Partei FARC beendet Zweite Nationalversammlung mit neuem Namen

Die ehemalige FARC-Guerilla und Partei FARC hat in Medellín ihre Zweite Außerordentlichen Nationalversammlung mit etwas mehr als 250 Delegierten beendet. Dabei wurde eine neue politische Stoßrichtung vorgegeben und der Name der Partei geändert. Bei der Versammlung, an der pandemiebedingt nur wenige Delegierte teilgenommen haben und was zuvor von einigen aus der Partei stark kritisiert wurde, wurde eine Namensänderung hin zur „Partei der Gemeinschaft“, bzw. „Partei des Volkes“, gewählt. Damit legt die FARC endgültig ihren aufständischen Namen ab, der laut der Parteioberen dafür verantwortlich war, dass die Partei nicht die politische Anerkennung bekommt, wie sie könnte.

Über die Zahl der Delegierten und bei den Abstimmungen beteiligten Personen gibt es jedoch unterschiedliche Angaben. So sollen bei der Abstimmung zum Namen der Partei 43 Delegierte für den jetzigen Namen abgestimmt haben, 11 für den Zweitplatzierten „Populäre Einheit der Gemeinschaft“ und nur 8 Stimmen für „Kraft der Gemeinschaft“. Demzufolge haben nur 70 Delegierte aus 11 Provinzen teilgenommen, wo die Partei verankert ist. Tatsächlich ist die Partei nicht in allen Provinzen Kolumbiens gut aufgestellt. Organisatorische Probleme und die politische Spaltung der Partei sorgten hier für einen Rückgang.

Ob allein der Name und das Auftreten der Partei nach außen dafür verantwortlich waren, dass nur geringe Wahlerfolge erzielt wurden, sei dahingestellt. Kritiker werfen den Parteiführern vor, dass sie die politische Parteirichtung verwässern und kein klares Profil zu erkennen ist. Zudem verrate man mit nun mit dem neuen Namen auch die Vergangenheit als revolutionäre Bewegung, für die unzählige Kämpfer ihr Leben ließen. Hinzu kommen autokratisches Agieren und eine Entfernung der Parteioberen von der Basis. Der Streit führte bereits zum Rückzug von vielen anerkannten Kämpfern und zu zahlreichen Parteiaustritten. Parteimitglieder, die sich kritisch zur Entwicklung äußerten, wurden mundtot gemacht.

Alter und neuer Parteichef Rodrigo Londoño erklärte, dass mit der Namensänderung das Image für die Präsidentschaftswahlen im Mai 2022 zum Positiven verändert wird. „Ich möchte Kolumbien und die internationale Gemeinschaft darüber informieren, dass wir ab heute `Comunes´ heißen werden, weil wir eine Partei von Menschen der Gemeinschaft sind, die für ein faires und wohlergehendes Land für die Menschen der Allgemeinheit arbeiten“, so der Präsident. Zwischen drei alternativen Namen konnten die Mitglieder auf der Versammlung, die teilweise digital abgehalten wurde, auswählen. Auf der Tagesordnung stand auch das Aufstellen von Kandidaten und Wahllisten.

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FARC-Partei mit großen Spaltungstendenzen

Vom 22. bis zum 24. Januar wird die Zweite Nationalversammlung der Partei FARC stattfinden, bei der 380 Delegierte zusammentreffen werden. Die Versammlung beabsichtigt, eine Reihe von Punkten anzusprechen, darunter die Ernennung eines neuen gesetzlichen Vertreters, die Vorbereitung des nächsten Wahlkampfes und die Änderung des Namens und des Logos der Partei. Doch zuvor werden die Spaltungstendenzen immer größer.

Bekanntlich wurde die Partei FARC im Rahmen der Umsetzung des im November 2016 unterzeichneten Friedensabkommens gegründet, damit die ehemaligen Guerillakämpfer ihre politischen Ziele ohne den Waffengebrauch fortsetzen konnten. Zu diesem Zweck wurde die offizielle und legale Partei gegründet, öffentliche Mittel standen zur Finanzierung zur Verfügung, ein Zentrum für politisches Denken und Analysieren wurde eingerichtet und eine parlamentarische Quote von 10 Abgeordneten zugewiesen.

Dabei gab es von Anfang an Probleme, die sich in der zurückliegenden Zeit verschärft haben. Nun ziehen sich drei bekannte Führungspersonen, die im Dissens zur Parteilinie stehen, von der Nationalversammlung zurück. Die Senatoren und Mitglieder des Nationalen Politischen Rates der Partei, Victoria Sandino und Benkos Biohó, haben einen Brief von Joaquín Gómez unterzeichnet, in dem sie die Einberufung der Außerordentlichen Versammlung in Frage stellen. Sie warnen, dass dieses Treffen im Widerspruch zum Geist des Friedensabkommens und der revolutionären Tradition steht.

Die Unterzeichner kündigten an, dass sie nicht aus der Partei FARC ausscheiden werden, aber das rechtliche Schritte unternommen werden, um dieses Treffen zu stoppen, das nur die Teilnahme von 230 von insgesamt 1200 Parteidelegierten garantiert. „Die politische Debatte erfordert Garantien und Demokratie. Deshalb werden wir uns nicht an dieser undemokratischen Versammlung beteiligen, die an manipulierte Mechanismen gebunden ist, die Mitglieder und Parteigründer ausschließt, die sich weiterhin dem Friedensabkommen verpflichtet fühlen.“

Seit geraumer Zeit beklagen interne FARC-Mitglieder, dass es eine Elite von Führungspersonen gibt, die sich undemokratisch verhalten und vor allem Kritiker ausschließen. Zudem geht es dieser Elite vor allem um die Partei und ihre Posten und nicht um das zerfallende Kollektiv der ehemaligen aufständischen Bewegung. So gab es immer wieder Kritik, dass die Umsetzung des Friedensabkommens, die fehlenden Sicherheitsgarantien und die noch 300 Inhaftierten nur ungenügend zur Sprache kamen.

Laster und schlechte politische Praktiken tauchten bald auf, es ging um Bevorteilung von hörigen Personen, Vetternwirtschaft und politischen Opportunismus, die die eigenen Ideale der entwaffneten Guerilla verrieten und im Gegensatz zum historischen und kollektiven Gedächtnis des revolutionären Widerstands standen. Zu erwähnen sind hierbei der Verzicht auf die theoretischen Grundlagen einer revolutionären Organisation wie Marxismus-Leninismus, um eine neoliberale Vermischung anzunehmen, nur um durch eine verallgemeinernde Rhetorik und individualistisches Spiel eine Koinzidenz mit den politischen Fraktionen der herrschenden Parteien im nationalen politischen System zu schaffen.

Durch die Spaltung und die Unzufriedenheit in der Partei gerät sie an den Rand des politischen Kampfes und verliert mehr und mehr ihre Legitimität. Es ist abzusehen, dass die Partei bei den nächsten Wahlen keine große Rolle spielen wird, und da sie bisher ja schon nur ein Schattendasein bei den Wahlen fristete, dürfte aufgrund der öffentlichen Schlammschlacht ein Zerfall drohen, sollten die quotierten Abgeordnetenplätze endgültig wegfallen. Es ist schade zu sehen, wie das Ziel eines gemeinsamen, kollektiven und politischen Kampfes nun mehr und mehr zerbricht.

Alternativen gibt es bisher keine. Die einen wenden sich enttäuscht ab und gehen ihren Weg der individuellen Wiedereingliederung in das zivile Leben. Andere Personen widmen sich den neu entstandenen sozialen und politischen Prozessen jenseits der Partei zu, die im Zuge der Krise in der Partei entstanden sind. Andere greifen wieder zu den Waffen, weil sie erkennen, dass der Friedensvertrag von den letzten beiden Regierungen immer mehr zerrissen wurde.

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Angriffe auf Webseiten und soziale Medien

Nicht nur die Partei FARC hat derzeit mit unzähligen konzentrierten Angriffen auf ihre Webseite zu tun, wie sie selbst mitteilte. Auch wir als Kolumbieninfo können derzeit aufgrund einer Sperrung den Twitter-Account nicht mehr nutzen. Weitere Twitter-Accounts wurden von der FARC-EP, Zweites Marquetalia, und ihr nahestehender Organisationen gesperrt.

Natürlich kann hier spekuliert werden, wer für die zahlreichen Angriffe verantwortlich ist. Aber unser Blick geht klar in Richtung der Regierung von Duque und dem rechtsextremen und paramilitärischen Netzwerken mitsamt der staatlichen Sicherheitskräfte.

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Ein Schritt vorwärts, zwei zurück. Eine Illusion, die zu einer Katastrophe wurde

Friedensprozess: Ein Schritt vorwärts, zwei zurück. Eine Illusion, die zu einer Katastrophe wurde

„Seit der Unterzeichnung des Friedensvertrags (fälschlicherweise als Abkommen bezeichnet) haben wir eine echte Tortur durchgemacht. Von dieser angeblichen `bestmöglichen Vereinbarung´, die mehr als 60 Jahre Konflikt beenden würde, sind heute nur noch die Fetzen übrig, die ein beklagenswerter offizieller Sektor von Der Rose [die Partei FARC] mit Sabbern festhält, um ihre Feigheit und Schamlosigkeit zu verbergen. Es waren vier Jahre totaler Perfidie seitens des Establishments. Das von der extremen Rechten durch den Mund von Fernando Londoño ins Leben gerufene Epitheton, `dieses verdammte Papier zu zerreißen´, war der Auftakt zu der Tatsache, dass die `pacta sunt servanda´ [Verträge sind einzuhalten] nur ein leeres Konzept für eine kriminelle und kleinliche Oligarchie war, die das Land von der Klippe des Bürgerkriegs regiert.“

Das sind die einführenden Worte eines siebenseitigen Briefes von unzufriedenen ehemaligen Kommandierenden der mittleren Ebene des militärischen Ostblocks der FARC-EP. Verfasst wurde dieser Brief vor wenigen Tagen und er zeigt deutlich auf, dass es große Kreise innerhalb der ehemaligen FARC-EP gibt, die nicht nur unzufrieden mit der Umsetzung des Friedensabkommens sind, sondern ebenso unzufrieden mit der Politik der aus der Guerilla heraus entstandenen Partei FARC sind, die aufgrund ihres Symbols auch als Partei der Rose bezeichnet wird. Es ist ein Abgesang auf die revolutionären Prinzipien und die Geschichte der Guerilla.

In dem Brief wird erst einmal beschrieben, wie das Abkommen nach und nach zerrissen wurde. Die vollmundigen Ankündigungen von rechten Politikern wurden bald in die tat umgesetzt. Die Agrarreform kaum angetastet, keine Sicherheitsgarantien für die ehemaligen Kämpfer und keine Bekämpfung des Paramilitarismus, was sich auch in den Zahlen von ermordeten Personen ausdrückt, keine Reform des politischen Systems, sondern noch mehr Stimmenkauf und Korruption, sowie keine Aufarbeitung des bewaffneten Konfliktes und der Geschichte des Landes.

Zur gleichen Zeit gab es für die Wiedereingliederung der ehemaligen Kämpfer in das zivile Leben keinen Zentimeter Land für produktive Projekte. Stattdessen gab es bürokratische Hindernisse und Ausgaben für einen Workshop nach dem anderen, in denen zusammen mit der internationalen Gemeinschaft der Frieden gelobt wurde, aber die sich im Prozess der Wiedereingliederung befindlichen Personen in Elend und Hoffnungslosigkeit stürzten. Und tatsächlich ist dies auch die Rückmeldung aus den sogenannten ehemaligen Wiedereingliederungszonen und anderen Projekten im Land. Nur im Schneckentempo kommen die verschiedenen Projekte voran, Unterstützung seitens der Regierung gab es kaum, eher versuchte sich die Mehrheit auf eigene Faust durchzuschlagen, als im gescheiterten kollektiven Prozess.

Auf der X. Nationalen Guerillakonferenz und dem Gründungskongress der FARC-Partei (heute besser bekannt als „Partei der Rose“) war zunächst vorgesehen, was in naher Zukunft passieren sollte: Die Aufgabe des Kämpfens mit der Waffe hin zur Politik. Was jedoch geschah, war die Positionierung einer „Klientel“, die sich seit Havanna [dem Verhandlungsort] um einen kleinen und wohlhabenden sektiererischen Kern herausgebildet hatte, während die ehrlichen Revolutionäre darüber nachdachten, wie sie der farianischen [Ideologie der FARC-Guerilla] Ideologie Kontinuität verleihen könnten, nicht mehr aus der Waffen, aber aus der Politik heraus.

Gleichzeitig wurde auf groteske Weise der Wille, der bei der Abstimmung zum Ausdruck gebrachten Delegierten im Gründungskongress ignoriert und die Machtergreifung von Timo [gemeint ist Timochenko] in der Führung der Partei zynisch argumentiert. Die Konsolidierung des opportunistischen und wohlhabenden Kerns hing von seiner Mittelmäßigkeit ab, von dieser Position aus widmete sich der brandneue Präsident der Partei zusammen mit seinem Testamentsvollstrecker Gabriel Ángel der Verleumdung der Geschichte der revolutionären Organisation. Gabriel Ángel, der blumige Geschichten schrieb und die wahre Geschichte der Guerilla hintertrieb. Sehr bald begann sich die ehrliche Basis von dieser Maskerade zurückzuziehen.

Der große kritikpunkt ist immer wieder, dass sich die hochrangigen Kommandierenden um Timochenko daran machten, die Zerstückelung der Partei zu feiern und alle Kritiker hinaus zu werfen. Sie waren nicht mehr daran interessiert, ein revolutionäres politisches Projekt zu stärken, sondern daran, um tunlichst alle Möglichkeiten für öffentliche Ämter und für die Staatsbürokratie im Namen der Wiedereingliederung beizubehalten und daran zu verdienen. In ihrer Argumentation fantasierten sie einen ideologischen Kampf zwischen Revolutionären und Reformisten herbei. In wirtschaftlicher Hinsicht bemüht sich Pastor Alape, ECOMUN zu schwächen, die Plattform der wirtschaftlichen Projekte in der Wiedereingliederung. Er berief ihm nahestehende Leute und versuchte innerhalb der FARC eine eigene NGO zu schaffen. Dabei wurde er auf dem Kongress nie dafür von den Kämpfern auserwählt, sondern vom alten Sekretariat [dem höchsten Gremium der Guerilla] ausgewählt.

Diese Strukturen jedoch, das alte Sekretariat und auch der ehemalige zentrale Generalstab, existieren jedoch seit der Auflösung der Guerilla nicht mehr. Trotzdem behielten ihre ehemaligen Mitglieder ihre Macht und widersetzten sich den neuen demokratischen Maßstäben, als hätten sie ihren Übergang in die zivile Welt nie vollzogen. Diese Hierarchie wird immer wieder von der FARC nahestehenden Leuten kritisiert. Die Führungspersonen in der heutigen Partei FARC haben sich komplett von der Basis und der Lebensrealität, die existenzbedrohend, hart und gefährlich ist, entfernt.

Heute kann beobachtet werden, wie die Partei ihre revolutionären Prinzipien aufgegeben und sich zu einer liberalen Partei entwickelt hat. Chaotische Formen der Arbeit, die Partei der Basis wurde aufgegeben, um heute eine Partei der Angestellten zu werden, die mit Positionen und Gehältern verbunden sind, was sich in dem Entfernen von mehr als 11.000 ehemaligen Kämpfern von den 13.400 erklärt, die das Abkommen unterzeichnet und die Entwaffnung vollzogen haben. Die im Gründungskongress festgelegte Abkehr einer revolutionären Organisation marxistisch-leninistischen Charakters führte dazu, dass die Partei mehr als 80 Prozent ihrer Mitglieder verlor und eine winzige Gruppe von Parteimitgliedern ohne Kompass, ohne Pläne und ohne klare Organisation und ohne Berufung zur Macht geworden ist.

Jetzt, auf dem Januar-Kongress, wird die Partei den historischen Namen ändern. Nach der Abkehr des Marxismus-Leninismus und der Aufgabe der alten Basis sind sie in die Verwaltung von Gruppen und Fäden geraten, die in interne Kämpfe verwickelt sind, was die FARC-Partei zu ihrer vollständigen Zerstörung und zu ihrem Verschwinden als historisches Projekt führt. Schlimmer noch, denn nun diskreditieren sie die alte Guerilla, wie den militärischen Ostblock, als ein Kartell von Drogenhändlern und verkennen jegliche damalige Situation. In dem Brief werden die heutigen Parteiführer als die größten Nutznießer des Drogengeldes benannt. Sie erwirtschafteten nichts und lebten von der Arbeit, dem Schweiß und dem Blut der Guerilleros. Es folgen weitere persönliche Angriffe auf heutige Parteiführer mit den Hinweis, die Geschichte der Guerilla zu verleumden, um ihre Weste weiß zu waschen.

Und zum Ende des Briefes der klare Abgesang an die revolutionären Prinzipien und die Geschichte der FARC-EP: „Wenn wir also zu dieser Demobilisierung kommen, die als Euphemismus der Wiedereingliederung getarnt ist, wenn wir in einen Prozess verstrickt sind, der nie der Traum unserer wahren Kommandanten war, wenn das, was in Havanna geschaffen wurde, von Bauern und Arbeitern als eine Abgrenzung zu marxistisch-leninistischen revolutionären Prinzipien angesehen wird, dann deshalb, weil eine Clique von `nur Politikern´ ins Sekretariat und in den Zentralen Generalstab kam, die angesichts ihrer Unfähigkeit, Guerillakriege zu führen, nur auf dem Weg zur versteckten und bedingungslosen Kapitulation war. `Politiker´ schließlich, vor denen uns Genosse Jorge [gemeint ist Jorge Briceño als ehemaliger Kommandant des militärischen Ostblocks] uns so sehr gewarnt hat; `Politiker´, die als einzige in die Geschichte eingehen, die in der Lage waren, die Guerillabewegung der FARC EP zu besiegen.“

Und abschließend: „Ehemalige Genossen der Guerilla, Bauern, Kolumbianer: Frieden, die Illusion von Frieden, soziale Versöhnung und andere Inbegriffe, mit denen wir Klassenversöhnung bezeichnen wollen, wurden innerhalb der Guerillabewegung nie verkündet; es war die Rede vom Friedensprozess ja, als eine Form des Kampfes, des Anhaltens um voranzukommen, vom Dialog um zu wachsen, nicht als strategisches Ziel. Wir haben das strategische Ziel im strategischen Ansatz verfolgt: Die Revolution, die Machtergreifung für das Volk, ohne zu vergessen, dass es keine friedlichen Revolutionen gibt, dass alle gewaltvoll sind, den Willen einer sozialen Klasse über eine andere zu etablieren. Das ist der revolutionäre Frieden, für den die FARC EP gekämpft hat.“

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Morde an FARC-Mitgliedern gehen auch 2021 weiter

In einer kurzen Mitteilung verurteilte die Partei Alternative Revolutionäre Kraft des Volkes – FARC die Ermordung des ehemaligen Guerillakämpfers Duván Arled Galíndez Nadia, die am Samstag, dem 2. Januar, abends in Cartagena del Chairá (Caquetá) geschah.

Nach Angaben der Partei wurde der ehemalige Kämpfer, der sich im Prozess der Wiedereingliederung in das zivile Leben befand, bei dem Rausgehen aus einem Restaurant im Stadtteil Antioquia von einem Fremden angesprochen, der dreimal auf ihn schoss und was schließlich zum Tod führte. Er verstarb auf dem Weg in das Krankenhaus.

„Mit der Ermordung von Duván wurden seit der Unterzeichnung des endgültigen Friedensabkommens 251 Compañeros und Compañeras getötet (…) und ist der zweite in den ersten drei Tagen des Jahres 2021. Die Systemhaftigkeit bei der Ausrottung, der wir ausgesetzt sind, ist unbestreitbar, ebenso wie das Schweigen und die Gleichgültigkeit einer Regierung, die ihr Engagement für die Umsetzung des Abkommens und der Sicherheitsgarantien mit den Mitgliedern der Alternativen Revolutionären Kraft des Volkes getäuscht hat“, erklärte das Kollektiv der Rose, wie die Partei auch aufgrund der Rose als Symbol genannt wird.

Bereits zuvor, am 1. Januar, wurden Yolanda Zabala Mazo, 22, zusammen mit ihrer Schwester, Reina Zabala, 17, in der Gemeinde Briceño (Antioquia) ermordet. Yolanda hatte ihren Prozess der Wiedereingliederung in der Wiedereingliederungszone von La Plancha in Anorí (Antioquia) vollzogen. Das vergangene Jahr 2020 war das blutigste Jahr nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens.

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Ein Gespenst geht um in Kolumbien – Neujahrsgruß

In Deutsch übersetzter Neujahrsgruß der FARC-EP, Zweites Marquetalia:

Ein Gespenst geht um in Kolumbien

Um die anerkannte Aussage zu paraphrasieren, mit der Marx und Engels das historische kommunistische Manifest von 1848 eröffnen, das ebenfalls gültig und wichtig ist, beginnen wir diesen Neujahrsgruß und drücken jedem Landsmann unseren inbrünstigen Wunsch aus, dass wir 2021 mit Entschlossenheit des Kampfes empfangen, mit großem Optimismus, die Flügel sich gegenüber dem Wind unserer Träume von einem Neuen Kolumbien öffnen, in Frieden, mit sozialer Gerechtigkeit und mit dem Atem der FARC-EP (Zweites Marquetalia, der sich in der nationalen politischen Szene immer mehr ausdehnt.

Diese Regierung von Ñeñe Duque, einer „uribistischen“ Marionette, die „das Glück“ hatte, auf die COVID 19-Pandemie zu zählen, die zum Unglück der Kolumbianer hinzukam, wird niemals eine solche Entschuldigung haben, um das durchschlagende Versagen seiner Präsidialverwaltung zu vertuschen, die definitiv die Ungleichheit und das Elend verschärft, die wie in einem Schnellkochtopf mit der Hitze der Empörung der Enteigneten und Beleidigten mit so viel Farce und Missachtung kocht.

Abgesehen von den endemischen sozialen Missständen, unter denen Kolumbianer leiden und deren mögliche Lösungsanfänge vom Regime mit der Zerstörung des Friedensabkommens von Havanna vereitelt wurden, ist das Schockierendste an diesem Jahr zweifellos die neoliberale Pandemie mit dem Hinzufügen des Coronavirus, ohne dass noch Klarheit über die ohnehin schon schlimmen und sogar unvorhersehbaren Auswirkungen auf die wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen unseres zerstörten Landes bestehen. Was offensichtlich ist, ist die Vertiefung der ungleichen Produktionsbedingungen und eine größere Prekarität der bereits angeschlagenen Lebenssituation der Mehrheit, was zu einer Situation akuter Unzufriedenheit der Bürgerschaft führt, die ihre Wurzeln tief in der Geschichte von Ungerechtigkeiten und Opfer, die das Kapital hinterlassen hat und die irgendwie Früchte tragen bei Protesten und antisystemischen Aktionen, die von einem Moment zum nächsten wieder explodieren können.

Mit größerem Eifer sollten die zentralen Forderungen der sozialen Bewegung in Bezug auf unbefriedigte Grundbedürfnisse aufgenommen werden, insbesondere in den Bereichen Gesundheit und Bildung, oder in Bezug auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Löhne oder in Aspekten die nie ihre Relevanz gezeigt haben, wie es bei der Anerkennung von Pflege- und Betreuungsarbeit der Fall ist; das allgemeine Grundgehalt oder das Grundeinkommen, das um jeden Preis fordert, dass die durch die Pandemie verursachten Verluste und die Kosten ihrer wirtschaftlichen Erholung nicht auf die Schultern der Lohnabhängigen und informellen Bevölkerung fallen, die die größten Schläge der Krise erleiden.

Einer der Vorschläge, den die Volksbewegung kurzfristig weiter verfolgen sollte, ist der Kampf um das universelle, individuelle und bedingungslose Grundeinkommen der Staatsbürger, das das Existenzrecht garantiert, während gleichzeitig der Widerstand gegen den Autoritarismus des Regimes erhöht und die Kontrolle und Verwaltung gemeinsamer Güter übernommen wird, wobei das Verbot des öffentlichen Raums, das mit der Entschuldigung des Coronavirus akzentuiert wird, beendet werden muss. Man muss unnötige Verknöcherungen durchbrechen, sich in Kühnheit vermehren, sich grundlegend annähern und die Straßen und Wege mit mehr Macht und Entschlossenheit zurückerobern, mit allem, was uns zur Verfügung steht, in einem Zustand permanenter Insubordination gegen den Status Quo, um eine Regierungsalternative für den Frieden zu verfolgen.

Glücklicherweise haben die einfachen Leute gewusst, wie sie reagieren sollen, und haben sich nicht stagnieren lassen, was Zeiten einer Explosion von Kämpfen am Horizont ankündigt. Aus diesem Grund gratulieren wir ihnen und freuen uns, ihnen mitteilen zu können, dass aus demselben Wirbelsturm von Verrat, der die Möglichkeit der Friedenssicherung verschluckt hat, die FARC-EP (Zweites Marquetalia) hervorgegangen ist, deren Gespenst die Szenarien des nationalen politischen Lebens durchläuft, um auch das legitime Recht zu vertreten, dass alle Völker bewaffnete Rebellion gegen Tyrannei ausüben müssen. Niemand sollte also verwirrt sein: Wir haben den Guerilla-Weg nicht aus Vergnügen, sondern aus Anstand und Pflicht wieder aufgenommen. Zusammen mit denen, die in Frieden getäuscht wurden, sind wir die Verratenen, aber wir behalten die Überzeugung in unseren Herzen, dass das Schicksal Kolumbiens nicht das des Krieges sein kann, und folglich handeln und versuchen wir, die Szenarien zu öffnen, die es irgendwann ermöglichen, wieder den Dialog aufzunehmen, um den Konflikt zu beenden.

Obwohl es im Moment keine Bedingungen gibt und der einzige Kampf, der verloren geht, der ist, der aufgegeben wird, ist es unsere Pflicht, ihn zu ermöglichen. Die gemeinsame Aufgabe besteht also darin, diese Bedingungen zu schaffen, und die ersten Schritte sollten dazu führen, dass die Hindernisse, die dies verhindern, beseitigt werden, unter anderem der Abbau des staatlichen Paramilitarismus, schmutzige Kriegsführung, Korruption und Straflosigkeit der Memo-Mafias und der Ñeñe-Mafias, die das Casa de Nariño übernahm. Nur so können wir ein neues Szenario entwickeln, das es uns ermöglicht, den Weg des Dialogs für einen vollständigen Frieden zu wiederholen, um Elemente für diesen möglichen Dialog vorzubereiten, der unter Berücksichtigung dessen stattfinden sollte, sie mit einer alternativen Regierung zu führen, die sich wirklich für Frieden und soziale Gerechtigkeit einsetzt. Das alte Abkommen wurde aufgrund all der Variationen und Verzerrungen, die es erlitten hatte, zu einem nutzlosen Instrument oder zumindest nicht ausreichend, um die alten und neuen Grundursachen zu lösen, die die Konfrontation erzeugten und aufrechterhielten. Ein Friedenspakt erfordert neue Konsensfragen mit größerer Tiefe in Bezug auf Transformationen, die die neoliberale Wirtschaftsordnung und darin die verschobene Frage der Umverteilung und Nutzung von Land in einer Perspektive berühren müssen, die eine territoriale Neugestaltung impliziert. Auf der gleichen oder einer höheren Ebene sollten Themen wie politische Reformen und nationale Souveränität diskutiert werden, die durch den US-Interventionismus mit der Anwesenheit von Militärbasen und einer Botschaft verletzt werden, die mit der Duldung staatenloser Oligarchie den politischen Kurs Kolumbiens zeichnet und aufzwingt.

Für ein 2021, dass Wege zum Frieden eröffnet. Glückwünsche!

Brüderlich,

FARC-EP

Zweites Marquetalia

Dezember 2020

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Gruß der FARC-EP an das marginalisierte Volk von Kolumbien

Das westliche Koordinierungskommando besteht aus den Guerillakolonnen Dagoberto Ramos, Jaime Martínez, Adan Izquierdo, Franco Benavides, Urías Rondón und M. Ruiz und hat sein Operationsgebiet unter anderem in Valle del Cauca, Cauca und Nariño. Das Koordinationskommando und die Kolonnen unterzeichneten nicht das Friedensabkommen mit der Regierung unter Santos und stellen sich historisch in die Tradition des bewaffneten Kampfes der FARC-EP. Es steht in enger Verbindung zu den Einheiten im Osten unter der Ersten Front Armando Ríos und anderen Strukturen der Guerilla. Hier ein Artikel. Wir dokumentieren hiermit den Neujahrsgruß:  

 

Gruß der FARC-EP an das marginalisierte Volk von Kolumbien

Das Comando Coordinador de Occidente (CCO) [Westliches Koordinationskommando] steht anlässlich der Dezember-Tage in Solidarität mit dem historisch marginalisierten und ausgeschlossenen kolumbianischen Volk: alte Frauen und Männer, Männer und Frauen, junge Frauen und Männer, Jungen und Mädchen sowie diejenigen, die noch geboren werden müssen. Darüber hinaus vermittelt es eine herzliche revolutionäre Umarmung, die alle schützt und ihnen wünscht, dass dieses Weihnachten und das Neujahr ein Treffen der Erinnerung und des Verbringens als Familie sein wird, ohne Angst, wo Ruhe und die größte Weihnachtsfreude trotz Ungerechtigkeit und staatlicher Verlassenheit Vorrang haben.

Kolumbien befindet sich heute in der schlimmsten sozioökonomischen und gesundheitlichen Krise, wie man sie noch nie in seiner Geschichte gesehen hat. Das Haushaltsdefizit am Rande eines endlosen Abgrunds mit einer unkalkulierbaren Verschuldung, die nicht durch die Krise verursacht, die durch die Covid-19-Pandemie ausgelöst wurde, sondern durch die Unverfrorenheit und Korruption ihrer Herrscher. Der Kongress der Republik wurde vom Virus der Korruption und den paramilitärischen Mafias aufgefressen; der Lebensstandard in prekärer Lage; die Lebenshaltungskosten über den Wolken; Steuerreform durch Ersticken kleiner Steuerzahler, während große Oligarchen finanzielle Privilegien und Freizonen genießen. Darüber hinaus versetzen die Freihandelsabkommen den Kleinbauern oder Erzeugern den letzten Schlag, da sie nicht die Unterstützung der Regierung haben, um sie vor der Lawine importierter Produkte zu schützen, ohne einen einzigen Peso beizusteuern, als Folge der staatenlosen Aktion des Präsidenten, die nichts anderes als ein unterwürfiger Sklave der Regierung von DONALD TRUMP und seiner Marionetten ist; so, dass die Einfuhren ohne Zollgewicht fallen gelassen werden.

Aber das ist noch nicht alles, das Gesundheitssystem befindet sich immer noch in den Händen großer transnationaler Unternehmen, die mit dem Leben der Menschen handeln und die Regierung unternimmt nichts, um das System zu verstaatlichen, damit die Gesundheit des kolumbianischen Volkes in der Verantwortung des Staates und nicht des Privatsektors liegt .

Ebenso gibt es das Bildungssystem, in dem das Gehalt der Lehrer miserabel ist, aber das Schlimmste ist, dass sie nicht einmal ihr Lohneinkommen erfüllen.

Und was ist mit den „majestätischen Streitkräften“, die sich in eine Bande von Vergewaltigern von Mädchen und Jungen verwandelten, aber auch von Henkern derselben Klasse. Die von den großen Mafia-Kartellen manipulierte Generalsebene, die nationale Souveränität wurde mehr denn je verletzt und von Gringo-Söldnern mit Füßen getreten. Sie übergaben unser Territorium als Brückenkopf, um die Launen des Imperiums zu befriedigen und seine Hegemonie gegen die Regierung unseres Schwesterlandes Venezuela durchzusetzen.

Leider mussten wir dieses Jahr mit einer Regierung enden, die aufgrund ihrer Unfähigkeit zu regieren, den Mangel an Würde, von Zugehörigkeit und mangelndem Patriotismus dazu geführt hat, dass sie staatenlos wurde und weder den Schmerz des kolumbianischen Volkes spürt noch sich darum kümmern, dass illegale Regierungen unsere Flagge mit Füßen treten und ihre Nasen in die inneren Angelegenheiten unserer Nation stecken, unsere Souveränität aufgeben und das Selbstbestimmungsrecht der Völker verletzen.

Die Marionette, IVAN DUQUE, die den kolumbianischen Präsidenten spielt, hat nichts anderes getan, als die Träume Tausender Kolumbianer zu beenden, die wirklich auf Frieden setzen, den Paramilitarismus zu verstärken, gemeinsame Güter an transnationale Unternehmen auszuliefern und mit dem Sprühen von Glyphosat aus der Luft zu drohen, angeblich um die Kulturen für den illegalen Gebrauch zu zerstören, gegen das zu verstoßen, was in Havanna und beim PNIS-Programm vereinbart wurde, aber gleichzeitig den sozialen Protest zu stigmatisieren.

Wir würden endlos werden, wenn wir alle Fehler dieser schlechten Regierung auflisten würden, was diesen Neujahresgruß sehr umfangreich macht.

Aus diesen Gründen und vor allem den unsinnigen Ereignissen rufen die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens, Volksarmee, FARC-EP, alle fortschrittlichen Kräfte des Landes auf; bei den Streitkräften: Generäle, Majors, Oberste, Kapitäne, Leutnants, Unteroffiziere, Soldaten und Polizisten, die ein Zugehörigkeitsgefühl haben und sich als wahre Patrioten unserer Nation betrachten.

Aus dem politischen Sektor: fortschrittliche Parteien, soziale Bewegungen, Arbeiter- und Bauernverbände, leitende Angestellte, landwirtschaftliche Angestellte, kommunale Aktionskomitees, Frauen- und Jugendorganisationen; an Gewerkschaften, Innungen: Transportunternehmen, Taxifahrer, Motorradtaxifahrer, Viehzüchter, Reisbauern, Lehrer, Gemeindemütter, Studenten, Oberschüler und Grundschüler, Sexarbeiter, LGTBI, Straßenverkäufer, Reinigungskräfte, Bauarbeiter und alle, die auf die eine oder andere Weise von diesem staatenlosen und repressiven System betroffen sind, um sie auf diesem Weg zu stoppen und vereint zu sagen: SCHLUSS DAMIT! …

Die FARC-EP ist weiterhin unerschütterlich im Kampf um die Machtübernahme durch das Volk und für das Volk, um die Struktur eines monopolistischen, repressiven und exklusiven Staates zu ändern und damit wir mit der bedingungslosen Unterstützung aller Sektoren früher als später den Traum der Mehrheit wahr werden lassen können: ein neues, würdiges und souveränes Kolumbien mit Sicherheit für alle, Frieden und sozialer Gerechtigkeit. Lasst uns unsere Bemühungen und Willen für die Zukunft der neuen Generationen vereinen, glauben wir nicht mehr den Märchen derer, die uns seit mehr als 200 Jahren unterdrückt haben.

Die FARC-EP und insbesondere das Comando Coordinador de Occidente (CCO) stellt seine ideologischen Prinzipien, unsere Ressourcen, unsere Waffen und unsere Menschen zur Verfügung, damit wir gemeinsam das Erbe unserer unvergesslichen Kommandeure vorantreiben und den Traum des Befreiers Simón Bolívar abschließen können, der vor dem Verrat der Santanderisten entstellt wurde, die dieselben sind, die immer noch an der Macht sind.

Es ist eine Frage der Würde und des Heimatgefühls, gemeinsam zu kämpfen, um sie zu besiegen, und das Mandat des Souveräns zurückzubekommen, der kein anderer als das Volk ist, die Mehrheiten, die im Elend leben, diejenigen, die unter den Widrigkeiten des Krieges leiden, diejenigen, die nichts weiter haben, als ihre Arbeitskraft für ein miserables Gehalt zu verkaufen.

Das Comando Coordinador de Occidente (CCO) wünscht den Menschen in unserer Region Weihnachts- und Neujahrsfeiertage voller Solidarität und Kampfkraft.

Dezember 2020

Westliches Koordinationskommando

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Antwort von Iván Márquez und Jesús Santrich an Piedad Córdoba Ruiz

Übersetzung bzw. Antwort im Rahmen eines Kommuniqués der FARC-EP, Zweites Marquetalia, an Piedad Córdoba, die unter anderem an die aufständische Organisation appellierte, mit dem bewaffneten Kampf aufzuhören:

Berge von Kolumbien, 9. Dezember 2020

Doktorin
PIEDAD CÓRDOBA RUIZ
Bogotá

Herzlichen Gruß.

Wir teilen Ihre Besorgnis über den Zusammenbruch des Friedensabkommens in der Tiefe des Meeres der staatlichen Perfidie, ein Gefühl, das auch die große Mehrheit unserer Landsleute schockiert, die wie Sie auch, etwas tun möchten, um den schönsten Traum der Kolumbianer zu retten.

Mit den jüngsten Enthüllungen des El Espectadors – einer Zeitung, die neuen Journalismus praktiziert – hat das nationale Land mehr Grund, mit aller Macht den Kampf für den Frieden, den höchsten aller Rechte, wieder aufzunehmen; das Grundrecht, ohne das andere Rechte nicht lebendig sind; denn Frieden mit Massakern ist nicht Frieden, Frieden ohne Land, ohne Demokratie, ohne Nahrung, ohne Dach, ohne Beschäftigung, ohne Bildung, ohne gutes Gehalt, es ist kein Frieden.

Piedad Córdoba fragt uns: „Was ist erforderlich, um das übel zugerichtete Abkommen von Havanna, dessen Unterzeichner Sie sind, unter dem Charakter eines Bevollmächtigten neu zu komponieren? Ist es – untersuchend – machbar, das wiederherzustellen, was Sie und der kolumbianische Staat in Havanna vereinbart haben? Ist es möglich, den Friedensschaden zu beheben, den der kolumbianische Staat und seine Beamten zugefügt haben?“

Der Schaden ist bereits erreicht, Piedad. Es sollte Sanktionen für diejenigen geben, die den Frieden eines Landes zerstört und zerfetzt haben, das ihn brauchte und ihn weiterhin mehr braucht als jedes andere. Um heute alle Anstrengungen zu unternehmen, die die politische Lösung des Konflikts anstreben, müssen wir zuerst den Verrat und die Perfide des Staates miteinander verketten und gleichzeitig einen Altar vorführen, der der Einhaltung des Prinzips der Verhandlungen durch Pacta Sunt Servanda gewidmet ist, denn die Abkommen sind zum Erfüllen da. Die Bedingungen der Sondergerichtsbarkeit und die von ihr auferlegten Verpflichtungen müssen für alle Konfliktparteien gelten, nicht für einen. Die Determinanten der Gewalt aus der Spitze des Staates wirken wie Feiglinge, die angesichts der Wahrheit zu Tode erschrocken sind. Es ist der Fall des ehemaligen Präsidenten Uribe, der, nachdem er der Drahtzieher der falsos positivos und Oberbefehlshaber des Paramilitarismus war, glaubt, seine Verantwortung hinter dem Gebrüll eines ewigen Krieges verbergen zu können. Die Leute wollen, dass dieses Spiel nun endet, die Straflosigkeit des Monsters durch schamlose Manöver seiner Anwaltskanzlei mit Verlängerungen, die darauf abzielen, den Abschluss des biologischen Kreislaufs seiner Klienten nach Alter oder was auch immer, um gerichtliche Sanktionen nicht anwendbar zu machen, die sie verdienen. Es muss moralische Konflikte erzeugen, um Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu verteidigen und das Gefühl zu haben, als Anwalt des Teufels zu handeln.

Wie bei einer Intervention des Himmels und dank der Ausübung einer unabhängigen Presse sind die Charaktere und Institutionen, die gemeinsam mit der Irreführung den Frieden Kolumbiens sabotiert haben, bereits vollständig identifiziert. Von links nach rechts – wie auf einem Foto – sind die US-Regierung durch das Justizministerium vertreten und an ihrer Seite der Bandit Néstor Humberto Martínez, ehemaliger Generalstaatsanwalt der Nation (der immer drohte, einen juristischen Krieg zu beginnen, sobald der Krieg mit Waffen aufgehört). Sie waren verantwortlich für die juristischen Inszenierungen, um den Frieden zu betrügen.

Als nächstes erscheinen die Behörden. Obwohl die Parteien zugegeben hatten, dass der Hauptgrund für den Konflikt auf der Frage der Landbesitz beruhte, beschloss die Exekutive, Land nicht zu legalisieren oder den Bauern kein Land zu geben, um nicht den Zorn der heiligen Kühe des Großgrundbesitzes zu entfesseln. Sie änderten willkürlich die Verpflichtung, die erzwungene Ausrottung der illegalen Pflanzen zu ersetzen. Es verfolgt nur den armen Bauern und stört nicht Banker und Geschäftsleute, die Vermögenswerte aus dem Drogenhandel gewaschen haben. In Ermangelung eines Kompromisses zog es die Regierung vor, politische Reformen zu versenken, die sich auf die Bürgerbeteiligung, die Wahlreform, die Betrugsbekämpfung und den Kauf von Stimmen sowie auf die besonderen Wahlkreise des Friedens konzentrierten. Sie ignorierte auch die Garantien der physischen Sicherheit, die es den sozialen Anführern in den Territorien und den ehemaligen Kämpfern bieten musste. Duque sprach schließlich von „Frieden mit Legalität“, einem Trugschluss, die dem JEP in den Rücken stechen sollte. Und der Gesetzgeber beendet das Foto. Viele von ihnen versammelten das Trinkgelage der Raubtiere im Kongress, und unter dem Vorwand der normativen Umsetzung der Abkommen änderten sie die Handschrift desselben. Dabei hatte das Verfassungsgericht (die andere Macht) eine große Verantwortung, die, nachdem sie nicht inkohärent war, dass das Abkommen in den nächsten drei Regierungen nicht geändert werden könne, am Ende Gesetzgeber ohne gesunden Menschenverstand ermächtigte, es in Stücke zu reißen.

Das nennt man Perfidie und Verrat. Es gibt kein Recht darauf, das den Kolumbianern auf diese Weise der Frieden genommen wird. Im Moment ist es ihnen gelungen, die Möglichkeit, 50 Jahre internen Konflikts zu beenden, wie Wasser durch unsere Finger gleiten zu lassen.

Frieden kann nur durch die Menschen, ihre Anführer, durch die soziale und politische Bewegung auf den Straßen und in der gesamten Geographie der Heimat gewährleistet werden. Uns hilft die Gewissheit, dass dies durch ein großes Bündnis der Kräfte der Eintracht mit dem offen politischen Ziel erreicht werden kann, eine Regierung zu werden. Nur eine demokratische Koalitionsregierung mit Führungen in allen Farben, unterstützt durch das Votum des Volkes, kann den vom Land geforderten umfassenden Frieden schaffen, indem sie sofort zum Dialog mit den aufständischen Organisationen aufruft und andererseits den Nachfolgegruppen des Paramilitarismus. Aber wir alle müssen uns vereinen, die soziale Bewegung und die Parteien (links, liberal, konservativ, diejenigen ohne Partei), den Militärs, die sich schon immer nach Frieden für Kolumbien gesehnt haben. Gemeinsam werden wir alle die transformative Kraft des politischen und sozialen Wandels gebildet haben, die Frieden garantiert.

Piedad, in Wirklichkeit sind unsere Freunde im Herzen nicht traurig, weil wir in die Berge zurückgekehrt sind, sondern glücklich, weil wir noch leben und in Freiheit sind, mit einer präziseren, vollständigeren und menschlicheren Vision von Frieden, geschützt vor aller Perfidie und vor allem gesegnet durch unendliche Sehnsucht eines ganzen Volkes. Diese Vision wurde im Manifest der FARC-EP, Zweites Marquetalia, vom August 2019 klar dargelegt.

Mit freundlichen Grüßen

Iván Márquez und Jesús Santrich

FARC-EP, Zweites Marquetalia

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Positive Darstellung der FARC-EP in den Medien

Es ist selten, dass in den großen nationalen Medien Berichte von Augenzeugen abgedruckt werden, die sich in gewisser Hinsicht positiv über das Auftreten der Guerilla äußern. Denn die kolumbianischen Massenmedien berichten häufig eigentlich nur die Version des Staates und seiner Sicherheitskräfte. So werden unreflektiert die Versionen von „Drogenterroristen“ und „Kriminellen“ übernommen, um der aufständischen Bewegung jegliches politische Auftreten abzusprechen. Umso erstaunlicher, dass in der größten Tageszeitung Kolumbiens „El Tiempo“ Anfang Dezember ein Artikel erschien, der sich mit der Festnahme sowie Freilassung von zwei Händlern befasst, die kurzzeitig verschwunden waren.

So waren die beiden Händler Edwin Alejandro Carvajal (24 Jahre) und Hernando Obando Tavera (34 Jahre) auf einer Geschäftsreise in einem Auto von Cali nach Florencia (Caquetá) unterwegs, als sie von Freunden als vermisst gemeldet wurden. Sie waren in die Provinz Valle del Cauca gefahren, um dort Waren zu kaufen. Bei ihrer Reise durch die Provinz Cauca, verloren Verwandte schließlich den Kontakt und meldeten sie bei den Behörden als vermisst, die mit der Suche begannen. Laut ihren Meldungen kamen sie in eine Kontrolle der FARC-EP, die sie verhörten und zu ihrer Reise befragten. Nach einigen Tagen wurden sie schließlich freigelassen, als sich ihre Darlegungen als richtig erwiesen.

In verschiedenen Regionen Kolumbiens ist dieses Ereignis keine Seltenheit, jedoch ihre in diesem Fall außergewöhnliche mediale Darstellung. So gibt es aufgrund der territorialen Kontrolle der FARC-EP in einigen ländlichen Regionen regelmäßige Checkpoints und Kontrollen der Landstraßen. Dabei werden ortsfremde Personen verhört und nach ihrem hiesigen Aufenthaltsgrund befragt. Zum einen dient dies der Kontrolle vor vermeintlichen Spionen und Agenten der staatlichen Sicherheitskräfte, zum anderen generell der Ausübung territorialer Autorität als Schutzmacht und der politischen Außendarstellung, indem über Auftreten und Ziele der aufständischen Bewegung informiert wird.

„Gott sei Dank sind wir in die Hände der FARC-EP geraten, einer äußerst respektvollen Organisation bezüglich der Menschenrechte, einer Organisation, die uns nicht demütigte und uns nicht misshandelt hat“ erzählte einer der Kaufleute, Edwin Alejandro Carvajal, der Zeitung. Weiter sagte er, dass aufgrund ihrer strengen Sicherheitsprotokolle Maßnahmen ergriffen wurden, die nicht gewaltvoll waren, aber die auch zur Aufklärung ihrer Situation führten. So habe der Sicherheitsapparat der FARC-EP Maßnahmen ergriffen, um sie als Personen und ihre Version als Händler bei der Durchreise zu überprüfen. Dabei stellten er klar, dass die FARC-EP viele Informationszuträger besitzen.

Diese Informationszuträger sind in den meisten Fällen Milizionäre, die logistische und politische Arbeit für die FARC-EP leisten. So kann sich die aufständische Organisation auf ein großes Netz an Milizionären im ganzen Land verlassen, die unauffällig ein normales Leben führen. Wir finden es beachtlich, dass ein Artikel eine Festnahme von Händlern und deren, wenn auch kurzzeitiger, Freiheitsentzug in der Öffentlichkeit so positiv dargestellt wird und finden den Fall deswegen so prädestiniert, ihn auch hier auf dem Portal zu veröffentlichen. Schließlich argumentieren wir seit 10 Jahren für die politische Komponente der aufständischen Organisation FARC-EP.

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Facundo Morales Schoenfeld zurück in Argentinien

Der argentinische Internationalist Facundo Morales Schoenfeld, der unter dem Kampfnamen „Camilo“ oder „Camilo El Argentino“ als politischer Kommandeur in der Eliteeinheit der ehemaligen FARC-EP, der mobilen Kolonne Teófilo Forero, diente, ist nun nach seinem Haftaufenthalt in Bolivien wieder zurück in seinem Heimatland Argentinien. Nach den sozialen Protesten gegen den Putsch an Evo Morales vor einem Jahr wurde er am 11. November 2019 bei Santa Cruz festgenommen und war seitdem über ein Jahr inhaftiert. Dabei verschlechterte sich sein Gesundheitszustand dramatisch. Mehrere soziale Bewegungen und Organisationen, aber auch sein Heimatland, setzten sich für die Rückführung von Facundo Morales Schoenfeld ein.

Bekannt wurde der argentinische Kommunist und Internationalist durch seine Zugehörigkeit in der FARC-EP. Im Jahr 2002 kam er nach Kolumbien und schloss sich der FARC-EP an. Zuerst war er für die Rekrutierung und die politische Arbeit an den Universitäten, besonders in den Städten Bogotá, Cali, Medellín, Bucaramanga, Neiva und Florencia. Hier gab es Kurse, sprach mit politisch engagierten Personen und nahm an zahlreichen Protesteten teil. Er kam dann zur mobilen Kolonne Teófilo Forero, die neben landesweiten Operationen ihre Bastion in den Provinzen Caquetá und Huila hatte und Basen in der Region El Pato. Er steig zur rechten Hand von alias „El Paisa“ auf, dem Kommandanten der mobilen Kolonne.

Die Unterzeichnung des Friedensabkommens kritisierte alias „Camilo El Argentino“ stark. Er war immer skeptisch gegenüber den Verhandlungen eingestellt und war der Meinung, dass die Vereinbarungen eher den hochrangigen Kommandierenden zu Gute kommen würden und nicht den Guerilleros der Basis. Seine permanente Kritik führte zu Vertrauensverlust in der Kommandoebene. Lokale Bewohner der Region El Pato berichteten zudem von Fehlverhalten von „Camilo“, so dass er in Ungnade fiel. Seinen Prozess der Wiedereingliederung und Entwaffnung vollzog er in der Zone von El Carmelita in der südlichen Provinz Putumayo.

Er verschwand dann von dort und es gab Gerüchte, er würde sich wieder dem bewaffneten Kampf anschließen. Im November letztes Jahr tauchte er dann in den Medien auf, weil er in Santa Cruz von der bolivarischen Polizei festgenommen wurde. Facundo Morales Schoenfeld war als Journalist in der Putschzeit Boliviens unterwegs. Bei Protesten wurde er angeschossen und in einem Krankenhaus identifiziert. Zuletzt war er unter anderem im Gefängnis Chonchocoro inhaftiert, dass viertausend Meter hoch liegt und in den extremen Temperaturen herrschen. Letzte Woche verhängte ein Gericht in La Paz seine Freilassung, der mit dem Coronavirus infiziert war und Nierenprobleme hatte.

Artikel im November 2019 über seine Festnahme

Artikel aus dem Jahr 2012 über Camilo in der Guerilla

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Vier Jahre Frieden und was davon übrigbleibt

Vor vier Jahren war der Frieden ein großes Wunschbild für die Kolumbianer. Die Regierung unterzeichnete mit der aufständischen Organisation FARC-EP einen komplexen und für seine verschiedenen zu vereinbarenden Punkte einen außerordentlichen Friedensvertrag. Die FARC-EP legten die Waffen nieder, vollzogen den Wandel zu einer legalen Partei und hofften auf elementare Erfüllung von Punkten wie die Reformierung der Agrarpolitik, die Substitution von illegalen Pflanzen wie Koka oder die politische, physische und juristische Sicherheit für ihre Mitglieder. Als Partei wollte die neue FARC einen politischen und gesellschaftlichen Wandel anstreben, immer unter dem Kontext der Beendigung der Gewalt und der Aufarbeitung des Konfliktes.

Nach fünf Jahrzehnten bewaffneter Konfrontation zwischen der Regierung und der aufständischen Bewegung, sollten nun Worte folgen. Doch was ist davon übriggeblieben? Was ist mit den netten Worten des ehemaligen Präsidenten und Friedensnobelpreisträger Santos geworden? Schmerz, Trauer, Zweifel und Misstrauen sind von den großen Worten übriggeblieben. Es fing unter Santos und seinen nur rudimentären Umsetzungen des Friedensabkommens an und hört bei einer Regierung auf, für die das Friedensabkommens nichts mehr wert ist, die juristische Intrigen gegen ehemalige Mitglieder und Kommandierende der FARC initiiert und die tatenlos zusieht, wenn ehemalige Guerilleros, Menschenrechtsverteidiger und soziale Aktivisten ermordet werden.

In vielen Landstrichen Kolumbiens, den Regionen, die jahrzehntelang vom Konflikt geprägt waren und die sich mit dem Friedensabkommen ein neues würdiges Leben mit Investitionen des Staates erhofften, regiert weiter der bewaffnete Konflikt und die Ausbreitung von paramilitärischen Gruppen. Mit der Unterzeichnung des Friedensabkommens begann die Tragödie von nun 244 ermordeten ehemaligen Guerillakämpfern überall im Land und zuletzt in La Guajira. Vor vier Jahren träumte die Guerilla und mit ihr das Land vom Frieden, nach bereits sechs gescheiterten Versuchen. Es war nun der Versuch, endgültig einen stabilen und dauerhaften Frieden zu erreichen. Und es war ein Schritt, der im Interesse der nationalen Aussöhnung, der Wiedergutmachung der Opfer und der Garantie der Nichtwiederholung unternommen wurde.

Mehr als 12.000 Männer und Frauen haben den Krieg hinter sich gelassen, legten ihre über 9000 Waffen nieder, legten ihre Depots mit fast 50 Tonnen Kriegsmaterial und Sprengstoff offen und versuchten vollumfänglich die vereinbarten Verpflichtungen einzuhalten. Ihre Waffen, früher das Druckmittel gegen den Staat, wurden zerstört und die Mitglieder sammelten sich in verschiedenen Wiedereingliederungszonen, um den Prozess zurück in das zivile Leben zu vollenden. Doch nun ist von dem Friedensabkommen und der vereinbarten Punkte, den Garantien für ihre Sicherheit und für ihr Leben, nur noch wenig geblieben. Sie wurden vertrieben, ermordet und in grundlegenden Rechten verletzt, die Wiedereingliederung mitsamt ihren sozioökonomischen Projekten immer wieder torpediert. Es gibt immer noch Gefangene der ehemaligen aufständischen Organisation in den Gefängnissen und es drohen neue juristische Intrigen.

Das Friedensabkommen von Havanna wurde von den Regierungen immer wieder verändert und nicht erfüllt. Der Haushalt für die wirksame Durchführung des Abkommens wurde nicht finanziert. Der Staat spricht mit zwei Sprachen, hat eine falsche Rhetorik. Da ist zum einen auf der internationalen Bühne die Lüge, den Friedensprozess voranzubringen, und auf der anderen Seite die Lüge und der Verrat, der sich im alltäglichen Leben zeigt und dem die Mitglieder der ehemaligen Guerilla, aber auch die einfache Bevölkerung, vor allem auf dem Land, ausgesetzt sind. Wie oft schon bettelte man den Staat und auch die internationale Öffentlichkeit an, dass die vereinbarten Punkte umgesetzt werden?

In diesem Szenario ist es erstaunlich, dass noch immer viele tausende Ex-Kämpfer der Guerilla ihre Wiedereingliederung vollziehen. Es ist aber auch verständlich, wenn die Unzufriedenheit steigt, Wut und Zweifel wachsen und sich immer neue Leute den neuformierenden Strukturen der unter Waffen stehenden FARC-EP anschließen. Die Waffe in der Hand ist nicht nur Druckmittel, sie ist auch Verteidigungsmittel. Es ist verständlich, wenn ehemalige Kämpfer sagen, dass sie den Krieg verabscheuen und sich trotz aller Unzulänglichkeiten in das zivile Leben wiedereingliedern wollen. Es ist aber auch verständlich, wenn aus der Resignation, aus dem Schmerz und der Wut ein neues Gefühl der Tat zur Veränderung erwächst. Denn die Zahl 244 – im Durchschnitt alle fünf Tage ein ermordeter ehemaliger Guerillakämpfer – und das alltägliche Leben zeigen deutlich, was vom Frieden übriggeblieben ist.

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Kommuniqué zu Diego Maradona und Fidel Castro

Kommuniqué der FARC-EP, Zweites Marquetalia, zum Tod von Diego Maradona und Fidel Castro:

Adiós Diego

Die Guerilleros der FARC-EP, Zweites Marquetalia, teilen ihren Schmerz wegen Diego Armando Maradonas Abgang mit dem argentinischen Volk und mit all denen, die ihn in der Welt liebten und bewunderten.

Seiner Familie unser tiefstes Beileid und unsere geistige Solidarität. Wir werden uns immer an ihn als einen Mann erinnern, der sich für gerechte Zwecke einsetzt und ein aufrichtiger Freund der von Washington verfolgten Regierungen und Völker ist.

Die Völker haben das Recht, eine soziale Ordnung der Menschlichkeit und Souveränität zu wählen. Wir werden uns an dich erinnern, Diego.

Der Fußballstar wird in Ewigkeit weiter glänzen.

 

Fidel Castro Ruz – ein Mensch, allzu menschlich

Vier Jahre nach dem physischen Verschwinden von Fidel, erinnern sich an diesem 25. November 2020 die Guerilleros der FARC-EP, Zweites Marquetalia, mit Respekt und Verehrung an den konsequenten Revolutionär, den großen Führer des 20. Jahrhunderts, der als Vermächtnis der Welt eine Revolution hinterlassen hat, die immer wieder Liebe und Menschlichkeit aus der Karibik ausstrahlt.

Der Stern Kubas am Himmel zeigt den Armen der Erde und der gesamten Menschheit immer die Richtung an, dass es einen Weg gibt, dass eine neue Welt keine Illusion oder Utopie ist. Die Einheit und Solidarität der Völker ist die Kraft, die eine neue Weltordnung auf der Grundlage von Gerechtigkeit, Gerechtigkeit und Frieden schaffen kann, die das vorherrschende ungerechte und ungleiche System ersetzen wird.

Es ist immer noch möglich, Leben auf dem Planeten zu retten.

Fidel sagte, der Revolutionär sei ein Quijote und er sei sich sicher, dass er, wenn er in dieser Zeit gelebt hätte, dem schrecklichen Monster des Nordens gegenübergestanden hätte. Am Vorabend seiner Abreise forderte er seine Landsleute auf, bis zum letzten Tropfen Blut zu kämpfen, um die Revolution zu verteidigen, falls das Land angegriffen wird.

Im Kampf um die Würde kann es keine Kapitulation geben.

Vielen Dank, Fidel, dass du immer auf der Seite des Friedens in Kolumbien und des Weltfriedens warst.

FARC-EP, Zweites Marquetalia

  1. November 2020
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