Systematische Morde an FARC-Mitgliedern hören nicht auf

Die Zahlen stehen für sich. Laut der Partei FARC sind nun bereits 194 ehemalige Kämpferinnen und Kämpfer der FARC im Wiedereingliederungsprozess seit der Unterzeichnung des Friedensabkommens getötet worden. Davon nun schon 20 in diesem Jahr. Zuletzt traf es die FARC-Mitglieder José Isidro Cuestas Ricas, am 29. März in Jiguamiandó (Provinz Chocó), Juan Carlos Castillo Certijama am 30. März in Puerto Asís (Provinz Putumayo) und Carlos Alberto Castillo, der am vergangenen Freitag, dem 3. April, gegen 10 Uhr morgens in seinem Haus in der Provinz Tolima aufgelauert und ermordet wurde. Einige Zeugen gaben an, dass mindestens 5 schwer bewaffnete Männer zu ihm nach Hause kamen, ihn herausholten und ihn in einem nahe gelegenen Waldgebiet mit 3 Kugeln in den Kopf erschossen.

Obwohl laut einigen Medien die Verantwortlichen für diesen Mord Mitglieder der dissidentischen Struktur Dagoberto Ramos sind, gibt es hierfür jedoch keine offiziellen Informationen. Zudem ist die Kolonne Dagoberto Ramos bisher nicht in dieser Region aufgefallen. Fakt ist jedoch, dass ein Großteil der Morde auf das Konto von paramilitärischen Strukturen geht. Seit der Unterzeichnung des Friedensabkommens hat die Partei FARC immer auf einen Schutz ihrer Mitglieder und Friedensunterzeichner gebaut. Bisher hat es die Regierung jedoch nicht geschafft, für genügend Sicherheit zu sorgen. Vor allem werden Sicherheitssysteme in den Wiedereingliederungszonen gefordert und die Straflosigkeit bei den systematischen Morden bemängelt. Zudem muss die öffentliche Infrastruktur besser ausgebaut werden und der Staat in Form von juristischen Institutionen auf dem Land präsent sein.

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