem Drogenhandel, dem illegalen Bergbau und der Erpressung.

Diese illegale Organisation, die sich vom Zweiten Marquetalia abgespalten hat, besteht aus den Grenzkommandos mit Präsenz in Putumayo sowie der Guerillakoordination des Pazifiks in Nariño. Neben Mendoza zählen Allende und Araña zu ihren wichtigsten Kommandeuren. Dem Bericht zufolge erfolgte die militärische Stärkung der CNEB hauptsächlich während der Regierung Duque, als die Grenzkommandos ihre Präsenz auf Caquetá, Amazonas und sogar Huila ausweiteten. Während der Regierung Petro hat sie sich in geringerem Maße ausgedehnt – vor allem in Nariño, in Gemeinden wie Ricaurte, Andes Sotomayor, La Llanada, Samaniego und einigen weiteren Gemeinden – im Rahmen eines Bündnisses mit anderen bewaffneten teils paramilitärischen Gruppen, um dem EMC entgegenzutreten, heißt es im Bericht.

Im Rahmen der seit Juni 2024 geführten Gespräche mit der Regierung hat es keine formelle bilaterale Waffenruhe gegeben. Dennoch stellte CORE fest, dass die militärischen Operationen gegen die Gruppe in einigen ihrer Einflussgebiete zurückgegangen sind – teilweise bereits vor Beginn der Verhandlungen. Dies habe, so die Forscher, zur Festigung ihrer territorialen Präsenz beigetragen.

Zweites Marquetalia

Die von Iván Márquez geführte Organisation Zweites Marquetalia verfügt über 573 Mitglieder und ist in 21 Gemeinden präsent, hauptsächlich in Grenzgebieten zu Venezuela. Neben Márquez gehören Jhon 40 und Gerson González zu ihren wichtigsten Kommandeuren. Laut CORE hat sich die Organisation in den vergangenen Jahren nicht gestärkt. Obwohl sie versuchte, die Verhandlungen zu nutzen, um durch interne Treffen den Zusammenhalt ihrer drei Flügel zu stärken, blieben diese Bemühungen erfolglos und das interne Bündnis zerbrach, heißt es im Bericht.

Das Dokument stellt außerdem fest, dass ihre militärische Dynamik innerhalb Kolumbiens hauptsächlich von der Front Acacio Medina und der Kolonne Teófilo Forero getragen wurde; andere Einheiten sind verschwunden. Dies erklärt sich unter anderem dadurch, dass das Zweite Marquetalia ihre Präsenz und ihren Einfluss in Venezuela priorisiert hat, wo mehrere ihrer wichtigsten Kommandeure leben. Schon in den letzten Jahren gingen durch die Abspaltungen, durch den Tod verschiedener Kommandeure, aber auch durch das eigene Agieren der Einfluss merklich zurück.

Veröffentlicht unter General | Kommentare deaktiviert für Bericht zu aufständischen Organisationen

Video von Marlon als Kommandant aufgetaucht

Was von den staatlichen Sicherheitskräften als einer der wichtigsten Schläge gegen die Guerilla FARC-EP im Südwesten des Landes dargestellt worden war, gerät nun in Frage, nachdem ein Video aufgetaucht war, in dem der Kommandant des Westblocks Jacobo Arenas, lebendig zu sehen ist. Damit würde die Darstellung der Militärs widerlegt sein, ihn getötet zu haben. Die Videoaufnahme und Kommuniqué vom 27. Juni 2026 zeigt den Kommandierenden, wie er, umgeben von mehreren bewaffneten Männern, eine politische Erklärung verliest. Sein Auftritt widerspricht den Informationen, die die nationale Armee vor Wochen veröffentlicht hatte. Diese hatte berichtet, der Anführer sei während einer Militäroperation im Gebiet der Naya ums Leben gekommen.

Die Offensive war als bedeutender operativer Erfolg angekündigt worden. Damals versicherte die Armee, dass mehrere hochrangige Mitglieder der bewaffneten Gruppe getötet worden seien, darunter auch der Kommandant des Westblocks Jacobo Arenas. Die Veröffentlichung des Videos verändert jedoch das Bild und macht deutlich, dass zumindest in diesem Fall die offiziellen Angaben nicht der Realität entsprachen, wie schon so häufig bei Behörden- und Medienberichten. Nachrichtenquellen der Polizei gaben an, dass ihnen bereits seit einigen Tagen Informationen vorlagen, wonach der Kommandant noch am Leben sei. Ebenso wiesen sie darauf hin, dass es Berichte gebe, die den Tod des Anführers der Front Jaime Martínez in Zweifel ziehen, der ebenfalls während der Militäroperationen als getötet gemeldet worden war. Das Videokommuniqué über neun Minuten nutzt er für eine ausführliche Stellungnahme zur politischen Lage des Landes.

Die vorherige Regierung wird für das Scheitern der Politik des totalen Friedens verantwortlich gemacht und dargestellt, dass den Verhandlungen nie ein echter Wille zur Beendigung des bewaffneten Konflikts zugrunde gelegen habe. Dem Dokument zufolge wurden, während von Frieden gesprochen wurde, die Militäroperationen fortgesetzt und die Konfrontationsstrategien verstärkt. Die FARC-EP stellt zudem den ehemaligen Präsidenten Gustavo Petro direkt in Frage und wirft ihm vor, während seiner Amtszeit weder die Militärdoktrin abgeschafft noch die Stärkung des Paramilitarismus verhindert zu haben. Darüber hinaus übt sie Kritik am Verteidigungsministerium und am Hohen Beauftragten für den Frieden hinsichtlich der Handhabung des Dialogprozesses.

In einem weiteren Teil des Kommuniqués ruft die Organisation die verschiedenen aufständischen Gruppen dazu auf, die Einheit zu stärken und Auseinandersetzungen untereinander zu vermeiden. Ebenso beharrt sie darauf, den bewaffneten Kampf als Teil ihrer politischen und militärischen Strategie fortzusetzen. Das Dokument schließt mit einer Botschaft an soziale Organisationen und ländliche Gemeinden, in der versichert wird, dass die Organisation ihre Präsenz in den von ihr kontrollierten Gebieten durch militärische Aktionen und Aktivitäten fortsetzen werde, die nach Angaben der Gruppe darauf abzielen, die Grundbedürfnisse der Bevölkerung abzusichern.

Das Wiederauftauchen des Kommandanten der FARC-EP stellt einen schweren Schlag für die Glaubwürdigkeit der von den Streitkräften angekündigten Einsatzergebnisse dar und wirft Fragen hinsichtlich der Verfahren auf, die zur Überprüfung der Identität der angeblich im Kampf getöteten Guerillakämpfer angewendet wurden. Bislang haben weder das Verteidigungsministerium noch die Nationalarmee eine neue Stellungnahme zu dem Video abgegeben oder die Diskrepanzen zwischen den nach der Militäroperation vorgelegten Informationen und den nun bekannten Beweisen erläutert.

Veröffentlicht unter General | Kommentare deaktiviert für Video von Marlon als Kommandant aufgetaucht

Abschied vom Kommandanten des Westblocks

Gestern haben Guerilleros des Westblocks der FARC-EP, hier aus der Front Jaime Martínez, hier ihren Kommandanten zu Grabe getragen. In den Bergen des Cauca wurde ihm getragen von Guerillakämpfern in einem Holzsarg, bedeckt mit einer Fahne der FARC-EP und mehreren Salut-Schüssen die letzte Ehre erwiesen. Die Beerdigung ging viral in den sozialen Netzwerken. Marlon, so sein Kampfname, war Kommandant der Front Jaime Martínez und des Westblocks Kommandant Jacobo Arenas. Unter ihm gab es großabgelegte Offensiven gegen die staatlichen Sicherheitskräfte.

Er wurde am 20. Juni im Rahmen einer Militäroperation von Truppen der kolumbianischen Armee in einer ländlichen Gegend von Buenaventura im Valle del Cauca getötet. Er war Kommandant des Zentralen Generalstabs unter dem Oberkommando von Iván Mordisco Zudem war er einer der 21 Mitglieder der nationalen Führung der aufständischen Organisation. Zum Westblock gehören auch noch die Fronten Dagoberto Ramos, Urías Rondón, Rafael Aguilera, Franco Benavides, Carlos Patiño, Alan Rodríguez und Edison Leal. Alle operieren im Südwesten mit den Provinzen Cauca, Nariño und Valle del Cauca,

Veröffentlicht unter General | Kommentare deaktiviert für Abschied vom Kommandanten des Westblocks

Rechtsextremer Kandidat gewinnt Präsidentschaft

In der Stichwahl der Präsidentschaftswahl Kolumbiens hat nach der vorläufigen Auszählung am Wahlabend der Rechtsextreme Abelardo de la Espriella mit einem sehr knappen Vorsprung gegen den Linken Iván Cepeda durchgesetzt. Der Rechtsextreme erhielt fast 13 Millionen Stimmen (49,66 %) gegenüber dem Linken mit 12,7 Millionen (48,7 %), der für den Historischen Pakt, einem linken Wahlbündnis antrat. Der Vorsprung von 0,96 % zwischen De la Espriella und Cepeda ist der knappste in der 35-jährigen Geschichte der Präsidentschaftswahlen in einer Stichwahl in Kolumbien. Zudem ist es das erste Mal, dass ein Sieger nicht mehr als die Hälfte plus eine Stimme der Stimmen auf sich vereint: Die Summe der Stimmen für Cepeda, der leeren Stimmzettel sowie der ungültigen oder nicht markierten Stimmzettel übersteigt die Stimmen für den Ultrarechten um 427.217 Stimmen.

Iván Cepeda gelang es zwar nicht, den Rückstand von 650.000 Stimmen, der ihn im ersten Wahlgang von De la Espriella trennte, aufzuholen, doch er konnte ihn auf etwas mehr als 250.000 Stimmen verkürzen, und seine 12,7 Millionen Stimmen bestätigen, dass der scheidende Präsident Gustavo Petro seinem Bündnis Historischer Pakt, als die am besten organisierte politische Kraft des Landes hinterlässt. Iván Cepeda erklärte, er werde nur die Ergebnisse der offiziellen Auszählung anerkennen – ganz im Sinne der Haltung, die Präsident Gustavo Petro eine Stunde zuvor eingenommen hatte. Er kündigte an, dass sein Team die Ergebnisse von 33.000 Wahllokalen im ganzen Land anfechten werde.

„Wir betrachten die heute Abend durchgeführte vorläufige Auszählung als inoffizielle Angabe (…) Sobald das endgültige Ergebnis der Auszählung feststeht und die entsprechenden Überprüfungen durchgeführt wurden, werden wir das offizielle Ergebnis anerkennen, das sich aus dieser Arbeit ergibt“, sagte der Linke in Bogotá. Die Wahlbeobachtungsmission (MOE) wies am Sonntag darauf hin, dass Beschwerden über möglichen Stimmenkauf und Druck auf die Wähler zu den wichtigsten Unregelmäßigkeiten zählen, die in den ersten Stunden der Stichwahl um das Präsidentenamt gemeldet wurden. Zu den Beschwerden gehören mutmaßlicher Druck, die Stimmabgabe in eine bestimmte Richtung zu lenken, sowie mögliche Fälle, in denen Geld im Austausch für die Unterstützung eines bestimmten Kandidaten gezahlt wurde. Die Berichte stammen aus 19 Provinzen und Bogotá.

Schon im Voraus gab es Druck der Rechtsextremen im Land. So drohte der Koordinator der Kampagne der Rechtsextremen in der zentralkolumbianischen Provinz Huila in Audioaufnahmen damit, Präsident Gustavo Petro, den Kandidaten Iván Cepeda und andere Linke zu ermorden. Zudem versprach er, alle Gegner von De la Espriella „auszuweiden“ und ihnen „die Augen auszustechen“. Auch im digitalen Bereich gab es viele Drohungen gegen linke Unterstützer. Dies fügte sich in die Kampagne des Rechtsextremen De la Espriella ein. „Meine Herren von der Linken, in mir werdet ihr einen erbitterten Feind haben, der alles in seiner Macht Stehende tun wird, um euch zu vernichten und euch entgegenzutreten“, sagt er im Wahlkampf.

Er ist Strafverteidiger, Sänger italienischer Opern, Unternehmer im Spirituosenhandel, Verteidiger von Paramilitärs und Drogenhändlern und Bewunderer von Trump, Bukele und Milei. Er könnte nun der Präsident eines Landes werden, in dem die Linke zwar so stark wie nie ist, aber auch eine Geschichte der Auslöschung besitzt. Mehr als 6.000 Aktivisten der Patriotischen Union, darunter auch der Vater von Iván Cepeda, starben ab den 1980er Jahren in Kolumbien. Den Friedensprozess mit den Guerillaorganisationen will er abbrechen und stattdessen mit harter Hand vorgehen. Dies dürfte den Konflikt verschärfen. Die FARC-EP rief ihrerseits in ihren kontrollierten Gebieten dazu auf, Ruhe zu bewahren. Es wird sich in den nächsten Wochen zeigen, welchen Weg Kolumbien einschlagen wird.

Veröffentlicht unter General | Kommentare deaktiviert für Rechtsextremer Kandidat gewinnt Präsidentschaft