Aktionen zum 70. Geburtstag von Simón Trinidad

Zum 70. Geburtstag des Revolutionär, ehemaligen Guerillakämpfers und politischen Gefangenen Simón Trinidad soll es internationale öffentlichwirksamkeite Aktionen geben, die in verschiedenen Ländern koordiniert werden. in Deutschland gibt es das Komitee zur Freilassung von Simón Trinidad, dass auf der Webseite unter anderem zu Aktionen bei Twitter aufruft. Die internationalen Kampagne für seine Freilassung plant weitere Aktivitäten, um seine Rückführung und Freilassung zu erwirken.

Simón Trinidad, mit bürgerlichem Namen Ricardo Palmera, ist ein Mann, der aus einer gutsituierten Familie aus der Stadt Valledupar, Cesar, im Norden von Kolumbien kommt. Infolgedessen konnte er auf die Hochschulbildung zugreifen und Wirtschaftswissenschaftler werden. Er war ein Universitätsprofessor und Bankdirektor. Aber das unruhige politische Leben in Kolumbien und die schwierige Situation der überwiegenden Mehrheit der Menschen, bewegten ihn sehr und er politisierte sich in verschiedenen Organisationen und später in der Unión Patriótica, einer aus der FARC herausentstandenen linken Partei.

Die Welle der Bedrohungen, Verfolgung und Morde traf die entstehende Unión Patriótica hart und in diesem Moment beschließt Simón Trinidad, wie viele andere Menschen auch, zu den Waffen zu greifen und der Guerilla der FARC-EP beizutreten. Dort nahm er den Namen Simón Trinidad an. In seinem aufständischen Leben stach Simón Trinidad als politischer Führer hervor und eher als Ideologe denn als Militär. Aufgrund dieser politischen Qualitäten war Teil des Verhandlungsteams im Friedensprozess von El Caguán, der zwischen der Guerilla und der Regierung von Andrés Pastrana in den Jahren 1998-2000 stattfand.

Im Jahr 2004 war er in Quito, Ecuador, um einen hochrangigen Kontakt zu den Vereinten Nationen zu suchen, was dann einen humanitären Austausch von Gefangenen zwischen der FARC-EP und dem kolumbianischen Staat münden sollte. Dort wurde Simón Trinidad gefangen genommen und von der ecuadorianischen Regierung an Kolumbien ausgeliefert. Es erfolgte die Auslieferung in die USA und mehrere Prozesse, wobei vier dieser Prozesse wegen Drogenhandels stattfanden und er jedes Mal freigesprochen wurde. Später sah er sich neuen manipulierten Prozessen mit gekauften Zeugen gegenüber und es erfolgte eine Anklage wegen Verschwörung und Geiselnahme, die zur Verurteilung von 60 Jahren Gefängnis führte.

Simón Trinidad ist seit 15 Jahren im Hochsicherheitsgefängnis ADX Colorado inhaftiert, obwohl er Teil des Friedensprozesses der FARC-EP und der kolumbianischen Regierung war. Eigentlich hätte er Anspruch auf Amnestie und das Mitwirken in der Aufarbeitung des Konfliktes, doch die USA behalten ihn wie eine Trophäe. Umso wichtiger ist nun die Kampagne anlässlich seines 70. Geburtstages am 30. Juli, um der Welt seinen Fall aufzuzeigen, aber auch seine Würde und Standhaftigkeit als politischer Gefangener.

Weitere Informationen hier: Internationale Kampagne zur Freilassung von Simón Trinidad

 

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Zweite Vizepräsidentin des Senates kommt aus der FARC

Auch wenn die Partei FARC zuletzt vor allem mit negativen Nachrichten wegen einer potentiellen Spaltung und durch die Unzufriedenheit ihrer Mitglieder in der öffentlichen Wahrnehmung auffiel, so gibt es nun ein deutliches Zeichen aus der kolumbianischen Politik für die Anerkennung ihrer Oppositionspolitik. Diese Auszeichnung, also die Benennung von Criselda Lobo Silva zur Vizepräsidentin, darf jedoch nicht über die großen Schwierigkeiten hinwegtäuschen, die in der Umsetzung des Friedensabkommens, aber und auch in der Politik der Partei FARC vorhanden sind.

Kommuniqué

Vom Nationalen Politischen Rat der Partei Alternative Revolutionäre Kraft des Volkes aus begrüßen wir die Ernennung von Senatorin Criselda Lobo Silva, einem Mitglied unserer Partei, zur zweiten Vizepräsidenten des Senats der Republik. Criselda ist eine würdige Vertreterin der kolumbianischen Frau, Bäuerin, Arbeiterin und Kämpferin. Wir sind sicher, dass sie wissen wird, wie sie ihrer neuen Verantwortung gerecht werden kann und ihr Werdegang, der sich der Sache der Einfachen widmet, zeugt davon.

Zweifellos ist die Ernennung unserer Genossin eine Geste der Unterstützung des Friedensabkommens durch die Mehrheit des Senats der Republik und eine Solidaritätsbotschaft an unsere Partei, die Opfer eines kriminellen Angriffs von Sektoren ist, die als politisches Sektierertum geblendet sind, uns den Weg zu unserer vollständigen sozioökonomischen und politischen Wiedereingliederung versperren und Tote säen wollen auf dem Weg, den wir bei der Unterzeichnung des Friedensvertrages mit dem Staat eingeschlagen hatten. Es wurden bereits 219 Ex-Guerilleros getötet.

Wir danken den Oppositionsparteien und -bewegungen für ihre Nominierung. Senator Gustavo Bolívar für seine Großzügigkeit, seine Nominierung zugunsten von Criselda abzulehnen; an die Mehrheit des Senats der Republik, die mit ihrer Stimme das Recht der Opposition auf Besetzung dieser Position anerkannte.

Wir ratifizieren angesichts des Vertrauens, das in unsere Partei gesetzt wurde, weiterhin für einen vollständigen und umfassenden Frieden für unser Land zu arbeiten.

NATIONALER POLITISCHER RAT

ALTERNATIVE REVOLUTIONÄRE KRAFT DES VOLKES. FARC

Bogotá DC, 21. Juli 2020

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Gewaltwelle in Algeciras – Huila

In der ländlichen Region der Gemeinde Algeciras in der Provinz Huila hat die Gewaltwelle, die schon in den letzten Monaten zu beobachten war, nun ihren Höhepunkt mit einem Massaker, aber auch mit der Verhaftung von einem Anführer der dissidentischen Struktur der FARC-EP, Zweites Marquetalia, erreicht, der in der Nacht zuvor von Armee und Polizei gestellt wurde.

Vier Tote und zwei Verwundete sind bisher das Resultat eines Angriffs einer bewaffneten Struktur in der ländlichen Region von Algeciras, die seit Jahrzehnten ein Schauplatz des bewaffneten Konfliktes ist. Aufgrund seiner geostrategischen Lage in den Bergen der östlichen Kordillere zwischen den Provinzen Huila und Caquetá gilt sie als Bastion der Guerilla. Andere Nachrichten sprechen von zwei Toten und mehreren verschwundenen Personen.

Nun gibt es laut Augenzeugenberichten einen vorläufigen Höhepunkt, als bewaffnete Personen in einem viertürigen Auto und auf Motorrädern am Donnerstagabend in den Ort Quebradón Sur eindrangen und gezielt das Feuer auf die Familie des ehemaligen Mitglied der FARC, Nencer Barrera alias „Cuajo“, eröffneten. Dieser war Mitglied der mobilen Kolonne Teófilo Forero, aus der es wiederholt Übertritte zu den sich neu bewaffneten Strukturen gibt.

Noch sind die Meldungen unübersichtlich, aber bisher geht man bei einem Teil der Toten von Familienmitgliedern des ehemaligen FARC-Kämpfers aus. Seit einiger Zeit gibt es in der ländlichen Region Vertreibungen und Morde an ehemaligen Mitgliedern FARC, weil diese durch Entwaffnung und Mitarbeit zur Aufarbeitung des Konfliktes, aber auch durch ihre Friedensprojekte vor Ort als Verräter der neuen FARC-EP gelten, die den bewaffneten Kampf fortführen will.

Allen Anschein nach steht der Angriff auch im Zusammenhang mit der Festnahme von alias „Hermes Suárez“, dem derzeitigen Anführer einer bewaffneten Struktur der FARC-EP, Zweites Marquetalia, die sich Einheit Óscar Mondragón nennt. Diese war in der zurückliegenden Zeit für viele Angriffe bekannt. Mit alias „Hermes“ verliert die Guerilla eine Person mit langjähriger Erfahrung in der Guerilla, denn vor dem Friedensprozess war er Teil der mobilen Kolonne Teófilo Forero und in der Kompanie Ayiber González aktiv.

Aber die Neuformierung der Guerilla ist nicht nur mit Gewalt verbunden, mit der die territoriale Kontrolle wiederhergestellt werden soll. Auch unübersichtlich ist der Formierungsprozess an sich, denn in den zurückliegenden Jahren gab es auch Flugblätter der Einheit Manuel Marulanda Vélez. Noch ist also nicht ganz klar, wer die Verursacher sind, wie die Guerilla aufgebaut ist und vor allem zu welcher FARC-EP sie gehören, die sich in zwei derzeitige Linien gespalten hat.

Zudem zeigt der Fall, wie ernst die Bedrohung für sich im Wiedereingliederungsprozess befindlichen ehemaligen FARC-Mitglieder ist, die von der „neuen“ FARC-EP als Verräter angesehen werden. Besonders Algeciras steht für den Konflikt unter den ehemaligen Gesinnungsbrüdern, weil hier die mobile Kolonne Teófilo Forero als Eliteeinheit sehr stark war und es nun auf beiden Seiten Kämpfer für den Frieden oder Kämpfer mit der Waffe gibt.

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In der Provinz Meta wird weiter gemordet

Am gestrigen Tag berichtete die Partei FARC über den erneuten Mord an einem ihrer Mitglieder. Damit wurden bisher 217 ehemalige Kämpfer der FARC seit der Unterzeichnung des Friedensabkommens ermordet. Letztes Opfer ist der 32 Jahre alt gewordene Fredy Fajardo Ávila, der in der Gemeinde La Uribe in der Provinz Meta lebte. Er befand sich im Prozess der Wiedereingliederung in das zivile Leben. Wie viele andere auch wurde er in der zurückliegenden Zeit von Unbekannten bedroht.

Immer wieder machte die Partei FARC deutlich, dass genügend Schutz für ihre sich dem Frieden hergebenden Mitglieder hergestellt werden müsse. Auch internationale Organisationen verweisen auf den Prozess der systematischen Beseitigung der FARC, ihrer Mitglieder und Sympathisanten. So machte auch die Partei FARC mehrmals deutlich, dass Präsident Iván Duque eine Mitschuld an der Ausrottung trägt. Bereits 33 Morde gab es in diesem Jahr.

Die Provinz Meta zählt zu den gefährlichsten Provinzen für FARC-Mitglieder. Obwohl der Süden eine Bastion der ehemaligen Guerilla war, so gab es seit jeher auch starke paramilitärische Kräfte vor Ort. Aktuell sind eine Vielzahl an bewaffneten Gruppen aktiv, von staatlichen Sicherheitskräften und ihrer teilweise verbündeten paramilitärischen Gruppen bis hin zu dissidentischen Strukturen der unter Waffen stehenden FARC-EP.

Neben den systematischen Morden durchlebt die Provinz Meta zusätzliche Gewalt durch militärische Operationen der Sicherheitskräfte in Bezug auf die gewaltsame Zerstörung von Koka-Plantagen und Angriffe auf die Zivilbevölkerung. Immer wieder haben lokale Organisationen gefordert, das Friedensabkommen umzusetzen, statt das Drogenproblem militärisch zu lösen. In den vergangenen Jahrzehnten sorgten paramilitärische Gruppen für die heimliche Arbeit der Armee in der Beseitigung von unliebsamen Personen oder bei der Verbreitung von Terror und Angst.

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Aktualisierte Liste der emordeten FARC-Mitglieder

Die Partei FARC hat eine neue aktualisierte Liste ihrer ermordeten Friedensunterzeichner, also ihrer sich in das zivile Leben wiedereingliedernde Mitglieder, veröffentlicht. Diese zeichnet nun 214 ermordete FARC-Mitglieder seit der Unterzeichnung des Friedensabkommens auf.

Hier der Link zu dem PDF-Dokument:

LISTADO DE 214 ASESINATOS DE FIRMANTES DE PAZ

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Verlagerung der Wiedereingliederungszone ETCR Román Ruiz aus Ituango

Am 15. Juli werden die Friedensunterzeichner*innen, wie die sich in das zivile Leben wiedereingliedernde ehemalige Kämpfer*innen der FARC genannt werden, von dem Dorf Santa Lucía in der Gemeinde Ituango aus mit der geordneten Verlagerung ihrer Wiedereingliederungszone (ETCR) beginnen und in das Dorf La Fortuna in der Gemeinde Mutatá umziehen. Diese Entscheidung wurde zwischen dem Rat der Wiedereingliederung der Farc (CNR) mit der nationalen Regierung, der Provinzregierung aus Antioquia und der Mission der Vereinten Nationen in Kolumbien beschlossen. Nach dem Mord an 11 ehemaligen FARC-Mitgliedern und zwei Familienmitgliedern, sowie den permanenten Bedrohungen in Ituango entschied sich das Kollektiv der FARC bei einer Versammlung im Januar, die Zone zu verlassen. Die Situation der Quarantäne sorgte außerplanmäßig für eine Verlängerung ihres ungewissen Zustandes.

Nun jedoch, werden über 100 Friedensunterzeichner*innen mit ihren Familien, ihrer Tiere und sonstiger Habe mehr als 300 Kilometer zurücklegen, um in ihre neue Heimat zu kommen. Diese Karawane des Friedens wird zugleich das Symbol für das Engagement der ehemaligen Kämpfer*innen für den Frieden sein, das trotz des Drucks nicht nach gibt und nicht zu den Waffen zurückkehren wird. Trotz der Schwierigkeiten und des Mordes an 214 wiedereingegliederten Personen stehen die Ex-Kämpfer*innen fest in ihrem Bund, um Versöhnung zu säen und die Friedensvereinbarung zu erfüllen. Der Aufruf gilt gleichzeitig der nationalen und internationalen Gemeinschaft, sich des Umzuges von Ituango nach Mutatá anzuschließen. Dazu wird es heute eine Pressekonferenz, unter anderem mit Pastor Alape vom CNR-Rat der FARC und Omar Restrepo, Kongressabgeordneter der FARC sowie lokalen FARC-Mitgliedern geben.

Das Verlassen der Zone von Ituango steht exemplarisch für die Nichteinhaltung des Friedensabkommens seitens der Regierung Kolumbiens sowie den steinigen Prozess der Versöhnung, der an Morden, Bedrohungen und einer sich zunehmend aktiveren paramilitärischen Struktur zu Scheitern droht. Zuletzt musste die Partei FARC ihre Zahlen der getöteten Mitglieder und Friedensunterzeichner*innen auf 214 erhöhen. Damit ist klar ersichtlich, dass es Strukturen innerhalb und außerhalb des Staates gibt, die den Friedensprozess zerstören wollen und systematisch an der Beseitigung der nun legalen Friedenspartei FARC arbeiten. Dabei sorgt die zögerliche Haltung der Partei selbst, die an den großen Widerständen der Rechten in Kolumbien scheitert, selbst innerhalb der Bewegung für Kritik. So gibt es Spaltungen in der Partei, aber auch die Neuformierung der alten Guerilla-Struktur.

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Partei FARC trennt sich von Kritikern

Die Führung der Partei FARC trennt sich nun endgültig von ihren schärfsten Widersachern. Bereits vor einigen Tagen trennte sich die Partei auf Beschluss des Vorstandes von vier namhaften Personen, die in der Vergangenheit immer wieder die Politik, die Führungsebene und vor allem den Vorsitzenden Rodrigo Londoño kritisiert hatten. Hierbei handelt es sich um Andrés Paris, Fabián Ramírez, Benedicto de Jesús González und Pablo Atrato. Eine Mehrheit von sieben zu fünf Stimmen der Parteiführung stimmte für ihren Ausschluss, was die Spaltung der Partei und ehemaligen aufständischen Bewegung vorantreiben wird.

Die sogenannte Ethische Kommission der Partei FARC, die als graue Eminenz im Hintergrund agiert, hatte jedoch schon Anfang März angekündigt, die Personen aus der Partei zu entfernen. Kritiker sagen, dass die Kommission diejenigen ausschließt, die nicht die politische Linie von Rodrigo Londoño alias Timochenko und Carlos Antonio Lozada teilen.

Zwar wird begründet, dass die genannten Personen, die allesamt einen hochrangigen Posten in der ehemaligen Guerilla oder auch in der Partei hatten, als Scharfschützen gegen die Partei und die Führung, auftraten, doch vordergründig steht dieser Ausschluss symbolisch für die Partizipation, Kritikfähigkeit und auch die Politik der aktuellen Partei. Besonders die Führungsebene wurde stark von den Ausgeschlossenen kritisiert, denn mit Rodrigo Londoño gibt es hier eine Person, die weder über ausreichend Rückhaltung in der ehemaligen Basis der Guerilla verfügt, noch über Führungsqualitäten.

Ein Grund für die Kritik war vor allem die nachgiebige Haltung der Partei und ein komatöses Auftreten zur Umsetzung des Friedensabkommens, was von der Regierung sabotiert wird. Es wurde nur wenig Druck aufgebaut und kaum Schutz für die FARC-Mitglieder gewonnen. Auch die Wiedereingliederung in das zivile Leben wurde fast nur unter dem Aspekt der Parteizugehörigkeit gefördert, jedoch nicht für ehemalige Kämpfer, die sich politisch der Partei entfernt hatten oder mit der Politik nicht mehr einverstanden waren.

Dass Fass zum Überlaufen brachte jedoch eine Äußerung des Parteivorsitzenden Rodrigo Londoño in einem Interview gegenüber der Benennung einer zwielichtigen Person in die Erinnerungs- und Wahrheitskommission. So sagte er, dass er im Prinzip kein Problem mit der Ernennung habe, als der Sohn des ehemaligen paramilitärischen Kommandanten Jorge 40 als Koordinator für die Arbeit mit den Opfer des Konfliktes im Innenministerium berufen wurde. Dazu gehören Parteiprobleme wie der schlechte Kommunikationsfluss zwischen Führung und Basis, die Probleme des Zentralismus und der Verbindung mit den Territorien, wo sich die Basis befindet oder auch der Widerstand gegen offene Räume für Debatten, um Desertion oder andere strategische Fehler zu analysieren, wie zum Beispiel die Auswirkungen, die sie mit dem Verlust auf soziale Bewegungen und politische Organisationen haben.

Alle ausgeschlossenen Personen waren auch Teil der Verhandlungen in Havanna, Kuba, wo der Friedensprozess zwischen FARC-EP und Regierung verhandelt wurde. In der zurückliegenden Zeit haben sie rund 2000 ehemalige Guerillakämpfer vereint, die einen von der Partei FARC losgelösten Prozess der Wiedereinstellung vollziehen. Andrés Paris war Teil des Generalstabs der FARC-EP und gehörte dem militärischen Ostblock an. Fabián Ramírez war der zweite Befehlshaber des Südblocks. Pablo Atrato war Kommandant der 57. Front der FARC-EP, die im Chocó operierte. Und Benedicto González übernahm einige Monate lang den Sitz von Jesús Santrich, als dieser einer juristischen Inszenierung im Gefängnis saß.

Was in der Presse vor allem thematisiert wurde, dass alle Personen sehr nahe zu Iván Márquez und Jesús Santrich standen, die sich heute wieder als FARC-EP, Zweites Marquetalia, unter Waffen befinden. Demzufolge werden die Befürchtungen nicht weniger, dass sie sich den sogenannten Dissidenten der FARC-EP anschließen könnten. Man munkelt auch, die Paertei will sich jetzt derjenigen entfernen, die perspektivisch für Unruhe sorgen können oder eben auch unter Waffen landen. Naja, wir enthalten uns dieser Spekulationen, wollen aber zumindest über die Prozesse innerhalb der Partei informieren und erörtern, warum auch dissidentische Strukturen Zulauf haben können oder eben auch die Partei FARC einfach nur kritisieren.

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Falsche Erklärungen als Strategie der Desinformation und Entpolitisierung – Beispiel der Front Carolina Ramírez

In einer an die Medien in Kolumbien gesendeten Erklärung an die Öffentlichkeit klärte die bewaffnete Struktur der dissidentischen FARC-EP über mehrere Punkte auf, unter ihnen, dass sie weder hinter den Morddrohungen gegen das Gesundheitspersonal in Valle del Guamuéz stehen, noch gegen Politiker und Journalisten. Diese Erklärung der Front Carolina Ramírez steht exemplarisch für viele Strukturen der unter Waffen stehenden FARC-EP, die sich häufig mit dem Umstand der Rechtfertigung für Desinformation auseinandersetzen müssen.

Dies ist eine gewählte Strategie von Armee, Polizei und paramilitärischen Strukturen, um zum einen die lokale Bevölkerung unter falschen Namen einzuschüchtern, zum anderen, um die aufständische Organisation FARC-EP politisch zu diskreditieren und ihr den Rückhalt der Bevölkerung zu entziehen.

Demzufolge weist die Front darauf hin, dass die Maßnahmen ergreifen wird gegen diejenigen Personen, die bewussterweise den Namen der Struktur missbrauchen. Außerdem weisen sie darauf hin, dass es Gruppen aus den ehemaligen Fronten 32 und 48 der FARC-EP gibt und zu den dissidentischen Strukturen gehören wollen, aber klar kriminelle Strukturen unter dem Drogenhandel sind, weil sie mit mafiösen Gruppen kooperieren.

Erwähnt werden dazu muss vor allem das Drogenkartell Sinaloa, welches mit ehemaligen Guerillakämpfern zusammenarbeitet. Seit der Gründung der Struktur ist es ein zäher Kampf nicht nur gegen die anderen bewaffneten Strukturen, sondern vor allem um die politische Deutungshoheit und die Kennzeichnung, dass es sich bei der Front Carolina Ramírez um ein politisches Projekt handelt. Deutlich wird auch die Bestimmung, dass sie sich nicht als Dissidenten, sondern die wirkliche FARC-EP sehen.

Als Dissidenten werden Abtrünnige bezeichnet, aber die Strukturen der FARC-EP sehen sich als Nachfolger, bzw. die wirkliche FARC-EP, da sie ihren bewaffneten Kampf, wie die 1. Front Armando Ríos, nie aufgegeben haben und sich nie dem Friedensabkommen angeschlossen haben. Einen Konflikt um die Deutungshoheit innerhalb der FARC-EP gibt es ebenso mit der Struktur Zweites Marquetalia. Beide große Bewegungen kämpfen derzeit gegeneinander.

Die Front CAROLINA RAMÍREZ, die sich aus ehemaligen Personen der 32., 48. und 49. Front sowie neurekrutierten Mitgliedern speist, hat ihr Aktionsfeld vor allem in Putumayo und gehört zu einem Konglomerat von Strukturen unter dem Einheitskommando von Gentil Duarte und anderen Personen. Ihr gehören die 1., 7., 10., 27., 28., 30., 33., 42., 43., die Front CARLOS PATIÑO, die Front ISMAEL RUIZ, sowie die mobilen Kolonnen JAIME MARTÍNEZ, DAGOBERTO RAMOS, FRANCO BENAVIDS und URÍAS RONDÓN an.

Anbei die Übersetzung des Kommunqiués:

Kommuniqué an die Öffentlichkeit

Sonntag, 21. Juni 2020

Die Front Carolina Ramírez der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens, Volksarmee, FARC-EP, darf die Bevölkerung Putumayos und die Öffentlichkeit im Allgemeinen darüber informieren, dass unsere Organisation weder in Valle del Guamuéz eine Mitteilung an die Bevölkerung Putumayos herausgegeben hat, noch von einer anderen Gemeinde aus, in der Gesundheitsbeamte, die sowohl in dieser Gemeinde als auch in der Provinz arbeiten, mit dem Tod bedroht sind oder auch die Gemeindeverwaltungen und die Provinzregierung bedroht werden. Grund dafür ist, dass wir diese Art von Maßnahmen nicht nur ablehnen, sondern auch Ermittlungsaufgaben einsetzen, um die Verantwortlichen zu finden und die entsprechenden Maßnahmen anzuwenden.

Es ist nicht das erste Mal, dass skrupellose Menschen den Namen unserer Organisation annehmen, um Menschen zu bedrohen, zu erpressen und im schlimmsten Fall Menschen zu entführen oder zu ermorden und unseren guten Namen als revolutionäre Organisation in Frage stellen, die gegen Ungerechtigkeit und den faulen Zustand der Oligarchien kämpft.

Vergessen Sie nicht, dass in vielen dieser Fälle gemeinsame Verbrechen und narko-paramilitärische Strukturen im Bündnis mit der Armee und der Polizei auf diese kriminellen Praktiken gegen das Volk zurückgreifen und uns dann die Schuld an ihren feigen und elenden Handlungen geben oder, falls dies nicht der Fall ist, um damit die Militarisierung der Gebiete zu rechtfertigen.

Es sollte jedoch beachtet werden, dass Personen, die Anzeichen für eine unzureichende Verwaltung der öffentlichen Ressourcen durch lokale Führungskräfte oder verschiedene Stellen der Provinzregierung haben, uns dies mitteilen, damit unsere Organisation die entsprechenden Untersuchungen durchführen kann, da wir genau wie das kolumbianische Volk gegen Korruption sind.

In Bezug auf die Drohungen gegen Journalisten, die systematischen Ermordungen von Bauern und Sozialführern, die stattgefunden haben, möchten wir klarstellen, dass wir im ersten Fall die Pressefreiheit und das Recht der Menschen auf freie Information respektieren. Deshalb sind wir nicht verantwortlich für die Bedrohung des Journalismus im Putumayo.

Und im zweiten Fall erkennen wir soziale Führer als eine Bastion im Kampf für bessere Lebensbedingungen für ihre Gemeinschaften und bei der Verteidigung der Gebiete an. Es wäre ein ideologischer Widerspruch von unserer Seite, diejenigen anzugreifen, die auch für ein Neues Kolumbien kämpfen. Es ist offensichtlich, dass hinter all dieser Welle der Gewalt der kolumbianische Staat steht, der im Dienst des Drogenhandels und des transnationalen Kapitals steht und in seinem Wunsch, die Territorien der Bauern zu erhalten, ganze Familien ermordet und vertrieben hat, wahllos ausrottend und besprühend die Felder der Region. Ebenso wollen wir den Mord an den Unterzeichnern des Friedens (es sind bereits 201 im ganzen Land) in diesem Sinne unsere Empörung und Ablehnung über den Tod des Ex-Kämpfers Ángel Alberto Calderón zum Ausdruck bringen, der liebevoll als el gato [die Katze] bekannt ist, der feige im Resguardo de Santa Rosa de Puerto Asís, am 16. Juni des laufenden Jahres, ermordet wurde und wir nutzen die Gelegenheit, um zu sagen, dass wir weder versucht haben noch versuchen werden, gegen das Leben derer vorzugehen, die im Vertrauen auf ihren guten Glauben an diesen narkoparamilitärischen Staat glaubten, indem sie ein Friedensabkommen unterzeichneten, der nicht nur die Ex-Kämpfer im Stich gelassen hat, sondern weiterhin die Bauern und das kolumbianische Volk im Allgemeinen unterdrückt und massakriert.

Schließlich verurteilen wir erneut das makabere Bündnis zwischen der nationalen Armee, der Polizei und den Drogenparamilitärs der Mafias Sinaloa und La Constru, die für die jüngsten Todesfälle im weiten und ganzen Territorium des Putumayo verantwortlich sind (in diesem Monat wurden bisher mehr als sieben Menschen ermordet). Wir möchten klarstellen, dass wir keine Dissidenten sind. Wir sind FARC-EP. Und die offiziell anerkannte Guerilla-Struktur, die in dieser Provinz präsent ist, ist die Front Carolina Ramírez, obwohl die als 1. Front bekannte Armando Ríos-Front eine Struktur unserer Organisation ist, ist die Provinz Putumayo nicht ihr Operationsbereich. Ebenso stellen wir klar, dass die bewaffneten Strukturen, die Namen von den ehemaligen Fronten wie 32 und 48 annehmen und in vielen Fällen den Namen und das Logo unserer Organisation verwenden, um die Bevölkerung der Provinz anzugreifen, nichts anderes als Narko-Paramilitärs im Dienst des Mafia-Staates sind und in Abstimmung mit den Militär- und Polizeikräften des Ministeriums. Obwohl es darin Personen gibt, die Kämpfer, Milizionäre und sogar FARC-Führer waren, erfüllen sie heute die katastrophale Rolle, im Dienst des Unterdrückungsstaates zu stehen, des Drogenhandel und des Paramilitarismus.

Zentralstab der Front Carolina Ramírez

Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens

Berge von Putumayo

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Dass die Farce des Krieges gegen die Drogen aufhört

In einem Kommuniqué der aufständischen Bewegung FARC-EP, Zweites Marquetalia, widmet sich Iván Márquez wiederholt dem sogenannten Krieg gegen die Drogen:

Die größte Lügenfabrik der Welt ist das Weiße Haus der Vereinigten Staaten. Das „Cartel de los soles“ ist nur ein schillernder Name, um unvorsichtig zu täuschen. Es existiert nicht. Wie ist seine Struktur? Wer sind die Mitglieder des klangvollen Kartelles? Das ist eine vergiftete Erfindung aus der mächtigen Fake-News- und Fehlinformationsfirma, die Washington manipuliert. Die Verbindung zwischen den langjährigen Friedensunterhändlern Iván Márquez und Jesús Santrich zu einer nebulösen Organisation, die USA unfaire Aggression gegen Venezuela rechtfertigt, muss als Infamie in Frage gestellt werden. Erinnern Sie sich an Ungerechtigkeit gegen Simón Trinidad. Was für ein Kartell der Sonne oder was zum Teufel! Die reine und saubere Wahrheit breitet ihre Flügel aus und fliegt frei, damit die Welt die Implosion einer Lüge sehen kann, die im Wind getrieben wird.

Der Krieg gegen Drogen ist ein Misserfolg und es ist ein Betrug. Der ehemalige Gouverneur von Minnesota, Jesse Ventura, berichtete vor einigen Jahren, dass die DEA und die CIA die Destabilisierung demokratischer und souveräner Regierungen mit Geld für den Drogenhandel finanzieren. Und sie tun dies, weil sie es für unwahrscheinlich halten, für unmoralisch, dass der Kongress Ressourcen genehmigt, die für eine schreckliche und nicht vorzeigbare Sache bestimmt sind. Sie kennen auch diese Agenturen, die niemals den Segen der Menschen in den Vereinigten Staaten für solche schmutzigen Zwecke erhalten würden. Das erklärt, warum es in der großen nördlichen Nation keine kohärente Verfolgung der Mafia für die Verteilung von Kokain gibt, die letztendlich mit den exorbitanten Gewinnen aus dem Geschäft entsteht.

Die Haltung der Regierung von Washington gegen den Drogenhandel ist völlig scheinheilig. Sie ist blind oder scheint blind zu sein, wenn kriminelles Verhalten dazu beiträgt, ihren Dominanzambition zu stärken.

Wer weiß denn nicht, dass Iván Duque mit Geld von der Mafia, die vom Drogenhändler „Ñeñe Hernández“ gesammelt wurde, zum Präsidenten Kolumbiens gewählt wurde, unrechtmäßiges Geld, das für Wahlbetrug und Stimmenkauf verwendet wurde. Dass Herr Duque den Widerruf des Mandats anwenden sollte und auch, was er selbst als Präsidentschaftskandidat verlangte: dass nicht nur die Schatzmeister der Kampagnen ins Gefängnis gehen, sondern auch die Kandidaten selbst.

Aber die Spuren des ehemaligen Präsidenten Uribe auf seiner alternden Spur entlang der Drogenspuren sind viel tiefer, da er als Direktor für Zivilluftfahrt Pablo Escobar ermächtigte, geheime Landebahnen zu benutzen, eine Lizenz, die es ihm ermöglichte, Flugzeuge voller Kokain in die USA zu schicken. In reinem Silber war es Uribe, der Escobar berühmt machte, indem er den Luftkorridor nach Norden öffnete, was ihn schließlich zum mächtigsten Mafia-Boss der Zeit katapultierte. Kein Wunder, dass Pablo Escobar den jungen Beamten dankbar als „diesen gesegneten Jungen“ bezeichnete. Sie sagen, dass Uribe immer ein Himmelsstürmer gewesen ist. Und vielleicht erlaubte er deshalb als Präsident die Nutzung des internationalen Flughafens El Dorado in Bogotá, um riesige Kokainlieferungen durch diese große Tür zu versenden und auf demselben Weg einige Gewinne zurückzugeben. Nun, und sogar Duques Botschafter in Uruguay, Herr Sanclemente, hatte ein Kokainverarbeitungslabor in der Nähe von Bogotá.

Und diese Heuchler sind beleidigt, wenn jemand beim Lesen der Realität zu dem Schluss kommt, dass Kolumbien ein Narkostaat ist. Sie verfolgen bösartig das schwächste Glied in der Kette, nämlich die armen Bauern, aber niemals die Banker und Geldwäscheunternehmer. Fragen Sie die derzeitige Vizepräsidentin Marta Lucía Ramírez, die zwar heimlich die Kaution an ihren Bruder Bernardo gezahlt hat, der in den USA wegen Heroinhandels inhaftiert ist und düstere Beziehungen zu dem als „Memo Fantasma“ bekannten Gangster unterhält, der die Bauern lebendig verspeisen möchte, die armen „Maultiere“ und sie für immer und ewig verurteilen.

Das amerikanische Volk sollte seiner Regierung helfen, den peinlichen Verband zu entfernen, der sie nicht sehen lässt.

Es ist klar: Das Weiße Haus setzt schwache Präsidenten mit Schwänzen aus Stroh ein. Es bietet ihnen Immunität im Austausch dafür, dass sie seine Marionetten werden. Und die besten Marionetten, die er zweifellos in Südamerika hatte, waren Álvaro Uribe und Iván Duque aus Kolumbien. Daher gibt es für sie keine Verfolgung oder gerichtliche Bestrafung.

Lügner kommen wie Esel zusammen, um sich zu betrinken.

Diese Zeilen schließe ich und erinnere an die unfaire juristische Inszenierung von Álvaro Uribe und seinem Generalstaatsanwalt, Herrn Camilo Osorio, durch die der tadellose Guerilla-Führer Simón Trinidad unter dem verlogenen Vorwurf des Drogenhandels an die Vereinigten Staaten ausgeliefert wurde. Die Öffentlichkeit erinnert daran, dass Simón vor den Gerichten dieses Landes die Lüge der beiden bösen Charaktere besiegt hat. Sie mussten eine weitere Anklage erfinden, die nichts mit dem Grund seiner Auslieferung zu tun hatte, um ihn zu verurteilen: die, Mitglied des Zentralen Generalstabs der FARC zu sein. Und so wurde er zu 60 Jahren Gefängnis verurteilt, von denen er bereits mehr als 15 Jahre verbüßt hat. Derzeit befindet er sich in einem der unmenschlichsten Gefängnisse der Vereinigten Staaten, dem von Florence, Colorado. Ich informiere die Welt darüber, dass ein unschuldiger Mann namens Simón Trinidad von der FARC in diesem Gefängnis angekettet ist, für den ich um Solidarität und Gerechtigkeit bitte und dadurch seine Freilassung. Simón war nie Mitglied des FARC-Generalstabs, obwohl er den sehr hohen Rang eines Friedensverhandlers für eine aufständische Truppe hatte. Der Außenminister John Kerry hat gelogen, als er uns in Havanna versicherte, dass sie mit der Unterzeichnung des Friedensabkommens die Freilassung von Simón Trinidad in Betracht ziehen würden.

21. Juni 2020

FARC-EP
Zweites Marquetalia

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Weitere Kämpfe in der Region La Macarena

Die Region La Macarena, zwischen den beiden Provinzen Meta und Caquetá gelegen, ist wieder einmal in die Schlagzeilen geraten. Zum einen widersetzen sich seit Monaten mehrere tausend Bauern den militärischen Operationen der staatlichen Sicherheitskräfte gegen die erzwungene Zerstörung von illegalen Kokapflanzen, zum anderen gibt es militärische Kämpfe zwischen der unter Waffen stehenden dissidentischen FARC und dem kolumbianischen Militär. So wurden gestern sechs Soldaten bei einem nächtlichen Angriff der 40. Front der FARC getötet.

In den zurückliegenden Tagen gab es erneut soziale Proteste und große Demonstrationen von Bauern in der Region Guayabero. Dabei wurden mehrere Bauern durch Schüsse der Armee verletzt. Schon seit Monaten gibt es hier große Konflikte zwischen den autonom lebenden Bauern, organisiert in lokalen Organisationen, mit den staatlichen Sicherheitskräften. Armee und Polizei führen in Guayabero und La Macarena Operationen durch, um die Koka-Felder zu zerstören. Dabei wird jedoch auch die Lebensgrundlage vieler Bauern beseitigt.

Die Bauernorganisationen weisen darauf hin, dass sich viele Bauern dem im Friedensabkommen festgelegten Programm zur freiwilligen Substitution von illegalen Pflanzen angeschlossen haben. Dieses Programm soll eigentlich Alternativen für die Bauern schaffen, wird jedoch von der Regierung nur ungenügend umgesetzt. Stattdessen soll das Problem der Drogen, welches durch mangelnde staatliche Investitionen und Alternativen auch ein soziales Problem ist, militärisch gelöst werden. Jüngst wurde dazu eine Zusammenarbeit mit dem US-Militär beschlossen.

Diese Region ist eine alte (ehemalige) Bastion der Selbstverwaltung und der FARC. Seit Jahrzehnten haben aufständische Bewegung und soziale Organisationen eine Selbstverwaltung geschaffen, natürlich zum Misstrauen des Staates. Dieser jedoch hat bisher jegliche Form der Unterstützung und politischer, sozialer und wirtschaftlicher Präsenz vernachlässigt. Einzig die repressiven staatlichen Sicherheitskräfte agieren hier für den Staat und führen sich auf wie eine Besatzungsmacht. Dies sorgt seit Jahrzehnten für Spannungen zwischen der lokalen Bevölkerung und der Regierung.

Zu den Spannungen kommt die Stärke der aufständischen Bewegung. Davon zeugte ein Angriff in der letzten Nacht, als Armeekräfte einer nächtlichen Patrouille, die sich auf dem Weg von San Vicente del Caguán (Caquetá) in die Gemeinde La Macarena (Meta) befand, im Ort Puerto Lozada von Einheiten der 40. Front der FARC-EP unter dem Kommando von Calarcá angegriffen wurden. Dabei wurden sechs Soldaten der Armee getötet und weitere acht verletzt. Es ist einer der folgenreichsten Angriffe der dissidentischen Strukturen der FARC-EP gegen die staatlichen Sicherheitskräfte.

In der Region Caquetá, Meta und Guaviare sind neben der 40. Front vor allem die Fronten 1 (Armando Ríos), 7 (Comandante Jorge Briseño), 43 (Jacobo Arenas), 42 (Camilo Tabaco) und 27 (Manuel Marulanda) aktiv. Sie subsummieren sich vorrangig unter dem Kommando der 1. Front von Gentil Duarte, die sich noch während des Friedensprozesses der Friedenspolitik der FARC lossagten. Erst später gründete sich die FARC-EP „Zweites Marquetalia“ um den ehemaligen Verhandlungsführer im Friedensprozess Márquez sowie Santrich, El Paisa und Romaña. Zwischen beiden Strömungen ist ein Kampf um die Deutungshoheit und legitime Nachfolge der „alten“ FARC-EP entbrannt.

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200 getötete Mitglieder der ehemaligen FARC-EP

Die Zahl der seit dem im Jahr 2016 abgeschlossenen Friedensabkommen zwischen der FARC-EP und der kolumbianischen Regierung getöteten ehemaligen Guerillakämpfer*innen hat nun die Zweihundert erreicht. Einer der wichtigen Punkte im Friedensabkommen und zur Waffenniederlegung waren Sicherheitsgarantien auf physischer und juristischer Ebene für die Mitglieder der ehemaligen Guerilla FARC-EP. Nun zeigt sich, weder das Friedensabkommen wird adäquat umgesetzt, noch gibt es Sicherheitsgarantien für die ehemalige Kämpferinnen und Kämpfer.

Mario Téllez Restrepo ist das zweihundertste Opfer der FARC. Er arbeitete gerade in seiner Finca in der Region Tibú in der Provinz Norte de Santander, als er von Unbekannten erschossen wurde. Drei Kinder müssen nun ohne ihren Vater aufwachsen. Die Region Catatumbo ist seit vielen Jahren ein Unruheherd mit den unterschiedlichsten bewaffneten Akteuren. Trotzdem zeigt sich, dass nach vielen Hinweisen und Aufforderungen die Regierung nicht gewillt ist, Maßnahmen zur Sicherheit für die Friedensunterzeichner zu ergreifen.

Zuletzt gab es Anhörungen der FARC aufgrund der schwierigen Sicherheitslage vor der Interamerikanischen Menschenrechtskommission, aber auch vor der Sondergerichtsbarkeit für den Frieden (JEP) und schließlich vor dem Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Menschenrechte, der von der ehemaligen chilenischen Präsidentin Michelle Bachelet geleitet wird. Diese öffentlichen Anhörungen fanden statt, nach dem sich die Morde der Zahl 200 annäherten. Denn Ende Mai wurde Herney Betancourt Arias in der Gemeinde Campoalegre, Provinz Huila, ermordet.

Zu der Zahl 200 kommen jedoch weitere ermordete Familienmitglieder von ehemaligen FARC-Kämpferinnen und -Kämpfer hinzu. So wurde vor wenigen Tagen Bairon Eliécer Gómez Restrepo in der Wiedereingliederungszone Mariana Páez in der Gemeinde Mesetas, Provinz Meta, ermordet. Er war der Sohn von Érika Quiceno Restrepo, einer FARC-Kämpferin. Auch permanente Bedrohungen und großflächige Vertreibungen von sich in das zivile Leben wiedereingliedernde FARC-Mitglieder gehören zur systematischen Bekämpfung der FARC und des Friedensabkommens dazu.

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Wirtschaftliche und soziale Aufmerksamkeit für die Region Guayabero

In einem Kommuniqué zeigt sich die Partei FARC besorgt über die polizeilichen und militärischen Operationen gegen die Koka-Bauern und die ländliche Bevölkerung der südlichen Region in der Provinz Meta. Bereits vor einigen Monaten verwiesen wir in einem Artikel Spannungen und Militarisierung in La Macarena auf die besorgniserregende Situation vor Ort, in der der Staat repressiv gegen die ländliche Bevölkerung vorgeht, ohne für Alternativen zu sorgen und die selbst verwalteten Strukturen anzuerkennen. Seit jeher sind die FARC, sowohl Partei als auch Guerilla, in der Region stark in der Bevölkerung verankert. Es folgt die Übersetzung des Kommuniqué:

Wirtschaftliche und soziale Aufmerksamkeit für die Region Guayabero

Die Partei Alternative Revolutionäre Kraft des Volkes lehnt ab und äußert sich besorgt über die geschehenen Ereignisse in Tercer Milenio der Gemeinde Vistahermosa im Süden von Meta, wo die Intervention der ESMAD an sechs Bauern schwere Verletzungen zugefügt hat, die sich in einer friedlichen Demonstration von mehr als tausend Einwohnern der Region Guayabero befanden, die die Einhaltung des im Friedensabkommen festgelegten Integralen Nationalen Programms zur Substitution illegaler Pflanzen (PNIS) und Lösungen für die soziale und wirtschaftliche Krise fordern, die die Pandemie verursacht .

Diese Aktionen beziehen sich auf die seit Dienstag, dem 26. Mai, in den Gemeinden La Macarena und Vistahermosa (Meta) sowie in San José del Guaviare (Guaviare) durchgeführten Maßnahmen zur erzwungenen Ausrottung illegaler Nutzpflanzen, die von der Armee und der Drogenbekämpfungspolizei durchgeführt wurden.

Wir fordern die nationale Regierung und die Behörden der Region nachdrücklich auf, die verfassungsmäßigen Garantien und die Bestimmungen des Friedensabkommens einzuhalten und die freiwillige Substitution dieser Pflanzen durchführbar zu machen, um Lösungen für die wirtschaftlichen und sozialen Probleme der Region zu finden, verschärft durch den Gesundheitsnotfall. Die institutionelle Reaktion kann keine Unterdrückung sein, geschweige denn in einer Zeit der Pandemie, in der die Bedingungen der Armut unseres Volkes härter werden und von der nationalen Regierung Hilfe für diese bescheidenen Landsleute erwartet wird.

Wir fordern die Achtung des verfassungsmäßigen Rechts auf sozialen Protest.

Angesichts dieser schwerwiegenden Ereignisse fordern wir das Büro des Generalstaatsanwalts der Nation, das Büro des Generalstaatsanwalts und das Büro des Bürgerbeauftragten auf, diese Maßnahmen zu untersuchen, an denen Mitglieder der öffentlichen Sicherheitskräfte beteiligt sind, um die Beschwerden über verschwundene Bauern und den Zustand der festgenommenen Bevölkerung zu klären und zu bestätigen, ob die Entwicklung dieser Art von Operationen den von der Regierung erlassenen biologischen Sicherheitsvorschriften entspricht, um der Verbreitung von COVID-19 entgegenzuwirken.

Es hört nicht auf, die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass sich in diesen Regionen die amerikanischen Truppen mit dem Argument der Bekämpfung des Drogenhandels aufhalten werden, während es keine staatlichen Maßnahmen gegen den Handel mit Drogenzubehör und die Geldwäsche durch die Banken gibt und die mehr als tausend Tonnen Koka pro Jahr die polizeilichen und militärischen Kontrollen auf Straßen, Häfen und Flughäfen frei in Richtung US-Markt passieren.

Nationaler Politischer Rat

Alternative Revolutionäre Kraft des Volkes – FARC

Bogotá D.C, Juni 2020

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