Neue Verhandlungspersonen bei der Guerilla

Am gestrigen Samstag gab der Zentrale Generalstab der FARC-EP mittels eines Kommuniqués einen Wechsel von Personen an der Verhandlungsdelegation bekannt. So sollen nach einer politischen Entscheidung innerhalb der aufständischen Bewegung Alexander Díaz Mendoza, bekannt als Calarcá Córdoba, Jhon Mendoza, bekannt als Fredemiro, und Ciro Alfonso Romero Ospina, dessen Kampfname Willy Romero ist, vorübergehende Berater der Dialogkommission sein. Alle drei Personen sind in hohen Führungsebenen der Guerilla. Vor zwei Wochen wurde erst der eigentliche Verhandlungsführer Andrey Avendaño von der Guerilla abgesetzt.

Die drei Personen sind Mitglieder der nationalen Führung der FARC-EP und wurden nach tagelangen Beratungen innerhalb der Guerilla an den Verhandlungstisch geholt. In diesem Zuge sollen die Haftbefehle gegen die drei von Seiten der Regierung aufgehoben werden. „Wir hoffen, dass die Initiative hochrangiger Mitglieder unserer Organisation, sich dieser Aufgabe anzunehmen, von der Gegenseite positiv aufgenommen wird. Wir bitten darum, dass die Haftbefehle so schnell wie möglich aufgehoben werden und dass wir den Weg zum Frieden in gutem Glauben ebnen.“

Alexander Díaz Mendoza alias Calarcá Córdoba wurde in Meta geboren und schloss sich 1998 der 40. Front der FARC-EP an. Dort lernte er lesen und schreiben und gehörte zu einer Eliteeinheit innerhalb des Ostblocks. Heute ist er der Kommandant der Front Jorge Briceño. Willy Romero ist ein Kommandant der 10. Front und gehört ebenfalls zur Kommandoebene. Fredemiro hingegen gehört zur Kommandoebene der 48. Front der FARC-EP, die im Süden des Landes operiert. Der personelle Wechsel in der Verhandlungsdelegation hatte sich in der letzten Zeit angedeutet.

Veröffentlicht unter General | Kommentare deaktiviert für Neue Verhandlungspersonen bei der Guerilla

Die aktuelle Lage der FARC-EP, Zentraler Generalstab

Der Zentrale Generalstab der FARC-EP ist ein Zusammenschluss von Strukturen mit unterschiedlichen Ursprüngen und Motivationen. Hauptsächlich ist diese Guerilla aus einigen wichtigen Kommandeuren der aufgelösten FARC-EP hervorgegangen, die den Friedensprozess verlassen haben oder die kurz nach der Unterzeichnung des Abkommens wegen Unzufriedenheit über das Ausgehandelte bzw. die Nichteinhaltung des Vereinbarten ausgestiegen sind. Parallel dazu bildeten sich zwischen 2017 und 2018 weitere damals noch als dissidentische Gruppen der FARC-EP aus ehemaligen Friedensunterzeichnern und Teilen enttäuschter Milizionäre oder aus Personen, die keinen Anreiz sahen, ihren Prozess der Wiedereingliederung fortzusetzen.

Die unterschiedlichen Gruppen befanden sich teilweise überall, vor allem jedoch im Süden des Landes und hatten noch keinen Kontakt untereinander. Der Zentrale Generalstab ging dann von einer Zersplitterung der Dissidentenstrukturen zu einer Koordinierung über und befindet sich derzeit in einem Prozess der Vereinheitlichung. Gentil Duarte und Iván Mordisco, zwei Kommandanten, die aus dem Friedensprozess ausgestiegen sind, haben das Projekt der Dissidentenkoordination seit 2018 entwickelt, als sie begannen, Abgesandte in verschiedene Regionen des Landes (Cauca, Nariño, Catatumbo, Arauca und Antioquia) zu entsenden, um ihren territorialen Einfluss auszuweiten und in diesen Schlüsselgebieten Einfluss zu gewinnen.

Die Koordinierung wurde ab dem Jahr 2019 noch deutlicher. Allerdings handelte es sich nicht um eine homogene und hierarchische Gruppe, sondern um einen Zusammenschluss von verschiedenen Strukturen mit fließender Kommunikation und relativ erfolgreicher Koordination. Anstelle eines einheitlichen Kommandos gab es eine fast vollständige Mitverwaltung und Autonomie auf regionaler und lokaler Ebene der Strukturen. Seit 2023 wird sie im Rahmen des totalen Friedens intern gestärkt: Alle Kommandeure konnten sich treffen und gemeinsame Entscheidungsszenarien bilden. Der aktuelle Friedensprozess stärkt also die interne Struktur der Guerilla.

Obwohl die Entstehung und Motivation dieser Strukturen vielfältig ist und selbstverständlich über eine rein wirtschaftliche Logik hinausgeht, nicht so wie die Medien es behaupten, ist jedoch das Wachstum und die Stärkung der Guerilla auch eng mit den finanziellen Ressourcen von Wirtschaftszweigen wie Drogenhandel, illegaler Bergbau oder Erheben der Revolutionssteuer verbunden. Mehrmals berichteten wir, dass eine illegalisierte Organisation auch nur illegale Möglichkeiten der Finanzierung hat. Doch darüber hinaus wurde schnell der Kontakt mit der lokalen Bevölkerung gesucht, Regeln des Zusammenlebens erstellt und übernimmt die FARC-EP hoheitliche Aufgaben in Landesteilen, wo der Staat faktisch nicht präsent ist.

Wie in ihrem Entstehen unterschiedlich sind auch die Kommandanten des Zentralen Generalstabs, der Fronten und der mobilen Kolonnen von unterschiedlichem Profil. Sie reichen von Kämpfern mit umfassender Erfahrung und Führungsqualitäten innerhalb der FARC bis hin zu Kommandanten mit wenig Guerillaerfahrung, die Führungspositionen in den Strukturen übernommen haben. Über das lokale Auftreten einer Struktur in einem Gebiet entschiedet häufig auch die Erfahrung der Kommandanten, auch wenn es jetzt mehr Kommunikation und Unterstützung untereinander gibt.

In den beiden Blöcken Jorge Suárez Briceño und des Südostens ist eine große Zahl erfahrener und routinierter Kommandanten vertreten. Der Block Magdalena Medio weist weniger erfahrene Profile auf, obwohl es dort anerkannte Milizenführer gibt. Im Gemeinsamen Ostkommando besteht das Profil eher aus ehemaligen Kämpfern, die aus dem Gefängnis entlassen wurden. Diese Heterogenität verstärkt sich auf den unteren und lokalen Kommandoebenen mit zunehmend jüngeren Kommandanten, die wenig Indoktrination oder Erfahrung in der Guerilla haben, sondern aktuell im Rahmen der neu entstandenen Möglichkeiten ihre Ausbildung bekommen.

Das Vereinigungsprojekt des Zentralen Generalstabs der FARC-EP hat in den letzten drei Jahren ein beträchtliches Wachstum erfahren und durch seine regionale Koordinierung eine nationale Wirkung erzielt. Obwohl sie die am stärksten konsolidierte Bewegung aus der ehemaligen FARC-EP ist, im Vergleich zur schwächelnden FARC-EP, Zweites Marquetalia, ist sie nicht so mächtig und einflussreich wie die ehemalige FARC-EP vor dem Friedensabkommen von 2016. Sie hat derzeit über 3500 Mitglieder und verfügt über Einfluss in 173 Gemeinden in 22 Provinzen, obwohl ihre Präsenz in den verschiedenen Landesteilen unterschiedlich ist und sie im Südosten und im Südwesten am stärksten ist.

Obwohl es gelungen ist, 27 der rund 40 aus dem Friedensprozess mit der FARC-EP hervorgegangenen Strukturen in fünf regionalen Blöcken zu organisieren, ist der Zentrale Generalstab nach wie vor ein Sammelsurium von Strukturen mit teilweise unterschiedlichen Interessen und Arbeitsweisen. Es gibt zwar Koordinierung und Kommunikation, aber weder eine einheitliche Befehls- und Kontrollstruktur noch gemeinsame Leitlinien für alle Strukturen. Diese sind derzeitig im Entstehen. Noch wirkt das Auftreten wie eine Föderation von Gruppen mit unterschiedlichem Grad der Artikulation und einem hohen Maß an Autonomie in seiner territorialen Funktionsweise. Trotzdem muss erwähnt werden, dass der Aufbau bis hierher eine große Leistung war, denn der staatlichen Repression oder dem Druck anderer bewaffneter Akteure muss zeitgleich auch widerstanden werden.

Der Block Kommandant Jorge Suárez Briceño und der Südost-Block sind die beiden Mutterblöcke des Zentralen Generalstabs. Ihre Befehlshaber Gentil Duarte und Iván Mordisco haben das Vereinigungsprojekt entwickelt und waren die ersten, die sich 2016 vom Friedensprozess distanzierten. Ihr Wachstum ist so groß, dass sie die Kontrolle über eine der ehemaligen FARC-Hochburgen, den Süden des Landes, zurückerobert haben. Sie sind militärisch nicht sehr aktiv, was nicht notwendig ist aufgrund der territorialen Kontrolle und ihr Erstarken war nicht von territorialen Streitigkeiten geprägt, sondern eher von Szenarien der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Kommandanten der Dissidenten und der Koexistenz mit anderen Gruppen.

Der Westliche Block Kommandant Jacobo Arenas, ehemals Westliches Koordinationskommando, gehört sicherlich zu den aktivsten der FARC-EP. Es hat mittlerweile neun Strukturen (Fronten und mobile Kolonnen) integriert hat, die hauptsächlich in Cauca und Nariño und auch in Valle del Cauca, Huila und Tolima operieren. Die Koordinierung zwischen seinen Fronten war der Schlüssel zur erfolgreichen Expansion des Zentralen Generalstabs im Südwesten des Landes, was ihn heute zu einem der einflussreichsten Blöcke macht. Alle Strukturen haben sich in ihrer territorialen Entwicklung gegenseitig unterstützt und es gibt einen hohen Grad der Kommunikation.

Der Block Magdalena Medio Kommandant Gentil Duarte operiert in einem Korridor, der Catatumbo, den Süden von Bolívar, Bajo Cauca und den Norden Antioquias verbindet. Ihre wichtigste Front ist die 33. Front, da sie die wichtigsten Anführer bündelt und die Expansion nach Antioquia und Bolívar koordiniert hat. Sie ist einer der wichtigsten Blöcke für den Zentralen Generalstab, da sie fast alle Strukturen der Guerilla vereint, die im Norden und im nördlichen Zentrum des Landes entstanden sind. Er ist der einzige Block, der ein befreundetes Verhältnis zur ELN unterhält, was sich bei der Eindämmung der Paramilitärs im Norden des Landes als nützlich erwiesen hat.

Das Östliche Koordinationskommando ist eine der Strukturen, die trotz ihrer vergleichsweisen geringeren territorialen Ausdehnung im Vergleich zu den anderen Blöcken ein Protagonist der politisch-militärischen Arbeit ist, insbesondere wegen ihres Konfliktes mit der ELN. Sie hat zwei Hauptfronten, die in Arauca und Casanare operieren: die 10. und 28. Front. Ihre Kommandanten waren zwar Teil des Friedensabkommens, haben sich dann aber dem Friedensprozess entfernt, nachdem sie Dank ihm freigelassen wurden. Es sind Arturo Paz und Antonio Medina.

Aktuell befindet sich diese Organisation in einem, wenn auch stockenden Friedensprozess mit der kolumbianischen Regierung. Dank ihrer dezentralen Arbeitsweise, ihrer lokalen Autonomie und ihrer Fähigkeit, sich schnell neu zu formieren, kann sie sich an die Aktionen der staatlichen Sicherheitskräfte anpassen. Sie hat die klare Absicht, weiter zu expandieren, denn obwohl sie am Verhandlungstisch sitzt, hat sie neue Fronten im Westen und Osten der Provinz Huila konsolidiert und lädt die Bevölkerung weiterhin offen über soziale Netzwerke ein, sich ihren Reihen anzuschließen, übt Kontrolle über die Bevölkerung aus und definiert sich als politischer Akteur in vielen Teilen des Landes, sicher auch, weil staatliche Strukturen fehlen und die Guerilla diese übernimmt.

Veröffentlicht unter General | Kommentare deaktiviert für Die aktuelle Lage der FARC-EP, Zentraler Generalstab

Kämpfe in Cauca intensivieren sich

Schwere Kämpfe gab es in der Provinz Cauca in verschiedenen Regionen. So berichten sowohl indigene Gemeinschaften und Bauern von Kämpfen in der ländlichen Region der Gemeinde Silvia von Kämpfen mit Toten. Die Kämpfe begannen demzufolge am Montag zwischen Einheiten der ELN und der Struktur Dagoberto Ramos der FARC-EP. Zwar war dieses Gebiet in den 1990er und 2000er Jahren Territorium, welches von der FARC-EP kontrolliert wurde, doch im Zuge des Friedensabkommens von 2016 drang die ELN in dieses Gebiet ein. Nun soll es wohl Versuche der FARC-EP geben, dieses Gebiet wieder zurückzuholen. So soll die FARC-EP Einheiten aus den Gemeinden Inzá, Páez und Toribío eingesetzt haben, um die Kontrolle über Silvia wiederzuerlangen.

Die Zivilbevölkerung befand sich teilweise inmitten der Kämpfe, teilweise flohen die Bewohner aus den Gebieten der Kämpfe. Häuser wurden zerstört, Wände mit FARC-Symbolen markiert und Autos für den Transport der Kämpfer missbraucht. Andere Kämpfe gab es inmitten des Ortes Timba der Provinz Cauca. Hier gab es Kämpfe zwischen Sicherheitskräften und der FARC-EP, bei dem der Friedensunterzeichner und ehemalige FARC-Kämpfer Argemiro Fajardo Perdomo getötet wurde, als dieser sich durch den Ort bewegte. Auch hier wurde die lokale Bevölkerung in Mitleidenschaft gezogen, weiße Fahnen säumten die Häuser.

Zuletzt war es aufgrund des bilateralen Waffenstillstandes zwischen der kolumbianischen Regierung und der aufständischen Bewegung FARC-EP in vielen Regionen des Landes tatsächlich ruhiger geworden. Die Kämpfe gingen zurück und es gab weniger Tote zu vermelden. Diskussionen in den Medien gab es jedoch permanent zur FARC-EP, die ihre politische Arbeit nicht einstellte, sondern natürlich weiterhin in den Regionen präsent war, Treffen mit der Zivilbevölkerung abhielt und ihre Einheiten unterwegs waren. Eine Guerilla kann sich ja nicht in Luft auflösen und hört nicht automatisch auf zu existieren, nur weil ein beidseitiger Waffenstillstand abgeschlossen wird, der vor allem die Eistellung gegenseitiger offensiver Kampfaktionen fordert und regelt.

Veröffentlicht unter General | Kommentare deaktiviert für Kämpfe in Cauca intensivieren sich

Infiltration bei der FARC-EP

In einem gestern veröffentlichten Kommuniqué des Zentralen Generalstabs der FARC-EP unter dem Kommando von Iván Mordisco weist die aufständische Organisation darauf hin, dass es einen „Plan des Feindes“ gegeben habe, den Friedensprozess zu sabotieren, der jedoch von der „revolutionären Gegenspionage“ aufgedeckt worden sei. So sind zwei Vertretern des Verhandlungstisches infiltriert worden. Dies wurde am Mittwoch im sozialen Netzwerk X (früher Twitter) veröffentlicht. Bei den Infiltratoren, so die FARC-EP in dem Kommuniqué, handelt es sich um Luis Carlos Pinilla Cortez, alias Oscar, und Leidy Tatiana Rojas Olaya, alias Ángela. Als sie aufgedeckt worden seien, sind sie geflohen.

„Im Moment sind sie Deserteure, die uns in keiner Instanz der Guerillabewegung vertreten“, so das Kommuniqué. Rojas wird in einer Resolution des kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro vom 24. Juli genannt, in der er sie als Vertreterin der Organisation bei den Friedensgesprächen anerkennt und die Aufhebung der Haftbefehle gegen sie fordert. Pinilla taucht in einer ähnlichen Resolution auf, die am 10. Juli vom kolumbianischen Präsidenten unterzeichnet wurde. Im Kommuniqué gibt die Guerilla an, dass sich Pinilla, alias Oscar, als Kommandant der 57. Front ausgab und der „von der Zivilbevölkerung Geldsummen forderte und Morde an der Zivilbevölkerung und an Kollaborateuren“ verübte.

„Wir bedauern diese Situation zutiefst, aber es wäre falsch, sie zu verschweigen. Mitten im Krieg sind solche Umstände in der Geschichte immer wieder vorgekommen und auch unsere Armee ist nicht davor gefeit, dass uns so etwas passiert“, heißt es in der Veröffentlichung der EMC. Sie geben an, dass er von einem Mann, der als Wilmar Jovani Cuero Illeras identifiziert wurde, 900 Millionen Pesos (etwas mehr als 220.000 Dollar) erpresst hat und ihn dann ermordet und verschwinden lassen hat. Nichtsdestotrotz erklärt die aufständische Organisation, dass sie sich weiterhin verpflichtet fühlt, „Wege zu beschreiten“, die zu einem „Frieden mit sozialer und ökologischer Gerechtigkeit“ führen werden.

Veröffentlicht unter General | Kommentare deaktiviert für Infiltration bei der FARC-EP

Gewaltwelle in Kolumbien

In den letzten Stunden kam es in Kolumbien zu verschiedenen Massakern in der Zivilbevölkerung. Diese Morde erinnern an alte Zeiten, in welcher der bewaffnete Konflikt eskalierte und vor allem paramilitärische Gruppen die Bevölkerung drangsalierten. Die Massaker kosteten 18 Menschen das Leben und sie geschahen in unterschiedlichen Landesteilen. Bisher gibt es keine Beweise für die Urheber der Massaker, wir haben grundsätzlich auch kein Interesse an Spekulationen, doch die Häufigkeit und Systematik ist aus den 1990er Jahren bekannt und vor allem aus den Zeiten, in dem sich die aufständischen Bewegungen in Friedensverhandlungen mit der Regierung befanden. Damals sollten die Morde und Massaker eine Unruhe in der Bevölkerung verbreiten und die Politik einer harten Hand fördern. Häufig kam die Intention aus militärischen und rechen Kreisen, die sich eine angespannte Sicherheitslage für ihre politischen Intentionen zu Nutze machen wollten.

So kam es zuletzt in der Gemeinde Puerto Berrío, Antioquia, zu einem Massaker an vier Personen, in der Gemeinde Jamundí, Valle del Cauca, sowie in der Gemeinde Algeciras, Huila, ebenso zu je vier getöteten Menschen. In Ipiales, Nariño, und in Villanueva, Casanare, wurden je drei Menschen ermordet. Zu den Massakern gab die NGO Indepaz an, dass in Casanare zwei Männer und eine Frau in den Stadtvierteln La Colmena und Bello Horizonte in Villanueva getötet wurden. Bewaffnete Männer sollen zum Tatort gekommen sein und die Opfer, deren Identität noch nicht bekannt ist, angegriffen haben. Im Fall von Ipiales, Nariño, wurden nach Angaben von Indepaz drei Männer im Viertel Montecarlo getötet. Nach Angaben lokaler Medien ereignete sich der Vorfall, als ein Mann in einem Fahrzeug zwei junge Männer erschoss, die auf der Stelle starben; eine dritte Person, die verwundet worden war, starb später in einem medizinischen Zentrum.

Im Fall von Algeciras in Huila erklärte Indepaz, dass vier Menschen im kleinen Ort El Silencio getötet wurden. Die Tat wurde offenbar von einer Gruppe bewaffneter Männer begangen, die in ein Haus eindrangen und die Bewohner angriffen. Im Fall von Jamundí in Valle del Cauca berichtete Indepaz, dass vier Personen von einer Feier im Sektor La Liberia entführt wurden und ihre Leichen später in verschiedenen ländlichen Gebieten gefunden wurden. Die nächsten Tage werden zeigen, wer hinten den jeweiligen Massakern steckt. Generell ist die Lage auch in den Großstädten dramatisch geworden. Auch auf dem Land ist die Kriminalitätsrate gestiegen. Häufig wird der Sündenbock bei den scheinbar progressiven Regierungen gesucht oder bei der Guerilla. Nur selten wird aufgedeckt, dass kriminelle politische Machenschaften des rechten Sektors mit Militär und Paramilitär dahinterstecken, die sich Abzeichen, Uniformen und Kommuniqués der Guerilla bedienen.

Veröffentlicht unter General | Kommentare deaktiviert für Gewaltwelle in Kolumbien

Friedensverhandlungen gehen weiter

Nach zehntägiger Unterbrechung der Gespräche zwischen der nationalen Regierung und dem Zentralen Generalstab der FARC-EP unter der Führung von Iván Mordisco wurde in den letzten Tagen angekündigt, dass die Akteure die Gespräche wieder aufnehmen werden. Dies wurde von Camilo González Posso, Leiter der Regierungsdelegation, bestätigt, der auch einen neuen Zyklus der Friedensgespräche ankündigte.

Zuvor hatte die aufständische Bewegung FARC-EP kommuniziert, dass sie nach Verstößen seitens der Regierung interne Konsultationen einleiten werde. Die Aussetzung erfolgte am selben Tag wie die Nachricht von der Festnahme von vielen Soldaten des Bataillons der städtischen Spezialeinheiten (Bafur) im Ort El Plateado in der Provinz Cauca, durch die lokale Bevölkerung.

In einem Kommuniqué der FARC-EP bezog man sich zwar nicht wortwörtlich auf diesen Vorfall und diesen Ort, es war jedoch klar, dass besonders die Provinz Cauca in Bezug auf Militarisierung gemeint war. „Das Militär sollte die Zonen verlassen, wie es sich verpflichtet hatte; die Antwort darauf war jedoch, die Zahl der Soldaten zu verstärken und alle Räume zu besetzen, zu deren Räumung sich die Parteien verpflichtet hatten“, so die Guerilla am 5. November.

Der Waffenstillstand wurde jedoch im Großen und Ganzen von den beiden Akteuren eingehalten. Zuletzt gab es jedoch die Meldung, dass es in der Provinz Antioquia, Gemeinde Anorí, eine Militäroperation gegeben habe und als Reaktion ein Angriff der FARC-EP erfolgte, bei dem zwei Soldaten getötet wurden. Im Waffenstillstand verpflichten sich beide zur Einstellung offensiver Aktionen, behalten sich das Recht auf Selbstverteidigung jedoch vor.

Veröffentlicht unter General | Kommentare deaktiviert für Friedensverhandlungen gehen weiter

Polemik über Guerilla

Immer wieder wird in den Medien polemisch über die aufständische Bewegung berichtet, vor allem dann, wenn es Zusammenkünfte mit der Bevölkerung gibt. Die Massenmedien sehen darin die Indoktrination der lokalen Bevölkerung eines bestimmten Gebietes und die Machtausübung einer bewaffneten Gruppe in einer Region, wo der Staat nichts mehr zu sagen hat. Und ja, so ist es auch. Die FARC-EP ist dort präsent, wo der Staat nie präsent war oder wo der Staat sich verabschiedet hat. Hier übernehmen sie faktisch die Kontrolle, regeln das Zusammenleben, schützen, bauen und richten. In Anweisungen an die lokale Bevölkerung, per Flugblätter, Plakaten oder bei eigens einberufenen Treffen, wird das Zusammenleben und die Regeln erklärt.

Dies geschah erst wieder vor kurzem und am gestrigen Dienstag verbreitete sich ein Video im sozialen Netzwerk X (ehemals Twitter), in dem ein Treffen zwischen der FARC-EP und der Bevölkerung in der ländlichen Region der Gemeinde La Plata in der Provinz Huila zu sehen ist. In dem Video ist zu hören, wie sich die Männer der FARC-EP als Autorität in dem Gebiet bezeichnen. Die Personen, die an dem Treffen teilnahmen, leben in den Dörfern El Belén, San Vicente, San Pablo de Algeciras und Santa Marta. Bei der Struktur der FARC-EP handelt es sich um die Front Ismael Ruiz der FARC-EP, die in Huila und im Süden von Tolima operiert und zum Westblock Kommandant Jacobo Arenas gehört.

Es ist nichts Ungewöhnliches, wenn die FARC-EP in ihren Einflussgebieten den Kontakt mit der Bevölkerung sucht und hält. Anscheinend ist es jedoch für den Staat und die Massenmedien unvorstellbar, dass es in großen Landesteilen seit jeher einen Kontrollverlust gibt und die aufständische Bewegung dort die Macht ausübt. Gerne wird dabei immer wieder die Guerilla als Drogenterroristen bezeichnet, zuletzt auch durch die Regierung, die sich in Verhandlungen mit der FARC-EP befindet. Eine Antwort der FARC-EP zu dem Vorwurf von Präsident Gustavo Petro folgte sofort: „Wir sind weder Produzenten noch Konsumenten von Drogen, im Gegensatz zur Regierung. Wir waren es, die Pablo Escobar bekämpften, während die Regierung ihm erlaubte, Startbahnen zu bauen. Wir sind nicht dem Weg von Camilo Torres gefolgt, sondern dem des unbesiegbaren Guerrilleros Manuel Marulanda Vélez.“

Veröffentlicht unter General | Kommentare deaktiviert für Polemik über Guerilla

Friedensverhandlungen ausgesetzt

Der Zentrale Generalstab der FARC-EP gab am Sonntag bekannt, dass sie die Verhandlungen über einen Frieden mit der Regierung aussetzen, da die öffentliche Ordnung in dem Ort El Plateado in der ländlichen Gemeinde Argelia, Provinz Cauca, ernsthaft gefährdet ist. Der Ort ist eine Bastion der FARC-EP und die dortige Präsenz der Front Carlos Patiño seit Jahren gestärkt. Selbst eine Offensive der staatlichen Sicherheitskräfte konnte die Präsenz der aufständischen Bewegung nicht zurückdrängen. Die Folgen waren eine Militarisierung der Region, ohne jedoch Alternativen und Investitionen in diese seit Jahrzehnten vom Staat vernachlässigte Region anzubieten.

Demzufolge ist der Unmut der lokalen Bevölkerung über die staatlichen Sicherheitskräfte enorm. Es kam seitens der Bevölkerung zur Festsetzung von fast 15 Soldaten im Ort mit dem Ziel, dass diese abziehen. Auch die FARC-EP machte regelmäßig auf die Militarisierung aufmerksam und die durchgeführten nachrichtendienstlichen Maßnahmen, die im Widerspruch zum bilateralen Waffenstillstand stehen. Die Spannungen nahmen seit der Einrichtung des Verhandlungstisches am 16. Oktober zu.

Im Kommuniqué des Zentralen Generalstabs der FARC-EP heißt es: „Ab heute erklären wir den Dialog und die zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC-EP vereinbarte Agenda für ausgesetzt, wir werden einen internen Konsultationsprozess mit unserer Dialogkommission einleiten und fordern die nationale Regierung auf, dasselbe zu tun.“ Und weiter: „Wir teilen mit, dass die Dialoge, die im Rahmen der Politik des totalen Friedens mit sozialer und ökologischer Gerechtigkeit von der Petro-Regierung als Vertreterin des Staates und unserer revolutionären Organisation Farc-EP am nationalen Tisch des Friedensabkommens geführt werden, Gefahr laufen, endgültig abgebrochen zu werden.“

Zudem heißt es: „Unsere Organisation hat sich immer dafür eingesetzt, alle Verpflichtungen, die wir mit dem kolumbianischen Staat und insbesondere mit der Regierung von Präsident Gustavo Petro eingegangen sind, zu erfüllen. (…) Die ständige Nichteinhaltung der von den Parteien ausgearbeiteten, erörterten und gebilligten Vereinbarungen hat jedoch zusammen mit der mangelnden Ernsthaftigkeit der nationalen Regierung bei der Erfüllung der von uns getroffenen Vereinbarungen zu einer Situation geführt, in der die FARC-EP Gefahr läuft, das Friedensabkommen endgültig zu brechen.“

In diesem Sinne bezieht sich die FARC-EP auf die Situation in El Plateado und versichert, dass „wir nicht damit einverstanden sind, dass die Entwicklung der bäuerlichen Gemeinden, die vom Staat so lange vergessen wurden, durch Prozesse der Militarisierung der indigenen, schwarzen und angestammten Gebiete vorangetrieben wird; dass die harte Hand des Staates mit seinem bewaffneten Flügel und nicht mit seiner Kraft der Entwicklung durchgesetzt werden soll. Es ist klar, dass der Staat in diesem Sinne kein Friedensabkommen will, sondern eine Aktion der Unterwerfung unserer revolutionären bewaffneten Organisation und der Gemeinden, die ihr ganzes Leben lang geschunden wurden.“

Zwar versicherten die FARC-EP, dass der bilaterale Waffenstillstad eingehalten werden soll, aber es ist erkennbar, dass ein Friedensprozess nur mit Demilitarisierung stattfinden kann und der Wille von beiden Seiten erkennbar sein muss. Zuletzt stand der Ort El Plateado immer wieder im Fokus der öffentlichen Berichterstattung, weil die FARC-EP dort eine große soziale Basis hat und selbst die Regionalwahlen dort nur mit Unterstützung der Guerilla durchgeführt werden konnten. Die Teilnahme der FARC-EP an der Eröffnungszeremonie des Wahlprozesses wurde von der Rechten medial hart bekämpft.

Veröffentlicht unter General | Kommentare deaktiviert für Friedensverhandlungen ausgesetzt

In Erinnerung an Alfonso Cano

Zum Todestag von Alfons Cano, dem 4. November, gedenken wir dem legendären Kommandanten der FARC-EP mit einem Artikel dieses Portals aus seinem Todesjahr 2011. Für uns symbolisiert der Tod von Alfonso Cano mehrere Aspekte. Zum einen, wie lange dieses Portal schon existiert und über den kolumbianischen Widerstand der Guerilla informiert. Zum anderen, dass wir selbst mit Afonso Cano geprägt worden, eine unbeschreibliche charismatische Person mit politischem Weitblick. Mit Alfonso Cano hatte die FARC-EP eine wesentliche politische Komponente verloren, die kaum zu ersetzen war, auch wenn in der Guerilla das Prinzip gilt, dass alle zu ersetzen sein sollen. Nach einer monatelangen Hetzjagd durch die staatlichen Sicherheitskräfte und inmitten der Vorverhandlungen für Friedensgespräche wurde er am 4. November 2011 in der Gemeinde Morales in den Bergen Caucas ermordet. Es lebe der Kommandant Alfonso Cano!

Artikel vom 6. November 2011 von Kolumbien Info: Militär tötet FARC-EP Chef

 

Guillermo León Sáenz Vargas alias „Alfonso Cano” (geboren am 22. Juli 1948 in Bogotá) war ein kolumbianischer Guerillero und Befehlshaber des Bloque Central bzw. Comando Conjunto Central (militärischer Zentralblock), Oberbefehlshaber des Zentralen Generalstab und Mitglied des Sekretariats der FARC-EP. Alfonso Cano stand ebenso den politischen Untergrundbewegungen „Movimiento Bolivariano“ und der klandestinen Kommunistischen Partei (PCCC oder PC3) vor, die im Jahr 2000/2001 von der FARC-EP gegründet wurden. Cano galt wichtige intellektuelle Person innerhalb der aufständischen Organisation, nach dem der ideologische Anführer Jacobo Arenas im Jahr 1990 starb. Er stand für den politischen Kampf innerhalb der FARC-EP und war stets um eine friedliche Lösung im Konflikt bemüht.

Die ersten politischen Jahre

Alfonso Cano stammt aus einer gutbürgerlichen Familie aus der Hauptstadt Bogotá und ist der Sohn einer Erzieherin und eines konservativen Agronomen, der seinen Sohn nach dem konservativen Präsidenten Guillermo Leon Valencia benannte. Ironischer weise war es jener Präsident, der mit seinen Bombardierungen und Militäroperationen auf Dörfer von Bauern für die indirekte Gründung der FARC sorgte. Er war das fünfte von sieben Kindern und lebte während seiner Kindheit im Viertel Chapinero und später im nördlichen Viertel Santa Barbara. Schon früh interessierte er sich für politische und historische Themen, worauf seine spätere intellektuelle Fähigkeit schließen lässt. Außerdem liebte er Fußball und war Fan von den Millonarios aus Bogotá.

Im Jahr 1968 begann er zehn Semester Anthropologie an der Universidad Nacional de Colombia in Bogotá zu studieren, in jenem Jahr als die Studierendenproteste weltweit ihren Höhepunkt erreichten und in den Jahren als die Guerillagruppen wie FARC und ELN in der Gesellschaft Fuß fassten, die kurz vorher gegründet worden waren. In der Hochschule vertieft er seine Kenntnisse in Geschichte und Politik, er wurde Mitte der 1970er Jahre ein Führer der Kommunistischen Jugend (Juco: Juventudes Comunistas), welche die Jugendorganisation der kolumbianischen kommunistischen Partei war. Später wurde er politischer Kommissar innerhalb der kolumbianischen Kommunistischen Partei (PCC). In diesen Jahren wurde Alfonso Cano mehrmals von der Polizei in Bogota verhaftet und für seine politischen Aktivitäten bekam er eine Strafe von 6 Monate Haft.

Alfonso Cano war damals ein Verfechter der FARC und hatte zu Vorträgen über den Marxismus und zur Guerilla eingeladen. Im Jahr 1981 wurde er nach einer Razzia in seinem Haus, wo er mit seiner Frau und seinem Sohn lebte, erneut verhaftet und blieb anderthalb Jahre im Gefängnis, bis die Regierung von Belisario Betancourt im Juli 1982 eine Amnestie durchführte. Ihm und anderen linken politischen Führern wurde aufgrund der Gefährlichkeit in diesen Jahren vorgeschlagen, zur weiteren politischen Ausbildung nach Moskau zu gehen, aber Alfonso Cano wählte den Weg des bewaffneten Kampfes in Kolumbien und ging in die Berge zu den FARC-EP.

Die Jahre in den FARC-EP

In der FARC-EP nimmt er dann den Kampfnamen „Alfonso Cano“ an und steigt in den frühen 1980er Jahren schnell in das Sekretariat der Organisation auf. Er konnte schnell das Vertrauen von Jacobo Arenas, dem Chefideologen der FARC-EP, und dem Anführer der Guerilla Manuel Marulanda Vélez gewinnen. Als Jacobo Arenas im Jahr 1990 stirbt, nimmt er seinen Posten als ideologischer Denker ein.

So nimmt er an den Verhandlungen der Guerillagruppen mit der kolumbianischen Regierung in den Jahren 1991 und 1992 teil, während er bei den Friedensverhandlungen mit der Regierung Pastrana ab dem Jahr 1998 nicht teilnimmt, weil er nicht an den Erfolg glaubt. In dieser Zeit war er mit dem Aufbau des politischen Apparats der FARC-EP beteiligt (zum Beispiel mit dem Movimiento Bolivariano). Die Verhandlungen scheiterten und es begann eine militärisch und politisch schwierige Phase der Organisation. Alfonso Cano wurde zum Kommandierenden des militärischen Zentralblocks (Bloque Central) der FARC-EP, welcher besonders in den Provinzen Cauca, Valle del Cauca, Hulia und Tolima aktiv ist. Er wurde zu einem der meistgesuchten Personen des Landes. Das State Department der USA bot $ 5.000.000 US-Dollar für Hinweise, die zu seiner Gefangennahme führen. Als im März 2008 Manuel Marulanda eines natürlichen Todes verstarb übernahm Alfonso Cano den Posten des Anführers und Oberbefehlshabers der Guerilla. Dies wurde von den FARC-EP in einem Kommuniqué am 25. Mai desselben Jahres über den Sender Telesur bekanntgegeben.

Im Juni und Juli des Jahres 2011 begannen Operationen des kolumbianischen Militärs zur Ergreifung des führenden Kopfes der FARC-EP. Dazu wurden mehrere Bataillone in Gang gesetzt, die in den bergigen, dicht bewachsenen und unwegsamen Provinzen Cauca, Hulia und Tolima Kämpfe und Bombardierungen von Camps der FARC-EP durchführen. Nun wurde sein Camp zuerst bombardiert, anschließend seilten sich Stunden später Soldaten aus BlackHawk-Hubschraubern ab. Später gaben die FARC-EP eine kurze Erklärung dazu ab. In der Erklärung wird dem Verschwinden der Guerilla, welches schon mehrmals durch die Massenmedien propagiert wurde, eine klare Absage erteilt. „Das einzige, was der Tod im Kampf von Alfonso Cano symbolisiert, ist der unsterbliche Widerstand des kolumbianischen Volkes, als auf Knien zu betteln.“ Und weiter: „Kamerad und Kommandant Alfonso Cano ist gestorben! Mit ihm starb der Überzeugteste für die Notwendigkeit einer politischen Lösung und Frieden. Es lebe die Erinnerung an den Kommandanten Alfonso Cano!“

Declaración Pública

Escuchamos de la oligarquía colombiana y sus generales el anuncio oficial de la muerte del Camarada y Comandante Alfonso Cano. Resuenan aún sus alegres carcajadas y sus brindis de entusiasmo. Todas las voces del Establecimiento coinciden en que ello significa el final de la lucha guerrillera en Colombia.

La única realidad que simboliza la caída en combate del camarada Alfonso Cano, es la inmortal resistencia del pueblo colombiano, que prefiere morir antes que vivir de rodillas mendigando. La historia de las luchas de este pueblo está repleta de mártires, de mujeres y de hombres que jamás dieron su brazo a torcer en la búsqueda de la igualdad y la justicia.

No será esta la primera vez que los oprimidos y explotados de Colombia lloran a uno de sus grandes dirigentes. Ni tampoco la primera en que lo reemplazarán con el coraje y la convicción absoluta en la victoria. La paz en Colombia no nacerá de ninguna desmovilización guerrillera, sino de la abolición definitiva de las causas que dan nacimiento al alzamiento.Hay una politica trazada y esa es la que se continuará.

Ha muerto el Camarada y Comandante Alfonso Cano. ha caido el mas ferviente convencido de la necesidad de la solución política y la paz. ¡viva la memoria del comandante Alfonso Cano!

Secretariado del Estado Mayor Central de las FARC-EP

Montañas de Colombia, 5 de noviembre de 2011

Veröffentlicht unter General | Kommentare deaktiviert für In Erinnerung an Alfonso Cano

Regionalwahlen in Kolumbien

Die Regionalwahlen sind in Kolumbien am vergangenen 29. Oktober ohne große Zwischenfälle zu Ende gegangen. Zwar wurden aus einzelnen Orten verbrannte Wahlurnen oder Wahllokale gemeldet, dies spiegelt sich aber in den zu erwartenden Ereignissen nieder. Immer wieder kommt es in ländlichen Regionen zu diesen Vorfällen, in der die lokale Bevölkerung oder bewaffnete Akteure ihre Unzufriedenheit ausdrücken. Im Vorfeld kam es zu zahlreichen Diskussionen um die Eröffnung des Wahlaktes mit Vertretern der FARC-EP in der Provinz Cauca, wo diese eine große territoriale Macht darstellt.

Während Zentrumsparteien, Konservative oder alte traditionelle Eliten gewinnen konnten, musste das linke Bündnis des Historischen Paktes eine Niederlage hinnehmen. Der Historische Pakt stellt mit der aktuellen Politik den Präsidenten des Landes, somit können die am Sonntag gewählten lokalen Gouverneure ein Beispiel für die Distanz sein, die in den Regionen gegenüber der aktuellen nationalen Regierung besteht. Denn in keiner der großen Städte des Landes und auch nicht in den bevölkerungsreichsten Provinzen hat der Historische Pakt gewonnen.

Dies gelang nicht einmal in Bogotá, wo die Regierungspartei an Gustavo Bolívar festhielt, der in den Umfragen als Favorit für den Einzug in die zweite Runde galt, in den Umfragen aber von Juan Daniel Oviedo überholt wurde. Trotzdem muss anerkannt werden, dass der Historische Pakt sich politisch im Land konsolidiert hat, wenn gleich die Ergebnisse nicht überzeugend sind. Aus einer einst marginalisierten Kraft ist ein ernstzunehmendes Parteienbündnis geworden, dass in einigen Teilen des Landes ihre Macht kontinuierlich ausgebaut hat und in Valle del Cauca, Cauca und Nariño politisch sehr stark ist, dort wo auch die Guerilla sehr präsent ist und das Land den bewaffneten Konflikt hautnah miterlebt.

Doch auch die Partei Comunes, aus der ehemaligen FARC-EP und dem Friedensprozess von 2016 heraus entstanden, musste Rückschläge hinnehmen. Damit kann die Partei Comunes keinen Boden gewinnen und muss um die Zukunft fürchten. Der ehemalige Kommandant Pastor Alape kandidierte für das Amt des Bürgermeisters von Puerto Berrío (Antioquia), seinem Heimatort. Alape ist bisher das einzige Mitglied des ehemaligen Sekretariats der alten FARC-EP, das sich zur Wahl gestellt hat. Die Stimmen reichten jedoch nicht für ihn aus. Alape erhielt nur 1.572 Stimmen (9,25%) und belegte damit den fünften Platz unter den 11 Kandidaten. In der Gemeinde gab es 33.163 Wahlberechtigte.

Alias Pasto Alape war einer von 144 ehemaligen FARC-Kämpfern, die an den Regionalwahlen vom Sonntag teilgenommen haben, davon kandidierten vier Personen für das Amt des Bürgermeisters. Der einzige, der das Amt des Bürgermeisters gewann, war Armel Caracas, der Bürgermeister von Cumaribo, Vichada, der größten Landgemeinde Kolumbiens, wurde. Aus der Partei Comunes rechnete man sich etwas mehr in den Ergebnissen aus. Auf sozialen Medien gratulierte man Armel Caracas, der einzige Lichtblick der linken Partei.

Veröffentlicht unter General | Kommentare deaktiviert für Regionalwahlen in Kolumbien

Guerilla mit Ausbau der territorialen Kontrolle

Aus der Front Carlos Patiño des Westblocks Kommandant Jacobo Arenas der FARC-EP kommt kurz vor den Regionalwahlen in Kolumbien ein Vorschlag, der per Kommuniqué veröffentlicht wurde. In dem Vorschlag geht es um die territoriale Kontrolle zu den Wahlen im Gebiet des Cañón del Micay, der zuletzt versucht wurde durch die staatlichen Sicherheitskräfte einzunehmen. Hier in der Provinz Cauca gab es eine wochenlange Offensive von Militär und Polizei mit dem Ziel, den Einfluss der Guerilla zurückzudrängen. Letztendlich hat die Guerilla weiterhin faktisch die Kontrolle in der ländlich geprägten Region. Um die Wahlen in einem Klima der Ruhe sicherzustellen, verzichtet die Front Carlos Patiño auf die Eistellung von offensiven Aktionen.  im Bundesstaat Cauca kontrolliert, hat ein Pamphlet herausgegeben, in dem sie die Streitkräfte auffordert, für die Regionalwahlen „Verpflichtungen“ in Bezug auf die Sicherheit in diesem Gebiet einzugehen. Die bewaffnete Gruppe erklärte, sie werde keine feindlichen Aktionen gegen die Sicherheitskräfte durchführen.

Im Kommuniqué wird vorgeschlagen, dass im Rahmen des landesweiten Plans „Demokratie“ die Streitkräfte in das Zentrum des größeren Ortes von El Plateado Position beziehen dürfen, aber nicht auf die Stellungen der FARC-EP vorgerückt werden darf. Die staatlichen Sicherheitskräfte dürfen keine Durchsuchungen und Kontrollen von Personen oder Häusern El Plateado durchführen. Auf offensive Aktionen soll verzichtet werden. Nach den Regionalwahlen sollen sich die Streitkräfte ab dem 30. Oktober wieder zurückziehen. Die Kontrolle der Wahllokale sowie des Wahltages sollen von den lokalen Wachen der Bauern und Indigenen durchgeführt werden, die von allen Seiten als lokale Macht- und Kontrollinstanzen anerkannt werden. Unterstützung erhalten sie von den staatlichen Institutionen. Dass die FARC-EP selbst eine Machtposition innehat, zeigt allein das Kommuniqué der Guerilla und die Vorschläge.

Der FARC-EP kommt der aktuelle Waffenstillstand und die Friedensverhandlungen als politischer Akteur sehr entgegen. So konnte die Guerilla zuletzt ihre Positionen nach der Militäroffensive und den Friedensgesprächen im Cañón del Micay wieder einnehmen. Sie konzentriert sich wieder auf die Ausübung ihrer Kontrolle und auf die territorialen Auseinandersetzungen mit den anderen Akteuren wie der ELN in Arauca und Nariño, mit der FARC-EP, Zweites Marquetalia in Caquetá und Putumayo sowie mit den Paramilitärs in Antioquia und dem Magdalena Medio. Durch ihre Regeln des Zusammenlebens stellt sie für die lokale Bevölkerung in weiten Teilen den wesentlichen Hauptakteur dar, der Staat ist häufig nur durch seine staatlichen Sicherheitskräfte präsent, und auch jene konzentrieren sich meistens nur auf zentrale Orte und weniger auf das ländliche Gebiet. Von Selbstbewusstsein und Macht zeugt daher auch das Aufstellen von Forderungen, wie im Kommuniqué geschehen.

Während des Waffenstillstandes und der Friedensgespräche verpflichtete sich die Regierung, die Versorgung der Strukturen der FARC-EP mit logistischen Ressourcen weiterhin zu gewährleisten. Darüber hinaus können die Einheiten der Guerilla unbewaffnet durch die Hauptorte der Gemeinden und über die Hauptverkehrsstraßen fahren. Des Weiteren sollen nachrichtendienstliche Operationen ebenso unterbleiben, was der Guerilla eine nie dagewesene Bewegungsfreiheit verschafft. Zwar hat die FARC-EP, besonders in der Provinz Cauca in den letzten Monaten einen hohen Preis für die militärischen Schläge gezahlt, aber sie hat durch die Friedensgespräche politische Anerkennung erfahren und nun genügend Zeit und Raum erhalten, ihre landesweiten Strukturen, so auch die Front Carlos Patiño, zu konsolidieren. Auf politischer Ebene zielen die Kommuniqués und die politische Arbeit mit dem Aufbau einer politischen Agenda und der territorialen Umgestaltung wie im Cañón del Micay, sich zu vergrößern und die soziale Basis auszubauen.

Veröffentlicht unter General | Kommentare deaktiviert für Guerilla mit Ausbau der territorialen Kontrolle

Frieden weiterhin fragil

Wir dokumentieren ein Kommuniqué der 1. Front der FARC-EP, dass in der letzten Woche, am 12. Oktober, veröffentlicht wurde. Dies verdeutlich jedoch, wie fragil der Frieden ist und wie auch nachrichtendienstliche Arbeit durch die Armee weiter geschieht.

Kommuniqué

Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens – Volksarmee FARC EP, senden brüderliche, kämpferische und unterstützende Grüße an die Gemeinden im Zuständigkeitsbereich der 1. Front Armando Ríos.

Guaviare und andere nahe gelegene Departements gehören zu den von den kolumbianischen Regierungen am meisten vergessenen Gebieten, in denen die Gemeinden auf der Suche nach einer Zukunft nach wirtschaftlichen und organisatorischen Alternativen gesucht haben, sie dazu gebracht haben zu verstehen, dass wir, die FARC EP, ihre bedingungslosen Verbündeten sind und aus diesem Grund haben sie uns mit offenen Armen empfangen. Der Krieg in diesem Gebiet hat seinen Bewohnern Leid gebracht und dieser Krieg ist derselbe Krieg, den wir gegen die offiziellen und paramilitärischen Kräfte führen, die mit Plänen der verbrannten Erde arbeiten. Sie streben nach territorialer Kontrolle, weil sie um die unermesslichen Reichtümer wissen, die dort zu finden sind und die sie den kapitalistischen Monopolen überlassen wollen. (…)

Obwohl wir uns mitten in den Gesprächen mit der Regierung von Gustavo Petro befinden, sind wir uns über mehrere Prämissen im Klaren: Erstens, dass es sich um eine fortschrittliche, liberale Regierung handelt, die offen für Prozesse an der Basis ist, aber nicht annähernd eine revolutionäre Regierung, die die Widersprüche oder strukturellen Probleme Kolumbiens verändern will. Zweitens, dass sie zu keinem Zeitpunkt davon gesprochen hat, die Interessen der Oligarchen zu beeinträchtigen oder für den Abzug der US-Basen in unserem Land für die nationale Souveränität zu kämpfen. Drittens, dass die Ankunft von Petro im Präsidentenamt dazu diente, den Prozess des Volkswiderstands, der im gesamten Staatsgebiet mit den so genannten primeras líneas [1] gewachsen war, zu verringern, die den Machtapparat und die Repression des Staates in Schach hielten und den Anschein eines Kampfes für die nationale Souveränität erweckten, den es zu vermeiden galt. In diesem Gedankengang ist es notwendig, die Reihen gegen die Feinde des Friedens mit sozialer Gerechtigkeit zu schließen, eine Annäherung an die Regierung unter den Prämissen des Respekts, der Anerkennung der Bauernschaft, der indigenen Völker und der Aufständischen als gültige politische Subjekte und Gesprächspartner sowie der Artikulation von bürgerlichen Prozessen der Überwachung, Überprüfung und Kontrolle der einzuhaltenden Verpflichtungen zu ermöglichen.

Diese Botschaft dient auch dazu, die Verstöße der Regierung gegen die Aussetzung der bilateralen Offensivaktionen in dieser Woche anzuprangern; im Departement Cauca haben Einheiten der Armee drei Mitglieder unserer aufständischen Organisation und einen Zivilisten in einen Hinterhalt gelockt und ermordet, zusätzlich zu einer Landung in der Gemeinde hato Versalles in Fortul gegen die Front dieses Gebiets, dies ist ein klarer Verstoß gegen die Vereinbarungen, die die aktuelle Entwicklung der Annäherung behindern. In den Dörfern Santo Gloria und La Lindosa wurden Landungen gemeldet, ebenso wie die Schikanierung der Truppen in den Dörfern Cristalina, Barranquillita, Puerto Nuevo in Calamar/Guaviare. Aus mehreren Gemeinden des Landes hat man uns von nachrichtendienstlichen Überflügen in aufständischen Gebieten imformiert, wir wissen dass die Streitkräfte ihre Arbeit in dieser Woche nicht einstellen werden, aber diese Überflüge wurden von Truppen am Boden begleitet, die zu Zusammenstößen mit unseren Einheiten führen könnten, was ein Ende der Annäherung an den Frieden bedeuten würde. Wir rufen zu revolutionärer Wachsamkeit auf und verurteilen die Versuche, die Entwicklungen Gebieten und Prozessen zu destabilisieren. Die nationale Gemeinschaft und die internationalen Begleiter müssen auf derartige Verstöße gegen ihre Verpflichtungen aufmerksam werden.

Hochachtungsvoll, Generalstab der 1. Front FARC-EP Südöstlicher Block

[1] primeras líneas: Erste Linien, vorrangig von jungen Menschen organisierter Widerstand gegen staatliche Sicherheitskräfte in der vordersten Linie.

Veröffentlicht unter General | Kommentare deaktiviert für Frieden weiterhin fragil