FARC-EP legt andere Version der Kämpfe in Cauca dar

Der Westblock Kommandant Jacobo Arenas der FARC-EP, unter dem Oberkommando von Iván Mordisco stehend, legten eine Version der Kämpfe in Cajibío vor, die sich radikal von der Version der Armee unterscheidet, die an die Medien transferiert wurde. Dies ist nichts Neues, dass sich die staatlichen Sicherheitskräfte Lügen bedienen, um ihre eigene Version der Geschehnisse zu verbreiten, auch um die Guerilla in ein schlechtes Licht zu rücken und ihr den politisch-militärischen Charakter abzusprechen.

Im Kern geht es in dem Kommuniqué, welches unter anderem per Video und mit Aufnahmen der Ereignisse an Medien und Bevölkerung gesendet wurde, um die schweren Kämpfe, die zwischen dem 8. und 13. August im Ort Ortega der Gemeinde Cajibío in der Provinz Cauca stattfanden. Laut der Erklärung der Front Jaime Martínez des Westblocks waren an den Zusammenstößen Guerillakämpfer und abtrünnige Milizen, eine als „Autodefensas Campesinas de Ortega“ bezeichnete paramilitärische Gruppe, Truppen der Nationalarmee sowie eine Gruppe beteiligt, die ihrer Aussage nach Abzeichen der ELN trug.

Die Darstellung der FARC-EP steht in deutlichem Kontrast zu den ersten Berichten der Sicherheitskräfte, die von verletzten und aus dem ländlichen Gebiet evakuierten Zivilisten berichtet hatten. Dem Bericht der Guerilla zufolge handelte es sich bei den Verletzten und Evakuierten jedoch um Mitglieder illegaler bewaffneter Gruppen und nicht um unbewaffnete Zivilisten, wie ursprünglich berichtet worden war.

Laut der Erklärung der Front Jaime Martínez deute die Operation „Palermo 3“ auf eine mutmaßliche operative Zusammenarbeit zwischen der Nationalarmee und den „Autodefensas Campesinas de Ortega“ hin – einer Gruppe, die laut öffentlich zugänglichen Unterlagen seit Jahren mit dem „Bloque Calima“ der „Autodefensas Unidas de Colombia“ (AUC) in Verbindung stehen soll und derzeit Verbindungen zu pensionierten und aktiven Militärangehörigen unterhält, die als „la Novena“ bekannt sind. Dies sind klare Verbindungen von Paramilitärs und Militärs.

Während der sechs Tage andauernden Auseinandersetzungen wurden laut dem abweichenden Bericht großkalibrige Waffen eingesetzt, darunter Bombardierungsdrohnen, 60- und 88-Millimeter-Mörser sowie Flugabwehrraketen, zusätzlich zur Luftunterstützung durch Arpía- und Black-Hawk-Hubschrauber, Super-Tucano-Flugzeuge und ein Überwachungsflugzeug. Die Front Jaime Martínez meldete als Ergebnis der Kämpfe zehn verwundete Soldaten, einen getöteten Soldaten, vier verwundete Paramilitärs, einen getöteten Paramilitär sowie vier gefangene Paramilitärs, zusammen mit der Beschlagnahmung von vier Motorrädern und der Zerstörung von zwei Fahrzeugen.

Nach den Zusammenstößen gelang es der Armee, die operative Kontrolle über die Gemeinde zu erlangen. Diese Situation löste Proteste von Familien und Anwohnern aus, die sich zur Zufahrtsstraße zum Hauptquartier der Dritten Division in Popayán begaben und Antworten auf die Geschehnisse forderten. Die FARC-EP stellt öffentlich die Frage an die ELN, ob die Einheit, die deren Abzeichen trug, tatsächlich zu ihrer Organisation gehöre oder ob es sich um eine Identitätsfälschung handele, und warfen humanitären Organisationen vor, den Transport von Munition in Fahrzeugen zuzulassen, die ausschließlich für medizinische Zwecke bestimmt seien.

In den von der FARC-EP gesammelten Zeugenaussagen beschrieben Anwohner der Region ein Muster paramilitärischer Kontrolle, das die Einschüchterung von Zivilisten, verdeckte Erpressung durch Drohungen gegen ihre Familien sowie Einschränkungen der Bewegungsfreiheit umfasst. In den Zeugenaussagen wird erwähnt, dass lokal bekannte paramilitärische Anführer und mutmaßliche Mitglieder der ELN sowie Soldaten der Armee in der Gemeinde zusammenleben und gemeinsam operieren – ein Umstand, der von den zuständigen Behörden und Kontrollorganen überprüft werden muss.

Schließlich luden die Guerilleros Medien und Menschenrechtsorganisationen ein, vor Ort die aktive Präsenz der paramilitärischen Gruppe und ihre mutmaßlichen Verbindungen zu militärischen Institutionen zu überprüfen. Schon in der Vergangenheit wiesen Kommuniqués mit Beweisen der FARC-EP auf diese Zusammenarbeit hin. Auch in diesem Fall scheint der Fall ähnlich zu sein. Im Übrigen gab es ein Waffenstillstandsangebot der FARC-EP im Zuge des Erdbebens, um in den Erdbebengebieten humanitäre Hilfe anbieten zu können. Dies jedoch scheint für die Sicherheitskräfte keine Rolle zu spielen.

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Angriffe auf Armee und Kämpfe trotz Waffenstillstand

Der neu gewählte Präsident setzte sofort seine Maßnahmen einer repressiven Politik und Militarisierung um. Doch die Antworten ließen nicht lange auf sich warten. Der erste Angriff ereignete sich in einem ländlichen Gebiet von Algeciras in der Provinz Huila, wo Einheiten der Neunten Brigade angegriffen wurden, als sie unterwegs waren, um den Fund eines Zylinders auf der Straße nach El Paraíso in der Nähe des Dorfes El Quebradón zu untersuchen.

Nach Angaben der Armee kamen bei dem bewaffneten Angriff zwei Soldaten ums Leben, mehrere weitere wurden verletzt. Erste Informationen der Sicherheitsbehörden deuten darauf hin, dass der Hinterhalt von der Front Iván Díaz unter dem Kommando von Cristian Alexi Rocha Ordóñez, alias Sergio Carvajal, verübt wurde. Diese gehört zum Block Kommandant Jorge Suárez Briceño, der von Alexander Díaz Mendoza, alias Calarcá, als Oberkommandierenden geführt wird.

Ein weiterer Angriff ereignete sich im Ort Ortega im Gemeindegebiet von Cajibío in der Provinz Cauca. Dort wurden Truppen der Dritten Division der Armee mit Drohnen angegriffen, die mit Sprengstoff präpariert worden waren. Nach Angaben der Behörden wurden durch die Detonation der improvisierten Sprengsätze zwei Soldaten sowie ein Zivilist verletzt, der gerade durch das Gebiet unterwegs war. Die Kämpfe dauerten dort schon Tage an, es gibt Berichte über die Gefangennahme von vier Soldaten durch die Front Jaime Martínez des Westblocks.

Die Situation in Cajibío ist prekär, selbst die lokale Bevölkerung fordert eine Einstellung der Kämpfe. Dabei hatte der Zentrale Generalstab der FARC-EP im Zuge des Erdbebens per Kommuniqué die Einstellung der offensiven Aktionen erklärt. Am 12. August veröffentlichte der Zentrale Generalstab die einseitige Aussetzung ihrer offensiven militärischen Operationen gegen die staatlichen Sicherheitskräfte für zehn Tage. Laut des Kommuniqués gilt die Maßnahme seit dem 10. August und bleibt bis zum 20. desselben Monats in Kraft.

Die Guerilla bekundete ihre Solidarität mit den Opfern und den Familien des Erdbebens. Gleichzeitig erklärte sie, dass in dieser Situation der Schutz des Lebens und die humanitäre Hilfe oberste Priorität haben müsste. In diesem Zusammenhang erklärte die FARC-EP, dass sie den Forderungen der betroffenen Gemeinden nachgekommen sei und beschlossen habe, ihre offensiven Aktionen auszusetzen, damit soziale Organisationen und Institutionen Hilfsmaßnahmen durchführen können. Die Unterbrechung der Operationen dazu beitragen soll, Wiederaufbau, Hilfsmaßnahmen und Solidaritätsaktionen in den von der Notlage betroffenen Gebieten zu erleichtern.

Trotzdem kam es zu den oben geschilderten Kämpfen und auch zur Verfolgung von Führungspersonen der Guerilla. Dubán Ramiro Castillo Cortés, bekannt unter dem alias Max Max, von den Behörden als wichtigster Sprengstoffexperte der FARC-EP im Südwesten des Landes bezeichnet, wurde bei einer Operation der Sicherheitskräfte im Ort La Cabaña im ländlichen Gebiet von Jamundí in der Provinz Valle del Cauca getötet. Er gehörte zum Westblock Kommandant Jacobo Arenas und hier zur Front Jaime Martínez.

Zudem wurde im Osten des Landes Hernando Forero Mosquera, alias El Ruso, außer Gefecht gesetzt. Er hatte erst kürzlich das Kommando über die 28. Front übernommen und damit den alias Antonio Medina ersetzt, der als der YouTuber der FARC-EP bekannt war. Sein Einflussbereich erstreckte sich auf die Provinzen Arauca, Casanare, Guaviare und Meta. Nach Angaben der Behörden wurde El Ruso durch Geheimdienstermittlungen in einem ländlichen Gebiet von Mapiripán in der Provinz Meta ausfindig gemacht. Bei der Operation kamen außerdem drei Mitglieder seiner Front ums Leben.

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Kampf gegen Drogen und Guerilla

Der rechtsextreme Abelardo de la Espriella wurde am Freitag als Präsident Kolumbiens vereidigt und versprach als eine der ersten Maßnahmen, die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zu stärken und gegen bewaffnete Gruppen vorzugehen, die mit dem Drogenhandel in Verbindung stehen. Der 48-jährige ehemalige Anwalt lenkt das Andenland stark nach rechts und tritt sein Amt an, nachdem er am 21. Juni eine knappe Stichwahl gegen den linken Senator Iván Cepeda, einen Verbündeten des scheidenden Präsidenten Gustavo Petro, gewonnen hatte. In einer Rede kurz nach seiner Vereidigung gelobte De la Espriella erneut, den Drogenterrorismus in dem südamerikanischen Land auszumerzen. „Die Möglichkeit des Dialogs ist vollständig ausgeschöpft“, sagte er und bezog sich dabei auf seinen Vorgänger, der sich für eine friedliche Lösung der Krise eingesetzt hatte und in Friedensgesprächen mit den aufständischen Organisationen gegangen ist. De la Espriella versprach daraufhin, „Ordnung, Autorität und Freiheit“ in dem südamerikanischen Land wiederherzustellen.

„Es wird keinen Spielraum für Manöver geben, die die Stabilität der Nation untergraben“, sagte der Hardliner, der davon gesprochen hat, Mega-Gefängnisse zu eröffnen, um gefangene Rebellen und Drogenhändler unterzubringen. Anstelle der Hauptstadt Bogotá fand die Amtseinführung an einer Universität in der südwestlichen Stadt Cali statt. Erst wollte er gar nach Popayán in die südwestliche Provinz Cauca, wo die Guerilla sehr stark ist. Doch aus Sicherheitsgründen verlegte er die Zeremonie nach Cali. Zudem übernahm er die Übernahme des Kommandos über die Streitkräfte und die Nationalpolizei. Im Rahmen einer Zeremonie, die militärische Ehren, seine erste Rede als Oberbefehlshaber der Sicherheitskräfte und die Ehrung der Truppen umfasst, wird der neue Verteidigungsminister in sein Amt eingeführt und die erste Sicherheitsratssitzung des Präsidenten stattfinden, in der die Lage im Südwesten des Landes analysiert wird.

Wie er bereits im Wahlkampf angekündigt hatte, will der neue Staatschef dabei das Besprühen von landwirtschaftlichen Flächen von sogenannten Drogenpflanzen vornehmen. Der Staatschef hat jedoch noch nicht bekannt gegeben, welche Substanz er einsetzen wird. Experten weisen darauf hin, dass dies keine leichte Aufgabe für die neue Regierung sein wird. Viele fühlen sich an die 1990er und vor allem 2000er Jahre erinnert, als Kolumbien sehr repressiv gegen Drogenpflanzungen, lokale Bauern und die Guerilla vorging. Der Plan Colombia, der Kolumbienplan, war eine als sogenannter Drogenkrieg getarnte repressive Aufstandsbekämpfung, in der nicht nur die Guerilla, sondern auch soziale und politische Bewegungen bekämpft wurden, willkürliche Verhaftungen und Tötungen stattfanden und ganze Landstriche entvölkert wurden. Die Guerilla FARC-EP konnte sich jedoch damals neu ordnen und konsolidieren, national und international gab es viel Kritik an dem Vorgehen der damaligen rechten Regierung unter Uribe, der auch mit rechtsgerichteten Paramilitärs zusammenarbeitete.

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„Die FARC hat uns befreit“

Der unerwartete Bericht der in Cauca entführten Musiker erstaunt die kolumbianischen Medien und Öffentlichkeit und zeigt, dass die Guerilla in ihren Gebieten nicht nur für Recht und Ordnung ist, sondern sie auch als politisch-miltärischer Teil von der Bevölkerung oder in unserem Fall von einer bekannten Musikgruppe akzeptiert werden. Der interviewte Künstler versicherte, dass Männer, die sich als Mitglieder der FARC ausgaben, sie nach einem bewaffneten Zusammenstoß während ihres Transports befreit hätten und sie anschließend an die Gemeinde Brisas de Patía übergeben worden seien, wo sie ihre Angehörigen wiederfinden konnten.

Der Leiter der Musikgruppe „Los Bacanes del Sur“, Milton César Mesa, gab am Mittwoch eine Stellungnahme ab, in der er schilderte, wie er und Neicler Vega Hernández ihre Freiheit wiedererlangten, nachdem sie etwa drei Tage lang in einer ländlichen Gegend der Provinz Cauca entführt worden waren. Wie Mesa in einem Video berichtete, ereignete sich die Entführung am vergangenen Sonntag, als sie ein Restaurant zwischen Popayán und El Tambo verließen. In diesem Moment versperrte ihnen ein weißer Kleinbus den Weg, und mehrere bewaffnete und vermummte Männer hielten sie an.

Während ihrer Gefangennahme waren beide mit verbundenen Augen und wurden auf ein Landgut gebracht, wo sie nach ihren Angaben fast drei Tage lang unter Bewachung standen. Mesa versicherte, dass sie in der Nacht erneut abtransportiert wurden und er während der Fahrt eine heftige bewaffnete Auseinandersetzung hörte. Als man ihnen jedoch die Kapuzen abnahm, identifizierten sich die angekommenen Männer als Mitglieder der FARC-EP. „Sie sagten zu uns: ‚Bleibt ruhig, wir sind von der FARC. Bei uns wird euch nichts passieren‘“, erklärte er.

Seiner Darstellung zufolge wurden sie anschließend in die Gemeinde Brisas de Patía gebracht, wo sie über ein Mobiltelefon, das ihnen zur Verfügung gestellt wurde, Kontakt zu ihren Angehörigen aufnehmen konnten. Einige Stunden später trafen Angehörige am Ort ein, um sie in Empfang zu nehmen; an diesem Vorgang war laut Mesa auch der Gemeinderat des Gebiets beteiligt, bei dem sich Mesa ebenfalls bedankte.

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Guerilla kämpft und wird bekämpft

Zwei Polizeihauptkommissare wurden am Wochenende im Gebiet der ländlichen Gemeinde Ataco in der Provinz Tolima von der Guerilla FARC-EP getötet. Sie führten Verkehrskontrollen auf einer Straße durch, als ihnen zwei Kämpfer der Front Gerónimo Galeano des Zentralblocks des Zentralen Generalstabs der FARC-EP, unter dem Oberkommando von Iván Mordisco stehend, eine Falle stellten. Sie näherten sich der Verkehrskontrolle der Polizei, flüchteten, worauf die Polizisten die Verfolgung aufnahmen und schließlich in einen Hinterhalt gelockt wurden. Zuvor hatten die staatlichen Behörden bereits vor einer Zunahme der Aktivitäten der Guerilla gewarnt. Auch in den Gemeinden Planadas und Chaparral, seit Jahrzehnten Hochburgen der Guerilla, könne es Angriffe von der Guerilla geben.

Unterdessen wurde der Kommandant der 39. Front Arcesio Niño, die zum Amazonasblock Manuel Marulanda Vélez unter dem Oberkommando von Mordisco gehört, bei einer gemeinsamen Operation der staatlichen Streitkräfte mit Unterstützung des militärischen Nachrichtendienstes, der Nationalpolizei und in Zusammenarbeit mit der Luftwaffe getötet. Der Einsatz fand in einem ländlichen Gebiet der Gemeinde Cumaribo in der Provinz Vichada statt. Neben dem Tod von Carlos Sánchez Meza, alias Efrén oder Audiver, wurden zwei weitere Mitglieder der Guerilla festgenommen und Material sowie Waffen beschlagnahmt.

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Politische Debatte um politischen Status der Guerilla

Der Rücktritt von Justizminister Jorge Iván Cuervo kurz vor dem Regierungswechsel hat die Kritik am umfassenden Friedensprozess der Regierung Gustavo Petro erneut verstärkt. Cuervo erklärte, die Entscheidung, den sogenannten FARC-Dissidenten, einen politischen Status für Verhandlungen zu gewähren, sei ein Fehler gewesen und habe das Friedensabkommen von 2016 geschwächt. Als Dissidenten werden die Organisationen benannt, die das Friedensabkommen der FARC-EP nicht unterschrieben haben oder sich in der Folge aus der Nichteinhaltung des Friedensabkommens neu strukturierten benannt. In der Politik des totalen Friedens unter Petro gab es zahlreiche Versuche von neuen Verhandlungen mit Guerillagruppen, wie der FARC-EP mit dem Zentralstab der Blöcke und Fronten unter dem Oberkommando von Calarcá, dem Zweiten Marquetalia unter dem Oberkommando von Iván Márquez oder auch der Nationalkoordination Bolivarische Armee unter dem Oberkommando von Walter Mendoza.

Cuervo warnte, die Anerkennung eines politischen Status habe einen falschen Anreiz geschaffen: Gruppen könnten verhandeln, Vorteile erhalten und sich anschließend erneut bewaffnen. Zudem seien Waffenstillstände vereinbart worden, ohne klare Bedingungen wie den Stopp von Expansion, Rekrutierung oder Angriffen auf die Zivilbevölkerung durchzusetzen. Und er fügte einen entscheidenden Punkt hinzu, der heute einer der schärfsten Kritikpunkte am umfassenden Friedensabkommen ist: Diesen Gruppen einen politischen Status zu gewähren, bedeutete, ihnen ein großes Zugeständnis im Gegenzug für nichts zu machen. Wir als Solidaritätsportal halten diese Argumentation jedoch für falsch. Faktisch agiert die Guerilla in ihren gebieten wie ein Staat mit allen Mechanismen, um ein soziales, politisches und wirtschaftliches Leben zu organisieren.

Selbstverständlich geht es hierbei auch um illegale Wirtschaft, wie Revolutionssteuern oder den Anbau von illegalen Pflanzen. Auch werden Personen für die Mitarbeit in der Guerilla angeworben, teilweise auch Minderjährige. Doch was nicht vergessen werden darf, die Guerilla wird per se illegalisiert und eine illegale Organisation kann sich auch nur illegale Methoden bedienen und keine legale politische Partei sein oder auch kein legales Wirtschaften durchführen. Nach ihrem Status dürfen auch unter 18jährige Personen in der Guerilla aktiv sein. Fakt ist, die Guerilla versucht den Alltag der Bevölkerung mit Politik, Zusammenleben, Wirtschaft und Justiz in ihren Gebieten zu organisieren, dort wo der Staat seit Jahrzehnten nicht präsent war und dort wo die Guerilla den Staat, häufig in Zusammenkunft mit der Bevölkerung, ersetzt.

Nach Angaben des Institutes FIP hatten aufständische Organisationen Ende 2025 mehr als 27.000 Mitglieder. Die Guerillaorganisationen Zentraler Generalstab und Generalstab der Blöcke und Fronten, ehemals vereint und im Zuge von Friedensverhandlungen dividiert, wuchsen um 23 % auf rund 4.019 Kämpfer, während Angriffe auf Sicherheitskräfte deutlich zunahmen. Studien der Universidad de los Andes zeigen, dass Waffenstillstände teilweise zur Ausweitung territorialer Kontrolle durch bewaffnete Gruppen beitrugen. Dies ist jedoch unserer Auffassung nicht nur auf Zwangsrekrutierung zurückzuführen, sondern durchaus auch auf die Anerkennung der Guerilla als politisch-militärische Macht in den ländlichen Gebieten. Häufig wird ein politisches Vakuum durch das fehlen des Staates als Instanz eben durch die Guerilla ersetzt.

Forscher unterscheiden zwischen politischen Verhandlungen mit ursprünglichen Guerillagruppen wie der alten FARC-EP oder ELN und der Unterwerfung unter die Justiz bei den sogenannten Dissidenten. Letzteres Modell bietet weniger politischen Spielraum, verlangt aber die Aufgabe der Waffen und eine strafrechtliche Verantwortung. Der Staatsrat schuf mit seiner Entscheidung einen wichtigen Präzedenzfall: Maßnahmen der Regierung zur Friedenspolitik können künftig juristisch überprüft werden. Dies könnte die Verhandlungen mit bewaffneten Organisationen erschweren, insbesondere nachdem mehrere Prozesse mit den sogenannten Dissidenten ins Stocken geraten sind. Trotzdem gab es bereits Erfolge, wie es bei der Entwaffnung und Konzentrierung der Nationalkoordination Bolivarische Armee war.

Doch obwohl die Regierung Petro einige Gesprächskanäle aufgebaut hatte, gibt es bei den meisten der sieben laufenden Verhandlungen kaum Fortschritte. Einige Übergangsprozesse mit Splittergruppen scheiterten zudem an fehlenden rechtlichen Rahmenbedingungen. Die scheidende Regierung wollte die Politik des umfassenden Friedens weiterführen, während die kommende Regierung angekündigt hat, diese Themen nur innerhalb offizieller Ausschüsse zu behandeln. Überhaupt ist es fraglich, ob die neue rechte Regierung ein Interesse an einer Politik des Friedens hat. Eher scheint es so, als könne sich der bewaffnete Konflikt verschärfen. Wir plädieren jedenfalls dafür, den bewaffneten Konflikt ganzheitlich zu betrachten und nicht nur auf bestimmte Punkte zu reduzieren, wie es in den Medien und öffentlichen Darstellung häufig geschieht. Einige aufständische Organisationen erfüllen mit ihrer Struktur, ihren Zielen und ihrem Auftreten durchaus den politischen Status, auch wenn dies in der Öffentlichkeit nicht gern gesehen ist.

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Polizisten in Cauca vermisst

Seit dem Sonntag werden vier Polizisten in der Region El Tambo, Provinz Cauca, vermisst. Sie waren bei der Suche nach einer Drohne in der Gegend des Hügels Santa Ana verschwunden. Der Cerro Santa Ana besitzt eine Überwachungsbasis der staatlichen Sicherheitskräfte und war in den zurückliegenden Jahrzehnten immer wieder Angriffen der Guerilla ausgesetzt. In dem aktuellen Fall gab es zwar keine direkten Angriffe auf die Basis, jedoch in den zurückliegenden Tagen diverse Kämpfe zwischen staatlichen Sicherheitskräften und der Guerilla FARC-EP, die hier eine starke Präsenz hat.

Ersten Berichten zufolge teilten die vier Polizisten ihren Vorgesetzten mit, dass sie sich zum oberen Teil des Hügels begeben würden, um eine Drohne aufzuspüren, die angeblich von Mitgliedern der FARC-EP für einen Angriff genutzt werden sollte. Nach vorläufigen Informationen soll das unbemannte Fluggerät aufgrund starker Winde auf dem Berg abgestürzt sein. Nach dem Aufbruch in dieses Gebiet verloren die Polizisten den Kontakt zur Zentrale, woraufhin sofort eine spezielle Suchaktion eingeleitet wurde. Eine Gruppe aus Einheiten der Dritten Division der kolumbianischen Armee und der Polizei führt an verschiedenen Stellen in dem Gebiet Suchmaßnahmen durch, um festzustellen, was mit den Polizisten geschehen war. Es bestand sofort die Angst nach einer Gefangenenahme durch die Guerilla.

Nach mehreren Stunden der Suche haben die Behörden noch keine Hinweise auf den Verbleib der vier Polizisten gefunden. Die größte Sorge gilt der Präsenz der Front Carlos Patiño, aber auch der Front Jaime Martínez, die beide zum Westblock Kommandant Jacobo Arenas der FARC-EP unter dem Oberkommando von Iván Mordisco stehen. Zuletzt gab es, wie bereits geschildert, Kämpfe der Armee und Polizei gegen die Guerilla, wobei auch mindestens sechs Menschen aus der Zivilbevölkerung verletzt worden sind. Die Ombudsstelle erinnerte daran, dass die Zivilbevölkerung, gemäß dem humanitären Völkerrecht und der kolumbianischen Verfassung einen verstärkten Schutz genießt.

Dabei vergisst die Ombudsstelle jedoch, dass die Operationen der staatlichen Sicherheitskräfte seit vielen Tagen anhalten und die Zivilbevölkerung häufig starken Zwangsmaßnahmen der Armee und Polizei ausgesetzt sind. Dabei steht die lokale Bevölkerung unter dem Generalverdacht, gemeinsame Sache mit der Guerilla zu machen. Nicht selten gibt es willkürliche Festnahmen und Beschränkungen, so dass es häufig zu Protesten gegen die staatlichen Sicherheitskräfte kommt. Im Ort Huisitó, im Tal des Flusses Micay, gibt es Videos der Front Carlos Patiño, wie sie die Angriffe des Militärs abwehrt. Zuvor gab es Proteste der Bevölkerung gegen eine Militäroperation, die hier als eine Besatzungsarmee wahrgenommen wird.

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Front Ismael Ruíz gewinnt an Stärke

Im zentralen kolumbianischen Süden scheint die FARC-EP unter Iván Mordisco weiter Fuß zu fassen. Die betrifft die westlichen Gemeinden in der Provinz Huila, wie die Ombudsstelle für Menschenrechte unter anderem mitteilte und deswegen eine Warnung der Risikostufe Hoch wegen der territorialen Ausbreitung und Stärkung der Guerilla FARC-EP FARC in den huilensischen Gemeinden Neiva, Aipe, Palermo, Santa María und Teruel herausgegeben hat.

So hat der Einfluss der Front Ismael Ruíz und ihrer mobilen Kompanie Julián González wesentlich zugenommen, die zum Zentralblock Isaías Pardo des Estado Mayor Central (EMC), also dem Zentralen Generalstab, gehören und unter dem Kommando von Néstor Gregorio Vera Fernández, alias Iván Mordisco stehen. Vor allem in der angrenzenden Provinz Cauca ist der EMC mit des Westblock Kommandant Jacobo Arenas stark präsent.

Diese westlich gelegenen Gemeinden sind der Guerilla von strategischer Bedeutung. Sie dienen als Verbindungskorridor zwischen den Provinzen Huila, Tolima und Cauca sowie zwischen den Anden- und Amazonasregionen des kolumbianischen Territoriums. Die Festigung der Kontrolle durch die Guerilla in diesen Gebieten ist auf die Notwendigkeit zurückzuführen, die Übergänge zwischen den Provinzen Huila und Tolima über die Zentralkordillere sowie die Verbindung in Richtung Cauca zu kontrollieren. Dort ist die aufständische Organisation mit dem Zentralblock Isaías Pardo bereits dauerhaft präsent.

Die politisch-miltärische Arbeit der Front Ismael Ruíz und ihrer mobilen Kompanie Julián González besteht vor allem aus Propaganda im öffentlichen Raum und über soziale Netzwerke, dem Einfordern von Revolutionssteuern sowie der Auferlegung von Regeln und Verantwortlichkeiten, die den kommunalen Führungspersonen zur Weitergabe und Durchsetzung übertragen werden. Zudem wird ein eigenes justizielles System etabliert.

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Historischer Pakt in der Opposition

Vor der Amtseinführung des neuen Kongresses gab das linke Bündnis Historischer Pakt (Pacto Histórico) offiziell bekannt, dass sie sich als Oppositionspartei gegen die künftige Regierung des gewählten rechten Präsidenten Abelardo De La Espriella positioniert. In einer öffentlichen Erklärung bekräftigte die Partei ihre Oppositionsrolle und betonte, dass die wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit der Gesetzgebungstätigkeit „einheitlich, demokratisch, transparent und öffentlich“ geregelt werden sollen, darunter auch die Wahl der Präsidien am kommenden Montag.

„Vom Kongress der Republik aus werden wir eine demokratische, entschlossene, verantwortungsbewusste und alternative Opposition ausüben, mit der Initiative, eine strenge Kontrolle der Regierung auszuüben, Vorschläge einzubringen und zum Aufbau der Mehrheiten beizutragen, die Kolumbien benötigt, um ein demokratisches Transformationsprojekt zu verwirklichen“, teilte die Partei mit. Sie versicherten, dass sie mit „Einheit, Transparenz und Kohärenz“ handeln und „das progressive Erbe von Präsident Gustavo Petro, seine politischen Rechte und Garantien sowie die während seiner Regierungszeit vorangetriebenen sozialen Reformen verteidigen“ würden.

Sie betonten, dass sie „an der Seite des Volkes“ stehen werden, um „die Rechte auf Teilhabe, Organisation, Mobilisierung und sozialen Protest“ zu verteidigen – ein Thema, das sie seit Bekanntgabe der offiziellen Wahlergebnisse in den Vordergrund gestellt haben, um das Volk auf die Straße zu rufen. „Unser Handeln wird stets öffentlich, kollektiv und am allgemeinen Interesse, am Mandat des Volkes und an der Festigung des Historischen Paktes als wichtigste Regierungsalternative für Kolumbien ausgerichtet sein“, betonten sie. Der Historische Pakt gilt als Interessensvertretung für einen Frieden mit den bestehenden Guerillaorganisationen und steht in der Umsetzung des Friedenspaktes mit der FARC-EP von 2016.

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Schwere Krise im Süden Caucas

Der Süden der Provinz Cauca wurde am Dienstag erneut Schauplatz einer schweren humanitären Krise. Bewohner mehrerer Dörfer im Micay-Canyon in der Gemeinde Argelia berichteten, dass Angehörige der Nationalarmee auf eine Gruppe von Zivilisten geschossen hätten. Diese hatten sich den Truppen friedlich genähert, um deren Abzug aus dem Gebiet El Filo zu fordern – einer Zone, in der die militärische Präsenz zu Auseinandersetzungen mit der Guerilla der FARC-EP und anderen bewaffneten Gruppen geführt hat und dadurch das Leben der Einwohner gefährdet.

Bei dem Vorfall wurden mehrere Personen verletzt, und vier Zivilisten befinden sich in der Gewalt der staatlichen Sicherheitskräfte. Ein von den Bewohnern selbst aufgenommenes Video zeigt den Moment, in dem einer der Zivilisten, der den Soldaten den Rücken zugewandt hatte, von einer Kugel getroffen wurde. Die Aufnahmen verbreiteten sich rasch in den sozialen Netzwerken und werden bereits von Menschenrechtsorganisationen im Rahmen ihrer Untersuchungen des Vorfalls ausgewertet. Bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts waren keine Todesopfer bestätigt, die Lage wird jedoch weiterhin beobachtet.

Der Micay-Canyon zählt zu den Regionen mit den schwerwiegendsten humanitären Problemen im Süden Kolumbies. Die dort lebenden bäuerlichen Gemeinschaften beklagen seit Jahren, zwischen die Fronten der bewaffneten Konfliktparteien zu geraten. Ihnen fehlen Sicherheitsgarantien, Bewegungsfreiheit sowie ein rechtzeitiger Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und humanitärer Hilfe. Der Vorfall vom 16. Juli verdeutlicht die anhaltenden Spannungen, unter denen diese Gemeinschaften leben, sowie die Fragilität jeglicher Dialogversuche in einem Gebiet, in dem der Krieg weiterhin den Alltag bestimmt. Präsent ist hier vor allem die Front Carlos Patiño des Westblocks der FARC-EP, wobei mit der Operation Perseo der Armee immer wieder auch Angriffe und Einschränkungen für die Zivilbevölkerung verbunden sind, anstatt das eigentliche Ziel zu treffen.

Aus der Region wurden zuletzt Kämpfe verschiedener bewaffneter Akteure gemeldet. Neben der Front Carlos Patiño des Westblocks der FARC-EP unter dem Oberkommando von Iván Mordisco sind hier auch noch die ELN und das Zweite Marquetalia aktiv. Kämpfe gab es neben dem Micay-Canyon auch aus dem Macizo Colombiano, eine bedeutende Region in den Anden im Südwesten Kolumbiens. Es erstreckt sich über die Departements Cauca, Huila und Nariño. Hier teilt sich das Andengebirge in die drei großen Kordilleren Kolumbiens und es entspringen einige der wichtigsten Flüsse Landes. Seit zwei Jahren versucht hier die Front Andrés Patiño des Westblocks der FARC-EP die Dominanz der ELN zu brechen. Zuletzt gab es wieder starke Kämpfe und auch selektive Morde.

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Partei Comunes akzeptiert rechten Präsidenten

Von der linksalternativen Partei Comunes, die nach dem Friedensabkommen im Jahr 2016 mit der aufgelösten FARC-EP hervorgegangen ist, ist kaum noch etwas zu vernehmen. Nach den mickrigen Wahlergebnissen verschwand sie fast völlig, soziale Medien oder Webseite werden kaum noch bedient und die Finanzierung und politische Legitimität ist nach den juristisch festgeschriebenen und nun beendeten zwei Wahlperioden fast erloschen. Ende Juni erkannte Comunes die Wahl von Abelardo de la Espriella zum Präsidenten Kolumbiens an und legte eine politische Linie fest, die den Respekt vor dem Wählerwillen mit einer grundlegenden Mahnung verbindet: Die Umsetzung der 2016 getroffenen Vereinbarungen hängt nicht von der neuen Regierung ab, sondern ist eine Verpflichtung des Staates.

In ihrer politischen Erklärung erklärte die Partei, die Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen „eröffneten einen neuen politischen Moment für das Land“, und bekräftigte, sie werde ihr Handeln „aus politischer Eigenständigkeit heraus“ fortsetzen und sich weiterhin für den Aufbau eines „gerechteren, demokratischeren und friedlicheren“ Kolumbiens einsetzen. Zudem nannte die Partei eine konkrete Zahl, um die Kosten des Wiedereingliederungsprozesses zu verdeutlichen: Die Friedensunterzeichner hätten ihre Verpflichtungen erfüllt, indem sie die Waffen niedergelegt, in das institutionelle Leben zurückgekehrt und sich am demokratischen Prozess beteiligt hätten – „trotz mehr als 480 Ermordeten“.

Comunes erklärte, die Regierung des gewählten Präsidenten vertrete „eine andere politische Vision“ als die eigene, betonte jedoch, diese aus ihrer friedenspolitischen Überzeugung heraus zu respektieren. Vor diesem Hintergrund bezeichnete die Partei den Dialog, die Verteidigung der staatlichen Institutionen und die Umsetzung des Friedensabkommens als die zentralen Pfeiler ihrer Haltung gegenüber der neuen politischen Phase. Die Erklärung verbindet die Anerkennung des Wahlergebnisses mit institutionellen Forderungen. „Als politische Partei Comunes erkennen wir diesen Bürgerauftrag an“, erklärte die Organisation, bevor sie ihre Bereitschaft bekräftigte, sich aus ihrer politischen Eigenständigkeit heraus weiterhin am öffentlichen Leben zu beteiligen.

Comunes verdeutlicht in ihrer Erklärung, dass die umfassende Umsetzung des Abkommens Teil des Fahrplans zur Festigung der nationalen Versöhnung, zur Stärkung der Demokratie, zur Gewährleistung von Rechten und zur Überwindung der Gewaltspiralen sei. In diesem Zusammenhang betonte die Partei, das Abkommen sei Bestandteil des verfassungsrechtlichen Rahmens, der das staatliche Handeln leite, und die Einhaltung der Verfassung bedeute zugleich die vollständige Umsetzung der getroffenen Vereinbarungen. Die Partei kritisierte ausdrücklich die Meinungsmache in den Medien: „Die Versuche, diejenigen, die das Abkommen eingehalten haben, mit jenen gleichzusetzen, die unter dem Namen und den Symbolen der aufgelösten FARC-EP weiterhin Gewalt ausüben“. Ihrer Auffassung nach verfälschen solche Botschaften die Wahrheit, untergraben die Legitimität des Wiedereingliederungsprozesses und fördern Übergriffe auf ehemalige Kämpfer.

Abschließend definierte die Erklärung die Handlungsfelder, auf die sich die Organisation in dieser neuen Phase konzentrieren will. Ihre politische Initiative werde sich weiterhin auf: die Begleitung der Umsetzung des Friedensabkommens, die Gewährleistung von Schutz für dessen Unterzeichner, den Schutz gesellschaftlicher Führungspersönlichkeiten, die Rechte der Opfer sowie die Förderung einer Justiz für Frieden, Wiedergutmachung und die Garantie der Nichtwiederholung konzentrieren. Doch in den zurückliegenden Jahren hat Comunes selbst bei den ehemaligen Kämpfern und Friedensunterzeichnern an Glaubwürdigkeit verloren. Zu distanziert war die Partei von der Basis, die sich teil autonom in Vereinen und Organisationen neu strukturierte.

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Kämpfe und Festnahmen gegen Guerilla

Schwer getroffen bei einer Operation der staatlichen Sicherheitskräfte wurde die Front Hernando González Acosta aus den Zentralblock Isaías Pardo des Zentralen Generalstabs. Diese Front übt vor allem ihre politisch-militärische Kontrolle im Westen der Provinz Huila aus und konnte dort die Dominanz ausweiten. Bewohner der Ortschaft Los Pinos in der ländlichen Gemeinde La Plata im verbreiteten in den sozialen Medien Aufnahmen der heftigen Kämpfe zwischen der Armee und Guerillakämpfern dieser Front. Dabei wurde ein Unteroffizier schwer verletzt und sieben Mitglieder der aufständischen Organisation konnten festgenommen werden. Für eine etwas kleinere Front wie eben genannte ist dies schon ein schwerer Schlag.

Auch in der Gemeinde Suárez im Norden der Provinz Cauca kam es zu Kämpfen, wobei ein Zivilist schwer verletzt wurde, nachdem er in ein bewaffnetes Gefecht geraten war. Der Angriff richtete sich gegen eine Einsatzgruppe, die aus Soldaten der kolumbianischen Armee, Staatsanwälten der Generalstaatsanwaltschaft sowie Ermittlern der Kriminalpolizei bestand. Die Einheit führte eine Operation zur Festnahme eines mutmaßlichen Guerillakämpfers der Front Jaime Martínez durch, auch dem Zentralen Generalstab der FARC-EP unter Iván Mordisco untergeordnet. Nach ersten Erkenntnissen wurde die Einsatzgruppe mit Gewehrfeuer aus den höher gelegenen Bereichen des Ortes angegriffen, als sie sich dem Ort näherte, an dem sich nach Ermittlungen der Nachrichtendienste das mutmaßliche Mitglied der aufständischen Organisation aufhalten sollte.

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