FARC-EP nimmt venezolanische Soldaten gefangen

Sowohl die FARC-EP als auch das Internationale Rote Kreuz haben die Gefangenname von acht venezolanischen Soldaten bestätigt. So soll die 10. Front der FARC-EP Martín Villa die Soldaten bei Kämpfen am 23. April festgenommen haben. In dem Kommuniqué des Generalstabs der 10. Front wird aber verdeutlicht, dass unter Einbeziehung von internationalen Protokollen die Übergabe der gefangenen Soldaten an eine internationale Kommission. In dem Kommuniqué sind die Namen der acht Kriegsgefangenen aufgelistet.

Seit dem 21. März gibt es schwere Kämpfe auf venezolanischem Territorium Nahe der Grenze zu Kolumbien. So wurden bisher 16 Soldaten der venezolanischen Armee getötet und Hunderte Bewohner vertrieben. In die Kämpfe verwickelt ist die 10. Front der FARC-EP, die sowohl in der kolumbianischen Provinz Arauca als auch im venezolanischen Bundesstatt Apure ihre Basen hat. Sie gehört zu der FARC-EP unter Gentil Duarte und seine neustrukturierten Fronten im militärischen Ostblock.

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Regierung reagiert mit Militär und Polizei auf Proteste

Es sind die größten und längsten andauernden Proteste in Kolumbien seit Jahren. Sie werden von allen Bevölkerungsgruppen getragen, auffällig ist jedoch, wie stark die Jugend bei den Protesten vertreten ist und wie kraftvoll und radikal die Proteste vorangetrieben werden. Sie zeigen dabei deutlich, dass es eine große Unzufriedenheit mit der Regierung und der korrupten Klientelpolitik gibt. Die Regierung antwortet wie so häufig mit Gewalt und Repression. Auch dies verdeutlicht, Kolumbien ist ein Land, bei dem eine Minderheit – auch mit Gewalt – die Interessen gegenüber einer Mehrheit vertritt. Wendet sich nun das Blatt?

Ursächlich für die aktuellen großen Proteste, die teilweise das Land lahmlegen, sind mehrere Gründe. Da ist zum einen die fehlende Umsetzung des Friedensabkommens und die gestiegene Gewalt, vor allem in den ehemaligen Konfliktzonen. Während unter Ex-Präsident Santos noch versucht wurde, das Friedensabkommen in einigen Teilen zu erfüllen, äußert sich der aktuelle Präsident Duque ganz klar, dass er daran kein Interesse hat. Des Weiten sorgte eine Ankündigung zur Steuerreform, zum Nachteil der weniger besitzenden Mehrheit, für die Bereitschaft auf die Straße zu gehen. Dazu gesellen sich strukturelle Probleme in einem Land, das an natürlichen Ressourcen reich ist, von dem die Bevölkerungsmehrheit aber nicht partizipiert, sondern nur die Konzerne und Großgrundbesitzer. Covid19 hat die strukturelle Ungleichheit noch verschärft.

Doch statt Lösungsansätze zu präsentieren und den Dialog zu suchen, reagiert die Oligarchie wie gewohnt, sie setzt auf Militarisierung, um die Proteste niederzuschlagen. Dies kennt sie bereits aus der Aufstandsbekämpfung gegen die Guerilla. Es ist jedoch diese Spirale, die immer dafür gesorgt hat, dass sich viele Personen der aufständischen Bewegung angeschlossen haben, auch wenn diese nicht maßgeblich für die Proteste verantwortlich ist. Bei den Zusammenstößen sind rund 30 Menschen ums Leben gekommen, Hunderte verletzt, die meisten von ihnen Demonstranten, fast 100 werden derzeit vermisst. Das sind beeindruckende und traurige zahlen. Wer für diese Gewalt und Repression verantwortlich ist, der hat den Kontakt zur Bevölkerung, den Kontakt zum einfachen Volk, verloren.

Interessant ist, dass die Unruhen nicht nachgelassen haben. Stattdessen ist die Menge der Protestierenden und Wütenden nur noch gewachsen, angeheizt von der Empörung über die Reaktion der Regierung. Zu den Demonstranten zählen jetzt Lehrer*innen, Ärzte, Studierende, Mitglieder großer Gewerkschaften, Indigene, langjährige Aktivist*innen und Kolumbianer*innen, die noch nie zuvor auf die Straße gegangen sind. Kolumbien in den letzten Tagen, das sind Bilder wie aus einer Militärdiktatur mit Toten und Verletzen in den Straßen. In Cali, in Ibagué, Bucaramanga, Neiva, Manizales, Medellín, Pasto, Popayán, Pereira, Bogotá und vielen anderen Orten sowie großen Verbindungsstraßen im Land.

„Die Generäle Zapateiro und Vargas, von der Armee und der Polizei, sie sind Monster, Mörder, die als nützliche Idioten für die Tyrannei fungieren. Und sie sind Idioten, weil sie wissen, dass der Uribismus in die schlimmsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit der bewaffneten Institutionen verwickelt ist, wie die sogenannten falsos positivos, und dann werden sie allein gelassen und ausnahmslos verlassen, wenn sie vor dem Gericht Gesicht zeigen müssen. Die Tage der Straflosigkeit der Determinanten des staatlichen Völkermords sind gezählt. Duque und Uribe, Zapateiro und Vargas, müssen sich für diese Toten verantworten. Wir rufen alle bolivarischen und patriotischen Militärs auf, die Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten der Luftwaffe, der Armee und der Marine, um den Nationalstreik zu unterstützen“, heißt es in einer Erklärung der aufständischen FARC-EP, Zweites Marquetalia.

Einzelne Personen aus den staatlichen Sicherheitskräften haben sich schon klar dazu positioniert, dass sie nicht auf das Volk schießen werden. Doch bisher sind es nur Einzelne. In jedem Fall werden diese Proteste das Land verändern. Die Militarisierung des Landes kann zwar kurzfristig die Proteste stoppen, aber nicht den Kampfeswillen vieler Menschen, die von einer korrupten Regierung im Stich gelassen werden. Die Aufrufe aus den aufständischen Bewegungen, klandestine Zellen zu bilden, die politische Untergrundbewegung aufzubauen und den politischen und militärischen Kampf mit der Guerilla fortzuführen, werden nicht unerhört bleiben. In solchen Zeiten zeigt sich immer, dass der aufständische Kampf durchaus gerechtfertigt ist.

„… Inzwischen sind die fundamentale Bastion der politischen Opposition gegen das oligarchische Regime die von der Guerilla kontrollierten Berge. In diesen letzten Jahren wurden zwei ganze Generationen von populären Führern, die ihr Streben nach sozialem Wechsel und Veränderungen manifestierten, vom bewaffneten Apparat des Staates, der bei seiner schmutzigen Mordtätigkeit keine Waffenruhe gewährte, umgebracht.

Eben aus diesem Grunde bleibt der revolutionäre Guerillakampf ein wertvolles Instrument des Kampfes um demokratische Veränderungen in unserem Land. Und solange die Regierungen die Politik des internen Krieges weiter betreiben, wird er auch die einzige Möglichkeit bleiben.“

Aus: Resistencia International (Deutsch) – Sondernummer Jan. 2000

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21 Jahre Bolivarische Bewegung für das Neue Kolumbien

Am 29. April des Jahres 2000 gaben die FARC-EP die Gründung einer neuen politischen Organisation mit dem Namen „Movimiento Bolivariano por la Nueva Colombia“ (kurz: MB) bekannt. Damit reagierten sie auf ihr Problem, keinen politischen Arm mehr nach außen zu haben. Die auf Deutsch heißende „Bolivarische Bewegung für das Neue Kolumbien“ sollte eine klandestine, aber in allen Bevölkerungsschichten – vor allem in der jungen Generation – breit aufgestellte Plattform aus vielen Zellen sein. Sie sollte die Politik der aufständischen Bewegung in der Bevölkerung verankern. Über viele Jahre bestimmte sie in weiten Kreisen die politische Diskussion der Guerilla in Schulen, Universitäten, Fabriken und auf der Straße.

Anbei dokumentieren wir eine Erklärung der FARC-EP, Zweites Marquetalia, zum Gründungstag der Bolivarischen Bewegung für das Neue Kolumbien mit dem Aufruf, diese weiter aufzubauen. Zudem gibt es einen Weblink zur Online-Ausgabe der „Nueva Colombia“ (Neues Kolumbien), der Zeitschrift der Bewegung.

 

Erklärung:

21 Jahre Bolivarische Bewegung für das Neue Kolumbien

Am 29. April 2000 kündigte Kommandant Alfonso Cano in Begleitung von Manuel Marulanda Vélez und seinem Generalstab auf dem Podium von San Vicente del Caguán, mit dem wiedergeborenen Befreier im Gelb, Blau und Rot der Heimat im Hintergrund, die Entstehung der Bolivarischen Bewegung für ein Neues Kolumbien an, ein Raum der nationalen Unzufriedenheit, ein Treffen unserer Träume von einer neuen Heimat und der Einheit und des Kampfes für eine alternative Regierung, die unsere Zukunft mit Menschlichkeit erfüllt.

21 Jahre später geht der Kampf weiter, denn nichts hat sich zugunsten der verarmten und schlecht behandelten Mehrheiten geändert. Es gibt keine wahre Demokratie, die Menschen haben weder eine Stimme noch ein Votum, wenn es darum geht, die wirtschaftlichen und sozialen Strategien zu definieren, die sich auf ihre Zukunft auswirken werden. Das Wahlsystem ist unzuverlässig, toleriert Betrug durch politische Haie und bestraft den Kauf von Stimmen und Gewissen nicht. Der Nationale Wahlrat (CNE) ist keine unparteiische Institution, es ist ein untergeordnetes Organ der Regierungspartei. Es ist eine Schande, dass Iván Duque die erste Amtszeit erreicht hat, die mit Geldern aus dem Drogenhandel finanziert und dass sein Mandat weder sanktioniert noch widerrufen wurde. Auf jeden Fall wurde die ñeñe-Politik zu den Altären der Straflosigkeit erhoben und wurde zu einer unaussprechlichen Angelegenheit für die Staatsanwaltschaft. Wir Kolumbianer leben den Albtraum des von Álvaro Uribe Vélez gegründeten Narco-Staates.

Der Kampf geht weiter, weil diese träge Oligarchie, die das Leid der Untergebenen nicht spürt, weiterhin an der Macht ist und den Armen immer mehr Steuern und den großen Reichen immer mehr Befreiungen auferlegt. Warum wird jedes Mal, wenn der Mindestlohn für Arbeiter ausgehandelt wird, diese Oligarchie, die mit der Mafia zusammen regiert, mit der Gier und dem Geiz der Geschäftsleute in Einklang gebracht? Machen wir uns nichts mehr vor. Die kolumbianische Regierung ist eine Regierung der Oligarchie und für die Oligarchie. Es ist nicht die Regierung aller Kolumbianer, nein. Angesichts der Angst der Menschen ist sie taub und hat keine Ohren, aber sie befriedigt schnell die maßlose Gier des Unternehmertums. Nur das Gesetz des Trichters erfüllt ihre Gier. Diese Regierung ist die Pandemie, die die Armen tötet und die mittleren Schichten der Gesellschaft tödlich verletzt. Sie machten Gesundheit, Bildung zu einem privaten, kapitalistischen Geschäft und nicht zu einer Verpflichtung des Staates gegenüber seinen Bürgern. Das Recht auf Land, Wohnen, Beschäftigung, Kleidung, Trinkwasser, Markt, gute Straßen und Vernetzung ist für die Demütigen zunehmend unerreichbar. Wir müssen ihnen nicht nur Steuern für die Nutzung der Straßen zahlen, sondern auch, wenn wir sie für Reisen in den Städten bezahlen sollen. Selbst die öffentliche Gewalt, die von ihrem Gründer, dem Befreier Simón Bolívar, mit dem Ziel, Unabhängigkeit und soziale Garantien zu verteidigen, eingesetzt wurde, soll heute als Privatarmee der Oligarchie zur Verteidigung ihrer wirtschaftlichen Interessen und ihrer Machtbeständigkeit eingesetzt werden. Wir müssen diese krankhafte Situation ändern.

Wie der Führer der großen Masse, Jorge Eliécer Gaitán, sagte, versuchen die plutokratischen Oligarchien des Landes nur, die Interessen der Wenigen über das Leben der meisten zu stellen. Ihre Politik ist nutzlos, weil sie sich nicht auf die Würde des menschlichen Lebens konzentriert. Und das ist es und in dieser Ungerechtigkeit sind sie seit mehr als zwei Jahrhunderten, obwohl wir das populäre Sprichwort wiederholen: „Es gibt nichts Schlechtes, was hundert Jahre anhält und auch keinen Körper, der es aushält.“ Schluss damit. Wir werden nicht auf Dauer ein Land der Ausgestoßenen sein, die sich den Verbrechen der Oligarchie beugen und unterwerfen. Das kolumbianische Volk sollte nicht länger der Spielplatz der Tyrannei des Kapitals sein. Es ist an der Zeit, den Menschen zuzuhören und dem Willen des Volkes zu gehorchen.

Wir fordern die klandestinen Mitglieder der Bolivarischen Bewegung für ein Neues Kolumbien auf, die im April 2000 von Alfonso Cano gegründet wurde, ihre Bemühungen um die Sensibilisierung für die Einheit der Bevölkerung und den Kampf für eine neue Regierung zu verdoppeln. Eine neue demokratische Koalitionsregierung, hervorgehend aus einem politischen Abkommen oder Pakt, dass die Rechte des Volkes vollständig wiederherstellt, beginnend mit dem wichtigsten von allen: dem stabilen und dauerhaften Frieden. Eine Regierung, die die historischen Schulden mit dem kolumbianischen Land bezahlt und nicht mehr bei Agrarreform und der Landbetitelung der Bauern trickst. Eine Regierung, die immer die Würde des Lebens aller Kolumbianer und nicht nur einer Handvoll selbstsüchtiger Oligarchen anstrebt, die kein bisschen Menschlichkeit oder Liebe für das einfache Volk Kolumbiens empfunden haben, das sie verachten. Eine neue Regierung, die eine freie Einschreibung für Studenten und eine kostenlose und qualitativ hochwertige Bildung auf allen Ebenen garantiert, die in den ersten 100 Tagen ihres Verwaltens einen Sozialplan gegen die Armut umsetzt und ein Grundeinkommen formalisiert, das den Vergessenen des Heimatlandes die Hand gibt.

Es ist jetzt oder nie. Lasst uns gemeinsam für ein Neues Kolumbien arbeiten, aus den sozialen und politischen Bewegungen heraus, aus den Parteien, aus den Kasernen oder wo immer wir sind. Das Ziel ist die Mobilisierung und der Kampf und die Unterstützung der demokratischen Koalition für eine neue Regierung, die eine lange Ära von Frieden, sozialer Gerechtigkeit, Demokratie und Souveränität einleitet.

Es lebe der 29. April!

Viva el Movimiento Bolivariano por la Nueva Colombia!

Es lebe die Bolivarische Bewegung für das Neue Kolumbien!

FARC-EP

Zweites Marquetalia

  1. April 2021
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Zeitschrift Resistencia erschienen

Die FARC-EP, Zweites Marquetalia, hat nun das Projekt der Zeitschrift Resistencia wiederbelebt. Wenn auch nur in digitaler Form und von den Fronten im nördlichen wiederbelebten Block „Martín Caballero“, die maßgeblich vom politischen Kommandierenden Jesús Santrich geprägt sind. Die Zeitschrift Resistencia hat eine lange Tradition in der Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation der aufständischen Bewegung. Neben der nationalen Ausgabe gab es über viele Jahre auch eine internationale Ausgabe sowie das Projekt in den 2000er Jahren, einer deutschsprachigen Ausgabe.

Zwar wurde die Resistencia bereits in den letzten Jahren der FARC-EP vor dem Abschluss der Friedensverhandlungen eingestellt, doch wir finden einen Online-Ausgabe auch aktuell noch als ein signifikantes Mittel der Propaganda und Öffentlichkeitsarbeit. Begründet wurde damals das Einstellen der Resistencia mit dem zeitlichen und ressourcentechnischen Aufwand, wobei als Kommuniqués und andere Texte leichter über Webseiten und soziale Kanäle zu verbreiten wären.

Link zur PDF-Datei der Resistencia

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Weitere Operationen gegen Guerilla im Südwesten

Neben den militärischen Schlägen verstärken die staatlichen Sicherheitskräfte auch durch Festnahmen und andere Operationen ihren Kampf gegen die FARC-EP. So gab es in einer kontrollierten Operation „Apolo“ in der letzten Woche mehrere Festnahmen von Mitgliedern der mobilen Kolonne Dagoberto Ramos. Die Operationen wurden teilweise zeitgleich durch Armee und Polizei an verschiedenen Orten durchgeführt.

Die Struktur Dagoberto Ramos war einer der ersten dissidentischen Gruppen der FARC nach dem Friedensvertrag vom Jahr 2016. Sie operiert im Nordosten des Cauca mit Verzweigungen in die Provinzen Huila und Tolima. Ihr Netz wird auf einige Hundert Personen geschätzt, darunter sind auch Milizionäre und Informanten. Im Nordwesten hingegen operiert die Struktur Jaime Martínez. Alle sind im Westliches Koordinationskommando zusammengefasst.

Vier Personen, Mitglieder der Fünften Kommission der mobilen Kolonne „Dagoberto Ramos“, wurden nun im östlichen Cauca sowie in den ländlichen Gemeinden von Neiva und Palermo (beide im Huila gelegen) festgenommen. In weniger als einer Woche ist es der zweite Schlag gegen die Struktur, bereits Tage zuvor wurden im ländlichen Gebiet der Gemeinde La Plata sechs Personen festgenommen und Waffen beschlagnahmt.

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Schwere Kämpfe im Cauca

Bei schweren Kämpfen im Cauca sind nach Armee- und Medienberichten bis zu 14 Guerilleros der FARC-EP getötet worden. Die Kämpfe fanden inmitten einer Militäroperation in der Gemeinde Argelia im Südwesten Kolumbiens in der Provinz Cauca statt. Im Fokus der Militäroperation ist dabei die Front Carlos Patiño der FARC-EP, die im Comando Coordinador de Occidente (Westliches Koordinationskommando) zusammengefasst sind. Diese sind mit den Strukturen im Osten unter Gentil Duarte und der 1. und 7. Front verbündet.

Bei den Kämpfen kam es auch zu verletzten Opfern unter der Zivilbevölkerung. Auch ein Soldat wurde getötet und weitere verletzt. Bei der Militäroperation, die vor allem aus der Luft erfolgte, wurden auch Hubschrauber der Armee von der FARC-EP angegriffen. Im Cauca deutete sich eine Zuspitzung der Situation an. Zum einen kam es im Süden der Provinz zu Kämpfen zwischen der FARC-EP und dem ELN, zum anderen wurde der Druck auf die staatlichen Sicherheitskräfte zur Durchführung einer Militäroperation größer.

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Aufruf zur Einheit von ELN und FARC-EP, Zweites Marquetalia

In einem mittlerweile gelöschten Video bei Youtube fordern die ranghohen Guerillakommandierenden Nicolás Rodríguez Bautista (ELN) und Jesús Santrich (FARC-EP, Zweites Marquetalia) die Einheit. Konkret fordern sie, die „Feindseligkeiten und umstandsbedingten Unterschiede“ zu beenden und sich für die Einheit der Revolutionäre einzusetzen. Zu finden ist der Aufruf auf einem der wenigen Kanäle, die derzeit für die Guerilla für kommunikative Zwecke erreichbar sind, nämlich Telegram (A Contracorriente PCCC). Auf diese Kanäle wollen wir auch hinweisen, da sich die kommunikativen Probleme mit Sperrungen von Konten und Beiträgen der aufständischen Bewegung seit geraumer Zeit hinziehen.

Weblink zum Video auf Telegram-Kanal

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Krise in Partei Comunes wird größer

Die unter dem Namen Fuerza Alternativa Revolucionaria del Común (FARC) gegründete und nun umbenannte politische Partei Comunes befindet sich weiter in einer schweren Krise. Davon zeugt der Austritt und die Äußerungen von Ramiro Durán, politischer Leiter der Partei in der Provinz Huila. Damit verschärft sich die Krise der Partei und immer mehr ehemalige Guerillakämpfer verlassen diese, weil sie mit der Führung und der politischen Ausrichtung nicht einverstanden sind. Dabei darf nicht vergessen werden, dass die politische Partei eines der wesentlichen Säulen im Rahmen des Friedensprozesses war. Nun sind nur noch wenige ehemalige Guerilleros in der Partei, die eigentlich ihre Interessen vertreten und den politischen Kampf ohne Waffen fortsetzen wollte. Die Mehrheit hat der Partei Comunes mittlerweile den Rücken gekehrt.

Ramiro Durán, der auch als Ronald Rojas bekannt ist, war zu Zeiten der aufständischen Bewegung der politische Verantwortliche im sogenannten Südblock der FARC-EP. Der Südblock war vor allem in den Provinzen Huila, Caquetá und Putumayo mit der 3., 14., 15., 32., 48., 49., und der Mobilen Kolonne Teófilo Forero präsent. Ihre Kommandierenden waren Joaquín Gómez und Fabián Ramírez. Neben Ramiro Durán als politischer Verantwortlicher galt Frederico Montes als Finanzverantwortlicher für den Südblock. Es war eine der stärksten Strukturen in der ehemaligen FARC-EP. Dazu gab es ein großes Netz an Unterstützern und Milizionären.

Es ist jedoch bekannt, dass gerade aus dem Süden viele ehemalige FARC-Kämpfer andere politische Vorstellungen von der Partei hatten und deshalb alternative Projekte der Wiedereingliederung vorangetrieben haben. So gründeten bereits vor zwei Jahren mehrere ehemalige Führungspersonen wie Fabián Ramírez und Sonia die Vereinigung „Corporeconciliación“, ein von der Partei FARC distanziertes Projekt der Wiedereingliederung Hunderter ehemaliger FARC-Kämpfer. Zu einer neuen Partei oder einem neuen politischen Projekt der Mehrheit der aus der Partei Comunes ausgetretenen Personen gibt es bisher keine Pläne, sagte er Tage zuvor in einem Interview.

Ramiro Durán versicherte, dass er sich von der politischen Partei Comunes nicht mehr vertreten fühle. „Ich fühle und denke, dass diese Parteistruktur mich und vielleicht auch nicht so viele andere repräsentiert. Daher ist es ein Akt der Kohärenz, auf eine solche Gruppe zu verzichten. Auch eine Geste der Würde“, sagte er in einer Erklärung. Er bemängelte einen inquisitionsartigen Umgang mit politischer Verfolgung und Vergeltungsmaßnahmen mit denjenigen, die unterschiedlicher politischer Meinung als die der Führung um Rodrigo Londoño oder Carlos Antonio Lozada waren. Er sieht mittlerweile eine Partei, von der sich die Mehrheit der ehemaligen Guerillakämpfer distanziert hat und die sich in einer schweren Krise befindet.

Unterdessen ist es fraglich, ob man die Partei Comunes noch als ein politisches Projekt der ehemaligen Guerilla bezeichnen kann, wenn sich die Mehrheit von ihr nicht mehr vertreten fühlt und auch politisch entfernt hat. Eigentlich sollte unter dem Deckmantel einer politischen Partei die kollektive (politische) Wiedereingliederung der Guerilla vollzogen werden. Dieses Projekt kann als gescheitert angesehen werden. Zwar versucht die Partei Comunes Allianzen mit anderen linken Kräften zu schmieden, doch unter der Hand geht man davon aus, dass nach dem Ende der im Friedensabkommen zugesicherten festen Periode von Abgeordneten, die Partei in der Bedeutungslosigkeit verschwinden wird, wenn die Basis fehlt.

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Umbau der Partei Comunes und Kritik

An diesem Mittwoch bildete die Partei Comunes (ehemals FARC-Partei) ihren neuen Nationalen Politischen Rat (CPN). Laut Rodrigo Londoño, Präsident der Partei, trafen sich die 15 Mitglieder des Rates am vergangenen 27. und 28. März persönlich, um die jüngsten Veränderungen innerhalb der Organisation zu gestalten. Außenstehende meinen, dass die Partei Comunes, was so viel wie Partei der Gemeinschaft heißt, sich erneut nach den politischen Vorstellungen ihrer Führungselite organisiert und kritische Personen in ihren Reihen ausschließt. Mehrfach berichteten wir über die interne Spaltung der Partei.

Darunter wurden die von den Mitgliedern des Nationalen Politischen Rates koordinierten Gremien angepasst, nachdem die Partei auf der IX. Plenarsitzung der Nationalen Direktion am 28. Februar entschieden hatte, dass Benkos Biohó, Victoria Sandino, Jairo Estrada, Joaquín Gómez und Liliana Castellanos den Nationalen Politischen Rat verlassen sollen. Bei der aufgrund von mangelnden Vorbereitungen und wenig demokratisch organisierten von einigen Persönlichkeiten stark kritisierten Kongress Zeit wurde auch beschlossen, dass Biohó und Sandino bei den Wahlen 2022 nicht zum Kongress zurückkehren würden.

„Wir haben eine Analyse der Situation vorgenommen, die in der von uns abgegebenen politischen Erklärung enthalten ist, und ich hoffe, dass jeder davon weiß und studiert. Wir haben auch eine Bestandsaufnahme des Betriebs des Nationalen Politischen Rates in seinen verschiedenen Zuständigkeiten vorgenommen und verschiedene Anpassungen an den verschiedenen Gremien vorgenommen „, sagte Londoño. „Nach zwei Tagen voller Überlegungen konnten wir nicht die gesamte Tagesordnung erledigen. Wir haben vereinbart, uns weiterhin alle 8 Tage virtuell und jeden Monat persönlich zu treffen.“

Für die verlassenden Mitglieder sind neue Mitglieder berufen worden. Die scheidenden Personen kritisierten teilweise das Auftreten der Führungselite der Partei Comunes. Darunter äußerte Eloisa Rivera Rojas, ehemaliger Kampfname Liliana Castellanos, in einem fünfseitigen Schreiben, wie sie die Kommunikation und das Auftreten der Partei sieht und wie intern mit Lügen und undurchsichtigen Methoden gearbeitet wird. Mit den bekannteren Personen wie Biohó, Sandino oder Gómez, aber eben auch Personen wie Liliana Castellanos verliert die Partei innerhalb der ehemaligen aufständischen Bewegung und heutigen linken Partei wichtige Persönlichkeiten.

Liliana Castellanos ist die Nichte des ehemaligen Guerillaanführers Víctor Julio Suárez Rojas alias Jorge Briceño Suárez (Mono Jojoy) und war die letzte Kommandantin der 62. Front (Combatientes del Yarí). Diese Front wurde im Jahr 2002 geschaffen und diente als Bindeglied zwischen dem militärischen Ostblock und dem Südblock. Operationsgebiet war die Ebene des Yarí, eine Region im südlichen Meta um die Gemeinde La Macarena herum. Unter ihrem Kommando standen mehr als 100 Kämpfer. Sie war eine der wenigen hochrangigen kommandierenden Frauen in der FARC-EP, obwohl der Anteil an Kämpferinnen bei über 40 % lag.

Vor dem politischen Treffen am Mittwoch hatte die Partei Comunes gegenüber diverser Medien eine Beschwerde eingereicht, da die nationale Schutzeinheit (UNP) keine Zahlungen an das Schutzsystem für die ehemaligen Kämpfer geleistet habe.  Diese Einheit soll ausgewählte ehemalige FARC-Leute und andere linke Personen vor Attentaten und Angriffen schützen. Carlos Antonio Lozada versicherte, dass damit Grundrechte wie persönliche Sicherheit und politische Partizipation verletzt werden. Diese Beschwerde wurde vom Präsidenten der Partei, Rodrigo Londoño, wiederholt, der die Beschwerde an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen sandte.

Wie wichtig diese Einheit ist, zeigt sich an den Morden und Bedrohungen an ehemaligen Guerilleros. Vor wenigen Tagen wurde der 263. Mord an einem Friedensunterzeichner seit der Unterzeichnung des Friedensabkommens bekannt. Es ist der 14. Mord im laufenden Jahr 2021. Am Mittwoch fand man in der Gemeinde San Vicente del Caguán, Provinz Caquetá die strangulierte Leiche des ehemaligen Kämpfers Pablo Ramírez Yate. Ramírez Yate war als Nolber Pacoro bekannt und gehörte zur Wiedereingliederungszone Oscar Mondragón in Miravalle.

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Zuspitzung des Konfliktes im Cauca

Die bewaffneten Auseinandersetzungen in der Provinz Cauca im Südwesten Kolumbiens haben zuletzt stark zugenommen. In den Fokus rückte die Provinz und der Krieg in die Medien durch ein Bombenattentat, das an die 1990er und 2000er Jahre erinnerte. Damals gehörten Sprengstoffanschläge und Autobomben zum alltäglichen Krieg in Kolumbien, die auch von der Guerilla eingesetzt wurden. Damals auf dem militärischen Höhepunkt trug die Guerilla den Krieg in die Städte.

Nun traf es am letzten Freitag die Gemeinde Corinto. Dort explodierte in mit Sprengstoffe geladenes Auto direkt vor dem Rathaus. Unter den über 40 Verletzten waren auch mehr als 10, die im Rathaus für die Gemeinde arbeiteten. Der materielle Schaden war enorm, Bilder zeugen von erheblichen Schäden in der Umgebung. Schnell wurde der Anschlag der FARC-EP zugeschrieben. Hier operiert die Mobile Kolonne Dagoberto Ramos der FARC-EP. Sie hat ihr Operationsgebiet von Corinto über Caloto nach Toribio bis in den Süden nach Inza. Früher war hier die 6. Front der FARC-EP aktiv.

Der kolumbianische Präsident Iván Duque und der Verteidigungsminister Diego Molano riefen dann gleich in den Medien dazu auf, die Banditen der Struktur Dagoberto Ramos zu bekämpfen und einzig und allein mit dem Drogenhandel gleichzusetzen. Es wird wie immer nicht erkannt, dass die Umsetzung des Friedensabkommens gerade für Regionen wie Cauca wichtig wäre. Den Bauern eine Perspektive geben, die Infrastruktur erweitern und eine Substitution der illegalen Pflanzen ermöglichen wären sinnvolle Alternativen. Eine weitere Militarisierung kann diese Region nicht gebrauchen.

Zu dem Sprengstoffanschlag kamen weitere Aktionen der Guerilla hinzu. So wurde die Leiche eines Beamten der CTI, einer technischen Untersuchungseinheit der Staatsanwaltschaft, gefunden. Zuvor gab es in der Nähe von Caloto einen Checkpoint der Guerilla, wo der Beamte festgenommen wurde. Auch aus Argelia, weiter südlich im Cauca gelegen, wurden Kämpfe gemeldet. Tausende Menschen waren von den Kämpfen betroffen, die sich in stark bewohnte Gebiete hinzogen. In Argelia ist die Front Carlos Patiño der FARC-EP präsent.

Außerdem gab es erneute Drohungen der FARC-EP gegen Anführer der indigenen Gemeinschaften, die sich den Forderungen der Guerilla widersetzten. So drohte die Mobile Kolonne Jaime Martínez der FARC-EP in einem Kommuniqué all jenen Personen, die die die Entwicklung ihrer Aktivitäten gegen die staatliche Politik behindern. Bedroht werden sowohl die Indigene Wache als auch indigene Führungspersonen in der Gemeinde Caldono. Man gibt ihren 42 Stunden zum Verlassen des Territoriums und erklärt sie zum militärischen Ziel.

„Wir senden einen revolutionären Gruß an die gesamte Provinz von Cauca und in Ausübung unserer revolutionären Politik möchten wir Ihnen erklären, dass diese bewaffnete Organisation immer auf dem Territorium von Cauca war und unsere Operationen gegen die Politik des Staates durchführte“, schreibt die Guerilla in ihrem Kommuniqué. Eine Zuspitzung des Konfliktes in der nächsten Zeit ist damit absehbar.

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13. Todestag des Guerilla-Helden Manuel Marulanda Vélez

An diesem Freitag, dem 26. März, jährt sich zum 13. Mal der Todestag des legendären kolumbianischen Guerillero Manuel Marulanda Vélez. 13 Jahre sind nach seinem Tod aus natürlichen Gründen vergangen. Zu seinen Ehren und als Erinnerung berief die Bolivarische Kontinentalkoordination CCB dazu auf, dass dieses Datum als „Internationaler Tag des Rechts der Völker auf bewaffnete Rebellion“ in Erinnerung an die Konsequenz und Entschlossenheit des lebenslangen Kampfes des kolumbianischen Bauernguerilleros begangen wird, der seit Marquetalia als junger Revolutionär ein Leben lang den Kampf der Bauern, Guerilla und Kommunisten-Kampf führte.

Freitag, 26. März:

15 Uhr Caracas

13 Uhr Mexiko-Stadt

14 Uhr Bogotá

20 Uhr Madrid

Auf YouTube wird per Stream das Event übertragen: https://youtube.com/channel/UCnm_-6nE1VX3jffi7MDP6tw

Während der Übertragung wird das Buch von Iván Márquez mit dem Titel „Das zweite Marquetalia“ vorgestellt, dass die Verbindung zwischen dem Kampf der Bauernguerilla in den 1960er Jahren mit dem heutigen Kampf der FARC-EP herstellt. Zudem partizipieren weitere Personen wie Iñaki Gil de San Vicente (Intellektueller und baskischer Kämpfer), Pável Blanco (Kommunistische Partei Mexikos), Narciso Isa Conde (Círculos Caamañistas), Néstor Kohan (Cátedra Che Guevara) und Carlos Morais  (Agora Galiza – Unidade Popular).

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Kämpfe zwischen FARC-EP und venezolanischer Armee

Im Grenzgebiet zwischen Kolumbien und Venezuela ist es zu schweren Kämpfen zwischen der Guerilla FARC-EP und den Bolivarischen Nationalen Streitkräften (FANB) gekommen. Dabei wurden mindestens zwei Soldaten der venezolanischen Armee getötet, mehrere verletzt und, je nach Angaben, bis zu 32 Kämpfer der FARC-EP festgenommen. Die Operation mit dem Namen „Escudo Bolivariano 2021“ fand im venezolanischen Grenzstaat Apure statt, der auf kolumbianischer Seite an Arauca grenzt.

Laut der venezolanischen Armee sind dabei mehrere Lager der FARC-EP angegriffen worden. Dabei wurde die Luftwaffe eingesetzt. Die Kämpfe sorgten für Angst und Unruhe in dem Gebiet, das von vielen Erschütterungen betroffen war. Hunderte Personen flohen vor den Kämpfen nach Kolumbien, unter anderem in die Gemeinde Arauquita. Es soll auch zu Festnahmen gegen einfache Bauern gekommen sein.

Die angegriffene Struktur der FARC-EP soll unter dem Kommando von alias Gentil Duarte stehen. Derzeit gibt es Gerüchte, dass die venezolanischen Streitkräfte verstärkt gegen die FARC-EP um Gentil Duarte vorgehen, aber die FARC-EP, Zweites Marquetalia, unter dem Kommando von Iván Márquez und Jesús Santrich in Ruhe gelassen wird. Angeblich wird die FARC-EP, Zweites Marquetalia, von Teilen der venezolanischen Behörden aufgrund ihres politischen Charakters und ihrer Führung, die seit jeher enge Beziehungen zu offiziellen Stellen in Venezuela pflegt, als einzige Nachfolgestruktur der FARC-EP angesehen.

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