Video von Marlon als Kommandant aufgetaucht

Was von den staatlichen Sicherheitskräften als einer der wichtigsten Schläge gegen die Guerilla FARC-EP im Südwesten des Landes dargestellt worden war, gerät nun in Frage, nachdem ein Video aufgetaucht war, in dem der Kommandant des Westblocks Jacobo Arenas, lebendig zu sehen ist. Damit würde die Darstellung der Militärs widerlegt sein, ihn getötet zu haben. Die Videoaufnahme und Kommuniqué vom 27. Juni 2026 zeigt den Kommandierenden, wie er, umgeben von mehreren bewaffneten Männern, eine politische Erklärung verliest. Sein Auftritt widerspricht den Informationen, die die nationale Armee vor Wochen veröffentlicht hatte. Diese hatte berichtet, der Anführer sei während einer Militäroperation im Gebiet der Naya ums Leben gekommen.

Die Offensive war als bedeutender operativer Erfolg angekündigt worden. Damals versicherte die Armee, dass mehrere hochrangige Mitglieder der bewaffneten Gruppe getötet worden seien, darunter auch der Kommandant des Westblocks Jacobo Arenas. Die Veröffentlichung des Videos verändert jedoch das Bild und macht deutlich, dass zumindest in diesem Fall die offiziellen Angaben nicht der Realität entsprachen, wie schon so häufig bei Behörden- und Medienberichten. Nachrichtenquellen der Polizei gaben an, dass ihnen bereits seit einigen Tagen Informationen vorlagen, wonach der Kommandant noch am Leben sei. Ebenso wiesen sie darauf hin, dass es Berichte gebe, die den Tod des Anführers der Front Jaime Martínez in Zweifel ziehen, der ebenfalls während der Militäroperationen als getötet gemeldet worden war. Das Videokommuniqué über neun Minuten nutzt er für eine ausführliche Stellungnahme zur politischen Lage des Landes.

Die vorherige Regierung wird für das Scheitern der Politik des totalen Friedens verantwortlich gemacht und dargestellt, dass den Verhandlungen nie ein echter Wille zur Beendigung des bewaffneten Konflikts zugrunde gelegen habe. Dem Dokument zufolge wurden, während von Frieden gesprochen wurde, die Militäroperationen fortgesetzt und die Konfrontationsstrategien verstärkt. Die FARC-EP stellt zudem den ehemaligen Präsidenten Gustavo Petro direkt in Frage und wirft ihm vor, während seiner Amtszeit weder die Militärdoktrin abgeschafft noch die Stärkung des Paramilitarismus verhindert zu haben. Darüber hinaus übt sie Kritik am Verteidigungsministerium und am Hohen Beauftragten für den Frieden hinsichtlich der Handhabung des Dialogprozesses.

In einem weiteren Teil des Kommuniqués ruft die Organisation die verschiedenen aufständischen Gruppen dazu auf, die Einheit zu stärken und Auseinandersetzungen untereinander zu vermeiden. Ebenso beharrt sie darauf, den bewaffneten Kampf als Teil ihrer politischen und militärischen Strategie fortzusetzen. Das Dokument schließt mit einer Botschaft an soziale Organisationen und ländliche Gemeinden, in der versichert wird, dass die Organisation ihre Präsenz in den von ihr kontrollierten Gebieten durch militärische Aktionen und Aktivitäten fortsetzen werde, die nach Angaben der Gruppe darauf abzielen, die Grundbedürfnisse der Bevölkerung abzusichern.

Das Wiederauftauchen des Kommandanten der FARC-EP stellt einen schweren Schlag für die Glaubwürdigkeit der von den Streitkräften angekündigten Einsatzergebnisse dar und wirft Fragen hinsichtlich der Verfahren auf, die zur Überprüfung der Identität der angeblich im Kampf getöteten Guerillakämpfer angewendet wurden. Bislang haben weder das Verteidigungsministerium noch die Nationalarmee eine neue Stellungnahme zu dem Video abgegeben oder die Diskrepanzen zwischen den nach der Militäroperation vorgelegten Informationen und den nun bekannten Beweisen erläutert.

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