Gespräche zischen FARC-EP und Regierung in Cauca

Es sieht danach aus, als wenn sich die kolumbianische Regierung heute und in den kommenden Tagen mit einer Delegation des Zentralen Generalstabs der FARC-EP unter der Führung von Iván Mordisco treffen wird. Bei dem Treffen, welches in der Gemeinde Suárez der Provinz Cauca stattfinden wird und voraussichtlich bis zum Wochenende dauern wird, geht es um die Einrichtung eines Verhandlungstisches. Wie wir bereits berichteten, sollen die Friedensgespräche zwischen der FARC-EP, Zentraler Generalstab, und der Regierung unter Gustavo Petro am 17. September beginnen.

Das nun anberaumte Treffen unter der Leitung des Hochkommissars für den Frieden, Danilo Rueda, soll sich mit einem bilateralen Waffenstillstand auseinandersetzen. Derzeit eskaliert in vielen Regionen, darunter in der Provinz Cauca, ein bewaffneter Konflikt, der unter anderem durch eine Offensive der staatlichen Sicherheitskräfte ausgelöst wurde. Bei dem Treffen soll zudem die Beendigung von Festnahmen und sogenannten Entführungen und auch die Nichteinmischung der aufständischen Bewegung in den Kommunalwahlen Ende Oktober besprochen werden.

In Bezug auf den Waffenstillstand ist es notwendig, einen Überwachungs- und Verifizierungsmechanismus zu entwickeln, denen sowohl der Staat, der Guerilla und vereinte Nationen, als auch andere zivile Institutionen angehören sollten. Eine Personalfrage wird allerdings geklärt werden müssen. Camilo González Posso, Koordinator der Regierungsdelegation, wird von der FARC-EP in Frage gestellt, da sein Neffe Leonardo González Perafán laut der Front Carlos Patiño der FARC-EP falsche Informationen und Propaganda gegen die Guerilla betreibt und damit den Krieg schürt.

Andrey Avendaño von der 33. Front der FARC-EP und politischer Sprecher der Guerilla betonte in einem Interview: „Vor jedem Dialog muss es einen Waffenstillstand geben.“ Und weiter: „Es ist nicht logisch, dass wir, während wir uns im Dschungel unterhalten, einander gegenüberstehen“, sagte er, gekleidet in zivil, aber umrundet von Kämpfern der Front Jaime Mártinez aus dem Westblock Kommandant Jacobo Arenas. Auch wenn der Dialog der Ausweg sei, so warnte er: „Die FARC sind heute auf nationaler Ebene gefestigt und in der Lage, dem kolumbianischen Staat entgegenzutreten.“

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FARC-EP, Zweites Marquetalia, feiert 4. Jahrestag

Die FARC-EP, Zweites Marquetalia, hat in einem Kommuniqué ihren 4. Jahrestag zelebriert und zugleich die Regierung von Präsident Gustavo Petro aufgefordert, das Dekret 2060 über den bilateralen Waffenstillstand zu korrigieren, dass die militärischen Operationen gegen diese Organisation einstellt. Ursprünglich sollte ein Verhandlungstisch eingerichtet werden, doch immer wieder gibt es Debatten in Regierung und Medien, ob es sich bei der FARC-EP, Zweites Marquetalia, um eine kriminelle Struktur oder eine Guerilla mit politischen Natur handelt, was einen Unterschied in der juristischen Beurteilung bedeutet.

„Nach acht Monaten nach der Veröffentlichung des Dekrets 2660 erwarten wir, dass er korrigiert wird, um mit unserer Erfahrung zum Aufbau des totalen Friedens beizutragen, der für uns ein umfassender Frieden ist.“ Und weiter: „Leider hat es jemand aus der Regierung vorgezogen, die santistische Intrigen anzuhören, dass wir, da wir bereits an einem Friedensprozess beteiligt waren, nicht an einem neuen Unterfangen teilnehmen könnten und dass er uns gegen alle Beweise und ohne Rücksicht auf den Grund für unsere Rückkehr zu den Waffen als eine mächtige kriminelle Struktur bezeichnen wollte.“

Dies ist die Debatte, da sich ein Großteil der Mitglieder und Führungspersonen bereits an dem Friedensprozess von 2016 beteiligt hatte, darunter der Oberkommandierende Iván Márquez als Verhandlungsführer, und somit den Friedensprozess abgebrochen bzw. das Abkommen gebrochen haben. Die FARC-EP, Zweites Marquetalia, wiederum argumentiert, dass die Regierung das Abkommen nicht eingehalten habe und ihre Mitglieder und Kommandanten einer neuen Gefahr ausgesetzt habe. Daher erfolgte erneut der Griff zu den Waffen. Dazu die FARC-EP in ihrem Kommuniqué zum 4. Jahrestag:

„Vor vier Jahren mussten Guerillakämpfer der FARC-EP, die am Aufbau des Friedensabkommens von Havanna beteiligt waren, entsetzt vom Verrat des Staates, dem höchsten aller Rechte, in die Berge und zu den Waffen zurückkehren, unter dem verständnisvollen Blick des Kommandanten Manuel Marulanda Vélez und des Befreiers Simón Bolívar.“

„Sie, die Santistas und Uribisten, waren die wahren Deserteure des Abkommens, nicht die verratenen ehemaligen Guerillakämpfer. Erstere, die an ihrer trügerischen Strategie des `Handels ohne Nachgeben´ festhielten, erfüllten nicht das Wesentliche des endgültigen Abkommens. Die Zahl der ermordeten Exkämpfer hat bereits die traurige Zahl von 400 erreicht. In Zusammenarbeit mit der Regierung Santos, dem Staatsanwalt Martínez und der Botschaft der Vereinigten Staaten waren die Urheber der Friedensfalle und der wichtigsten Sprecher der aufständischen Bewegung am Verhandlungstisch. Auf der anderen Seite riefen uribistische Agitatoren von den Mikrofonen aus dazu auf, `dieses verdammte Papier´, wie sie das Friedensabkommen von Havanna nannten, in Stücke zu schneiden. Später erfand Präsident Duque, ein enger Freund der Mafia von Ñeñe Hernéndez, um sich der Einhaltungspflicht zu entziehen, einen `Frieden mit Legalität´, einen Ausdruck, der auf den 310 Seiten des Abkommens von Havanna nicht existiert.“

„Die Einstufung des Havanna-Abkommens als Sonderabkommen nach Artikel 3 der Genfer Konventionen machte es für den Staat nicht zwingend, das Abkommen einzuhalten. Das hat nichts gebracht und auch die Tatsache, dass das Friedensabkommen als offizielles Dokument des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen angesehen wurde, war für den Staat keine Pflicht zur Einhaltung. Alle diese Verfahren haben sich als sinnlos erwiesen, denn offenbar hat kein multilaterales Gremium Autorität gegenüber der kolumbianischen Regierung, die am Ende immer tut, was sie will“, so die FARC-EP, Zweites Marquetalia. In dem Kommuniqué wird der Ursprung der Gründung dieser Organisation deutlich, auch wenn es Kritik von der „anderen“ FARC-EP unter Waffen gibt. Der Zentrale Generalstab der FARC-EP sieht im Zweiten Marquetalia den Verrat der aufständischen Bewegung, da diese überhaupt an der „Friedensfalle“ teilgenommen haben.

Am Ende des Kommuniqués macht die FARC-EP, Zweites Marquetalia, bezugnehmend auf die Debatte, sie wären keine politische Organisation, sondern Kriminelle, deutlich, was sie sind. „Es kann  nicht dies eine Guerilla von hohen politischen Qualitäten sein wie die FARC-EP Zweites Marquetalia, deren Charakter im Manifest der Einführung der neuen Guerilla, inspiriert von den Gedanken des Befreiers Simón Bolívar und des legendären Manuel Marulanda Vélez, deutlich zum Ausdruck kommt. Das kolumbianische Volk, die sozialen Sektoren, die Bauern, die Händler, die Indigenen, die schwarzen Gemeinschaften, die Studenten haben keine Beschwerden über das ethische und politische Verhalten dieser Guerilla von Manuel. Der Kampf für den Frieden darf nicht böswillig die Gefährten von Jesús Santrich ausschließen, dem Guerillakämpfer, der mit den Augen der Seele zuschaute und anständig am Tisch von Havanna die Träume von Frieden und einem Leben verteidigte, das der großen Mehrheit würdig war.“

Das Kommuniqué endet mit der Erinnerung an ihre in den letzten Jahren ermordeten charismatischen Kommandierenden. „An diesem vierten Jahrestag der Gründung der FARC-EP Zweites Marquetalia, einer Guerilla, die weiter wächst und expandiert, erweisen wir Jesús Santrich, Oscar Montero El Paisa, Édison Romaña, Iván Merchán und allen gefallenen Kameraden, die von einem Neuen Kolumbien träumen, die liebevolle Ehre.“

*Santistas: Anhanäger von Ex-Präsident Santos (Verteidigungsminister unter Uribe und später Präsident des Friedensabkommens)

*Uribistas: Anhänger von Ex-Präsident Uribe (rechter Präsident und harter Bekämpfer der Guerilla)

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Polizei und Paramilitärs Hand in Hand

Während die Presse den Fall Mitte August als Bluttat der FARC-EP darstellte, bei dem ein Polizist in der Provinz Nariño erst von der Guerilla entführt und dann getötet wurde, entpuppt sich dieser nun als etwas anders. In einem Kommuniqué erläutert die Mobile Kolonne Urias Rondón aus dem Westblock Kommandant Jacobo Arenas der FARC-EP den Fall, der typisch für Kolumbien ist und wieder einmal die Zusammenarbeit der staatlichen Sicherheitskräfte mit paramilitärischen Gruppen bestätigt. Diese Art der Zusammenarbeit hat jahrzehntelange Tradition in vielen Regionen. Zeitgleich bekräftigt die Guerilla den Willen nach Frieden und Umsetzung der ausgearbeiteten Friedensroute.

Aus dokumentarischen Zwecken übersetzen wir das Kommuniqué:

(…)

Die mobile Kolonne Urias Rondón berichtet über die jüngsten Ereignisse in dem Dorf Altaquer, wo der Polizist Jefferson Valencia getötet wurde.

Am Montag, den 14. August, um 13:20 Uhr, stellten wir an einem Kontrollpunkt fest, dass zwei Zivilisten und bewaffnete Personen mit zwei Motorrädern auf der Hauptstraße von Pasto – Tumaco unterwegs waren und anhielten, um Fotos von Häusern im Sektor von Kilometer 84 zu machen. Als sie von unseren Einheiten überrascht wurden, flohen sie bis zum Kilometer 95, wo sie abgefangen werden. Die beiden Personen stiegen von ihren Motorrädern ab und stürmten in die Berge in derselben Richtung, wo sich die Lager der Bande Los Márquez befinden. Es gab einen Schusswechsel, der ein paar Minuten dauerte. Während der Verfolgung ist der Polizist Jefferson Valencia getötet worden, der anderen Person gelang die Flucht.

Es sei darauf hingewiesen, dass dieser Sektor eine starke paramilitärische Präsenz aufweist und es wurden Aufklärungs- und Kooperationsaufgaben mit paramilitärischen Gruppen unter der Leitung des Kommandanten Pintor der Nationalen Armee entwickelt, der häufig Einheiten der Bande von Los Márquez in offiziellen Fahrzeugen transportiert. Offensichtlich hatten beide Personen Spionage-, Geheimdienst- und Fotoaufnahmen-Aufgaben.

Den lokalen und nationalen Medien teilen wir mit, dass es sich bei den Personen um aktive Mitglieder der Nationalpolizei handelt. Es ist unverständlich, warum sie sich inmitten einer Zone bewegen, in der es große paramilitärische Konflikte gibt, bewaffnet und in Zivil, indem sie Foto- und Geheimdienstarbeit ohne jegliche Identifizierung durchführen. Deshalb führte diese Situation zu diesem bedauerlichen Ergebnis.

Als Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens – Armee des Volkes bedauern wir diese Tatsache, die Angehörige und Freunde von Herrn Jefferson Valencia betrübt und fordern Präsident Gustavo Petro auf, dem Hohen Kommissar für den Frieden den Befehl zu erteilen, die Route, die wir seit dem 6. Juli vereinbart hatten und ihre späteren Anpassungen bei einem Treffen in der Gemeinde San Vicente del Caguán am 11. August sowie seinen Verteidigungsminister, sich mit den Friedensaufgaben zu befassen. Diese Route sollte am 17. August beginnen und bis heute gibt es keine Antwort vom Amt des Hohen Kommissars für den Frieden.

(…)

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Partei Comunes beteiligt bei Verhandlungen in Quibdó

Letzte Woche hat die kolumbianische Regierung von Gustavo Petro, die weiterhin am totalen Frieden mit verschiedenen Organisationen und Gruppen festhält, den Verhandlungstisch mit den städtischen Banden von Quibdó in der Provinz Chocó eingerichtet. Es ist der dritte Verhandlungstisch, die sie mit solchen Strukturen führt und die versucht werden sollen ihre Waffen abzugeben und sich in das zivile Leben wiedereinzugliedern. Aktuell gibt es unter anderem den Versuch in der großen pazifischen Hafenstadt Buenaventura.

So fand eine Veranstaltung in Anwesenheit des Hochkommissars für den Frieden, Danilo Rueda, in der Großstadt Quibdó statt, die seit Jahrzehnten von Gewalt und Bandenkonflikten betroffen ist. Hier versucht die Regierung mit den drei größten kriminellen Banden in Quibdó zu verhandeln: Los Mexicanos, RPS und Locos Yam. An der Veranstaltung nahm auch die katholische Kirche, die Verifikationsmission der Vereinten Nationen, die Provinzregierung von Chocó, das Bürgermeisteramt von Quibdó und Vertreter von Ländern wie Norwegen, Schweden und Spanien teil, die diese Friedensanstrengungen in Quibdó begleitet haben.

Unter den Vertretern der Verhandlungsdelegation der Regierung sind Personen wie ein ehemaliger Senator und indigener Führer, der Journalist und Direktor des Nachrichtenportals VerdadAbierta, ein Anwalt und Unternehmer der Region, die Präsidentin der Handelskammer von Chocó, ein Stadtrat für Jugendfragen, aber auch ein ehemaliger Kämpfer der sich wiedereingegliederten FARC-EP. Hierbei handelt es sich um Pedro Baracutao García, der seit dem 20. Juli 2022 für die Partei Comunes, ehemals Partei FARC, als Politiker arbeitet und ehemaliger Kommandant der 34. Front war.

Die städtischen Banden in Quibdó, Buenaventura und Medellín haben unterschiedliche Bedingungen für Friedensverhandlungen, da sie als keine politischen Gruppen wie die aufständische Bewegung gelten. Sie lähmen den Alltag und die Entwicklung in den großen Städten bedeutend und stehen häufig unter dem Einfluss von kriminellen Organisationen und Paramilitärs. Für die Partei Comunes ist es ein Erfolg, besonders in der Öffentlichkeit, dass sie gut repräsentiert wird, nachdem es in den letzten Jahren in der Außendarstellung bergab ging.

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Schwere Kämpfe gehen weiter

Die Gewalt in den verschiedenen Landesteilen Kolumbiens, zusammenhängend mit einer Offensive der staatlichen Sicherheitskräfte gegen die aufständische Bewegung, reißt nicht ab. Kämpfe werden vor allem aus den südwestlichen und südlichen Landesteilen gemeldet, in der sich Einheiten der Guerilla den staatlichen Sicherheitskräften aus Armee und Polizei gegenüberstehen.

Bei Kämpfen zwischen der Front Franco Benavides der FARC-EP und der Dritten Division der Armee wurden bei Kämpfen zwei Soldaten der Armee von der Guerilla gefangen genommen. Der Vorfall ereignete sich auf dem Weg La Herradura, in der Gemeinde Cumbitara, Provinz Nariño, nachdem sie militärische Operationen in der Gegend durchführten. Die Militärfahrzeuge wurden von den Guerilleros anschließend angezündet.

Bereits vor einer Woche wurde auf der Verbindungsstraße zwischen den Gemeinden Caloto und Santander de Quilichao in der Provinz Cauca der Berufssoldat Juan David Estrada Suárez von der Guerilla gefangengenommen. Nun gibt es dazu auch ein Video der Front Dagoberto Ramos der FARC-EP, dass den Soldaten in einem guten Gesundheitszustand zeigt. Eine Freilassung findet jedoch nur bei Einstellung der Feindseligkeiten statt.

Angriffe wurden auch aus der Gemeinde El Tarra der Provinz Norte de Santander gemeldet, wo bei Kämpfen ein Soldat ums Leben kam und vier weitere Soldaten bei einem Angriff verletzt wurden. Auch in La Gabarra, Tibú, wurden Kämpfe gemeldet. Hier griff die 33. Front der FARC-EP die lokale Polizeistation an. Angriffe auf Polizei und Militär wurden zudem aus verschiedenen Orten der Provinz Cauca berichtet. Hier gibt es schon seit mehr als zwei Wochen schwere Kämpfe.

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Facundo Molares Schoenfeld gestorben

Facundo Molares Schoenfeld, der „Argentinier in der FARC-EP“, ist am Donnerstag, den 10. August, gestorben und wurde 47 Jahre alt. Er starb inmitten von Protesten in Buenos Aires (Argentinien), die von linken Bewegungen organisiert wurden und die die Vorwahlen kritisieren.

Internationale Medien berichteten, dass in den Videos, die nach der Demonstration ausgestrahlt wurden, Molares mit dem Gesicht auf dem Boden zu sehen ist und von einem Polizeibeamten festgenommen wird, während andere Demonstranten darauf bestehen, dass er nicht mehr atmen kann und umgedreht werden sollte. Angesichts der Situation beginnen sie dann einen Krankenwagen zu rufen.

Von seinen revolutionären Ideen motiviert, schloss sich Facundo Molares, der der Kommunistischen Jugend in Argentinien angehörte, 2002 der FARC-EP an, nachdem er als Rucksacktourist durch Lateinamerika gereist war. Er blieb 15 Jahre lang in ihrem Reihen und nahm dort den Kampfnamen Camilo Fierro an, obwohl ihn alle „Camilo der Argentinier“ nannten.

Er unterschrieb seinen Eintritt in die kolumbianische Guerilla in Los Pozos in der Nähe von San Vicente del Caguán. Seitdem wurde er aufgrund seiner akademischen Ausbildung schnell politischer Instrukteur der Mobilen Kolonne Teófilo Forero unter dem Befehl von Hernán Darío Velásquez alias El Paisa, der im Dezember 2021 in Venezuela starb.

Nach der Unterzeichnung des Friedensprozesses von 2016, den Morales in seiner Art und Weise kritisierte, und noch mehr den Prozess der Wiedereingliederung, wurde er quasi aus der Guerilla ausgestoßen und nach Putumayo gebracht. Von dort setzte er sich ins Ausland ab und ging zurück nach Argentinien. Dort arbeitete er zuletzt als Fotojournalist, blieb der linken Bewegung jedoch treu.

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Krieg aber Hoffnung auf Frieden

Am gestrigen Samstag, den 12. August, wurden drei Polizisten in der Gemeinde Morales in der Provinz Cauca durch Guerilleros der FARC-EP bei einem Angriff getötet. Der Angriff ereignete sich nahe dem Dorf La Estación, als die Polizei dort einen Kontrollpunkt durchführen wollte. In Gebieten, die unter Kontrolle der Guerilla stehen, werden Kontrollpunkte der staatlichen Sicherheitskräfte als militärisches Ziel aufgefasst. Den Angriff führte die Front Jaime Martinez durch.

Die Situation in Cauca ist nach wie vor besorgniserregend. In den letzten Stunden wurde vom Verschwinden eines Soldaten in der Gemeinde Santander de Quilichao berichtet. Nach vorläufigen Informationen handelt es sich um den Berufssoldaten Juan David Estrada Suárez, der offenbar seine Militärbasis verlassen hatte, um Lebensmittel im Ortsgebiet zu kaufen. Hier ist noch unklar, wer den Soldaten gefangen genommen hat. Aktiv sind hier die Fronten Jaime Martinez und Dagoberto Ramos.

Zuletzt kam es immer wieder zu schweren Kämpfen in der Provinz Cauca, aber auch in anderen Landesteilen. Nach dem Ende des Waffenstillstandes verschlechterte sich zunehmend die Sicherheitslage und führte die Armee mit der Polizei eine Offensive gegen die aufständische Bewegung durch.

Darüber hinaus wurden jedoch Informationen bekannt, dass sich die Regierung und die FARC-EP, Zentraler Generalstab, unter Iván Mordisco am 17. September den Friedensprozess aufnehmen werden. In der Zwischenzeit diskutieren die beiden Parteien die Möglichkeit, eine Einstellung der Offensivoperationen ab dem kommenden Donnerstag, dem 17. August, zu verordnen. Am 17. September würde ein landesweiter bilateraler Waffenstillstand mit einer Laufzeit von sechs Monaten beginnen.

Beide Seiten diskutieren einen Fahrplan für die Beseitigung illegaler Aktivitäten in den Gebieten wie Drogenhandel, Entführungen, illegaler Bergbau und andere. Zudem erörtern die Parteien die Einrichtung eines Notfalllösungsteams, was im Fall von Verletzungen wie beim Waffenstillstand aktiv wird. Schon lange fordern die FARC-EP einen Beginn des Friedensprozesses, der zuletzt eingefroren wurde.

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Überblick Zweites Marquetalia der FARC-EP

Die andere dissidentische Nachfolgeorganisation der „alten“ FARC-EP ist die des Zweiten Marquetalia, die sich getreu dem Namen auf den Gründungsort der alten FARC-EP bezieht und sich ebenso in einer legitimen Nachfolge sieht, wie der Zentrale Generalstab der FARC-EP als Konkurrenz. Die FARC-EP, zweites Marquetalia, wird kommandiert durch Iván Márquez, einer charismatischen Personen mit einer hohen politisch-militärischen Erfahrung als ehemaliger Kommandant der Sekretariats der alten FARC-EP und Verhandlungsführer bei dem Friedensprozess von 2016.

Später als der Zentrale Generalstab gründete sich diese Organisation im Jahr 2019 aufgrund der Nichteinhaltung des Friedensabkommens und vor allem durch die juristische Verfolgung von Kommandanten der FARC-EP, was als großes Sicherheitsproblem interpretiert wurde. So erklärten verschiedene Kommandanten wieder den Griff zu den Waffen und wollten anfangs ein Zusammengehen mit den anderen dissidentischen Strukturen um Gentil Duarte und Iván Mordisco. Dies scheiterte jedoch, vor allem weil der Zentrale Generalstab die hierarchischen Strukturen um Márquez und eine Unterordnung ablehnte, auch weil sie das Zweite Marquetalia für den Verrat an der alten FARC-EP verantwortlich machten.

Die FARC-EP, zweites Marquetalia, schaffte es in den ersten beiden Jahren, sich territorial gut aufzustellen und einen gewissen Einfluss aufzubauen. Dies hängt sicherlich mit den bekannten Führungspersonen zusammen, die in verschiedenen Gebieten noch gut verankert waren. In den letzten Jahren gab es jedoch einen Stillstand in der Entwicklung, sicherlich zusammenhängend mit der Tötung ihrer bekannten Kommandanten, aber auch durch den mittlerweile größeren Einfluss der Konkurrenz, des Zentralen Generalstabs. Sie haben nun territorialen Einfluss in 55 Großgemeinden und rund 1650 Mitglieder, darunter 1000 bewaffnete Personen und 600 Angehörige in ihren Unterstützungsnetzwerken.

Der territoriale Einfluss der Zweiten Marquetalia hat sich vor allem auf die Provinzen im Südwesten des Landes wie der Provinz Nariño konzentriert, wo es ihr gelang, Strukturen wie die Front Oliver Sinisterra oder auch die Guerrillas Unidas del Pacífico (Vereinigte Guerillas des Pazifiks) in ihrem Westblock Alfonso Cano zusammenzuführen. In der Provinz Cauca konnte die Front Diomer Cortes und die Sechste Kommission geschaffen werden. Sie stehen hier in einem Disput mit den Strukturen des Zentralen Generalstabs.

In Putumayo gelang es, die sich autonom entwickelten Bolivarischen Grenzkommandos zum Zweiten Marquetalia zu führen. Diese aus ehemaligen Guerilleros, aber auch paramilitärischen Personen bestehende Gruppe, konnte im Süden des Landes ihren Einfluss deutlich aufbauen. Dabei ist hier von einem starken Eigenleben der Gruppe auszugehen, die faktisch eine Allianz eingegangen sind, von der Kommandoebene des Zweiten Marquetalia aber nur ein geringer Einfluss auf jene Struktur vorhanden ist.

Im Osten des Landes ist das Zweite Marquetalia zwar mit der Kompanie Fernando Díaz in Caquetá, der Kolonne Teófilo Forero in Caquetá und Huila, mit der mobilen Kolonne Vladimir Stiven in Meta einige Strukturen, aber ihr Einfluss ist gering zu dem des Zentralen Generalstabs. In einigen Regionen wie in Norte de Santander, Arauca, Guaviare und Vichada hat sie ihren Einfluss gar verloren und beschränkt sich teilweise auf Kooperation mit der ELN gegen den gemeinsamen Feind des Zentralen Generalstabs. Auch ihr militärisches Rückzugsgebiet in Venezuela, hier in den Regionen Apure und Amazonas, ging stark zurück. Auch wenn im April die Neugründung der 53. Front Edinson Romaña in Cundinamarca und Meta bekanntgegeben wurde, ist ihr Erscheinen bisher kaum erkennbar.

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Überblick Zentraler Generalstab der FARC-EP

Die FARC-EP, Zentraler Generalstab, unter der Führung von Iván Mordisco hat ihre Ursprünge in der 1. Front Armando Ríos, die bereits frühzeitig das Friedensabkommen der „alten“ FARC-EP von November 2016 ablehnte. Der erste Kommandant der Front war alias Gentil Duarte, der im Mai 2022 getötet wurde. Seitdem wird die Organisation von alias Iván Mordisco kommandiert, der auch Befehlshaber der 1. Front war. Der Zentrale Generalstab, wie sie in Abgrenzung zur FARC-EP des Zweiten Marquetalia heißen, ist die größte der beiden Organisationen der FARC-EP, die sich als je legitime Nachfolger der FARC-EP sehen. Sie sind in mehr als 166 Großgemeinden und in 22 Provinzen aktiv. Dabei haben sie sich stetig vergrößert.

Dieses territoriale Wachstum hängt hauptsächlich mit zwei Faktoren zusammen. Der erste Faktor ist die Erhöhung ihrer Mitglieder, in dem sie sich auf rund 3500 Guerilleros in den letzten Jahren vergrößert haben. Darunter sind rund 2150 direkt unter Waffen stehende Personen sowie 1350 Milizionäre in den Unterstützungsnetzwerken. Der zweite Faktor ist die Konsolidierung ihrer politisch-militärischen Macht in Gebieten wie Cauca, Norte de Santander, Arauca, Putumayo, Valle del Cauca und Antioquia. In Gebieten wie Caquetá und Meta ist sie seit jeher präsent.

Die FARC-EP besteht in ihrer politisch-militärischen Struktur hauptsächlich aus Fronten, die sich in festgelegten Regionen bewegen. Mehrere Fronten in einem großen Gebiet bilden einen Block. Derzeit gibt es vier Blöcke, bzw. große einheitliche Zusammenführungen von den Fronten, wobei der Südblock ab und an Erwähnung findet, er aber von der FARC-EP zum Südostblock hinzugezählt wird. Da zu einem Block jedoch mehrere Strukturen bzw. Fronten gehören müssen, wird der Südblock in der Betrachtung also außer Acht gelassen.

Im Block Magdalena Medio besteht die FARC-EP aus den folgenden Fronten: 4. Front, 18. Front, 24. Front, 27. Front, 33. Front, 36. Front, 37. Front „Mario Morales“, und die 41. Front. Als besonders aktiv gelten die 18. und 36. Front in Antioquia sowie die 33. Front in Norte de Santander, die zudem noch die Mobile Kolonne El Negro Eliécer Gaitán führt. Im Süden des Cesár wird gerade versucht, neue Strukturen aufzubauen, dazu zählt die 41. Front.

Der Westblock Kommandant Jacobo Arenas, ehemals das Westliche Koordinationskommando, zählt mit dem Südostblock zu den aktivsten Blöcken. Im Westblock versammeln sich die Fronten Jaime Martínez, Dagoberto Ramos, Franco Benavides, Urías Rondón, Rafael Aguilera, Carlos Patiño und Ismael Ruíz sowie die Kompanie Adan Izquierdo und die Kompanie Jhonier Toro. Tätig ist der Westblock vor allem im Südwesten des Landes mit den Provinzen Nariño, Cauca, Huila und Valle del Cauca.

Das Vereinigte Kommando des Ostens besteht aus den 10. Front Martín Villa, der 16. Front, der 28. Front José Maria Córdoba, der 39. Front Arcesio Niño sowie der 45. Front. Besonders die 10. und die 28. Front machten auf sich aufmerksam, da sie in Arauca in einem Konflikt mit der ELN standen und es in der Provinz zu einer Gewaltwelle kam. Die Grenzregion zu Venezuela ist strategisch wichtig und war daher stark umkämpft.

Der Südostblock Jorge Suárez Briceño ist der aktivste Block und sozusagen mit der 1. und 7. Front die Mutterstruktur der FARC-EP unter dem Kommando von Iván Mordisco. Zum Südostblock gehören die 1. Front Armando Ríos, die 7. Front, die 14. Front, die 17. Front, die 26. Front, sowie die Fronten 40, 43, 49 und 62. Teilweise sind diese aber auch in neue Fronten aufgegangen und ein genaues Auseinanderdividieren ist nicht möglich. Aktuell sind die Fronten Iván Dias, Carolina Ramírez, Comandante Rodrigo Cadete, Edison Cinco Mil, Jorge Suárez Briceño und Dario Gutiérrez sowie die Mobile Kolonne Miller Perdomo zu erwähnen.

Das Aktionsgebiet des Südostblocks ist sehr groß und besteht aus Territorien, wo die FARC-EP seit Jahrzehnten verankert ist. Von hier aus wurden Emissäre in andere Landesteile gesendet, um die FARC-EP und die wieder aufkommenden Strukturen der „dissidentischen“ FARC-EP zusammenzuführen. Dieses Projekt ist erstaunlicherweise gut gelungen, wenn man den organisatorischen Aufwand betrachtet und die Konkurrenz der FARC-EP, Zweites Marquetalia.

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Weitere Operationen gegen Guerilla

Die Operationen der staatlichen Sicherheitskräfte gegen Strukturen der aufständischen Bewegung FARC-EP laufen weiterhin, obwohl in der Öffentlichkeit vom anstehenden Friedensprozesses fabuliert wird. Neben den Provinzen Caquetá und Cauca ist derzeit auch die Provinz Nariño stark von militärischen Auseinandersetzungen betroffen. So gab es Aktionen der Streitkräfte ein hergehend mit starken Kämpfen gegen die Front Franco Benavides der FARC-EP, die im Westblock Kommandant Jacobo Arenas organisiert ist. Die Kämpfe fanden unter anderem im ländlichen Gebiet der Gemeinde Andes Sotomayor (Nariño) statt. Leidtragend ist vor allem die lokale Bevölkerung. Erst vor kurzem kam es während einer Militäroperation in der Gemeinde La Plata (Provinz Huila) zum Tod eines Kindes durch die Armee, welches zuerst der aufständischen Bewegung in die Schuhe geschoben wurde. Proteste der lokalen Bevölkerung und Videos zeigen jedoch, wer die Aggressionen und den Tod zu verantworten hat.

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FARC-EP gegen Korruption

Die Front Carlos Patiño aus dem Westblock Kommandant Jacobo Arenas der FARC-EP hat in einem Kommuniqué öffentlich gemacht, dass eine Kandidatur zur Bürgermeisterin von Argelia im Süden der Provinz Cauca nicht geduldet wird. Dies zeigt deutlich, wie korrupte Kreise ihre machtherrschaft auch auf dem Land sichern wollen, was eine Ausbeutung der öffentlichen Mittel und Armut für die einfache Bevölkerung bedeutet. Auf der anderen Seite zeigt der Fall, wie wichtig auch eine Kontrollinstanz ist und wie die unter anderem die politisch-militärische Arbeit der Guerilla aussieht.

In dem Kommuniqué der FARC-EP heißt es, dass der Vater von Karen Melissa Mejía Gaviria, Bernardo José Mejía Daza, ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde, die Errichtung des Militärstützpunktes gefördert hat, der von der Gemeinde nicht genehmigt wurde. Des Weiteren stellt das Kommuniqué klar, dass sie und ihre Mitarbeiter nicht in die Stadt Argelia oder Gebiete, die von der FARC-EP kontrolliert werden, eindringen dürfen, weil sie mit Korruption, Veruntreuung, Drohungen und sexuellem Missbrauch in der Gemeinde in Verbindung gebracht wird.

Die Front Carlos Patiño rief auch die Gemeinde dazu auf, keine Spenden von Karen Melissa Mejía Dazas und ihrem Team zu erhalten, da gegen sie öffentliche und gemeinschaftliche Sanktionen verhängt werden könnten. Zudem rief die Guerilla dazu auf, weiterhin Korruptionsakte zu melden. In dem Kommuniqué vom 26. Juli wird der Wahlkampf stark kritisiert, der von Verwaltungsbeamten aus der Gemeinde unterstützt wird, da die Logistik und die kommunalen Ressourcen genutzt werden, was zu Benachteiligungen gegenüber den anderen Kandidaten führt.

Außerdem gäbe es Kontakte der Kandidatin und ihrer Familie sowie der nahestehenden Beamten zur Gruppe Los Pocillos, einer kriminellen Organisation. In dem Kommuniqué wird sich auf des Revolutionsgesetzt Nr. 003 berufen, dass von der FARC-EP im Mai 2000 beschlossen wurde. Es dient immer wieder in den von der Guerilla kontrollierten Gebieten zur Durchsetzung der öffentlichen Interessen im Umgang mit öffentlichen Mitteln. Die Korruption und der Machtmissbrauch sind in Kolumbien weit verbreitet. Anbei das Gesetz 003 zur Dokumentation:

 

Gesetz 003 Behördliche Korruption

1. Kolumbien wird von der Geisel der Korruption geplagt, besonders von der Plünderung der öffentlichen Finanzen, die von den Möchtegern-Politikern und den Beamten der Nation, der Bundesstaaten, der Gemeinden und der dezentralisierten Institute in eine persönliche Bereicherungsquelle verwandelt wurden.

2. Dieser perverse Brauch ist doppelt schädlich, weil er die Moral des Landes verletzt und es stets tiefer in wirtschaftliche Rückständigkeit und soziale Ungerechtigkeit versinken lässt.

3. Die herrschende Straflosigkeit ist eine direkte Folge der Solidarität der politischen Kaste des Landes untereinander, in der einer den anderen deckt, je nachdem, wer gerade der jeweiligen Regierung vorsteht. Deren Meinungsverschiedenheiten sind nur Streitereien, um festzulegen, wer sich den Kuchen des Staatshaushaltes teilt.

4. Trotz aller Rhetorik hat keine Regierung wirksame Maßnahmen zur Ausrottung dieses Übels getroffen.

5. Für die FARC-EP steht fest, dass die endgültige Beseitigung der behördlichen Korruption nur durch die Ersetzung des Staates und seines politischen Regimes mit einem Staat, der tief im Wesen des Volkes verankert ist und auf der Grundlage von Ethik und Moral des Gemeinwohls erzielt werden kann.

 

Der Oberste Generalstab der FARC-EP beschließt daher angesichts der Bedeutung und der Wirkung des Phänomens in der aktuellen Krise

§1 Wer sich widerrechtlich öffentliche Güter oder Gelder aneignet oder gleichermaßen Dritten diese Aneignung erleichtert, muss diese Mittel dem gesetzlichen Eigentümer vollständig zurückerstatten, zuzüglich entsprechender Zinsen zum bei der Rückgabe geltenden Bankzinssatz.

§2 Derjenige muss außerdem entsprechend der Höhe und der Schwere des begangenen Verbrechens eine Strafe bezahlen, die umso höher ausfällt, je höher die administrative Position angesiedelt ist, in der die Straftat begangen wurde. Diese Buße kann bis zur Enteignung gehen.

§3 Derjenige wird entsprechend den vorherigen Kriterien in Haft genommen.

§4 Diejenigen im Privatsektor, die Belohnungen, Entschädigungen oder Anteile an Beamte ausschütten, um dadurch Vorteile zu erlangen, werden nach den gleichen obigen Kriterien bestraft.

§5 Dieses Gesetz tritt am Tag seiner Veröffentlichung in Kraft.

 

Zur Befolgung

Plenum des Obersten Generalstabes der FARC-EP

In den kolumbianischen Bergen, Mai 2000

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Krieg in Provinz Cauca nimmt zu

Seit Tagen gibt es schwere Kämpfe in verschiedenen Landesteilen, darunter vor allem in der Provinz Cauca. Hier führt seit geraumer Zeit die Armee in Kooperation mit der Polizei eine Offensive gegen mehrere Strukturen des Westblocks der FARC-EP durch. Leidtragenden sind nicht nur die Kämpfer der Einheiten, sondern vor allem die Zivilbevölkerung, die durch die anhaltenden Kämpfe ihre Häuser nicht verlassen darf oder vertrieben wird.

In die Medien schaffte es die Offensive der staatlichen Sicherheitskräfte besonders durch den tragischen Tod eines vierjährigen Mädchens in der Provinz Huila, die hier an die Provinz Cauca angrenzt. Zuletzt hieß es von Seiten der Medien, die die Version der Armee einfach kritiklos übernehmen, dass die FARC-EP schuld am Tod des Mädchens sei. In einem Kommuniqué vom 27. Juli der Front Ismael Ruiz, aktiv in Huila und Tolima, schaut dies anders aus:

„Die Front Ismael Ruiz des Westblocks, Kommandant Jacobo Arenas der FARC-EP, lehnt die Ermordung des vierjährigen Mädchens durch Angehörige der nationalen Armee in einem ländlichen Gebiet des Landkreises La Plata Huila ab, was einen Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht darstellt.

Seit drei Tagen führt die Armee Belagerungsoperationen in den Dörfern San Miguel und Gallegos gegen Einheiten der Front Ismael Ruiz durch. Angesichts der möglichen Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung, die dies mit sich bringen könnte, fordern die Gemeinden den Regierungssekretär Andres Mauricio Muñoz Leguizamo auf, einzugreifen, um Konfrontationen zu vermeiden, worauf mit kriegerischer Haltung reagiert wird und die militärische Präsenz bis zum Morgen des heutigen Tages verstärkt wird, wenn 5 Lastwagen mit Truppen eintreffen und eine Offensive gegen unsere Einheiten beginnt.

Am heutigen Morgen kommt es zu Zusammenstößen zwischen Angehörigen der Nationalen Armee und der FARC-EP, wo die Armee unverantwortlich und wahllos schießt und dabei ein vierjähriges Mädchen verletzt. Eine Situation, die sich verschlimmert, wenn der Krankenwagen, der das Mädchen in ein Krankenhaus bringen sollte, daran gehindert wird, durchzufahren, was zu dem tragischen Ereignis führt, das heute das ganze Land bewegt, nämlich dem Tod des Mädchens in den Händen der Nationalarmee.“

Die FARC-EP fordert nun eine unabhängige Aufklärung der Ereignisse und auch die Einstellung der Feindseligkeiten. Das ein Waffenstillstand auch von der Zivilbevölkerung gewünscht wird, zeigen immer wieder die Manifestationen der lokalen Bevölkerung oder auch Schreiben der sozialen Organisationen, die sich an die staatlichen Sicherheitskräfte richten und einen Rückzug fordern. Bei diesen Aktionen ist es logisch, dass sich Strukturen der Guerilla gegen die Belagerung und Offensive wehren.

Auch in der Gemeinde Argelia, Süden der Provinz Cauca, wo die Armee seit mehreren Tagen Operationen gegen die Front Carlos Patiño vorangetrieben hat, werden Tote gemeldet. Darunter sind Tote und Verletzte bei der Guerilla, aber auch verletzte Zivilisten und getötete Soldaten zu beklagen. Die Operationen haben hier am Mittwoch, den 26. Juli, begonnen. Zudem mussten Zivilisten aufgrund der Kämpfe ihre Häuser und Dörfer verlassen.

Der Norden der Provinz Cauca ist ebenfalls von Kämpfen betroffen. Dass es dabei auch Schäden an der zivilen Infrastruktur gibt, zeigte sich bei einem Angriff der Front Jaime Martínez, die in der Gemeinde Suárez, eine Polizeistation angriff. Auch eine Schule wurde bei einer kontrollierten Sprengung einer Bombe in Mitleidenschaft gezogen. In die Medien schaffte es die zerstörte Schule, weil dort die kolumbianische Vizepräsidentin zur Schule ging.

Auch im Dorf Mondomo, Gemeinde Santander de Quilichao, wurde die Polizeistation von der Guerilla angegriffen. Die Angriffe begannen am Samstag, den 29. Juli, am frühen Morgen. Zudem gab es Angriffe auf die Militärstationen. Ob es hier zu verletzten oder toten Personen kam, ist nicht bekannt. Ob all die Angriffe im Kontext der bald stattfindenden Friedensgespräche stattfinden, damit jeder Akteur Boden gutmachen kann, ist fraglich.

Bereits zuvor hat die Front Carlos Patiño die Person Wilmer Andrés Campo Hoyos, den ältesten Sohn des Bürgermeisters der Gemeinde Rosas, im Süden des Caucas freigelassen. In einem Video berichten die Guerilleros, dass die Entführung, die am 14. Juli stattfand, das Ergebnis eines Ermittlungsverfahrens wegen Korruptionsdelikten des Bürgermeisters war. Dies ist keine unübliche Praxis der Guerilla, um auf dem Land die weit verbreitete Korruption der Eliten zu verhindern.

„Wir haben klare Hinweise auf Korruptionsdelikte des derzeitigen Bürgermeisters José Roberto Campo. Erste Nichterfüllung von Verpflichtungen in sozialen Investitionen für die mehr als 2000 Familien, die es in den Dörfern der Gemeinde gibt“, so die FARC-EP. „Fehlendes Management der humanitären Hilfe für die Opfer des Erdrutsches vom Januar 2023“ wird zudem festgestellt.

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