Schwere Kämpfe im Cauca

Bei schweren Kämpfen im Cauca sind nach Armee- und Medienberichten bis zu 14 Guerilleros der FARC-EP getötet worden. Die Kämpfe fanden inmitten einer Militäroperation in der Gemeinde Argelia im Südwesten Kolumbiens in der Provinz Cauca statt. Im Fokus der Militäroperation ist dabei die Front Carlos Patiño der FARC-EP, die im Comando Coordinador de Occidente (Westliches Koordinationskommando) zusammengefasst sind. Diese sind mit den Strukturen im Osten unter Gentil Duarte und der 1. und 7. Front verbündet.

Bei den Kämpfen kam es auch zu verletzten Opfern unter der Zivilbevölkerung. Auch ein Soldat wurde getötet und weitere verletzt. Bei der Militäroperation, die vor allem aus der Luft erfolgte, wurden auch Hubschrauber der Armee von der FARC-EP angegriffen. Im Cauca deutete sich eine Zuspitzung der Situation an. Zum einen kam es im Süden der Provinz zu Kämpfen zwischen der FARC-EP und dem ELN, zum anderen wurde der Druck auf die staatlichen Sicherheitskräfte zur Durchführung einer Militäroperation größer.

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Aufruf zur Einheit von ELN und FARC-EP, Zweites Marquetalia

In einem mittlerweile gelöschten Video bei Youtube fordern die ranghohen Guerillakommandierenden Nicolás Rodríguez Bautista (ELN) und Jesús Santrich (FARC-EP, Zweites Marquetalia) die Einheit. Konkret fordern sie, die „Feindseligkeiten und umstandsbedingten Unterschiede“ zu beenden und sich für die Einheit der Revolutionäre einzusetzen. Zu finden ist der Aufruf auf einem der wenigen Kanäle, die derzeit für die Guerilla für kommunikative Zwecke erreichbar sind, nämlich Telegram (A Contracorriente PCCC). Auf diese Kanäle wollen wir auch hinweisen, da sich die kommunikativen Probleme mit Sperrungen von Konten und Beiträgen der aufständischen Bewegung seit geraumer Zeit hinziehen.

Weblink zum Video auf Telegram-Kanal

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Krise in Partei Comunes wird größer

Die unter dem Namen Fuerza Alternativa Revolucionaria del Común (FARC) gegründete und nun umbenannte politische Partei Comunes befindet sich weiter in einer schweren Krise. Davon zeugt der Austritt und die Äußerungen von Ramiro Durán, politischer Leiter der Partei in der Provinz Huila. Damit verschärft sich die Krise der Partei und immer mehr ehemalige Guerillakämpfer verlassen diese, weil sie mit der Führung und der politischen Ausrichtung nicht einverstanden sind. Dabei darf nicht vergessen werden, dass die politische Partei eines der wesentlichen Säulen im Rahmen des Friedensprozesses war. Nun sind nur noch wenige ehemalige Guerilleros in der Partei, die eigentlich ihre Interessen vertreten und den politischen Kampf ohne Waffen fortsetzen wollte. Die Mehrheit hat der Partei Comunes mittlerweile den Rücken gekehrt.

Ramiro Durán, der auch als Ronald Rojas bekannt ist, war zu Zeiten der aufständischen Bewegung der politische Verantwortliche im sogenannten Südblock der FARC-EP. Der Südblock war vor allem in den Provinzen Huila, Caquetá und Putumayo mit der 3., 14., 15., 32., 48., 49., und der Mobilen Kolonne Teófilo Forero präsent. Ihre Kommandierenden waren Joaquín Gómez und Fabián Ramírez. Neben Ramiro Durán als politischer Verantwortlicher galt Frederico Montes als Finanzverantwortlicher für den Südblock. Es war eine der stärksten Strukturen in der ehemaligen FARC-EP. Dazu gab es ein großes Netz an Unterstützern und Milizionären.

Es ist jedoch bekannt, dass gerade aus dem Süden viele ehemalige FARC-Kämpfer andere politische Vorstellungen von der Partei hatten und deshalb alternative Projekte der Wiedereingliederung vorangetrieben haben. So gründeten bereits vor zwei Jahren mehrere ehemalige Führungspersonen wie Fabián Ramírez und Sonia die Vereinigung „Corporeconciliación“, ein von der Partei FARC distanziertes Projekt der Wiedereingliederung Hunderter ehemaliger FARC-Kämpfer. Zu einer neuen Partei oder einem neuen politischen Projekt der Mehrheit der aus der Partei Comunes ausgetretenen Personen gibt es bisher keine Pläne, sagte er Tage zuvor in einem Interview.

Ramiro Durán versicherte, dass er sich von der politischen Partei Comunes nicht mehr vertreten fühle. „Ich fühle und denke, dass diese Parteistruktur mich und vielleicht auch nicht so viele andere repräsentiert. Daher ist es ein Akt der Kohärenz, auf eine solche Gruppe zu verzichten. Auch eine Geste der Würde“, sagte er in einer Erklärung. Er bemängelte einen inquisitionsartigen Umgang mit politischer Verfolgung und Vergeltungsmaßnahmen mit denjenigen, die unterschiedlicher politischer Meinung als die der Führung um Rodrigo Londoño oder Carlos Antonio Lozada waren. Er sieht mittlerweile eine Partei, von der sich die Mehrheit der ehemaligen Guerillakämpfer distanziert hat und die sich in einer schweren Krise befindet.

Unterdessen ist es fraglich, ob man die Partei Comunes noch als ein politisches Projekt der ehemaligen Guerilla bezeichnen kann, wenn sich die Mehrheit von ihr nicht mehr vertreten fühlt und auch politisch entfernt hat. Eigentlich sollte unter dem Deckmantel einer politischen Partei die kollektive (politische) Wiedereingliederung der Guerilla vollzogen werden. Dieses Projekt kann als gescheitert angesehen werden. Zwar versucht die Partei Comunes Allianzen mit anderen linken Kräften zu schmieden, doch unter der Hand geht man davon aus, dass nach dem Ende der im Friedensabkommen zugesicherten festen Periode von Abgeordneten, die Partei in der Bedeutungslosigkeit verschwinden wird, wenn die Basis fehlt.

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Umbau der Partei Comunes und Kritik

An diesem Mittwoch bildete die Partei Comunes (ehemals FARC-Partei) ihren neuen Nationalen Politischen Rat (CPN). Laut Rodrigo Londoño, Präsident der Partei, trafen sich die 15 Mitglieder des Rates am vergangenen 27. und 28. März persönlich, um die jüngsten Veränderungen innerhalb der Organisation zu gestalten. Außenstehende meinen, dass die Partei Comunes, was so viel wie Partei der Gemeinschaft heißt, sich erneut nach den politischen Vorstellungen ihrer Führungselite organisiert und kritische Personen in ihren Reihen ausschließt. Mehrfach berichteten wir über die interne Spaltung der Partei.

Darunter wurden die von den Mitgliedern des Nationalen Politischen Rates koordinierten Gremien angepasst, nachdem die Partei auf der IX. Plenarsitzung der Nationalen Direktion am 28. Februar entschieden hatte, dass Benkos Biohó, Victoria Sandino, Jairo Estrada, Joaquín Gómez und Liliana Castellanos den Nationalen Politischen Rat verlassen sollen. Bei der aufgrund von mangelnden Vorbereitungen und wenig demokratisch organisierten von einigen Persönlichkeiten stark kritisierten Kongress Zeit wurde auch beschlossen, dass Biohó und Sandino bei den Wahlen 2022 nicht zum Kongress zurückkehren würden.

„Wir haben eine Analyse der Situation vorgenommen, die in der von uns abgegebenen politischen Erklärung enthalten ist, und ich hoffe, dass jeder davon weiß und studiert. Wir haben auch eine Bestandsaufnahme des Betriebs des Nationalen Politischen Rates in seinen verschiedenen Zuständigkeiten vorgenommen und verschiedene Anpassungen an den verschiedenen Gremien vorgenommen „, sagte Londoño. „Nach zwei Tagen voller Überlegungen konnten wir nicht die gesamte Tagesordnung erledigen. Wir haben vereinbart, uns weiterhin alle 8 Tage virtuell und jeden Monat persönlich zu treffen.“

Für die verlassenden Mitglieder sind neue Mitglieder berufen worden. Die scheidenden Personen kritisierten teilweise das Auftreten der Führungselite der Partei Comunes. Darunter äußerte Eloisa Rivera Rojas, ehemaliger Kampfname Liliana Castellanos, in einem fünfseitigen Schreiben, wie sie die Kommunikation und das Auftreten der Partei sieht und wie intern mit Lügen und undurchsichtigen Methoden gearbeitet wird. Mit den bekannteren Personen wie Biohó, Sandino oder Gómez, aber eben auch Personen wie Liliana Castellanos verliert die Partei innerhalb der ehemaligen aufständischen Bewegung und heutigen linken Partei wichtige Persönlichkeiten.

Liliana Castellanos ist die Nichte des ehemaligen Guerillaanführers Víctor Julio Suárez Rojas alias Jorge Briceño Suárez (Mono Jojoy) und war die letzte Kommandantin der 62. Front (Combatientes del Yarí). Diese Front wurde im Jahr 2002 geschaffen und diente als Bindeglied zwischen dem militärischen Ostblock und dem Südblock. Operationsgebiet war die Ebene des Yarí, eine Region im südlichen Meta um die Gemeinde La Macarena herum. Unter ihrem Kommando standen mehr als 100 Kämpfer. Sie war eine der wenigen hochrangigen kommandierenden Frauen in der FARC-EP, obwohl der Anteil an Kämpferinnen bei über 40 % lag.

Vor dem politischen Treffen am Mittwoch hatte die Partei Comunes gegenüber diverser Medien eine Beschwerde eingereicht, da die nationale Schutzeinheit (UNP) keine Zahlungen an das Schutzsystem für die ehemaligen Kämpfer geleistet habe.  Diese Einheit soll ausgewählte ehemalige FARC-Leute und andere linke Personen vor Attentaten und Angriffen schützen. Carlos Antonio Lozada versicherte, dass damit Grundrechte wie persönliche Sicherheit und politische Partizipation verletzt werden. Diese Beschwerde wurde vom Präsidenten der Partei, Rodrigo Londoño, wiederholt, der die Beschwerde an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen sandte.

Wie wichtig diese Einheit ist, zeigt sich an den Morden und Bedrohungen an ehemaligen Guerilleros. Vor wenigen Tagen wurde der 263. Mord an einem Friedensunterzeichner seit der Unterzeichnung des Friedensabkommens bekannt. Es ist der 14. Mord im laufenden Jahr 2021. Am Mittwoch fand man in der Gemeinde San Vicente del Caguán, Provinz Caquetá die strangulierte Leiche des ehemaligen Kämpfers Pablo Ramírez Yate. Ramírez Yate war als Nolber Pacoro bekannt und gehörte zur Wiedereingliederungszone Oscar Mondragón in Miravalle.

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Zuspitzung des Konfliktes im Cauca

Die bewaffneten Auseinandersetzungen in der Provinz Cauca im Südwesten Kolumbiens haben zuletzt stark zugenommen. In den Fokus rückte die Provinz und der Krieg in die Medien durch ein Bombenattentat, das an die 1990er und 2000er Jahre erinnerte. Damals gehörten Sprengstoffanschläge und Autobomben zum alltäglichen Krieg in Kolumbien, die auch von der Guerilla eingesetzt wurden. Damals auf dem militärischen Höhepunkt trug die Guerilla den Krieg in die Städte.

Nun traf es am letzten Freitag die Gemeinde Corinto. Dort explodierte in mit Sprengstoffe geladenes Auto direkt vor dem Rathaus. Unter den über 40 Verletzten waren auch mehr als 10, die im Rathaus für die Gemeinde arbeiteten. Der materielle Schaden war enorm, Bilder zeugen von erheblichen Schäden in der Umgebung. Schnell wurde der Anschlag der FARC-EP zugeschrieben. Hier operiert die Mobile Kolonne Dagoberto Ramos der FARC-EP. Sie hat ihr Operationsgebiet von Corinto über Caloto nach Toribio bis in den Süden nach Inza. Früher war hier die 6. Front der FARC-EP aktiv.

Der kolumbianische Präsident Iván Duque und der Verteidigungsminister Diego Molano riefen dann gleich in den Medien dazu auf, die Banditen der Struktur Dagoberto Ramos zu bekämpfen und einzig und allein mit dem Drogenhandel gleichzusetzen. Es wird wie immer nicht erkannt, dass die Umsetzung des Friedensabkommens gerade für Regionen wie Cauca wichtig wäre. Den Bauern eine Perspektive geben, die Infrastruktur erweitern und eine Substitution der illegalen Pflanzen ermöglichen wären sinnvolle Alternativen. Eine weitere Militarisierung kann diese Region nicht gebrauchen.

Zu dem Sprengstoffanschlag kamen weitere Aktionen der Guerilla hinzu. So wurde die Leiche eines Beamten der CTI, einer technischen Untersuchungseinheit der Staatsanwaltschaft, gefunden. Zuvor gab es in der Nähe von Caloto einen Checkpoint der Guerilla, wo der Beamte festgenommen wurde. Auch aus Argelia, weiter südlich im Cauca gelegen, wurden Kämpfe gemeldet. Tausende Menschen waren von den Kämpfen betroffen, die sich in stark bewohnte Gebiete hinzogen. In Argelia ist die Front Carlos Patiño der FARC-EP präsent.

Außerdem gab es erneute Drohungen der FARC-EP gegen Anführer der indigenen Gemeinschaften, die sich den Forderungen der Guerilla widersetzten. So drohte die Mobile Kolonne Jaime Martínez der FARC-EP in einem Kommuniqué all jenen Personen, die die die Entwicklung ihrer Aktivitäten gegen die staatliche Politik behindern. Bedroht werden sowohl die Indigene Wache als auch indigene Führungspersonen in der Gemeinde Caldono. Man gibt ihren 42 Stunden zum Verlassen des Territoriums und erklärt sie zum militärischen Ziel.

„Wir senden einen revolutionären Gruß an die gesamte Provinz von Cauca und in Ausübung unserer revolutionären Politik möchten wir Ihnen erklären, dass diese bewaffnete Organisation immer auf dem Territorium von Cauca war und unsere Operationen gegen die Politik des Staates durchführte“, schreibt die Guerilla in ihrem Kommuniqué. Eine Zuspitzung des Konfliktes in der nächsten Zeit ist damit absehbar.

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13. Todestag des Guerilla-Helden Manuel Marulanda Vélez

An diesem Freitag, dem 26. März, jährt sich zum 13. Mal der Todestag des legendären kolumbianischen Guerillero Manuel Marulanda Vélez. 13 Jahre sind nach seinem Tod aus natürlichen Gründen vergangen. Zu seinen Ehren und als Erinnerung berief die Bolivarische Kontinentalkoordination CCB dazu auf, dass dieses Datum als „Internationaler Tag des Rechts der Völker auf bewaffnete Rebellion“ in Erinnerung an die Konsequenz und Entschlossenheit des lebenslangen Kampfes des kolumbianischen Bauernguerilleros begangen wird, der seit Marquetalia als junger Revolutionär ein Leben lang den Kampf der Bauern, Guerilla und Kommunisten-Kampf führte.

Freitag, 26. März:

15 Uhr Caracas

13 Uhr Mexiko-Stadt

14 Uhr Bogotá

20 Uhr Madrid

Auf YouTube wird per Stream das Event übertragen: https://youtube.com/channel/UCnm_-6nE1VX3jffi7MDP6tw

Während der Übertragung wird das Buch von Iván Márquez mit dem Titel „Das zweite Marquetalia“ vorgestellt, dass die Verbindung zwischen dem Kampf der Bauernguerilla in den 1960er Jahren mit dem heutigen Kampf der FARC-EP herstellt. Zudem partizipieren weitere Personen wie Iñaki Gil de San Vicente (Intellektueller und baskischer Kämpfer), Pável Blanco (Kommunistische Partei Mexikos), Narciso Isa Conde (Círculos Caamañistas), Néstor Kohan (Cátedra Che Guevara) und Carlos Morais  (Agora Galiza – Unidade Popular).

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Kämpfe zwischen FARC-EP und venezolanischer Armee

Im Grenzgebiet zwischen Kolumbien und Venezuela ist es zu schweren Kämpfen zwischen der Guerilla FARC-EP und den Bolivarischen Nationalen Streitkräften (FANB) gekommen. Dabei wurden mindestens zwei Soldaten der venezolanischen Armee getötet, mehrere verletzt und, je nach Angaben, bis zu 32 Kämpfer der FARC-EP festgenommen. Die Operation mit dem Namen „Escudo Bolivariano 2021“ fand im venezolanischen Grenzstaat Apure statt, der auf kolumbianischer Seite an Arauca grenzt.

Laut der venezolanischen Armee sind dabei mehrere Lager der FARC-EP angegriffen worden. Dabei wurde die Luftwaffe eingesetzt. Die Kämpfe sorgten für Angst und Unruhe in dem Gebiet, das von vielen Erschütterungen betroffen war. Hunderte Personen flohen vor den Kämpfen nach Kolumbien, unter anderem in die Gemeinde Arauquita. Es soll auch zu Festnahmen gegen einfache Bauern gekommen sein.

Die angegriffene Struktur der FARC-EP soll unter dem Kommando von alias Gentil Duarte stehen. Derzeit gibt es Gerüchte, dass die venezolanischen Streitkräfte verstärkt gegen die FARC-EP um Gentil Duarte vorgehen, aber die FARC-EP, Zweites Marquetalia, unter dem Kommando von Iván Márquez und Jesús Santrich in Ruhe gelassen wird. Angeblich wird die FARC-EP, Zweites Marquetalia, von Teilen der venezolanischen Behörden aufgrund ihres politischen Charakters und ihrer Führung, die seit jeher enge Beziehungen zu offiziellen Stellen in Venezuela pflegt, als einzige Nachfolgestruktur der FARC-EP angesehen.

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Bewaffnete Auseinandersetzungen im Sumapaz zwischen FARC-Strukturen

In der Region Sumapaz, eine Region in der Nähe von Bogotá, die historisch gesehen eine der Wiegen der FARC-EP ist, kam es in der letzten Zeit zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen der FARC-EP, Zweites Marquetalia, unter dem Kommando von Iván Márquez sowie um die Strukturen der FARC-EP, die unter dem Kommando von Gentil Duarte stehen. Dabei wurden bisher drei Personen ermordet. Es gibt die Gerüchte, dass die ermordeten Bauern früher mit der FARC-EP zusammengearbeitet haben und sich nun einer erneuten Zusammenarbeit, der ein oder anderen Struktur, verweigert haben. Doch wie immer ist eine genaue Verifizierung nur schwer möglich. Fakt ist, dass beide Strukturen vor allem von der Provinz Meta aus in die Region des Sumapaz eindringen und um territoriale Kontrolle kämpfen.

So äußerte sich auch Aldinever Morantes von der Kolonne Vladimir Stiven der FARC-EP, Zweites Marquetalia, in einer Erklärung: „Wir wiederholen den Bewohnern des Páramo und den Landarbeitern in ganz Kolumbien unseren Respekt und unsere Bewunderung. Wir sind mit der Erhebung von Steuern von den Bauern nicht einverstanden. Es ist nicht revolutionär, eine Familie einzuschüchtern, weil sie ihre eigene Vision oder ihr eigenes politisches Credo hat, von ihnen Tribut zu fordern, weil sie die Früchte ihrer Arbeit und ihren Schweiß auf den Markt bringen, um zu überleben, weil sie eine Kuh verkaufen oder der Milch an den Käufer des Produkts anbieten. Der Kampf der FARC-EP, Zweites Marquetalia, wird immer zugunsten der Träume von Wohlbefinden und Ruhe der Bauernfamilien Kolumbiens und aller ihrer Landbewohner sein. (…)“

In dem Gebiet soll es bereits im Februar ein von der FARC-EP unter Gentil Duarte und Iván Mordisco einberufenes Treffen für die lokale Bevölkerung gegeben haben. Die ermordeten Bauern sollen nicht anwesend gewesen sein und manche glaube, dies könne nun die Antwort drauf gewesen sein. Zudem gibt es von der FARC-EP, Zweites Marquetalia, die Versuche, in die Region einzudringen. Das Zitieren der Bevölkerung für politische Versammlungen ist eine gängige Praxis der Guerilla. Das Fernbleiben wird als Desinteresse und vor allem in diesem Fall, mit dem Eindringen einer anderen Struktur, auch als Kollaboration mit dem „Feind“ gewertet. Beide Strukturen der FARC-EP kämpfen um die Deutungshoheit im politischen und militärischen Sinne.

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„Vollständige Identität mit der FARC-EP Zweites Marquetalia“: Grenzkommandos

Eine illegalisierte und bewaffnete Gruppe mit dem Namen „Comandos de frontera“, zu Deutsch „Grenzkommandos“, die um die territoriale Kontrolle in Putumayo kämpft, machte durch ein Video ihre Nähe zur FARC-EP, Zweites Marquetalia, bekannt. Wenn sich diese Neuigkeiten bewahrheiten, dann werden sie für reichlich Gesprächsstoff sorgen, denn bisher war nicht genau klar, in wessen Ideologie die Gruppe auftrat. Bisher wurden sie eher als paramilitärische Gruppe eingestuft.

Nun jedoch berichten beide Seiten, „Comandos de frontera“ und die FARC-EP, die Vereinigung. Für die FARC-EP taucht in einem anderen Video der ehemalige Kommandant der Mobilen Kolonne Teófilo Forero, Oscar Montero, auf. Er erklärt die „Vereinigung politischer und militärischer Bemühungen und Ziele“ zwischen den beiden Gruppen. Oscar Montero ist der zuständige Kommandant der FARC-EP, Zweites Marquetalia, für die Neustrukturierung der Guerilla im Süden des Landes.

„Comandos de frontera“ ist ein Name, der den alten Namen des sogenannten „Sinaloa-Kartells“ und später der Gruppe „Mafia“ ersetzt hatte. Diese standen im Kampf mit der Front „Carolina Ramírez“, die unter der Führung von Gentil Duarte und seiner Ersten Front steht. Bisher galten die Personen von „Comandos de frontera“ als weniger politisiert, dies dürfte sich nun ändern. Es gab aber seit jeher Allianzen zwischen den verschiedenen bewaffneten Strukturen, um eine jeweils andere Seite zu schwächen und Profiteur von illegalisierten Geschäften zu sein.

Auch wenn es immer wieder in Kommuniqués der FARC-EP, Zweites Marquetalia, zu Solidaritätsbekundungen auf Aufrufen zur Zusammenarbeit zwischen den beiden sich als Nachfolger der alten FARC-EP bezeichnenden Organisationen gibt, so tobt ein Bruderkrieg zwischen beiden um die Vorherrschaft im ideologischen und politisch-militärischem Sinne. Bisher konnten Gentil Duarte und seine Strukturen im Süden die Oberhand behalten.

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Massaker der Armee an Minderjährigen in Guaviare

Nach weiteren Vorwürfen unabhängiger Medien und lokaler Personen, angeführt vom Journalisten Hollman Morris, weiten sich die Diskussionen um eine Bombardierung eines Lagers der FARC-EP in der Provinz Guaviare aus. Bei der Bombardierung und Militäroperation am 2. März gegen die FARC-EP unter Gentil Duarte, durchgeführt von der Armee, herrscht immer noch Unklarheit, wie viele Personen getötet und wie viele Minderjährige unter den Opfern sind. Die Angaben sprechen von bis zu 14 getöteten Menschen und mehreren Festnahmen. Zuletzt wurde fünf Tage nach der Operation ein Lehrer festgenommen, der sich in der Nähe aufgehalten hatte.

Schon seit längerem plant das Verteidigungsministerium einen Schlag gegen Gentil Duarte und seine 1. und 7. Front. Diese sind im südlichen Meta, nördlichen Caquetá und vor allem in Guaviare präsent. Zu den Strukturen zählen bekanntlich auch Personen unter 18 Jahren, die sich den kämpfenden Einheiten und den Milizen anschließen, oder sich in den Lagern für Arbeiten und Schulungen aufhalten. Auf dem Land ist es nichts außergewöhnliches, dass sich junge Menschen, ohne Perspektive, freiwillig oder mit Zwang, der Guerilla anschließen. Das Verteidigungsministerium bezeichnet diese Minderjährigen pauschal als „Kriegsmaschinen“ und die Maßnahmen der Sicherheitskräfte seien legitim.

Dieses Ungleichgewicht im Kampf einer hochgerüsteten Armee gegen eine Guerilla und trotz der technischen sowie geheimdienstlichen Möglichkeiten der Armee, sorgt immer wieder für Debatten, auf diese folgenschweren Bombardierungen zu verzichten. Zu den 16 Massakern, die im Laufe des Jahres in Kolumbien registriert und von paramilitärischen Gruppen durchgeführt wurden, kann diese Operation der Armeeeinheit Omega im Dorf Buenos Aires der Gemeinde Calamar, hinzugefügt werden. Das Traurige an diesem Ereignis ist, dass es sich um einfache Kinder und Jugendliche handelt, die Opfer der Aufstandsbekämpfung des kolumbianischen Staates wurden.

Wie bei dem Massaker in Caquetá vor zwei Jahren, das vom ehemaligen Minister Botero als saubere Operation dargestellt und anschließend nach einer Debatte im Senat, die seine Lügen und falschen Wahrheiten aufzeigte, entlassen wurde, gibt es in diesem Massaker viele lose Fragen, die durch eine detaillierte rechtliche, militärische und politische Analyse geklärt werden müssen. Die Einheit Omega ist ein Parallelkonstrukt, dass außerhalb verfassungsmäßiger und demokratischer Regeln arbeitet. Sowohl im südlichen Meta, in Guaviare als auch in Caquetá ist diese Todesmaschine mit mehr als 30.000 Mann einer der Ausdrucksformen der Aufstandsbekämpfung, das vom Südkommando der Vereinigten Staaten zum Schutz der Interessen der multinationalen Unternehmen in Kolumbien eingeführt wurde.

In diesem riesigen Gebiet mit bedeutenden strategischen Ressourcen für Umwelt und Bergbau sind diejenigen, die ihr Gesetz durchsetzen, präpotente Militärführer, die den Interessen des amerikanischen Imperiums untergeordnet sind. Als Folge dessen gibt es Militäroperationen wie diese, aber auch permanente Repression, Kontrollen, Verhaftungen, Verschwindenlassen von Personen und illegale Anklagen. Grundsätzlich gilt jede/r als Unterstützer der Guerilla, die Bauern werden pauschalisiert als Koka-Bauern bezeichnet.

Nicht nur lokale Gruppen vor Ort und nationale Menschenrechtsorganisationen weisen die Art und Weise des Handelns der Armee stark zurück, Solidarität gibt es auch von der FARC-EP, Zweites Marquetalia, die eigentlich im Bruderkampf mit der FARC-EP um Gentil Duarte steht. „Die FARC-EP, Zweites Marquetalia, drückt Gentil Duarte und seinen Guerilleros ihre Solidarität für den Verlust von 15 Jugendlichen bei einem brutalen Bombenanschlag der Luftstreitkräfte im Dschungel von Guaviare im Südosten Kolumbiens aus“, so ein Kommuniqué.

In diesem Mengengelage, wo eine Armee als Besetzungsmacht auftritt und die Menschenrechte verletzt, in der der Statt nur wenig bis gar nicht mit sozialer Infrastruktur präsent ist, wo das Friedensabkommen nicht umgesetzt wird, das unter anderem ein Substitutionsprogramm zum Drogenanbau enthält, in diesem Mengengelage ist es nicht verwunderlich, dass sich die lokale Bevölkerung selbst organisiert und eine Guerilla halbstaatliche Strukturen aufbaut. Die einzige Antwort der kolumbianischen Regierung sind Militäreinsätze und Bombardierungen. Dies führt jedoch dazu, dass sich immer mehr der FARC-EP anschließen.

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FARC-EP verkündet Wiederbelebung des nördlichen Guerilla-Blocks

In einer Erklärung vom gestrigen 8. März der Fronten 19, 59, und 41 sowie dem Kommando Danilo García und der Kommission Bertulfo Álvarez wird die Wiederbelebung des ehemaligen Guerilla-Blocks Martín Caballero von der FARC-EP, Zweites Marquetalia, verkündet. An dem Treffen vom 4.-6. März waren die Kommandierenden der genannten Strukturen beteiligt, unter ihnen Jesús Santrich. Der Guerilla-Block Martín Caballero operiert an der karibischen Küste und im Magdalena Medio. Benannt ist der Guerilla-Block, den es schon vor der Entwaffnung und vor Abschluss des Friedensvertrages der alten FARC-EP gab, nach dem gleichnamigen im Jahr 2007 getöteten Kommandierenden.

Martín Caballero wurde im Jahr 1962 in der Stadt Barrancabermeja in der Region Santander geboren. Er war in der Kommunistischen Jugend (JUCO) in der Stadt Bucaramanga organisiert, bis er sich Anfang der 80er Jahre der Guerilla anschloss. Anfang der 90er Jahre wurde er Kommandant der 37. Kampffront der FARC-EP, die in den Regionen von Bolívar und Sucre agierte. Martín Caballero wurde Mitglied des Zentralen Generalstabs der FARC-EP. Am 24. Oktober 2007 starb er bei einer Bombardierung durch das Militär in den „Montes de María“, einer bergigen und dschungelähnlichen Region nahe der Karibikküste.

In der Erklärung wird nichte nur den Frauen zum Kampftag gratuliert, sondern Ziele festgelegt, wie das Reaktivieren der ehemaligen 35. und 37. Front. Gesprächsangebote und Kooperation gehen an die FARC-EP um Gentil Duarte und Iván Lozada, die mit ihren Strukturen der FARC-EP im Bruderkampf mit der FARC-EP, Zweites Marquetalia, stehen. Außerdem gibt es Angebote der Kooperation an die Strukturen um das ELN. Der Guerilla-Block soll, wie früher, aus einem einheitlichen Zentralkommando bestehen. Gemäß den alten Organisationsstrukturen sollen die Klandestine Kommunistische Partei (PCCC) und die Bolivarische Bewegung für das Neue Kolumbien (Movimiento Bolivariano por la Nueva Colombia) wiederaufgebaut werden.

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FARC-EP erinnert an gefallene Kommandanten

Die FARC-EP, Zweites Marquetalia, erinnert derzeit in Kommuniqués an zwei gefallene Kommandanten aus dem März 2008. Beide Raúl Reyes und Iván Ríos, waren Mitglieder des Zentralen Generalstabs der FARC-EP. Iván Ríos starb durch einen von der Armee in die Guerilla infiltrierte Person am 3. März 2008 und Raúl Reyes bei einem Bombenangriff am 1. März auf ecuadorianischem Territorium. Raúl Reyes war Mitglied des Sekretariats der FARC-EP und Führungsperson der Internationalen Kommission. Anbei die übersetzte Version des Kommuniqués zur Erinnerung an Raúl Reyes:

 

Raúl Reyes vive, la lucha sigue!

Vor 13 Jahren wurden Kommandant Raúl Reyes und 16 FARC-EP-Kämpfer auf ecuadorianischem Gebiet in der Region Sucumbíos ermordet. Der damalige Präsident, Álvaro Uribe Vélez, gab der Luftwaffe den Befehl, das Lager des Guerillaführers zu bombardieren, als wäre Ecuador Kolumbien. Uribes Missachtung der ecuadorianischen Souveränität und seine Übertretung des Völkerrechts sorgten in der gesamten Region für große Spannungen.

Das kolumbianische Militär landete die Truppen bei den Koordinaten des Angriffs und erledigte nacheinander die Guerillakämpfer, die nach dem Bombardement verwundet worden waren, anstatt zu helfen. Es war ein Kriegsverbrechen gegen verwundete und wehrlose Kämpfer.

Die Verantwortung für diese Verbrechen wird Uribes Gewissen und das seines Verteidigungsministers Juan Manuel Santos für immer verfolgen. Diese beiden Kriegsverbrecher waren es gewohnt, unschuldige und rebellische Bürger in einem wehrlosen Staat zu töten. Uribe wird heute als Urheber der falsos positivos (staatlicher Genozid) angeklagt, in dessen Akte 6.420 Fälle von von der Armee getöteten Zivilisten verzeichnet sind, die der Presse als im Kampf getötete Guerilleros vorgestellt wurden, nur um mit Litern unschuldigen Blutes Erfolg in seiner brutalen Politik der demokratischen Sicherheit zu haben. Und später, als Juan Manuel Santos Präsident war, befahl er die Ermordung von Alfonso Cano, der verwundet gefangen genommen worden war, nachdem es im Departement Cauca zu einem Bombenangriff der Luftwaffe gekommen war, ohne sich darum zu kümmern, dass Alfonso zu dieser Zeit sein Friedensgesprächspartner war.

Wenn wir uns heute an dieses traurige Datum des Todes von Raúl Reyes und 16 Guerilleros aus seinem Sicherheitsbereich in Ecuador erinnern, möchten wir ihre revolutionäre Integrität und ihren internationalistischen Geist hervorheben. Sie leben in unserer Erinnerung.

FARC-EP

Zweites Marquetalia

1. März 2021

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