8. März – Internationaler Frauenkampftag

Vor 10 Jahren veröffentlichten die Genossinnen und Genossen des Portals dieses Musikstück von Julián Conrado mit dem Titel „Lächeln der Guerillera“ zum Internationalen Frauenkampftag. Wir haben uns entschieden, dieses Lied erneut zu veröffentlichen. Es ist für uns ein Stück Zeitgeschichte, denn kurze Zeit nach dem Beginn dieses Informationsportals über die kolumbianische Guerilla, ein Jahr später, befand sich Kolumbien immer noch in einem Krieg zwischen verschiedenen FARC-EP und kolumbianischem Staat. Inmitten dieses Konfliktes, wo an Frieden oder ein Friedensabkommen noch nicht zu denken war, spiegelt dieses Lied das alltägliche Leben der Frauen in der Guerilla. Wir blicken damit zurück und halten inne, für den Kampf der Frauen in Kolumbien und überall in der Welt. Auf das auch heute die Frauen für Gleichheit, Gerechtigkeit und Frieden kämpfen.

https://www.youtube.com/watch?v=q7kghmZRtIE&t=1s

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FARC-EP im Süden mit großer Präsenz, Konflikte in Putumayo

Im Süden Kolumbiens, genauer gesagt in den Regionen Putumayo, Cauca und Caquetá, nimmt die Präsenz der FARC-EP weiter zu. Auch wenn durch den bewaffneten Streik des ELN auch im Cauca öffentlichkeitswirksame Aktionen erreicht wurden, so kann es doch nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit dem Westlichen Koordinierungskommando und seinen Strukturen der Westen in der Hand der FARC-EP ist. Ebenso sieht es mit den Provinzen Putumayo und Caquetá aus, in denen sich die Strukturen der Guerilla offen bewegen können. Einzig Konflikte zwischen den verschiedenen aufständischen Bewegungen der FARC-EP, also die beiden differenten politischen Linien, oder mit dem ELN sorgen für Spannungen. Obligatorisch bleiben als Akteure die staatlichen Sicherheitskräfte und paramilitärische Gruppen, die bekämpft werden. Klar ist, in dem bewaffneten Konflikt ist die Zivilbevölkerung das große Opfer.

Aktuell gibt es im Cauca schwere Kämpfe mit den staatlichen Sicherheitskräften und innerhalb der aufständischen Bewegung zwischen der FARC-EP und dem ELN. Die FARC-EP ist hier mit dem Westlichen Koordinierungskommando präsent, dass sich klar an die politische Linie um Iván Mordisco und Gentil Duarte stellt. Die Initiative der FARC-EP, Zweites Marquetalia, die vor über einem Jahr versuchten, Strukturen zu übernehmen, konnte fast gänzlich zurückgedrängt werden. In der südlichen Provinz Nariño gibt es hingegen noch Auseinandersetzungen um die territoriale Kontrolle. Anders hingegen sieht es in Caquetá aus, dass fast vollständig von der Linie um Mordisco und Duarte und ihre 1. und 7. Front. Nur in der Region El Pato und im Süden zur Provinz Putumayo gibt es Strukturen der FARC-EP, Zweites Marquetalia.

Im Putumayo hingegen gibt es schwere Auseinandersetzungen zwischen den beiden politischen Linien und Organisationen der FARC-EP. War zuerst die Linie um Gentil Duarte sehr präsent, die in Form der Front Carolina Ramírez ausgeübt wurde, so konnte zuletzt die FARC-EP, Zweites Marquetalia, ihren Einfluss politisch-militärisch ausbauen. Die Provinz ist geostrategisch wichtig und an der Grenze zu Ecuador gelegen. Sie war eine Hochburg der Kokabauern der 1980er und 1990er Jahre und über diese Jahrzehnte hatte die FARC-EP mit der 32. und 48. Front des militärischen Südblocks hier eine Hochburg. In den 2000er Jahren gab es harte Konflikte mit staatlich unterstützen paramilitärischen Strukturen, doch in vielen Regionen konnte sich die Guerilla durchsetzen, besonders in der Grenzregion. Mit der Niederlegung der Waffen kehrte Ruhe ein, bzw. versuchten kriminelle Strukturen das Machtvakuum zu füllen.

Mit dem Formieren der sogenannten dissidentischen FARC-EP, also den Strukturen, die dem Friedensabkommen widersprachen, keimte der Konflikt wieder auf und versuchte die aufständische Bewegung, die Hoheit wiederzuerlangen. War zuerst die Front Carolina Ramírez sehr präsent und im Kampf gegen kriminelle Strukturen aktiv, so änderte sich das Bild in der zurückliegenden Zeit. Mit der Gründung der FARC-EP, Zweites Marquetalia, vollzog sich in Putumayo eine interessante Entwicklung, nämlich Gespräche mit ehemaligen Guerilleros der 48. Front, die in jenem Moment für kriminelle Strukturen arbeiteten. Nach Gesprächen, an denen unter anderem der ehemalige Kommandant der mobilen Kolonne Teófilo Forero der FARC-EP und im Dezember getötete alias El Paisa teilnahm, konnte die Struktur „Grenzkommandos“ gewonnen werden.

Die Grenzkommandos, nun mit dem Zweiten Marquetalia verbündet unter der Führung von alias Iván Márquez verbündet, waren früher als eine La Mafia bekannte Gruppe, die sich aus ehemaligen und perspektivlosen Guerilleros der ehemaligen 48. Front der FARC-EP und aus Mitgliedern der kriminellen Gruppe La Constru zusammensetzte. Mit der Zusammenarbeit und Unterordnung unter das Zweite Marquetalia, fand eine militärische und vor allem politische Neuorientierung statt, um nun als revolutionäre Bewegung zu handeln. Das dies nicht einfach ist und auch im Zusammenhang von illegalisierten Machenschaften zu sehen ist, erklärt sich von selbst. Es ist jedoch zu beobachten, dass sich das Verhalten der Personen im Grenzkommando deutlich positiv im Kontext einer politisch-militärischen Organisation veränderte. Trotzdem wird im Allgemeinen der Konflikt von allen Akteuren mit Härte geführt.

Konzentriert sich in der Öffentlichkeit der Konflikt der beiden Linien der ehemaligen FARC-EP auf die Grenze zwischen Venezuela und Kolumbien, ist Putumayo nun ein weiteres Schlachtfeld im Konflikt zwischen den sogenannten Dissidenten Gentil Duarte und Iván Márquez geworden. Ein Großteil der Expansion der Gruppen um Mordisco und Duarte findet im Südwesten Kolumbiens statt, doch ihr Ziel ist es auch, in den Süden einzudringen, wo nun die Grenzkommandos unter der Führung des Zweiten Marquetalia sind. Aber seit dem Jahr 2020 haben die Grenzkommandos dank ihrer Präsenz in den Gemeinden Puerto Asís, San Miguel und Valle del Guamuez den Boden für die territoriale Hoheit des Zweiten Marquetalia in Putumayo bereitet. Die Frage ist, wie loyal die Grenzkommandos auch weiterhin, nach den militärischen Schlägen gegen hochrangige Kommandierende und dem Verlust der Kampfkraft, gegenüber der FARC-EP, Zweites Marquetalia, bleiben.

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Militärangriff auf FARC-EP im Norden mit über 20 Toten

Am Morgen des gestrigen Donnerstages führten kolumbianische Militärkräfte in der Gemeinde Puerto Rondón in der nordkolumbianischen Provinz Arauca eine große Militäroperation durch. Dabei wurden neben führenden Kommandierenden nach aktuellen Angaben über 20 Guerilleros der FARC-EP getötet. Unter den Toten soll sich auch alias Arturo oder Jerome befinden, ein Kommandant der 10. Front der FARC-EP. Es wird auch spekuliert, ob der politische Kommandant mit Namen Ernesto Devia Mejía starb. Dieser gab vor wenigen Wochen erst ein Interview, über das wir ebenso berichteten. Beide Kommandierenden gehören zur Linie um Iván Mordisco und Gentil Duarte und genießen großes Vertrauen in der Guerilla. Unter ihnen konnte die FARC-EP mit ihren Strukturen im Norden zuletzt ihren Einfluss enorm ausbauen, was zu Konflikten mit dem ELN und der FARC-EP, Zweites Marquetalia, führte.

Devia Mejía war kürzlich in sozialen Netzwerken und in mehreren Interviews größerer Medien aufgetreten, in denen er die Position der Guerilla zu ihrem Krieg mit dem ELN und den politischen Zielen der FARC-EP erklärte. Es war ein Novum, dass die sogenannten dissidentischen FARC-EP großen medialen Raum bekamen. Auch alias Arturo gehört zu den bekannteren Kommandierenden. Er war immerhin in der „alten“ FARC-EP am Friedensprozess beteiligt und unter anderem am Verhandlungsort in Havanna gewesen. Seit Anfang der 1990er Jahre ist er bereits in der FARC-EP und sein Operationsgebiet war mit der damaligen 10. und 28. Front ebenso der Norden Kolumbiens mit den Provinzen Boyacá, Casanare und Arauca. Im Jahr 2004 nahm man ihn fest und er kam ins Gefängnis. Im Rahmen einer Amnestie erlangte er im Kontext des Friedensabkommens seine Freiheit.

Laut Angaben der Militärs observierte man die Struktur der FARC-EP in den letzten Tagen. Man erhoffte sich ein Grenzübertritt nach Kolumbien, nachdem in den letzten Wochen das venezolanische Militär eine Offensive an der Landesgrenze gegen die FARC-EP eröffnete. Dort konnten Teile der aufständischen Bewegung zuletzt relativ ungestört agieren, was national und international aufgegriffen wurde. Nach der Flucht vor Armee und ELN konnte nun der Schlag gegen die FARC-EP vollzogen werden, was einer der größten Schläge in der zurückliegenden Zeit ist und die FARC-EP im Norden schwächen dürfte. Der Schlag war so bedeutend für das kolumbianische Militär, dass selbst der Verteidigungsminister anreiste und das Gebiet mit einem Hubschrauber überflog. Neben den zahlreichen getöteten Guerilleros gab es weitere verletzte Guerilleros und eine Menge an beschlagnahmtes Kriegsmaterial.

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Bereits fünf ehemalige FARC-Kämpfer im laufenden Jahr ermordet

Im Jahr 2022 sind bereits fünf ehemalige Mitglieder der FARC-EP, die sich im Prozess der Wiedereingliederung in das zivile Leben befinden, ermordet worden. Seit der Unterzeichnung des Friedensabkommens zwischen der Guerilla und der kolumbianischen Regierung im Jahr 2016 sind über 300 ehemalige Guerilleros ermordet worden

Anfang der Woche wurde nun bekannt, dass Fabian Alexander Rodríguez Suárez ermordet wurde. Er war Teil der Wiedereingliederungszone (ETCR) Heiler Mosquera in Puerto Asís in der südkolumbianischen Provinz Putumayo. Ihn fand man im Dorf Ranchería de Jardines de Sucumbios in der Gemeinde Valle del Guamuez.

In Putumayo sind mehrere bewaffnete Akteure präsent, darunter von der neuaufgestellten FARC-EP die Front Carolina Ramírez, die alliiert mit der 1. Front um Gentil Duarte und Iván Mordisco ist. Aber auch die FARC-EP, Zweites Marquetalia, ist hier mit der Struktur „Comandos de la Frontera“ aktiv. Hinzu kommen zahlreiche paramilitärische und kriminelle Strukturen sowie die staatlichen Sicherheitskräfte.

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Angriff auf ehemalige FARC-Mitlieder im Prozess der Wiedereingliederung

Mit Besorgnis äußerten sich die im Prozess der Wiedereingliederung befindlichen ehemaligen FARC-Mitglieder aus der Provinz Caquetá nach einem Angriff auf Mitglieder in der Stadt San Vicente del Caguán mittels eines Kommuniqués. So gab es am Wochenende einen Angriff auf ein ehemaliges FARC-Mitglied mit Namen John Sebastián Rivas Narváez, als dieser aus dem Nichts Schläge und Tritte gegen den Kopf erhielt. Ein anderes Mitglied aus der Wiederreingliederungszone in Miravalle (Caquetá), wo beide herkommen und im Schutzsystem integriert und berechtigt sind, Waffen zu tragen, wollte daraufhin zur Hilfe kommen (Leonardo Agudelo Murillo). Es entwickelte sich eine Schießerei inmitten der Stadt.

Später wurde klar, dass es sich um einen Angriff von Polizisten in Zivil handelte, bei dem sich die beiden ehemaligen Personen der FARC nur verteidigen wollten. Sie wussten zu dem Zeitpunkt nicht, dass es eine Aktion des Staates zur Festnahme ihrerseits ein sollte. Nun soll Leonardo sogar der juristische Prozess gemacht werden. Damit wurde auch das Schutzsystem für eine andere wiedereingegliederte Person außer Kraft gesetzt, für die die beiden Männer als Sicherheitsdienst arbeiteten. Auch hier wurde mehrmals auf die fehlende Sicherheit hingewiesen, zum Beispiel in Bereitstellung eines Autos.

Dieser Vorfall zeigt deutlich, wie wenig Interesse der Staat an der Sicherheit von Personen im Prozess der Wiedereingliederung in das zivile Leben hat. Führende Aktivisten haben dabei Anspruch auf einen Sicherheitsdienst. Schlimmer noch, immer wieder werden Vorwände gesucht und Aktionen geschaffen, in denen sich ehemalige FARC-Mitglieder mit juristischen Prozessen auseinandersetzen müssen. Die Wiedereingliederungszone Miravalle liegt in der Region El Pato und ist vor allem durch das Rafting-Team bekannt geworden. Sie war ein Vorzeigeprojekt im Kontext der Wiedereingliederung von ehemaligen Guerilleros, liegt aber immer noch im Einflussgebiet von bewaffneten Strukturen der Ex-FARC.

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Nachfolger von alias Jhonier gefunden

Wie wir bereits vermutet haben, ist die Nachfolge des Oberkommandierenden des Comando Coordinador de Occidente (Westliches Koordinationskommando) schnell geregelt worden. So soll nun alias Mayimbú die Nachfolge als Kommandierender der verschiedenen Strukturen im Westen des Landes antreten. In einer gut funktionierenden Guerilla ist es üblich, dass militärische Ränge nach kurzer Zeit adäquat besetzt werden und Strukturen nicht „abhängig“ von einzelnen Personen sind. Nun wurde dies in einem Video öffentlich gemacht.

Nach dem Tod von alias Jhonier am 24. Januar war man gespannt, wer nun die Nachfolge im Westlichen Koordinationskommando (CCO) antreten würde. Folgerichtig konnte es nur eine Person aus dem Osten um die 1. und/oder 7. Front sein oder eine Person aus der Kommandoebene der im Westen agierenden Strukturen. Nun wurde es Mayimbú, der mit bürgerlichen Namen Leyder Johany Noscué Bototo heißt.

Mayimbú ist für diese Aufgabe relativ jung. Geboren im Jahr 1991, ist er somit gerade einmal knapp über 30 Jahre alt. Allerdings begann er seine Laufbahn in der aufständischen Bewegung schon mit rund 12 Jahren, als er operative Aufgaben als Milizionär übernahm. Mit dem Mindesteintrittsalter von 15 Jahren war er dann Mitglied der FARC-EP in der 6. Front, die auch in seinem jetzigen Gebiet im Cauca operierte. Er kennt somit die Region sehr genau.

Später war er dann der Kommandierende der mobilen Kolonne Jaime Martínez, die in den Gemeinden Suárez und Buenos Aires operiert und eine der ersten sogenannten „dissidentischen“ Strukturen der FARC-EP in der Region nach dem Friedensschluss war. Das CCO fungiert als Konföderation von Guerillafronten im Westen, die nach 2018 entstanden sind. Dazu gehören die Front Carlos Patiño, die mobile Kolonne Jaime Martínez, die mobile Kolonne Dagoberto Ramos, Die Front Rafael Aguilera und weitere.

Zuletzt konnten diese Strukturen im Südwesten ihren Einfluss wesentlich ausbauen und führen einen Kampf nicht nur gegen staatliche Sicherheitskräfte und paramilitärische Gruppen, sondern auch gegen das ELN und die FARC-EP, Zweites Marquetalia. Im Westen ist die Guerilla mittlerweile so stark, wie zuvor im Osten in den Provinzen Caquetá, Guaviare und Meta, wo die Guerilla historisch stark verankert ist.

Zuletzt gab es vor zwei Tagen einen Angriff der FARC-EP auf das 21. Infanteriebataillon der Armee in Granada in der Provinz Meta. Bei dem Angriff sind zwei Menschen getötet worden. Im Osten des Landes gibt es immer wieder Angriffe auf die staatlichen Sicherheitskräfte. Vor einer Woche wurde erst ein Konvoi des Gouverneurs der Provinz Caquetá angegriffen.

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Guerilla für Waldbrände verantwortlich?

Immer wieder gab es in den zurückliegenden Jahren Meldungen in den Medien, dass die Gruppen der FARC-EP für großflächige Waldzerstörungen, Brände und systematische Abholzungen verantwortlich sind. Aktuell brennen wieder im Nationalpark Chiribiquete einige Punkte und sofort schlägt der Verteidigungsminister Alarm, dass die FARC-EP dahinterstecken würde. Häufig sind es jedoch kriminelle Strukturen, zugezogene Personen im Auftrag von Großgrundbesitzern und Strohmännern von Konzernen, die verantwortlich für die Umweltzerstörungen sind.

Mittels von zugezogenen Strohmännern, die reichlich finanziell ausgestattet werden, wird so Land gewonnen, welches der Viehwirtschaft und den transnationalen Konzernen dient. Die Guerilla jedoch hat wenig Interesse, in ihrem Einzugsbereich kriminelle Strukturen Eingang zu gewähren und ihren Schutz der Wälder zu zerstören. Es ist eher andersherum, dass den Kolonisten nur eine bestimmte Anzahl an Fläche und auch Bäumen zum Fällen gewährt wird. Durch bestimmte Gesetze und Regeln wird somit das Zusammenleben organisiert.

Die Provinzen Caquetá und Guaviare sind Bastionen der FARC-EP und mit ihren Strukturen wird das Zusammenleben dort maßgeblich geregelt. Durch Militäroperationen, wie die unter dem Vorwand des Umweltschutzes vor Jahren initiierte Operation Artemisa, wird die lokale Bevölkerung unterdrückt und stigmatisiert. Aktuell wird die Front Miller Perdomo der FARC-EP für die Waldbrände verantwortlich gemacht, jedoch kein Wort darüber verloren, dass auch das Militär nicht unerheblich ihren Teil für Brände und Umweltzerstörungen beitragen.

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Nächster Angriff auf Wiedereingliederung

Vor wenigen Tagen hat sich ein erneuter Angriff auf ein wichtiges Projekt der Wiedereingliederung der FARC in Bogotá ereignet. Diesmal wurde das als Leuchtturm-Projekt bekannt Haus der Brauerei „La Roja“ angegriffen und teilweise geplündert. Dies gab der Teil der FARC des Nationalen Rates der Wiedereingliederung in einer Pressemitteilung bekannt. Die Craft-Brauerei „La Roja“, zu Deutsch „das Rote“, wird von ehemaligen Kämpferinnen und Kämpfern der FARC entwickelt und produziert. Damit haben sie neben einem politischen Projekt zudem auch eine sozioökonomische Alternative für sich und ihre Familien.

Das Kulturhaus wurde in der Nacht des 2. Februar in der Gegend von Teusaquillo in Bogotá angegriffen. Es ist derselbe Stadtteil, in der sich ein anderes wiedereingegliedertes Projekt befindet, das Mitte Januar einen Angriff erlebte, als in einer Toilette des Alternativen Hauses (Casa Alternativa) ein Sprengsatz gefunden wurde. Laut der FARC-Partei Comunes sind es klare Akte der Sabotage gegen die produktiven Initiativen der sozialen und wirtschaftlichen Wiedereingliederung der Friedensunterzeichner. Sie sollen nur darauf abzielen, Angst zu erzeugen. Die Brauerei erreichte internationale Anerkennung als ein Leuchtturm-Projekt der Wiedereingliederung.

Einer der Vorsitzenden der Partei Comunes, Pastor Alape, verurteilte den Angriff, den er auch als Attentat bezeichnete. Es ist ein struktureller Plan, so Alape, die politische Teilnahme und Wiedereingliederung der Friedensunterzeichner zu sabotieren. Zugleich forderte er konkrete und sofortige Maßnahmen von der Regierung, um das Leben und die Ausführung der produktiven Projekte der Wiedereingliederung zu garantieren. Weiterhin findet eine große Stigmatisierung der Friedensunterzeichner statt, die nun zudem von einer Zurücknahme ihrer Sicherheitssysteme gefährlich betroffen sind.

Fälle wie die Zerstörung ihrer politischen Propaganda in einigen Regionen, die ständigen Drohungen gegen ihre Führung, der Abbau ihrer Sicherheitssysteme, Schäden an Autos und die Kündigung der Fahrzeugflotte sowie das Versäumnis, ihre Systeme zu stärken, zeigen eine ernste Situation für das Leben der ehemaligen Guerillakämpfer. Seit der Unterzeichnung des Abkommens sind bereits 294 Kämpfer ermordet worden. Zuletzt wurde wiederholt festgestellt, dass es eine systematische Nichteinhaltung des endgültigen Friedensabkommens gibt, dass sich auch in fehlenden Sicherheitsgarantien niederschlägt.

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Nächster FARC-Kommandierender tot?

Wie nun mehrere Quellen bestätigten, ist der Kommandierende der 28. Front der FARC-EP alias Antonio Medina auf venezolanischem Territorium bei Kämpfen ums Leben gekommen. Die 28. Front, die mit der 10. Font alliiert ist, befindet sich in Arauca, Casanare und im venezolanischen Bundestaat Apure in einem territorialen Kampf mit dem ELN und der FARC-EP, Zweites Marquetalia.

So gab es seit Mittwoch schwere Kämpfe in der Gegend um Sarare und Cañitos im Bundesstaat Apure, die hier zwischen Strukturen des ELN und der 28. Front unter dem Kommando von Antonio Medina stattfanden. Zwar gab es auch ein Gerücht, dass Antonio Medina nur verletzt sei und er von seinen Kämpfern in sicheres Gebiet gebracht worden sei. Doch nun verdichten sich die Nachrichten über seinen Tod.

Antonio Medina, der in den letzten Jahren durch seine Kommandofunktion und Kommuniqués über Youtube bekannt wurde, ist ein enger Verbündeter von Gentil Duarte und Iván Mordisco. Mit bürgerlichen Namen heißt er Omar Pardo Galeano. In den 2000er Jahren war er in der urbanen Front „Antonio Nariño“ aktiv, die in Bogotá ihr Operationsgebiet hatte. Später hatte er politisch-militärische Funktionen im Ostblock der FARC-EP.

Zuletzt wurde bereits alias Jhonier im Westen Kolumbiens bei einer Militäroperation getötet. Es bleibt abzuwarten, inwieweit eine Schwächung der Strukturen eintritt oder ob ihre Positionen adäquat besetzt werden können. Die Struktur der Guerilla ist eigentlich so aufgebaut, dass Kommandopositionen in funktionierenden Organisationen meist zügig und auch adäquat wiederbesetzt werden können.

UPDATE:

Bereits wenige Stunden später nach dem Schreiben dieses Artikels verdichtete sich die Version seiner Flucht. Demnach sei sein Tod nur ein Manöver, um den Druck seiner Verfolgung und Jagd von ihm zu nehmen. Aktuell berichten mehrere Quellen, dass er sich weiterhin am Leben befindet, allerdings gejagt von Sicherheitskräften aus Venezuela und auch ELN.

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Schlag gegen FARC-EP im Westen – alias Jhonier getötet

Vor wenigen Stunden erklärten Präsident Iván Duque und militärische Quellen, dass der Kommandierende des Comando Coordinador de Occidente (Westliches Koordinationskommando) Euclides España Caicedo alias Jhonier getötet wurde. Bereits seit Tagen habe es eine Militäroperation mit Hilfe geheimdienstlicher Mittel in der Region um Toribio in der Provinz Cauca mit dem Ziel des Schlages gegen den Kommandierenden des Westlichen Koordinationskommandos gegeben. Dem Westlichen Koordinationskommando unterstehen unter anderem die Fronten und mobilen Kolonnen Dagoberto Ramos, Jaime Martínez, Adan Izquierdo, Franco Benavides und Urías Rondón mit einem Operationsgebiet in Huila, Valle del Cauca, Cauca und Nariño im Südwesten Kolumbiens. Sie sind mit den Strukturen um Iván Mordisco und Gentil Duarte im Osten des Landes verbündet.

Staatliche Sicherheitskräfte gehen davon aus, dass Jhonier hinter den gerade genannten Kommandierenden aus dem Osten des Landes an dritter Stelle der Hierarchie in der FARC-EP steht. Es ist somit ein schwerer Schlag gegen die Guerilla. Rund 25 Jahre war Jhonier in der FARC-EP aktiv und wichtige Vertrauensperson von Iván Mordisco und Gentil Duarte. Zuvor war er unter anderem in der Kommandoebene der sich im Rahmen des Friedensprozesses entwaffnenden FARC-EP, wo er als Anführer der 27. und 40. Front im damaligen militärischen Ostblock diente. Ab 2018 übernahm er dann im Westen seine Arbeit mit dem Ziel des Aufbaus und der Vereinigung der dort noch vorhandenen alten Strukturen, die aktuell über 1000 Kämpfer besitzen.

Das Westliche Koordinationskommando kämpft im Südwesten des Landes gegen die staatlichen Sicherheitskräfte, Paramilitärs und andere Guerillagruppen wie der ELN und der FARC-EP, Zweites Marquetalia um Iván Márquez. Dort konnten sie in der zurückliegenden Zeit an Boden gewinnen und zumindest die Ausbreitung der Strukturen um das Zweite Marquetalia erfolgreich verhindern. Dabei waren besonders die Provinzen von Cauca und Nariño mit schweren Kämpfen betroffen, was nicht nur zu Toten in der Zivilbevölkerung führte, sondern auch zu massenhaften Vertreibungen. Zu Gute kommen dem Westlichen Koordinationskommando die bereits zuvor verankerten Strukturen der „alten“ FARC-EP, die sie größtenteils übernommen hatten.

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Bombe im Alternativen Haus der Partei Comunes

Im sogenannten Alternativen Haus der Partei Comunes, ehemals FARC-Partei, wurde am Freitag in einer Toilette eine Bombe gefunden. Die Bombe bestehend aus anderthalb Kilogramm Sprengstoff in einer Plastikflasche und einem Zündsystem verbunden mit einem deaktivierten Telefon, wurde durch staatliche Sicherheitskräfte neutralisiert. Dies gab unter anderem Sergio Marín bekannt, politischer Vertreter der Partei Comunes in Bogotá. Das Haus befindet sich im Viertel Teusaquillo im Zentrum Bogotás und wird hauptsächlich von jungen Menschen genutzt.

Das Haus Casa Alternativa dient als soziales Zentrum, in dem nicht nur Treffen der linken Bewegungen durchgeführt werden, wie zum Beispiel zuletzt der Historische Pakt als Zusammenschluss progressiver Parteien und Bewegungen für die Präsidentschaftswahl, sondern ist auch ein Ort von Veranstaltungen. Inhaber des Hauses ist jedoch nicht die Partei Comunes selbst, sondern ein ehemaliger Guerillero als juristische Person. Hier befindet sich auch ein Restaurant und man kann Produkte aus sozioökonomischen Projekten der EX-FARC erwerben.

Wer die Bombe im Haus Casa Alternativa deponiert hat, ist bis heute nicht klar. Zuletzt gab es immer wieder Drohungen von paramilitärischen Gruppen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Politiker aus der Partei Comunes darauf aufmerksam machten, dass es immer noch keine Sicherheitsgarantien für die politische linke Opposition gibt. Dies jedoch wurde im Friedensvertrag festgelegt, der zwischen der FARC-EP und der kolumbianischen Regierung im Jahr 2016 abgeschlossen wurde. Zuletzt gab es einen Anstieg von Angriffen auf linke Aktivisten, der vermutlich im Kontext der anstehenden Präsidentschaftswahlen steht.

 

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Interview mit der FARC-EP

Ein Interview der Journalistin Salud Hernández-Mora mit dem politischen Verantwortlichen der FARC-EP in Arauca, welches für die politische Nachrichtenseite „Semana“ in Venezuela durchgeführt wurde, sorgte national und international für Aufsehen. Es ist das erste Interview mit einem überregionalen kolumbianischen Medium, dass mit einem Mitglied der aufständischen Bewegung getätigt wurde. Zum anderen waren natürlich die Themen des Interviews interessant. Die Journalistin sprach mit dem politischen Kommandanten Ernesto, der unter anderem für die 10. Front zuständig ist, nicht nur über den Krieg mit dem ELN in Arauca, sondern auch zum Zustand der FARC-EP und ihren Zielen, über Maduro, Petro und den Konflikt mit den politischen Blutsbrüdern der FARC-EP, Zweites Marquetalia. Zu den Zielen bekräftigte Ernesto ein hartes Durchgreifen, sogar mit einer Todesstrafe, für die Korrupten, Vergewaltiger und Mörder in der Region. Er kam jedoch auch auf die internen Regeln und Normen zu sprechen und machte deutlich, dass innerhalb der FARC-EP auch gemäß der Statuten Vergehen bestraft werden. Auf politischer Ebene ist dieses Interview ein großer Gewinn für die aufständische Bewegung. So kann die Guerilla in der Öffentlichkeit auch als politischer Akteur wahrgenommen werden und nicht nur, wie sonst in den Massenmedien üblich, als eine so dargestellte und diskreditierte Narco-Bewegung.

Das ganz Interview auf Spanisch beim Magazin Semana gibt es hier

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