Kommandant des Westblocks der FARC-EP getötet

Am Abend des gestrigen Samstags, dem 20. Juni, wurde der Tod von Iván Jacob Idrobo Arredondo, besser bekannt unter seinem Kampfnamen „Marlon“, bei einem Militäreinsatz bestätigt. Er war Anführer der Front Jaime Martínez und hoher Kommandant des Westblocks Kommandant Jacobo Arenas des Zentralen Generalstabs der FARC-EP unter dem Oberkommando Iván Mordisco. Damit wurde, sollte sich der Tod bestätigen, eine der höchsten Kommandanten des Zentralen Generalstabs der FARC-EP und des kolumbianischen Südwestens ausgeschaltet. Der Militäreinsatz mit Spezialkommandos fand in der Region Naya zwischen den Provinzen Cauca und Valle del Cauca statt. Mit seinem Tod verlieren die FARC-EP und der Westblock einen erfahrenen Kommandanten.

Er gehörte der ehemaligen 6. Front Hernando González Acosta der alten FARC-EP an, die sich 2016 im Zuge eines Friedensvertrages entwaffnete. Er wurde Teil der sich neu gruppierenden FARC-EP und Mitglied der Mobilen Kolonne Jaime Martínez und der Front Franco Benavides. Er war diejenige Person, die die Gründung des neuen Zentralblocks Isaías Pardo ankündigte und zuletzt Führungsposition im Westblock der FARC-EP innehatte. Kurz vor der Stichwahl und eine seitens der FARC-EP in diesem Kontext angekündigten Waffenruhe wird nun eine militärische Antwort der Guerilla erwartet. Die Sichtwahl findet an diesem Wochenende statt und eigentlich wollte die Guerilla mit positivem Beispiel auf Gewalttaten verzichten, um den Wahlprozess nicht zu beeinflussen. Dem kamen nun die staatlichen Sicherheitskräfte zuvor.

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Guerilla legt Waffen nieder

Nach mehr als zwei Jahren des Friedensprozesses mit der kolumbianischen Regierung haben 86 Guerilleros und 13 Guerilleras der Nationalkoordination Bolivarische Armee (CNEB) am Nachmittag des 18. Juni ihre Waffen niedergelegt und sich in den Prozess der zivilen Wiedereingliederung begeben. Die Transition zum zivilen Leben haben die 99 Männer und Frauen dieser aufständischen Organisation in Valle del Guamuez, Provinz Putumayo, vollzogen, wo eine temporäre lokale Zone (ZUT) eingerichtet wurde. Anwesend waren neben Regierungsvertretern auch die lokalen Gemeinschaften der Region.

Die CNEB ist eine Struktur, die sich aus der Guerillakoordination des Pazifiks im Südwesten und der Struktur der Bolivarischen Grenzkommandos (Comandos de Frontera) unter dem Kommando von Geovanni Andrés Rojas, bekannt als Araña, zusammensetzt. Der Kommandant konnte selbst nicht aktiv an diesem Prozess teilnehmen, da er derzeit inhaftiert ist und einen Auslieferungsbefehl hat. Aber in einer Videobotschaft hörten die 99 Guerillakämpfer seine Botschaft und die Bitte, das Engagement für den Frieden fortzusetzen. Seine Kämpfer gaben ihm persönlich den 100. Platz in der Wiedereingliederungszone im Süden Kolumbiens.

Wie vereinbart, werden diejenigen, die am Prozess der Wiedereingliederung teilnehmen, in diesem Bereich ohne Waffen und ohne Uniformen in einem Umfeld bleiben, das Sicherheitsbedingungen und institutionelle Begleitung während des Transitionprozesses gewährleisten soll. Dort erhalten sie Unterstützung für ihre Integration in die Gesellschaft und für die Umsetzung von Initiativen, die es ihnen ermöglichen, wirtschaftliche und soziale Möglichkeiten zu schaffen. Das Gesetz wurde von den Verhandlungsführern als ein grundlegender Schritt betrachtet, um Vertrauen zwischen den Parteien aufzubauen und Engagement für die Suche nach einer politischen Lösung des Konflikts zu zeigen.

Die Grenzkommandos – Bolivarische Armee waren eine Abspaltung der dissidentischen FARC-EP und schlossen sich einst mit dem Zweiten Marquetalia unter dem Oberkommando von Iván Márquez zusammen. Nach Unstimmigkeiten wegen der Fortführung von Friedensgesprächen, welche von den Grenzkommandos befürwortet werden, spalteten sich diese vom Zweiten Marquetalia ab und firmierten mit der Guerillakoordination des Pazifiks zur Nationalkoordination Bolivarische Armee unter dem Oberkommando von Walter Mendoza, der das Friedensabkommen mit der Regierung begleitete. Sie sind vor allem in Putumayo und Caquetá aktiv.

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Kommandanten der FARC-EP ausgeschaltet

Zuletzt wurde aus den Medien bekannt, dass Kommandanten aus unterschiedlichen Strukturen und Organisationen der FARC-EP ausgeschaltet worden sind. Besonders für den zentralen Generalstab der FARC-EP unter dem Oberkommando von Iván Mordisco dürfte es ein Rückschlag sein. Denn hier wurde der Kommandant der Front Carlos Patiño mit Kampfnamen Totoro im Gebiet der Gemeinde El Tambo getötet. Bei einer Militäroperation konnten sieben andere Guerilleros fliehen, er selbst schaffte es wohl nicht. Er hatte das Kommando der Front übernommen, nachdem die Armee vor Monaten den zu vorigen Kommandanten ausgeschaltet hatte. Die

Zudem nahmen die Behörden am Freitagabend den unter dem Kampfnamen Víctor Chalá bekannten Kommandanten fest, der für die 36. Front des Generalstabs der Blöcke und Fronten (EMBF) aktiv war. Diese steht unter dem Oberkommando von Calarcá. Die Festnahme erfolgte an der Mautstelle von Flandes, Provinz Tolima. Ihm wird von den Behörden vorgeworfen, das Verschwinden und den anschließenden Mord an dem Journalisten Mateo Pérez Rueda angeordnet und daran beteiligt gewesen zu sein, der sich am 7. Mai in der Ortschaft Palmichal, einem ländlichen Gebiet der Gemeinde Briceño in der Provinz Antioquia, ereignet hat.

Víctor Chalá hat eine langjährige Erfahrung in der Guerilla und war zuvor Finanzchef der Front Darío Gutiérrez des Generalstabs der Blöcke und Fronten in der Provinz Huila. Diese Front wurde teilweise aufgelöst und Kämpfer sowohl nach Tolima als auch nach Antioquia gesendet, um dortige Strukturen zu unterstützen. Die Leerstelle nahm dann die bereits existierende und sehr starke Front Iván Diáz ein. Im Frühjahr wurde Víctor Chalá in die Provinz Antioquia gesendet und dort zu einem Vertrauten von alias Primo Gay, einem der Kommandierenden. Beide Verluste dürfen schwer wiegen, die Front Carlos Patiño gilt als einer der wichtigsten im Westblock mit großer territorialer Kontrolle und auch die 36. Front befindet sich derzeit im Aufbau und einer Offensive gegen Paramilitärs.

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FARC-EP erweitert Waffenruhe wegen Stichwahl

Die Wahlstimmung in einigen Provinzen, wo die Guerilla stark präsent ist, ist derzeit relativ ruhig, nachdem der Zentrale Generalstab der FARC-EP unter der Führung von Iván Mordisco in einem Kommuniqué angekündigt hat, die Aussetzung offensiver Militäroperationen gegen die staatlichen Sicherheitskräfte in den Gebieten zu verlängern, in denen sie mit Fronten und mobilen Kolonnen aktiv sind. Die Entscheidung wurde von der aufständischen Organisation in einem Kommuniqué vom Sonntag, dem 7. Juni, bekannt gegeben und über soziale Netzwerke und ihr nahestehende Kanäle verbreitet. Dies geschah inmitten von Kampfhandlungen, wie in Jambaló und Silvia in der Provinz Cauca oder der Konflikt zwischen Strukturen der FARC-EP in der Provinz Guaviare.

Gemäß dem Sekretariat des Zentralen Generalstabs unterzeichneten Kommuniqué beginnt die Aussetzung am Mittwoch, dem 10. Juni, um 00:00 Uhr und dauert bis Dienstag, dem 23. Juni, um 00:00 Uhr. Während dieses Zeitraums versichert die Guerilla, ihre Offensivaktionen in verschiedenen Regionen des Landes einzustellen. Dem Kommuniqué zufolge entspricht die Entscheidung den Forderungen von Gemeinden, sozialen Organisationen und regionalen Führungskräften; zudem wird versichert, dass die vorherige einseitige Waffenruhe dazu beigetragen habe, bessere Bedingungen im Wahlkampf zu schaffen.

Die Guerilla machte jedoch deutlich, dass sie ihre sogenannten Selbstverteidigungsmaßnahmen gegenüber Militäroperationen oder Konfrontationen mit anderen bewaffneten Akteuren fortsetzen werde, und warnte vor möglichen Reaktionen auf eventuelle Zusammenstöße. Die Organisation verwies zudem auf die jüngsten gewalttätigen Vorfälle in Cauca, Guaviare und Amazonas und forderte soziale Organisationen und Gemeinden auf, diese Entscheidung zu unterstützen, obwohl die Lage in Bezug auf die öffentliche Ordnung in diesen Gebieten weiterhin komplex ist. Die Wahlen im ersten Durchgang verliefen jedoch friedlich, auch in den Guerilla-Gebieten. Dabei konnte der rechte Kandidat überraschenderweise gegen den linken Kandidaten gewinnen.

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Rechter Kandidat gewinnt erste Runde

In Kolumbien hat entgegen der Prognosen der ultrarechte Kandidat der Partei Defensores de la Patria (Verteidiger des Vaterlands), Abelardo de la Espriella, 43,7 Prozent der Stimmen erhalten und liegt damit in der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen vorn. Er erhielt 10,3 Millionen Stimmen, rund 660.000 mehr als Cepeda, für den 40,9 Prozent der Stimmen abgegeben worden sein sollen. Iván Cepeda als progressiver Kandidat des linken Bündnisses Pacto Histórico (Historischer Pakt), der den Friedensprozess mit den bewaffneten Akteuren fortsetzen will, war eigentlich als potentieller Gewinner der ersten Runde gesehen worden. Da kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichte, findet am 21. Juni die Stichwahl statt. Da mehrere rechte Kandidaten angetreten waren, ist ein Sieg der Rechten mittlerweile wahrscheinlich geworden.

Von Seiten der Linken wurden einige Wahlverstöße und Einschüchterungsversuche gemeldet, dass Wahlergebnis gar angezweifelt. Natürlich berichteten die großen Medien im Sinne der rechten Kandidaten, machten mobil gegen einen sogenannten Kommunismus, gab es paramilitärische Kampagnen gegen soziale Bewegungen und wurde der Untergang Kolumbiens heraufbeschworen. Doch auch die Wahlergebnisse aus den Gemeinden, wo die Guerilla die Kontrolle hat und die stark vom bewaffneten Konflikt betroffen sind, verdeutlichen die Diskrepanz und zeigen, dass auch hier die Rechte gewinnen konnte.

Während des Wahlkampfs und da die Regierung mitten in den Wahlen mehrere Friedensverhandlungen führt, wurde dem Kandidaten Iván Cepeda ein möglicher Wahlvorteil in diesen Gemeinden zugeschrieben. Die Daten zeigen jedoch, dass Abelardo de la Espriella in diesen Gemeinden einen höheren Stimmenanteil erzielte als die Linke. Auch wen es natürlich im Amazonasgebiet oder in der Provinz Cauca Gemeinden gab, die klar für die Linke und die Fortführung des Friedensprozesses votierten, so gibt es keinen klaren Vorteil für Iván Cepeda.

Häufig versuchen die territorial verankerten aufständischen Organisationen über politische Propaganda, Versammlungen und auch Druck auf die Wähler auszuüben, doch es gibt keine Anzeichen dafür, dass dies für irgendeinen Kandidaten als entscheidender Vorteil gewirkt hätte. Und trotz der Befürchtungen in den Medien verliefen die Wahlen beispielsweise in der Guerilla-Hochburg Caquetá friedlich. Alle Wahllokale waren mit Wahlmaterial ausgestattet und schlossen den Wahltag ohne größere Probleme ab – in einer Provinz, in der die Linke in den ländlichen Gebieten stark war und De la Espriella in der Hauptstadt Florencia gut abschnitt. Doch die Kriegsmüdigkeit und auch die Kontrolle der Guerilla sorgten wohl für keinen Vorteil der Linken, sondern teilweise Gewinne für die Rechte.

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Kommuniqué zu den Kriegsvorfällen in Guaviare

Zu den fast 50 Toten, die sich bei Kämpfen zwischen verfeindeten Strukturen der FARC-EP ereignet haben, gibt es ein Kommuniqué des Generalstabs des Blocks, der unter dem Oberkommando von Calarcá steht. Nachfolgend dokumentieren wir Auszüge davon, welches am 28. Mai veröffentlicht wurde.

„Der Generalstab des Blocks Jorge Suárez Briceño der FARC-EP informiert über die Kriegsvorfälle im Departamento Guaviare: Am 26. Mai dieses Jahres befand sich eine Kampfkolonne von hundert Kämpfern der Front ISAÍAS CARVAJAL über Nacht in ihrem Lagergebiet in dem Dorf La Siberia, Koordinaten 02 Grad 47 Minuten 12,69 Sekunden N, 71 Grad 45 Minuten 51,69 Sekunden W, als sie von zweihundertfünfzig Kämpfern von Mordisco, direkt von ihm geführt, überfallen wurden.“

    „Im Verlauf des Verteidigungsplans durchbrachen die Guerillas der Front ISAÍAS CARVAJAL mit gleichzeitigem, kompaktem Feuer und Bewegung den Belagerungsring, verursachten die ersten Verluste beim Feind und unterstützten erneut die im Angriff engagierten Einheiten. Nach drei Stunden Kampf zog sich der Feind zurück, ließ fünfzig Tote auf dem Schlachtfeld zurück und nahm eine große Anzahl Verwundeter mit.“

    Laut dem Kommuniqué gab es auf Seiten der Einheiten von Calarcá nur 2 gefallene Guerillakämpfer und drei Verletzte. Es wird ein Beileid an alle Angehörigen der gefallenen Männer und Frauen gesendet. Es konnte zahlreiches Kriegsmaterial beschlagnahmt werden. Zudem noch ein Aufruf:

    „Wir erheben unsere Stimme: Es reicht! Es sollen nicht weiterhin unschuldige bewaffnete Caucanos fallen, die den Befehlen von Mordisco folgen – einem geistig abweichenden, ideologisch begrenzten Psychopathen. An die mittelmäßigen Kommandeure im Cauca: Beteiligen Sie sich nicht daran, junge Leute von dort ohne Erfahrung zu schicken, um Iván bei seinen taktischen Wahnsinnstaten in einem ungerechten Krieg zu unterstützen.“


    „Allen jungen Kämpfern der Ersten Front ARMANDO RÍOS raten wir, von diesem verlorenen Krieg Abstand zu nehmen, den ihre Kommandeure gegen uns begonnen haben. Allen, die sich unseren Taktischen-Kampfeinheiten ergeben, wird das Leben respektiert und sie werden ihren Familien übergeben, so wie wir es seit Beginn der Konfrontation getan haben. Wir laden die jungen Caucanos und aus den anderen Regionen ein, sich nicht auf Abenteuer von Verantwortungslosen einzulassen.“

    „Dem kolumbianischen Volk teilen wir mit, dass dieses verheerende Ereignis, vier Tage vor einer Wahl, nicht von uns begonnen wurde. Es handelte sich um einen Akt der legitimen Selbstverteidigung.“

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    Kämpfe zwischen Gruppen von FARC-EP fordern mehrere Tote

    Wie Nachrichten der lokalen Gemeinschaften und staatlichen Behörden erklärten, gab es schwere Kämpfe zwischen verfeindeten Gruppen der unterschiedlichen Fraktionen der FARC-EP in der Provinz Guaviare. Die genaue Anzahl der Toten, der zwischen den von Iván Mordisco und Calarcá Córdoba angeführten Strukturen der FARC-EP, ist unbekannt. Es soll sich aber um Dutzende Personen handeln. Demzufolge herrschte eine ab dem 25. Mai eine komplexe Sicherheitslage in einigen Dörfern im ländlichen Gebiet der Gemeinde San José del Guaviare.

    Es soll sich hierbei um Kämpfe zwischen der 44. Front des Amazonas-Blocks der FARC-EP unter dem Oberkommando von Iván Mordisco sowie um die Front Isaías Carvajal des Blocks Jorge Suárez Briceño, welche unter dem Oberkommando von Calarcá steht. Es wären nicht die ersten schweren Kämpfe zwischen den beiden Blöcken in der Provinz Guaviare, wo um territoriale Macht gerungen wird. Im Januar warnten bereits die regionalen Behörden vor Kämpfen, nachdem im ländlichen Gebiet der Gemeinde El Retorno mehr als zwei Dutzend Leichen gefunden wurden.

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    FARC-EP feiert Jubiläum in der Hauptstadt

    Strukturen der FARC-EP haben den Gründungstag bzw. das 62. Jubiläum der FARC-EP mitten in der kolumbianischen Hauptstadt zelebriert. Dass in den Territorien, die von der Guerilla kontrolliert werden, öffentliche Aktionen zum Jubiläum stattfinden, gehört zur politisch-militärischen Arbeit der aufständischen Bewegung dazu. Jedoch auf dem großen Campus der Nationalen Universität von Kolumbien den Jahrestag der FARC-EP in Formation und mit Bannern zu feiern, Propaganda zu verteilen und sich Scharmützel mit den Sicherheitskräften zu liefern, hat schon viele Jahre nicht mehr stattgefunden. Maßgeblich verantwortlich für diese Aktion waren junge Menschen aus der Bolivarischen Bewegung für das Neue Kolumbien, dem Movimiento Bolivariano.

    So kamen auf dem Hauptplatz der Nationalen Universität von Kolumbien, dem Plaza Che, Dutzende Vermummte zusammen, um Propagandamaterial zu verteilen und Reden zur Guerilla zu halten. Auf dem Platz traten die Mitglieder und Sympathisanten schwarz vermummt mit Insignien der FARC-EP und des Movimiento Bolivariano auf. Bei der Aktion am heutigen 27. Mai wurden auch selbstgebastelte Sprengkörper verwendet, die gegen Sicherheitskräfte eingesetzt wurden. Mit Graffiti wurden zudem Gebäude der Universität mit Parolen der FARC-EP besprüht. Es war erkennbar, dass sie sich der FARC-EP unter dem Oberkommando von Calarcá zugehörig fühlen, denn es wurde auf den Block Jorge Suárez Briceño verwiesen. Diese Struktur befindet sich im Friedensprozess mit der Regierung.

    Als Gründungsdatum der FARC-EP gilt der 27. Mai 1964, denn die FARC wurde im Mai 1964 von Manuel Marulanda Vélez und anderen Mitglieder der Kommunistischen Partei und einfachen Bauern nach einem militärischen Angriff auf die Gemeinschaft der Bauern in der Region Marquetalia in Zentralkolumbien gebildet. 16.000 kolumbianische Truppen, unterstützt von den USA, griffen die bäuerliche Selbstverwaltung an, nur 48 Bauern waren als Selbstverteidigungsgruppe bewaffnet. Marulanda und die anderen zogen sich in die Berge zurück um den Kämpfen zu entgehen. Diese 48 Personen bildeten den Kern der FARC, die im Laufe der Zeit nach mehreren Konferenzen und Zusammenschlüssen zur nationalen Guerilla anwuchs und bis heute Bestand hat.

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    FARC-EP mit Waffenruhe zu den Wahlen

    Der Zentrale Generalstab der FARC-EP unter dem Oberkommando Iván Mordisco hat gestern eine vorübergehende Waffenruhe mit den staatlichen Sicherheitskräften im gesamten Land angekündigt. Der Befehl gilt laut einem Kommuniqué des Zentralen Generalstabs für alle ihre Fronten, beginnt in der ersten Stunde dieses 20. Mai und dauert bis zum 10. Juni. Die aufständische Organisation erklärte, dass sie mit dieser Ankündigung „ausreichende Ruhebedingungen“ im Hinblick auf die Wahl am 31. Mai schaffen wolle. Außerdem wies sie darauf hin, dass sie sich das „Recht auf legitime Selbstverteidigung“ gegenüber jeglicher „Aggression“ der Sicherheitskräfte, der US-Behörden oder anderer illegaler bewaffneter Akteure, mit denen sie um die Kontrolle des Territoriums konkurriert, vorbehalte.

    In dem Dokument, das „61 Jahre des Kampfes“ der Organisation würdigt, erklärte das Sekretariat des Zentralen Generalstabs, dass diese Entscheidung darauf abziele, ein Klima der Ruhe zu schaffen, damit „das kolumbianische Volk massenhaft zu den Urnen geht“. Darüber hinaus enthält das Kommuniqué eine starke politische Komponente, in der mutmaßliche mediale Manipulationen abgelehnt werden, die versuchen könnten, ihre jüngsten militärischen Aktionen zu nutzen, um „bei den Wahlen eine rückschrittliche Vision durchzusetzen“, und rufen dazu auf, sich während des Wahlkampfs von „Kriegsführung“ und „Paramilitarismus“ fernzuhalten.

    Denn in jedem Fall hören die Auseinandersetzungen unter den Guerillaorgansationen nicht auf. Diese Woche kündigte beispielsweise die Front Carolina Ramírez des eben benannten Zentralen Generalstabs von Iván Mordisco einen bewaffneten Streik für die Gemeinden zwischen den südkolumbianischen Provinzen Caquetá und Putumayo an. Konkret wurde die Bewegung auf den Flüssen Caquetá und Caguán für alle Zivilpersonen, Schifffahrtsunternehmen und auch auf den Straßen in der Nähe dieser Flüsse verboten. Hier findet nämlich in Konflikt mit der Front Raúl Reyes und dem Block Jorge Suárez Briceño der FARC-EP unter dem Oberkommando von Calarcá statt.

    Das Kommuniqué versucht auch über die in den letzten Tagen entstandenen Lügen aufzuklären, die im Rahmen der Präsidentschaftskampagnen und bevorstehenden Wahlen öffentlich gegangen sind. Darin wird behauptet, dass bewaffnete Gruppen versuchen, diese Wahlen zu beeinflussen. Der rechte Uribismus berichtete beispielsweise, dass drei Strukturen der FARC-EP von Mordisco angeblich im Cauca aktiv seien, zugunsten des Kandidaten Iván Cepeda vom Historischen Pakt. Selbsterklärend hingegen ist, dass die lokale Bevölkerung hinsichtlich der Kandidaten und Ziel ihrer Politik aufgeklärt wird.

    Anbei das ins Deutsche übersetzte Kommuniqué:

    Über die Wahltage von 2026

    15. Mai 2026

      Wir grüßen die internationale Gemeinschaft und das kolumbianische Volk, die bäuerlichen, indigenen und afrokolumbianischen Gemeinden, die Jugend, die Künstler, die Arbeiter der Städte, die Arbeitslosen, die Mütter, die Hausangestellten, die Gemeinschaftsmütter; und alle, die für den Aufbau eines anderen Vaterlandes kämpfen.

      WIR TEILEN MIT, DASS WIR ALLEN UNSEREN FRONTEN, KOLONNEN UND KOMPANIEN DEN BEFEHL ERTEILT HABEN, OFFENSIVE MILITÄRISCHE OPERATIONEN GEGEN DIE SICHERHEITSKRÄFTE VOM 20. MAI UM 00:00 BIS ZUM 10. JUNI UM 00:00 IM GESAMTEN NATIONALEN TERRITORIUM EINZUSTELLEN. WIR BEHALTEN UNS DAS RECHT AUF LEGITIME VERTEIDIGUNG GEGEN JEDE AGGRESSION DER KOLUBIANISCHEN ODER US-AMERIKANISCHEN STAATSKRÄFTE ODER EINES ANDEREN BEWAFFNETEN AKTEURS GEGEN UNSERE EINHEITEN VOR.

      Wir wissen, dass dies die ausreichenden Ruhebedingungen schaffen wird, damit das kolumbianische Volk massenhaft zu den Urnen geht, wo einmal mehr eine entscheidende Entscheidung für das Land getroffen wird. Wir hoffen, dass diese Entscheidung sich vom Kriegerischen, von politischem Taktieren und vom Paramilitarismus fernhält, die einige Kandidaten zu positionieren versuchen.

      Wir lehnen mediale und politische Manipulationsakte ab, die in diesen Tagen versuchen, unsere militärischen und defensiven Aktionen als Instrument zu nutzen, um bei den Wahlen eine rückschrittliche Vision durchzusetzen, die das kolumbianische Volk stets mit seiner Erinnerung und seinem Kampf abgelehnt hat. Frieden mit sozialer Gerechtigkeit, eine politische Lösung des sozialen und bewaffneten Konflikts, das Wohl des kolumbianischen Volkes und strukturelle Transformationen für unser Land waren immer unser politischer Horizont.

      Wir vertrauen voll und ganz auf die Weisheit des kolumbianischen Volkes. Wir hoffen, dass einmal mehr das soziale Bewusstsein, die Kohärenz und das Bedürfnis, das Land zu verändern, siegen werden.

      Volk und Würde: Manuel Marulanda lebt. Der Kampf geht weiter!

      Sekretariat des Zentralen Generalstabs
      Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens – Volksarmee
      FARC-EP

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      Tote Soldaten in Guaviare

      Zu einem ernsten Vorfall kam es in den frühen Morgenstunden des Mittwochs, dem 13. Mai, als vier Soldaten der Armee getötet und drei weitere verletzt wurden, nachdem ein Minenfeld aktiviert wurde. Der Angriff, der vermutlich durch eine Struktur des Blocks Jorge Suárez Briceño des Generalstabs der Blöcke und Fronten unter dem Oberkommando von Calarcá zugeschrieben wird, zeigt die Intensivierung des Konfliktes in den Provinzen Meta und Guaviare. Laut dem offiziellen Bericht der staatlichen Streitkräfte ereigneten sich die Ereignisse gegen 4:30 Uhr morgens im Dorf Buenos Aires, einem ländlichen Gebiet in der Gemeinde San José del Guaviare, sehr nahe der Grenze zu La Macarena, Provinz Meta. Soldaten führten territoriale Kontrollaufgaben und Offensivoperationen gegen die Guerilla der FARC-EP unter Calarcá durch, die hier operieren und zudem in einem Konflikt mit dem Amazonasblock unter dem Oberkommando von Mordisco stehen.

      In der Region gibt es fortlaufende Militäroperationen, was Kritik der lokalen Bevölkerung verursachte. Hinzu kommt der Konflikt zwischen den verschiedenen Organisationen der FARC-EP, wo in Guaviare die Frontlinie verläuft. Die Behörden benannten den Block Jorge Suárez Briceño als verantwortlich, die hier eine starke Präsenz in dieser strategischen Region unterhalten. Das Dorf Buenos Aires, in dem der Angriff stattfand, ist Teil eines strategischen Korridors, der mehrere Regionen im Süden des Landes verbindet. Diese Gebiete gelten als wichtig für die Mobilisierung der Guerilla und sind Rückzugsort. Zuletzt gab es Unruhe, weil zu 60 Soldaten während einer Operation im ländlichen Gebiet der Gemeinde El Retorno der Kontakt verloren ging. Die Armee schob dies auf klimatische Bedingungen zurück, während der Wetterdienst mitteilte, dass es keine Auffälligkeiten gab.

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      Diomer Cortés gegen Carlos Patiño

      El Plateado in der Gemeinde Argelia, Provinz Cauca, war vom Wochenende bis heute das Epizentrum einer Offensive der Front Diomer Cortés der Nationalkoordination Bolivarische Armee – CNEB. Diese Front gehörte einst zur FARC-EP, Zweites Marquetalia, unter dem Oberkommando von Iván Márquez, spaltete sich jedoch wie die Bolivarischen Grenzkommandos und der Guerillakoordination des Pazifiks vom Zweiten Marquetalia ab. Nun haben sie sich in der Allianz der südkolumbianischen Nationalkoordination Bolivarische Armee zusammengefunden und befinden sich gar unter ihrem Oberkommandierenden und Friedensvermittler Walter Mendoza in Friedensgesprächen mit der Regierung. Einer ihrer Hauptfeinde ist der Westblock Kommandant Jacobo Arenas der FARC-EP unter dem Oberkommando von Iván Mordisco. In El Plateado stehen sich die Front Carlos Patiño vom Westblock und die Front Diomer Cortés vom CNEB gegenüber.

      Dabei konnte die Front Diomer Cortés am Wochenende überraschenderweise in den Hauptort vordringen, Graffitis sprühen und Kontrollpunkte errichten. Am Freitag besprühten die Kämpfer der Front Diomer Cortés einige Hauswände mit ihrem Namen und ermordeten einen Mann in seinem Haus vor den Augen seiner Familie. Er war im Ort dafür bekannt, angeblich Milizionär der Front Carlos Patiño zu sein. Am Samstag, dem 9. Mai, errichteten sie einen Kontrollpunkt außerhalb des Ortes, wo sie einen weiteren mutmaßlichen Milizionär Westblocks festnahmen und töteten. Es wird von rund 20 Kämpfern berichtet, die teilweise auch in Zivilkleidung und mit Pistolen im ganzen Ort auf der Suche nach Feinden patrouillieren.

      Der Vorfall löste nicht nur wegen der Passivität der staatlichen Sicherheitskräfte Angst in der Bevölkerung aus, sondern auch wegen früherer Vorwürfe einer Zusammenarbeit von Militärangehörigen und staatlichen Sicherheitskräften mit der Front Diomer Cortés in Argelia. Unter der lokalen Bevölkerung im Micay-Tal ist es seit Langem ein offenes Geheimnis, auch der Westblock der FARC-EP veröffentlichte seinerseits Beweismaterial für eine Zusammenarbeit, die damals noch als Zweites Marquetalia agierten. Nun hat die Bevölkerung Angst vor Repressionen und Racheakten, ist doch der Westblock mit der Front Carlos Patiño hier stark verankert. Die Friedensverhandler der CNEB forderten eine Verurteilung der Ereignisse am Verhandlungstisch und erklärten eine Untersuchung der Ereignisse.

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      Generalstab der FARC-EP zum Mord an Journalisten

      Die FARC-EP um den Oberkommandierenden Calarcá haben sich in einem Kommuniqué vom 9. Mai zum Mord an den Journalisten Mateo Pérez Rueda geäußert, der in der Gemeinde Briceño der Provinz Antioquia stattfand. In dem Kommuniqué des Generalstabs der Blöcke und Fronten erklärt die bewaffnete Organisation, dass die Tat nicht von ihrer nationalen Leitung genehmigt wurde, und versucht, sich von einer direkten Verantwortung für das Verbrechen zu distanzieren. Ihr bewaffnetes Vorgehen im Rahmen des bewaffneten Kampfes sei ausschließlich gegen andere bewaffnete Akteure gerichtet und nicht gegen die Zivilbevölkerung oder Personen, die journalistisch tätig sind.

      Als Struktur, die für den Mord verantwortlich ist, wird die 36. Front gesehen, die noch zum Generalstab der Blöcke und Fronten gehört und sich in einem Friedensprozess mit der Regierung befindet. Aus diesem Grund gab es wohl eine schnelle Antwort der Kommandoebene: „Der Mord an dem Journalisten Mateo Pérez Rueda wurde niemals von dieser nationalen Leitung genehmigt. Kein militärischer oder politischer Grund rechtfertigt einen Anschlag auf Menschen, die der Informationsarbeit nachgehen, selbst wenn sie politische Gegner sind. Der bewaffnete Konflikt richtet sich gegen bewaffnete Akteure, nicht gegen die Zivilbevölkerung.“

      Darüber hinaus hält das Kommuniqué fest, dass es keine Benachrichtigung über die Festnahme des Journalisten gab und dass man dabei sei, die internen Kommunikationswege wiederherzustellen, um die Ereignisse aufzuklären. „Sollte die Beteiligung der 36. Front an diesem Mord zutreffen, haben die Täter dies auf eigene Faust, ohne Genehmigung und ohne Rücksprache getan.“ Der Generalstab besteht aus dem Block Jorge Suárez im Osten, dem Block Gentil Duarte im Magdalena Medio und der Front Raúl Reyes im Süden des Landes. Laut dem Kommuniqué hat die aktuelle Situation zu einer Verschlechterung der Beziehung zur Regierung geführt, insbesondere wegen des Fehlens von Garantien während des Prozesses.

      Als Hauptverantwortlicher wird Jhon Edison Chala Torrejano, alias Víctor Chala, genannt. Er war Finanzchef der Front Darío Gutiérrez des Blocks Jorge Suárez im Norden von Huila. Doch über die Front Darío Gutiérrez gibt es schon seit einigen Monaten diverse Spekulationen, denn die politisch-militärische Arbeit der Front wurde vor geraumer Zeit eingestellt und durch die Front Iván Díaz ersetzt, die im zentralen und östlichen Huila agiert. Alias Víctor Chala ist aus der Region im Norden von Huila versetzt worden, zuerst in Richtung Cauca und Tolima. Bereits Ende letztes Jahr nahm die Front Iván Díaz die Arbeit in der Region auf, in der zuvor die Front Darío Gutiérrez ihre Präsenz ausübte.

      Damals spekulierte man sowohl über das Eingreifen der Front Darío Gutiérrez gegen den vorrückenden Westblock der FARC-EP unter dem Oberkommando von Iván Mordisco, als auch über Disziplinlosigkeit in der Struktur, die eine Zerschlagung bzw. Umstrukturierung notwendig machte. Fakt ist aber nun, dass alias Víctor Chala in Antioquia auftauchte. Ob jedoch seine Anwesenheit und der Mord dort eine Abkehr von seinem Generalstab der Blöcke und Fronten bedeuten und die 36. Front sich verselbständigt hat, bleibt abzuwarten. Jedenfalls zeugt dieser Vorfall davon, dass viele Fronten der beiden als FARC-EP agierenden Organisationen einen hohen autonomen Status besitzen und eine klassische Kommando- und Befehlsebene nur mäßig vorhanden ist.

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