Angriffe auf Armee und Kämpfe trotz Waffenstillstand

Der neu gewählte Präsident setzte sofort seine Maßnahmen einer repressiven Politik und Militarisierung um. Doch die Antworten ließen nicht lange auf sich warten. Der erste Angriff ereignete sich in einem ländlichen Gebiet von Algeciras in der Provinz Huila, wo Einheiten der Neunten Brigade angegriffen wurden, als sie unterwegs waren, um den Fund eines Zylinders auf der Straße nach El Paraíso in der Nähe des Dorfes El Quebradón zu untersuchen.

Nach Angaben der Armee kamen bei dem bewaffneten Angriff zwei Soldaten ums Leben, mehrere weitere wurden verletzt. Erste Informationen der Sicherheitsbehörden deuten darauf hin, dass der Hinterhalt von der Front Iván Díaz unter dem Kommando von Cristian Alexi Rocha Ordóñez, alias Sergio Carvajal, verübt wurde. Diese gehört zum Block Kommandant Jorge Suárez Briceño, der von Alexander Díaz Mendoza, alias Calarcá, als Oberkommandierenden geführt wird.

Ein weiterer Angriff ereignete sich im Ort Ortega im Gemeindegebiet von Cajibío in der Provinz Cauca. Dort wurden Truppen der Dritten Division der Armee mit Drohnen angegriffen, die mit Sprengstoff präpariert worden waren. Nach Angaben der Behörden wurden durch die Detonation der improvisierten Sprengsätze zwei Soldaten sowie ein Zivilist verletzt, der gerade durch das Gebiet unterwegs war. Die Kämpfe dauerten dort schon Tage an, es gibt Berichte über die Gefangennahme von vier Soldaten durch die Front Jaime Martínez des Westblocks.

Die Situation in Cajibío ist prekär, selbst die lokale Bevölkerung fordert eine Einstellung der Kämpfe. Dabei hatte der Zentrale Generalstab der FARC-EP im Zuge des Erdbebens per Kommuniqué die Einstellung der offensiven Aktionen erklärt. Am 12. August veröffentlichte der Zentrale Generalstab die einseitige Aussetzung ihrer offensiven militärischen Operationen gegen die staatlichen Sicherheitskräfte für zehn Tage. Laut des Kommuniqués gilt die Maßnahme seit dem 10. August und bleibt bis zum 20. desselben Monats in Kraft.

Die Guerilla bekundete ihre Solidarität mit den Opfern und den Familien des Erdbebens. Gleichzeitig erklärte sie, dass in dieser Situation der Schutz des Lebens und die humanitäre Hilfe oberste Priorität haben müsste. In diesem Zusammenhang erklärte die FARC-EP, dass sie den Forderungen der betroffenen Gemeinden nachgekommen sei und beschlossen habe, ihre offensiven Aktionen auszusetzen, damit soziale Organisationen und Institutionen Hilfsmaßnahmen durchführen können. Die Unterbrechung der Operationen dazu beitragen soll, Wiederaufbau, Hilfsmaßnahmen und Solidaritätsaktionen in den von der Notlage betroffenen Gebieten zu erleichtern.

Trotzdem kam es zu den oben geschilderten Kämpfen und auch zur Verfolgung von Führungspersonen der Guerilla. Dubán Ramiro Castillo Cortés, bekannt unter dem alias Max Max, von den Behörden als wichtigster Sprengstoffexperte der FARC-EP im Südwesten des Landes bezeichnet, wurde bei einer Operation der Sicherheitskräfte im Ort La Cabaña im ländlichen Gebiet von Jamundí in der Provinz Valle del Cauca getötet. Er gehörte zum Westblock Kommandant Jacobo Arenas und hier zur Front Jaime Martínez.

Zudem wurde im Osten des Landes Hernando Forero Mosquera, alias El Ruso, außer Gefecht gesetzt. Er hatte erst kürzlich das Kommando über die 28. Front übernommen und damit den alias Antonio Medina ersetzt, der als der YouTuber der FARC-EP bekannt war. Sein Einflussbereich erstreckte sich auf die Provinzen Arauca, Casanare, Guaviare und Meta. Nach Angaben der Behörden wurde El Ruso durch Geheimdienstermittlungen in einem ländlichen Gebiet von Mapiripán in der Provinz Meta ausfindig gemacht. Bei der Operation kamen außerdem drei Mitglieder seiner Front ums Leben.

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