Überblick Zentraler Generalstab der FARC-EP

Die FARC-EP, Zentraler Generalstab, unter der Führung von Iván Mordisco hat ihre Ursprünge in der 1. Front Armando Ríos, die bereits frühzeitig das Friedensabkommen der „alten“ FARC-EP von November 2016 ablehnte. Der erste Kommandant der Front war alias Gentil Duarte, der im Mai 2022 getötet wurde. Seitdem wird die Organisation von alias Iván Mordisco kommandiert, der auch Befehlshaber der 1. Front war. Der Zentrale Generalstab, wie sie in Abgrenzung zur FARC-EP des Zweiten Marquetalia heißen, ist die größte der beiden Organisationen der FARC-EP, die sich als je legitime Nachfolger der FARC-EP sehen. Sie sind in mehr als 166 Großgemeinden und in 22 Provinzen aktiv. Dabei haben sie sich stetig vergrößert.

Dieses territoriale Wachstum hängt hauptsächlich mit zwei Faktoren zusammen. Der erste Faktor ist die Erhöhung ihrer Mitglieder, in dem sie sich auf rund 3500 Guerilleros in den letzten Jahren vergrößert haben. Darunter sind rund 2150 direkt unter Waffen stehende Personen sowie 1350 Milizionäre in den Unterstützungsnetzwerken. Der zweite Faktor ist die Konsolidierung ihrer politisch-militärischen Macht in Gebieten wie Cauca, Norte de Santander, Arauca, Putumayo, Valle del Cauca und Antioquia. In Gebieten wie Caquetá und Meta ist sie seit jeher präsent.

Die FARC-EP besteht in ihrer politisch-militärischen Struktur hauptsächlich aus Fronten, die sich in festgelegten Regionen bewegen. Mehrere Fronten in einem großen Gebiet bilden einen Block. Derzeit gibt es vier Blöcke, bzw. große einheitliche Zusammenführungen von den Fronten, wobei der Südblock ab und an Erwähnung findet, er aber von der FARC-EP zum Südostblock hinzugezählt wird. Da zu einem Block jedoch mehrere Strukturen bzw. Fronten gehören müssen, wird der Südblock in der Betrachtung also außer Acht gelassen.

Im Block Magdalena Medio besteht die FARC-EP aus den folgenden Fronten: 4. Front, 18. Front, 24. Front, 27. Front, 33. Front, 36. Front, 37. Front „Mario Morales“, und die 41. Front. Als besonders aktiv gelten die 18. und 36. Front in Antioquia sowie die 33. Front in Norte de Santander, die zudem noch die Mobile Kolonne El Negro Eliécer Gaitán führt. Im Süden des Cesár wird gerade versucht, neue Strukturen aufzubauen, dazu zählt die 41. Front.

Der Westblock Kommandant Jacobo Arenas, ehemals das Westliche Koordinationskommando, zählt mit dem Südostblock zu den aktivsten Blöcken. Im Westblock versammeln sich die Fronten Jaime Martínez, Dagoberto Ramos, Franco Benavides, Urías Rondón, Rafael Aguilera, Carlos Patiño und Ismael Ruíz sowie die Kompanie Adan Izquierdo und die Kompanie Jhonier Toro. Tätig ist der Westblock vor allem im Südwesten des Landes mit den Provinzen Nariño, Cauca, Huila und Valle del Cauca.

Das Vereinigte Kommando des Ostens besteht aus den 10. Front Martín Villa, der 16. Front, der 28. Front José Maria Córdoba, der 39. Front Arcesio Niño sowie der 45. Front. Besonders die 10. und die 28. Front machten auf sich aufmerksam, da sie in Arauca in einem Konflikt mit der ELN standen und es in der Provinz zu einer Gewaltwelle kam. Die Grenzregion zu Venezuela ist strategisch wichtig und war daher stark umkämpft.

Der Südostblock Jorge Suárez Briceño ist der aktivste Block und sozusagen mit der 1. und 7. Front die Mutterstruktur der FARC-EP unter dem Kommando von Iván Mordisco. Zum Südostblock gehören die 1. Front Armando Ríos, die 7. Front, die 14. Front, die 17. Front, die 26. Front, sowie die Fronten 40, 43, 49 und 62. Teilweise sind diese aber auch in neue Fronten aufgegangen und ein genaues Auseinanderdividieren ist nicht möglich. Aktuell sind die Fronten Iván Dias, Carolina Ramírez, Comandante Rodrigo Cadete, Edison Cinco Mil, Jorge Suárez Briceño und Dario Gutiérrez sowie die Mobile Kolonne Miller Perdomo zu erwähnen.

Das Aktionsgebiet des Südostblocks ist sehr groß und besteht aus Territorien, wo die FARC-EP seit Jahrzehnten verankert ist. Von hier aus wurden Emissäre in andere Landesteile gesendet, um die FARC-EP und die wieder aufkommenden Strukturen der „dissidentischen“ FARC-EP zusammenzuführen. Dieses Projekt ist erstaunlicherweise gut gelungen, wenn man den organisatorischen Aufwand betrachtet und die Konkurrenz der FARC-EP, Zweites Marquetalia.

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Weitere Operationen gegen Guerilla

Die Operationen der staatlichen Sicherheitskräfte gegen Strukturen der aufständischen Bewegung FARC-EP laufen weiterhin, obwohl in der Öffentlichkeit vom anstehenden Friedensprozesses fabuliert wird. Neben den Provinzen Caquetá und Cauca ist derzeit auch die Provinz Nariño stark von militärischen Auseinandersetzungen betroffen. So gab es Aktionen der Streitkräfte ein hergehend mit starken Kämpfen gegen die Front Franco Benavides der FARC-EP, die im Westblock Kommandant Jacobo Arenas organisiert ist. Die Kämpfe fanden unter anderem im ländlichen Gebiet der Gemeinde Andes Sotomayor (Nariño) statt. Leidtragend ist vor allem die lokale Bevölkerung. Erst vor kurzem kam es während einer Militäroperation in der Gemeinde La Plata (Provinz Huila) zum Tod eines Kindes durch die Armee, welches zuerst der aufständischen Bewegung in die Schuhe geschoben wurde. Proteste der lokalen Bevölkerung und Videos zeigen jedoch, wer die Aggressionen und den Tod zu verantworten hat.

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FARC-EP gegen Korruption

Die Front Carlos Patiño aus dem Westblock Kommandant Jacobo Arenas der FARC-EP hat in einem Kommuniqué öffentlich gemacht, dass eine Kandidatur zur Bürgermeisterin von Argelia im Süden der Provinz Cauca nicht geduldet wird. Dies zeigt deutlich, wie korrupte Kreise ihre machtherrschaft auch auf dem Land sichern wollen, was eine Ausbeutung der öffentlichen Mittel und Armut für die einfache Bevölkerung bedeutet. Auf der anderen Seite zeigt der Fall, wie wichtig auch eine Kontrollinstanz ist und wie die unter anderem die politisch-militärische Arbeit der Guerilla aussieht.

In dem Kommuniqué der FARC-EP heißt es, dass der Vater von Karen Melissa Mejía Gaviria, Bernardo José Mejía Daza, ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde, die Errichtung des Militärstützpunktes gefördert hat, der von der Gemeinde nicht genehmigt wurde. Des Weiteren stellt das Kommuniqué klar, dass sie und ihre Mitarbeiter nicht in die Stadt Argelia oder Gebiete, die von der FARC-EP kontrolliert werden, eindringen dürfen, weil sie mit Korruption, Veruntreuung, Drohungen und sexuellem Missbrauch in der Gemeinde in Verbindung gebracht wird.

Die Front Carlos Patiño rief auch die Gemeinde dazu auf, keine Spenden von Karen Melissa Mejía Dazas und ihrem Team zu erhalten, da gegen sie öffentliche und gemeinschaftliche Sanktionen verhängt werden könnten. Zudem rief die Guerilla dazu auf, weiterhin Korruptionsakte zu melden. In dem Kommuniqué vom 26. Juli wird der Wahlkampf stark kritisiert, der von Verwaltungsbeamten aus der Gemeinde unterstützt wird, da die Logistik und die kommunalen Ressourcen genutzt werden, was zu Benachteiligungen gegenüber den anderen Kandidaten führt.

Außerdem gäbe es Kontakte der Kandidatin und ihrer Familie sowie der nahestehenden Beamten zur Gruppe Los Pocillos, einer kriminellen Organisation. In dem Kommuniqué wird sich auf des Revolutionsgesetzt Nr. 003 berufen, dass von der FARC-EP im Mai 2000 beschlossen wurde. Es dient immer wieder in den von der Guerilla kontrollierten Gebieten zur Durchsetzung der öffentlichen Interessen im Umgang mit öffentlichen Mitteln. Die Korruption und der Machtmissbrauch sind in Kolumbien weit verbreitet. Anbei das Gesetz 003 zur Dokumentation:

 

Gesetz 003 Behördliche Korruption

1. Kolumbien wird von der Geisel der Korruption geplagt, besonders von der Plünderung der öffentlichen Finanzen, die von den Möchtegern-Politikern und den Beamten der Nation, der Bundesstaaten, der Gemeinden und der dezentralisierten Institute in eine persönliche Bereicherungsquelle verwandelt wurden.

2. Dieser perverse Brauch ist doppelt schädlich, weil er die Moral des Landes verletzt und es stets tiefer in wirtschaftliche Rückständigkeit und soziale Ungerechtigkeit versinken lässt.

3. Die herrschende Straflosigkeit ist eine direkte Folge der Solidarität der politischen Kaste des Landes untereinander, in der einer den anderen deckt, je nachdem, wer gerade der jeweiligen Regierung vorsteht. Deren Meinungsverschiedenheiten sind nur Streitereien, um festzulegen, wer sich den Kuchen des Staatshaushaltes teilt.

4. Trotz aller Rhetorik hat keine Regierung wirksame Maßnahmen zur Ausrottung dieses Übels getroffen.

5. Für die FARC-EP steht fest, dass die endgültige Beseitigung der behördlichen Korruption nur durch die Ersetzung des Staates und seines politischen Regimes mit einem Staat, der tief im Wesen des Volkes verankert ist und auf der Grundlage von Ethik und Moral des Gemeinwohls erzielt werden kann.

 

Der Oberste Generalstab der FARC-EP beschließt daher angesichts der Bedeutung und der Wirkung des Phänomens in der aktuellen Krise

§1 Wer sich widerrechtlich öffentliche Güter oder Gelder aneignet oder gleichermaßen Dritten diese Aneignung erleichtert, muss diese Mittel dem gesetzlichen Eigentümer vollständig zurückerstatten, zuzüglich entsprechender Zinsen zum bei der Rückgabe geltenden Bankzinssatz.

§2 Derjenige muss außerdem entsprechend der Höhe und der Schwere des begangenen Verbrechens eine Strafe bezahlen, die umso höher ausfällt, je höher die administrative Position angesiedelt ist, in der die Straftat begangen wurde. Diese Buße kann bis zur Enteignung gehen.

§3 Derjenige wird entsprechend den vorherigen Kriterien in Haft genommen.

§4 Diejenigen im Privatsektor, die Belohnungen, Entschädigungen oder Anteile an Beamte ausschütten, um dadurch Vorteile zu erlangen, werden nach den gleichen obigen Kriterien bestraft.

§5 Dieses Gesetz tritt am Tag seiner Veröffentlichung in Kraft.

 

Zur Befolgung

Plenum des Obersten Generalstabes der FARC-EP

In den kolumbianischen Bergen, Mai 2000

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Krieg in Provinz Cauca nimmt zu

Seit Tagen gibt es schwere Kämpfe in verschiedenen Landesteilen, darunter vor allem in der Provinz Cauca. Hier führt seit geraumer Zeit die Armee in Kooperation mit der Polizei eine Offensive gegen mehrere Strukturen des Westblocks der FARC-EP durch. Leidtragenden sind nicht nur die Kämpfer der Einheiten, sondern vor allem die Zivilbevölkerung, die durch die anhaltenden Kämpfe ihre Häuser nicht verlassen darf oder vertrieben wird.

In die Medien schaffte es die Offensive der staatlichen Sicherheitskräfte besonders durch den tragischen Tod eines vierjährigen Mädchens in der Provinz Huila, die hier an die Provinz Cauca angrenzt. Zuletzt hieß es von Seiten der Medien, die die Version der Armee einfach kritiklos übernehmen, dass die FARC-EP schuld am Tod des Mädchens sei. In einem Kommuniqué vom 27. Juli der Front Ismael Ruiz, aktiv in Huila und Tolima, schaut dies anders aus:

„Die Front Ismael Ruiz des Westblocks, Kommandant Jacobo Arenas der FARC-EP, lehnt die Ermordung des vierjährigen Mädchens durch Angehörige der nationalen Armee in einem ländlichen Gebiet des Landkreises La Plata Huila ab, was einen Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht darstellt.

Seit drei Tagen führt die Armee Belagerungsoperationen in den Dörfern San Miguel und Gallegos gegen Einheiten der Front Ismael Ruiz durch. Angesichts der möglichen Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung, die dies mit sich bringen könnte, fordern die Gemeinden den Regierungssekretär Andres Mauricio Muñoz Leguizamo auf, einzugreifen, um Konfrontationen zu vermeiden, worauf mit kriegerischer Haltung reagiert wird und die militärische Präsenz bis zum Morgen des heutigen Tages verstärkt wird, wenn 5 Lastwagen mit Truppen eintreffen und eine Offensive gegen unsere Einheiten beginnt.

Am heutigen Morgen kommt es zu Zusammenstößen zwischen Angehörigen der Nationalen Armee und der FARC-EP, wo die Armee unverantwortlich und wahllos schießt und dabei ein vierjähriges Mädchen verletzt. Eine Situation, die sich verschlimmert, wenn der Krankenwagen, der das Mädchen in ein Krankenhaus bringen sollte, daran gehindert wird, durchzufahren, was zu dem tragischen Ereignis führt, das heute das ganze Land bewegt, nämlich dem Tod des Mädchens in den Händen der Nationalarmee.“

Die FARC-EP fordert nun eine unabhängige Aufklärung der Ereignisse und auch die Einstellung der Feindseligkeiten. Das ein Waffenstillstand auch von der Zivilbevölkerung gewünscht wird, zeigen immer wieder die Manifestationen der lokalen Bevölkerung oder auch Schreiben der sozialen Organisationen, die sich an die staatlichen Sicherheitskräfte richten und einen Rückzug fordern. Bei diesen Aktionen ist es logisch, dass sich Strukturen der Guerilla gegen die Belagerung und Offensive wehren.

Auch in der Gemeinde Argelia, Süden der Provinz Cauca, wo die Armee seit mehreren Tagen Operationen gegen die Front Carlos Patiño vorangetrieben hat, werden Tote gemeldet. Darunter sind Tote und Verletzte bei der Guerilla, aber auch verletzte Zivilisten und getötete Soldaten zu beklagen. Die Operationen haben hier am Mittwoch, den 26. Juli, begonnen. Zudem mussten Zivilisten aufgrund der Kämpfe ihre Häuser und Dörfer verlassen.

Der Norden der Provinz Cauca ist ebenfalls von Kämpfen betroffen. Dass es dabei auch Schäden an der zivilen Infrastruktur gibt, zeigte sich bei einem Angriff der Front Jaime Martínez, die in der Gemeinde Suárez, eine Polizeistation angriff. Auch eine Schule wurde bei einer kontrollierten Sprengung einer Bombe in Mitleidenschaft gezogen. In die Medien schaffte es die zerstörte Schule, weil dort die kolumbianische Vizepräsidentin zur Schule ging.

Auch im Dorf Mondomo, Gemeinde Santander de Quilichao, wurde die Polizeistation von der Guerilla angegriffen. Die Angriffe begannen am Samstag, den 29. Juli, am frühen Morgen. Zudem gab es Angriffe auf die Militärstationen. Ob es hier zu verletzten oder toten Personen kam, ist nicht bekannt. Ob all die Angriffe im Kontext der bald stattfindenden Friedensgespräche stattfinden, damit jeder Akteur Boden gutmachen kann, ist fraglich.

Bereits zuvor hat die Front Carlos Patiño die Person Wilmer Andrés Campo Hoyos, den ältesten Sohn des Bürgermeisters der Gemeinde Rosas, im Süden des Caucas freigelassen. In einem Video berichten die Guerilleros, dass die Entführung, die am 14. Juli stattfand, das Ergebnis eines Ermittlungsverfahrens wegen Korruptionsdelikten des Bürgermeisters war. Dies ist keine unübliche Praxis der Guerilla, um auf dem Land die weit verbreitete Korruption der Eliten zu verhindern.

„Wir haben klare Hinweise auf Korruptionsdelikte des derzeitigen Bürgermeisters José Roberto Campo. Erste Nichterfüllung von Verpflichtungen in sozialen Investitionen für die mehr als 2000 Familien, die es in den Dörfern der Gemeinde gibt“, so die FARC-EP. „Fehlendes Management der humanitären Hilfe für die Opfer des Erdrutsches vom Januar 2023“ wird zudem festgestellt.

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Verhandlungsführer der Guerilla benannt

Durch ein Schreiben sind nun seit anderthalb Tagen alle Delegierten des Zentralen Generalstabs der FARC-EP bekannt, die mit der Regierung unter Präsident Petro die Friedensgespräche führen werden. Einige Namen waren zuvor schon bekannt gewesen, andere wurden nun ergänzt. Sie kommen aus den unterschiedlichen Strukturen der Guerilla. Für diese Delegierten wird der Haftbefehl temporär ausgesetzt und sie haben Bewegungsfreiheit im Land. Dies ist notwendig, weil in den letzten Friedensgesprächen neben den Verhandlungen den Delegierten auch die Funktion zukam, permanent Kontakt zu den Guerilleros zu halten und über die Fortschritte zu informieren.

Die Resolution vom 24. Juli, unterschrieben vom Präsidenten, enthält die Namen von Alexander Farfán Suárez, Leidy Tatiana Rojas Olaya, Jaime Muñoz Dorado, Jonathan Jair Narváez Quintero, Adolfo Ballesteros Fernández, Óscar Ojeda, José Luis Rodríguez Mora und Carlos Eduardo García Téllez. Dabei sind viele Leute, die schon in den Vorverhandlungen beteiligt waren. Alexander Farfán Suárez, bekannt als Gafas, gehört zur 1. Front der FARC-EP. Er ist schon lange bei der Guerilla und wurde im Zuge der Operation Jaque, der Befreiung der Präsidentschaftskandidatin Betancourt, im Jahr 2008 gefangengenommen. Im Jahr 2017 kam er frei und schloss sich erneut der Guerilla an.

Mit dabei ist auch wieder Leidy Tatiana Rojas Olaya alias Ángela, die bei der Front Adán Izquierdo im Westen des Landes aktiv ist und seit März 2021 Gefängnis von Jamundí inhaftiert ist. Auch Jaime Muñoz Dorado alias Sebastián ist in den Strukturen im Westen organisiert und derzeitig in Popayán inhaftiert. Auch der durch seine medialen Auftritte bekannte Carlos Eduardo García Téllez alias Andrey ist mit an den Verhandlungen beteiligt. Er kommt aus der Provinz Norte de Santander von der 33. Front und trat mehrmals öffentlich auf.

Gemäß der Resolution werden alle an der Vorbereitungsphase der Verhandlungen und am Verhandlungstisch teilnehmen, der am 8. Juli wieder aufgenommen wurde, nachdem die Gespräche wegen der Ermordung von drei Minderjährigen durch die Front Carolina Ramírez in der Provinz Putumayo, als diese von der Guerilla geflohen waren, ausgesetzt wurden. Die FARC-EP, Zentraler Generalstab, besteht aus mehr als 23 Fronten bzw. Strukturen und verfügt über rund 3200 bewaffnete Kämpfer. Sie untersteht dem Kommando von Iván Mordisco, der Gentil Duarte ersetzte. Sie beteiligten sich nicht am Friedensprozess der FARC-EP von 2016 und verkündeten frühzeitig die Weiterführung des Kampfes.

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Iván Márquez mit Kommuniqué zum 240. Geburtstag Simón Bolívars

Am gestrigen Montag, den 24. Juli, veröffentlichte die FARC-EP, Zweites Marquetalia, ein Kommuniqué, welches von Iván Márquez unterzeichnet wurde. Zuletzt spekulierte man ja, ob der Oberkommandierende der aufständischen Bewegung gestorben sei. Doch aus de, Umfeld der linken Wochenzeitung „Voz“ hieß es schon vor ein paar Tagen, dass er am Leben sei. Dieses Kommuniqué dürfte ein weiterer Beleg dafür sein, dass Iván Márquez als Kommandant am Leben ist.

Mit dem Titel „Ideen für eine kontinentale Vision“ feiert die FARC-EP, Zweites Marquetalia, die in der vergangenen Zeit an politisch-militärischen Einfluss zur FARC-EP unter Iván Mordisco und dem Zentralen Generalstab verloren hat, nun den 240. Geburtstag des Befreiers Simón Bolívar. Das Kommuniqué knüpft an die vergangene Zeit an, in der die Guerilla durch politische Öffentlichkeitsarbeit eine neue FARC-EP aufbauen wollte und durchaus gute Chancen hatte.

„240 Jahre nach der Geburt des Befreiers Simón Bolívar teilen wir als Hommage an den Helden, die auf dieser Hemisphäre und in anderen Breitengraden für die Menschenwürde und die Achtung der Selbstbestimmung der Völker kämpfen, diese Linien über die kontinentale Einheit und die bolivarische geopolitische Strategie“, heißt es in dem auf der Webseite des Zweiten Marquetalia veröffentlichten Schreiben.

Laut dem Oberkommandierenden Iván Márquez „ist es an der Zeit, das Schicksal unseres Amerikas zu bestimmen, das Eingeweihte zu vollenden, indem wir dem folgen, was der Befreier mit seiner eigenen Handschrift am Firmament geschrieben hat. Das Ende des Kampfes naht, die große Schlacht, die Bolívar nicht beendet hat, die der Kontinentaleinheit.“ Und weiter: „Zwei Jahrhunderte lang haben wir unter der Tyrannei der Oligarchien des Kontinents und den Fesseln der neuen kolonialen Sklaverei gelitten, insbesondere unter der Versklavung des Geistes, mit der die Vereinigten Staaten uns als unterwürfige Herde ohne Proteste und Volksaufstände ausplündern und beherrschen wollen.“

„Es war eine außergewöhnliche Idee des Befreiers, die Einheit zum bestimmenden Faktor seiner geopolitischen Strategie zu machen, denn ohne sie kann eine Macht, eine materielle und geistige Kraft nicht gebildet werden, die Unser Amerika zum Gleichgewicht zwischen Nord und Süd, zum Gleichgewicht des Universums, zu einer respektablen Kraft macht, die, auf der Liebe zur Menschheit gegründet, jeden Versuch anachronistischer Imperien, Völker zu unterwerfen und zu unterdrücken abbringt, auf welchem Breitengrad sie sich auch befinden mögen, wie auch an den Enden der Erde. Wir müssen, wie die Luft zum Überleben, den Untergang der ungerechten unipolaren, sklavischen und unmenschlichen Welt beschleunigen, die von Washington und dem Weltkapitalismus aufgezwungen wurde.“

„Die Liebe und der Humanismus von Bolívar gehen über den Kontinent seiner Freiheitskämpfe hinaus und fliegen mit seiner Zärtlichkeit, um den Kampf für Würde und Gerechtigkeit zu verstärken, die seit Jahrhunderten und Jahrhunderten unsere Brüder in Afrika, Asien, Ozeanien, Europa und das Volk der Vereinigten Staaten befreien, deren Herz sich nach einer anderen Regierung sehnt, fern von jeglicher Tyrannei in der Welt.“

„Wir rufen die Jugend der Welt auf, sich an die Front zu stellen, an die vorderste Front des Gefechtes und des Kampfes für eine neue Welt ohne Unterdrückung, gerecht, menschlich, solidarisch, respektvoll und beschützend für das Leben auf dem Planeten. Erwachsene und denkende Menschen, unsere Älteren und Großeltern, werden uns folgen, denn es wird ein gemeinsamer Kampf für die Menschenwürde sein, angeführt von einer unbesiegbaren und unwiderstehlichen Kraft, genannt Einheit.“

„Die Unterdrücker der Welt haben versucht, mit raffinierten Techniken Millionen und Abermillionen von menschlichen Gehirnen zu besänftigen, indem sie ihnen die Fesseln der mentalen Versklavung anlegen, mit dem hoffnungslosen Gedanken, dass wir glauben, dass nichts für eine bessere Welt getan werden kann und dass unser Schicksal die Resignation ist“, so dass Kommuniqué und am Ende zum bewaffneten Kampf aufruft: „Wir müssen uns mit der Waffe der Zukunft, der Waffe der Liebe, zusammenschließen, Schurken neutralisieren und die Grundlagen für Brüderlichkeit, Solidarität und Frieden in der neuen Welt legen. Alle zusammen, auf zum Angriff! Diesen Kampf für die Menschheit müssen wir gewinnen. Wir werden siegen!“

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Lebt Iván Márquez doch noch?

Die Realität über den Gesundheitszustand des obersten Kommandanten  der FARC-EP, Zweites Marquetalia, Iván Márquez, ist unklar und wird von Gerüchten genährt, die seit seiner schweren Verwundung in Venezuela kursieren.  Die kolumbianischen Behörden versicherten, dass er einen Splitter in seinem Kopf hatte, sein Magen schwer verletzt war und er sogar drei Finger verloren hätte. Die Nachrichtenagentur CM& hatte seinen Tod bestätigt, aber gestern erschien eine neue Version der linken Wochenzeitung „Semana“, wonach er doch noch leben solle.  Dies gehe aus einer sicheren Quelle hervor. Er befinde sich zudem auf dem Weg der Genesung.

Obwohl dieses Medium keine weiteren Einzelheiten preisgegeben hat, ist es wahr, dass die Zeitung über gute Kontakte zur aufständischen Bewegung und auch nach Venezuela hat. Als man von dem Angriff erfuhr, dem er angeblich zum Opfer gefallen war, gab es Gerüchte, dass Márquez nur in das Militärkrankenhaus von Caracas gebracht werden konnte, weil er wegen der Schwere seiner Verletzungen und der Pflege, die er brauchte, nur dort behandelt werden konnte. Seit dem gibt es immer wieder Gerüchte um den Kommandanten, der in Zeiten der alten Guerilla sogar ihr Verhandlungsführer während des Friedensprozesses war.

In den letzten Stunden kam es in der Provinz Putumayo zu Zusammenstößen zwischen den Einheiten der FARC-EP unter dem Kommando von Iván Mordisco aus dem Zentralen Generalsstab und den Einheiten aus der FARC-EP, Zweites Marquetalia, genauer gesagt den alliierten Bolivarischen Grenzkommandos, die dem Kommando von Iván Márquez unterstehen. Bei den Kämpfen kamen mehrere Menschen ums Leben und in den letzten Stunden hat das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) sieben Leichen geborgen.

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Kämpfe statt Frieden

Schwere Kämpfe erschüttern derzeit verschiedene Regionen des Landes, bei denen sich Einheiten der staatlichen Sicherheitskräfte diversen Strukturen der Guerilla gegenüberstehen.

So gab es Kämpfe zwischen der Armee und der Front Rodrigo Cadete in der Provinz Caquetá, die zwei tote Soldaten nach sich zogen. Nach Angaben der Armee fanden die Kämpfe im Dorf von Buenos Aires statt, einem ländlichen Gebiet der Gemeinde El Doncello, Caquetá.

In den letzten Stunden kam es in der Region von Puerto Rondón in der Provinz Arauca zu heftigen Auseinandersetzungen, bei denen drei mutmaßliche Mitglieder der FARC-EP aus der 10. und 28. Front bei Kämpfen mit der Armee ums Leben kamen. Auch aus der Provinz Nariño werden militärische Aktivitäten gemeldet.

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Präsenz der FARC-EP und Gegenaktionen

Auf einigen Videos, die gerade in den sozialen Netzwerken zirkulieren, sind Kämpferinnen und Kämpfer der FARC-EP von der Front Ismael Ruíz zu sehen, die durch einen Ort patrouillieren. In vielen Regionen, die der Staat aufgegeben hat, ist das keine Seltenheit, doch die Medien stürzen sich gerne auf solche Bilder. So laufen bewaffnete Kämpfer der Guerilla durch die Straßen des Dorfes Gallego, welches sich in der Gemeinde La Plata in der Provinz Huila befindet.

Während der Patrouille nahmen die Kämpfer der FARC-EP Kontakt zur Bevölkerung auf, forderten Geldzahlungen und Maßnahmen für die Instandhaltung der Infrastruktur und ordneten auch die Schließung von Spirituosenläden und Bars, die für das lange Feiern bekannt sind und erinnerten an das Fahrverbot nach 20 Uhr abends. Diese Maßnahmen werden von der Guerilla häufig verhängt, um die Kriminalität einzuschränken.

Die Front Ismael Ruíz ist vor allem in Huila und Tolima präsent und ist Teil des Bloque Occidental Comandante Jacobo Arenas (Westblock der FARC-EP Kommandant Jacobo Arenas), der sich aus dem Coordinador de Occidente (Westliches Koordinierungskommando) herausgebildet hat. Unter dem Westblock firmieren etwa 12 Strukturen der Guerilla, die zwischen Cauca und Nariño, aber auch Huila und Tolima operieren. Diese gehören zum Zentralen Generalstab der FARC-EP unter Iván Mordisco, die in Friedensgespräche mit der Regierung treten wollen.

Zu Gegenaktionen der staatlichen Sicherheitskräfte kam es daraufhin in dieser Gegend, aber auch in den Provinzen Caquetá und Putumayo. In den letztgenannten Provinzen ist das Ziel von Armee und Polizei, das Vordringen der Front Jorge Briceño der FARC-EP im Süden Caquetás zu verhindern sowie die Aktionen der Front Carolina Ramírez in Putumayo zu beschneiden. Dabei soll es auch zu zahlriechen Verhaftungen gekommen sein. Beide Fronten gehören dem Östlichen und Südlichen Block der FARC-EP des Zentralen Generalstabs an.

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Regierung und FARC-EP kündigen Wiederaufnahme der Friedensgespräche an

Die Ankündigung beider Parteien erfolgte am gestrigen Samstag in einem Kommuniqué, in dem es heißt, dass die Friedensgespräche, die Methodik und die Friedensagenda wieder aufgenommen werden. Die Verhandlungen mit der aufständischen Bewegung sowie der bilaterale Waffenstillstand in einigen Provinzen wurden im vergangenen Mai gestoppt, nachdem die Front Carolina Ramírez der FARC-EP in der Provinz Putumayo drei Minderjährige getötet hatte, die als Mitglieder der Struktur geflohen waren.

„Die nationale Regierung und der Zentralstab der FARC-EP geben bekannt, dass sie sich auf die Einrichtung eines Tisches für Friedensdialoge geeinigt haben. In der Anlage (…) werden die Parteien den bilateralen Waffenstillstand besprechen und billigen“, heißt es in dem gemeinsamen Kommuniqué. Wie aus dem Dokument hervorgeht, das auf den 7. Juli in der Provinz Caquetá datiert wurde, werden Delegierte beider Seiten von diesem Samstag bis zur Installation des Tisches eine Vorbereitungsphase beginnen, an der das Amt des Hohen Kommissars für den Frieden, Vertreter der internationalen Gemeinschaft, der katholischen Kirche und des Ökumenischen Rates der Kirchen teilnehmen werden.

In dieser Phase, so das Kommuniqué, werden die Parteien Folgendes besprechen: Anpassungen des Waffenstillstandsprotokolls und Schutz der Zivilgesellschaft, Umsetzung von Kontroll-, Überwachungs- und Verifikationsmechanismen auf nationaler und lokaler Ebene. Auch die Voragenda des Dialogtisches, seine Methodik und auch die Mechanismen der Beteiligung der Zivilgesellschaft werden besprochen. In dem Dokument heißt es, dass zu diesem Zeitpunkt ein nationales Team für Vertrauensbildung und Notfalllösung eingerichtet wird, dass sich aus den oben genannten Stellen zusammensetzt und dessen Ziel es ist, die Spannungen zu lösen, die durch den Bruch des Waffenstillstands entstanden sind.

„In den nächsten Tagen werden die Nationalregierung und der Zentralstab die Namen der Mitglieder ihrer Delegationen öffentlich bekanntgeben“, heißt es in der Erklärung. Die Treffen fanden vor allem in Catatumbo, Provinz Norte de Santander, und in der Ebene des Yari, Provinz Caquetá, statt. Zuletzt gab es von Seiten des Zentralen Generalstabs der FARC-EP unter dem Kommando von Iván Mordisco wieder viele Bemühungen, für die Fortsetzung des Friedensprozesses. Auch wenn der Waffenstillstad brüchig war, ist eine Deeskalation des Konfliktes zu beobachten.

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Ist Iván Márquez gestorben?

Nach Angaben der Nachrichtenagentur CM& ist der Guerillakommandant Iván Màrquez, Oberkommandierender der FARC-EP, Zweites Marquetalia, an den Folgen seiner Verletzungen gestorben, die er nach einem Angriff im vergangenen Juni erlitten hatte. Damit würde die FARC-EP, Zweites Marquetalia, als aufständische Bewegung nicht nur ihren Oberkommandierenden, sondern die wohl auch charismatischste Figur verlieren. Die Informationen über den Tod von Iván Márquez wurden jedoch weder von der Regierung noch vom Militär bestätigt.

Zu diesem Zeitpunkt verdichten sich jedoch die Meldungen, dass Iván Márquez in Venezuela in seinem Camp gestorben ist. Genaue Informationen sind aus dem Nachbarland immer schwierig zu bekommen. Vermutlich in wenigen Tagen wird es verlässliche Informationen geben. Es ist jedoch so, dass am Nachmittag des 6. Juli die Nachrichtenagentur CM& seinen Tod bestätigte. Das hat sein eigener Journalist Yamit Amat in einem kurzen Video gemacht, das in den sozialen Medien verbreitet wird.

Iván Márquez überlebte einen Angriff Mitte 2022 fast wie durch ein Wunder. Bei dem Angriff verlor der Kommandant fast einen Arm und eines seiner Beine wurde schwer verletzt. Seine schwerste Verletzung war ein Splitter, der sich in sein Gehirn eingebettet hat. Mehrere Tage wurde Iván Márquez damals für tot gehalten. Doch später verlasen Angehörige des Zweiten Marquetalia ein Kommuniqué und bestätigten, dass ihr Kommandant noch am Leben war. „Zum Glück blieb er unverletzt, er erlitt nur geringfügige Verletzungen. Er ist bei guter Gesundheit. Und von seinem Schützengraben aus wird der Kampf der Ideen für ein neues Kolumbien weitergehen“, hieß es damals.

Die Verletzungen nach dem Angriff waren aber so schwerwiegend, dass er aus seinem Lager in ein Krankenhaus nach Caracas gebracht werden musste, da sein kritischer Zustand eine erstklassige gesundheitliche Betreuung erforderte. Wahrscheinlich im Dezember letztes Jahr wurde Iván Márquez aus dem Krankenhaus in Caracas entlassen und zu einem unbekannten Ort an die venezolanisch-kolumbianische Grenze gebracht. Seitdem blieb es jedoch vergleichsweise ruhig um den Oberkommandierenden und Kommuniqués von ihm und generell des Zweiten Marquetalia verringerten sich.

Zwar gab es immer wieder Kontakte zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC-EP, Zweites Marquetalia, um die Organisation in Friedensgespräche einzubetten. Doch die letzten Monate zeigten kaum eine Aktivität bezüglich der Kommandoebene. Zwar sind die Strukturen des Zweiten Marquetalia in den Regionen weiterhin aktiv, teilweise alliiert mit der ELN, doch es ist erkennbar, dass ihre Kraft abgenommen hat und die verfeindete FARC-EP um Iván Mordisco eine stärkere Basis aufbauen konnte.

Luciano Marín, alias Iván Márquez, wurde im Jahr 1955 in der Provinz Caquetá geboren. In frühen Jahren schloss er sich dem Kommunistischen Jugendverband (JUCO) an. Im Rahmen des Friedensabkommens der 1980er Jahre und der Bildung der linken Partei Unión Patriótica (UP), übernahm er wichtige Funktionen im Kongress. Die systematische Gewalt gegen linke Strukturen führte in zur FARC-EP, wo er in der 14. Front des Südblocks der Guerilla politischer Kommissar wurde. Durch seine hervorragende politische Arbeit sendete man ihn in den Karibischen Block der Guerilla in den Norden des Landes.

Hier wurde er zum zweiten Kommandanten ernannt und übernahm mit seinem politisch-militärischen Aufstieg in der Guerilla weitere Funktionen, wie im Friedensprozess mit der Regierung von Andrés Pastrana als Unterhändler. 2003 ernannte ihn das Sekretariat der FARC-EP zum Oberkommandierenden des Nordwestblocks der FARC-EP und nach dem Tod von Raúl Reyes im Jahr 2008 wurde er internationaler Wortführer der Guerilla und schließlich Teil des höchsten Gremiums, dem Sekretariat der FARC-EP.

Nach dem Tod des Oberkommandierenden Alfonso Cano im November 2011 wurde Timoleón Jiménez alias Timochenko zum nachfolgenden Oberkommandierenden ernannt und nicht Iván Márquez. Beide traten in Konkurrenz zueinander. Innerhalb der Guerilla wurde die Zwistigkeiten  icht deutlich und gedeckelt, doch im Zuge des Friedensabkommens mit Santos wurde er Verhandlungsführer der Friedensdelegation der Guerilla und kritisierte Timochenko teilweise öffentlich.

Zwar was Iván Márquez Teil des Friedensprozesses und der Wiedereingliederung, doch die Erfahrungen der Nichteinhaltung, der Verhaftung seines Freundes und Genossen Jesús Santrich und seine drohende eigene Verhaftung führten ihn zurück zu den Waffen. Im Jahr 2019 erfolgte mit anderen bekannten Kommandierenden aus der ehemaligen FARC-EP die Gründung des Zweiten Marquetalia. Gespräche mit der anderen Fraktion der sich nicht entwaffneten FARC-EP um Gentil Duarte und Iván Mordisco zu einer Vereinigung scheiterten. Mehrere namenhafte Kommandierende starben zuletzt, darunter Kommandanten wie alias El Paisa, Romaña und Santrich.

Angesichts der Möglichkeit des Todes von Iván Marquez bleibt nun die Frage, wie es mit der FARC-EP, zweites Marquetalia, weitergeht. Die ohnehin etwas geschwächte Guerilla wird diese schillernde Person nicht adäquat besetzen können. Doch in ihren Reihen befinden sich Kommandierende mit jahrzehntelanger Erfahrung in der FARC-EP. Dazu gehören sicherlich Personen wie alias Zarco Aldinever sowie Walter Mendoza. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Guerilla zu einem neuen Oberkommandierenden, aber auch zu einem potenziellen Friedensprozess positioniert.

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Zwei Friedensunterzeichner Ende Juni getötet

Zwei tote Friedensunterzeichner aus der ehemaligen FARC-EP sind Ende Juni ermordet worden. So wurde Angel Miguel Ariza Rojas in der Gemeinde Tame der Provinz Arauca getötet, als Bewaffnete in sein Haus eindrangen. Seinen Prozess der Wiedereingliederung vollzog der ehemalige Guerillakämpfer in der ETCR Filipinas in der Provinz Arauca.

Luis Aníbal Martínez Higuita ist der andere getötete Friedensunterzeichner, der mit seinen gerade 41 Jahren in der Gemeinde Dabeiba der Provinz Antioquia sein Leben verlor. Den Prozess der Wiedereingliederung machte er in der ETCR Román Ruiz der Gemeinde Ituango, Antioquia. Aktuell war er in der Landwirtschaft tätig.

Mitte Juni starb bereits ein Friedensunterzeichner in der Gemeinde Balboa der Provinz Cauca. Damit sind in diesem Jahr bereits 19 ehemalige Kämpfer der FARC-EP umgebracht worden. Seit dem Friedensabkommen wurden 375 Personen aus der Guerilla getötet.

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