Die bäuerlichen Gemeinschaften des Tal des Flusses Micay, zusammen mit den kommunalen Aktionsräten, sozialen Vereinigungen und der politischen Kommission des Gebiets, haben eine öffentliche Erklärung abgegeben, in der sie ihre Ablehnung der Festnahme der sozialen Führer Juan Pablo Giraldo und Duverney Galvis zum Ausdruck brachten. Diese waren im Zuge von Militäroperationen der staatlichen Sicherheitskräfte gegen die FARC-EP im Micay-Tal festgenommen worden. Zudem verurteilten sie die Stigmatisierung und Kriminalisierung der lokalen Bevölkerung mitsamt ihrer sozialen Anführer und Menschenrechtsverteidiger in der Region. Das Micay-Tal liegt im Südwesten der Provinz Cauca und ist eine Bastion der Guerilla. Hier operiert der Westblock Jacobo Arenas der FARC-EP.
In der Erklärung äußern die Organisationen ihre Besorgnis über das, was sie als Verfolgung von Gemeinschaftsführern bezeichnen, die im Gebiet bekannt sind und das historische Opfer von bewaffnetem Konflikt, aber auch staatlicher Ausgrenzung. Sie weisen auch darauf hin, dass die Festnahmen Ungewissheit und Angst unter den Gemeinschaften verursacht haben, die ihre organisatorischen Prozesse begleitet haben, weshalb sie Garantien für die Durchführung von Gemeinschaftsprozessen fordern. Laut der Erklärung haben Juan Pablo Giraldo und Duverney Galvis eine Führung ausgeübt, die auf interinstitutionellen und sozialen Dialog fokussiert ist, humanitäre Begleitmaßnahmen fördert, die umfassende Verteidigung der Menschenrechte unterstützt und nach würdigen Bedingungen für die Bevölkerungen des Micay-Tal strebt.
Außerdem werden nationale und internationale Menschenrechtsorganisationen dazu aufgerufen, den Prozess zu begleiten und auf den Respekt vor dem Leben, der Freiheit und der Würde der sozialen Führer zu achten. Schließlich betonen sie, dass die Verteidigung des Gebiets und der Rechte der Gemeinschaften kein Grund für Verfolgung sein darf und dass Frieden und soziale Gerechtigkeit mit Beteiligung, Dialog und wirksamen Garantien für die ländlichen Bevölkerungen im Südwesten Kolumbiens aufgebaut werden müssen. Die Armee wirft beiden Personen vor, gegen die staatlichen Sicherheitskräfte agiert zu haben. Dabei treten Armee und Polizei häufig wie Besatzungsmächte auf, es gibt Anschuldigungen gegen die Bevölkerung, wahllos Verhaftete und teilweise auch gezielte Tötungen.
