Weihnachts- und Neujahresgruß der Klandestinen Kommunistischen Partei Kolumbiens (PC3)

In einem Kommuniqué grüßt die Klandestine Kommunistische Partei Kolumbiens, auch PCCC oder PC3 genannt, die nationale und internationale Öffentlichkeit. Die PC3 ist ein Produkt der aufständischen Bewegung, um in ihren eigenen Reihen und im linken aufständischen Umfeld Genossinnen und Genossen bereitzuhalten, die aus dem Untergrund politische Arbeit mit den Massen vollziehen. Sie wurde in den 1990er Jahren aus der Taufe gehoben und mit der Neubewaffnung von Strukturen der FARC-EP, haben alte Zellen ihre Arbeit wiederaufgenommen und bilden sich zudem wieder neue Zellen. Anbei der übersetzte Weihnachts- und Neujahresgruß:

Compañeros und Compañeras des ländlichen Raums und der kolumbianischen Städte, erhaltet die Umarmung der Weihnachts – und Jahresendfeierlichkeiten mit dem Wunsch nach wachsendem sozialen Protest und dem Kampf um die am stärksten empfundenen Forderungen der Volksmehrheiten im Jahr 2020. Unser revolutionärer, marxistisch-leninistischer und bolivarianischer Gruß gilt insbesondere der kommunistischen Mitgliedschaft unseres Landes und dem internationalen Kontext.

Wir verfassen diese Nachricht mit dem grundlegenden Ziel, den Völkern, die für ihre Freiheit kämpfen, unseren guten Wunsch nach Wohlergehen und Erfolg zum Ausdruck zu bringen, die Beständigkeit des revolutionären Projekts der Klandestinen Kommunistischen Partei Kolumbiens (PC3) zu bekräftigen und ihnen die Wiederholung unseres emanzipierenden Engagements mit der Überzeugung zu überlassen, dass es nie zu spät sein wird, im Namen der Besiegten und Verurteilten der Erde zu kämpfen. Es wird niemals weh tun, die Tugend und den Mut zu haben, sich gegen die Tyrannei der Wirklichkeit, gegen die bürgerliche Zivilisation und ihre zerstörerischen Illusionen des Fortschritts zu erheben und zu betrachten, wie mächtig und unzerstörbar auch die Unterdrücker sein mögen, dass die Stärke der Revolutionäre nicht in ihren materiellen Ressourcen liegt, im Allgemeinen geringwertiger, sondern in ihrem Glauben, in ihrer Leidenschaft, in ihrer Subjektivität, in ihren Überzeugungen, in ihrer Fähigkeit der Hingabe und in ihrem Willen zu kämpfen.

Es ist zweifellos eine Kraft, die manche abwertend als spirituell und mystisch einstufen könnten. Aber es ist eine mächtige menschliche Kraft, die sehr menschliche und irdische Kraft des revolutionären Bewusstseins.

Worum geht es also bei der Beharrlichkeit einer aufständischen Partei wie unserer, auch wenn sie gegenwärtig nicht die Fähigkeit zu haben scheint, die Führung für eine soziale Revolution zu werden? Sie hat das Gefühl des moralischen Einflusses, das Beharrlichkeit inmitten von Widrigkeiten darstellt, jenseits der Propaganda derer, die auf der einen oder der anderen Seite, in gutem oder schlechtem Glauben, uns feindlich als kompromisslos und sektiererisch wie Dinosaurier und Anachronisten bezeichnen.

Unsere Pflicht ist es, durchzuhalten und voranzugehen, Schritt für Schritt zu organisieren, uns zu stärken, uns in der Hitze der Kämpfe in die Fronten der Massen zu integrieren, ohne Bevormundung, ideologisch zu streiten und mit dem Gewicht des Beispiels von Theorie und revolutionärem Handeln in jedem politischen Raum, den Reformismus und die Politik der Mehrklassen zu stoppen, die den Wandel betäubt und verzögert.

Und es geht nicht darum, Hass und sinnlose Gewalt zu zementieren, denn dort, wo wir den Dichter und Kameraden aus Parral, Pablo Neruda, paraphrasieren, leiden und lieben wir wie jede andere Person des Volkes, und als solche lieben und verteidigen wir tiefe Gründe, ertragen als unsere eigenen die Schmerzen anderer und den gedemütigten Zustand der Völker. Wir fühlen uns mit der Pflicht und Ehre, Partei zu ergreifen im geschlossen Raum und auf der Straße, in der Debatte und im Kampf, auf der Seite der Schwachen und Verletzten, auf der Seite der Armen und Ausgeschlossenen, ohne Scham und Schrecken, derjenigen die uns Aufständische oder Dissidenten nennen, weil wir in der Tat unehrerbietig und subversiv sind. Weil wir das unangenehme, rebellische, lumpige und barfüßige Wort sind, das gegen die Strömung der hegemonialen Kultur und Zahmheit läuft.

Wir sind das, was wir sein wollen und nicht das, was uns ein anderer von seinen Machtallüren auferlegt und aus Gründen der Würde beleidigen oder fürchten wir uns nicht, auch wenn wir an der Reihe sind, Pläne auszuspucken, weil wir warten, wir sehnen uns, wir kämpfen und wir sind uns der Veränderungen sicher, die notwendig sind und die zur Erlösung der Unterdrückten mit der Kraft des Widerstands und der dreifachen Kühnheit ihrer selbst kommen werden, indem sie Internationalismus und Solidarität verbinden, die den Schmerz für das Leid anderer zum Ausdruck bringen.

Und weil wir den Hass hassen und ungerechten Kriegen den Krieg erklären, die die Oligarchen ohne Scham aufzwingen, während sie die Gewalt der Schwächsten kritisieren und sich dagegen wenden, und weil wir an die Möglichkeit des Unmöglichen glauben und dass der Frühling aufständisch ist, sagen wir jetzt immer; und mehr denn je mit der Wärme des Protests der Bevölkerung, der in den Straßen Kolumbiens kocht, in jeder Ausdehnung des unzufriedenen unseres Amerikas, von der wir glauben und wir weiterhin für die Sache des Sozialismus, für die Sache des Kommunismus und für eine Gesellschaft ohne Ausbeuter und Ausbeuterinnen kämpfen werden, die ein für alle Mal mit dem Elend des Kapitalismus und seiner hinfälligen imperialen Präsenz endet.

Mit Bolívar, mit Manuel, mit dem Volk, an die Macht!
Solange es einen Willen zum Kampf gibt, gibt es Hoffnung auf einen Sieg!
Brüderlich,

Klandestine Kommunistische Partei Kolumbiens (PC3)
Dezember 2019

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Mögliche willkürliche Verlegung von politischen Gefangenen aus dem Trakt 4 des Gefängnisses Comeb La Picota Bogotá in andere Gefängnisse des Landes unter Verstoß gegen das endgültige Friedensabkommen

Bezüglich einer drohenden willkürlichen Verlegung von politischen Gefangenen veröffentlichte die FARC ein Kommuniqué:

Der Nationale Politische Rat der Alternativen Revolutionären Kraft des Volkes, klagt an und lehnt die mögliche willkürliche Verlegung der politischen Gefangenen JAIR CAMILO PATIÑO, LUIS FERNANDO FRANCO REYES, LUIS CARLOS CIFUENTES PUERTA, URIEL ORDÓÑEZ, DUVÁN TRIVIÑO MORALES, FABIÁN VIRACACHÁ BALLEN ab. Sie werden derzeit im 4. Trakt des COMEB-Gefängnisses La Picota in Bogotá festgehalten.

Den Häftlingen ist bekannt, dass es derzeit einen Beschluss der nationalen Gefängnisbehörde INPEC gibt, der ihre Überstellung in verschiedene Gefängnisse des Landes anordnet, darunter nach Tramacua in Valledupar, Dorada Caldas, Pola und in das Cómbita in Boyacá aus unbekannten Gründen. Es ist bemerkenswert, dass bei der Errichtung des endgültigen Abkommens über die Beendigung des Konfliktes und die Schaffung eines stabilen und dauerhaften Friedens, das zwischen der nationalen Regierung und der FARC-EP unterzeichnet wurde, der Trakt 4 des Gefängnisses von La Picota für die Gruppierung und Konzentration der Mitglieder der Guerillagruppe FARC-EP, die sich in Haft befanden, bestimmt wurde.

Derzeit warten im Trakt 4 mehr als 50 politische Gefangene auf die Festlegung ihrer Rechtslage vor der Sondergerichtsbarkeit für den Frieden. Der Trakt 4 ist einer der sichersten innerhalb des Gefängnisses nach den von den politischen Gefangenen vereinbarten Regeln des Zusammenlebens. Diese Harmonie und gute Koexistenz wurde jedoch durch die Entscheidungen der Direktiven der Leitung der INPEC und der Leitung des La Picota-Gefängnisses beeinträchtigt, die trotz der Tatsache, dass der Trakt als Zentrum für die Gruppierung und Konzentration von den politischen Gefangenen der FARC-EP im Rahmen des endgültigen Friedensabkommens gilt, derzeit willkürlich beabsichtigt, mehrere unserer Gefährten, denen noch die Freiheit entzogen ist, zu verlegen, ohne dass ihr rechtlicher Status festgelegt ist, was für unsere Partei besorgniserregend ist, weil dieses das Vereinbarte in Havanna – Kuba torpediert und bricht.

In Übereinstimmung mit dem Vorherigen rufen wir die internationale Gemeinschaft, den Garanten des endgültigen Friedensabkommens, sowie alle Nichtregierungsorganisationen auf, vom kolumbianischen Staat die Einhaltung der Vereinbarungen über die politischen Gefangenen unserer Organisation zu fordern, ihre Menschenrechte zu gewährleisten und grundlegenden Garantien gegen die willkürlichen und destabilisierenden Entscheidungen der Leitungen des Gefängnisses von La Picota. Wir fordern die nationale Regierung und die zuständigen Behörden auf, diese willkürlichen Maßnahmen nicht durchzuführen.

Alternative Revolutionäre Kraft des Volkes FARC

Bogotá, 17. Dezember 2019

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Wieder Mord an ehemaligen FARC-Guerillero in Antioquia

In einem Schreiben an die nationale und internationale Öffentlichkeit beschreibt die FARC aus der Provinz Antioquia einen neuen Mord an einem ehemaligen Guerillero. Zudem werden Sicherheitsgarantien gefordert sowie die Einhaltung des Friedensabkommens.

„Manuel Antonio González Vuelvas wurde am 13. Dezember 2019 um 15.00 Uhr erschossen. Er, mit der Ausweisnummer 1.236.438.240 und mit dem Pseudonym Yair Cartagena, der liebevoll Manduco genannt wurde, war ein ehemaliger Guerillakämpfer im Prozess der Wiedereingliederung und Vater eines 10-jährigen Mädchens, einer Tochter des Friedens. Er lebte in der ETCR Román Ruíz von Santa Lucia und wurde getötet, als er auf einer Holperpiste zum Dorf der ETCR unterwegs war, an dem Ort namens Resplandores in der Nähe des Flusses Ituango, etwa 15 Minuten von der Stadt Ituango entfernt.

Die auf der Straße wehrlos gebliebene Leiche wurde von Ex-Guerilleros der ETCR abgeholt, da keine Behörde auf den Aufruf zur Durchführung des Transportes antwortete.

Manuel Antonio González Vuelvas war der Sohn desjenigen, der bei den letzten Wahlen Kandidat für die FARC-Partei in der Provinzversammlung für Antioquia war und der früher der Kommandant der ehemaligen 18. Front war, Manuel Antonio Gonzaléz Benítez (Elmer Arrieta).

Diese Tatsache trägt zu den Ereignissen in der Provinz Antioquia bei, dass bis zum heutigen Datum 19 ehemalige Guerilleros im Prozess der Wiedereingliederung getötet wurden, von denen 11 in der Gemeinde Ituango getötet wurden. Angesichts dessen ist die Gemeinschaft der Ex-Guerillas, die ihren Wiedereingliederungsprozess vorantreiben, in Bedrängnis und ist der Ansicht, dass diese Ereignisse eine eindeutige Einschüchterungsbotschaft sind, um die ETCR zu verlassen.“

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Komitee zur Freilassung von Simón Trinidad in Deutschland gegründet

In Deutschland hat sich ein Komitee zur Freilassung von Simón Trinidad, ehemaliger Kommandant der FARC-EP und seit Jahren in einem Hochsicherheitsgefängnis in Colorado (USA) inhaftiert, gegründet. Solidaritätskampagnen zur Freilassung von Simón Trinidad gibt es schon in anderen Ländern, vorrangig im lateinamerikanischen Raum, in Spanien und in den USA. Wie auch schon in diesen Ländern, soll eine Kampagnenseite über den Fall informieren, eine Öffentlichkeit schaffen und Kampagnen koordinieren. Derzeit wird zum Beispiel aufgefordert, viele Briefe an Simón Trinidad zu schreiben.

Webseite der internationalen Kampagne zur Freilassung von Simón Trinidad

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FARC-EP kündigt Veröffentlichung des Buches „Das Zweite Marquetalia, der Kampf geht weiter“ an

Die sich neu bewaffnende FARC-EP kündigt die zeitnahe Veröffentlichung des Buches „Das Zweite Marquetalia, der Kampf geht weiter“ an. Geschrieben ist das Buch vom ehemaligen Friedensunterhändler der FARC-EP in Havanna sowie aktuellen Kommandierenden der sich neu bewaffnenden Guerilla FARC-EP. Ein Prolog, geschrieben von Jesús Santrich, der sich ebenfalls nach einer juristischen Täuschung dem Untergrund anschloss, ist bereits auf der Webseite der FARC-EP veröffentlicht. Das Buch und besonders der Prolog stellen die Ursachen für die Rückkehr zu den Waffen der sich neuformierenden FARC-EP dar, darunter vor allem als Reaktion auf die Perfidität des Staates bezüglich des unterzeichneten Friedensabkommens.

„Wenn wir vom Ziel ausgehen, den Kampf als etwas Nichtlineares, ein Zickzackkurs, voller Schwierigkeiten und des Prozesses einer ständigen Wiedergeburt zu verstehen, ist es logisch, die Kausalitäten und Umstände zu verstehen, die die Entscheidung der alten und neuen farianischen Guerilla umgaben, unter Waffen zu bleiben oder sie angesichts des terroristischen Charakters eines Regimes, das in den Wassern des unersättlichen Kapitalismus durchtränkt ist und das jetzt durch den Abgrund seiner unumkehrbaren globalen Krise eilt, wiederaufzunehmen“, so die Ankündigung der FARC-EP.

Das Buch soll eine erste Analyse der gegenwärtigen Situation in Kolumbien sein und eine ideologische und politische Debatte berücksichtigen, die hoffentlich mehr darstellen wird, als nur das Thematisieren der Wiederbewaffnung der FARC-EP. Derzeit ist die FARC-EP Zweites Marquetalia, wie sich die neue alte FARC-EP selbst in Anlehnung an den Gründungsmythos der Bauernguerilla FARC im Jahr 1964 mit der Bombardierung der Armee auf die selbstverwaltete Region Marquetalia bezeichnet, im Prozess der politischen-militärischen Konsolidierung. Kontakte gibt es unter anderem weiterhin mit den im Land verteilten dissidentischen Strukturen, zum Beispiel der 7., 27., 42. und 43. Front, die in Caquetá, Guaviare und Meta operieren.

Seit der Demobilisierung der FARC-EP im Rahmend es Friedensabkommens wurden mittlerweile zwischen 20 und 28 Gruppen bekannt, die der dissidentischen FARC-EP angehören. Verschiedene Quellen gehen von bis zu 2600 Personen unter Waffen aus, sowie von bis zu 1700 in den Milizen und Unterstützungsnetzwerken. In den letzten zwei Jahren hat sich die Anzahl der bewaffneten Guerillakräfte, vor allem wegen der Rekrutierung junger Menschen in den Regionen, in denen sie operieren, stetig erhöht. Bisher sind jedoch viele Gruppen zerstreut im Territorium tätig, oftmals ohne klare politisch-militärische Ausrichtung und geeigneter Befehlsstrukturen. Noch sind sie weit davon entfernt, die militärischen Fähigkeiten und die territoriale Macht und Kontrolle zu haben, wie sie die frühere FARC-EP hatte.

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Erklärung der FARC-EP (Zweites Marquetalia) zu einem Nationalen Politischen Abkommen aller Kräfte

Mit einem Kommuniqué der FARC-EP (Zweites Marquetalia) wendet sich die wieder unter Waffen stehende FARC-EP an die Öffentlichkeit. Auf einer neuen Webseite, http://farc-ep.net/, wurde dieses Kommuniqué auch im Zuge der großen Mobilisierungen gegen die Regierung Duque veröffentlicht. Ein großes Nationales Abkommen ist seit jeher das Ziel der Guerilla.

„Die Regierung des Präsidenten Duque, die auf die Kontinuität der Macht der Uribe-Mafia aus ist, kann als eine der schlimmsten seit der Gründung der Republik in die Geschichte eingehen. Wir Kolumbianer leben in einer Zeit des Unglücks. Seit einem Jahr und zwei Monaten haben wir einen Präsidenten, der von der gesellschaftlichen Realität geistesabwesend ist, sich aber sehr darauf konzentriert, Nicolás Maduro zu stürzen und Venezuela zu destabilisieren. Immer den Strohhalm im Auge der anderen sehen, während viele Menschen in den Mülltonnen nach Nahrung suchen, ohne Gesundheit umherziehen, ohne Beschäftigung, ohne würdevolle Wohnung und ohne die Möglichkeit einer guten Ausbildung.“

„Kolumbien ist ein Schiff ohne Kapitän angesichts der Katastrophe. 600 ermordete Gemeindeführer und 170 ehemalige Kämpfer, die an Frieden glaubten, abgeknallt, erschütterten nicht das steinerne Herz der Regierung. Nur demagogische und leere Reden über dieses humanitäre Drama kommen aus dem Palast von Nariño. Sie können nicht leugnen, dass diese Regierung versucht hat, die falsos positivos wiederzubeleben und dass Offiziere, die durch diese Praktiken befleckt wurden, in den höchsten Hierarchien gefördert und aufrechterhalten wurden; sowie die Unterstützung eines unfähigen Ministers wie Botero im Verteidigungsressort, der vor diesen Fällen mit den seltsamsten und unglaubwürdigsten Erklärungen ausfiel.“

In dem Kommuniqué wird kritisiert, dass Duque das Friedensabkommen nicht respektiert und einhält. Es ist einer der wesentlichen Gründe zum Wiederentstehen der FARC-EP (zweites Marquetalia). Das Wenige, was vom Friedensabkommen geblieben ist, wird als nichts anderes als „die Rückkehr zum Strafrecht des Feindes“ bezeichnet. Die Wahrheit des Konfliktes soll nicht angerührt und aufgearbeitet werden, sondern stattdessen die Straffreiheit für staatliche Agenten fördern. Die Landfrage ist weiterhin ungelöst, sie aber ursächlich für den Konflikt. Und dazu: „Was kann es die Regierung kosten, diese Ländereien an die Bauern zu überschreiben, die sie jahrzehntelang bearbeitet haben, wie es das Havanna-Abkommen vorsieht? Nichts.“ Stattdessen kuscht die Regierung vor den Großgrundbesitzern mit ihren Paramilitärs.

„Der kolumbianische Staat ist ein wortbrüchiger Staat und insbesondere diese Regierung, die keine Vereinbarung einhält. Sie hält es nicht gegenüber den Schülern ein, der indigenen Minga, den Lehrern oder sonst jemanden. Sie betrügt alle. Nur den Verfilzten des Landes, den Eigentümern der Macht, kommt sie mit ihren Gesetzgebungsprojekten und manipulierten Reformen zugute.“

„Es ist eine Tatsache, dass der Staat durch den Kongress der Republik, die in Havanna vereinbarte politische Reform als eine plumpe Verfassung versenkt hat, um seinen Verpflichtungen zu entgehen. Er möchte nicht, dass die Gesellschaft in ihrer Vielfalt demokratisch an Entscheidungen teilnimmt, die mit ihrer Zukunft zu tun haben. Deshalb greift er auf die willkürliche Durchsetzung seiner Politik zurück, verstärkt durch den Wettbewerb der in der Luft lebenden Technokraten. Sicherlich werden sie nicht über die Reform des faulen kolumbianischen Wahlsystems sprechen wollen, von der im Abkommen die Rede ist, aber wir vertrauen darauf, dass das mobilisierte Volk dieses Heiligtum der Korruption und Täuschung stören wird, durch das die ausschließenden Kasten seit 200 Jahren an der Macht geblieben sind.“

Was die Regierung jedoch macht, ist den Krieg gegen die Drogen neu zu beleben. Die Bauern, als schwächstes Glied der Kette, sind sprichwörtlich die Bauernopfer der Ablenkungsmanöver, um die Interessen von Unternehmern, die am Drogenhandel beteiligt sind, nicht zu beeinträchtigen. Die Nichteinhaltung des Friedenspakts hat in dieser Regierung eine enorme internationale Diskreditierung zur Folge, die nur dann leicht zu bewältigen ist, wenn Sie den Kurs korrigieren würde, so das Kommuniqué. „Das kolumbianische Volk sollte wissen, dass es bei der Einführung des Havanna-Abkommens eine Ressource gibt, die noch nicht genutzt wurde und die eine wirksame Ergänzung zu den gegenwärtigen sozialen Mobilisierungen darstellen kann. Und es ist die Verpflichtung der Regierung, alle Parteien einzuladen, politische und soziale Bewegungen und alle lebenden Kräfte des Landes, um ein großes Nationales Politisches Abkommen zu schließen, das darauf abzielt, die Reformen und institutionellen Anpassungen zu definieren, die erforderlich sind, um die vom Frieden geforderten Herausforderungen zu bewältigen, und einen neuen Rahmen für das politische und soziale Zusammenleben zu schaffen.“

Hier wird der konstitutive Weg festgelegt, um aus dieser tiefen nationalen Krise herauszukommen, die uns überwältigt, so das Kommuniqué, welches mit FARC-EP Der Kampf geht weiter Zweites Marquetalia unterzeichnet ist.

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In Anorí hat der Frieden eine Frau als Gesicht

In Kolumbien fanden nicht nur in den verschiedenen Wiedereingliederungszonen (ETCR) des Landes die Feierlichkeiten zum dritten Jahrestag des Friedensabkommens statt, sondern im Rahmen des internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen auch vielfältige Aktionen statt. Gerade Lateinamerika bzw. Kolumbien gehören zu den sehr männerdominierten Gesellschaften, in der Frauen oftmals eine untergeordnete Rolle einnehmen müssen und weniger Rechte besitzen. Schon vor dem Friedensabkommen war die Diskussion zu Frauen- und Genderthemen in der ehemaligen Guerilla stark von unterschiedlichen Polen geprägt und nur langsam konnte sich die Erkenntnis durchsetzen, dass alle die gleichen Rechte haben.

Am zurückliegenden 23. November fand eine bemerkenswerte Feier in der ETCR Jhon Bautista Peña in der Gemeinde Anorí in der Provinz Antioquia statt. Nach mehr als einem Monat Vorbereitungen führte die farianische Gemeinschaft, wie die ehemaligen Kämpferinnen und Kämpfer der FARC heißen, einen Akt im Rahmen des internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen durch. Die großen Säle des Dorfes waren mit Plakaten und Botschaften in Anspielung auf den aufständischen Feminismus geschmückt, um die zahlreichen Besucher*innen und Delegationen zu empfangen.

Gegen 10 Uhr erreichten drei große Chivas, große Überlandbusse für schwieriges Gelände, die ETCR und mehr als 200 Besucher*innen passierten den Eingang zum Dorf. Zuerst gab es eine Führung durch die kollektiven und produktiven Projekte der Wiedereingliederung, in der die ehemaligen Kämpfer*innen beschäftigt sind. Dazu gehörten die Obst- und Gemüsegärten, die Schneiderei, eine Bäckerei, die Geflügelzucht, die Bibliothek und das haus der Erinnerung. Klar erkennbar sind die Friedensbemühungen der Gemeinschaft, auch wenn der Staat den Verpflichtungen zur Einhaltung der vereinbarten Punkte nur wenig nachkommt. Als größtes Problem wird die Landfrage genannt, die Dritten und nicht den dort Lebenden, geschweige denn dem Staat oder der Kommune, gehören.

Nach den Führungen ging es in die große Aula, dem zentralen Ort der Gedenkfeier. Unter kulturellen und künstlerischen Aktivitäten wie Theater, Aktivitäten mit einem Gender-Schwerpunkt, Musik und anderen gemeinsamen Aktionen, die von verschiedenen Gruppen und Kollektiven aus Medellín, aber auch Anorí und anderen lokalen Orten durchgeführt wurden, baute man eine vertrauensvolle und freundliche Atmosphäre auf. Es wurde über den Frieden diskutiert und dass genau dieser Frieden nur dann vollständig erreicht wird, wenn Frauen und sexuelle Unterschiede berücksichtigt werden, Bevölkerungsgruppen, die in der Vergangenheit die Last eines macho- und patriarchalischen Systems tragen mussten, teilweise auch in der Guerilla.

Am Ende dieses ebenfalls mit Forderungen an die Politik befüllten Gedenktages unterzeichneten die verschiedenen anwesenden Organisationen, Institutionen und Gruppen einen Pakt mit dem Titel „Anorí frei von Gewalt gegen Frauen“, in dem sie ihre Verpflichtung bekräftigten, die Gemeinde zu einem Gebiet zu machen, welche den Aufbau der Gleichstellung der Geschlechter bestmöglich vollziehen muss. Victoria Sandino, Senatorin der Republik und Mitglied der Nationalen Kommission für Frauen, Geschlecht und Vielfalt der FARC, die ebenfalls an den Aktivitäten teilgenommen hat, erklärte: „Dies ist ein ganz besonderer Tag. Wir sind aus dem Feminismus heraus zum Gedenken an den 25. November, den Internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen, angereist und tun dies nicht nur mit den ehemaligen Kämpfern, die in der ETCR leben, sondern auch mit den umliegenden Gemeinden. Und dies ist möglich dank der Unterzeichnung der Friedensabkommen, die vor drei Jahren unterzeichnet wurden. Unser Engagement für den Frieden bleibt intakt und unser Kampf für die Gleichstellung der Frauen in allen Bereichen verstärkt sich nur.“

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Interview mit Andrés Paris: Die Führung der FARC-Partei hat die Basis aufgegeben

Im Januar 2020 treffen sich die Delegierten der Partei der Alternativen Revolutionären Kraft des Volkes – FARC zu ihrem Kongress. Dieser Kongress ist nicht nur ein elementarer Bestandteil in der Entscheidungsgewalt der Partei, sondern vor allem richtungsweisend zur Bestimmung der Zukunft. Und die Zukunft sieht zumindest innerhalb der Partei alles andere als rosig aus, auch wenn die Rose das Parteilogo ist. Denn die Partei durchläuft derzeit einen schwierigen Prozess, der von Spaltungen, Unzufriedenheit und ernüchternden Wahlergebnissen geprägt ist.

Mittlerweile haben Tausende ehemalige Kämpferinnen und Kämpfer die Reihen der FARC verlassen, obwohl während des Friedensprozesses der kollektive Wiedereingliederungsprozess das oberste Gebot war. Einige haben dies öffentlich getan, während die meisten der Partei in aller Stille den Rücken gekehrt haben. In einem Interview zwischen Dick Emanuelsson und dem ehemaligen Kommandanten Andrés París (Jesús Emilio Carvajalino), Mitglied der Friedensdelegation der FARC-EP in Havanna und ehemaliger Teil der Internationalen Kommission, wird dies klar deutlich. Zuvor teilte eine Gruppe von 71 ehemaligen Kämpfern der FARC in Bogotá öffentlich mit, dass sie ihre Mitgliedschaft in der Partei FARC niederlegen.

„Sie (Timochenko und andere Führungspersonen der Partei) haben eine Kombination aller Methoden genutzt, um die Partei zu zerstören“, sagt Andrés Paris traurig, als er interviewt wird. „Was es gibt, ist ein innerer Prozess der bewussten Lenkung eines Kerns, der die Führung der Partei übernommen hat, um diese von innen zu zerstören“, fügt er bezüglich des Kongresses im Januar 2020 hinzu. Vor dem Parteitag im Januar hat die Führung ein umfangreiches Dokument mit programmatischen Ansätzen für die Partei vorgelegt. Diese Thesen wurden für ihre Doppeldeutigkeit und sozialdemokratische Tendenz heftig kritisiert, so dass Andrés París satirisch sagt, dass es „eine Beleidigung der Sozialdemokratie“ sei.

Vor einigen Monaten konnten wir in der Zeitung El Tiempo lesen, dass hinter Andrés París, Fabián Ramírez, dem ehemaligen Kommandanten des Südblocks der FARC-EP und Julio Rincón, dem ehemaligen Kommandanten der 18. Front auch 2000 ehemalige Kämpferinnen und Kämpfer stehen, die von der Leitung der Partei ausgeschlossen wurden, angeführt durch „Timochenko“ alias Rodrigo Londoño.

„Diese Gruppierungen brandmarkte Timochenko als Splittergruppen. Wir weisen darauf hin, dass wir weder Kämpfer aus der Partei wegnehmen, die bereits sehr wenige Kämpfer hat, noch ehemalige Kämpfer, die sich im Wiedereingliederungsprozess befinden. Wir haben mit Fabián, Julio Rincón oder anderen Kollegen die Ausgeschlossenen aufgenommen. Unsere Hymne kann das Lied „der Tanz der Ausgeschlossenen“ sein. Weil wir Tausende von ehemaligen Kämpfern zusammengebracht haben, die die Partei und die Regierung vergessen hat.“ París meint, eine grundlegende Entscheidung zum Verlassen der Partei war die Führungsebene, die keine leninistische Vision zur Auswahl der Kader und Führungspersonen hat, sondern nur in kleinen persönlichen Gruppen agiert und entscheidet.

„Wir haben beschlossen, die Wiedervereinigung dieser ehemaligen Kämpfer durchzuführen und haben drei nationale Treffen mit der Regierung abgehalten. Und wir marschieren in der klaren Vision, dass wir nicht in der Rückkehr zu den Waffen sind, aber wir wollen auch nicht gedemütigt werden, von der Parteileitung geführt zu werden.“

París schlussfolgert, dass es für die Partei bisher leicht gewesen sei, weil die Gegner, wie Iván Márquez und Jesús Santrich, diejenigen, die die meisten Stimmen auf dem jüngsten Parteitag zum Bestimmen der nationalen Führung der Partei mit dem ersten und dritten Platz erhalten haben, die Partei verließen, um einer Strafverfolgung und Auslieferung in die USA zu entgehen.

Dies ist jedoch nur ein Auszug aus dem ausführlichen Interview in spansicher Sprache von mehr als 50 Minuten mit Andrés Paris. Das Bild vor dem Kongress der FARC im Januar ist düster, nicht nur für die kolumbianische Linke, sondern auch für die lateinamerikanische Linke.

Interview mit Andrés París

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FARC feiert drei Jahre Unterzeichnung des Friedensabkommens

An diesem Wochenende finden in dem Weiler Hector Ramírez, eine der ehemaligen Wiedereingliederungszonen der FARC im Rahmen des Friedensprozesses, die nun zu legalen Dörfern konvertierten, die Feierlichkeiten zum 3. Jahrestag der Unterzeichnung des Friedensabkommens statt. Das Dorf Agua Bonita, in dem sich die ehemalige Wiedereingliederungszone befindet, gehört zu den mittlerweile am besten entwickelten der auf dem ganzen nationalen Territorium bestehenden Zonen. Sie liegt in der Gemeinde La Montañita in der südkolumbianischen Provinz Caquetá.

Mit kulturellen sowie sportlichen Aktivitäten und einer Messe mit Produkten aus allen im Land existierenden Wiedereingliederungszonen wurde das Programm gestaltet. Für Pastor Alape, Mitglied des Nationalen Politischen Rates der FARC-Partei, ist dies eine wichtige Feierlichkeit, da es „ein Abkommen gibt, das das Land zur Verteidigung des Friedens, zum Aufbau der Versöhnung und für das Zusammenkommen der Nation mobilisiert hat, für die Demokratie zu kämpfen.“

Die Organisatoren der Veranstaltung in der Zone, angeführt von Federico Montes aus dem Führungsstab des Ortes, heben den Charakter der Veranstaltung als Feier hervor, denn „es ist eine Aufgabe des Widerstands inmitten aller Widrigkeiten und Schwierigkeiten, die wir hatten, um Frieden zu schaffen. Es zeigt den Willen zum Frieden und die Verpflichtung, die wir gegenüber jedem Mann und jeder Frau haben, die dieses Abkommen von der FARC aus unterzeichnet haben.“

Diese Feier ist auch eine Gelegenheit für die Männer und Frauen der FARC im Wiedereingliederungsprozess anzuprangern, dass das „institutionelles Engagement im lokalen und im provinziellen Rahmen erforderlich ist.“ Es gibt keine konkreten Maßnahmen vom institutionellen Rahmen her, der mit anderen Entwicklungsplänen angepasst wird, um den Friedensprozess zu unterstützen, so Betsy Ruiz, Mitglied des lokalen Führungsebene.

Die Umsetzung des endgültigen Friedensabkommens bietet laut Ricardo Téllez, Mitglied des Nationalen Politischen Rates der FARC, die Möglichkeit, „durch eine Korrelation günstiger Kräfte die Veränderungen durchzusetzen, die das Land braucht und fordert sowie die Versöhnung und den Frieden unter den Kolumbianern ermöglicht.“

Zu den Aktivitäten in dem Ort Hector Ramírez im Dorf Agua Bonita gehörten auch ein Fußballturnier, kulturelle Aktivitäten der farianischen Gemeinschaft, wie sich die FARC-Bewegung selbst nennt, eine Gesprächsrunde, ein Akt der Versöhnung und eine Filmaufführung. Zudem solidarisierte man sich mit den derzeitigen Protesten im ganzen Land. Zu den Feierlichkeiten kamen nicht nur ehemalige Mitglieder der Guerilla und ihre Familien, sondern auch die lokale Bevölkerung. Bis zur Provinzhauptstadt Florencia sind es von Agua Bonita anderthalb Stunden.

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Großer Nationaler Streiktag in Kolumbien

Nach dem der aktuelle Präsident Iván Duque nach einem Jahr und etwas mehr als drei Monaten im Amt ist, erlebt er die größte Mobilisierung seit vielen Jahren in Kolumbien und erfährt damit seine bisher größte politische Krise. Grund der im ganzen Land getätigten Demonstrationen, Streiks und anderen Aktionen sind die Sozialreformen der Regierung sowie die aktuelle politische und soziale Situation im Land wie die mangelnde Umsetzung des Friedensabkommens mit der FARC.

In vielen Wochen wuchs eine Mobilisierungswelle im ganzen Land heran, die ihren Ursprung in den Zentren der Arbeiterschaft und bei den Studenten haben. Nach und nach schlossen sich viele soziale und politische Bewegungen an. Die letzten großen Mobilisierungen gab es im Jahr 2016 im Rahmen des Friedensabkommens und davor sicherlich die sogenannten Märsche gegen die FARC im Jahr 2008. Dabei waren nicht nur die großen Städte involviert, sondern auch mittlere und kleinere Städte im ganzen Land.

Große Demonstrationen gab es in Bogotá, Cali, Medellín, Valledupar, Cartagena, Sincelejo, Neiva, Barranquilla, Popayán, Pasto, Villavicencio oder Manizales. Die meisten Demonstrationen bleiben im Laufe des gestrigen Tages friedlich, obwohl in vielen Städten eine besorgniserregende Militarisierung stattfand. Neben der Polizei und der Aufstandsbekämpfungseinheit Esmad waren auch Soldaten der Armee im Einsatz. Im Vorfeld versuchte man, die Protestbewegung zu kriminalisieren.

Zum Nachmittag und Abend hin änderte sich in einigen Städten die Lage. Gewalttätige Zusammenstöße wurden schließlich aus Bogotá und Cali gemeldet. In Cali spitzte sich die Lage im Süden der Stadt zu und in Bogotá kam es zu Straßenkämpfen im Bereich der Avenida El Dorado und auf dem zentralen Platz Plaza de Bolívar. Die Polizei versuchte Demonstranten festzunehmen und die Märsche aufzuhalten. Daraufhin wurden Barrikaden errichtet und die Polizei angegriffen, was diese mit Tränengas und Gummigeschossen beantwortete.

Auch in Cartagena, Popayán, Manizales, Pasto und Medellín kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen, bei der vor allem die Einheit Esmad durch Brutalität auffiel. Menschenrechtsorganisationen sprechen hier von zahlreichen Übergriffen und Festnahmen. Es bleibt abzuwarten, wie sich nun die Regierung, aber auch die politische Mobilisierung zu diesem Streiktag selbst verhalten werden.

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