Neue Front Andrés Patiño macht mobil

In einem weiteren Kommuniqué macht die Front Andrés Patiño des Westblocks der FARC-EP unter dem Oberkommando von Iván Mordisco in der Öffentlichkeit mobil. Das Kommuniqué des Zentralstabs vom gestrigen 10. Juli richtet sich an die Bürgermeister und Gemeinden der Region Macizo im Süden des Cauca. Hier wurde erst vor kurzer Zeit die neue Front gegründet, mit dem Ziel die hier starke ELN zu vertreiben und eine Verbindung zwischen den Provinzen Cauca und Caquetá herzustellen. Die Front Andrés Patiño gehört zum politisch-militärisch starken Westblock Kommandant Jacobo Arenas der FARC-EP. Das Kommuniqué warnt die Öffentlichkeit in der Zusammenarbeit mit den korrupten Behörden und rechtfertigt die Gründung und Präsenz dieser neuen Front.

Dazu zählt der Gouverneur der Provinz Cauca, Octavio Guzmán, dem vorgeworfen wird, sich an der Provinz durch illegale Minen und Ländereien zu bereichern. Konkret wird er beschuldigt, Prozesse zur Vergabe von Bergbaukonzessionen zu begünstigen und Verbindungen zu bewaffneten Gruppen zu unterhalten. Zudem wird angedeutet, dass Medien diese angeblichen Handlungen vertuschen würden, als Teil einer Strategie, die offizielle Information zu delegitimieren und die eigene Erzählung in der öffentlichen Meinung zu verankern. „Man versucht, sich in einigen Medien als Opfer darzustellen und zu verschweigen, was er seit Jahren tut“, heißt es in dem Kommuniqué dazu.

Die FARC-EP nennt namentlich mehrere lokale Amtsträger wie Alex Ramos (La Vega), Adrián Pabón (Almaguer), Paola Ordóñez (San Sebastián) und andere. Sie fordert sie auf, sich von den Initiativen der Regionalregierung von Cauca fernzuhalten. Dies beinhaltet die Nichtteilnahme an Veranstaltungen der korrupten Behörden und auch der staatlichen Sicherheitskräfte. Dazu das Kommuniqué auch in Richtung des Armeegenerals Federico Mejía, zuständig für die Provinz Cauca: „Es ist eure Pflicht als lokale Amtsträger zu verhindern, dass dieser General und Förderer paramilitärischer Gruppen das Gebiet betritt.“ Damit spielt die FARC-EP auf Beweise an, die sie selbst vorgelegt haben, in der Zusammenarbeit zwischen Paramilitärs und Soldaten zu erkennen sind.

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Temporäre Konzentrierungszone dauert

Die im Rahmen von Friedensgesprächen geplante zeitlich befristete Konzentrierungszone (ZUT) für die 33. Front der FARC-EP in der Provinz Norte de Santander dauert an. Diese Zone wurde durch die Delegationen der kolumbianischen Regierung und dem Generalstab der Blöcke und Fronten (EMBF), der unter dem Oberkommando von Calarcá steht, vereinbart und sollte nun geschaffen werden. Zuletzt gab es am Wochenende ein Treffen der Delegationen in der Provinz Boyacá, doch aus Quellen wurde deutlich, dass bezüglich einer ZUT keine Entscheidung getroffen wurde. Im Mai wurde per Resolution entschieden, eine Konzentrierungszone für Kämpfer der 33. Front einzurichten. Hier sollten der Prozess der Entwaffnung und Wiedereingliederung in das zivile Leben beginnen.

Die 33. Front war Anfang des Jahres in den Medien stark präsent, weil es in der Provinz Norte de Santander starke Kämpfe zwischen ELN und der FARC-EP gab. Dabei griff die ELN die 33. Front, weil sich diese mehr und mehr ausbreitete. Zuerst musste die 33. Front an Boden einbüßen, konnte sich dann aber konsolidieren. Im Rahmen eines Friedensprozesses zwischen der FARC-EP unter Calarcá und der Regierung wurde eine Wiedereingliederungszone besprochen. Doch bisher gibt es keine genehmigten Gebiete, keine institutionelle Präsenz und keine Sicherheitsgarantien. Für die Friedensgespräche gibt es nun zwei territoriale Fronten, ein Nordteam für die Regionen Catatumbo, Antioquia und den Süden der Provinz Bolívar sowie ein Südteam für die Provinzen Guaviare, Meta, Caquetá und den Amazonas.

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FARC-EP unter Mordisco mit neuer Front im Süden des Cauca

Die FARC-EP mit dem Westblock Kommandant Jacobo Arenas hat unter dem Oberkommando von Iván Mordisco die Gründung der neuen Front Andrés Patiño verkündet. Als Hauptfeind wird die ELN angesehen, so dass Kommuniqué des Zentralstabs der Front aus dem Juli. Ein Kampfeinsatz und das Vordringen in das Gebiet der ELN sorgte für Verängstigungen und zwei Toten in der Bevölkerung. So gab es Kämpfe in der ländlichen Gegend der Gemeinde Bolívar, nach Auseinandersetzungen mit der ELN, die hier bisher sehr stark vertreten war. Damit erneuert die FARC-EP unter Iván Mordisco ihren territorialen Anspruch im Süden des Cauca auch in einer Region, wo die ELN bisher präsent war. Diese Region ist strategisch wichtig, weil sie einen Korridor nach Huila und in Richtung des Amazonas darstellt.

Das Kommuniqué wurde vor allem über die sozialen Medien verbreitet und richtet sich an die Gemeinden Bolívar, Sucre, Almaguer, La Vega, Rosas, La Sierra, San Sebastián und Santa Rosa. „Wir kündigen an, dass eine neue FARC-EP-Front in das Gebiet kommt, die Front Andrés Patiño“, heißt es in der Mitteilung der FARC-EP, in der außerdem eine direkte Konfrontation mit der ELN-Guerilla erwähnt wird. Der Name der neuen Front bezieht sich auf Óscar Eduardo Sandoval, bekannt unter alias El Mocho oder Andrés Patiño, dem Kommandanten der FARC-EP im Südwesten Kolumbiens. Er war zuvor auch Kommandant der Front Carlos Patiño, die vor allem in der Gemeinde Argelia und in El Plateado im Süden der Provinz Cauca aktiv ist.

Für Aufsehen sorgte die Nachricht, dass ebenfalls die FARC-EP unter dem Kommando von Iván Mordisco mit der 1. Front Armando Ríos für den Tod von acht kirchlichen Personen in der Gemeinde Calamar in der Provinz Guaviare ist. Diese wurden in einem Massengrab entdeckt und waren von der FARC-EP zu einem Treffen zitiert worden. Offensichtlich ging die FARC-EP davon aus, dass diese Personen eine Zelle der ELN gründen wollten und deswegen ermordet worden. Die ELN ist in Guaviare überhaupt nicht präsent und die Ermordeten sollen vor Jahren aus der Provinz Arauca, eine Hochburg der ELN, nach Guaviare gekommen sein. Die lokale Bevölkerung schätzte die Situation jedoch anders ein und auch die Kirche kommunizierte, dass alle rein kirchliche und soziale Aufgaben innerhalb der Bevölkerung hatten und sehr angesehen waren.

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Buenaventura und das große Laster

Schon vor mehr als 10 Jahren berichtete dieses Infoportal über das schwere Laster der großen Hafenstadt Buenaventura an der kolumbianischen Pazifikküste. Auch damals kämpfte die FARC-EP in und außerhalb der Stadt als aufständische Bewegung mit der Bolivarischen Bewegung, den Milizen sowie der 30. Front und der urbanen Front „Manuel Cepeda“ aus dem damaligen westlichen Militärblock „Comandante Alfonso Cano“ gegen Korruption, Paramilitarismus und die Regierung. Auch damals war die Armut fester Bestanteil der Zivilbevölkerung, mehr noch als in anderen Regionen. Die Stadt war und ist ein sozialer Schmelztiegel, obwohl oder aufgrund dessen, dass sie strategisch gut liegt und den größten kolumbianischen Hafen besitzt. Die Stadt konnte nie vom Hafen und dem Warenverkehr profitieren und wurde dabei von der großen Politik im Stich gelassen.

Und damals wie heute ist die Stadt geprägt durch Paramilitarismus und eine enge Verbindung zu den staatlichen Sicherheitskräften. Waren es anfangs die „Águilas Negras“ oder die „Los Rastrojos“, sind es heute Kartelle und Gruppen wie „Shottas“ und „Espartanos“, die versuchen, die Zivilbevölkerung zu terrorisieren. Die Gewinne aus Drogenhandel, Entführungen, Erpressungen und anderen Geschäften werden geteilt, und zwar mit den staatlichen Sicherheitskräften und lokalen Politikern. Dies ist nichts Neues und war seit den 1990er Jahren schon der Alltag in der Hafenstadt. Nun jedoch, gibt es die Initiative von der FARC-EP unter Iván Mordisco, den Fuß in der Stadt der aufständischen Bewegung zu vergrößern. Ein kurzes Kommuniqué des Generalstabs der Front Jaime Martínez verdeutlicht dies und verweist auf die altbekannten Probleme:

„Aus der Front Jaime Martínez grüßen wir das Volk von Buenaventura in der Provinz Valle del Cauca und die umliegenden Gemeinden – ihr, die weiterhin dem Krebs des Paramilitarismus, der kriminellen Banden und der staatlichen Ausgrenzung Widerstand leisten. Euch, die ihr zuseht, wie die Waren großer nationaler Unternehmen vorbeiziehen, ohne eine Spur von Entwicklung zu hinterlassen.

Angesichts der zahlreichen Übergriffe durch die „Shottas“ und „Espartanos“, die in Komplizenschaft mit Politikern, skrupellosen Geschäftsleuten, der Polizei und der Nationalen Marine handeln – insbesondere durch Allianzen unter der Führung von Oberst Ricardo Alberto Bisbal, Kommandant der 2. Brigade der Marineinfanterie – und die gemeinsam Menschen verschwinden lassen, sie zerstückeln, ausrauben und jegliche Art von Gräueltaten gegen die wehrlose Zivilbevölkerung begehen.

Angesichts dieser Taten gegen das Volk und des verzweifelten Hilferufs vieler Bewohner sehen wir uns verpflichtet, sie politisch und militärisch zu bekämpfen, wie es sich gehört.

Wir rufen das Volk von Buenaventura dazu auf, sich nicht in Polizeiposten, militärischen oder paramilitärischen Basen oder in deren Nähe aufzuhalten, um nicht zu Schaden zu kommen sowie alle Maßnahmen zu befolgen, die im Dokument „Empfehlungen an die Zivilbevölkerung“ veröffentlicht wurden.“

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Spannungen in Cauca nach der Befreiung der Soldaten

Gestern meldeten wir auf diesem Portal, dass die lokale Bevölkerung 57 Soldaten zwischen den Gemeinden Argelia und El Tambo in der Provinz Cauca festgesetzt hatte. Sie protestierten damit gegen eine Militäroperation der Armee in einer Region, die stark vom bewaffneten Konflikt betroffen ist und in der die Armee wie eine Besatzungsmacht auftritt und der Staat wenig durch Investitionen in die Infrastruktur auffällt, sondern in Repression und Stigmatisierung der Bevölkerung.

Nun sind die Soldaten bei einer gemeinsamen Operation zwischen der Nationalen Armee und der Polizei befreit worden, die von der lokalen Bevölkerung festgesetzt wurden. Häufig geschieht dies auch im Einklang mit den Regeln der Guerilla, die die Bevölkerung anweist, gegen die staatlichen Sicherheitskräfte pazifistisch vorzugehen und ihren Unmut auszudrücken. In diesem Fall ist die Front Carlos Patiño der FARC-EP in der Region präsent.  

Die Operation, die von der Stadt Popayán aus koordiniert wurde, führte auch zur Festnahme von mehr als 20 Personen aus der Bevölkerung, denen vorgeworfen wird, an der Entführung der Soldaten beteiligt zu sein. Entführung wird der Vorwurf in den staatlichen Medien genannt, während es die Bevölkerung als ein Akt des zivilen Ungehorsams wertet. Immerhin werden die Soldaten korrekt behandelt, verpflegt und durch eine humanitäre Mission nach geraumer Zeit wieder freigelassen.

Die angespannten Momente, die während des Einsatzes der staatlichen Sicherheitskräfte erlebt wurden, sind in mehreren Videos dokumentiert, so auch die Festnahme zahlreicher Personen aus der lokalen Bevölkerung. Soziale Aktivisten bezeichnen diesen Vorfall als einen Verrat der kolumbianischen Regierung an den Bauern des Micay-Tals, die einer humanitären Vermittlung zugestimmt hatten, um die 57 Soldaten vom Dorf La Hacienda, Argelia, nach Huisitó, El Tambo, zu transportieren.

So heißt es, dass Generalbrigadier Mejía ein Lügner ist. Zuerst soll er Militärsender informiert haben, dass seine Truppen mit den humanitären Organisationen zusammenarbeiteten, um die Soldaten zu empfangen, die festgesetzt waren. Aber dies war eine Falle, um die lokalen Gemeinschaften anzugreifen in jenem Moment, als die Übergabe stattfinden sollte. Stattdessen setzte er auf Repression und Festnahmen – genau jene Sachen, die die Bevölkerung am Militär und ihren Operationen immer kritisiert.

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Soldaten von Bevölkerung festgesetzt

Die Armee bestätigte mittlerweile, was soziale Netzwerke aus dem Süden der Provinz Cauca bereits kundgetan hatten. Viele Soldaten sind von der lokalen Bevölkerung in der Gemeinde Argelia festgesetzt worden, weil diese eine Militäroperation durchführen wollten. Die Dritte Brigade der Armee bestätigte am Nachmittag des Sonntags, dass insgesamt 57 Soldaten von der lokalen Bevölkerung im Tal des Flusses Micay festgehalten werden, genauer gesagt im Ortsteil La Hacienda, in der Gemeinde Argelia. Die Zahl, die sich innerhalb weniger Stunden verdoppelte, wurde von offiziellen Quellen in einer Pressemitteilung bestätigt.

Laut der Armee begannen die Ereignisse am 21. Juni, als Truppen der Schnellen Eingreiftruppe Nr. 4 Ziel in die Region eindrangen um sich Gefechte mit der Front Carlos Patiño des Westblocks Kommandant Jacobo Arenas zu liefern. Sie waren dabei auf der Suche nach Kommandierenden der Front. Bei dieser ersten Aktion wurden vier Soldaten festgehalten. Der Fall eskalierte jedoch im Laufe der Zeit. Am Nachmittag des 22. Juni bei einer Bewegung des Militärs in Richtung des städtischen Gebiets des Ortes El Plateado, wurde eine weitere Gruppe von Soldaten von etwa 200 Personen aus der Bevölkerung abgefangen und umzingelt.

Derzeit sollen vier Unteroffiziere und 53 Berufssoldaten durch die Bevölkerung festgehalten worden sein. Diese Maßnahmen der Bevölkerung gibt es häufig in den ländlichen Regionen Kolumbiens, wo die FARC-EP sehr stark ist und die Armee als Besatzungsmacht mit Repressionen, Vertreibung und Verhaftungen auftritt. Leidtragende sind die Bauern und Indigenen, die unter Generalverdacht gestellt werden, zur Guerilla zu gehören. So äußern sich auch soziale Aktivisten der Region in den Medien und verweisen auf das Problem. Nichts desto trotz gibt es eine starke politisch-militärische Macht der Guerilla, die durchaus solche Aktionen forciert.

In diesem Teil des Cañón del Micay gäbe es eine Stigmatisierungskampagne gegen die Gemeinden in diesem südwestlichen Teil des Cauca. Diese wehren sich gegen die Präsenz staatlicher Sicherheitskräfte in einer Region, der Präsident Petro soziale Investitionen versprochen hatte – als Mittel, um die Gewalt zu überwinden. Diese fließen jedoch selten und stattdessen agiert das Militär. So werde die Bevölkerung als Guerilleros betitelt, obwohl sie einfache Menschen sind. Wenn die Soldaten in die Region kommen wollen, sollen zuerst die sozialen Programme der nationalen Regierung umgesetzt werden, sind die Forderungen.

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Machtkampf im Norden des Cauca

Hat die sich vom Zentralen Generalstab der FARC-EP losgelöste 57. Front Yair Bermúdez den Kommandierenden der Front Dagoberto Ramos getötet? Bricht der Machtkampf um die Gebiete der nördlichen Provinz Cauca nun vollends aus? Alles deutet darauf hin, dass die territoriale Macht, die die die FARC-EP mit ihrer Front Dagoberto Ramos unter dem Oberkommando von Iván Mordisco  des Zentralen Generalstabs im Norden des Cauca bisher innehaben, durch das Agieren der 57. Front Yair Bermúdez  verlieren könnten. Die 57. Front steht unter dem Kommando von Oscar Barreto und löste sich ab im Streit um die politische Ausrichtung des Zentralen Generalstabs der FARC-EP. Sie operiert in den Provinzen Valle del Cauca sowie Cauca und war zuletzt vor allem im Norden des Cauca aktiv.

Sowohl Barreto als auch Mordisco waren Teil der sich neu formierten FARC-EP nach dem Friedensabkommen von 2016. Und obwohl der Oscar Barreto viele Jahre lang dem zweiten diente, entschied er sich, eine neue Struktur zu gründen, die er 57. Front Yair Bermúdez, nach dem ehemaligen Kommandanten der Mobilen Kolonne Dagoberto Ramos, der bei einer Militäraktion im November 2021 getötet wurde, nannte. Barreto, der früher zur Kolonne Adán Izquierdo im Valle del Cauca gehörte, scheint nun die Tötung des Kommandanten der Front Dagoberto Ramos beauftragt zu haben und erklärt damit auch offensiv Mordisco und dem Westblock Jacobo Arenas der FARC-EP den Krieg.

Kommandant Oscar, der selbst aus Toribío im Norden des Cauca stammt, mobilisierte wohl seine Truppen in diesen Ort, der eine wichtige Hochburg der Fronts Dagoberto Ramos von Iván Mordisco ist, um dieses Gebiet zu übernehmen. Die Kämpfe sind in den letzten Monaten konstant geblieben und laut den staatlichen Behörden handelt es sich um eine ausgeglichene bewaffnete Auseinandersetzung. Allerdings soll sich das Gleichgewicht am Mittwoch durch die Ermordung von Jhon Edinson Pumba Cayapú, alias Esteban Medina, dem Kommandanten der Front Dagoberto Ramos, einer der engsten Vertrauten des Oberkommandieren Iván Mordisco, verschoben haben. Dies ist eine enorme Schwächung der FARC-EP, bereits letzte Woche hatte das Militär auch alias Cholinga neutralisiert, er war Kommandant des Zentralblocks Isaías Pardo des Zentralen Generalstabs der FARC-EP.  

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Offensive im Südwesten für Mayimbú

Die Provinzen Cauca und Valle del Cauca erlebten am Dienstag, den 10. Juni, am Morgen und Vormittag eine Angriffswelle des Westblocks der FARC-EP, Zentraler Generalstab. Die bisher bekannten 24 Angriffe, die gleichzeitig durch verschiedene Fronten an unterschiedlichen Orten durchgeführt worden sind, richteten sich vor allem an die staatlichen Sicherheitskräfte. Unter den mehr als 20 Angriffen waren Explosionen, Schusswechsel und Angriffe mit Waffen und Sprengstoffen. Dabei gab es Todesopfer, Verletzte und schwere Sachschäden. Die Anschläge fanden an strategischen Punkten statt, wie Polizeistationen, Verkehrswegen und öffentlichen Plätzen, darunter in der Millionenstadt Cali, aber auch anderen Städten wie Buenaventura, Palmira, Jamundí, Toribío und Caloto. Mindestens drei Polizisten, aber auch mehrere Zivilisten sind getötet worden. Es gab viele Verletzte, darunter mehr als 20 Polizisten.

Die Offensive der Guerilla ist ein Akt der Erinnerung an den Jahrestag des Todes von alias „Mayimbú“, dem ehemaligen Anführer der Mobilen Kolonne Jaime Martínez und Kommandierenden des Westblocks der FARC-EP, der 2022 getötet wurde. An den Angriffen waren die Fronten Jaime Martínez, Carlos Patiño und Dagoberto Ramos, beteiligt, aber auch die urbane Front Manuel Cepeda Vargas. Alle gehören zum Westblock Kommandant Jacobo Arenas, die unter dem Oberkommando von alias Iván Mordisco stehen. Mit den Angriffen hat die Guerilla gezeigt, dass sie im Südwesten weiterhin operativ agieren und Stärke zeigen können. Die Bevölkerung musste aufgrund der Angriffe mit Einschränkungen in der Mobilität leben, da Straßen gesperrt wurden. In einem Kommuniqué der Guerilla wurde die Bevölkerung aufgerufen, nicht mit den staatlichen Sicherheitskräften zusammenzuarbeiten.

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57. Front erklärt krimineller Gruppe den Krieg

Durch ein Kommuniqué vom 5. Juni kündigt die 57. Front Yair Bermúdez öffentlich an, militärische Aktionen gegen die paramilitärische und kriminelle Struktur „La Inmaculada“ zu starten. Diese hat in der Stadt Tuluá, Valle del Cauca, in den letzten Tagen massiv Terror verbreitet. Oscar García ist einer der Kommandanten der 57. Front, die sich im Streit um die politische Ausrichtung vom Zentralen Generalstab der FARC-EP unter dem Oberkommando von Iván Mordisco getrennt hat. Sie operiert solitär in den Provinzen Valle del Cauca sowie Cauca ist damit eine von vielen Strukturen in Kolumbien, die unter dem Namen FARC-EP firmieren und in ihr eine Tradition sehen. Benannt ist die 57. Front Yair Bermúdez nach dem ehemaligen Kommandanten der Mobilen Kolonne und heutigen Front Dagoberto Ramos, Edison Jair Bermúdez, der im November 2021 bei einer Militäraktion getötet wurde. Damit wird auch die Abspaltung beziehungsweise die historische Verortung der 57. Front im Westblock des Zentralen Generalstabs der FARC-EP deutlich.

In der an die öffentliche Gemeinschaft gerichteten Botschaft äußert die 57. Front ihre Ablehnung gegenüber dem gewalttätigen Auftreten von „La Inmaculada“, einschließlich der Verbrennung von Fahrzeugen und Angriffen auf Geschäfte. Hinter der Gewaltwelle, die Tuluá erschüttert, steht ein Name, der Angst erzeugt: Jhonatan Andrés Valencia, besser bekannt als alias Pipe Tuluá. Die Behörden identifizieren ihn als den Hauptführer der kriminellen Organisation „La Inmaculada“, die für zahlreiche kriminelle Taten in der Stadt verantwortlich ist. Die Gewaltwelle sin Racheakte der paramilitärischen Gruppe, nachdem bestätigt wurde, dass ihr Anführer in ein anderes Land ausgeliefert wird, um sich für schwere Verbrechen zu verantworten.

In dem Kommuniqué bezeichnen sie sich als „Volk mit Uniform und Gewehr“ und versichern, dass sie weitere Missbräuche dieser Gruppe gegen die Zivilbevölkerung nicht zulassen werden. „Wir richten uns an euch, wir wissen, dass ihr müde seid, und lehnen auch die Repression und die Welle der Gewalt durch die Gruppe ‚La Inmaculada‘ ab. Wir werden keine weiteren Übergriffe gegen die Zivilbevölkerung zulassen“, heißt es in dem verbreiteten Kommuniqué. „Wir rufen diejenigen auf, die diese Gruppen unterstützt haben, die Gemeinden mit kriminellen Praktiken wie der Verbrennung von Fahrzeugen und der Zerstörung von Geschäften überzogen haben. Wir erklären ‚Pipe Tuluá‘, seine Familie und alle Mitglieder oder Personen, die die Aktionen unterstützen, die die Bewohner der Gemeinde unterdrücken, zum militärischen Ziel“, heißt es im Kommuniqué.

Das Kommuniqué betont auch, dass ihre bewaffneten Aktionen ausschließlich gegen diejenigen gerichtet sein werden, die als verantwortlich für gewalttätige Taten in Tuluá identifiziert werden, und dass die Zivilbevölkerung, die nicht mit diesen Strukturen in Verbindung steht, nicht ins Visier genommen wird. Damit wird um soziale und politische Anerkennung in der lokalen Bevölkerung geworben. Diese Ankündigung hat Besorgnis unter den Bewohnern von Tuluá ausgelöst, die bereits von einer zunehmenden Welle der Gewalt betroffen sind. Die Behörden haben sich bisher noch nicht offiziell zu der Mitteilung geäußert, während die Angst vor einer möglichen Eskalation des städtischen bewaffneten Konflikts in der Region wächst. Auch eine absolute Gewissheit zur Identität des Kommuniqués der 57. Front gibt es nicht, falsche Erklärungen gehören zum medialen Krieg in Kolumbien.

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Kämpfe zwischen FARC-EP in Guaviare

In der südöstlichen Provinz Guaviare, eine Bastion derGuerilla, nehmen die Kämpfe zwischen den verfeindeten Strukturen der FARC-EP zu. So sollen sich Fronten des Generalstabs der Blöcke und Fronten unter dem Oberkommando von Calarcá weiter ausgebreitet haben, obwohl in der zurückliegenden Zeit davon auszugehen war, dass perspektivisch Oberkommandant Mordisco mit seinem Zentralen Generalstab die Initiative ergreifen könnte.  Mittlerweile sind in dem Gebiet der Kämpfe rund 10.000 Menschen in Guaviare betroffen. Die Konfliktparteien sind der Zentrale Generalstab, angeführt von Iván Mordisco, die Friedensgespräche mit der Regierung ablehnen sowie der Generalstab der Blöcke und Fronten unter der Führung von Calarcá Córdoba. Mit Letzterem führt die Regierung von Gustavo Petro derzeit einen aktiven Friedensprozess, Grund der Abspaltung aus der einst vereinten FARC-EP.

Guaviare ist jedoch nicht die einzige Provinz in der die Kämpfe zugenommen haben. Auch in Meta und Caquetá sind neue Gewaltherde aufgeflammt. Zu Beginn dieser Woche wurden Gefechte in der ländlichen Umgebung von San José del Guaviare gemeldet. Neben den Kämpfen kommt es auch zu weiteren Übergriffen auf die Zivilbevölkerung, darunter die Vertreibung von bäuerlichen Familien, Drohungen gegen Führungspersonen und Zwangsrekrutierungen. Iván Mordisco hat in dem Gebiet eine extreme Maßnahme verhängt hat – die Blockade eines Pfades, der sechzig ländliche Siedlungen in Guaviare miteinander verbindet. Besonders betroffen ist die Bevölkerung in Calamar. Dadurch wird Handel, Transport und freie Mobilität stark eingeschränkt. Unter anderem agiert hier die 44. Front des Zentralen Generalstabs, die für die Restriktionen verantwortlich ist.

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Iván Mordisco wieder einmal für tot erklärt

Am Freitagnachmittag, dem 30. Mai, wurde ein Kommuniqué des Generalstabs der Blöcke und Fronten der FARC-EP unter dem Oberkommando von alias Calarcá bekannt, in der sie den angeblichen Tod des Oberkommandierenden Néstor Gregorio Vera Fernández, alias Iván Mordisco, bekanntgaben. Er soll bei jüngsten Kämpfen schwer verletzt worden sein. Laut dem Kommuniqué, das auf en 25, Mai datiert ist und vom Block Kommandant Jorge Suárez Briceño stammt, ruht der leblose Körper von Mordisco in den Regenwäldern des Amazonas. Es ist jedoch unklar, ob sowohl das Kommuniqué echt ist und von der Guerilla stammt, als auch der Inhalt mit dem Tod Mordiscos. Bisher wurde Iván Mordisco mehrmals für tot erklärt, tauchte dann später aber immer wieder auf.

„Er war Opfer seines eigenen Egoismus und seiner Gier. (…) Sein Tod markiert das Ende einer dunklen Phase, die die Volksrebellion gespalten hat“, heißt es in dem Kommuniqué der FARC-EP unter Calarcá und geht damit auf die Spaltung und den Kampf der mittlerweile verfeindeten Strukturen ein. Allerdings haben Sicherheitsquellen von Polizei und Armee mitgeteilt, dass sie bisher keine Bestätigung für den Tod des Anführers haben. Stattdessen könnte vermuten werden, dass die derzeit in Kolumbien kursierende Mitteilung das Ziel haben könnte, die militärische Offensive gegen diese bewaffnete Organisation im Süden des Landes abzulenken. Seit einigen Wochen gibt es Militäroperationen gegen Mordisco und seine Strukturen im Amazonasgebiet.

In den letzten Monaten haben die Strukturen von Calarcá und Iván Mordisco immer wieder Kämpfe ausgetragen. Mit der Ankündigung des angeblichen Todes von Iván Mordisco hat der Block Kommandant Jorge Suárez Briceño jedoch erklärt, dass beide bewaffneten Gruppen beschlossen haben, miteinander zu sprechen. Laut dem Kommuniqué haben sie einen Kommunikationskanal mit alias Alonso 45, dem Kommandanten der Front Carolina Ramírez, einer der Strukturen unter dem Oberkommando von Iván Mordisco, eröffnet. Gegen diese Struktur und die 1. Front Armando Ríos gab es zuletzt die Militäraktionen, weil Mordisco dort vermutet wird. „Wir haben vereinbart, jegliche Konfrontation zwischen unseren Strukturen einzustellen, mit dem festen Ziel, weiteres Blutvergießen in unserem geliebten Gebiet zu verhindern“, so dass Kommuniqué.  

Im Zuge der Friedensgespräche zwischen der FARC-EP und der kolumbianischen Regierung hatte sich der Zentrale Generalstab der FARC-EP, der von Iván Mordisco geführt wird, in zwei Fraktionen aufgespalten hat. Einerseits entstand im Osten des Landes der Block Amazonas, der weiterhin unter dem Kommando des Anführers Mordisco steht; andererseits eine Gruppe von mehr als 15 Strukturen, die von Alexander Díaz Mendoza, alias Calarcá, befehligt werden, darunter auch der Block Kommandant Jorge Suárez Briceño. Diese stehen weiterhin in Friedensgesprächen mit der Regierung und operieren hauptsächlich in Caquetá, Meta und Huila sowie an der Grenze zu Venezuela.

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FARC-EP zelebriert Jahrestag

Vor allem in der Provinz Cauca, wo die FARC-EP mit dem Westblock Kommandant Jacobo Arenas präsent ist, zelebrierte die Guerilla den Jahrestag ihrer Gründung auf verschiedene Art und Weise. Für die aufständische Bewegung ist es einer der wichtigsten Tage im Jahr, in der mit diversen Aktionen auf sich aufmerksam gemacht wird. Vor allem geht es darum, der Öffentlichkeit und den staatlichen Sicherheitskräften die politisch-militärische Kraft zu demonstrieren. So haben unterschiedliche Fronten der FARC-EP mehrere Checkpoints an einer der zentralen Landverbindungen, der Panamericana, errichtet. Vor allem im Abschnitt Cali-Popayán führten diverse Kommandos Aktionen durch, installierten Transparente, führten Kontrollen durch und legten auf mehreren anderen Straßen Sprengstoffattrappen ab.

In jedem Jahr wird der 27. Mai, Jahrestag der Geburt der kommunistischen Guerillaorganisation FARC-EP, zelebriert. Schon seit Jahrzehnten wird der Tag häufig für Propagandatätigkeiten, aber auch für Angriffe und Offensiven genutzt. So kam es zu einem schweren Anschlag auf eine Polizeistreife am Eingang zum Stadtzentrum von Rosas im Süden des Cauca. Das Dienstfahrzeug wurde bei der Explosion stark beschädigt, bisher ist jedoch nicht bestätigt, ob es bei dem Angriff Verletzte oder Tote unter Zivilisten oder Polizisten gibt. Gleichzeitig erlebt der Norden des Cauca eine neue Welle von Kampfhandlungen in verschiedenen Gemeinden, wo staatliche Sicherheitskräfte angegriffen wurden. Aktionen wurden aus den großen Gemeinden Caloto, Corinto, Miranda und Florida vermeldet.

An den Angriffen und Aktionen waren vor allem die starken Fronten Dagoberto Ramos und Jaime Martínez, sowie im Süden die Front Carlos Patiño des Westblock beteiligt, die unter dem Kommando von alias Iván Mordisco stehen und in der gesamten Region operieren. Die Provinz Cauca gehört zu den Bastionen der Guerilla. Vor allem der Zentrale Generalstab mit dem Westblock ist hier aktiv, es gibt aber auch Strukturen des Zweiten Marquetalias und der ELN. Zuletzt gab es aber Meldungen, dass die Struktur Libardo García, ehemals Zweites Marquetalia, mit der Abspaltung der Guerillakoordination – Bolivarische Armee auch zu eben jener gewechselt ist. Die Guerillakoordination ist vor allem in Nariño und Putumayo aktiv, mit der Struktur Libardo García aber auch im Cauca.

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