Der Zentrale Generalstab der FARC-EP hat sich in einem Kommuniqué vom gestrigen 28. April mit dem Titel „Wir verschweigen nicht unsere Fehler und unseren Schmerz“ zu dem Anschlag auf der Panamericana-Straße in der Gemeinde Cajibío, Provinz Cauca, geäußert, welches 20 Todesopfer forderte. In dem Kommuniqué erklärt die Guerilla unter dem Oberkommando von Iván Mordisco, dass der Vorfall während einer Auseinandersetzung mit der Staatsmacht stattfand und bezeichnet ihn als „bedauerlichen Vorfall“, der zivile Opfer gefordert habe, die laut den Angaben nichts mit dem Konflikt zu tun hätten. Des Weiteren erkennen sie an, dass der Vorfall ein „taktischer Fehler“ während der Operation war und versichern, dass es sich nicht um einen geplanten Angriff handelte. In diesem Zusammenhang erklären sie, die politische Verantwortung für die Ereignisse zu übernehmen.
Im Kommuniqué bekräftigt die FARC-EP ihre Haltung zum bewaffneten Konflikt im Land und ruft dazu auf, politische Lösungen zu finden, die weitere Gewalttaten verhindern. „Wir müssen die politische Verantwortung für diesen taktischen Fehler übernehmen, der keinerlei Rechtfertigung hat“, heißt es im Kommuniqué, bei dem auch den Familien der Opfer das Beileid ausgesprochen wird. Außerdem wird erklärt, dass den betroffenen Gemeinschaften Unterstützung angeboten wurde. Das Kommuniqué setzt das Geschehen auch in den Kontext von mehr als sechs Jahrzehnten bewaffnetem Konflikt in Kolumbien und benennt strukturelle Faktoren wie Ungleichheit, Landkonzentration und politische Ausgrenzung als Ursachen der Gewalt. Der Regierung wird der Vorwurf gemacht, den Dialog zu verweigern und die Konfrontation zu vertiefen.
Ebenso wird in dem Kommuniqué zu einer Deeskalation der Gewalt und zur Wiederaufnahme von Verhandlungen aufgerufen, um neue Opfer inmitten dessen zu vermeiden, was sie als einen neuen Zyklus bewaffneter Auseinandersetzungen im Land bezeichnen. Zudem werden politische Sektoren und die Militärs kritisiert und angebliche Aktionen gegen ländliche Gemeinschaften angeprangert. Die Provinz Cauca ist ein Epizentrum des Konfliktes. Neben vielen von der Guerilla kontrollierten Gebieten gibt es permanente Militäroperationen, in der auch die lokale Bevölkerung betroffen ist. Zuletzt gab es eine Offensive des Westblocks Kommandant Jacobo Arenas der FARC-EP, auch als Antwort auf anhaltende Operationen der staatlichen Sicherheitskräfte. So sind in den letzten Tagen mehr als 30 Angriffe, vor allem auf Polizei und Militär, erfolgt.
