57 Jahre FARC-EP – 10 Jahre Kolumbieninfo

Im Jahr 1964 hissten achtundvierzig Kämpfer*innen, in großer Unterzahl an Personen und Waffen gegen eine militärische Übermacht, die Fahne des Widerstandes gegen eine oligarchische und korrupte Regierung. Mehr als 16.000 Soldaten wurden in den Kampf gegen die Bauern geschickt, die sich in den abgelegenen Regionen von der Gewalt des Staates geflüchtet hatten und dort ihr eigenes Leben organisierten. Die Operation Marquetalia, angeführt und unterstützt von der US-Armee, konnte nicht die Bauern und ihre politischen Ideale von Selbstverwaltung, Gerechtigkeit und Frieden zerstören. Die Arroganz des imperialistischen Militärs und der kolumbianischen Armee in der Operation Marquetalia waren der Beginn eines Widerstandskampfes, der jetzt schon 57 Jahre andauert. Zunächst als Antwort der Bauern und Teilen des Volkes auf die kriminelle Strategie der Regierung, später dann mit dem Ziel der politischen Macht, um einen strukturellen Wandel der Gesellschaft zu erreichen. Die FARC-EP wurden eine Volksmacht, die bis heute bestand hat.

Mehrere Friedensprozesse zwischen aufständischer Bewegung und den Regierungen scheiterten. Mehr noch, aus den Friedensprozessen heraus begannen Staat und verbündeter Paramilitarismus mit dem Zerstören der revolutionären Strukturen. Nach 1984 war es der systematische Massenmord an den Mitgliedern und Sympathisanten der aus dem Friedensprozess entstandenen linken Partei Unión Patriótica. Nach 1999, nach dem Friedensprozess von Caguán, begann eine noch nie dagewesene Militarisierung des Landes unter dem Deckmantel des Plan Colombia mit dem Ziel, die Opposition und die Guerilla zu vernichten. Und nach 2016, nach dem komplexen Friedensabkommen zwischen der FARC-EP und der Regierung Santos, begann eine Täuschung und eine Nichterfüllung, die eindeutig das Desinteresse der kolumbianischen Oligarchie an einem Frieden aufzeigte. Nur wenige Punkte wurden umgesetzt. Staat und paramilitärische Strukturen begannen mit der Vernichtung der demobilisierten Kämpfer*innen.

57 Jahre FARC-EP bedeuten auch 10 Jahre Kolumbieninfo. 10 Jahre Kolumbieninfo bedeuten auch 10 Jahre Solidarität mit dem revolutionären Prozess der Guerilla. Das sind 10 Jahre Aufklärung und Gegeninformation zu der bestehenden Desinformation, die von Regierung und Massenmedien als Form des Kampfes zur Delegitimierung der Guerilla genutzt werden. Wir hätten damals nicht gedacht, dass wir mit den Reflektionen zum 47. Jahrestag der FARC-EP aus dem Jahr 2011 solange Bestand haben werden. Aber die unzähligen Rückmeldungen, aus Kolumbien und dem deutschsprachigen Raum, vermittelten uns ein Bild der Wichtigkeit für solch ein Portal und des politischen Ansehens, um über eine der letzten großen aufständischen Bewegungen der Welt und die politische Situation eines sehr komplexen Landes aufzuklären. Diese 10 Jahre machen uns stolz, denn es gibt nicht viele Kollektive oder Gruppen, die über so einen langen Zeitraum im Kontext der internationalen Solidarität kontinuierlich arbeiten.

Mittlerweile sind auch für uns die Bedingungen in Kolumbien schwierig geworden. Schwierig, weil der revolutionäre Prozess in Kolumbien entzweit ist. Wir speisen uns aus Informationen, Freundschaften und Kontakten aus den verschiedenen Strömungen der „alten“ aufständischen Bewegung FARC-EP, die heute wieder in zwei großen Strömungen unterteilt ist und die sich im Rahmen des gescheiterten Friedensabkommens neustrukturiert hat. Wir speisen uns aber auch aus den Kontakten und Freundschaften zur der aus dem Friedensabkommen entstandenen Partei Comunes (ehemals FARC) sowie aus den mittlerweile parallel zur oftmals kritisierten Partei entstandenen Strömungen der Wiedereingliederung. Wir finden, dass alle benannten Strömungen eine Daseinsberechtigung in der Geschichte des Widerstandes in Kolumbien und der FARC-EP haben. Der bewaffnete und soziale Konflikt sowie die revolutionäre Bewegung in Kolumbien waren vielseitig und werden auch weiterhin vielseitig sein. Dies soll bei Kolumbieninfo Beachtung finden.

Dem Zweck der Dokumentation und Aufklärung verpflichten wir uns weiterhin, auch wenn soziale Kanäle gesperrt werden und der Repressionsdruck nie aufhören wird. Zu guter Letzt verweisen wir auf eine Passage im aktuellen Kommuniqué der FARC-EP, Zweites Marquetalia: „Wie schön ist es, den 57. Jahrestag der FARC unter dem Donner des sozialen Ausbruchs zu feiern, der eine politische Lösung für die Krise mit der Bildung einer neuen demokratischen Koalitionsregierung sucht, die uns an die Ufer der Zukunft, des Glücks des Volkes führen wird. Und wie gut es ist, sich unter diesen Umständen an unsere Gründerväter Manuel Marulanda Vélez und Jacobo Arenas zu erinnern und sich auch an alle Guerilleras und Guerilleros zu erinnern, die im Kampf gefallen sind, von Isaías Pardo im Jahr 1964 bis Jesús Santrich im Jahr 2021. Sie leben weiter im Kampf des Volkes. Salud Colombia.“

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ELN würdigt Jesús Santrich

Nach dem Tod von Jesús Santrich, der bei einem Angriff auf Einheiten der FARC-EP, Zweites Marquetalia, auf venezolanischen Territorium an der Grenze zu Kolumbien umgekommen ist, hören die Solidaritätsbekundungen nicht auf. Neben den Kommunistischen Parteien aus vielen lateinamerikanischen Ländern haben nun auch die ELN den Guerillakommandanten gewürdigt. In der wöchentlichen Zeitschrift „Insurrección“ des Zentralkommandos der Guerilla ELN wird ihm in der aktuellen Ausgabe 792 eine Seite in Form einer Zeichnung gewidmet. Dies verdeutlicht noch einmal, trotz aller Widersprüche zwischen beiden Guerillaorganisationen, seinen Stellenwert als national und international anerkannter politischer und künstlerischer Guerillero.

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Jesús Santrich – in Erinnerung

Noch herrscht Unklarheit über die Operation bzw. den Tod von Jesús Santrich, der im kolumbianisch-venezolanischen Grenzgebiet bei einem Angriff auf die FARC-EP, Zweites Marquetalia, am 17. Mai getötet wurde. In einem Kommuniqué, wir berichteten, erklärte die FARC-EP, dass es sich um ein kolumbianisches Kommando handelte, welches nach dem Angriff in einem gelbfarbenen Hubschrauber in Richtung Kolumbien zurückflog. Bisher äußerten sich weder offizielle kolumbianische noch venezolanische Stellen. Gerüchte gibt es viele, auch wir schrieben bereits, dass es unter anderem Spekulationen über einen Angriff der Bruderorganisation der FARC-EP unter Gentil Duarte oder gar venezolanischen Einheiten gibt, die hinter der hohen Geldsumme bei Hinweisen zum Ergreifen des Guerillakommandanten her gewesen waren. Gerade im venezolanischen Grenzgebiet gab es schwere Kämpfe und Auseinandersetzungen um die territoriale Kontrolle der beiden FARC-EP-Organisationen.

Unterdessen erklärten viele internationale Organisationen ihre Solidarität mit der FARC-EP und den Familienmitgliedern von Jesús Santrich. So gab es Bekundungserklärungen von verschiedenen Kommunistischen Parteien aus Argentinien, Mexico, Spanien, Türkei und Venezuela, aber auch von vielen anderen Organisationen, Gruppen und Personen. Auch die Bolivarische Bewegung für ein neues Kolumbien drückte ihre Solidarität aus. Es bleibt abzuwarten, ob weitere Informationen über den Tod vom Guerillakommandanten den Weg in die Öffentlichkeit finden werden. Auf jeden Fall ist es ein schwerer Schlag für die Guerilla, die in Kolumbien, aber auch in Venezuela um die politische und militärische Deutungshoheit mit der verfeindeten Bruderorganisation der FARC-EP um Gentil Duarte und Iván Mordisco kämpft.

Jesús Santrich, mit Klarnamen Seuxis Paucias Hernández Solarte, wurde 1967 in Tolú Viejo, Sucre, geboren. Seine Eltern waren Philosophielehrer vom Land. Daraufhin konnten sie ihrem Sohn eine adäquate Ausbildung und vor allem auch soziale Lehre über die Ungleichheit im Land ermöglichen. Er trat in jungen Jahren der Kommunistischen Jugend (JUCO) bei, wo er ständig aktiv war. Bereits 1985, dem Jahr der Gründung der Patriotischen Union (UP – Unión Patriótica), war es Teil dieser sozialen Bewegung und Partei, die seit der Gründung systematisch von Staat und Paramilitärs bekämpft wurde und schließlich in einem politischen Genozid endete. Tausende wurden letztendlich ermordet, was auch Jesús Santrich veranlasste, sich der Guerilla anzuschließen. Seinen Kampfnamen hatte er von einem Freund, der auch in der JUCO und der UP war und vom kolumbianischen Geheimdienst ermordet wurde.

Er ging zur 19. Front der FARC-EP an die Karibikküste. Schon früh war er aufgrund seiner universitären Ausbildung für die ideologische und politische Schulung zuständig.  Unter anderem arbeitete er für das Guerilla-Radio, dass man fast auf dem gesamten nationalen Territorium hören konnte. Ende der 1990er Jahre lernte er Iván Márquez kennen, heutiger Kommandant der FARC-EP, Zweites Marquetalia und langjähriger Freund. Iván Márquez übernahm in jenen Jahren das Kommando über den Karibikblock der FARC-EP. Jahre später kam Jesús Santrich in den Generalstab des Karibikblocks und sogar in den Generalstab der FARC-EP. In der Guerilla machte er sich mit Zeichnungen und Poesie einen Namen.

Im September 2012 kündigte die für Sondierungsdialoge mit der Regierung zuständige FARC-EP-Delegation auf einer Pressekonferenz an, dass Iván Márquez und Jesús Santrich das Verhandlungsteam der FARC-EP leiten sollte und der Dialog am 8. Oktober beginnen werde. Es war der große Aufstieg von Jesús Santrich, der international bekannt wurde. Während der vierjährigen Verhandlungen und Dialoge bestand die Arbeit von ihm darin, gemeinsam mit dem ehemaligen Friedenskommissar Sergio Jaramillo sorgfältig das „endgültige Abkommen zur Beendigung des Konflikts und zur Schaffung eines stabilen und dauerhaften Friedens“ auszuarbeiten. Doch eine juristische Inszenierung gegen ihn und ein Jahr Untersuchungshaft wegen angeblichen Drogenhandels bei gefälschten Beweisen und Zeugen, sorgten dafür, dass Santrich sich vom Frieden abwendete und erneut zu den Waffen griff.

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Kommandant Jesús Santrich – Der Kampf geht weiter

Kommuniqué der FARC-EP, Zweites Marquetalia, zum Tod von Jesús Santrich:

Kommandant Jesús Santrich – Der Kampf geht weiter

Mit schmerzendem Herzen informieren wir Kolumbien und die Welt über die traurige Nachricht vom Tod des Kommandanten Jesús Santrich, Mitglied der Führung der FARC-EP, Zweites Marquetalia, bei einem von Kommandos der Armee Kolumbiens am 17. Mai durchgeführten Hinterhalt.

Der Hinterhalt ereignete sich im binationalen Grenzgebiet des Berglandes von Perijá zwischen El Chalet und Los Laureles auf venezolanischem Territorium. Bis zu diesem Ort sind die kolumbianischen Kommandos auf direkten Befehl des Präsidenten Iván Duque vorgedrungen. Der Lastwagen, in dem der Kommandant unterwegs war, wurde mit Artilleriefeuer und explodierenden Granaten angegriffen. Nachdem das Verbrechen begangen worden war, schnitten die Mörder den kleinen Finger seiner linken Hand ab. Einige Minuten später wurden die Kommandos in der Nähe des Ortes schnell von einem gelbfarbenen Hubschrauber in Richtung Kolumbien ausgeflogen.

Seiner Familie sprechen wir unser tief empfundenes Mitgefühl aus. Wir teilen ihren unendlichen Schmerz und die Trauer, die ihre Seele erfüllt. Santrich ist frei gefallen, frei, wie er sein wollte. Frei träumend von einem Neuen Kolumbien in vollständigem Frieden mit sozialer Gerechtigkeit, Demokratie und einem würdigen Leben für die Menschen, für die Armen der Erde, die Ausgeschlossenen und Diskriminierten, die schutzlose Bevölkerung, die in diesen Tagen auf Befehl der monströsen Tyrannei von Duque und Álvaro Uribe von der Armee und Polizei auf den Straßen brutal angegriffen wird. Santrich hat uns hell leuchtend mit der geopolitischen Vision von Bolívar und Manuel in die Ewigkeit verlassen, träumend von dem Sieg der Einheit, der Brüderlichkeit und Solidarität der Völker des Kontinents.

Die Nachricht vom Tod Santrichs wird den arroganten Tyrannen Iván Duque nicht vor der entfesselten Wut des Volkes retten. Das seit 20 Tagen in ständigem Protest gegen die schlechte Regierung mobilisierende Volk Kolumbiens bitten wir Santrich zu Ehren, in seinem gerechten Kampf nicht nachzulassen und sich mit aller Kraft dafür einzusetzen, dieses verdammte Regime zu stürzen, das uns bis in die Seele auspresst. Wir rufen es auf, auf der Straße weiterzukämpfen bis es eine neue, menschlichere Regierung des Volkes und für das Volk gibt, die an die Würde der Menschen denkt und sich nicht nur darum kümmert, die Privilegien der Oligarchien auszuweiten, eine Staatsregierung ohne Korrupte und Diebe, wie es der im Kampf gefallene Kommandant gewollt hat.

Wir grüßen alle, die uns verlassen haben, aber weiter an unserer Seite sind, wie Jesús Santrich, der Mann, der konsequent für einen Frieden ohne Verrat und Perfidität für Kolumbien gekämpft hat.

Kolumbianisches Volk, für den Sieg, auf zum Kampf!

FARC-EP

Zweites Marquetalia

  1. Mai 2021
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FARC-EP bestätigt Tod von Jesús Santrich

Die FARC-EP, Zweites Marquetalia, bestätigt in einem Kommuniqué den Tod vom Kommandierenden Jesús Santrich, der bei einer Militäroperation im venezolanisch-kolumbianischen Grenzgebiet getötet worden ist. „Wir informieren Kolumbien und die Welt mit Schmerz im Herzen von der traurigen Nachricht vom Tod des Kommandierenden Jesús Santrich, einem Mitglied der Leitung der FARC-EP, Zweites Marquetalia, der in einem Hinterhalt am 17. Mai von kolumbianischen Armeekommandos hingerichtet wurde.“

Dem Kommuniqué zufolge wurde Jesús Santrich, einer der bekanntesten Personen und Guerillakommandanten, in der Serranía del Perijá auf venezolanischem Gebiet getötet. Das Fahrzeug, in dem er unterwegs war, wurde angeblich mit Gewehren und Granatenexplosionen angegriffen. Sie gaben sogar Details an, wie zum Beispiel, dass sein kleiner Finger an seiner linken Hand abgeschnitten worden war und dass die Soldaten den Ort angeblich in einem gelben Hubschrauber nach Kolumbien verlassen hatten.

Noch gibt es keine genauen Angaben, wie viele Guerilleros oder Soldaten bei der Operation in Venezuela getötet wurden. Andere Spekulationen, es sei ein Angriff der Bruderorganisation der FARC-EP unter Gentil Duarte gewesen oder gar venezolanische Soldaten, die hinter der hohen Geldsumme bei Hinweisen zum Ergreifen des Guerillakommandanten her gewesen seien, müssen ebenso noch überprüft werden.

Mit dem Tod von Jesús Santrich verliert die Guerilla einen ihrer schillerndsten Personen. Santrich war maßgeblich für die politische Prägung der Guerilla verantwortlich und betätigte sich neben der politischen Arbeit in der Herausgabe von Poesie und Büchern. Sein Markenzeichen war aufgrund einer Augenverletzung seine Sonnbrille, die er ständig trug.

 

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Der mutige Kampf des kolumbianischen Volkes

Das Comando Coordinador de Occidente der FARC-EP, zu Deutsch Westliches Koordinationskommando der FARC-EP, dass aus den Strukturen wie den Mobilen Kolonnen Jaime Martínez, Dagoberto Ramos, Franco Benavides und Urias Rondón, sowie den Fronten Carlos Patiño, Rafael Aguilera und Ismael Ruiz besteht, die in den südwestlichen Provinzen wie Valle del Cauca, Cauca und Nariño aktiv sind, erklärst sich solidarisch mit den sozialen Protesten in Kolumbien und hat dazu wiederholt ein Kommuniqué mit dem Namen „Der mutige Kampf des kolumbianischen Volkes“ herausgegeben.

Besonders im Cauca bzw. der Hauptstadt Popayán sind die Proteste in den letzten Tagen radikal vorgetragen worden. Zuletzt wurden Institutionen von Polizei und Staatsanwaltschaft von Demonstrierenden angegriffen. Neben den vielen Faktoren der sozialen Proteste, wie Steuerreform, Arbeitslosigkeit, Rassismus und Korruption, sind dies vor allem die Gewalt der Polizei und Aufstandsbekämpfungseinheit ESMAD, die zuletzt eine festgenommene 17-jährige missbrauchten, die sich daraufhin das Leben nahm. Auch eine weitere junge Person wurde getötet. Die Wut der Menschen staut sich aufgrund der sozialen und politischen Lage besonders schnell an.

Trotz des immensen natürlichen Reichtums der Provinz gehört Cauca zu den kolumbianischen Armenhäusern, die stiefmütterlich von der Regierung behandelt werden. Geprägt ist die Provinz von einem hohen Anteil an indigener Bevölkerung, die von der Regierung als Menschen zweiter Klasse behandelt und strukturell benachteiligt werden. Eine Umsetzung des Friedensabkommens wäre hier dringend von Nöten. Der Staat ist hier vor allem in Form seiner staatlichen Sicherheitskräfte präsent und weniger in Form von sozialstaatlichen Institutionen und sozialer Infrastruktur. Kein Wunder also, dass es aufständische Organisationen wie die FARC-EP hier leicht haben.

„Das westliche Koordinationskommando begrüßt im Namen der Strukturen, aus denen es besteht, das kolumbianische Volk, die sozialen Organisationen, aber auch Gruppen von Freunden, Cliquen usw., dies zeigt, dass die Bewusstseinsebene die organisierten sozialen Prozesse übersteigt und dass das Volk wütend auf die zynischen wirtschaftlichen und politischen Festsetzungen ist, die der illegitime „Präsident“ Iván Duque umsetzen wollte, was nichts anderes ist als die Erfüllung des Mandats seiner Chefs: des Internationalen Währungsfonds, der Weltbank und des US-Imperialismus.

Wir sympathisieren mit all jenen, die ihre Familienmitglieder verloren haben, die von denen geschlagen und verletzt wurden, die sich selbst als Garanten der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts proklamieren (dieselben, die glauben, dass unzufrieden sein gleich randalierend ist und als solche behandelt werden muss). Wir können nicht schweigen oder tolerant sein, wenn wir sehen, wie eine Gruppe von Mitgliedern der ESMAD oder der Polizei die Demonstranten mit einem Stock schlägt und einer Kugel tötet, nur für die bloße Tatsache, Bildung für ihre Kinder zu beanspruchen, um gegen die Ungerechtigkeiten des Staates zu sein.

Wir sind auch ein Volk, wir sind ein Volk in Waffen, das den Schmerz und die Wut jedes Einzelnen spürt, welcher unter den Einspruch erheben leidet. Wir sind ein Volk in Waffen, weil wir treue Zeugen dafür sind, dass Demokratie in Kolumbien nur auf dem Papier existiert. Wir sind ein Volk in Waffen, weil wir wissen, dass der einzige Weg, sich Gehör zu verschaffen, auf diese Weise besteht, und es gibt keinen anderen, weil sie die Türen zu einer konzertierten Lösung geschlossen haben, weil wir jedes Mal, wenn wir unsere Meinungsverschiedenheiten zum Ausdruck brachten, massakriert wurden, gedemütigt, eingesperrt, verschwunden, vergewaltigt durch die Truppen der ESMAD und der Polizei. Wir sind das Volk in Waffen, weil wir uns bewusst sind, dass das Volk der Souverän ist und dass die Volksmacht über ihren Herrschern steht, aber diese staatenlose und kriminelle Oligarchie geht nicht über ihre Interessen hinaus, es ist ihnen egal, wie viele Unschuldige sie töten müssen, um ihren Durst nach Reichtum und Macht zu stillen. Wir sind der Teil des Volkes, der gegen dieses mörderische, plutokratische Regime rebelliert hat, der nichts anderes als ein Blutegel ist, die sich vom Blut der Armen ernähren. Wir sind dieser Teil des Volkes, denn wir verstehen, dass es besser ist, im Stehen zu sterben, als auf den Knien zu leben. (…)“

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FARC-EP nimmt venezolanische Soldaten gefangen

Sowohl die FARC-EP als auch das Internationale Rote Kreuz haben die Gefangenname von acht venezolanischen Soldaten bestätigt. So soll die 10. Front der FARC-EP Martín Villa die Soldaten bei Kämpfen am 23. April festgenommen haben. In dem Kommuniqué des Generalstabs der 10. Front wird aber verdeutlicht, dass unter Einbeziehung von internationalen Protokollen die Übergabe der gefangenen Soldaten an eine internationale Kommission. In dem Kommuniqué sind die Namen der acht Kriegsgefangenen aufgelistet.

Seit dem 21. März gibt es schwere Kämpfe auf venezolanischem Territorium Nahe der Grenze zu Kolumbien. So wurden bisher 16 Soldaten der venezolanischen Armee getötet und Hunderte Bewohner vertrieben. In die Kämpfe verwickelt ist die 10. Front der FARC-EP, die sowohl in der kolumbianischen Provinz Arauca als auch im venezolanischen Bundesstatt Apure ihre Basen hat. Sie gehört zu der FARC-EP unter Gentil Duarte und seine neustrukturierten Fronten im militärischen Ostblock.

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Regierung reagiert mit Militär und Polizei auf Proteste

Es sind die größten und längsten andauernden Proteste in Kolumbien seit Jahren. Sie werden von allen Bevölkerungsgruppen getragen, auffällig ist jedoch, wie stark die Jugend bei den Protesten vertreten ist und wie kraftvoll und radikal die Proteste vorangetrieben werden. Sie zeigen dabei deutlich, dass es eine große Unzufriedenheit mit der Regierung und der korrupten Klientelpolitik gibt. Die Regierung antwortet wie so häufig mit Gewalt und Repression. Auch dies verdeutlicht, Kolumbien ist ein Land, bei dem eine Minderheit – auch mit Gewalt – die Interessen gegenüber einer Mehrheit vertritt. Wendet sich nun das Blatt?

Ursächlich für die aktuellen großen Proteste, die teilweise das Land lahmlegen, sind mehrere Gründe. Da ist zum einen die fehlende Umsetzung des Friedensabkommens und die gestiegene Gewalt, vor allem in den ehemaligen Konfliktzonen. Während unter Ex-Präsident Santos noch versucht wurde, das Friedensabkommen in einigen Teilen zu erfüllen, äußert sich der aktuelle Präsident Duque ganz klar, dass er daran kein Interesse hat. Des Weiten sorgte eine Ankündigung zur Steuerreform, zum Nachteil der weniger besitzenden Mehrheit, für die Bereitschaft auf die Straße zu gehen. Dazu gesellen sich strukturelle Probleme in einem Land, das an natürlichen Ressourcen reich ist, von dem die Bevölkerungsmehrheit aber nicht partizipiert, sondern nur die Konzerne und Großgrundbesitzer. Covid19 hat die strukturelle Ungleichheit noch verschärft.

Doch statt Lösungsansätze zu präsentieren und den Dialog zu suchen, reagiert die Oligarchie wie gewohnt, sie setzt auf Militarisierung, um die Proteste niederzuschlagen. Dies kennt sie bereits aus der Aufstandsbekämpfung gegen die Guerilla. Es ist jedoch diese Spirale, die immer dafür gesorgt hat, dass sich viele Personen der aufständischen Bewegung angeschlossen haben, auch wenn diese nicht maßgeblich für die Proteste verantwortlich ist. Bei den Zusammenstößen sind rund 30 Menschen ums Leben gekommen, Hunderte verletzt, die meisten von ihnen Demonstranten, fast 100 werden derzeit vermisst. Das sind beeindruckende und traurige zahlen. Wer für diese Gewalt und Repression verantwortlich ist, der hat den Kontakt zur Bevölkerung, den Kontakt zum einfachen Volk, verloren.

Interessant ist, dass die Unruhen nicht nachgelassen haben. Stattdessen ist die Menge der Protestierenden und Wütenden nur noch gewachsen, angeheizt von der Empörung über die Reaktion der Regierung. Zu den Demonstranten zählen jetzt Lehrer*innen, Ärzte, Studierende, Mitglieder großer Gewerkschaften, Indigene, langjährige Aktivist*innen und Kolumbianer*innen, die noch nie zuvor auf die Straße gegangen sind. Kolumbien in den letzten Tagen, das sind Bilder wie aus einer Militärdiktatur mit Toten und Verletzen in den Straßen. In Cali, in Ibagué, Bucaramanga, Neiva, Manizales, Medellín, Pasto, Popayán, Pereira, Bogotá und vielen anderen Orten sowie großen Verbindungsstraßen im Land.

„Die Generäle Zapateiro und Vargas, von der Armee und der Polizei, sie sind Monster, Mörder, die als nützliche Idioten für die Tyrannei fungieren. Und sie sind Idioten, weil sie wissen, dass der Uribismus in die schlimmsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit der bewaffneten Institutionen verwickelt ist, wie die sogenannten falsos positivos, und dann werden sie allein gelassen und ausnahmslos verlassen, wenn sie vor dem Gericht Gesicht zeigen müssen. Die Tage der Straflosigkeit der Determinanten des staatlichen Völkermords sind gezählt. Duque und Uribe, Zapateiro und Vargas, müssen sich für diese Toten verantworten. Wir rufen alle bolivarischen und patriotischen Militärs auf, die Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten der Luftwaffe, der Armee und der Marine, um den Nationalstreik zu unterstützen“, heißt es in einer Erklärung der aufständischen FARC-EP, Zweites Marquetalia.

Einzelne Personen aus den staatlichen Sicherheitskräften haben sich schon klar dazu positioniert, dass sie nicht auf das Volk schießen werden. Doch bisher sind es nur Einzelne. In jedem Fall werden diese Proteste das Land verändern. Die Militarisierung des Landes kann zwar kurzfristig die Proteste stoppen, aber nicht den Kampfeswillen vieler Menschen, die von einer korrupten Regierung im Stich gelassen werden. Die Aufrufe aus den aufständischen Bewegungen, klandestine Zellen zu bilden, die politische Untergrundbewegung aufzubauen und den politischen und militärischen Kampf mit der Guerilla fortzuführen, werden nicht unerhört bleiben. In solchen Zeiten zeigt sich immer, dass der aufständische Kampf durchaus gerechtfertigt ist.

„… Inzwischen sind die fundamentale Bastion der politischen Opposition gegen das oligarchische Regime die von der Guerilla kontrollierten Berge. In diesen letzten Jahren wurden zwei ganze Generationen von populären Führern, die ihr Streben nach sozialem Wechsel und Veränderungen manifestierten, vom bewaffneten Apparat des Staates, der bei seiner schmutzigen Mordtätigkeit keine Waffenruhe gewährte, umgebracht.

Eben aus diesem Grunde bleibt der revolutionäre Guerillakampf ein wertvolles Instrument des Kampfes um demokratische Veränderungen in unserem Land. Und solange die Regierungen die Politik des internen Krieges weiter betreiben, wird er auch die einzige Möglichkeit bleiben.“

Aus: Resistencia International (Deutsch) – Sondernummer Jan. 2000

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21 Jahre Bolivarische Bewegung für das Neue Kolumbien

Am 29. April des Jahres 2000 gaben die FARC-EP die Gründung einer neuen politischen Organisation mit dem Namen „Movimiento Bolivariano por la Nueva Colombia“ (kurz: MB) bekannt. Damit reagierten sie auf ihr Problem, keinen politischen Arm mehr nach außen zu haben. Die auf Deutsch heißende „Bolivarische Bewegung für das Neue Kolumbien“ sollte eine klandestine, aber in allen Bevölkerungsschichten – vor allem in der jungen Generation – breit aufgestellte Plattform aus vielen Zellen sein. Sie sollte die Politik der aufständischen Bewegung in der Bevölkerung verankern. Über viele Jahre bestimmte sie in weiten Kreisen die politische Diskussion der Guerilla in Schulen, Universitäten, Fabriken und auf der Straße.

Anbei dokumentieren wir eine Erklärung der FARC-EP, Zweites Marquetalia, zum Gründungstag der Bolivarischen Bewegung für das Neue Kolumbien mit dem Aufruf, diese weiter aufzubauen. Zudem gibt es einen Weblink zur Online-Ausgabe der „Nueva Colombia“ (Neues Kolumbien), der Zeitschrift der Bewegung.

 

Erklärung:

21 Jahre Bolivarische Bewegung für das Neue Kolumbien

Am 29. April 2000 kündigte Kommandant Alfonso Cano in Begleitung von Manuel Marulanda Vélez und seinem Generalstab auf dem Podium von San Vicente del Caguán, mit dem wiedergeborenen Befreier im Gelb, Blau und Rot der Heimat im Hintergrund, die Entstehung der Bolivarischen Bewegung für ein Neues Kolumbien an, ein Raum der nationalen Unzufriedenheit, ein Treffen unserer Träume von einer neuen Heimat und der Einheit und des Kampfes für eine alternative Regierung, die unsere Zukunft mit Menschlichkeit erfüllt.

21 Jahre später geht der Kampf weiter, denn nichts hat sich zugunsten der verarmten und schlecht behandelten Mehrheiten geändert. Es gibt keine wahre Demokratie, die Menschen haben weder eine Stimme noch ein Votum, wenn es darum geht, die wirtschaftlichen und sozialen Strategien zu definieren, die sich auf ihre Zukunft auswirken werden. Das Wahlsystem ist unzuverlässig, toleriert Betrug durch politische Haie und bestraft den Kauf von Stimmen und Gewissen nicht. Der Nationale Wahlrat (CNE) ist keine unparteiische Institution, es ist ein untergeordnetes Organ der Regierungspartei. Es ist eine Schande, dass Iván Duque die erste Amtszeit erreicht hat, die mit Geldern aus dem Drogenhandel finanziert und dass sein Mandat weder sanktioniert noch widerrufen wurde. Auf jeden Fall wurde die ñeñe-Politik zu den Altären der Straflosigkeit erhoben und wurde zu einer unaussprechlichen Angelegenheit für die Staatsanwaltschaft. Wir Kolumbianer leben den Albtraum des von Álvaro Uribe Vélez gegründeten Narco-Staates.

Der Kampf geht weiter, weil diese träge Oligarchie, die das Leid der Untergebenen nicht spürt, weiterhin an der Macht ist und den Armen immer mehr Steuern und den großen Reichen immer mehr Befreiungen auferlegt. Warum wird jedes Mal, wenn der Mindestlohn für Arbeiter ausgehandelt wird, diese Oligarchie, die mit der Mafia zusammen regiert, mit der Gier und dem Geiz der Geschäftsleute in Einklang gebracht? Machen wir uns nichts mehr vor. Die kolumbianische Regierung ist eine Regierung der Oligarchie und für die Oligarchie. Es ist nicht die Regierung aller Kolumbianer, nein. Angesichts der Angst der Menschen ist sie taub und hat keine Ohren, aber sie befriedigt schnell die maßlose Gier des Unternehmertums. Nur das Gesetz des Trichters erfüllt ihre Gier. Diese Regierung ist die Pandemie, die die Armen tötet und die mittleren Schichten der Gesellschaft tödlich verletzt. Sie machten Gesundheit, Bildung zu einem privaten, kapitalistischen Geschäft und nicht zu einer Verpflichtung des Staates gegenüber seinen Bürgern. Das Recht auf Land, Wohnen, Beschäftigung, Kleidung, Trinkwasser, Markt, gute Straßen und Vernetzung ist für die Demütigen zunehmend unerreichbar. Wir müssen ihnen nicht nur Steuern für die Nutzung der Straßen zahlen, sondern auch, wenn wir sie für Reisen in den Städten bezahlen sollen. Selbst die öffentliche Gewalt, die von ihrem Gründer, dem Befreier Simón Bolívar, mit dem Ziel, Unabhängigkeit und soziale Garantien zu verteidigen, eingesetzt wurde, soll heute als Privatarmee der Oligarchie zur Verteidigung ihrer wirtschaftlichen Interessen und ihrer Machtbeständigkeit eingesetzt werden. Wir müssen diese krankhafte Situation ändern.

Wie der Führer der großen Masse, Jorge Eliécer Gaitán, sagte, versuchen die plutokratischen Oligarchien des Landes nur, die Interessen der Wenigen über das Leben der meisten zu stellen. Ihre Politik ist nutzlos, weil sie sich nicht auf die Würde des menschlichen Lebens konzentriert. Und das ist es und in dieser Ungerechtigkeit sind sie seit mehr als zwei Jahrhunderten, obwohl wir das populäre Sprichwort wiederholen: „Es gibt nichts Schlechtes, was hundert Jahre anhält und auch keinen Körper, der es aushält.“ Schluss damit. Wir werden nicht auf Dauer ein Land der Ausgestoßenen sein, die sich den Verbrechen der Oligarchie beugen und unterwerfen. Das kolumbianische Volk sollte nicht länger der Spielplatz der Tyrannei des Kapitals sein. Es ist an der Zeit, den Menschen zuzuhören und dem Willen des Volkes zu gehorchen.

Wir fordern die klandestinen Mitglieder der Bolivarischen Bewegung für ein Neues Kolumbien auf, die im April 2000 von Alfonso Cano gegründet wurde, ihre Bemühungen um die Sensibilisierung für die Einheit der Bevölkerung und den Kampf für eine neue Regierung zu verdoppeln. Eine neue demokratische Koalitionsregierung, hervorgehend aus einem politischen Abkommen oder Pakt, dass die Rechte des Volkes vollständig wiederherstellt, beginnend mit dem wichtigsten von allen: dem stabilen und dauerhaften Frieden. Eine Regierung, die die historischen Schulden mit dem kolumbianischen Land bezahlt und nicht mehr bei Agrarreform und der Landbetitelung der Bauern trickst. Eine Regierung, die immer die Würde des Lebens aller Kolumbianer und nicht nur einer Handvoll selbstsüchtiger Oligarchen anstrebt, die kein bisschen Menschlichkeit oder Liebe für das einfache Volk Kolumbiens empfunden haben, das sie verachten. Eine neue Regierung, die eine freie Einschreibung für Studenten und eine kostenlose und qualitativ hochwertige Bildung auf allen Ebenen garantiert, die in den ersten 100 Tagen ihres Verwaltens einen Sozialplan gegen die Armut umsetzt und ein Grundeinkommen formalisiert, das den Vergessenen des Heimatlandes die Hand gibt.

Es ist jetzt oder nie. Lasst uns gemeinsam für ein Neues Kolumbien arbeiten, aus den sozialen und politischen Bewegungen heraus, aus den Parteien, aus den Kasernen oder wo immer wir sind. Das Ziel ist die Mobilisierung und der Kampf und die Unterstützung der demokratischen Koalition für eine neue Regierung, die eine lange Ära von Frieden, sozialer Gerechtigkeit, Demokratie und Souveränität einleitet.

Es lebe der 29. April!

Viva el Movimiento Bolivariano por la Nueva Colombia!

Es lebe die Bolivarische Bewegung für das Neue Kolumbien!

FARC-EP

Zweites Marquetalia

  1. April 2021
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Zeitschrift Resistencia erschienen

Die FARC-EP, Zweites Marquetalia, hat nun das Projekt der Zeitschrift Resistencia wiederbelebt. Wenn auch nur in digitaler Form und von den Fronten im nördlichen wiederbelebten Block „Martín Caballero“, die maßgeblich vom politischen Kommandierenden Jesús Santrich geprägt sind. Die Zeitschrift Resistencia hat eine lange Tradition in der Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation der aufständischen Bewegung. Neben der nationalen Ausgabe gab es über viele Jahre auch eine internationale Ausgabe sowie das Projekt in den 2000er Jahren, einer deutschsprachigen Ausgabe.

Zwar wurde die Resistencia bereits in den letzten Jahren der FARC-EP vor dem Abschluss der Friedensverhandlungen eingestellt, doch wir finden einen Online-Ausgabe auch aktuell noch als ein signifikantes Mittel der Propaganda und Öffentlichkeitsarbeit. Begründet wurde damals das Einstellen der Resistencia mit dem zeitlichen und ressourcentechnischen Aufwand, wobei als Kommuniqués und andere Texte leichter über Webseiten und soziale Kanäle zu verbreiten wären.

Link zur PDF-Datei der Resistencia

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Weitere Operationen gegen Guerilla im Südwesten

Neben den militärischen Schlägen verstärken die staatlichen Sicherheitskräfte auch durch Festnahmen und andere Operationen ihren Kampf gegen die FARC-EP. So gab es in einer kontrollierten Operation „Apolo“ in der letzten Woche mehrere Festnahmen von Mitgliedern der mobilen Kolonne Dagoberto Ramos. Die Operationen wurden teilweise zeitgleich durch Armee und Polizei an verschiedenen Orten durchgeführt.

Die Struktur Dagoberto Ramos war einer der ersten dissidentischen Gruppen der FARC nach dem Friedensvertrag vom Jahr 2016. Sie operiert im Nordosten des Cauca mit Verzweigungen in die Provinzen Huila und Tolima. Ihr Netz wird auf einige Hundert Personen geschätzt, darunter sind auch Milizionäre und Informanten. Im Nordwesten hingegen operiert die Struktur Jaime Martínez. Alle sind im Westliches Koordinationskommando zusammengefasst.

Vier Personen, Mitglieder der Fünften Kommission der mobilen Kolonne „Dagoberto Ramos“, wurden nun im östlichen Cauca sowie in den ländlichen Gemeinden von Neiva und Palermo (beide im Huila gelegen) festgenommen. In weniger als einer Woche ist es der zweite Schlag gegen die Struktur, bereits Tage zuvor wurden im ländlichen Gebiet der Gemeinde La Plata sechs Personen festgenommen und Waffen beschlagnahmt.

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Schwere Kämpfe im Cauca

Bei schweren Kämpfen im Cauca sind nach Armee- und Medienberichten bis zu 14 Guerilleros der FARC-EP getötet worden. Die Kämpfe fanden inmitten einer Militäroperation in der Gemeinde Argelia im Südwesten Kolumbiens in der Provinz Cauca statt. Im Fokus der Militäroperation ist dabei die Front Carlos Patiño der FARC-EP, die im Comando Coordinador de Occidente (Westliches Koordinationskommando) zusammengefasst sind. Diese sind mit den Strukturen im Osten unter Gentil Duarte und der 1. und 7. Front verbündet.

Bei den Kämpfen kam es auch zu verletzten Opfern unter der Zivilbevölkerung. Auch ein Soldat wurde getötet und weitere verletzt. Bei der Militäroperation, die vor allem aus der Luft erfolgte, wurden auch Hubschrauber der Armee von der FARC-EP angegriffen. Im Cauca deutete sich eine Zuspitzung der Situation an. Zum einen kam es im Süden der Provinz zu Kämpfen zwischen der FARC-EP und dem ELN, zum anderen wurde der Druck auf die staatlichen Sicherheitskräfte zur Durchführung einer Militäroperation größer.

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