Keine Angriffe auf COP16-Gipfel

In einer Veröffentlichung auf ihrem X-Account teilte die FARC-EP, Zentraler Generalstab unter dem Kommando von Iván Mordisco mit, dass sie ihre Offensivaktionen in Cali wegen des COP16-Gipfels aussetzen wird. Diese 16. Biodiversitätskonferenz der Vereinten Nationen im Oktober findet in Kolumbien und vor allem der Millionenstadt Cali statt, bei der es darum geht, Vereinbarungen zum Schutz der weltweiten Artenvielfalt zu treffen. Dazu heißt es auf dem Account der Guerilla: „Wir informieren, dass vom 11. Oktober bis zum 6. November die offensiven Militäraktionen gegen die öffentlichen Sicherheitskräfte in der Stadt Cali wegen der COP16 ausgesetzt werden. Wir behalten uns das Recht vor, uns zu verteidigen.“

Zum Thema COP16 hatte sich die Guerilla bereits am 30. Juli in einem Video geäußert, in dem der Oberkommandierende Mordisco wiederauftauchte. In der Aufnahme erklärt dieser, dass er zwei Neuigkeiten bekannt geben möchte. „Wir nutzen diese Gelegenheit, um der nationalen und internationalen Gemeinschaft zwei Neuigkeiten mitzuteilen: Wir haben als Zeichen unseres Friedenswillens beschlossen, unsere Einheiten anzuweisen, die normale Entwicklung der COP 16, die bald in der Stadt Cali stattfinden wird, nicht zu beeinträchtigen. Unser Engagement für den Planeten steht im Gegensatz zu den Interessen des großen imperialen Kapitals, das sich den Amazonas und andere strategische Gebiete des Kontinents aneignen will“, sagte er damals.

An den Präsidenten Kolumbiens richtete er damals: „Die COP16 wird scheitern, auch wenn Sie die Stadt mit Gringos militarisieren. Herr Gustavo Petro, Ihr Gerede vom Schutz der Natur wird scheitern.“ Damals sorgte diese Äußerung für Verunsicherung in der kolumbianischen Öffentlichkeit, weil man darin Angriffe auf den Gipfel und seine Repräsentanten vermutete. Dabei ging es der Guerilla nur um eine öffentliche Debatte zum Thema Umweltschutz, in der auch Beispiele für das Fehlverhalten der Regierung aufgezeigt wurden. Unter anderem wurde auch Deutschland mit einem Wasser-Projekt benannt. In einem Artikel wiesen wir auf Kolumbieninfo im Juli darauf hin.

Neben dem COP16-Gipfel waren die Kämpfe in der Provinz Cauca Thema der Medien. In den Gemeinden Corinto und Caloto im Norden der Provinz kam es zu schweren Kämpfen zwischen den Sicherheitskräften und der Guerilla. Dabei wurden nicht nur die jeweiligen Hauptsitze der Agrarbank angegriffen, sondern auch Polizisten und Soldaten in den jeweiligen Stützpunkten. Bei der Guerilla handelt es sich um Mitglieder der Front Dagoberto Ramos, die sich stundenlange Gefechte mit den Sicherheitsbehörden lieferten. Die Bevölkerung suchte Schutz in ihren Häusern. Aktuell gibt es keinen Waffenstillstand mit den Strukturen der FARC-EP um Iván Mordisco, die vor allem im Südwesten eine starke Präsenz haben.

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