Mord an ehemaligen Kommandanten der FARC-EP Wilson Saavedra

Ein kurzer Ausschnitt aus einem heutigen Kommuniqué des Nationalen Politischen Rates der FARC wegen des Mordes an einen ehemaligen Kommandanten der FARC-EP, Wilson Saavedra, der die 21. Front kommandierte. Er ist das erste hochrangige Opfer in den systematischen Morden gegen die ehemalige aufständische Bewegung. Zudem war er Mitglied des Generalstabs des militärischen Blocks Alfonso Cano. Er war auch in den Prozess der Wiedereingliederung als Führungsperson in der Wiedereingliederungszone von Marquetalia im Süden von Tolima, der historischen Wiege der Guerilla, verankert.

„Am gestrigen Tag wurde unser Genosse Wilson Saavedra (Jorge Enrique Corredor González), ehemaliger Guerillakämpfer der FARC-EP, von zwei bewaffneten Männern in der Stadt Tulua, Valle del Cauca getötet.

Wilson, ein einfacher Bauer mit großer Sensibilität, gab das Beste seines Lebens für ein besseres Leben für die Mehrheit der Kolumbianer. Mit jungen Jahren trat er in den aufständischen Kampf ein, als Chef der Front Victor Saavedra und letztlich als verantwortlicher Organisator für den militärischen Block Alfonso Cano.

Er war ein Friedensstifter und ein grundlegender Faktor für die Versöhnung in Valle del Cauca. Die ländlichen Bewohner des höheren Teils der Gemeinden Tulua, Sevilla, Buga und Palmira bezeugen sein großes Engagement für das Wohlergehen der Gemeinden.

Zu diesem Fall summieren sich einhundert-neununddreißig Morde an ehemaligen Guerillakämpfern, die das Friedensabkommen unterzeichneten, darunter verabscheuungswürdige Taten wie das Verbrechen am Baby Samuel David Gonzales in La Guajira und die Ermordung durch die öffentlichen Streikkräfte an Dimar Torres im Gebiet Catatumbo.

Zweifellos gibt es Sektoren, die den Friedensvertrag auf den Scheideweg bringen wollen, der zu einem neuen Kreislauf der Gewalt, mit unabsehbaren Folgen für die ganze Nation, führen könnte.

Eine perverse Kombination von Faktoren verschwört sich, um es wie folgt zu machen: Zu dem systematischen Mord an Ex-Guerillakämpfern gesellt sich eine aggressive Stigmatisierungskampagne gegen die FARC-Partei, ihre Mitglieder und Anführer, die von der parlamentarischen Bank der Partei des Demokratischen Zentrums ins Leben gerufen wurde. (…)“

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Der Paramilitarismus verstärkt sich unter den Augen der Komplizenschaft der nationalen Regierung

Um eine Bilanz der jüngsten Gewalttaten gegen mehrere Mitglieder der ehemaligen Guerilla FARC-EP durchzuführen, rief die zur Partei transformierte FARC, die nationale und internationale Gemeinschaft auf, dass die kolumbianische Regierung der Vereinbarung nachkommt. Anbei das neue Kommuniqué der FARC:

In den letzten Monaten gab es eine Serie von gewalttätigen Vorfällen gegen Unterzeichner des Friedensabkommens. Dem Mord des kleinen Samuel David, summiert sich der Mord an Dimar Torres, durch Truppen der nationalen Armee, zugehörig zu der VI. Division. Diese Tatsachen sind das Ergebnis der fehlenden Garantien und Sicherheit durch die Regierung von Präsident Duque, trotz das Friedensabkommen Maßnahmen und Instrumenten zu diesem Zweck enthält.

Gestern (Samstag) wurde im Departement Guaviare, an der Grenze zum Departement Meta, Giovany Murillas -Cristobal- ermordet und andere Mitglieder unserer Partei in Risaralda und Arauca von den paramilitärischen Strukturen „La Cordillera“ und den „Gaitanistischen Selbstverteidigungskräften Kolumbiens“ mit dem Tod bedroht. Diese schmerzhaften Vorfälle summieren sich zu mehr als einhundert Opfern gegen Unterzeichner des Friedens.

Wir haben gegenüber nationalen und internationalen Institutionen alle Forderungen erhöht, damit der kolumbianische Staat die Sicherheitsgarantien einhält für uns, die den Frieden aufbauen. Tatsachen wie diese zeigen, dass die gegenwärtige Politik der Regierung immer noch darin besteht, das Endgültige Abkommen zu zerreißen, indem sie sich der von Kriegsfreunden geforderten Blutmenge beugt. Der Paramilitarismus und der Drogenhandel verstärken sich in den Gebieten im Beisein der Komplizenschaft der aktuellen Regierung.

Wir rufen die Gesamtheit der sozialen Bewegungen, an alle politischen Kräfte und an die Bürgerschaft im Allgemeinen auf, Stellung zu beziehen und weiterhin zu mobilisieren in der Verteidigung des Lebens und des Friedens. Schluss mit den Angriffen gegen das Leben derjenigen, die auf den Frieden setzen.

Nationaler Politischer Rat

Alternative Revolutionäre Kraft des Volkes, FARC

Bogotá, 12. Mai 2019

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Beschwerde gegen nationale Gefängnisverwaltung und Gefängis La Picota

Neben der Beschwerde, die wieder einmal die Haftbedingungen von Jesús Santrich zeigen, erneuerte auch die Partei FARC die Forderung nach Freilassung des Genossen. Der Fall Santrich zeigt auf, wie wenig unabhängige Justiz und der Willen nach Frieden in Kolumbien präsent sind.

Beschwerde:

Heute, am 9. Mai, 13 Monate nach der Verhaftung von Jesús Santrich und nach gestrigen Beschwerden über die Missachtung der Ordnung der JEP, ergriffen die Leitung von INPEC und des Picota Gefängnis Repressalien gegen ihn, eine aggressive Durchsuchung seiner Zelle anordnend, die völlig unordentlich hinter blieb, was besonders ernst ist in seinem Zustand der Blindheit ohne jegliche Hilfe, die Santrich in seiner extremen Isolation ertragen muss.

Die INPEC entzog ihm auch aus seiner Zelle Lebensmittel, direkt von der Zweiten UN-Mission zur Verfügung gestellt, in der Folge Santrich widersprechend in der Rückgabe derselbigen, sie bricht mit der Garantie der Nicht-Manipulation durch Dritte, erforderlich, nachdem glaubhafte Drohungen gegen sein Leben und körperliche Unversehrtheit passierten.

Wir werden weiterhin von den zuständigen Behörden verlangen, dass die Rechte von Jesús Santrich und auch die sofortige Freilassung aus seiner ungerechten und willkürlichen Haft eingehalten werden. Heute, 395 Tage nach seiner Festnahme, gibt es keinen rechtlichen Grund, dass sein Fall nicht von der JEP entschieden wird.

Kampagne SANTRICH LIBRE

9. Mai 2019

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Bolivarische Bewegung, 19 Jahre Geschichte für das neue Kolumbien

Die Bolivarische Bewegung für das Neue Kolumbien (Movimiento Bolivariano por la Nueva Colombia – MB) lebt, dies zeigt die Erklärung bzw. der Aufruf der MB. Die MB ist keine Partei, sondern eine Plattform von linken Protagonisten, die ihren Ursprung im aufständischen Kampf der FARC, im Bolivarismus sowie in der linken und progressiven politischen Arbeit haben. Trotz Friedensprozess der FARC gibt es weiterhin Strukturen, die diesen kritisch und weiterhin nicht die Bedingungen sehen, um oppositionelle linke Arbeit durchzuführen. Am 29. April des Jahres 2000 wurde die MB gegründet. Hier also Auszüge aus der Erklärung und der Verweis, dass bei älteren Einträgen auf Kolumbieninfo ebenso Darstellungen der MB vorhanden sind.

„Es sind keine guten Zeiten, um einen Krieg zu beginnen, aber die Frage ist, wann sind sie? Wir sind davon überzeugt, dass sie es nie sein werden, dass der Krieg zwar einige andere Tugenden und Macht mit sich bringt, aber ihr Schaden unter den Unschuldigen nie ausgelöscht wird. Die Regierungen, die Kolumbien im gegenwärtigen Jahrhundert hatte, Uribe, Santos und jetzt Duque, haben gezeigt, wie man einen Bruderkrieg führt und wie sie immer noch von fanatischen Massen umgeben sind, die ihnen zujubeln und huldigen.“ So die Erklärung, die damit fortführt, dass auch die Toten in diesem Konflikt keine Lobby mehr haben, denn der Grad der Bedeutung und Einstufung der Opfer in diesem Land wird von diesen Regierungen mit Hilfe der Medien durchgeführt. Ihr Ziel ist es, dass das Blut der Opfer trocknet, so lange, bis ihre Körper nur noch eine informative Nachricht sind, „aber nie ein Gefühl der Erinnerung bleibt.“

„Der makabre Indikator für fast 500 Menschen, die in den letzten drei Jahren getötet wurden, zeigt, dass der Krieg ironisch von jenen fortgesetzt wurde, die vor nicht allzu langer Zeit für das Leben demonstrierten. Was für einen Krieg haben sie fortgesetzt? Die Dekonstruktion der Macht des Volkes, die Verunglimpfung des Kampfes der Gemeinschaft, die Zerstörung der Solidarität zwischen den Kolumbianern“, so die Erklärung. Sie glauben immer noch, dass Menschen, die für populäre Zwecke kämpfen, Menschen sind, die die Würde nicht schätzen, sie unwissend wären und keinen Verstand, sie von ihrer Geschichte besiegt werden oder sie nicht die Fähigkeit haben, einen politischen Kampf auf nationaler und internationaler Ebene zu organisieren.

„Wir sind sicher, dass es in Kolumbien eine brutale Aggression gegen alles gibt, was ein populäres Aushängeschild hat. Alles, was das Volk in seinen Anliegen, in seinen Kämpfen beanspruchte, alles, was von den Erniedrigten oder Vergessenen befürwortet wird, wird von den Schildträgern einer Klasse verunglimpft, die nicht lenkt, sondern dominiert. Viele werden vom Elend und Krümeln verführt, die vom Konsumbankett übriggeblieben sind, aber für diejenigen, die sie nicht verführen können, töten sie sie unbestreitbar.“

„Aus diesem Grund und als Ressource des Widerstandes gegen diese Aggression beginnt die bolivarische Bewegung ihren Vormarsch, eine Bewegung, in der wir lernten, die Angst zu bekämpfen, die die Realität des Landes produziert hat, unsere Stimme zu finden und zu erkennen, dass wir die Früchte unserer Entscheidungen sind als wirklich freie Subjekte und wir bereuen es nicht. Das Ziel der bolivarischen Bewegung bleibt es, die politische Macht des Volkes zu errichten. Es bleibt immer noch dabei zu trainieren, vorzubereiten, zu erziehen, zu konfigurieren, zu trainieren, eine Volksregierung aufzubauen, die bereit ist, wenn die Zeit kommt, wenn die Umstände nicht der Tod und die abwertende Behandlung unserer Toten sind.“

In der Erklärung wird fortgeführt, dass die derzeitigen Bedingungen einen legalen politischen Kampf nicht möglich machen, es gibt keine Garantien für eine politische Teilhabe. „Im Zusammenhang mit der schrecklichen Aggression, unter der die kolumbianische Bevölkerung leidet, ist der klandestine Kampf keine Transplantation historischer Momente, die einige von uns nicht sterben lassen wollen. Der klandestine Kampf ist keine Laune, sondern nur eine Folge. Der schmutzige Krieg ist der Vorschlag der Mechanismen des Systems, das Horten institutioneller Macht in wenigen Händen ist die Realität der politischen Macht des Regimes, und der Nutznießer davon ist immer beiläufig das Kapital. Unser Argument ist die Geschichte, unsere Moral ist die Erinnerung und unser Kampf wird den Tag beenden, in dem ein neues Kolumbien eine greifbare Realität für die immense Mehrheit ist, die Widerstand leistet und die scheinbar im Schweigen kämpfen.“

„Wir sind die bolivarische Bewegung für das neue Kolumbien und wir sind Bolivarer, weil wir konsequent sind und nicht vor der Hegemonie oder vor den imperialistischen oder globalisierten Ideen umfallen. Unser Kampf erfordert verschiedene Sektoren. Die Geschichte schreitet voran und wir befinden uns in Momenten der Umstrukturierung der alten sozialen Schichten. Wir sind fest davon überzeugt, dass der durch strukturelle Probleme hervorgerufene Widerspruch eine neue Form annimmt. Der Klassenkampf ist nicht erschöpft, im Gegenteil, er wurde durch die Verhärtung des Lebens eines Arbeiters, eines Bauern, eines Indigenen sowie eines Arbeitnehmers mit Universitätsabschluss gestärkt.“ Im Weiteren geht die Erklärung auf die Ziele des Bolivarismus, wie die Einheit Amerikas, die Organisation der Völker, gegen neoliberales Bestreben und für den Sozialismus der Moderne.

„Die bolivarische Bewegung wird mit dem Aufbau der politischen Macht des Volkes die strukturellen Grundlagen dieses Regimes untergraben, so dass es zu den Menschen zurückkehrt. (…) Dieses Gewissen wirft uns in die Klandestinität, selbst wenn wir wissen, dass sie uns Feinde nennen werden, denn das Bewusstsein der Realität ist die tödliche Gefahr für die Stabilität der herrschenden Klasse. (…) Die Breite unserer Ziele, inmitten der Ermordung von Hunderten sozialer Anführer und ehemaliger Guerillakämpfer, die dem Wort der dominanten Gruppe des Landes vertrauten, verbirgt nicht die Gefahr, die sich über unserer Existenz erhebt. Wir wollen nicht sterben, weil wir für ein neues Kolumbien kämpfen wollen, aber wenn wir beim Versuch sterben, begrüßen wir den Tod, denn unser Schicksal ist nur eine Folge unserer Überzeugung, unserer unzerstörbaren Moral.“

Zum Abschluss gibt es den Aufruf, für das neue Kolumbien zu kämpfen und sich der Bewegung anzuschließen. „Wir wollen in einem anderen Land leben, aber wir wollen nicht gehen, weil diejenigen, die gehen, gehen und diejenigen, die bleiben, kämpfen. (…) Für unsere Bewegung sind die einzigen, die besiegt werden, die, die ihre Arme senken, wir wissen bereits gut, dass das gegenwärtige Regime Gewissen kauft und verkauft, aber diejenigen, die die herrschende Macht herausfordern, bleiben für immer bestehen“, so der Apell. „Unsere Worte werden Erleichterung sein, werden Blumen sein, Wind der Kordillere, unbezähmbares Wasser des Magdalena-Flusses, der linke Arm ist aufrecht und die Hand ergriffen, unser rebellischer Schrei schwingt weiter, weil wir schwören, zu gewinnen und wir werden gewinnen.“

Bolivarische Zellen der Bolivarischen Bewegung für ein neues Kolumbien in der Zentralregion Kolumbiens, 29. April 2019

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Festnahme von Oscar Montero angeordnet

Die Sondergerichtsbarkeit für den Frieden (JEP) hat bezüglich Oscar Montero (Hernán Darío Velásquez, alias El Paisa) die Festnahme angeordnet. Diese gilt sowohl national als auch über Interpol. Damit ist Oscar Montero der erste Kommandierende der Guerilla FARC, der wesentliche Bestandteile der Sondergerichtsbarkeit für den Frieden verliert. Der ehemalige Kommandant der 1993 gegründeten mobilen Kolonne Teófilo Forero kann damit mit einer Gefängnisstrafe, je nach Mitwirkung vor Gericht, zwischen 5 und 20 Jahren rechnen. Zudem verliert er seine finanzielle Unterstützung. Dies ist ein weiterer Schlag gegen den Frieden und seine Vereinbarungen.

Er wurde jedoch nicht gänzlich aus der Friedensgerichtsbarkeit entlassen, stellten die Richter fest. Es gibt keine Beweise, dass er sich dem Friedensprozess entzogen hat und wieder unter Waffen steht. Dies hätte einen kompletten Ausschluss zur Folge gehabt und die Verurteilung in der gewöhnlichen Justiz. So steht Oscar Montero im Fall einer Zusammenarbeit weiterhin eine alternative Strafe offen. Die Richter machten eine entscheidende Bemerkung, denn die getroffene Entscheidung hat keinen dauerhaften Charakter, da sie in Abhängigkeit vom zukünftigen Verhalten von Oscar Montero geändert werden kann.

Durch seine führende Rolle innerhalb der FARC besitzt er auch über ein hohes Potential an Einflussnahme gegenüber anderen Personen, aber auch über viele Informationen, die zur Aufarbeitung des Konfliktes dienen. Es geht also darum, ihm eine erneute freiwillige Positionierung vor der JEP zu ermöglichen, eine frühzeitige Anerkennung der Eigenverantwortung im Rahmen des Konfliktes und um die Wahrheit zum Wohle der Opfer, so das Gericht. Seit Juli letztes Jahr ist Oscar Montero aufgrund von Sicherheitsbedenken, vor allem durch den kolumbianischen Staat selbst wegen fehlender juristischer Sicherheitsgarantien, verschwunden.

Der rechtliche Beistand von Oscar Montero, Wilmer Acosta, betonte, dass die Entscheidung der JEP ein Signal an alle und von großer Bedeutung für die Gegenwart und die Zukunft Kolumbiens sei. Die Situation des Landes im Hinblick auf Frieden und Versöhnung muss bewertet werden. Es gibt keine Beweise dafür, dass alias El Paisa sich wieder den Waffen angeschlossen hat. Der Haftbefehl sollte zurück genommen werden, so der Anwalt. Seine Gründe für das Nichterscheinen vor dem Gericht sind schließlich immer noch aktuell.

Denn obwohl Oscar Montero eine der am besten funktionierenden Wiedereingliederungszonen in Miravalle aufbaute und die lokalen Gemeinden ihm Versöhnung und Aufarbeitung des Konfliktes bescheinigen, gibt es weiterhin Militäraktionen und Infiltration des Geheimdienstes in der Region, obwohl sich die FARC im Frieden befindet und es gegen das Abkommen spricht. Im Fluss Caquetá erschienen gefundene Leichen, es gibt (para-)militärische Einheiten, die den Ansässigen fremd sind und das Gebiet durchstreifen und es gab militärische Überflüge. Hinzu kommen die systematischen Drohungen und Morde gegen die FARC, mehr als 130 ermordete ehemalige FARC-Kämpfer gibt es bereits zu beklagen. Dies alles sowie die mangelnde Wiedereingliederung allgemein spricht nicht für eine Umsetzung des Friedensabkommens und sorgt für Unsicherheit und Pessimismus bei Oscar Montero wie eben auch der FARC insgesamt.

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Morgen, am 25. April, ganz Kolumbien auf der Straße!

Ein Kommuniqué der FARC zum nationalen Zivilstreik am heutigen 25. April, der vor allem von den progressiven und linken Sektoren des Landes ausgeht und der sich gegen die neoliberale und kriegerische Politik der aktuellen Regierung sowie ihre fehlende Umsetzung des Friedensabkommens wendet.

 

Morgen, am 25. April, ganz Kolumbien auf der Straße!

Der Aufstieg der Oppositionskräfte zum Friedensabkommen und zur Macht hat zu einem neuen Angriff dieser Sektoren geführt. Die ständige Zunahme der regressiven Wirtschafts- und Sozialpolitik, ein Nationaler Entwicklungsplan, der die gegenwärtigen Probleme vertieft, die Wiederbelebung der ruchlosen Politik der demokratischen Sicherheit, der systematische Mord an sozialen Anführern und der Frontalangriff auf das Friedensabkommen, lösen die Abwesenheit von Garantien für das würdevolle Leben der kolumbianischen Gesellschaft insgesamt aus.

Dieses Panorama der direkten Konfrontation des Regimes mit dem kolumbianischen Volk hat es der Volksbewegung möglich gemacht, eine neue Atmosphäre für den Kampf ihrer Rechte im ganzen Land aufzubauen. Die Ansammlung der sozialen Minga des Südwestens, der Streik in der höheren Bildung und das ständige Fordern der unterdrückten Klassen haben die objektiven Bedingungen erhöht, die es ermöglichen, in einem Widerstandsszenario wie dem Nationalen Zivilen Streik zusammenzukommen.

Aus der Alternativen Revolutionären Kraft des Volkes heraus fordern wir alle Menschen der Allgemeinheit und unserer Mitgliederbasis auf, am Nationalen Zivilen Streik-Tag an diesem 25. April teilzunehmen und die Einheit der Aktionen der sozialen und populären Bewegung zu suchen. Es ist an der Zeit, sich für die Forderungen der Unterdrückten auf die Straße zu begeben.

Am 25. April sind alle auf der Straße gegen die regressive Politik der nationalen Regierung, für den Frieden und die Umsetzung des Friedensabkommens!

Nationaler Politischer Rat

Alternative Revolutionäre Kraft des Volkes – FARC

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Koka-Frauen: Zwischen Illegalität und Überleben

Ein kurzer Bericht von Sol Ortega auf Mujer Fariana der FARC, frei übersetzt vom Solidaritätsnetzwerk Kolumbieninfo, über die kriminalisierten Koka-Erntehelfer*innen in Kolumbien, die ein ärmliches aber selbstbewusstes Leben führen. Hier noch einmal unser Hinweis, dass die meisten ein würdiges Leben abseits von Koka wünschen, es die fehlende Präsenz und Infrastruktur des Staates aber nicht zulässt. Auch heute noch, mehr als zwei Jahre nach dem Friedensabkommen zwischen der FARC-EP und der Regierung, wird die in einem zentralen Punkt des Abkommens zugesagte Hilfe zur Substitution von Koka-Pflanzen und integrale Agrarreform vermisst.

Es ist 4:00 Uhr morgens morgens, während viele Stadtbewohner*innen noch schlafen, machen sich die Landarbeiter*innen für den Tag fertig. Wie Doña (Frau) Carmen, die aufsteht, um Frühstück zu machen, das Mittag vorzubereiten, zu packen, ihre Arbeitskleidung und ihre Stiefel anzuziehen und auf die Finca zu gehen, wo die Ernte stattfindet. Auf dem Weg trifft sie die Nachbarn, die mit Laterne in der Hand und in der Morgenkälte plump Hallo sagen: „Guten Morgen, Doña Carmen“. Mehrere Menschen versammeln sich, während sie los ziehen. Bei der Ankunft ist es fast 6:30 Uhr morgens. Dann kniet sich Doña Carmen nieder, zieht einen Busch durch ihre Beine und mit viel Geduld, Haltung und einem schabenden Geräusch reibt sie mit den Fingern gegen die Koka-Büsche, um die Blätter abzuziehen und abzuraspeln.

Um 13:00 Uhr sind alle Raspachines (so heißen die Koka-Erntehelfer*innen) genervt von der Hitze oder dem Regen (im Falle eines Regentages) und wollen vom Pflücken weg und nach Hause gehen. Doña Carmen sagt: „Auch wenn man wünscht zu bleiben, um mehr abzuziehen, kann man es nicht, denn wenn man sieht dass alle gehen, möchte man auch gehen.“ Der Punkt ist, dass jeder das, was er geerntet hat, bis an den Ort bringen muss, an dem der Besitzer der Finca die Koka-Blätter erhält. Manchmal ist dieser Ort nah, aber meistens muss man 40 Minuten weit mit der Ernte laufen. Viele Frauen haben im Durchschnitt 4 Arrobas (1 arroba ist eine Gewichtseinheit zwischen 11 und 12 Kilo), andere erreichen 5 und Männer haben normalerweise 8 oder mehr. Nachdem sie die Blätter gewogen haben, bekommen sie vom Besitzer der Finca die Bezahlung, sie kriegen Wasser und dann geht es für jeden nach Hause.

Nach ihrem Arbeitstag ruht sich Doña Carmen durchschnittlich eineinhalb Stunden aus, danach beginnt sie mit dem Sauber machen, da ihre älteren Kinder Jungen sind und sie auch wie der Papa gearbeitet haben. Aber sie gehen auf den Fußballplatz um Kleinfeld-Fußball zu spielen, während Doña Carmen putzt, die Wäsche wäscht, das Abendessen für alle zubereitet und für den nächsten Tag zum Frühstück und Mittagessen einkaufen geht. Oft laden sie sie ein, zum Kleinfeld-Fußball mit zugehen, aber sie denkt, dass sie, wenn sie einwilligt zu gehen, nicht vor neun Uhr abends zu Hause ankommen wird und dann zu müde ist, um so früh aufzustehen. Stattdessen geht sie sofort nach dem Abendessen und Abwaschen um 20:00 Uhr ins Bett.

In ihrem müden Blick spiegelt Doña Carmen ein anstrengendes und unrentables Arbeitsleben wider, dass sich in ihrem bescheidenen Zuhause, ihren malträtierten Fingern mit Schwielen und einer beinahe grünlichen Farbe von den Blättern zeigt. Sie sagt, dass sie immer noch sehr krank ist, besonders bei „unteren Schmerzen“, wie sie Schmerzen in den Eierstöcken nennt. Sie sagt, dass der Schmerz dadurch entsteht, dass sie in ihrem Menstruationszyklus der Sonne ausgesetzt war. Sie sagt, dass es manchmal sehr sonnig ist, aber plötzlich regnet es und das verursacht schreckliche Rückenschmerzen und Krämpfe am ganzen Körper. Ihre größte Angst ist, dass sie irgendwann Thrombose haben wird. Gegenwärtig wird sie wohl wegen des übermäßigen Kraftaufwandes, der beim Laden und Transport des Koka-Blätter entsteht, wegen eines Leistenbruchs operiert werden.

Das Bildungsniveau von Doña Carmen liegt bei der zweiten Klasse. Mit diesem Bildungsniveau ist es sehr schwierig, in der Stadt Arbeit zu finden, weshalb sie der Ansicht ist, dass ihre einzige Einnahmequelle das Abraspeln der Koka-Blätter ist, solange es die Kräfte und die Gesundheit zulassen. Dazu kommt, dass alle Chemikalien, die auf die Kokapflanze für eine gute Ernte angewendet werden, sich auf ihre Gesundheit auswirken. Sie sagt jedoch: „Zumindest gibt es Arbeit, der Tagelohn ist mindestens 25.000 Pesos pro Tag, während in anderen Gegenden ein Lohn 12.000 Pesos wert ist und das für die selbe Plackerei. In der Gegend, in der Carmen lebt, gibt es eine bemerkenswerte kommerzielle Bewegung, jedoch gibt es viele arme Leute wie sie. Diese Menschen sind das kleinste Glied im Drogenhandel. Es sind diejenigen, die die meiste Anstrengung haben, billige Arbeitskräfte sind, die ihre Gesundheit zwangsläufig verschlechtern und die am wenigsten verdienen.

In den Koka-Anbaugebieten Kolumbiens, wie auch in der Gegend, in der Carmen beheimatet ist, gibt es tief verwurzelten Machismo. Es wird auch beobachtet, dass das Leben in Koka-Anbaugebieten nicht so ist, wie es dargestellt wird, voller Eigentümlichkeit. Im Gegenteil, es gibt viel Elend. Koka-Erntehelfer*innen sind doppelt Opfer. Zum einen wegen der Unterdrückung des engsten Unterdrückers, den Ehemännern und Kindern. Zum zweiten wegen der fehlenden Präsenz des Staates, der sie dazu zwingt, sich in die Kette des Drogenhandels zu begeben. Zudem werden sie auch von der Gesellschaft stigmatisiert, die Koka als Problem sieht und nicht als Folge der Krise, die in Kolumbien herrscht.

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Sie ermordeten uns ein Engelchen namens Samuelito

Traurige Nachrichten aus Kolumbien, die an einem Frieden zweifeln lassen… Erklärung der Ausbildungs- und Wiedereingliederungszone Simón Trinidad (ETCR) zum Mord an einem Baby und den versuchten Mord an seinen Eltern. Sie befanden sich in einer gefährlichen Grenzregion zu Venezuela, verseucht durch Paramilitärs und Schmuggler, in welcher die Dunkelheit Gefahr bedeutet. Die drei Personen wurden kurz vor der Dämmerung angegriffen. Dieser Vorfall zeigt erneut, wie wenig die Regierung zum Schutz von linken Oppositionellen und ehemaligen FARC-Kämpfer*innen unternimmt. Alleine mehr als 100 ehemalige Kämpfer*innen der FARC sind seit dem Friedensschluss ermordet worden. Mehrere Funktionäre der FARC, aber auch von linken Organisationen, verlangten Garantien für die Sicherheit des Friedensabkommens und aller gefährdeten Personen.

Kommuniqué:

Mit tiefen Schmerzen berichten wir, dass Samuel David González Pushaina gestern an Verletzungen starb, die durch Schusswaffen verursacht wurden. Bei diesen Vorfällen wurden sein Vater, der frühere Guerillakämpfer Carlos Enrique González und seine Mutter Sandra Pushaina verletzt. Die Gemeinschaft der ETCR Simón Trinidad, die die Geburt dieses kleinen Engelchens gesehen hat, hat ein gebrochenes Herz und wegen der Auswirkungen unter uns, hat sie sich zur Trauer erklärt.

Samuel verblutete auf dem Weg ins Krankenhaus. Er ertrug es, seit er am frühen Morgen verwundet wurde. Dann hellte der Tag auf und seine Eltern sahen die Bedingungen, um in ein Krankenhaus nach Maicao zu flüchten, nur 30 Minuten vom Ort des Vorfalls entfernt. Wir hoffen, dass die Ankündigungen des Präsidenten nicht zu neuen unerfüllten Versprechen zur Verbesserung der Bedingungen in den Grenzgemeinden werden.

Mit seinem kurzen Leben hinterlässt Samuel Überlegungen über die Widersprüche dieser Zeiten. Geboren zu werden als Symbol der Hoffnung für den Aufbau des Friedens und zu sterben, um uns daran zu erinnern, dass die Bedingungen des Zusammenlebens auch inmitten einer sozialen Ordnung in vollem Niedergang liegen.

Sein Vater, ein ehemaliger Guerillakämpfer, der sich für den Übergang in das zivile Leben einsetzt, bittet darum, diese Tatsachen zu untersuchen. Wir fühlen Samuel als unseren Sohn. Sein Tod erfüllt uns mit Schmerz und Trauer und darf nicht gerichtlich verfolgt werden, indem die Fakten auf einen Kampf unter Clans, auf ethnische oder familiäre Justiz reduziert werden. Ehre und Ruhm für Samuelito.

ETCR Simón Trinidad – FARC

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Freiheit für Santrich

Brief von ehemaligen Kommandierenden der FARC, aktuell wegen mangelnder Sicherheit und fehlendem Vertrauen in den Friedensprozess an unbekannten Orten in der Klandestinität, zum Jahrestag der Verhaftung des Genossen Jesús Santrich.

Wir haben ein Jahr der Ungerechtigkeit vergehen sehen, ohne dass eine menschliche Macht in der Lage war, der Willkür der ungerechten Gefangenschaft von Santrich ein Ende zu setzen, dem blinden Guerillero, der uns alle mit Frieden Hoffnungen machte.

Ihn durch eine gerichtliche Inszenierung ohne Beweise für den wichtigsten Friedensunterhändler der Guerilla hinter Gittern zu behalten, nur um das Abkommen von Havanna zu beschädigen, ist ein Schlag gegen den gesunden Menschenverstand, Anstand und nationales Bewusstsein.

Zweifellos wird der Staatsanwalt Humberto Martínez als Hauptsaboteur des Friedens in Kolumbien in die Geschichte eingehen. Er und der Botschafter der Vereinigten Staaten, Kevin Whitaker, sind die Eigner dieses Humbugs, der den schönsten kollektiven Traum vereitelt hat, der ein halbes Jahrhundert bewaffneter Konflikte hinter sich lassen will.

Santos sprach vor einem Jahr von „starken Beweisen“, aber bisher hat noch niemand in den USA oder Kolumbien Beweise vorgelegt und keine gerichtlichen Ermittlungen wegen mutmaßlicher Verbrechen im Land eingeleitet. Es geht nicht um Fakten und Verhaltensweisen, die leicht zu verbergen sind. Sie werfen einem blinden Mann vor, 10 Tonnen Kokain in die Vereinigten Staaten exportiert versucht zu haben – die größte Rauschgiftlieferung aus Kolumbien, sagen jedoch nicht, wo sich die Lagerstätte befindet, in der sich diese Größe befindet. Es ist weder ein Lieferant noch ein Transportmittel bekannt. In den Vereinigten Staaten gibt es keine Netzwerke, die identifiziert wurden und es gibt nicht einmal Geldbeträge, mit denen der Erwerb der Fracht hypothetisch bezahlt werden würde. Lügner. Die Anschuldigungen gegen Santrich sind eine Reihe von Widersprüchen und Lügen, die von schmutzigen Beamten erfunden wurden, die an Betrügereien und gerichtliche Inszenierungen gewöhnt sind.

Die Vereinigten Staaten wollen das totale Scheitern des Friedensprozesses und der Versuch, Santrich auszuliefern, ist der größte Angriff, um ihn zu zerstören. Aus diesem Grund hat der Botschafter der Vereinigten Staaten, der ohne Erröten in unsere inneren Angelegenheiten eingegriffen hat, eine Gruppe kolumbianischer Kongressabgeordneter gebeten, die Einwände von Duque gegen das Gesetzesgesetz zu billigen und versuchte, die Richter des Verfassungsgerichts zu zwingen.

Diese Einwände zielen darauf ab, das Gesetzesprojekt dauerhaft im Kongress zu vernichten, eine neue Diskussion eines gesetzlichen Textes zu erzwingen, der die gesamte Vereinbarung ändert.

Die von Uribe angestrebte Reform der Verfassung soll das Integrale System für Wahrheit, Gerechtigkeit, Wiedergutmachung und Nichtwiederholung (Legislativgesetz 001 von 2017) unwirksam machen und auch das Verbot für die nächsten drei Regierungen überlassen es zu ändern und das Abkommen nicht zu erfüllen (Gesetzgebungsgesetz 002 von 2017).

Sie wollen mit Santrich das tun, was sie mit Simón Trinidad getan haben, der während der Regierung von Álvaro Uribe durch eine gerichtliche Inszenierung in die USA ausgeliefert wurde. Und obwohl er die Lüge in den Gerichten besiegt hatte, wurde er trotzdem zu 60 Jahren Gefängnis wegen eines „Verbrechens“ verurteilt, für das er nicht ausgeliefert wurde und man beschuldigte ihn, Mitglied des Zentralstabes der FARC zu sein, dessen Teil er jedoch nie war.

Um eine Person aus einem Land auszuliefern, in dem die rechtliche Souveränität von geringer Bedeutung ist, sollte zumindest das Prinzip der doppelten Beschuldigung berücksichtigt werden. Dies bedeutet, dass die Auslieferung nur für Verhaltensweisen vereinbart werden kann, die in beiden Ländern eine Straftat darstellen. Aber Kolumbien hat dies verschenkt. Hier haben wir Regierende und Beamte, die nicht nur knien, sondern auch kriechen.

Wir rufen die politische und soziale Bewegung Kolumbiens zur Solidarität mit Jesús Santrich auf und fordern seine unmittelbare Freiheit sowie die von Simón Trinidad und denjenigen Guerilleros, die entgegen der Vereinbarung in Havanna weiterhin im Gefängnis sind.

Wir bitten Staatsanwalt Martínez und Botschafter Whitaker das ganze Böse aufzugeben und nicht den toten Esel auf dem Weg des Friedens schreitend zu sehen. Auf dass sie die Richter der JEP nicht mehr einschüchtern oder hemmen und sie ihre Entscheidung gegen Santrich treffen lassen, geschützt durch die durch die nationale Verfassung gewährte Autonomie.

Freiheit, für Santrich Freiheit!

Iván Márquez, Oscar Montero, Edison Romaña, Aldinéver Morantes, Enrique Marulanda, Iván Merchán, Rusbel Ramírez, Villa Magdalena, Nelson Robles und andere

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Bildung und Weiterbildung als wichtige Bestandteile der Partei FARC

Die Bildung und Weiterbildung der ehemaligen Kämpferinnen und Kämpfer der FARC, aber auch aller am Parteiprojekt interessierten Personen als Parteimitglieder, ist eine der primären Aufgabe der Partei, um diese weiter im Land aufzubauen, aber auch um Allianzen mit anderen progressiven Kräften wie Partei oder sozialen Bewegungen bilden zu können.

Schon Anfang letztes Jahr veröffentlichte der Parteivorsitzende Rodrigo Londoño einen Brief an die Mitgliederbasis und fordert alle dazu auf, sogenannte „taktische Einheiten des Volkes“ zu bilden. Diese ehemaligen „taktischen Einheiten des Kampfes – UTC“ entstanden im Jahr 1978 im Rahmen des Guerillakampfes als politisch-militärische Organisationsstruktur der FARC, in der zwei bis drei Mitglieder der Guerilla organisiert waren, um als kleine Einheit politische Arbeit oder militärische Angriffe durchführen zu können.

Nun, in Erinnerung an diese einfache und praktikable Organisationsstruktur, sollen also ein bis zwei Mitglieder der FARC als Zelle eines bestimmten Ortes zusammenarbeiten und gegebenenfalls auch politische Allianzen schmieden. Nun, in ihrem politischen Leben, hofft die FARC, durch diese Basiseinheiten des Volkes die Sache ihrer politischen Arbeit in die verschiedenen Regionen des Landes zu tragen, um nicht nur die Partei weiter aufzubauen, sondern auch politisch in den Regionen wirksam zu werden und sich mit den politischen und sozialen Bewegungen zu vernetzen.

Diese Verankerung und Vernetzung in den Städten und Regionen ist elementar für die heutige Partei FARC, die schon in Zeiten des Krieges die klandestine politische Arbeit suchte. Zusammengeführt und als Bildungsort und soziales Zentrum dienen schließlich die sogenannten „Casa de los Comunes“, die „Häuser der Gemeinschaft“. Diese Häuser dienen als lokale Parteizentralen und Begegnungszentren für alle Menschen, also für das ganze Volk. Und in ihnen finden auch Kurse für die Ausbildung ihrer Mitglieder statt.

In Cali fand vom 23. bis 25. März ein exemplarisches Beispiel in einem Haus der Gemeinschaft statt. Hier gab es ein mehrtägiges Seminar unter dem Namen Provinzschule Alfonso Cano „Bildung in Einheit, Organisation und Kampf“. Durchgeführt wurden die Workshops zum Aufbau der Partei von alten Genossen, die Erfahrungen in den verschiedenen Themenbereichen haben. So zum Beispiel die Bedeutung der permanenten Ausbildung und didaktischen Fähigkeiten der „farianischen“ Kräfte für Parteiausbau und Wissensvermittlung.

Auch über wichtige Themen wie die Struktur und das Funktionieren des Staates und die Politik als Instrument der herrschenden Klasse zur Aufrechterhaltung der Macht ist ein elementares Thema, nicht nur für die Analyse der aktuellen Situation. Mit diesen Schulungen gibt es den Aufruf an die Mitgliederbasis, das Studium der Statuten der Partei zu priorisieren, wobei der Fokus auf Geschlecht, Diversität und Ethnizität berücksichtigt werden sollen. Gerade in Bezug auf die bevorstehenden Wahlen und potentielle Bündnisse wird dies wichtig sein.

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