Offensive der FARC-EP im Südwesten Kolumbiens

Mit mehreren Angriffen und Anschlägen hat die FARC-EP mit ihrem Westblock Kommandant Jacobo Arenas die Provizen Cauca und Valle del Cauca überzogen. Federführend waren die beiden Fronten Dagoberto Ramos und Jaime Martínez, die unter anderem in den Gemeinden Jamundí, Morales und Suárez von Samstag bis zum gestrigen Montag Angriffe auf staatliche Sicherheitskräfte verübten. Seit längerer Zeit gibt es einen Konflikt zu den unter Iván Mordisco stehenden Strukturen der Guerilla, auch Zentraler Generalstab genannt, sowie der Regierung unter Petro. Ein Waffenstillstand wurde aufgekündigt und seitdem die Kriegstrommel geschlagen, sowohl verbal, als auch in den tatsächlichen kriegerischen Auseinandersetzungen.

Explosionen von Motorradbomben, Bodenangriffe, Angriffe auf Hubschrauber und Gewehrsalven auf Polizeistationen waren einige der Aktionen, die innerhalb von weniger als 72 Stunden von der FARC-EP, Zentraler Generalstab, durchgeführt wurden. Die Anschläge begannen am Freitag in Miranda, an der Straße, die diese Gemeinde mit Corinto verbindet. Die Explosion mit dem Ziel der staatlichen Sicherheitskräfte tötete mindestens eine Person. In den frühen Morgenstunden des Montags kam es zu Kämpfen in der Gemeinde Morales, nachdem Mitglieder der Front Jaime Martínez die Polizeistation angriffen. Zwei Uniformierte kamen ums Leben. Auch die Agrarbank wurde dabei ausgeraubt.

Die Behörden schickten zwei Hubschrauber zur Unterstützung von Polizei und Armee, doch auch diese wurden angegriffen. Fast zur gleichen Zeit griff die FARC-EP in Jamundí, Valle del Cauca, mittels einer Motorradbombe ein Hotel an, in der sich eine Hundertschaft von Polizisten aufhielt, die im Rahmen des Plans zur Verstärkung der Sicherheit in die Region gekommen waren. Auch in der Gemeinde Suárez, die zwischen Morales und Jamundí liegt, kam es zu Angriffen. Nehmen einer weiteren Aufrüstung und Eskalation wird abzuwarten sein, wie sich die Regierung nach den erneuten Angriffen positionieren wird. Innerhalb der FARC-EP, Zentraler Generalstab, gab es Spaltungen in der Frage, wie die Friedensgespräche weitergeführt werden können. Der Westblock gehört zu den Strukturen, die derzeit im Krieg mit der Regierung sind.

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Totgesagte leben länger

Luciano Marín, alias Iván Márquez, Kommandant der FARC-EP, Zweites Marquetalia, tauchte nun in einer Videobotschaft auf. In den zurückliegenden Jahren wurde er mehrmals als tot deklariert. Umso größer war die mediale Aufmerksamkeit, als er nun in einem Kommuniqué über seine politischen Ziele sprach. So bekannte er sich zur Politik von Präsident Gustavo Petro und bot ihm eine verfassungsgebende Versammlung an. In dem rund 16-minütigen Kommuniqué sind Bilder von Petro, Simón Bolívar und Manuel Marulanda Vélez, dem legendären Oberkommandierenden der alten FARC-EP, zu sehen.

„Wir verteidigen das Recht des einfachen Volkes auf Gesundheit, Arbeit und Wohnung. Keine weitere Privatisierung der öffentlichen Dienste, die heute zu einem schmutzigen Geschäft für in- und ausländische Unternehmen geworden sind. Wir werden die Würde als wichtigsten Bestandteils des Volkes retten. Es ist die legitime Autorität. Sein Wille muss von allen staatlichen Institutionen respektiert werden. Man darf nie vergessen, dass der Souverän das Volk ist und die Rechte des Volkes Vorrang vor der Gier nach Reichtum der Oligarchien und der transnationalen Konzerne haben“, so der Kommandant der FARC-EP, Zweites Marquetalia.

Die Botschaft wurde im Rahmen des Binationalen Friedensforums, einer von der Provinzversammlung von Puerto Carreño, Vichada, organisierten Veranstaltung, gezeigt. Aufgrund des Misstrauens und der Legende seines Todes begannen vor allem in den sozialen Netzwerken die Verbreitung der Theorie, dass die Botschaft mittels Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt worden sei. Doch Verteidigungsminister Iván Velásquez sagte auf einer Pressekonferenz, dass die Bilder den Geheimdienstinformationen zufolge echt sind und dass sich Márquez offenbar immer noch an der venezolanischen Grenze befindet.

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Freilassung durch Guerilla erfolgt

Der Westblock Kommandant Jacobo Arenas der FARC-EP, Zentraler Generalstab, hat am gestrigen Sonntagnachmittag, den 12. Mai, vier Personen freigelassen Hierbei Handelte es sich um Mitglieder der Generalstaatsanwaltschaft, eine Zivilistin und einen Soldaten, die in der Provinz Cauca von der Guerilla festgenommen worden sind. Die Personen der Generalstaatsanwaltschaft waren von Einheiten der Front Dagoberto Ramos am 19. April verhaftet worden, als diese durch Territorium der aufständischen Bewegung fuhren. Die Gefangennahme stand im Zusammenhang mit dem Bruch des Waffenstillstands in dem Gebiet zusammen. Bereits zuvor verschlechterte sich die Kommunikation zwischen Guerilla und Regierung, auch innerhalb der Guerilla gab es Probleme in der Führung sowie in der Einheit der Organisation.

Eine frühzeitige Freilassung kam nicht zu Stande, mehrmals wiesen die Guerillaeinheiten darauf hin, dass offensive Militäraktionen, im Kontext der Offensive der staatlichen Sicherheitskräfte, die Freilassung und auch das Leben der Gefangenen bedrohen. Am 8. Mai forderte die FARC-EP die Aussetzung der Offensivaktionen in dem Gebiet für einen Zeitraum von 48 Stunden, um die Freilassung der Beamten zu erreichen. Bei der Freilassung der beiden Beamten und der Zivilistin konnte auch ein gefangener Berufssoldat freigelassen werden. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz war bei der Freilassung anwesend.

In einem Kommuniqué der Guerilla würdigten sie auch die Intervention der UN-Verifizierungsmission in Kolumbien und das Büros des Bürgerbeauftragten, die den Dialog mit der Regierung erleichtert haben. Andererseits veröffentlichten die Dissidenten nach der Ankündigung der Freilassung ein Kommuniqué, in dem sie dem Staatschef eine ernste Botschaft, vor allem im Kontext der internen Spaltung, übermittelten. „Die nationale Regierung sollte daran erinnert werden, dass Unnachgiebigkeit zu nichts führt (…) ihr vergeblicher Versuch, einen Dialog mit einer Minderheit zu führen, die nicht Teil der FARC-EP ist und nicht einmal 5 % unserer Guerillatruppe ausmacht, ist ein schlechter Weg“, heißt es in dem Kommuniqué mit Bezug auf die Strukturen im Osten und Magdalena Medio.

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Zweites Marquetalia und ELN arbeiten in Nariño zusammen

Zuletzt wurde deutlich, dass die FARC-EP, Zweites Marquetalia, in der südwestlichen kolumbianischen Provinz Nariño mit der ELN zusammenarbeitet. Im Konkreten geht es hierbei um die Strukturen der FARC-EP, die in der Guerillakoordination des Pazifiks zusammengeschlossen sind sowie der Front Comuneros del Sur der ELN. Bei der Guerillakoordination des Pazifiks handelt es sich um alte Strukturen der Front Oliver Sinisterra sowie neu um den Westblock Alfonso Cano, der daraus entstanden ist. Mittlerweile gehören dazu die Fronten Ariel Aldana, Iván Ríos, Mariscal Sucre und Diomer Cortés.

Dass es eine Kooperation zwischen der FARC-EP, Zweites Marquetalia, und der ELN gibt, ist nicht neu. Schon seit dem Bestehen des Zweiten Marquetalia gab es eine Allianz, die vor allem darin existent ist, um den Erzfeind der anderen FARC-EP, Zentraler Generalstab, zu bekämpfen. Dabei hing sich das politisch-militärisch schwächere Zweite Marquetalia an die gut vernetzte ELN. Kooperation gibt es vor allem im Nordosten in der Provinz Arauca, aber auch im Westen in der Provinz Cauca. Besonders im Südwesten gibt es seit Jahren konfliktreiche Auseinandersetzungen der Guerillagruppen um die territoriale Kontrolle.

Diese Auseinandersetzungen finden nun seit Anfang 2024 vermehrt statt, vor allem seit dem Monat März, wo es dieser Allianz gelang, die Mitglieder der Front Franco Benavides der FARC-EP, zentraler Generalstab, aus einigen Einflussgebieten zu vertreiben. Zur Verstärkung sendete die in Cauca aktive ELN-Front Manuel Vásquez Castaño mehr als 25 Guerillakämpfer zur Unterstützung der Comuneros del Sur und des Zweiten Marquetalia um sie zu stärken, da die Front Franco Benavides auf dem Vormarsch war.

Auch die Front Franco Benavides bekam ihrerseits Verstärkung von der Struktur Urías Rondón aus der Provinz Nariño. Der Konflikt zieht sich durch den Küstenstreifen bis in das Hinterland. So kämpfen die Front Franco Benavides, die 30. Front und die Mobile Kolonne Alán Rodríguez des Zentralen Generalstabs gegen den Westblock Alfonso Cano, die noch bestehende Front Oliver Sinisterra und die Front Ariel Aldana des Zweiten Marquetalia. In Tumaco bekämpft sich die Mobile Kolonne Urías Rondón mit den Fronten Oliver Sinisterra und Iván Ríos des Zweiten Marquetalias.

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Teófilo Forero – Arbeitersohn und Name für die Guerilla

Vom Arbeiter zu den rebellischen Bergen, so lautet ein Kommuniqué der FARC-EP, Zweites Marquetalia, in Bezug auf einen großen revolutionären Arbeitersohn Kolumbiens, nachdem später auch Guerillastrukturen benannt wurden. So hieß in Zeiten der alten FARC-EP, die sich 2016 im Friedensprozess mit der kolumbianischen Regierung entwaffnete, die Eliteeinheit der FARC-EP nach Teófilo Forero Castro. Diese operierte in Spezialaktionen landesweit, war aber ursprünglich zum Schutz der Mitglieder des Sekretariats der FARC-EP, dem höchsten Gremium, gebildet worden. Diese befanden sich in der östlichen Kordillere, zwischen den Provinzen Caquetá, Cundinamarca, Meta und Huila. Daher ist der Name eng mit der Guerilla verbunden – und auch heute noch trägt eine Einheit der FARC-EP, Zweites Marquetalia, unter der Führung von Iván Márquez seinen Namen. Ihr ehemaliger Kommandant in der alten FARC-EP wurde zu einem Gründer des Zweiten Marquetalia, Hernán Veláquez Saldarriaga alias El Paisa. Und wie sieht es aktuell aus?

Doch zur Biografie von Teófilo Forero Castro. „Er ist ein Sohn aus Natagaima, Tolima. Er wurde 1937, an einem Freitag im Dezember, geboren. Dieser Kommunistenführer wuchs in einer Bauernfamilie auf, bescheiden wie alle Bauern des Landes. Teofilos Aufgabe war es, für die Armen der Erde, die Arbeiter, für ein Neues Kolumbien mit Menschenwürde, für alle zu kämpfen, eine Verpflichtung, die er auf die beste Weise erfüllte, indem er sogar sein eigenes Leben gab. Teófilo war ein Metallarbeiter, ein Gewerkschaftsführer der Zentralwerkstätten in Puente Aranda, Bogotá. Er kämpfte unter der roten Fahne der Kommunistischen Partei Kolumbiens, der er in den 1950er Jahren während der Diktatur des Putschisten General Gustavo Rojas Pinilla die Mitgliedschaft schwor, einer sehr schwierigen Zeit, in der die Partei im Verborgenen agieren musste, um der heftigen Verfolgung des Kommunismus durch die oligarchischen Kasten zu entgehen“, so das Kommuniqué.

Und weiter: „Teófilo Forero gehörte 1964 zu den Gründern der Confederación Sindical de Trabajadores de Colombia (CSTC), in der er eine führende Rolle spielte. Außerdem war er 1974 Mitglied des Stadtrats von Bogotá und vertrat dort mehrere Wahlperioden lang die Nationale Oppositionsunion (UNO). Dieses Amt machte er zu einem Kampfplatz, von dem aus er für die wichtigsten politischen und sozialen Anliegen der Armen der Hauptstadt kämpfte. Gleichzeitig war Teófilo Forero auch Organisationssekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kolumbiens, die von dem großen politischen und internationalistischen Führer Gilberto Vieira geleitet wurde.“ Er beteiligte sich am ersten großen Friedensprozess der FARC in der Mitte der 1980er Jahre und baute daraus die große Linkspartei Unión Patriótica (UP) mit auf. Man ermordete ihn an der Seite seiner Ehefrau und zwei weiterer Genossen am 27. Februar 1989 in Bogotá.

Kein Wunder also, dass sich die Guerilla relativ früh dazu entschied, sowohl den Namen als auch eine Struktur in der alten Region wiederaufzubauen. So sorgte Kommandant Iván Márquez kurz nach dem Scheitern des Friedensabkommens mit dem kolumbianischen Staat und dem Aufbau des Zweiten Marquetalias, den Wiederaufbau der Einheit Teófilo Forero zu beginnen. Mit dieser Aufgabe beauftragte er alias El Paisa, der bereits Kommandant der Struktur war und somit genug Erfahrungen mitbrachte. Für Iván Márquez gingen die Pläne jedoch schief, denn im Dezember 2021 wurde El Paisa auf venezolanischem Gebiet ermordet. Die Vermutung ist, dass die konkurrierende FARC-EP, Zentraler Generalstab, dahintersteckte. Auch alias Hermes, der im Juli 2020 (mitten in der Pandemie) als verantwortliche Person für das Zweite Marquetalia und die Neugründung der Teófilo Forero galt, wurde gefasst.

Weitere Schläge, die die Militär- und Polizeikräfte der neuen Kolonne versetzt haben, erfolgten im September 2023, als Wilmer David Celeita Morales, alias Jimmy Leal, gefangen genommen wurde. Nach den Organisationsplänen des militärischen Geheimdienstes war er der dritte Kommandant der Kolonne. Nach mehrmonatigen Ermittlungen und nachdem eine Gruppe des polizeilichen Nachrichtendienstes in eines der Gebiete eingedrungen war, in denen sich der Anführer am häufigsten aufhielt, konnten sie feststellen, dass er häufig eine Frau im Dorf Norcasia in der Gemeinde Florencia besuchte. Anhand dieser Informationen wurde ein Plan zur Verhaftung erstellt. Nach der Festnahme von alias Jimmy Leal delegierte das Zweite Marquetalia alias Jhon Thempos als Anführer der neuen Kolonne Teófilo Forero, der schließlich im Februar 2024 wegen des Anzündens mehrerer Autos und der Erpressung bezüglich der Revolutionssteuer in diesem Gebiet festgenommen wurde.

Und schließlich meldeten am 15. April die staatlichen Streitkräfte, dass Andrés Jaramillo, neu verantwortliche Person für den Wiederaufbau der Mobilen Kolonne Teófilo Forero, bei einem Gefecht getötet wurde. Nach Angaben der Sicherheitskräfte waren Andrés Jaramillo und seine Guerillakämpfer im Norden von Caquetá und im Süden von Huila aktiv, wo diese Kolonne bereits in der Vergangenheit operierte. Diese Vorfälle zeigen, dass es gar nicht leicht ist diese einst alte und leistungsstarke Struktur wiederaufzubauen. Neben dem Bedeutungsverlust in der Bevölkerung kommt die konkurrierende FARC-EP, Zentraler Generalstab, hinzu, die auch in den Provinzen Caquetá und Huila stark verankert ist. Aktuell spielt die Mobile Kolonne politisch-militärisch keine große Rolle und man ist weit entfernt von der einstigen Strahlkraft der Mobilen Kolonne Teófilo Forero der 1990er und 2000er Jahre.

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Konflikt mit hoher Intensität in Cauca

In den letzten Tagen kam es in der südwestkolumbianischen Provinz Cauca erneut zu schweren Kämpfen zwischen der Nationalen Armee und verschiedenen Strukturen des Westblocks Kommandant Jacobo Arenas der FARC-EP, Zentraler Generalstab. Unlängst machten zahlreiche Menschenrechtsorganisationen, aber auch indigene Organisationen auf die Lage in der Provinz nach dem Aufkündigen des Waffenstillstandes durch die Regierung aufmerksam.

In der Nacht zum Freitag auf den 3. Mai wurde bekannt, dass schwere Kämpfe im Dorf La Playa, einer ländlichen Gegend der Gemeinde Toribío im Norden der Provinz, stattfanden. Dabei verloren nach Angaben der Behörden mindestens zwei Soldaten ihr Leben, andere wurden verwundet. Hier gab es Kämpfe mit der Front Dagoberto Ramos, die hier ihr Territorium gegen die Militäroffensive verteidigen.

Auch im Süden der Provinz, Gemeinde Argelia, kam es zu schweren Zusammenstößen zwischen den staatlichen Sicherheitskräften mit der Front Carlos Patiño, die auch Sprengkörper einsetzten. Auch hier soll mindestens ein Soldat getötet worden sein. In den sozialen Netzwerken kursiert eine Tonaufnahme der Vorgänge in der Konfliktzone. Darin ist ein Oberst zu hören, der die Soldaten auffordert, ein Fluchtmanöver durchzuführen. Ein Soldat antwortet jedoch, dass sie umzingelt sind und dieses Manöver nicht durchführen können, weil sie in Gefahr sind.

Ebenfalls schwere Kämpfe wurden aus der indigenen Schutzzone Huellas in der Gemeinde Caloto gemeldet. Hier mussten zahlreiche Menschen ihre Häuser verlassen und in sicheren Dörfern Schutz suchen. Spannungen und das Vorrücken von Sicherheitskräften führten dazu, dass sich die Zivilbevölkerung in der Gemeinde Balboa gegen die Soldaten wendete. Immer wieder versuchen lokale Gemeinden die staatlichen Sicherheitskräfte aus ihren Gebieten zu weisen.


Update: 05.05.2024

Die Kämpfe zwischen Einheiten der Front Carlos Patiño der FARC-EP und der Armee im ländlichen Gebiet der Gemeinde Argelia sind weiterhin schwer und stetig erhöht sich die Zahl der getöteten Soldaten. So ist in den letzten Stunden die Zahl der Soldaten, die bei Offensive der Sicherheitskräfte in diesem Teil des Südwestens der Provinz Cauca, genauer im Cañón del Micay, ihr Leben verloren haben auf vier gestiegen.

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Falsche Informationen des Militärs

Die FARC-EP, Zentraler Generalstab, unter der Führung von Iván Mordisco hat in einem jüngsten Kommuniqué per Video im Zusammenhang mit den Kämpfen im Cañón del Micay, Provinz Cauca, eine scharfe Botschaft an Präsident Gustavo Petro gesendet. Sie kündigten an, dass sie zum Krieg bereit sind, aber weiterhin den Weg des Dialogs und der Verhandlungen gehen. Hintergrund sind schwere Kämpfe in der Region und die weiterhin bestehende Aussetzung des Waffenstillstandes.

In einem vierminütigen Video verlas der Kommandant des Westblocks Kommandant Jacobo Arenas, Andrés Patiño, ein Kommuniqué vom 27. April, in dem er erklärte, dass die Ergebnisse der Militäroperationen der Armee in der Region, insbesondere im Ort El Plateado, falsch seien. Außerdem baten sie die verantwortlichen Stellen, die von den Generälen der Streitkräfte gegebenen Informationen zu überprüfen.

Zu den falschen Aussagen der Militärs sagt die Guerilla, dass sie „versuchen, eine Atmosphäre des Sieges zu erzeugen, die nur in den Köpfen von General Giraldo und General Federico Mejía existiert (…) Falsche Kämpfe und falsche Verluste wurden über die Einheiten der Carlos Patiño Front verbreitet.“ Am 25. April meldete die Armee, dass bei Militäroperationen 15 Mitglieder dieser Front im Kampf getötet wurden und weitere 12 Mitglieder verwundet wurden.

In den letzten zwei Wochen sind bei den Militäroperationen nur drei Kämpfer getötet wurden, so das Kommuniqué. Hierbei handelt es sich um die Guerillakämpfer Julio, Valentina Patiño und der Genosse Gustavo Hermoso. Außerdem gaben sie den Tod eines Soldaten der Armee und die Verwundung von drei weiteren bekannt. Präsident Petro sagte nach der Operation: „Wir dürfen nicht mit dem Frieden spielen. Wenn es Krieg ist, dann ist es Krieg.“

In diesem Zusammenhang schickte die FARC-EP eine Antwort an Präsident Petro. „Wir bekräftigen, dass wir die politische Lösung zur Überwindung der strukturellen Bedingungen des bewaffneten sozialen Konflikts in Kolumbien nicht aufgegeben haben, aber wir sind auch bereit, in den Krieg zu ziehen, wenn die Regierung des Wandels dies erklärt. Herr Präsident, der Ball liegt in Ihren Händen.“ Tausende Menschen sind bereits aufgrund der Kämpfe vertrieben wurden.

In einem anderen neuen Kommuniqué äußert sich die FARC-EP aus demselben Block zu den verhafteten Personen der Generalstaatsanwaltschaft. Eine anvisierte Freilassung der am 19. April verhafteten Personen sei noch nicht erfolgt, weil die Konditionen für die Freilassung seitens der Regierung nicht erfüllt worden sind. Dazu zählt die Einstellung der Militäroperationen, die das Leben der Gefangenen gefährden. Sie selbst seinen aber in einen guten gesundheitlichen Zustand und man respektiere die Gefangenen.

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Friedensgespräche mit Zweiten Marquetalia auf gutem Weg

Die potenziellen Friedensgespräche zwischen der kolumbianischen Regierung der der FARC-EP, Zweites Marquetalia, unter der Führung von Iván Márquez scheinen festere Formen anzunehmen. Bei der FARC-EP, zweites Marquetalia, handelt sich um eine Abspaltung der FARC-EP, die 2019 von Iván Márquez, dem ehemaligen Unterhändler des Havanna-Abkommens, und anderen ehemaligen Kommandanten der alten FARC-EP, die erst das Friedensabkommen akzeptiert hatten, gegründet wurde. Zu jenen Kommandanten gehören bekannte Personen wie Jesús Santrich, Romaña und El Paisa.

Das Argument für die Wiederbewaffnung und Gründung des Zweiten Marquetalia war der Verrat am Friedensabkommen, dass der Staat nicht eingehalten hatte. Hinzu kam der Fall des Generalstaatsanwaltes Néstor Humberto Martínez, der eine juristische Falle gegen Jesús Santrich gestellt habe, der in flagranti beim Verkauf von Kokain festgenommen worden sei. Im Nachhinein zeigte sich wirklich, dass es Saboteure in der Regierung gab und dass die Generalstaatsanwaltschaft ein böses Spiel trieb. Auch Iván Márquez selbst flüchtete im letzten Moment vor dem Zugriff der Friedenssaboteure.

In den Jahren entwickelte sich die bewaffnete Organisation immer weiter, ein Zusammenkommen mit der anderen Struktur der FARC-EP, dem Zentralen Generalstab unter Iván Mordisco, kam nicht zustande. Beide Strukturen sind verfeindet und bezeichnen sich je als authentische Nachfolger der alten Guerilla. Es wird davon ausgegangen, dass sie mittlerweile rund 1800 Mitglieder haben, wobei rund 1000 klassische Guerillakämpfer sind. Der Einfluss ist wesentlich geringer als der des Zentralen Generalstabs, vor allem sind sie jedoch im Osten an der Grenze zu Venezuela, in Putumayo und im Amazonasgebiet durch die Grenzkommandos sowie mit der Pazifik-Guerilla-Koordination in Nariño und im südlichen Cauca präsent.

Im Februar 2024 kündigte die Regierung von Gustavo Petro an, dass sie auch Friedensgespräche mit dem Zweiten Marquetalia aufnehmen wird. Unter der Verhandlungsdelegation der FARC-EP, zweites Marquetalia, befinden sich namenhafte Personen wie José Aldinever Sierra, bekannt als Zarco Aldinever und ehemaliger Anführer der 53. Front der inzwischen aufgelösten FARC. Ein weiterer Delegierter des Zweiten Marquetalia ist Alberto Cruz Lobo oder Enrique Marulanda, einer der Söhne von Manuel Marulanda, dem Gründer der historischen FARC. Am bekanntesten wird sicher José Vicente Lesmes, alias Walter Mendoza, sein, historischer Guerillakommandant.

Regierungsnahe Quellen bestätigten, dass die Gespräche noch in diesem Monat beginnen werden, dass sie aber auf jeden Fall keine großen Fortschritte machen können, solange die Generalstaatsanwaltschaft nicht die Haftbefehle aufhebt, die gegen die Verhandlungsführer bestehen. Es handelt sich um insgesamt neun Personen. Am Dienstag, den 23. April, forderte der Hohe Kommissar für den Frieden, Otty Patiño, die Generalstaatsanwaltschaft offiziell auf, die Haftbefehle gegen Kommandeure des Zweiten Marquetalias aufzuheben, damit die Gespräche mit den Delegierten beginnen können.

Die Aufhebung der Haftbefehle wird es der Delegation ermöglichen, sich in ein Gebiet im Land zu begeben, damit die Kommandeure ein Treffen abhalten können, um den Ablauf des Prozesses und die zu verhandelnden Punkte zu definieren. Wo das Treffen und die Gespräche stattfinden, ist noch unklar. Es wird spekuliert, dass es im Grenzgebiet zwischen Kolumbien und Ecuador stattfinden könnte, wo vermutlich auch schon Vorgespräche stattgefunden haben. Hier sind die Bolivarischen Grenzkommando als alliierte Fraktion präsent. Es ist eine der wenigen Landesteile, wo sie die absolute Herrschaft und damit auch Sicherheit besitzen.

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In Cauca kein Frieden in Sicht

Der bewaffnete Konflikt in der südwestlichen Provinz Cauca macht keine Pause, sondern eskaliert zusehends. Die Kämpfe in bestimmten ländlichen Regionen halten an und derzeitig ist kein Ende der bewaffneten Konfrontation nach der Aussetzung des Waffenstillstandes durch die kolumbianische Regierung zu erkennen. Zum einen schwelt der interne Konflikt in der FARC-EP unter dem Kommando von Iván Mordisco bezüglich seines Oberkommandos, welches von diversen Strukturen in Frage gestellt wird. Zum anderen ist unklar, wie sich die Fronten des Westblocks zu einer Friedenslösung positionieren.

Für Aufregung sorgte nun ein Kommuniqué des Zentralen Generalstabs der FARC-EP, in welchem sich die Guerilla zur Gefangennahme von zwei Beamten der Generalstaatsanwaltschaft und einer Zivilistin im Norden Caucas bekannt hat. Diese Tat, die inmitten dieses Szenarios wachsender Spannungen und Gewalt verübt wurde, hat im ganzen Land eine Welle der Besorgnis ausgelöst. Sie teilten mit, dass an einem Kontrollpunkt in Santander de Quilichao zwei Beamte der Generalstaatsanwaltschaft mit den Namen Gerson René Rivera Fernández und Bethi Amanda Mage Imbachi zusammen mit einer zivilen Begleiterin, María Yeni Ruiz, festgenommen wurden. Dem Kommuniqué zufolge wurden bei den Festgenommenen Waffen, Munition und elektronische Geräte gefunden, die angeblich zum Sammeln von Informationen verwendet wurden.

Die Guerilla führt das Scheitern des Waffenstillstands als Katalysator für die Unsicherheit an, mit der Militär, Polizei und Staatsbeamte in den von ihnen politisch und militärisch kontrollierten Gebieten konfrontiert sind. Diese Erklärung zeigt nicht nur die Fragilität des Friedens in Kolumbien, sondern verdeutlicht auch die Komplexität des nationalen Aussöhnungsprozesses. Hinzu kommt eine vom Regionalen Indigenenrat von Cauca (CRIC) gemeldete Gefangennahme von zwei Mitgliedern der Gemeinde aus San Andrés de Pisimbala. Und gestern explodierte eine Bombe auf einem Motorrad im Ort El Plateado, Gemeinde Argelia.

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Die Spaltung der FARC-EP

Im Zuge der Dokumentation und des Verstehens, wie es zu einer Spaltung innerhalb der FARC-EP, Zentraler Generalstab, kommen konnte, veröffentlichen wir einen Artikel aus dem Medium „La Silla Vacía“ mit dem Titel „La paz total sin “Mordisco”: así se dividió el EMC en la mesa de diálogos“ auf Deutsch, mit kleinen Veränderungen von uns:

„Iván Lozada ist vom weg Tisch“, sagte Camilo González, der Chefunterhändler der kolumbianischen Regierung mit der FARC-EP, Zentraler Generalstab (EMC) gestern. Er bezog sich damit auf den Oberkommandanten dieser bewaffneten Organisation, besser bekannt als „Iván Mordisco“, der die Blöcke der FARC-EP unterstützt, die nicht bereit sind, die Verhandlungen fortzusetzen, während der Waffenstillstand mit der Regierung in Cauca, Valle und Nariño ausgesetzt ist.

Mordisco war der erste abtrünnige Kommandant des Friedensprozesses der FARC-EP und war der Schirm, unter dem diese bewaffnete Organisation gewachsen ist, mit der Rechtfertigung, dass sie das Abkommen nie unterzeichnet hat. Nun distanziert sich Mordisco erneut von einem Dialog mit der Regierung. Dabei wird seine Führung intern von einer Fraktion in Frage gestellt, die beschlossen hat, am Verhandlungstisch zu bleiben.

La Silla sprach mit Quellen, die der Regierung und den EMC-Delegationen nahestehen, um zu rekonstruieren, wie es zur Spaltung dieser bewaffneten Gruppe kam:

Anfang März fand die vierte Gesprächsrunde zwischen der Regierung und dem EMC in San José de Guaviare statt. „Es war die bisher beste Runde. Die Anwesenheit von Militärkommandanten hat den Verhandlungsprozess erheblich beschleunigt“, sagte eine Quelle, die an den Gesprächen teilnahm, gegenüber La Silla.

Bei dieser Gelegenheit nahm diese bewaffnete Organisation wichtige Kommandeure auf, wie „Alexander Díaz Mendoza alias Calarcá“ vom Ostblock Jorge Suárez Briceño, ein großer Mann mit einem militärischen Profil, der dem verstorbenen „Gentil Duarte“ nahestand. Es hieß, dass er der neue Kommandant des EMC sein könnte, als die Regierung von Iván Duque erklärte, die Sicherheitskräfte hätten Mordisco getötet. Seine Anwesenheit und sein Einfluss trugen dazu bei, die Gespräche voranzutreiben, legten aber letztendlich die internen Risse in den Aktionen der Fronten im Südwesten offen.

Der Sprecher des Westblocks am Verhandlungstisch, der seine Hochburg im Cauca hat, war „Sebastián Martínez“, ein politischer Kommandeur dieses Blocks. Während der Gespräche in Guaviare war er mit mehreren Punkten nicht einverstanden, die von Calarcá und „Andrey Avendaño“, dem jungen Guerillero, der der erste Verhandlungsführer der Organisation war, angenommen wurden. Die wichtigste Meinungsverschiedenheit betraf den Einzug der staatlichen Institutionen und der Polizei in den Cañón del Micay im Süden des Cauca, der wichtigsten wirtschaftlichen und militärischen Hochburg dieses Westblocks.

Laut einer Quelle in der EMC-Delegation, die nicht namentlich genannt werden möchte, war Sebastián nicht damit einverstanden, sich ohne Rücksprache mit den Fronten der FARC-EP im Cauca am Verhandlungstisch auf diese Frage zu einigen. Einen Tag vor dem Ende der Gespräche in Guaviare verließ Sebastián das Gebiet unter dem Vorwand, dass er sich einem medizinischen Eingriff unterziehen müsse und keine der Vereinbarungen dieses Verhandlungszyklus unterzeichnete.

Dieser Präzedenzfall und die Probleme in Cauca waren Anlass für ein außerordentliches Treffen mit „Andrés Patiño“, dem Kommandanten des Westblocks. Das Treffen fand am 17. März in Huisitó, einem Dorf in El Tambo (Cauca), statt. Eine EMC-Delegation unter der Leitung von Calarcá und Andrey Avendaño sowie eine Regierungsdelegation reisten an.

Doch noch vor Beginn des Treffens verschärfte sich die Situation durch die Ermordung von drei indigenen Anführern in Toribio am Vortag durch die Front Dagoberto Ramos der FARC-EP, die dem Westblock angehört. Daraufhin begann das Treffen zwischen den Anschuldigungen der Regierung und den Rechtfertigungen der bewaffneten Organisation. Und mitten in der Mittagspause kam der Tweet von Präsident Petro, der die Aussetzung des Waffenstillstands in Cauca, Valle und Nariño ankündigte.

Die Kommandanten des EMC trafen sich zu einer Besprechung und nach Angaben einer mit den Ereignissen vertrauten Quelle verlangten die Kommandanten des Westens, dass Calarcá den nationalen Waffenstillstand respektiert: Wenn er mit ihnen breche, dann würde er mit allen brechen. Der Kommandant des Blocks Jorge Suárez, der in Meta und Caquetá operiert, war damit jedoch nicht einverstanden und verlangte, dass die Verantwortlichen in Cauca die Verantwortung für ihr Handeln selbst übernehmen. Es kam zu keiner gütlichen Einigung und die Kommandeure verließen das Gebiet, während die Regierung mittels eines Hubschraubers aus Huisitó ausflog.

In der Woche nach der Suspendierung schwieg der EMC, bis Präsident Petro Iván Mordisco beschuldigte, ein „Gauner im Gewand eines Revolutionärs“ zu sein. Mordisco antwortete sofort in einem Tweet, dass sie keine Gauner seien, als sie ihn bei seiner Wahlkampagne zum Präsidenten unterstützten, was seine Verärgerung über die Regierung zum Ausdruck brachte und die Krise im Friedensprozess weiter verschärfte.

Bis schließlich am 5. April eine Delegation dieser bewaffneten Organisation und die Regierung eine Dringlichkeitssitzung in San Vicente del Caguán abhielten. Allerdings war nicht der gesamte EMC bei diesem Treffen vertreten. Lediglich der Block Magdalena Medio mit Andrey an der Spitze und der Block Jorge Suárez mit Calarcá an der Spitze, sowie Teile der Front Carolina Ramírez aus dem Süden einigten sich mit der Regierung darauf, die Gespräche in ihrem eigenen Namen und nicht im Namen des EMC fortzusetzen.

In einem anschließenden Interview mit der Zeitung „El Espectador“ bestätigte Calarcá, dass diese Entscheidung weder von allen Fronten noch von Mordisco gebilligt wurde. „Wir sind vorgegangen und haben der Regierung gesagt, dass wir eine außerordentliche Sitzung abhalten sollten, um zu sagen, dass wir es machen werden, also was auch immer Iván sagt, was auch immer wir vereinbaren, wird gemacht“, sagte er.

In dem Interview bestätigt Calarcá auch, dass es ein internes Dokument gab, das am 1. April verschickt wurde. Laut Quellen, die der Regierungsdelegation und dem EMC nahe stehen, war das Dokument im Namen von Calarcá, Andrey Avendaño und Jhon Mechas (Kommandant des Blocks Magdalena Medio) verfasst, in dem sie ihre Unzufriedenheit mit der Führung von Mordisco zum Ausdruck brachten und die Wahl eines neuen Kommandanten forderten.

Es dauerte nicht lange, bis die Antworten eintrafen. Einer nach dem anderen gaben die anderen EMC-Blöcke Kommuniqués per Video heraus, in denen sie weitere Gespräche ohne Waffenstillstand ablehnten und ihre Unterordnung unter Iván Mordisco bekräftigten.

Schließlich hat sich Mordisco selbst in einem Video geäußert, in dem er Calarcá oder die Blöcke, die die Gespräche fortsetzen wollen, nicht verleugnet, in dem aber klar wird, auf welcher Seite er steht, da er sich für den Westblock und die Fronten im Cauca einsetzt. „Eine besondere Situation, die sich im Cauca ereignet, kann nicht zu einem Leitelement werden, das die Fortschritte, die Harmonie und den gegenseitigen Respekt ignoriert, die in vielen Regionen zwischen der FARC-EP und der indigenen Bewegung aufrechterhalten werden“, sagte er.

Der Rückzug von Mordisco bedeutet nicht das Ende der Gespräche der Regierung mit der FARC-EP. In der Praxis verhandelt Petro jedoch nur mit 40 Prozent des EMC, während die anderen 60 Prozent und der historische Kommandant sich von dem Prozess distanzieren.

Der Block Magdalena Medio, der seine Hochburg in Catatumbo (Norte de Santander) hat, aber auch in Sur de Bolívar und im nordöstlichen Antioquia präsent ist, und der Block Jorge Suárez Briceño in Caquetá und im südlichen Meta bleiben in den Gesprächen. Außerdem gibt es einen Teil der Front Carolina Ramírez in Putumayo.

„Das Wichtigste ist, dass der verbleibende Sektor an den Vereinbarungen festhält und wir eine sehr detaillierte Agenda für regionale Dialoge und den Aufbau einer nationalen Agenda entwickeln“, sagte Verhandlungsführer González gestern auf einer Pressekonferenz im Hotel Suite Jones in Bogotá.

In diesem Szenario macht die vom Friedenskommissar Otty Patiño vorgetragene Vision eines territorialen Friedens Sinn. „Die Herausforderung für die Regierung in Bezug auf die Fronten, die sich für den Frieden ausgesprochen haben, besteht darin, große Anstrengungen zu unternehmen, damit sie in ihren Gebieten erkennen, dass der Frieden nicht nur Leben rettet, sondern auch die Lebensqualität in allen grundlegenden Aspekten verbessert“, erklärte Patiño gegenüber La Silla.

In diesem Sinne ist die Frage, was mit der Schule „Gentil Duarte“ geschehen soll, die am vergangenen Wochenende in Caguán vom Block Jorge Suárez eingeweiht wurde, eine Schlüsselfrage. Die Herausforderung für den Staat und die Regierung besteht darin, diese Art von Investition zu tätigen, ohne dass dies eine Entschuldigung für die Guerilla bedeutet, sondern im Gegenteil dazu beiträgt, den Konflikt mit einer bewaffneten Organisation zu beenden, die nicht bereit ist, ihre Waffen niederzulegen.

Die EMC-Fraktion am Verhandlungstisch hat sich bereit erklärt, alle bisher mit der Regierung unterzeichneten Vereinbarungen, einschließlich des Waffenstillstands und der dazugehörigen Protokolle, aufrechtzuerhalten. Die nächste Gesprächsrunde wird voraussichtlich im Juni dieses Jahres an einem noch zu bestätigenden Ort in Kolumbien stattfinden.

Die Kontakte der Regierung mit der Mehrheitsfraktion der EMC, die derzeit vom Tisch ist, gehen hingegen weiter. „Wir haben ‚Iván Lozada‘ immer gesagt, dass wir zu Gesprächen bereit sind. Aber jetzt, nach seiner Erklärung, wissen wir nicht, wo er steht“, sagte der Chefunterhändler der Regierung gestern.

Obwohl die Aussetzung des Waffenstillstands auf dem Papier nur für Cauca, Nariño und Valle gilt, gibt es in der Praxis keinen Waffenstillstand mit denjenigen, die den Verhandlungstisch verlassen haben. „Diejenigen, die sagen, dass sie sich nicht auf einen Waffenstillstand einlassen werden, sind diejenigen, die eine einseitige Erklärung abgeben. Die Regierung muss Entscheidungen treffen. Es gibt ein Dekret über die teilweise Aussetzung des Waffenstillstands, aber die Realität sieht so aus, dass es bereits Konfrontationen mit denjenigen gibt, die nicht am Tisch sitzen“, sagte González gegenüber den Medien.

Dies deutet auf eine komplexe Situation im Amazonasgebiet hin, wo die Fronten von Mordisco in Guaviare und Calarcá in Caquetá aneinander grenzen. Bis jetzt scheint die Scheidung zwischen den beiden nicht so traumatisch zu sein, aber es ist noch nicht klar, was zwischen den beiden Fraktionen innerhalb der FARC-EP, EMC, passieren wird und ob es sich um eine endgültige Spaltung handelt.

„Es wäre die größte Schande für uns, wenn es so weit käme“, sagte Calarcá gegenüber El Espectador über die Möglichkeit eines Krieges zwischen den Fraktionen der FARC-EP, die eigentlich unter einem Kommando stehen – oder standen.

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Zerbricht die FARC-EP am Friedensprozess?

Die Spaltung innerhalb der FARC-EP, Zentraler Generalstab, und die Unzufriedenheit in der Koordination der aufständischen Bewegung scheint größer als angenommen. Dies verdeutlichen zwei Interviews mit Kommandierenden aus dem Generalstab, die in den letzten Tagen in großen Medien veröffentlicht wurden. Ein treffen mit der kolumbianischen Regierung zwischen allen Beteiligten soll nun Klarheit bringen. Im Fokus steht Iván Mordisco als Oberkommandierender, wo nun aber laut Aussagen der beiden Kommandierenden nicht ganz klar ist, wie die Koordination und das Oberkommando weiter aussehen wird.

Mit der Zeitung El Espectador sprach unter anderem Alexander Mendoza, alias Calarcá Córdoba, der bereits Probleme in der Kommunikation innerhalb der Führungsebene erwähnte. Nun kommt ein Interview mit Andrey Avendaño als Kommandant hinzu, der die interne Koordination erwähnt. Beide kommen aus Strukturen, die den Friedensprozess weiterführen wollen und augenscheinlich unzufrieden sind, wie sich die Situation im Südwesten mit dem Westblock entwickelt hat. So gibt es wohl derzeit kein einheitliches Kommando.

Calarcá ist Befehlshaber im Block Kommandant Jorge Briceño, die im Osten des Landes operieren (Caquetá, Meta, Guaviare). Avendaño ist Kommandant im Block Magdalena Medio, die im zentralen Kolumbien operieren. Bei einem Treffen mit der Regierung in San Vicente del Caguán, bei der es um die Fortsetzung des Friedensprozesses ging, nahm zudem ein Kommandant der Front Carolina Ramírez teil, die im Süden Kolumbiens (Putumayo, Caquetá) operiert. Diese Strukturen sprechen sich klar für den Friedensprozess aus.

An dem Treffen nahmen andere große Blöcke jedoch nicht teil. Hierbei handelt es sich um den Westblock, den neugegründeten Zentralblock und auch den Block Amazonas (ehemals Östliches Einheitskommando). Zwar betonten alle drei Blöcke zuletzt ihre Unterordnung unter dem Kommando von Mordisco und sicherten auch eine Friedenslösung zu, doch die Frage der Einheit und wirklichen Friedensabsicht bleibt bestehen. Auch die Frage, wer das Oberkommando führt, wird zu klären sein.

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Schule nach Gentil Duarte benannt

Am gestrigen Freitag, den 12. April, fand die Einweihung einer Schule mit Internat im Rahmen einer öffentlichen Zeremonie in der Ortschaft El Triunfo, Gemeinde San Vicente del Caguán, in der Provinz Caquetá statt. Polemik in der kolumbianischen Medienlandschaft löste der Fakt aus, dass die Schule den Namen des verstorbenen Guerillakommandanten Gentil Duarte trägt. So soll die Schule, die nicht mit öffentlichen Mitteln aufgebaut, sondern durch die Guerilla und die lokalen Gemeinschaften finanziert wurde, den offiziellen Namen „Colegio Internado Agropecuario Gentil Duarte“ tragen. In einem Video von der Einweihung verlas der Moderator der Veranstaltung den Ablauf der Veranstaltung und führte aus, dass sowohl die Nationalhymne, als auch die Hymne der FARC-EP und die der Bauerngarde gesungen wurden.

Die Einweihung fand mit großem Tamtam und am helllichten Tag statt. Hunderte von Menschen drängten sich vor einem riesigen Zelt, das eher aussah, als sei es für ein großes Konzert aufgebaut worden. Musik, Reden, Fahnen und Luftballons in den kolumbianischen Fahnen und vor allem viel Heiterkeit waren bei der Veranstaltung zu erleben. Ein Mann begrüßte die Menge enthusiastisch und verdeutlichte, dass dieser Tag in die Geschichte eingehen wird. Tatsächlich ist es ein enormes Signal an die Öffentlichkeit, dass eine Bildungseinrichtung nach Gentil Duarte, der im Mai 2022 starb und das Projekt der neuen Guerilla der FARC-EP aufbaute, benannt wird. Dies zeigt die Verbundenheit der lokalen Bevölkerung mit der Guerilla, aber auch das Fehlen des Staates.

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