Seit dem 24. April wurden in den beiden Provinzen Cauca und Valle del Cauca mehrere Angriffe verzeichnet. Seitens der staatlichen Sicherheitskräfte wird die Front Jaime Martínez des Westblocks Kommandant Jacobo Arenas der FARC-EP dafür verantwortlich gemacht, die unter dem Oberkommando von Iván Mordisco steht. Dies soll eine Reaktion auf eine Offensive der Armee sein. Bei den Angriffen wurden bisher 14 Menschen getötet, fast 50 Personen verletzt. Zuerst waren die Ziele der Angriffe Militärbasen und Polizeistationen in Cauca und Valle del Cauca. Der jüngste Vorfall ereignete sich am Nachmittag des 25. April in Cajibío (Cauca). Laut ersten Berichten explodierte ein Zylinder, der auf einen Minibus gefallen war, im Bereich, der als El Túnel bekannt ist. Vorläufigen Berichten zufolge sind bei diesem Angriff 14 Tote und 38 Verletzte zu beklagen.
Der erste Angriff ereignete sich am Freitagmittag, als ein leerer Schulbus, der mit Sprengstoffen beladen war, in der Nähe des Pichincha-Bataillons der Armee im Süden der Millionenstadt Cali abgestellt wurde. Bislang wurden drei Verletzte durch diesen Vorfall gemeldet. Noch in derselben Nacht fand ein zweiter Angriff auf die Einrichtungen des Ingenieurbataillons Nr. 3 Colonel Agustín Codazzi in Palmira, auch in Valle del Cauca, statt. Darüber hinaus bestätigten die Behörden einen weiteren Angriff im Valle del Cauca am Morgen des 25. April. In diesem Fall war das Ziel die Polizeistation der Region Potrerito, einem ländlichen Gebiet von Jamundí.
In den frühen Morgenstunden dieses Samstags wurde ein Bus, der in Richtung Ipiales (Nariño) unterwegs war, von einer Explosion auf der Panamericana betroffen. Der Vorfall ereignete sich bei der Gemeinde von Mercaderes, Provinz Cauca. Laut der Polizei wurden bei diesem Vorfall mehrere Personen verletzt. Außerdem bestätigte das Luftfahrtsamt, dass Angriffe mit Drohnen, die mit Sprengstoffen beladen waren, auf das Radarsystem im Cerro Santana in der Gemeinde von El Tambo, Provinz Cauca, durchgeführt wurden. Die Radarstation wurde damit außer Betrieb gesetzt.
Unterdessen veröffentlichte der Zentrale Generalstab der FARC-EP unter Iván Mordisco ein Kommuniqué in antiimperialistische Rhetorik und mit Angriffen auf Präsident Petro. Unter dem Titel „Es ist die Stunde des Antiimperialismus!“ gedenkt die Guerilla ihrer 61 Jahre des Kampfes und erhebt dabei scharfe Vorwürfe gegen die Regierung von Präsident Gustavo Petro, die sie beschuldigt, unter einem falschen Friedensdiskurs Kriegspolitiken umzusetzen.
Der Kern des Textes ist ein direkter Angriff auf die Sicherheitspolitik der aktuellen Regierung. So die Militarisierung Kolumbiens und die Präsenz von ausländische Truppen: So habe die Regierung die Einreise von mehr als 3000 US-Soldaten sowie die Errichtung von drei neuen US-amerikanischen Militärbasen in Kolumbien vereinbart. Das Kommuniqué greift zudem die Ausbeutung im Amazonasgebiet auf: Sie prangern eine angebliche Militarisierung des Südens des Landes an, um die heimliche Ausbeutung von Seltenen Erden und Coltan durch die Streitkräfte zu verschleiern. Dem Staat werfen sie vor, die gescheiterte Politik der Besprühung mit Glyphosat wiederaufzunehmen, Bombardierungen fortzusetzen und Familienangehörige von Guerillakämpfern systematisch zu verfolgen.
