Kommuniqué der FARC-EP, Zweites Marquetalia:
Jorge Vive, La lucha sigue – In Erinnerung
Jorge lebt, der Kampf geht weiter – In Erinnerung
Hier ist er; er kämpft weiter für die neue Heimat im Zweiten Marquetalia… Sechzig Tonnen Bomben, die die Luftwaffe vor zehn Jahren auf sein Guerillalager in La Macarena abgeworfen hatte, reichten nicht aus, um ihn zu töten. Jorge Vive. Die Stärke seiner Liebe zum Volk nährt die nationale Empörung, die gegen schlechte Regierungen explodiert und sich auch in den Bergen mit Anstand manifestiert.
Die Tyrannei des Nariño-Palastes ist nicht ewig. Die Mobilisierung aller sozialen und politischen Ausdrucksformen des Landes unter dem Banner einer neuen Regierung ist die transformative Macht, die einzige Kraft, die den Kolumbianern wahre Demokratie, Frieden und würdevolles Leben garantieren kann.
Für Jorge, den lieben Mono Jojoy, unser Gefühl der Zuneigung, das nie aufhört. Danke Bruder, dass du uns gelehrt hast, solidarisch zu sein, Guerilleros wie der Che zu sein, dass du deine Gabe mit den Menschen geteilt hast, deine Zärtlichkeit mit Kindern, dein Beispiel der Menschlichkeit, deine Freude und deine Beharrlichkeit im Kampf, die fähig ist, Berge zu bewegen.
Wir werden siegen, Jorge! Venceremos!
FARC-EP, Zweites Marquetalia
Kommuniqué der 41. Front Cacique Upar der FARC-EP, Zweites Marquetalia:
Jojoy hasta siempre – Jojoy für immer!
Gesundheit Jojoy, Guerillero aus der Ebene und den Anden! Zwischen Licht und Schatten, zwischen Bergen und Stadtvierteln, zwischen Vogelgezwitscher und Bergblumen, zwischen Schießpulver und Idealen … verbreitet sich die Erinnerung an Mono Jojoy wie ein gerechter Kriegsschrei, der den Armen der Erde Frieden mit Anstand bringen wird.
Romaña teilte uns auf dem Kommandantentreffen im August 2019 kurz vor unserer Abreise mit, um den Wiederaufbau der Fronten 19, 41 und 59 in der kolumbianischen Karibik voranzutreiben, dass, als Genosse Jorge vom Feind getötet wurde, in jenen Tagen ein Treffen des Generalstabs des Ostblocks durchgeführt wurde. Nach einem langen Arbeitstag war der Nachmittag angebrochen und die Kommandeure zogen sich zu ihren Ruheplätzen zurück, die in verschiedenen Lagern voneinander entfernt waren. Die Nacht brach herein und am frühen Morgen, gegen 02:00 Uhr, als Jorge sicherlich bei Kerzenlicht arbeitete, wie er es jeden Tag tat, begann das Bombardement, das ihm das Leben kostete.
Der Befehl lautete, das Lager des Guerillakommandanten „von der Karte auszulöschen“. Der militärische Geheimdienst hatte es geschafft, einen elektronischen Apparat einzusetzen und deshalb waren sie sich über den Ort ihres Ziels sicher. Das Gelände wurde zerstört, als Tausende Kilo Sprengstoff vom Himmel fielen. Acht weitere Kämpfer kamen bei dem Bombenangriff ums Leben. Und egal wie sehr sie versuchten, mit Blei durchzubrechen, die Guerilleros und Guerilleras, die Genosse Jorge begleiteten, schafften es nicht, ihn aus den Ruinen des Bunkers zu entfernen, unter dem er begraben war. Als sie nach acht Tagen Kampf einen zweiten Versuch unternahmen, hatten sie ihn bereits weggebracht.
Der Tod hatte die Höhen des Berglandes berührt und seine Schatten fielen mit dem Gewicht der Trauer, um die Tage zu verdunkeln. Es gab vier Monate intensiver Kämpfe, in denen die Krieger von Manuel Marulanda Vélez aus der Schmiede des Zorns dieses Fragment der Geschichte mit Ehre entzündeten. Und es gibt das Beispiel, dass die FARC-EP-Mitgliederschaft, Zweites Marquetalia, heute nach dem Schein dieser Schmiede, dieser Flamme, dieses Gebirgslichts aufgreift.
Mit der Schale aus aufständischem Ton in unseren Händen stoßen wir aus jedem Punkt des gemeinsamen Landes an, indem wir den Wein der Rebellion für das Neue Kolumbien trinken, die rote Heimat des von unseren Helden und Heldinnen vergossenen Blutes.
Weil sich die Respektlosigkeit gegenüber den Tyrannen, die uns regieren, vervielfacht, lebe die Erinnerung an Mono Jojoy!
Weil wir der Yankee-Einmischung ein Ende setzen wollen, lebe die Erinnerung an alle Gefallenen!
Für die Einheit der Guerilla und der Bevölkerung gegen die Oligarchien und gegen den Imperialismus lebe die FARC-EP Zweites Marquetalia!
Gonzálo Ortíz und Jesús Santrich
Von der
Eine neue Welle der Gewalt und Massaker hat Kolumbien fest in seiner Hand. Junge Menschen, Bauern, Linke und Andersdenkende sind diese Opfer der „kollektiven Morde“, wie Präsident Duque die Massaker und die systematische Auslöschung der Opposition beschönigt. Das Wort Massaker vermeidet er, obwohl die taten genau das sind. Sie erinnern an die schlimmen Jahrzehnte, als Kolumbien inmitten des Bürgerkrieges stand und paramilitärischer Terror alltäglich war.
In der Zeitschrift und dem Webportal Semana gab es am Wochenende einen Artikel über die Szenarien und die aktuelle Situation der FARC-EP, zweites Marquetalia und dem Konflikt mit anderen Organisationen, auch im Kontext des Bruderkrieges gegen die FARC-EP unter Gentil Duarte. Wir haben in den zurückliegenden Wochen bereits mehrmals über den sogenannten Bruderkrieg in der FARC-EP geschrieben, wollen euch aber die wichtigen Auszüge aus dem Artikel von Semana präsentieren, der abschließend einen guten Überblick gibt, auch von den Massenmedien die Informationen immer mit Vorsicht zu genießen sind.
Einige Medien berichten erneut über den Konflikt und „Bruderkrieg“ der FARC-EP im Cauca. Im Mittelpunkt stehen Veröffentlichungen von Fotografien von sehr gut ausgestatteten Guerillakämpfern der Front Carlos Patiño der sogenannten dissidentischen FARC-EP, die zum Westlichen Koordinationskommando gehört. In diesem Koordinationskommando sind diverse Strukturen der FARC-EP unter einem einheitlichen Kommando zusammengefasst. Diese sind den Strukturen der FARC-EP im Osten um die Erste Front Armando Ríos und anderen Fronten wie der 7. oder 27. Front sehr nahe, die unter dem Kommando von Gentil Duarte stehen.
Am 29. August wurde in den Nachmittagsstunden der ehemalige Kämpfer und Kommandant der FARC-EP Jorge Ivén Ramos in dem Dorf Palmachica in der Gemeinde Santa Rosa im südlichen Teil der Provinz Bolívar getötet. Jorge Ivén Ramos war Mitglied des Nationalrats der Partei FARC, Mitglied des territorialen politischen Rates vom Magdalena Medio und Teil des Programms für die Substitution der illegalen Pflanzen. In der ehemaligen Guerilla FARC-EP war er der Kommandant der 37. Front, die in den Montes de Maria operierte. Hier war er bekannt durch seinen Kampfnamen Mario Morales.
Mehrmals haben wir versucht zu verdeutlichen, warum es innerhalb der ehemaligen aufständischen Bewegung FARC-EP, unterschiedlich agierende und sich auch bekämpfende Strukturen gibt, die nun wieder zu den Waffen gegriffen haben. Klar differenzieren werden muss hier zwischen den beiden Linien der FARC-EP, die unter dem Kommando der Frente Primero Armando Ríos [1. Front Armando Ríos] und auch im Westen unter dem neu entstanden Westliches Koordinationskommando auf der einen Seite sowie der Organisation Zweites Marquetalia auf der anderen Seite entstanden sind.
Nach dem schon in den zurückliegenden Tagen verschiedene Massaker in Kolumbien stattgefunden haben, ereignete sich nun in der Gemeinde Samaniego in der Provinz Nariño ein weiteres gravierendes Massaker. Auch wenn derzeit die Umstände noch nicht klar sind, so muss zumindest festgestellt werden, dass sich der Konflikt im Land weiter verschärft und die Gewalt zunimmt. Besonders die südwestliche Region in Kolumbien ist von der Gewaltzunahme betroffen. Nun wurden acht junge Menschen in einem Landhaus von vermummten unbekannten Personen niedergeschossen.
Heute erinnern wir an Jacobo Arenas, einem großen Revolutionär Kolumbiens. Er trat bereits in den 1950 Jahren der Kommunistischen Partei Kolumbiens (KP) bei, war Teil der Gewerkschaftsbewegung und später Mitbegründer und politische Führungsperson der FARC-EP. Zur aufständischen Bewegung kam er durch die Anordnung des Zentralkomitees der KP Kolumbiens zusammen mit Hernando González Acosta, um die Guerilla politisch zu stärken und zu unterstützen, die sich zunehmend der staatlichen Repression ausgesetzt sah. Mit Hilfe der USA wollte die kolumbianische Regierung, die sich politisierten Bauern in ihren kleinen selbständigen Gebieten vernichten.
Die sich dem Friedensvertrag entfernten und sich neu bewaffneten Guerillaorganisationen der FARC-EP wie das Comando Coordinador de Occidente (Westliches Koordinationskommando) oder FARC-EP, Segunda Marquetalia (Zweites Marquetalia), haben erneut in unterschiedlichen Kommuniqués verdeutlicht, dass Militär und paramilitärische Gruppen zusammenarbeiten, um die Bevölkerung zu terrorisieren und damit indirekt die Guerilla anzugreifen. Ziel ist das Schüren von Angst und die Delegitimation der politisch-militärischen Organisation der Guerilla innerhalb der Bevölkerung. Wir beichteten bereits mehrmals über Kommuniqués,
Zum 70. Geburtstag des Revolutionär, ehemaligen Guerillakämpfers und politischen Gefangenen Simón Trinidad soll es internationale öffentlichwirksamkeite Aktionen geben, die in verschiedenen Ländern koordiniert werden. in Deutschland gibt es das Komitee zur Freilassung von Simón Trinidad, dass auf der Webseite unter anderem zu Aktionen bei Twitter aufruft. Die internationalen Kampagne für seine Freilassung plant weitere Aktivitäten, um seine Rückführung und Freilassung zu erwirken.