Der Aufbau der territorialen Kontrolle der FARC-EP

Über den Aufbau der territorialen Kontrolle der aufständischen Bewegung FARC-EP wird immer wenig in der Öffentlichkeit bekannt. Aktuell wird dies jedoch in der Provinz Huila thematisiert, da die FARC-EP mit ihrem politisch-militärischen Block „Jorge Suárez Briceño“ unter dem Oberkommando von Iván Mordisco in den nördlichen und östlichen Teil der Provinz drängt. Hier soll der Aufbau einer neuen Front mit dem Namen „Darío Gutiérrez“ unter dem Kommando von „Cipriano Cortés“ und „Eduardo“ geschehen. Bereits vor dem Friedensabkommen von 2016 war hier die FARC-EP präsent, damals vor allem mit der 17. Front „Angelino Godoy“, die dem östlichen Block der FARC-EP untergeordnet war. Der Name der neuen Front ist in Erinnerung an den ehemaligen Kommandierenden des Zentralstabs des östlichen Blocks gewählt worden.

Das vorrangige Ziel der damaligen 17. Front und der heutigen Front Darío Gutiérrez ist neben der territorialen Kontrolle eine größeren Gebietes die Schaffung und Sicherung eines strategischen Korridors zwischen den beiden großen politisch-militärischen Blöcken der FARC-EP im Osten und im Westen des Landes. Dieser Korridor soll die Verbindung zwischen den von der Guerilla mit ihren Fronten 1 und 7 kontrollierten Provinzen Caquetá, Guaviare und Meta über die hier gelegenen Provinzen Huila und Tolima mit den im Westen gelegenen Provinzen Cauca und Valle del Cauca, wo die Einheiten des Westlichen Koordinationskommandos aktiv sind, darstellen.

Ein Korridor bedeutet, dass hier eine Verbindung zwischen starken Gruppierungen der Guerilla geschaffen wird, in denen sich Einheiten und Verbindungsleute relativ sicher bewegen können. Es bedeutet, dass die faktische Kontrolle der Guerilla hier alle potenziellen Bewegungen des Feindes kennt und es mit der Struktur von Milizionären auch ein gutes Überwachungssystem gibt. Hierüber laufen die Kommunikationskanäle, aber auch der Austausch von Kämpfern, Material und anderen Dingen.

Um die Kontrolle aufzubauen, werden sogenannte Kommissionen eine Guerilla in die Gebiete geschickt. Diese Kommissionen sind kleinen Einheiten aus Guerilleros, die sich in der Umgebung umschauen, Kontakt zur Bevölkerung herstellen und im besten Fall schon auf ein kleines Netz von Informanten, also Milizionären, oder auch Sympathisanten treffen. Es sieht so aus, als ob vier Kommissionen gebildet wurden, die mit dem Aufbau der politisch-militärischen Arbeit befasst sind. So ist die Front Darío Gutiérrez in eine Kommission unterteilt, die in Vegalarga (Großgemeinde Neiva) präsent ist, eine weitere in San Andrés (Tello), eine dritte in der Region Las Perlas-Río Claro (Baraya) und eine vierte Kommission in der Gemeinde Colombia im Norden.

Die politisch-militärische Arbeit beginnt mit dem Einberufen der lokalen Bevölkerung und ihrer Vertreter. In diesen Versammlungen, an denen häufig die Kommandierenden einer Struktur und die politischen Verantwortlichen der Guerilla teilnehmen, werden die Regeln des Zusammenlebens in Gebieten der Guerilla erklärt. Dies bedeutet zum Beispiel das Anmelden von Besuch, das Verbot der nächtlichen Mobilität, das Verbot des Konsumierens von Drogen bei Minderjährigen, die Sauberkeit in den Orten, Umweltschutz und Verbot des Baumfällens sowie auch freiwillige Arbeitseinsätze der Bevölkerung, zum Beispiel beim Ausbessern der Straßen. Auch ein juristisches System wird etabliert und kriminelle Handlungen sanktioniert.

Des Weiteren wird den Händlern und Industriellen der Region eine Revolutionssteuer auferlegt. Dies betrifft Personen mit einem bestimmten Jahresumsatz und vor allem Leute, die einen Vertrag mit der Regierung abgeschlossen haben, die häufig Aufträge an regionale Firmen und Personen abgeben. Da hier oftmals hohe Summen und viel Korruption im Spiel sind, findet hier eine Besteuerung von sechs Prozent der Auftragssumme statt. Der in den Treffen anwesenden lokalen Bevölkerung und ihrer Vertretung, der kommunalen Aktionsräte, werden die Regeln des Zusammenlebens verdeutlicht. Hier hatte die Front Darío Gutiérrez eine Handlungsanweisung von sechs Seiten.

Laut Augenzeugen bestanden die Kommissionen bei den Treffen aus rund 50 Kämpfern der FARC-EP, die bewaffnet und in Uniform auftraten. Sie sollen vor allem aus den Gebieten kommen, in der die FARC-EP schon mit ihrer 1. und 7. Front die territoriale Kontrolle ausübt. So fanden erste Treffen ab dem 1. April mit den kommunalen Aktionsräten aus dem Osten der Gemeinde Neiva, aus San Antonio de Anaconia und den Gebieten von Tello, Baraya und Colombia statt. Am 7. April trafen sie sich mit Geschäftsleuten aus der Region San Antonio, Vegalarga, San Andrés (Tello) und anderen kleineren Orten. Am 9. April gab es ein Treffen mit der Bevölkerung in dem Dorf La Libertad.

Vereinfachend für die Guerilla kommt hinzu, dass es nur kleinere Strukturen der FARC-EP, Zweites Marquetalia, und der ihr alliierten ELN gibt, also den potenziellen Rivalen. Das Dokument der Regeln des Zusammenlebens wird in den sozialen Netzwerken gestreut, hinzu kommen Graffitis und die aktive Präsenz der FARC-EP, nicht nur bei den Versammlungen, sondern auch durch Straßenkontrollen. An diesem Beispiel in der Provinz Huila kann man also deutlich erkennen, wie der Aufbau der politisch-militärischen Strukturen der FARC-EP ausschaut. Eine Festigung der Strukturen vor Ort ist jedoch erst mit dem Schaffen von lokalen Zellen wie Milizionären oder Mitgliedern der Klandestinen Kommunistischen Partei (PCCC) abgeschlossen.

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Zweites Marquetalia gründet die 53. Front wieder

In einem Kommuniqué der FARC-EP, Zweites Marquetalia, die unter dem Kommando von Iván Márquez steht, hat diese aufständische Organisation die Wiedergründung der 53. Front angekündigt, die vor allem in der Subregion Sumapaz aktiv sein wird. Das Operationsgebiet sollen die Provinzen von Cundinamarca, Meta und auch Vichada sein. Die 53. Front wird den Namen des im Kampf gefallenen Kommandanten Edison Romaña tragen, der im Dezember 2021 zu Tode kam und im Operationsgebiet der neugegründeten 53. Front sein Wirken hatte.

Im Kommuniqué der 53. Front vom 16. April heißt es: „Wir haben die Neugründung der 53. Front erfolgreich abgeschlossen. Heute wie gestern haben wir ein starkes Gefühl des Kampfes für den Aufbau des Friedens mit sozialer Gerechtigkeit, wahrer Demokratie und Vaterlandshoheit. Wir alle, die vom Frieden träumen, müssen unsere Kräfte bündeln, um das Ziel eines neuen Landes zu erreichen, einer neuen Gesellschaftsordnung, mit einer Wirtschaft, die im Dienste der Nation steht, die sich an den Prinzipien der Menschlichkeit orientiert und die heimische Produktion, Beschäftigung und kostenlose und qualitativ hochwertige Bildung fördert.“

Ebenso wird Bezug auf die bereits bestehende Kooperation mit der ELN genommen. „Wir werden weiterhin versuchen, unsere Bemühungen mit der ELN-Guerilla und all jenen Kameraden zu koordinieren, die ihre Flagge der Heimat nicht zusammengelegt haben.“ Das Kommuniqué endet mit dem Absatz: „Wir sind die Guerilla des Friedens, der Verteidigung der Umwelt, des Territoriums, der entäußerten Interessen unseres Vaterlandes, die die Menschenrechte achten. Wir sind eine bolivarische und internationalistische Aufstandsbewegung. Wir sind die Kinder von Manuel Marulanda Vélez.“

Die 53. Front der „alten“ FAC-EP des Friedensprozesses von Havanna wurde in den 1990er Jahren gegründet und hatte das Ziel, die Hauptstadt Bogotá von seiner südlichen und östlichen Seite einzukreisen. Damit hatte sie eine enorme strategische Bedeutung und kontrollierte somit den Zugang zur Hauptstadtregion. Sie gehörte zum östlichen Militärblock der FARC-EP und Henry Castellanos alias Romaña war damals einer der Kommandierenden. Die Wiedergründung steht somit in historischer Tradition, wenn gleich sie sicherlich nicht dieselbe Kraft entwickeln wird, sondern eher als symbolischer Akt verstanden werden kann.

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Die Verhandlungsführer der FARC-EP

Nach dem Plenum der Kommandierenden des Zentralen Generalstabs der FARC-EP in den Ebenen des Yarí, Provinz Caquetá, sind nun die Namen der Kommandierenden bekannt, die für die FARC-EP am Verhandlungstisch mit der kolumbianischen Regierung teilnehmen werden. Über die fünf Personen ist bis dato recht wenig bekannt, wie überhaupt zur Kommandoebene der FARC-EP und ihren Strukturen. Dies hängt damit zusammen, dass zum einen die Guerilla erst seit relativ kurzer Zeit aktiv ist und ein Teil der Kommandierenden und Kämpfer als neue und junge Personen zur Guerilla dazugestoßen sind. Teilweise waren sie in der „alten“ FARC-EP als Milizionäre tätig. Daher gibt es wenig Kenntnisse, auch von Seiten der Geheimdienste, zu ihnen. Zum anderen ist die kommunikative Ebene der FARC-EP auch erst im Aufbau und mit den Ankündigungen zum Friedensprozess seit dem letzten Sommer ein stetiges Wachstum im Nutzen der Medien auf allen Ebenen zu erkennen.

Der wohl derzeit bekannteste der fünf Kommandierenden ist Carlos Eduardo Garcia, alias Andrey, der im Zuge des Plenums und des öffentliches Aktes der FARC-EP Interviews an zahlreiche Medienvertreter gab und die somit auch biographische Details erfragen konnten. Er ist einer der Kommandierenden der 33. Front der FARC-EP in der Region Catatumbo, die zum Block Magdalena Medio der FARC-EP gehört. Er steht alias Jhon Mechas sehr nahe, dem Kommandierenden der 33. Front. In der Provinz Norte de Santander ist die 33. Front sehr aktiv in ihrer politisch-militärischen Arbeit. Andrey war auch derjenige, der am 6. August 2022 in einem Kommuniqué mittels Video die Absicht zu Friedensgesprächen verkündete.

In den Interviews vom Wochenende stand an der Seite von Andrey ein andere Kommandierender, der Teil der Verhandlungsdelegation wird. Es ist Yeison Alexis Ojeda Gilon, alias Danilo Alvizú, der Kommandierender der Front Carolina Ramírez ist. Diese ist im Süden Kolumbiens, vor allem in der Provinz Putumayo aktiv. -Seit mehr als 10 Jahren ist er in der aufständischen Bewegung, war bereits in der „alten“ FARC-EP und beteiligte zuerst am Friedensabkommen. In der Wiedereingliederungszone von La Carmelita in der Gemeinde Puerto Asís, Putumayo, war er integriert, bevor er sich dann ab 2018 wieder der FARC-EP anschloss. Er genoss schnell das Vertrauen von Iván Mordisco zum Aufbau der Strukturen im Süden.

Leidy Tatiana Rojas, Kampfname Ángela, ist eine von zwei zum Verhandlungsteam gehörenden Inhaftierten. Sie ist Angehörige der Front Adán Izquierdo, die vor allem in den Provinzen Quindío und Valle del Cauca operierte. Derzeit ist sie im Gefängnis von Jamundí, Valle del Cauca, inhaftiert, nachdem sie bei Gefechten mit der Armee im März 2021 im ländlichen Gebiet von Buga gefangen genommen wurde. Für das Plenum der Kommandierenden wurde ihr Haftbefehl temporär aufgelöst und sie konnte nach Caquetá reisen. Hier verkündete sie beim öffentlichen Akt der FARC-EP am 16. April die Schlussfolgerungen des Plenums, was die Kommandierenden für zwei Wochen abgehalten hatten.

Recht wenig bekannt ist über die beiden weiteren Verhandlungsführer der FARC-EP. Alias Javier 33 soll ebenfalls im Norden Kolumbiens Teil der 33 Front sein und Vertrauter von Andrey und Jhon Mechas. Sein Aufenthaltsgebiet ist die kolumbianisch-venezolanische Grenzregion um Catatumbo.n Jaime Muñoz Dorado, alias Sebastián, ist die fünfte Person in der Delegation. Er ist im Gefängnis San Isidro von Popayán inhaftiert. Er gehört zum Westlichen Koordinationskommando der FARC-EP und war Vertrauter der beiden Oberkommandierenden alias Johnier und alias Mayimbú. Zuerst bekannt wurde er bei dem Begräbnis von Mayimbú.

Es bleibt abzuwarten, ob sich alle fünf Personen in der Verhandlungsdelegation durchsetzen können. Auffällig ist, dass es ein leichtes Übergewicht der Strukturen aus dem Norden und Westen gibt, während die starken Strukturen um die 1. Front und 7. Front aber auch der Fronten 40 und 62 sowie der Kompanie Miller Perdomo zumindest nicht augenscheinlich vertreten sind. Zwar sind durch den Zentralen Generalstab alle Beschlüsse zu fassen und dort sind alle Strukturen repräsentiert, doch man kann annehmen, dass dadurch das Übergewicht der Strukturen des Ostens innerhalb der zentralen Organisation auf die anderen im Rahmen des Friedensprozesses paritätisch verteilt wird.

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Bemerkungen zum Plenum und öffentlichen Auftritt der FARC-EP

Der öffentliche Auftritt des Zentralen Generalstabs der FARC-EP, die öffentliche Versammlung mit tausenden von Personen aus allen Landesteilen und die Verkündung von Friedensgesprächen im Mai sorgte für großes nationales und internationales Aufsehen. Bisher wurde die Guerilla unter dem Oberkommando von Iván Mordisco vor allem als kriminelle Struktur abgetan, die kaum etwas mit der „alten“ FARC-EP gemein hatte, die im Jahr 2016 das Friedensabkommen nach dem Prozess in Havanna mit der Regierung von Santos unterzeichnete. Doch wie wir bereits in Artikeln zuvor analysierten, zeigen die letzten Monate eine andere Richtung der Guerilla, die man nun als politischen Akteur anerkennen muss und die die potenziellen Friedensgespräche für ihren eigenen Wachstum nutzen.

So ist der Ort, der für das Plenum der Kommandierenden aus den 23 Fronten bzw. Strukturen der FARC-EP und die öffentliche Zeremonie ausgewählt wurde, ein symbolischer Ort. Hier fand die letzte Guerilla-Konferenz der „alten“ FARC-EP statt. Die Savannen und Ebenen des Yarí sind seit Jahrzehnten ein Rückzugsort der Guerilla, hier bewegten sich die großen Kommandierenden wie Manuel Marulanda und Jorge Briceño. Hier kann man auf den Rückhalt der Bevölkerung bauen, denn der Staat war hier nie präsent und die FARC-EP übernahmen die Lücke als Garant für Sicherheit, Infrastruktur und Unterstützung. Diese Grenzregion zwischen Caquetá, Guaviare und Meta bedeutet territoriale Kontrolle, schon seit dem Krieg gegen paramilitärische Gruppen in den 1990er und 2000er Jahren, der gewonnen wurde. Auch andere bewaffnete Akteure spielen hier keine Rolle.

Hier in den Ebenen des Yarí ein Plenum der Kommandierenden der Guerilla durchzuführen, einen öffentlichen Akt und neue Friedensgespräche zu verkünden, bedeutet auch, den eigenen politischen und öffentliches Status gegenüber der „alten“ FARC-EP zu festigen. Bisher sind die Strukturen des Zentralen Generalstabs unter Iván Mordisco als „dissidentische“ Gruppen bezeichnet worden. Doch in der zurückliegenden Zeit sowie in den Erklärungen und Interviews der Kommandierenden wird deutlich, dass sie nun ihren Kampf um die Deutungshoheit führen und ein wesentliches Element darin besteht, dass sie sich nicht als Dissidenten sehen, sondern als die „wahre“ FARC-EP. Dies zeigt das Abspielen der Hymne, die Plakate der alten Kommandierenden, aber auch der Duktus, dass man sich bereits während des Friedensprozesses nicht verraten lassen hat und in der Tradition der „alten“ FARC-EP steht.

Der innere Zusammenhalt und die Kommandostruktur scheinen sich ebenso zu festigen. Iván Mordisco ist und bleibt der Oberkommandierende. Das wurde bei dem Plenum und dem öffentlichen Treffen deutlich. Hier verlas er, umgeben von anderen Kommandierenden, die politische Erklärung und machte dies in der Äußerung, dass „alle Delegationen die Unterordnung unter den Zentralen Generalstab bestätigen“ klar. Hier im Roten Haus in den Ebenen des Yarí soll der innere Zusammenhalt der Organisation verdeutlicht werden, was bei den unterschiedlichen Fronten und Strukturen, die nicht nur zu verschiedenen Zeiten entstanden sind, sondern auch autonom in ihren Formen des Agierens, nicht ganz selbstverständlich war.

Tatsächlich gab es zwar vorher bereits Kommunikationswege zwischen den Strukturen und Blöcken, aber eine genaue Kommandostruktur konnte vor allem erst mit der Ankündigung der Friedensgespräche und den dazugehörigen Treffen ab dem letzten Sommer gebildet werden. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass die Regierung Treffen und Kommunikationswege erleichterte, um potenzielle Friedensgespräche zu fördern. Des Weiteren sorgte der bilaterale Waffenstillstand für eine Erleichterung der Kommunikation, da der Druck der staatlichen Sicherheitskräfte abnahm. Von daher war die letzte Zeit auch eine Zeit der Herausbildung einer Kommandoebene. Zuvor wurden viele Entscheidungen auf lokaler Ebene getroffen, nun wird mehr auf nationaler Ebene diskutiert. Trot alledem ist die Führungseinheit und Kommandogewalt noch nicht so ausgeprägt, wie in der „alten“ FARC-EP.

Dieser Aspekt der Festigung von Strukturen gehört auch für den Faktor der politischen Ausbildung. Zwar gibt es einige Kommandierende, darunter natürlich Iván Mordisco, die auch in der „alten“ FARC-EP ihre Identität und politische Ausbildung genossen haben, aber ein Großteil der Guerillakämpfer ist erst in den letzten Jahren neu dazugestoßen oder war in der Zeit vor 2016 bei den Milizen als junge Person. Von daher kann die aktuelle Zeit auch dafür angesehen werden, dass derzeit eine starke politische Ausbildung der Guerilleros stattfindet. In einem zuvor geschrieben Artikel berichteten wir bereits, über die Politisierung der Guerilla im Rahmen des potenziellen Friedensprozesses. Eine Chance auch für junge Kommandierende, wie Andrey Avendaño, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren und darauf hinzuweisen, wo sie herkommen.

Der 28 Jahre alte Andrey Avendaño ist Kommandant der 33. Front n der Provinz Norte de Santander. Mit seiner Che-Guevara-Mütze und in grüner Uniform mit langen Haaren erklärt er seine Lebensumstände und den Prozess der FARC-EP. In der konfliktreichen Region Catatumbo ist er geboren und bereits in jungen Jahren war er Teil der Milizen der FARC-EP. Eine Schule konnte er nicht besuchen, die nächste war vier Stunden entfernt. Lesen und Schreiben brachte er sich selbst und mit Hilfe der Gemeinschaft und der FARC-EP bei. 2014 verhaftete man ihn und im Kontext des Friedensprozesses bekam er eine Amnestie im Jahr 2017. Doch er bewaffnete sich bereits kurze Zeit später wieder, im Jahr 2018. Er kennt wie viele die soziale Ungleichheit und die Notwendigkeit, für einen Wechsel zu kämpfen.

Als Guerilla in einer von der Regierung verlassenen Region, übt sie die öffentliche Gewalt aus, man spricht mit der Bevölkerung, bietet Schutz und hilft beim Straßenbau oder bei anderen Aufgaben. Der Friedensprozess und die Wiedereingliederung scheiterten bei ihm, die Bedingungen für ihn und andere Personen waren schlecht. Sein Leben bestand in der Guerilla immer darin, dafür zu kämpfen, die Verhältnisse in Kolumbien zu ändern, doch mit dem Friedensprozess in Havanna änderten sich die Dinge nicht. Das Militär kam in die Regionen, aber die sozialen Investitionen kamen nicht. Der Paramilitarismus lebte auf. Als sich neue Gruppen der FARC-EP bildeten, ging er also wieder zu ihnen. Nun ist er ein Kommandant in der 33. Front mit der Möglichkeit, aktiv als Verhandlungsperson bei einem neuen Friedensprozess mitzuwirken.

Was die öffentliche Veranstaltung des Zentralen Generalstabs der FARC-EP im Roten Haus mit Tausenden von Vertretern aus den verschiedenen Provinzen des Landes ebenso verdeutlicht, ist der Versuch, eine soziale Basis zu haben. Seit jeher gibt es vor allem aus pragmatischen Gründen des Zusammenlebens eine feste Beziehung zwischen lokaler Bevölkerung, sozialen Organisationen und FARC-EP in dem von ihrem kontrollierten Gebiet. Nun sollen diese aktiv in den Friedensprozess eingebunden werden. Durch diese Zusammenarbeit mit den Organisationen von Afrokolumbianern, Bauern und Indigenen erlangt die Guerilla zugleich in der Öffentlichkeit Legitimität als politischer Akteur. Doch zuerst muss Vertrauen aufgebaut werden, denn gilt die FARC-EP natürlich auch als ein bewaffneter Akteur in den Regionen, die ebenso wie Staat, Paramilitärs und andere im kriegerischen Zustand sind.

Der anstehende Friedensprozess kann also als Chance für alle gleichermaßen angesehen werden. Für die FARC-EP als politisch-militärische Organisation, die dadurch an Kraft gewinnt und Veränderungen erkämpft. Für die regionalen und lokalen Gemeinschaften, die einen Ausweg aus dem Konflikt sehen und durch eine Agenda mehr Anerkennung wünschen. Für die Regierung, die mit ihrem Ziel eines totalen Friedens auch Fakten schaffen kann. Doch der Friedensprozess in Havanna hat gezeigt, dass nur grundlegende Reformen einen Wandel und den Frieden bringen können. Solange strukturelle Probleme nicht angegangen werden, wird es immer einen Grund für die Waffe in der Hand geben.

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Friedensgespräche beginnen im Mai

Nach einem Plenum der Kommandierenden des Zentralen Generalstabs der FARC-EP in den mehr als 15 zurückliegenden Tagen in den Ebenen des Yarí, Provinz Caquetá, fand nun am gestrigen Sonntag eine große öffentliche Veranstaltung der Guerilla unter Anwesenheit von Tausenden Personen statt. Eingeladen waren neben Journalisten vor allem soziale und politische Organisationen aus den Gebieten, wo die FARC-EP die Kontrolle ausübt. Bereits zuvor wurden in dem Plenum, dass in Erinnerung an den ehemaligen Oberkommandierenden Gentil Duarte seinen Namen trug, die entscheidenden Beschlüsse der Kommandierenden der 23 Fronten gefasst.

In der öffentlichen Veranstaltung, abgehalten im „Roten Haus“ in den Savannen des Yarí zwischen den Orten Caquetania und El Diamante, und zu der rund 6000 Personen gekommen waren, verlas der aktuelle Oberkommandierende Iván Mordisco eine politische Erklärung mit den Schlussfolgerungen des Plenums. So kündigte der Oberkommandierende sowie der Zentrale Generalstab der FARC-EP an, dass am kommenden 16. Mai der Verhandlungstisch mit der Regierung von Gustavo Petro beginnen wird. Bereits zuvor gab es zahlreiche Interviews der Kommandierenden mit den Medien.

„Wir verkünden vor der ganzen Welt, dass unsere Delegierten am Dialogtisch mit dem kolumbianischen Staat, an der Spitze der nationalen Regierung, bereit sind, die Verhandlungen am 16. Mai dieses Jahres zu beginnen“, sagte eine der Sprecherinnen, bekannt als Ángela Izquierdo, die auch bestätigte, dass der Mechanismus zur Überprüfung des Waffenstillstands am 26. April eingerichtet wird. So verkündete es bereits der Hochkommissar für Frieden, Danilo Rueda, in der letzten Woche. Am Verhandlungstisch werden wahrscheinlich Andrey Avendaño (33. Front), Danilo Alvizú (Front Carolina Ramírez) aber auch derzeit Inhaftierte wie Ángela Izquierdo (Gefängnis Jamundí) oder alias Sebastián (Gefängnis Popayán) teilnehmen.

Bereits in Interviews erklärte Andrey Avendaño, dass einer der Vorschläge, die sie der Regierung vorlegen werden, darin besteht, den Verhandlungstisch in Norwegen einzurichten. Darüber hinaus erklärte Avendaño, dass seine Idee darin besteht, dass der Dialog in den Gebieten, in denen sie die Kontrolle ausüben, unterwegs sein sollte. Iván Mordisco erklärte gestern, dass er Interesse habe, die Konflikte mit der ELN in Arauca einzustellen. Die Idee käme auch von alias „Jhon Mechas“, der nicht bei den Verhandlungen dabei sein konnte und über ihn zuvor in den Medien polemisiert wurde.

Für weiterführende Informationen aus der FARC-EP verweisen wir auf folgende Quellen, die mittels Bilder und Interviews einen guten Einblick aus den politischen Erklärungen des Zentralen Generalstabs geben:

Twitter: Fuerzas Armadas Revolucionarias De Colombia @EMCFarcEp https://twitter.com/EMCFarcEp?ref_src=twsrc%5Etfw

Facebook: Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia Farc – EP https://www.facebook.com/people/Fuerzas-Armadas-Revolucionarias-de-Colombia-Farc-EP/100091944001876/

und andere Quellen one direkte Verlinkung

Twitter: Farc-ep Somos Paz @NuevaColombiaF

Youtube: Comando coordinador De occidente @comandocoordinadordeoccidente

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Waffenstillstand in Gefahr

„Wir sehen mit großer Sorge die jüngsten Erklärungen des Präsidenten der Republik, Gustavo Petro Urrego, wonach er den Truppen befiehlt, auf nationaler Ebene auszuschwärmen, ohne zu berücksichtigen, dass wir uns in einem bilateralen Waffenstillstand befinden“, heißt es in dem Kommuniqué der FARC-EP des Zentralen Generalstabs vom gestrigen 14. April. Und weiter: „Diese Situation führt dazu, dass es unmöglich ist, die bilateralen Waffenstillstandsprotokolle aufrechtzuerhalten, da unsere Einheiten in den letzten Tagen von verschiedenen Einheiten der Nationalen Armee belagert wurden und es so weit gekommen ist, den Waffenstillstand an einigen Stellen der nationalen Geographie durch die Streitkräfte zu brechen.“

In dem Kommuniqué wird über verschiedene Militäroperationen berichtet. So über einen Angriff auf Einheiten der 10. Front am vergangenen Dienstag, dem 11. April, in der Provinz Arauca in der Gemeinde Tame sowie eine massive Landung von Soldaten in der Provinz Norte de Santander. Für den 12. April werden militärische Operationen der staatlichen Sicherheitskräfte aus der Gemeinde Toribío (Provinz Cauca) beschrieben sowie aus der Gemeinde Balboa in derselben Provinz. Besonders die Aktion und versuchte Festnahme eines Indigenen in Toribío erregte auch nationale Öffentlichkeit. „Es ist wichtig, auf die schwerwiegenden Beeinträchtigungen der Unversehrtheit des Zivilisten, seiner Familie, seines Eigentums, seiner Ehre und Würde hinzuweisen“, so dass Kommuniqué der FARC-EP.

„Wir führen diese schweren Verstöße gegen den bilateralen Waffenstillstand durch die Streitkräfte auf, die wir hier präsentieren, weil sie uns sehr beunruhigen, um Fortschritte zu erzielen und die Annäherung für einen Frieden mit sozialer Gerechtigkeit weiter zu festigen“, heißt es im Kommuniqué des Zentralen Generalstabs. Die Erklärung erfolgt kurz vor den potenziellen Friedensgesprächen mit der kolumbianischen Regierung. Nur mit passiven Verhalten der staatlichen Sicherheitskräfte kann Vertrauen und Frieden aufgebaut werden. In den zurückliegenden Tagen gab es bereits ein Treffen von Kommandierenden der FARC-EP aus allen Landesteilen, wo die Guerilla operiert. Es war die erste große nationale Zusammenkunft von Guerillakommandierenden.

Unterdessen sammeln sich bereits Hunderte von Personen im historischen Casa Roja (Roten Haus) in den Savannen des Yarí, um durch die FARC-EP über die Fortschritte der Friedensgespräche aufgeklärt zu werden. Dazu hat die FARC-EP ein großes öffentliches Event am Sonntag ab 8 Uhr angekündigt. Dazu sind die lokalen Gemeinden eingeladen und auch zahlreiche soziale und politische Organisationen der Afrokolumbianer, Bauern und Indigenen. Bereits auf lokaler Ebene gab es immer wieder kleinere Treffen der FARC-EP mit der lokalen Bevölkerung zu den bevorstehenden Friedensgesprächen. Für Sonntag dürfte jedoch mit der bisher größten Veranstaltung zu rechnen sein, die in einem historischen Gebiet der Guerilla durchgeführt wird.

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Kommuniqué zur Freilassung des Mitarbeiters aus Gefängnissystems

Wie wir in dem Artikel vom 12.04.2023 zur Freilassung des Mitarbeiters aus des kolumbianischen Gefängnissystems in der Provinz Valle del Cauca bereits schrieben, hatte die Festnahme zwei Komponenten. Die Guerilla erlaubt es keinen Fremden in ihrem Gebiet unterwegs zu sein, weil sie Informanten der staatlichen Sicherheitskräfte oder anderer bewaffneter Organisationen sein können. Und zum anderen handelte es sich bei der festgesetzten Person um einen Mitarbeiter des Gefängnissystems, welches systematisch die Menschenrechte von Inhaftierten außer Kraft setzt.

Dies wird auch in dem Kommuniqué der Front Jaime Martínez deutlich, dass sich vor allem auf die Situation in den Gefängnissen bezieht, in denen politische und soziale Gefangene schlecht behandelt werden. Ein Grund also, dies bei der Freilassung in einem Kommuniqué und mittels Video zu thematisieren. Zudem solidarisiert man sich mit dem Kommuniqué mit den hunderten politischen Gefangenen und verdeutlicht, dass diese nicht vergessen sind. Die wichtigen Passagen haben wir auf Anfragen ins Deutsche übersetzt. Das Kommuniqué ist vom 9. April und wurde im Zuge der Freilassung eines gefangenen Mitarbeiters der kolumbianischen Gefängnisverwaltung (INPEC) aus dem Hochsicherheitsgefängnis von Jamundí veröffentlicht.

Ausschnitte aus dem Kommuniqué des Generalstabs der Front Jaime Martínez:

(…)
2. Das Land kennt den Zustand der verfassungswidrigen Dinge in den kolumbianischen Gefängnissen. Dort sind die Beamten des INPEC, Wachen, Wärter und Verwaltungsangestellte, aktive Mitglieder des Korruptionsnetzwerks und der eklatanten Verletzung der Menschenrechte von Personen, denen die Freiheit entzogen ist.

3. Die Anwendung des Strafrechts des Feindes, ein Eckpfeiler des Strafrechts, macht die der Freiheit beraubten Personen zu Waren, um die Gehälter der Beamten anzupassen. Für politische Gefangene, die die Verfassung oder das Gesetz untergraben haben, sind sie Räume der Rache des kolumbianischen Staates, weil sie es wagten, für einen Regimewechsel zu kämpfen.

4. Die Anwendung fremder Normen und Gesetze, die entgegen den kolumbianischen Gesetzen aus dem nordamerikanischen Gefängnissystem transplantiert wurden, hat das INPEC und seine „Hochsicherheitsgefängnisse“ zu einem Ort gemacht, in dem die Menschenrechte nicht gelten; geschützt vor der Kontrolle von Menschenrechtsorganisationen. Wenn sie die kolumbianischen Gefängnisse nicht als Orte der Resozialisierung nutzen, dann deshalb, weil die Gefängnisverwaltung unter der Leitung des INPEC die Gefängnisse zu einer kriminellen Einrichtung und ihre Beamten zu Kriminellen gemacht hat.

5. In Hochsicherheitsgefängnissen werden Folter sowie grausame und unmenschliche Behandlung angewandt. Tränengas, Pfefferspray, Schläge mit Schlagstöcken und Knüppeln, und lange Einsperrungen in „Arrestzellen“ oder „Einheiten der speziellen Behandlung“ sind nordamerikanische Methoden, die aus dem Gefängnis von Abu Ghraib im Irak und aus dem Gefängnis von Guantánamo transplantiert wurden.

6. Herren von INPEC, mit einer Warnmeldung geben wir diesem leitenden Beamten die Freiheit zurück und fordern seinen Direktor auf, das korrupte System innerhalb seiner Institution endgültig zu ändern. Die FARC-EP toleriert die grausame Behandlung politischer und sozialer Gefangener durch ihre Wärter nicht mehr. Wir werden auf die Wärter achten, die für das Innenleben der Gefangenen und die Luft, die sie atmen, bezahlen.
(…)

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Treffen der Kommandierenden der FARC-EP endet

Der Zentrale Generalstab der FARC EP, der sich aus der alten FARC-EP im Rahmen des Friedensabkommens herausgelöst hat, wird heute das Treffen ihrer Kommandierenden aus den verschiedenen Strukturen der FARC-EP, welches in der Gegend des Yarí in der Provinz Caquetá abgehalten wird, beenden. Bei dem Treffen soll der weitere Weg für die Friedensgespräche mit der kolumbianischen Regierung unter Präsident Petro besprochen werden. Die FARC-EP des Zentralen Generalstabs unter der Führung von Iván Mordisco hat mehr als 3000 Kämpfer und ist gesamten Territorium mit ihren Fronten und Strukturen präsent.

Zudem soll als Abschluss des Treffens der Kommandierenden der FARC-EP am Sontag im Ort Caquetania ein „politischer Massenakt“ durchgeführt werden, bei dem die Ergebnisse des Treffens präsentiert werden sollen. Zu dem Treffen sollen auch diverse soziale Organisationen teilnehmen, um die Ergebnisse zu erfahren und in engeren Austausch mit der FARC-EP treten zu können. Allerdings wird die Regierung nicht an dem großen Treffen teilnehmen, aber sie respektiert die Einladung an interessierte Personen und die zahlreichen Organisationen, da sie eine soziale Mobilisierungsübung für den Frieden darstellt.

Weiterhin soll der Mechanismus zur Überwachung und Überprüfung des bilateralen Waffenstillstandes, der noch bis zum 30. Juni dieses Jahr in Kraft ist, ausgefeilt werden. Der Mechanismus soll aus Mitliedern der Guerilla, der Regierung, der staatlichen Sicherheitskräfte, der UNO und der Kirche bestehen. Ziel ist es, die Einhaltung des bilateralen Waffenstillstandes zwischen FARC-EP und kolumbianischen Sicherheitskräften zu gewährleisten, um mögliche Zwischenfälle oder Versäumnisse der Akteure zu verhindern oder zu beheben. Nach Meldungen der Regierung hat der Zentrale Generalstab der FARC-EP bereits die Namen der fünf Delegierten für diesen Mechanismus bestimmt.

Das Büro des Hohen Kommissars für Frieden traf sich bereits am Montag in den Ebenen des Yarí mit der FARC-EP, um die Schlussfolgerungen des Treffens der Kommandierenden zu den beginnenden Friedensgesprächen zu erfahren. Das Datum und der Ort, an dem der Dialogtisch für die Friedensgespräche eingerichtet werden soll, sind derzeit noch nicht bekannt, aber es wird erwartet, dass er in Kolumbien stattfinden wird und die Sitzungen in verschiedenen Regionen stattfinden werden. Im Voraus will die FARC-EP Organisationen der Bauern, Afros und Indigenen sowie soziale Organisationen einladen, die in den Gebieten der Guerilla arbeiten.

Das Treffen der Kommandierenden des Zentralen Generalstabs begann am 3. April mit der Teilnahme von 19 Kommandierenden, die von der Regierung mit Unterstützung von Delegierten der internationalen Gemeinschaft in die Provinz Caquetá transportiert wurden. Zuvor wurden durch die Generalstaatsanwaltschaft der Nation ihre Haftbefehle aufgehoben. Die Kommandierenden kommen unter anderem aus Catatumbo, Arauca, Magdalena Medio, Cauca und Meta, Caquetá und Guaviare. Fünf von ihnen wurden aus den Gefängnissen von Jamundí, Popayán, Villavicencio und La Picota in Bogotá entlassen.

Unterdessen erklärte die FARC-EP in einem Kommuniqué, dass die Bedrohungen gegen verschiedene Politiker in der Provinz Huila auf Flugblättern nicht von ihnen stammen. „In den letzten Tagen haben wir von verschiedenen Flugblättern gehört, in denen Kandidaten, Politiker und Journalisten der Provinz Huila im Namen der FARC-EP gedroht werden. In diesem Zusammenhang möchten wir nachdrücklich darauf hinweisen, dass diese Drohungen nichts mit unserer Organisation zu tun haben und auch nicht mit den Fortschritten in Bezug auf den Frieden und den bilateralen Waffenstillstand mit der nationalen Regierung übereinstimmen“, heißt es in einem Teil des Kommuniqués.

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Mitarbeiter des Gefängnissystems freigelassen

Dank der humanitären Arbeit des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz konnte ein Mitarbeiter der kolumbianischen Gefängnisverwaltung freigelassen, der zuvor im ländlichen Gebiet der Gemeinde Jamundí in der Provinz Valle del Cauca von Guerillakämpfern der Mobilen Kolonne Jaime Martínez festgesetzt wurde. Der Beamte Stevenson López Barrios war in der Gegend unterwegs, welches von der FARC-EP und ihren Einheiten des Westlichen Koordinationskommandos kontrolliert wird.

Die Guerilla erlaubt es keinen Fremden in ihrem Gebiet unterwegs zu sein, weil sie Informanten der staatlichen Sicherheitskräfte oder anderer bewaffneter Organisationen sein können, die im Konflikt mit der aufständischen Bewegung stehen. Es ist somit nicht ungewöhnlich, dass Personen ohne Erlaubnis, die in diesem Territorium unterwegs sind, festgesetzt und verhört werden. Meist wird jedoch sofort eine Freilassung unter vermittelnden Organisationen wie dem Roten Kreuz oder der Kirche veranlasst.

Hinzu kommt bei diesem Fall sicherlich der Aspekt, dass es sich bei der festgesetzten Person um einen Mitarbeiter des Gefängnissystems handelte. Dieses wird in den Augen der Guerilla als sehr kritisch betrachtet, häufig werden die Menschenrechte von Inhaftierten außer Kraft gesetzt. Zahlreiche politische Gefangene und Kriegsgefangene der FARC-EP befinden sich in den kolumbianischen Gefängnissen inhaftiert. Darunter waren zuletzt auch Kommandierende, die zuletzt wegen der Friedensgespräche temporär freigelassen wurden.

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FARC-EP unter Iván Mordicso bekräftigen Friedensgespräche

Nach einem Treffen von Kommandieren verschiedener Strukturen der FARC-EP aus dem  Zentralen Generalstab, der unter der Führung von Iván Mordisco steht, würde in einer Videobotschaft am Montag, den 3. April, weiterhin das Interesse bekundet, Friedensdialoge mit der Regierung von Präsident Gustavo Petro aufzunehmen.
„Wir teilen dem ganzen Land mit, dass die Delegationen aller unserer Guerilla-Fronten den Ort des Nationalen Treffens der Kommandeure erreicht haben, wo es uns gelungen ist, voranzukommen und teilen mit, dass wir die Ankunft aller unserer politischen Beamten erwarten, die zu diesem Treffen einberufen wurden, von denen sie ein wesentlicher Bestandteil des Friedensprozesses sind“, heißt es in dem Kommuniqué der Guerilla.
Es werden laut dieser Mitteilung also noch Personen zum Zusammentreffen erwartet, dass ein logistischer Kraftaufwand ist. Einen ersten Vorgeschmack gibt es jedoch schon auf den Twitter-Kanälen der FARC-EP, wo auch die Videobotschaft zu finden ist.
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Friedensunterzeichner bleiben in Mesetas

Nach einem Treffen zwischen Regierungsbeamten, darunter dem Präsidenten Gustavo Petro, und Friedensunterzeichnern der ehemaligen FARC-EP in der letzten Woche wurde vereinbart, dass die Familien und Personen in der Wiedereingliederungszone Mariana Páez bleiben können, die sich in der Gemeinde Mesetas in der Provinz Meta befindet. So gibt es das Versprechen, das Land gekauft und weiter in die Infrastruktur investiert werden soll, damit sie dort endgültig bleiben können. Bisher gibt es eine Befristung von drei Monaten zum Bleiben der rund 200 Familien von ehemaligen Kämpfern.

Wie wir berichteten, gab es ein Kommuniqué der Wiedereingliederungszone, in dem nicht nur die Drohungen von Strukturen aus dem Zentralen Generalstab der FARC-EP unter Iván Mordisco bekannt wurden, mit dem Ziel die Zone in 30 Tagen zu verlassen, sondern dass es ebenso große Unzufriedenheit mit der Infrastruktur gab. Nun kündigten die ehemaligen FARC-Leute an, zu bleiben, während die Regierung drei Verpflichtungen übernimmt.

Die erste Verpflichtung besteht in dem Kauf von Land innerhalb der nächsten drei Monate, damit sich die Personen langfristig dort niederlassen können. Einige der aus dem Friedensabkommen von 2016 entstandenen Wiedereingliederungszonen haben eine unsichere juristische Situation. Die zweite besteht in der Präsenz eines humanitären Lagers, bestehend aus Vertretern der Vereinten Nationen, um weitere Sicherheit zu garantieren. Die dritte Verpflichtung besteht darin, den sofortigen Wegzug dieser Gemeinschaft zu gewährleisten, falls es zu einem Abbruch der Verhandlungen zwischen der Regierung und des Zentralen Generalstabs der FARC-EP kommt.

Bereits zuvor signalisierte die Guerilla der FARC-EP unter Iván Mordisco in Form eines Kommuniqués die Sicherheit für die Bewohner. So heißt es in dem Kommuniqué des Zentralen Generalstabs vom 24. März: „Die Krise, die durch den Beschluss der FARC EP in Bezug auf die Zone Mariana Páez verursacht wurde, sind Probleme, die gelöst werden können. (…) Die FARC EP informiert den Präsidenten der Republik und den Hohen Kommissar für Frieden, dass wir das Leben und die Unversehrtheit der Unterzeichner von Mesetas und ihrer Familien nicht verletzen werden. Ihr Verbleib in dem Dorf wird von unserer Organisation nicht in Frage gestellt.“

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Weitere Freilassungen durch FARC-EP

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat nach einer Friedensgeste der FARC-EP zwei Personen in Empfang genommen, die zuvor von der Front Carlos Patiño der FARC-EP aus dem Westlichen Koordinationskommando des Zentralen Generalstabs festgenommen worden waren. Die Freilassung fand in einer ländlichen Gegend der Provinz Cauca statt. Beteiligt an der Übergabe war auch die Ombudsstelle, die zudem mitteilte: „Wir haben an dieser Operation als neutrale Vermittler teilgenommen, in Übereinstimmung mit unserem Mandat, Menschen, die von bewaffneten Konflikten und Gewalt betroffen sind, unterschiedslos zu schützen und zu unterstützen. Wir danken den beteiligten Parteien, dass sie unsere Arbeit respektieren und unserer humanitären Arbeit vertrauen, um die Familienzusammenführung der freigelassenen Personen zu erleichtern.“ Die freigelassenen Personen waren bei guter Gesundheit.

Eine weitere Freilassung fand in der Provinz Arauca statt. Die Ombudsstelle teilte mit, dass bei der Freilassung, bei der auch die katholische Kirche involviert war, vier junge Venezolaner von der 10. Front der FARC-EP Martín Villa in einer ländlichen Gegend ihre Freiheit erlangten. Sie wurden am 13. März von Einheiten der 10. Front der FARC-EP festgenommen. Oftmals erfolgen die Festnahmen bei Kämpfen oder wenn sich Personen mit ungenauem Hintergrund in den Territorien der FARC-EP bewegen. Die beiden Freilassungen sprechen für den Friedenswillen der FARC-EP unter dem Kommando von Iván Mordisco, die sich mit der kolumbianischen Regierung auf einen Friedensprozess zu bewegen.

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