Eine neue alte Guerilla-Struktur im Westen Kolumbiens

Die Frente Fuerza Unida del Pacífico (FUP), zu deutsch Front der Vereinigten Kraft des Pazifiks, gibt in einem Video seine Entstehung bekannt. Zu dieser neuen Struktur würden insgesamt 400 Personen gehören, die wiederum in 3 Fronten mit Stützpunkt in der Region Naya organisiert sind. Diese Region befindet sich an der Pazifikküste der beiden Regionen Cauca und Valle del Cauca.

Doch schon vor einem Jahr erschien eine Erklärung der Gruppe und eine weitere Namens „Columna Móvil Jaime Martínes“ (Mobile Kolonne Jaime Martínes), die sich ebenfalls genau wie Fuerza Unida del Pacífico als Nachfolgeorganisation der FARC-EP bezeichnete. Beide stellten sich als politisch-militärische Organisationen dar und nicht als Drogenhändler oder Kriminelle. Neu ist jedoch das Bekenntnis als Teil der neuen FARC-EP der FUP .

Zumindest bei der Front Fuerza Unida del Pacífico kann man also von einem längeren Bestehen und einer Konsolidierung ausgehen. Hierbei handelt es sich vor allem um ehemalige Kämpferinnen und Kämpfer der 30. Front der FARC-EP, die bis zum Friedensschluss in diesem Gebiet operierte. Als Folge der Nichteinhaltung des Friedensabkommens seitens der Regierung und wegen mangelnder politischer, ökonomischer und physischer Sicherheit haben dissidentische Gruppen der Ex-FARC enormen Zulauf.

Julián Martínez, Kommandant der Frente Fuerza Unida del Pacífico, erklärte: „Wir sind die Front der Vereinigte Kraft des Pazifiks. Heute geben wir uns als aktive Front der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens, FARC-EP, bekannt. Wir möchten Ihnen auch mitteilen, dass wir weder Drogendealer noch Banditen sind, noch eine Restorganisation, sondern eine Organisation, die den Prinzipien und Idealen folgt.“ Damit dürfte eine Zusammenarbeit mit den dissidentischen Gruppen im Osten des Landes erfolgen, die maßgeblich zur 1. und 7. Front gehören.

Unterdessen wurden neue Militäroperationen zwischen Caquetá und Meta bekannt, in der die Armee und Polizei in der Gemeinde Yarumales vom 30. Mai bis 2. Juni Truppen landete und Bombardierungen sowie Kämpfe durchführte. Wieder einmal wurde die Zivilbevölkerung bedrängt und die Militäroperationen in unmittelbarer Nähe von Dörfern durchgeführt. Die Region La Macarena steht derzeit unter einem starken Einfluss der dissidentischen Gruppen der FARC-EP.

Bei der Militäroperation wurde unter anderem alias „Negro Edward“ von der 7. Front sowie sechs seiner Kämpfer getötet. Schon vor ein paar Wochen wurden in der Gemeinde Cartagena del Chairá Kämpfer als auch Zivilisten getötet, als eine Versammlung abgehalten wurde. Wie früher, lädt die Guerilla die Bevölkerung bzw. lokale Führungspersonen zu Versammlungen des gemeinsamen Zusammenlebens ein. Militär und Polizei machen bei ihren Operationen oftmals keinen Unterschied zwischen Zivilisten und Guerillakämpfern.

Zudem gab es Neuigkeiten von einem gefangenen Soldaten im Arauca, der im März von ehemaligen Strukturen der 10. Front festgesetzt wurde. Er soll demnächst freigelassen werden. Kämpfe zwischen dissidentischen Gruppen und der Armee wurden auch aus dem Westen des Landes gemeldet, bei dem mindestens ein Soldat umgekommen ist.

Seit einiger Zeit versuchen verschiedene Fronten im Osten, darunter die 1. Front „Armando Ríos“, die ehemaligen Strukturen der Guerilla wie ehemalige Fronten und Milizionäre neu zu gruppieren. Unter der Führungsperson Gentil Duarte gibt es das Ziel, die sogenannten dissidentischen Gruppen zu einen und nicht nur einen neuen „Südblock“, sondern sogar eine nationale Guerilla zu etablieren, die als „wahre“ FARC-EP weiter kämpft.

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Die Para-Politik lebt weiter

Mit der Entscheidung des Obersten Gerichtshofes, das höchste Amt der Provinz Caquetá in Form des Gouverneurs Álvaro Pacheco, mit siebeneinhalb Jahren Haft zu verurteilen, gerät die sogenannte Para-Politik erneut in die Schlagzeilen. Als Para-Politik wird die Zusammenarbeit von paramilitärischen Organisationen und der Politik bezeichnet. Diesmal traf es die im Caquetá stark vertretene Liberale Partei. Es belebt auch den Geist der Parapolitik in einer Region, die sehr stark vom Konflikt betroffen war.

Der Fall zeigt deutlich, dass die Gewalt nicht nur aus den Gewehrläufen kommt, wie es die Medien häufig der Guerilla zuschieben wollen, sondern dass auch die politische Macht mit ihrer Zusammenarbeit von bewaffneten Akteuren wie den Paramilitärs ihren Teil dazu beiträgt. Besonders die Paramilitärs waren eine zeit lang im Süden von Caquetá mit Unterstützung der nationalen Armee erstarkt. Mehrere Wellen der Gewalt gab es, wobei einige Zonen von der Guerilla wieder zurückerobert wurden.

Die erste war in den späten 1980er Jahren in den Llanos del Yari, die hauptsächlich durch Drogenbosse initiiert wurde. Die zweite Welle war zwischen 1997 und 1998, als Abgesandte von Carlos Castaño aus der paramilitärischen Organisation ACCU den südlichen Teil von Caquetá besetzten. Grausame Geschichten gibt es aus dieser Zeit. Folterstätten in Häusern wie in Valparaíso wurden errichtet. Menschenfleisch an Straßensperren an Vorbeifahrende als Warnung verteilt. Menschen verschwanden und wurden getötet.

Ein Expansion gab es von Mai 2001 bis 2006 durch den Bloque Central Bolívar im Süden der Provinz, der sich vor allem in den Gemeinden wie Florencia, Morelia, Albania, Curillo, Valparaíso und Solita einnistete, um vor allem das Drogengeschäft und andere wirtschaftliche Interessen auszubauen. Ein Terrorregime wurde errichtet und alle Gegner systematisch verfolgt und vertrieben. Strohmänner, bis heute aktiv, okkupierten die verlassenen Ländereien und legalisierten den Besitz zu ihren Gunsten und wuschen das Geld aus dem Drogengeschäft.

Im Norden und auch in anderen Gebieten sehnten die Menschen die Guerilla herbei. In einigen Städten wie in Puerto Rico wurden die Paramilitärs in harten Kämpfen vertrieben. Dazu sprengte die FARC-EP die Brücke über den Guayas-Fluss, um den Rückzug abzuschneiden. Zuvor erkundeten Milizionäre die Häuser aus, in denen sich die Paramilitärs niedergelassen hatten. Die Bevölkerung wurde von der Guerilla über eine Operation in Kenntnis gesetzt. Oftmals mit Unterstützung der Armee konnten die Paramilitärs fliehen, nicht jedoch ohne eine Vielzahl von Verlusten zu erleiden.

Heute spielt diese Erinnerung an die Gewalttaten der paramilitärischen Gruppen und ihrer Unterstützer, wie Politiker und Geschäftsleute, kaum eine Rolle. In der historischen Erinnerungsarbeit wird lieber an die Opfer durch Gewalt der FARC-EP erinnert und dazu breitflächig vor den großen Gemeinden an entführte und getötete Lokalpolitiker erinnert. Wie wichtig wäre jedoch, die Machenschaften auch zwischen Politik, Wirtschaft und Paramilitärs aufzudecken und an ihre Opfer zu erinnern. Überreste von Folterstätten gibt es auch in der Provinzhauptstadt Florencia zu Genüge.

Der Skandal und die Verhaftung kann für die FARC als politische Partei ganz nützlich sein. Dazu muss sie jedoch vor den Regionalwahlen selbst Kandidaten aufstellen oder mit anderen progressiven Kräften kooperieren. Bisher hört man aus der Provinz Caquetá nicht so viel und die Bemühungen von Fabián Ramírez für das Bürgermeisteramt in Cartagena del Chairá sind wohl wieder verpufft. Auch aus den beiden Wiedereingliederungszonen in Agua Bonita und Miravalle hört man wenig bezüglich des Aufstellens von Kandidaten. Durch eine Verankerung in der Politik in der Zusammenarbeit mit sozialen Bewegungen könnte eine kritische Erinnerungsarbeit ausgebaut werden.

Mit ihrer historischen Präsenz, ihrer Fähigkeit zur Organisation und ihrer Nähe zu einigen sozialen Bewegungen, jetzt im Rahmen des legalen und zivilen Weges, sollte nicht nur, sondern muss die FARC ein grundlegender Akteur bei den Wahlen in Caquetá sein. Vor allem jetzt, wo die traditionellen Fraktionen mit Skandalen geschlagen sind und die Leute eine Alternative herbeisehnen. Doch dazu muss die FARC ihre innere Zerrissenheit überwinden und politisch aktiver werden sowie Kader ausbilden und Personen mit Charisma aufbieten.

Mit der Verhaftung des obersten Politikers der Provinz Caquetá wird das Phantom des Paramilitarismus wieder lebendig, weil man sich in diesem Fall an seine Bündnisse mit Politikern und Geschäftsleuten erinnert. Doch auch heute noch ist der Paramilitarismus aktiv. So zirkuliert just in dem Moment der Verhaftung ein Pamphlet der Aguilas Negras in Florencia, in der soziale Säuberungen angedroht und Menschen aus sozialen Bewegungen und der ehemaligen Guerilla, aber interessanterweise auch der Bürgermeister von Florencia, aus der rechten Partei Centro Democrático, bedroht werden.

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FARC Córdoba: Ehemalige Guerilleros zur Vernichtung verurteilt

Öffentliche Erklärung der politischen Partei FARC aus der Provinz Córdoba

Mit tiefer Trauer, Empörung und Sorge zählen wir weiterhin die Opfer eines Krieges gegen den Frieden, der sich Tag für Tag vertieft und uns unsicher macht.

Wir als Farianas die beschlossen haben uns wieder einzugliedern in das legale Leben und eine neue Form der Politik zu wählen, fühlen uns heute zum Tod verurteilt und mit Angst, weil der Plan erfüllt wird, der historisch in unserem Land für Männer, Frauen und Gemeinschaften entworfen wurde, die sich bemühen, die sozialen Realitäten Kolumbiens zu verändern.

Die für die FARC angekündigte Vernichtung ist offensichtlich, genau so wie in den vergangenen Jahrzehnten für die politischen Ausdrücke der Guerilla, die Friedensabkommen unterzeichneten, Waffen abgaben, sich wieder eingliederten und Bewegungen oder politische Parteien wurden.

Heute kleiden wir uns wieder in Trauer und geben einen Toten mehr zu der Zahl die weiter steigt, heute ziehen wir einen weiteren beim Aufbau des Friedens ab.

Am 6. Juni dieses Jahres, am Nachmittag, wurde mit mehreren Schusswunden und leblos unser Genosse Jorge Enrique Sepulveda, Ex-Milizionär in der ehemaligen Guerilla der FARC-EP, der im Prozess der Wiedereingliederung war, im ländliches Gebiet der Gemeinde Tierralta, Provinz Córdoba, gefunden.

Unser Gefährte zog aus dem Dorf Naín in das Stadtgebiet von Tierralta, um die mit der Wiedereingliederung verbundenen Verfahren durchzuführen.

Unsere Forderung an die Regierung und die Behörden ist es, unser Leben zu schützen und die Vernichtung der FARC zu verhindern.

Unsere Bitte an die Friedensbank des Kongresses der Republik ist es, die Anstrengungen und Maßnahmen zur Verteidigung des Lebens zu vervielfachen. Und unser Aufruf an die Öffentlichkeit, die Zivilgesellschaft, soziale Organisationen, politische Parteien ist es sich solidarisch zu zeigen, sich zu erheben neben unserer Stimme um den dunklen Plan abzulehnen, uns verschwinden zulassen und für die Achtung und Umsetzung des Abkommen einzusetzen und damit uns die Garantie gegeben wird, mit unserer Entscheidung zum Frieden zu leben, die intakt bleibt, zusammen mit der Verpflichtung, unseren politischen und sozialen Kampf abseits vom Krieg fortzusetzen.

„Niemand hier ist bestürzt, wir sind absolut würdevoll und moralisch…“ – Alfonso Cano

Montería, 7. Juni 2019

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In Caracas feierte man den 55. Jahrestag der FARC

Zahlreiche Organisationen versammelten sich am 27. Mai in Caracas in Venezuela an der Plaza Manuel MarulandaVélez, um den 55. Jahrestag der FARC-EP zu feiern. Dieser Feiertag wurde sonst auch in Kolumbien groß von der ehemals aufständischen Organisation gefeiert, diesmal gab es jedoch nur mehrere Nachrichten aus der Führungsriege in den sozialen Kanälen. Nur einige ehemalige Kommandierende um Iván Márquez äußersten sich in einem Kommuniqué.

Die Veranstaltung, organisiert von der Bolivarischen Kontinentalbewegung (Movimiento Continental Bolivariano – MCB), Abteilungl Venezuela, fand am Nachmittag mit der Anwesenheit von politischen Parteien und populären Organisationen wie die Kommunistischen Partei Venezuelas, der Partei Patria Para Todos, Coordinadora Simón Bolivar, dem Kollektiv Alexis Vive, Comuna Panal 2021, Internationalistische Stiftung „Pakito Arriaran“, Antiimperialistische Stimmen, Kommunistische Jugend Venezuelas, Bolivarisches Solidaritätskomitee für die Freiheit von Jesús Santrich, Komitee für Internationale Solidarität (COSI) und vielen mehr sowie von Delegationen aus den Bundesländern von Aragua und Falcón und mehrere Staaten wie Kolumbien, Chile, Argentinien, Peru, Ecuador, Spanien (Baskenland und Galizien) und Dominikanische Republik statt.

Bei der Veranstaltung gab es mehrere kulturelle Beiträge und als Höhepunkt die Grußworte zum 55. Jahrestag von den ehemaligen Kommandierenden der FARC-EP wie Iván Márquez, Edison Romaña, Oscar Montero (El Paisa) und Aldinever Morantes. Sie erinnerten vor allem an die Anfänge und zogen die Linien bis zum heutigen Tag. „Der lange Marsch begann in Marquetalia 1964 durch Manuel Marulanda Velez und seine Genossen und hält bis heute an, nach 55 Jahren unermüdlichen Bemühungen, die härteste Schlacht kämpfend für Zukunft ihres Landes, die die Hoffnung auf Frieden mit sozialer Gerechtigkeit, wahrer Demokratie und Souveränität lebendig hält.“

Doch auch auf die aktuelle Situation wurde eingegangen. „Der Sieg des Friedens kann nicht von der Angst des Einzelnen zur Wahrheit genommen werden … Das kolumbianische Volk muss heute mit der Kühnheit und Entschlossenheit von Oberst Rondón in der Schlacht von Pantano de Vargas handeln, wenn es das Höchste von allen Rechten retten will, das des Friedens, das Leben bedeutet, und nicht nur das, sondern ein würdiges Leben“. Außerdem äußerten sie ihre Solidarität und fordern Freiheit für Jesús Santrich, zu diesem Zeitpunkt noch in Haft, und die von Simón Trinidad, der sich noch in den USA in Haft befindet.

Das Treffen endete mit der Forderung der bolivarischen Kontinentalbewegung nach Einheit aller lateinamerikanischen und revolutionären Kräfte der Welt als einzige Möglichkeit, diesem neuen imperialistischen Ansturm entgegenzutreten, ihre interventionistischen Pläne zu stoppen, unsere volle Unabhängigkeit und Souveränität zu erlangen und die Errungenschaften der zu verteidigen.

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Bicentenario – 200 Jahre Unabhängigkeit durch Simón Bolívar

Lateinamerika, in unserem Falle Kolumbien, feiert den „Bicentenario“, das 200. Jubiläum der Unabhängigkeit und Gründung vieler lateinamerikanischen Republiken, also auch Kolumbien durch Simón Bolívar. Kolumbien feiert und ehrt den Unabhängigkeitstag vor 200 Jahren, als der Befreier „Libertador“ Simón Bolívar die spanischen Kolonisatoren vertrieb und fünf Ländergebiete befreite: Kolumbien, Venezuela, Ekuador, Peru und Bolivien.

Am 4. Juni 1819 überquerte Bolívar den Fluss Arauca und kam am 14. Juni in Tame, der heutigen Provinz Arauca, an, wo er sich mit Santander traf. Am 27. führte er in Paya seinen ersten erfolgreichen Kampf mit den Kolonialisten und zwischen dem 3. und 5. Juli überquerte er den Páramo de Pisba. Ein Manöver, durch welches er den spanischen General Barreiro überraschend angreifen und ihn am 7. August in der Schlacht von Boyacá besiegen und festnehmen konnte. Mit diesem finalen Akt besiegelte er die Freiheit der Republik Kolumbien.

Ihren Anfang nahmen die Unabhängigkeitskriege an verschiedenen Orten, unter anderem in Bolivien, Ekuador und Kolumbien im Jahr 1809. Mit dem „primer grito libertario“, dem „erster Freiheitsruf“ nimmt der Befreiungskampf seine Fahrt auf, überall fordert die Bevölkerung nicht nur Autonomie, sondern Unabhängigkeit und gleiche Rechte. Nicht zu vergessen sind jedoch die vielen indigenen Aufstände, die schon Jahrhunderte vorher den lateinamerikanischen Raum erfassten und die tausende von Opfern zu beklagen hatten.

Einen Hauptanteil an der Befreiung hat Simón Bolívar. Er kommt 1816 aus dem Exil zurück nach Venezuela, wo er mit dem Befreiungskampf beginnt. Im Jahr 1818 schafft er in Venezuela die Sklaverei ab, sein Befreiungsheer wird immer größer. Er sammelt verschiedene politisch denkende Personen um sich und schreibt bzw. erzählt auch heute noch gültige Worte: „Nichts ist so gefährlich, wie die Macht über lange Zeit bei ein und demselben Bürger zu belassen. Das Volk gewöhnt sich daran, ihm zu gehorchen, und er, dem Volk zu befehlen. Hieraus entspringen Usurpation und Tyrannei.“

Simón Bolívar dringt mit dem Befreiungsheer und seinen politischen Vorstellungen über die Anden weiter in das Land vor. Den hohen Bergzügen, den unendlichen Savannen und dichten Dschungelwäldern trotzt er, Niederlagen bauen ihn auf. So kommt es zur siegreichen Schlacht von Boyacá in der heutigen gleichnamigen kolumbianischen Provinz. Im Jahr 1821 schließlich wird unter ihm die Republik „Großkolumbien“ gegründet, bestehend aus den heutigen Ländern Ekuador, Kolumbien, Venezuela und Panama. Das spanisch-kolonialistische Gebilde Neugranada ist endgültig befreit.

Seine politischen Ideen sind Teil eines liberalen Weltbildes: Die Souveränität des Volkes, die Teilung der Gewalten, eine bürgerliche Freiheit, das Verbot der Sklaverei und die Abschaffung der Monarchie. Er selbst dazu: „Wir brauchen Gleichheit, um den Menschen, die politischen Meinungen und die öffentlichen Sitten in ein Ganzes umzuschmieden.“ Diese liberalen Grundgedanken sind für diese Zeit revolutionär, immerhin war er auch ein Freund des aufgeklärten deutschen Naturforschers Alexander von Humboldt.

Die Ideen und das Wirken von Simón Bolívar leben bis heute weiter, vor allem sein Traum eines geeinten und freien Amerikas, jenseits des imperialistischen Jochs. Viele Gruppen und Organisationen, wie zum Beispiel die ehemalige aufständische Organisation FARC, berufen sich auf seine Ideale. Der Bolivarismus ist zu einer politischen Strömung eben jener Ideen geworden, die Gleichheit und Freiheit erkämpfen wollen.

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Kritik an FARC-Chef Timochenko

Der Abgeordnete Benedicto González kritisiert in mehreren Mitteilungen auf seinem Twitter-Account den Vorsitzenden der FARC-Partei Timochenko für seinen Brief gegen Iván Márquez. Darin macht er deutlich, dass dies nur die Meinung des Vorsitzenden der Partei ist und keine Meinung der Direktive der FARC-Partei. In dem Brief greift Timochenko den bei der Basis beliebten und sich derzeit an einem unbekannten Ort aufhaltenden Iván Márquez für dessen Sprache in einem Brief an die Basis der FARC an. Benedicto González ist der erste aus der Führungsriege der FARC-Partei, der Timochenko für seinen Führungsstil und sein Auftreten kritisiert.

Márquez gilt derzeit als Kritiker der fehlenden Umsetzung des Abkommens und machte erneut deutlich, dass mit der Waffenniederlegung das letzte Druckmittel gegenüber der kolumbianischen Regierung abgegeben wurde. Iván Márquez ist sehr beliebt bei der Basis und hat durch seinen unbekannten Aufenthaltsort für viele Spekulationen gesorgt. Wegen Sicherheitsbedenken hat er seinen Sitz im kolumbianischen Kongress nicht angetreten. Unter anderem dafür wurde er in dem persönlichen Brief von Timochenko kritisiert.

1. Er spiegelt die persönliche Meinung wider, weder der Partei noch der Direktive.“ Mit diesem Satz beginnt González seinen Angriff gegen Timochenko in seinem Twitter-Account, um sicherzustellen, dass das umstrittene Schreiben keine offizielle Position der Partei ist, sondern persönlich vom Vorsitzenden der Partei, die nicht in den maximalen Gremien der Partei diskutiert wurde. Und weiter zu dem Brief von Timochenko: „2. Er ist für die öffentliche Bühne konzipiert und gerichtet. Nicht für die Mitgliederbasis. 3. Er hat vergänglichen Beifall von der Rechten und der Sozialdemokratie erhalten. Stößt schlecht bei der linken Seite und bei unserer Basis auf.“

González versichert auch, dass Timochenkos Brief eine „verzweifelte“ Maßnahme ist, um die Führung aufrechtzuerhalten, die er in den Basis und bei den mittleren Rängen in den Regionen nicht mehr hat. „Timochenko ist heute ein Mann, der viel Autorität und Vertrauen an der Basis verloren hat.“ Mit diesen Äußerungen trägt Benedicto González zur weiteren Öffnung der Debatte um Timochenko und die Führung der Partei, aber auch um die fehlenden Umsetzungen des Abkommens von Seiten der Regierung und potentieller Risse in der Partei bei.

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An die Guerilleros in den ETCR und an alle Kolumbianer – Iván Márquez

Es ist Zeit, unsere Stimmen gegen die menschliche Armseligkeit des Systems zu erheben, das vom Uribismus und der US-Botschaft angeführt wird, gegen den Friedenstraum von Millionen von Menschenseelen, die mehr als ein halbes Jahrhundert bewaffneter Konfrontation beenden wollten.

Welch Schweinerei von Staatsanwaltschaft haben wir Kolumbianer, um freizulassen, wieder verhaften und dann eine Legalisierung der Gefangennahme für eine blinde Person zu praktizieren, das noch getoppt wird, bis es zu Bewusstlosigkeit und Atemstillstand kommt.

Kein Kolumbianer muss ein Jurist sein, um zu verstehen, dass nichts, was eine unter Drogen stehende Person sagt – wie es bei Santrich passiert ist – legal sein kann. Diese „Legalisierung der Gefangennahme“ war eine Illegalität, ein Missbrauch der Autorität. Dafür müssen der Ex-Generalstaatsanwalt und sogar die Ärzte antworten, die sich dieser kriechenden Schande verbirgt haben.

Präsident Duque, wenden sie sich nicht von der Verfassung ab, verraten Sie nicht ihren Eid. Erzwingen Sie die Unabhängigkeit der Mächte nicht mit jenem tauben Hass, der nur versucht, das Friedensabkommen von Havanna zu zerstören und unwirksam zu machen. Zerreißen sie nicht ihre Verkleidung,die sie als tadelloser Präsident bezüglich des Drogenhandels präsentiert, denn sie wissen sehr gut, dass ihr politischer Chef Álvaro Uribe Vélez ein Mafioso ist, dessen Fußstapfen unauslöschlich sind. Erinnern sie sich an Pablo Escobar Gaviria, der sich über seinen jetzigen politischen Führer freute, den er als „den gesegneten Jungen“ bezeichnete und der als Direktor der Zivilluftfahrt den Betrieb der Pisten im Yarí genehmigte, auf denen die Kokaintransporte die Straßen der Vereinigten Staaten überschwemmten.

Für nur diese kriminelle Geste kann Uribe für die Nachwelt als Vorläufer des Drogenhandels in Kolumbien bezeichnet werden. Ignorieren sie nicht, dass in dieser Entscheidung die Entstehung des Unglücks liegt, das das ganze Land befallen hat.

Heucheln sie auch keinen Schmerz vor, der nicht existiert für die Opfer des Konflikts, wenn ihr Chef die Hände mit dem Blut befleckt, das die Paramilitärs vergossen haben. Die Historische Erinnerung bestätigt, dass der Paramilitarismus in Kolumbien mehr als 100.000 Kolumbianer ermordet hat – Verbrechen, die sich im dunklen Hintergrund der Straflosigkeit fortsetzen. Was antwortet Uribe zu den „falschen Positiven“, die sie heute reaktivieren wollen, so wie es die New York Times richtig anprangert. Was antwortet er auf die Vertreibung der Landbevölkerung und die gewaltsame Enteignung von 8 Millionen Hektar Land. Wann erzählen Uribe und Marta Lucía Ramirez die Wahrheit über die Toten der Comuna 13 in Medellin und die Gräber, in denen sie sie versteckt haben. Wie gut wäre es für Kolumbien, wenn auch die am Konflikt beteiligten Dritten, keine Militärs, die Wahrheit sagen würden.

Herr Präsident, stoppen sie diese schmutzige Medienkampagne, mit der sie und ihre politische Fraktion das schönste Gefühl zerstören wollen, das in den Herzen der Kolumbianer schlägt, nämlich den Frieden.

Genossen in den ETCR: Im Namen der militärischen Kommandierenden des ehemaligen Zentralen Generalstabs der FARC, der Kommandierenden der Fronten und Kolonnen, die vom Verrat des Staates am Friedensabkommen von Havanna betroffen waren, bekräftigen wir selbstkritisch, dass es ein schwerwiegender Fehler war die Waffen an einen betrügerischen Staat auszuhändigen, vertrauend auf den guten Glauben des Gegenübers. Wie naiv waren wir, uns nicht an die weisen Worte unseres Oberbefehlshabers Manuel Marulanda Vélez zu erinnern, als er uns gewarnt hatte, Waffen seien die einzige Garantie für die Einhaltung der Vereinbarungen. Die traurige Realität ist, dass sie uns wie Kaninchen klein kriegten.

Möge der Frieden Kolumbiens weiterhin unser Banner sein. Wir werden weiter für ihn kämpfen. Wir müssen den Kampf fortsetzen. Kolumbien braucht eine neue, wirklich demokratische Regierung, die das festgelegte Wort erfüllt und das höchste aller Rechte verwirklicht.

Wir fordern alle Kolumbianer auf, sich für die Verteidigung des Friedens einzusetzen. Die Minga aller für den Frieden ist der Weg.

Iván Márquez
18. Mai 2019

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Sondergerichtsbarkeit JEP ordnet Freilassung von Jesús Santrich an

Achtung: Sondergerichtsbarkeit für den Frieden in Kolumbien (JEP) wendet die Nicht-Auslieferungsgarantie auf Seuxis Paucias Hernández (Jesús Santrich) an und es wird seitens der JEP an die Staatsanwaltschaft angeordnet, seine sofortige Freiheit zu gewähren. Noch heute soll es dazu eine große Versammlung vor dem Bunker der Staatsanwaltschaft geben, um seine Freilassung zu fordern.

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Mord an ehemaligen Kommandanten der FARC-EP Wilson Saavedra

Ein kurzer Ausschnitt aus einem heutigen Kommuniqué des Nationalen Politischen Rates der FARC wegen des Mordes an einen ehemaligen Kommandanten der FARC-EP, Wilson Saavedra, der die 21. Front kommandierte. Er ist das erste hochrangige Opfer in den systematischen Morden gegen die ehemalige aufständische Bewegung. Zudem war er Mitglied des Generalstabs des militärischen Blocks Alfonso Cano. Er war auch in den Prozess der Wiedereingliederung als Führungsperson in der Wiedereingliederungszone von Marquetalia im Süden von Tolima, der historischen Wiege der Guerilla, verankert.

„Am gestrigen Tag wurde unser Genosse Wilson Saavedra (Jorge Enrique Corredor González), ehemaliger Guerillakämpfer der FARC-EP, von zwei bewaffneten Männern in der Stadt Tulua, Valle del Cauca getötet.

Wilson, ein einfacher Bauer mit großer Sensibilität, gab das Beste seines Lebens für ein besseres Leben für die Mehrheit der Kolumbianer. Mit jungen Jahren trat er in den aufständischen Kampf ein, als Chef der Front Victor Saavedra und letztlich als verantwortlicher Organisator für den militärischen Block Alfonso Cano.

Er war ein Friedensstifter und ein grundlegender Faktor für die Versöhnung in Valle del Cauca. Die ländlichen Bewohner des höheren Teils der Gemeinden Tulua, Sevilla, Buga und Palmira bezeugen sein großes Engagement für das Wohlergehen der Gemeinden.

Zu diesem Fall summieren sich einhundert-neununddreißig Morde an ehemaligen Guerillakämpfern, die das Friedensabkommen unterzeichneten, darunter verabscheuungswürdige Taten wie das Verbrechen am Baby Samuel David Gonzales in La Guajira und die Ermordung durch die öffentlichen Streikkräfte an Dimar Torres im Gebiet Catatumbo.

Zweifellos gibt es Sektoren, die den Friedensvertrag auf den Scheideweg bringen wollen, der zu einem neuen Kreislauf der Gewalt, mit unabsehbaren Folgen für die ganze Nation, führen könnte.

Eine perverse Kombination von Faktoren verschwört sich, um es wie folgt zu machen: Zu dem systematischen Mord an Ex-Guerillakämpfern gesellt sich eine aggressive Stigmatisierungskampagne gegen die FARC-Partei, ihre Mitglieder und Anführer, die von der parlamentarischen Bank der Partei des Demokratischen Zentrums ins Leben gerufen wurde. (…)“

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Der Paramilitarismus verstärkt sich unter den Augen der Komplizenschaft der nationalen Regierung

Um eine Bilanz der jüngsten Gewalttaten gegen mehrere Mitglieder der ehemaligen Guerilla FARC-EP durchzuführen, rief die zur Partei transformierte FARC, die nationale und internationale Gemeinschaft auf, dass die kolumbianische Regierung der Vereinbarung nachkommt. Anbei das neue Kommuniqué der FARC:

In den letzten Monaten gab es eine Serie von gewalttätigen Vorfällen gegen Unterzeichner des Friedensabkommens. Dem Mord des kleinen Samuel David, summiert sich der Mord an Dimar Torres, durch Truppen der nationalen Armee, zugehörig zu der VI. Division. Diese Tatsachen sind das Ergebnis der fehlenden Garantien und Sicherheit durch die Regierung von Präsident Duque, trotz das Friedensabkommen Maßnahmen und Instrumenten zu diesem Zweck enthält.

Gestern (Samstag) wurde im Departement Guaviare, an der Grenze zum Departement Meta, Giovany Murillas -Cristobal- ermordet und andere Mitglieder unserer Partei in Risaralda und Arauca von den paramilitärischen Strukturen „La Cordillera“ und den „Gaitanistischen Selbstverteidigungskräften Kolumbiens“ mit dem Tod bedroht. Diese schmerzhaften Vorfälle summieren sich zu mehr als einhundert Opfern gegen Unterzeichner des Friedens.

Wir haben gegenüber nationalen und internationalen Institutionen alle Forderungen erhöht, damit der kolumbianische Staat die Sicherheitsgarantien einhält für uns, die den Frieden aufbauen. Tatsachen wie diese zeigen, dass die gegenwärtige Politik der Regierung immer noch darin besteht, das Endgültige Abkommen zu zerreißen, indem sie sich der von Kriegsfreunden geforderten Blutmenge beugt. Der Paramilitarismus und der Drogenhandel verstärken sich in den Gebieten im Beisein der Komplizenschaft der aktuellen Regierung.

Wir rufen die Gesamtheit der sozialen Bewegungen, an alle politischen Kräfte und an die Bürgerschaft im Allgemeinen auf, Stellung zu beziehen und weiterhin zu mobilisieren in der Verteidigung des Lebens und des Friedens. Schluss mit den Angriffen gegen das Leben derjenigen, die auf den Frieden setzen.

Nationaler Politischer Rat

Alternative Revolutionäre Kraft des Volkes, FARC

Bogotá, 12. Mai 2019

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Beschwerde gegen nationale Gefängnisverwaltung und Gefängis La Picota

Neben der Beschwerde, die wieder einmal die Haftbedingungen von Jesús Santrich zeigen, erneuerte auch die Partei FARC die Forderung nach Freilassung des Genossen. Der Fall Santrich zeigt auf, wie wenig unabhängige Justiz und der Willen nach Frieden in Kolumbien präsent sind.

Beschwerde:

Heute, am 9. Mai, 13 Monate nach der Verhaftung von Jesús Santrich und nach gestrigen Beschwerden über die Missachtung der Ordnung der JEP, ergriffen die Leitung von INPEC und des Picota Gefängnis Repressalien gegen ihn, eine aggressive Durchsuchung seiner Zelle anordnend, die völlig unordentlich hinter blieb, was besonders ernst ist in seinem Zustand der Blindheit ohne jegliche Hilfe, die Santrich in seiner extremen Isolation ertragen muss.

Die INPEC entzog ihm auch aus seiner Zelle Lebensmittel, direkt von der Zweiten UN-Mission zur Verfügung gestellt, in der Folge Santrich widersprechend in der Rückgabe derselbigen, sie bricht mit der Garantie der Nicht-Manipulation durch Dritte, erforderlich, nachdem glaubhafte Drohungen gegen sein Leben und körperliche Unversehrtheit passierten.

Wir werden weiterhin von den zuständigen Behörden verlangen, dass die Rechte von Jesús Santrich und auch die sofortige Freilassung aus seiner ungerechten und willkürlichen Haft eingehalten werden. Heute, 395 Tage nach seiner Festnahme, gibt es keinen rechtlichen Grund, dass sein Fall nicht von der JEP entschieden wird.

Kampagne SANTRICH LIBRE

9. Mai 2019

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Bolivarische Bewegung, 19 Jahre Geschichte für das neue Kolumbien

Die Bolivarische Bewegung für das Neue Kolumbien (Movimiento Bolivariano por la Nueva Colombia – MB) lebt, dies zeigt die Erklärung bzw. der Aufruf der MB. Die MB ist keine Partei, sondern eine Plattform von linken Protagonisten, die ihren Ursprung im aufständischen Kampf der FARC, im Bolivarismus sowie in der linken und progressiven politischen Arbeit haben. Trotz Friedensprozess der FARC gibt es weiterhin Strukturen, die diesen kritisch und weiterhin nicht die Bedingungen sehen, um oppositionelle linke Arbeit durchzuführen. Am 29. April des Jahres 2000 wurde die MB gegründet. Hier also Auszüge aus der Erklärung und der Verweis, dass bei älteren Einträgen auf Kolumbieninfo ebenso Darstellungen der MB vorhanden sind.

„Es sind keine guten Zeiten, um einen Krieg zu beginnen, aber die Frage ist, wann sind sie? Wir sind davon überzeugt, dass sie es nie sein werden, dass der Krieg zwar einige andere Tugenden und Macht mit sich bringt, aber ihr Schaden unter den Unschuldigen nie ausgelöscht wird. Die Regierungen, die Kolumbien im gegenwärtigen Jahrhundert hatte, Uribe, Santos und jetzt Duque, haben gezeigt, wie man einen Bruderkrieg führt und wie sie immer noch von fanatischen Massen umgeben sind, die ihnen zujubeln und huldigen.“ So die Erklärung, die damit fortführt, dass auch die Toten in diesem Konflikt keine Lobby mehr haben, denn der Grad der Bedeutung und Einstufung der Opfer in diesem Land wird von diesen Regierungen mit Hilfe der Medien durchgeführt. Ihr Ziel ist es, dass das Blut der Opfer trocknet, so lange, bis ihre Körper nur noch eine informative Nachricht sind, „aber nie ein Gefühl der Erinnerung bleibt.“

„Der makabre Indikator für fast 500 Menschen, die in den letzten drei Jahren getötet wurden, zeigt, dass der Krieg ironisch von jenen fortgesetzt wurde, die vor nicht allzu langer Zeit für das Leben demonstrierten. Was für einen Krieg haben sie fortgesetzt? Die Dekonstruktion der Macht des Volkes, die Verunglimpfung des Kampfes der Gemeinschaft, die Zerstörung der Solidarität zwischen den Kolumbianern“, so die Erklärung. Sie glauben immer noch, dass Menschen, die für populäre Zwecke kämpfen, Menschen sind, die die Würde nicht schätzen, sie unwissend wären und keinen Verstand, sie von ihrer Geschichte besiegt werden oder sie nicht die Fähigkeit haben, einen politischen Kampf auf nationaler und internationaler Ebene zu organisieren.

„Wir sind sicher, dass es in Kolumbien eine brutale Aggression gegen alles gibt, was ein populäres Aushängeschild hat. Alles, was das Volk in seinen Anliegen, in seinen Kämpfen beanspruchte, alles, was von den Erniedrigten oder Vergessenen befürwortet wird, wird von den Schildträgern einer Klasse verunglimpft, die nicht lenkt, sondern dominiert. Viele werden vom Elend und Krümeln verführt, die vom Konsumbankett übriggeblieben sind, aber für diejenigen, die sie nicht verführen können, töten sie sie unbestreitbar.“

„Aus diesem Grund und als Ressource des Widerstandes gegen diese Aggression beginnt die bolivarische Bewegung ihren Vormarsch, eine Bewegung, in der wir lernten, die Angst zu bekämpfen, die die Realität des Landes produziert hat, unsere Stimme zu finden und zu erkennen, dass wir die Früchte unserer Entscheidungen sind als wirklich freie Subjekte und wir bereuen es nicht. Das Ziel der bolivarischen Bewegung bleibt es, die politische Macht des Volkes zu errichten. Es bleibt immer noch dabei zu trainieren, vorzubereiten, zu erziehen, zu konfigurieren, zu trainieren, eine Volksregierung aufzubauen, die bereit ist, wenn die Zeit kommt, wenn die Umstände nicht der Tod und die abwertende Behandlung unserer Toten sind.“

In der Erklärung wird fortgeführt, dass die derzeitigen Bedingungen einen legalen politischen Kampf nicht möglich machen, es gibt keine Garantien für eine politische Teilhabe. „Im Zusammenhang mit der schrecklichen Aggression, unter der die kolumbianische Bevölkerung leidet, ist der klandestine Kampf keine Transplantation historischer Momente, die einige von uns nicht sterben lassen wollen. Der klandestine Kampf ist keine Laune, sondern nur eine Folge. Der schmutzige Krieg ist der Vorschlag der Mechanismen des Systems, das Horten institutioneller Macht in wenigen Händen ist die Realität der politischen Macht des Regimes, und der Nutznießer davon ist immer beiläufig das Kapital. Unser Argument ist die Geschichte, unsere Moral ist die Erinnerung und unser Kampf wird den Tag beenden, in dem ein neues Kolumbien eine greifbare Realität für die immense Mehrheit ist, die Widerstand leistet und die scheinbar im Schweigen kämpfen.“

„Wir sind die bolivarische Bewegung für das neue Kolumbien und wir sind Bolivarer, weil wir konsequent sind und nicht vor der Hegemonie oder vor den imperialistischen oder globalisierten Ideen umfallen. Unser Kampf erfordert verschiedene Sektoren. Die Geschichte schreitet voran und wir befinden uns in Momenten der Umstrukturierung der alten sozialen Schichten. Wir sind fest davon überzeugt, dass der durch strukturelle Probleme hervorgerufene Widerspruch eine neue Form annimmt. Der Klassenkampf ist nicht erschöpft, im Gegenteil, er wurde durch die Verhärtung des Lebens eines Arbeiters, eines Bauern, eines Indigenen sowie eines Arbeitnehmers mit Universitätsabschluss gestärkt.“ Im Weiteren geht die Erklärung auf die Ziele des Bolivarismus, wie die Einheit Amerikas, die Organisation der Völker, gegen neoliberales Bestreben und für den Sozialismus der Moderne.

„Die bolivarische Bewegung wird mit dem Aufbau der politischen Macht des Volkes die strukturellen Grundlagen dieses Regimes untergraben, so dass es zu den Menschen zurückkehrt. (…) Dieses Gewissen wirft uns in die Klandestinität, selbst wenn wir wissen, dass sie uns Feinde nennen werden, denn das Bewusstsein der Realität ist die tödliche Gefahr für die Stabilität der herrschenden Klasse. (…) Die Breite unserer Ziele, inmitten der Ermordung von Hunderten sozialer Anführer und ehemaliger Guerillakämpfer, die dem Wort der dominanten Gruppe des Landes vertrauten, verbirgt nicht die Gefahr, die sich über unserer Existenz erhebt. Wir wollen nicht sterben, weil wir für ein neues Kolumbien kämpfen wollen, aber wenn wir beim Versuch sterben, begrüßen wir den Tod, denn unser Schicksal ist nur eine Folge unserer Überzeugung, unserer unzerstörbaren Moral.“

Zum Abschluss gibt es den Aufruf, für das neue Kolumbien zu kämpfen und sich der Bewegung anzuschließen. „Wir wollen in einem anderen Land leben, aber wir wollen nicht gehen, weil diejenigen, die gehen, gehen und diejenigen, die bleiben, kämpfen. (…) Für unsere Bewegung sind die einzigen, die besiegt werden, die, die ihre Arme senken, wir wissen bereits gut, dass das gegenwärtige Regime Gewissen kauft und verkauft, aber diejenigen, die die herrschende Macht herausfordern, bleiben für immer bestehen“, so der Apell. „Unsere Worte werden Erleichterung sein, werden Blumen sein, Wind der Kordillere, unbezähmbares Wasser des Magdalena-Flusses, der linke Arm ist aufrecht und die Hand ergriffen, unser rebellischer Schrei schwingt weiter, weil wir schwören, zu gewinnen und wir werden gewinnen.“

Bolivarische Zellen der Bolivarischen Bewegung für ein neues Kolumbien in der Zentralregion Kolumbiens, 29. April 2019

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