Propaganda von der Zeitschrift Semana

Das Wochenmagazin und Online-Zeitschrift Semana ist seit mehreren Monaten für den Wechsel hin zu einem rechten Medium bekannt geworden. Früher bekannt durch investigativen und kritischen Journalismus, wird heute Propaganda für die rechte Regierung unter Duque gemacht und Meinungsmache betrieben. Im permanenten Ziel sind alle linken und progressiven Kräfte. Aktuell wird eine Reportage über die FARC-EP, Zweites Marquetalia, veröffentlicht, in der Fotos von FARC-Kommandierenden aus Venezuela gezeigt werden und diskreditierende Halbinformationen geschürt werden. Auf der Titelseite heißt es da: „Exklusiv: So bewegen sich Iván Márquez, Santrich, Romaña und El Paisa in Venezuela“; und mittendrin, das Netzwerk Kolumbieninfo.

Diese scheinbaren Reportagen, die damit aufwarten, dass man angeblich alle Aufenthaltsorte der Führungspersonen der aufständischen Bewegung kenne, ihre Ziele und Kommunikationsrouten, sind eigentlich nichts Neues. Diesmal sind aber zumindest einige der Fotos interessant, die nahe legen, dass Informanten in der Nähe um die Kommandierenden unterwegs sind. Nicht unerwähnt sei jedoch, dass alle Informationen von der Regierung und dem Militär stammen. Die beigelegten Informationen sind wie immer propagandistisch gefärbt und dienen einzig der Diskreditierung der Guerilla, indem sie als eine „Narco-Organisation“, also als Drogen-Organisation, dargestellt wird.

Nun ist es nichts Neues, dass sich Personen der Guerilla in Venezuela aufhalten. Schon seit vielen Jahren, und noch unter der Ex-FARC vor dem Friedensprozess von Havanna, verdeutlichte die aufständische Bewegung, dass für sie die Länder Ecuador, Kolumbien und Venezuela – wie auch historisch – als ein großes Heimatland gelten. Und auch die Finanzierung war immer klar deutlich. Eine illegalisierte Bewegung kann auch nur illegal Geld einnehmen. Dies ist die Logik der Illegalität und Kriminalisierung von aufständischen Bewegungen.

Mit dem Ziel der Desinformation in der Propagandaschlacht werden die Fotos der FARC-EP, Zweites Marquetalia, mit reißerischen Unterschriften verbreitet. Neben Drogengeschäften und sogar eigens für den Transport angeschafften Flugzeugen geht es da um die ehemaligen FARC-Kommandeure Iván Márquez, Jesús Santrich und Romaña, die es geschafft haben in Venezuela ein Operationsgebiet aufgebaut zu haben. Oscar Romero, alias El Paisa, ist derjenige, der sich in Kolumbien am meisten in den Provinzen Guainía, Guaviare, Caquetá, Huila und Meta bewegt. Und natürlich, um Allianzen im Drogenhandel zu suchen.

Die Geheimdienstorganisationen sind der Ansicht, dass es für Iván Márquez und die FARC-EP wichtig ist, aufständische Situationern zu erzeugen, die in Streiks und spontanen Mobilisierungen geschehen können. Ein Fokus soll die Arbeit in den Städten sein. Auf jeden Fall ist seine Aktivität der Kommunikation und Propaganda intensiv, berichtet Semana und richtet sich unter anderem an junge Menschen und die sozialen und politischen Bewegungen. Dies stimmt, denn die aufständische Arbeit ist Arbeit mit den Massen. Demzufolge ist die Kommunikation und Propaganda enorm wichtig.

Schließlich kommt Semana mit ihren „Enthüllungen“ noch auf die Kommunikationsstrategie zu sprechen, die auch Kolumbieninfo beinhaltet. „Obwohl Twitter kürzlich die Konten von Iván Márquez und Jesús Santrich geschlossen hat, sind andere noch in Kraft und senden sie ihre Nachrichten aus. Zum Beispiel gehört der Account @Laluchasigue29 einer Person, die sich als Danilo García identifiziert und in seiner Biografie vom Zweiten Marquetalia spricht. Ein anderer Benutzer, der bereits diese Woche als @liev_g identifiziert wurde, verspottete die jüngsten Warnungen von Verteidigungsminister Diego Molano gegen Santrich und Márquez nach seinem Amtsantritt. Andere Konten, mit denen sie Informationen senden, sind @Deimar_correa und @LunaLun31327055. Die FARC-Dissidenten sind plattformübergreifend und erscheinen auch auf Instagram und Facebook. Einige von ihnen wurden kürzlich geschlossen.“

Und weiter: „Im Allgemeinen handelt es sich um Profile mit wenigen Followern, sie senden Mitteilungen an die Öffentlichkeit und Signale zwischen ihnen. Die Behörden schließen sie dauerhaft, aber das Netzwerk ist so breit, dass sie sofort neue öffnen und der Geheimdienst seine Arbeit erneut aufnehmen muss, um sie zu erkennen. Ihre sozialen Netzwerke weisen Konten in einigen europäischen Ländern aus, wie z. B. @KolumbInfo in Deutschland. Dieses wurde bereits geschlossen.“ Schön, dass wir als investigatives und solidarisches Netz nun die Bestätigung für die Sperrung erhalten haben. Aber eines müssen wir noch klar stellen, wir sind ein eigenes Netzwerk und gehören weder der einen Organisation, noch der anderen Organisation an.

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