Bericht zu aufständischen Organisationen

Die Stiftung CORE (Conflict Responses) aus Kolumbien hat jüngst eine Studie zur Situation der aufständischen Organisationen in der Zeit der Präsidentschaft von Gustavo Petro und nun mit dem Beginn der neuen Präsidentschaft von Abelardo de la Espriella herausgebracht. Das Land steht demzufolge vor großen Herausforderungen, da ein Teil der aufständischen Organisationen aus der alten FARC-EP heraus in den letzten Jahren gewachsen und die Macht konsolidiert hat. Wir geben einen Überblick über die derzeitige Situation der aufständischen Bewegungen, die sich in einer mehr oder weniger starken Linie aus der alten FARC-EP heraus gespeist haben.

Zentraler Generalstab (EMC)

Der EMC unter dem Kommando von Iván Mordisco tritt laut dem Bericht von CORE mit 4.176 Mitgliedern und Präsenz in 131 Gemeinden in die Regierung von De la Espriella ein. Den Forschern zufolge hat sich die Gruppe während der Regierung Petro in mehreren Teilen des Landes gestärkt, insbesondere in den Regionen Amazonas, Huila, Tolima und Valle del Cauca. Während der Regierung von Iván Duque konzentrierte sich ihre Expansion vor allem auf Guaviare, Vaupés, Arauca, Cauca und Nariño – Gebiete, in denen sie bis heute erheblichen Einfluss ausübt.

Dem Bericht zufolge zeigt sich dies darin, dass der EMC seine Mitgliederzahl, seinen Einflussbereich in den Gemeinden, seine wirtschaftliche Stärke und seine Herrschaftsstrukturen ausgebaut hat. Einer der Faktoren, die zu diesem Wachstum beitrugen, war der Verhandlungsprozess mit der Regierung zwischen September 2022 und April 2024. Während dieses Zeitraums, in dem eine bilaterale Waffenruhe galt, gelang es der Gruppe, ihre Herrschaftsstrukturen in verschiedenen Teilen des Landes – etwa in Cauca, Nariño und Guaviare – zu festigen und ihre Mitgliederzahl zu erhöhen.

CORE führt die Expansion außerdem auf die von ihr kontrollierten kriminellen Wirtschaftszweige, die Verlegung von Kämpfern zwischen ihren Einflussgebieten sowie darauf zurück, dass sie in vielen ihrer Einflusszonen über lange Zeit keine größeren Konflikte mit anderen bewaffneten Gruppen hatte. Dies galt unter anderem für Guaviare, das Gebiet am Río Naya zwischen Valle del Cauca und Cauca, Huila und den Süden von Tolima. In Guaviare – einer der wichtigsten Hochburgen Mordiscos – hat sich der EMC in den vergangenen zwei Jahren jedoch aufgrund der Auseinandersetzungen mit dem Generalstab der Blöcke und Fronten (EMBF) unter dem Kommando von Calarcá Córdoba sowie mit den staatlichen Sicherheitskräften geschwächt.

Der EMBF unter Calarcá entstand aus einer internen Spaltung des EMC, die laut Bericht im Jahr 2024 zu einer organisatorischen Schwächung führte. Der Bruch erfolgte, als die von Calarcá geführten Strukturen mit Mordisco brachen, weil sie unterschiedlicher Auffassung darüber waren, ob der Friedensprozess nach der Entscheidung von Präsident Petro, die Waffenruhe aufzuheben, fortgesetzt oder beendet werden sollte. Seitdem ist der EMC nicht mehr Teil der Politik des Totalen Friedens, und sein oberster Kommandeur gilt als vorrangiges Ziel militärischer Operationen.

Generalstab der Blöcke und Fronten (EMBF)

Der Generalstab der Blöcke und Fronten (EMBF), der mit der Regierung Petro Friedensgespräche führt, umfasst 2.837 Mitglieder und ist in 104 Gemeinden präsent. Neben Calarcá Córdoba zählen Danilo Alvizú, Jhon Mechas und Andrey Avendaño zu den wichtigsten Kommandeuren der bewaffneten Gruppe. Dem CORE-Bericht zufolge ist der EMBF vor allem im Amazonasgebiet, in den Llanos Orientales (östliche Ebenen) sowie in Antioquia aktiv, wo die Gruppe in jüngster Zeit mehrere militärische Aktionen verübt hat.

Obwohl seine Entstehung auf die interne Spaltung des früheren Zentralen Generalstab (EMC) zurückgeht, stellt der Bericht fest, dass der EMBF während der Regierung Petro vielleicht das deutlichste Beispiel für eine Stärkung geworden sei – maßgeblich begünstigt durch den Verhandlungsprozess mit der Regierung. CORE weist darauf hin, dass die Organisation die bilaterale Waffenruhe nutzte, um ihre territorialen Gewinne auszuweiten und zu sichern, insbesondere in der Provinz Huila.

Der geringe militärische Druck des Staates hat die Konsolidierung ihrer territorialen Kontrolle vor allem im Amazonasgebiet und in den östlichen Ebenen erleichtert, was sie genutzt hat, um ihre Herrschaftsstrukturen weiter auszubauen. Zudem ermöglichte das Fehlen klar definierter roter Linien und spürbarer Konsequenzen für ihr Verhalten vor Ort, dass die Verhandlungsgespräche eher ihre Stärkungspläne begünstigten als sie einzudämmen, heißt es im Bericht.

CORE erinnert jedoch daran, dass einige ihrer Strukturen zuletzt Rückschläge erlitten haben. So hat beispielsweise die Frente 33 seit Januar 2025 aufgrund der bewaffneten Auseinandersetzungen in Catatumbo an Stärke verloren. Konsolidieren konnte sie ihren politisch-militärischen Einfluss hingegen in Provinzen wie Caquetá, seit jeher eine Hochburg der Guerilla.

Nationale Koordination der Bolivarischen Armee (CNEB)

Die (CNEB) unter dem Kommando von Walter Mendoza gehört zu den Verhandlungsparteien mit den größten Fortschritten im Friedensprozess. Am 18. Juni traten 99 ihrer Mitglieder in die Eingliederungszone in Valle del Guamuez (Provinz Putumayo) ein, wo sie ihren Übergang ins zivile Leben begannen. Trotz dieses Schrittes – eines der wenigen konkreten Ergebnisse von Petros Politik des Totalen Friedens – verfügt die Gruppe weiterhin über 2.045 bewaffnete Kämpfer (ursprünglich 2.144, abzüglich der 99 Mitglieder in der ZUT) und ist in 42 Gemeinden präsent. Laut CORE stammen ihre wichtigsten Finanzierungsquellen aus dem Drogenhandel, dem illegalen Bergbau und der Erpressung.

Diese illegale Organisation, die sich vom Zweiten Marquetalia abgespalten hat, besteht aus den Grenzkommandos mit Präsenz in Putumayo sowie der Guerillakoordination des Pazifiks in Nariño. Neben Mendoza zählen Allende und Araña zu ihren wichtigsten Kommandeuren. Dem Bericht zufolge erfolgte die militärische Stärkung der CNEB hauptsächlich während der Regierung Duque, als die Grenzkommandos ihre Präsenz auf Caquetá, Amazonas und sogar Huila ausweiteten. Während der Regierung Petro hat sie sich in geringerem Maße ausgedehnt – vor allem in Nariño, in Gemeinden wie Ricaurte, Andes Sotomayor, La Llanada, Samaniego und einigen weiteren Gemeinden – im Rahmen eines Bündnisses mit anderen bewaffneten teils paramilitärischen Gruppen, um dem EMC entgegenzutreten, heißt es im Bericht.

Im Rahmen der seit Juni 2024 geführten Gespräche mit der Regierung hat es keine formelle bilaterale Waffenruhe gegeben. Dennoch stellte CORE fest, dass die militärischen Operationen gegen die Gruppe in einigen ihrer Einflussgebiete zurückgegangen sind – teilweise bereits vor Beginn der Verhandlungen. Dies habe, so die Forscher, zur Festigung ihrer territorialen Präsenz beigetragen.

Zweites Marquetalia

Die von Iván Márquez geführte Organisation Zweites Marquetalia verfügt über 573 Mitglieder und ist in 21 Gemeinden präsent, hauptsächlich in Grenzgebieten zu Venezuela. Neben Márquez gehören Jhon 40 und Gerson González zu ihren wichtigsten Kommandeuren. Laut CORE hat sich die Organisation in den vergangenen Jahren nicht gestärkt. Obwohl sie versuchte, die Verhandlungen zu nutzen, um durch interne Treffen den Zusammenhalt ihrer drei Flügel zu stärken, blieben diese Bemühungen erfolglos und das interne Bündnis zerbrach, heißt es im Bericht.

Das Dokument stellt außerdem fest, dass ihre militärische Dynamik innerhalb Kolumbiens hauptsächlich von der Front Acacio Medina und der Kolonne Teófilo Forero getragen wurde; andere Einheiten sind verschwunden. Dies erklärt sich unter anderem dadurch, dass das Zweite Marquetalia ihre Präsenz und ihren Einfluss in Venezuela priorisiert hat, wo mehrere ihrer wichtigsten Kommandeure leben. Schon in den letzten Jahren gingen durch die Abspaltungen, durch den Tod verschiedener Kommandeure, aber auch durch das eigene Agieren der Einfluss merklich zurück.

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Video von Marlon als Kommandant aufgetaucht

Was von den staatlichen Sicherheitskräften als einer der wichtigsten Schläge gegen die Guerilla FARC-EP im Südwesten des Landes dargestellt worden war, gerät nun in Frage, nachdem ein Video aufgetaucht war, in dem der Kommandant des Westblocks Jacobo Arenas, lebendig zu sehen ist. Damit würde die Darstellung der Militärs widerlegt sein, ihn getötet zu haben. Die Videoaufnahme und Kommuniqué vom 27. Juni 2026 zeigt den Kommandierenden, wie er, umgeben von mehreren bewaffneten Männern, eine politische Erklärung verliest. Sein Auftritt widerspricht den Informationen, die die nationale Armee vor Wochen veröffentlicht hatte. Diese hatte berichtet, der Anführer sei während einer Militäroperation im Gebiet der Naya ums Leben gekommen.

Die Offensive war als bedeutender operativer Erfolg angekündigt worden. Damals versicherte die Armee, dass mehrere hochrangige Mitglieder der bewaffneten Gruppe getötet worden seien, darunter auch der Kommandant des Westblocks Jacobo Arenas. Die Veröffentlichung des Videos verändert jedoch das Bild und macht deutlich, dass zumindest in diesem Fall die offiziellen Angaben nicht der Realität entsprachen, wie schon so häufig bei Behörden- und Medienberichten. Nachrichtenquellen der Polizei gaben an, dass ihnen bereits seit einigen Tagen Informationen vorlagen, wonach der Kommandant noch am Leben sei. Ebenso wiesen sie darauf hin, dass es Berichte gebe, die den Tod des Anführers der Front Jaime Martínez in Zweifel ziehen, der ebenfalls während der Militäroperationen als getötet gemeldet worden war. Das Videokommuniqué über neun Minuten nutzt er für eine ausführliche Stellungnahme zur politischen Lage des Landes.

Die vorherige Regierung wird für das Scheitern der Politik des totalen Friedens verantwortlich gemacht und dargestellt, dass den Verhandlungen nie ein echter Wille zur Beendigung des bewaffneten Konflikts zugrunde gelegen habe. Dem Dokument zufolge wurden, während von Frieden gesprochen wurde, die Militäroperationen fortgesetzt und die Konfrontationsstrategien verstärkt. Die FARC-EP stellt zudem den ehemaligen Präsidenten Gustavo Petro direkt in Frage und wirft ihm vor, während seiner Amtszeit weder die Militärdoktrin abgeschafft noch die Stärkung des Paramilitarismus verhindert zu haben. Darüber hinaus übt sie Kritik am Verteidigungsministerium und am Hohen Beauftragten für den Frieden hinsichtlich der Handhabung des Dialogprozesses.

In einem weiteren Teil des Kommuniqués ruft die Organisation die verschiedenen aufständischen Gruppen dazu auf, die Einheit zu stärken und Auseinandersetzungen untereinander zu vermeiden. Ebenso beharrt sie darauf, den bewaffneten Kampf als Teil ihrer politischen und militärischen Strategie fortzusetzen. Das Dokument schließt mit einer Botschaft an soziale Organisationen und ländliche Gemeinden, in der versichert wird, dass die Organisation ihre Präsenz in den von ihr kontrollierten Gebieten durch militärische Aktionen und Aktivitäten fortsetzen werde, die nach Angaben der Gruppe darauf abzielen, die Grundbedürfnisse der Bevölkerung abzusichern.

Das Wiederauftauchen des Kommandanten der FARC-EP stellt einen schweren Schlag für die Glaubwürdigkeit der von den Streitkräften angekündigten Einsatzergebnisse dar und wirft Fragen hinsichtlich der Verfahren auf, die zur Überprüfung der Identität der angeblich im Kampf getöteten Guerillakämpfer angewendet wurden. Bislang haben weder das Verteidigungsministerium noch die Nationalarmee eine neue Stellungnahme zu dem Video abgegeben oder die Diskrepanzen zwischen den nach der Militäroperation vorgelegten Informationen und den nun bekannten Beweisen erläutert.

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Abschied vom Kommandanten des Westblocks

Gestern haben Guerilleros des Westblocks der FARC-EP, hier aus der Front Jaime Martínez, hier ihren Kommandanten zu Grabe getragen. In den Bergen des Cauca wurde ihm getragen von Guerillakämpfern in einem Holzsarg, bedeckt mit einer Fahne der FARC-EP und mehreren Salut-Schüssen die letzte Ehre erwiesen. Die Beerdigung ging viral in den sozialen Netzwerken. Marlon, so sein Kampfname, war Kommandant der Front Jaime Martínez und des Westblocks Kommandant Jacobo Arenas. Unter ihm gab es großabgelegte Offensiven gegen die staatlichen Sicherheitskräfte.

Er wurde am 20. Juni im Rahmen einer Militäroperation von Truppen der kolumbianischen Armee in einer ländlichen Gegend von Buenaventura im Valle del Cauca getötet. Er war Kommandant des Zentralen Generalstabs unter dem Oberkommando von Iván Mordisco Zudem war er einer der 21 Mitglieder der nationalen Führung der aufständischen Organisation. Zum Westblock gehören auch noch die Fronten Dagoberto Ramos, Urías Rondón, Rafael Aguilera, Franco Benavides, Carlos Patiño, Alan Rodríguez und Edison Leal. Alle operieren im Südwesten mit den Provinzen Cauca, Nariño und Valle del Cauca,

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Rechtsextremer Kandidat gewinnt Präsidentschaft

In der Stichwahl der Präsidentschaftswahl Kolumbiens hat nach der vorläufigen Auszählung am Wahlabend der Rechtsextreme Abelardo de la Espriella mit einem sehr knappen Vorsprung gegen den Linken Iván Cepeda durchgesetzt. Der Rechtsextreme erhielt fast 13 Millionen Stimmen (49,66 %) gegenüber dem Linken mit 12,7 Millionen (48,7 %), der für den Historischen Pakt, einem linken Wahlbündnis antrat. Der Vorsprung von 0,96 % zwischen De la Espriella und Cepeda ist der knappste in der 35-jährigen Geschichte der Präsidentschaftswahlen in einer Stichwahl in Kolumbien. Zudem ist es das erste Mal, dass ein Sieger nicht mehr als die Hälfte plus eine Stimme der Stimmen auf sich vereint: Die Summe der Stimmen für Cepeda, der leeren Stimmzettel sowie der ungültigen oder nicht markierten Stimmzettel übersteigt die Stimmen für den Ultrarechten um 427.217 Stimmen.

Iván Cepeda gelang es zwar nicht, den Rückstand von 650.000 Stimmen, der ihn im ersten Wahlgang von De la Espriella trennte, aufzuholen, doch er konnte ihn auf etwas mehr als 250.000 Stimmen verkürzen, und seine 12,7 Millionen Stimmen bestätigen, dass der scheidende Präsident Gustavo Petro seinem Bündnis Historischer Pakt, als die am besten organisierte politische Kraft des Landes hinterlässt. Iván Cepeda erklärte, er werde nur die Ergebnisse der offiziellen Auszählung anerkennen – ganz im Sinne der Haltung, die Präsident Gustavo Petro eine Stunde zuvor eingenommen hatte. Er kündigte an, dass sein Team die Ergebnisse von 33.000 Wahllokalen im ganzen Land anfechten werde.

„Wir betrachten die heute Abend durchgeführte vorläufige Auszählung als inoffizielle Angabe (…) Sobald das endgültige Ergebnis der Auszählung feststeht und die entsprechenden Überprüfungen durchgeführt wurden, werden wir das offizielle Ergebnis anerkennen, das sich aus dieser Arbeit ergibt“, sagte der Linke in Bogotá. Die Wahlbeobachtungsmission (MOE) wies am Sonntag darauf hin, dass Beschwerden über möglichen Stimmenkauf und Druck auf die Wähler zu den wichtigsten Unregelmäßigkeiten zählen, die in den ersten Stunden der Stichwahl um das Präsidentenamt gemeldet wurden. Zu den Beschwerden gehören mutmaßlicher Druck, die Stimmabgabe in eine bestimmte Richtung zu lenken, sowie mögliche Fälle, in denen Geld im Austausch für die Unterstützung eines bestimmten Kandidaten gezahlt wurde. Die Berichte stammen aus 19 Provinzen und Bogotá.

Schon im Voraus gab es Druck der Rechtsextremen im Land. So drohte der Koordinator der Kampagne der Rechtsextremen in der zentralkolumbianischen Provinz Huila in Audioaufnahmen damit, Präsident Gustavo Petro, den Kandidaten Iván Cepeda und andere Linke zu ermorden. Zudem versprach er, alle Gegner von De la Espriella „auszuweiden“ und ihnen „die Augen auszustechen“. Auch im digitalen Bereich gab es viele Drohungen gegen linke Unterstützer. Dies fügte sich in die Kampagne des Rechtsextremen De la Espriella ein. „Meine Herren von der Linken, in mir werdet ihr einen erbitterten Feind haben, der alles in seiner Macht Stehende tun wird, um euch zu vernichten und euch entgegenzutreten“, sagt er im Wahlkampf.

Er ist Strafverteidiger, Sänger italienischer Opern, Unternehmer im Spirituosenhandel, Verteidiger von Paramilitärs und Drogenhändlern und Bewunderer von Trump, Bukele und Milei. Er könnte nun der Präsident eines Landes werden, in dem die Linke zwar so stark wie nie ist, aber auch eine Geschichte der Auslöschung besitzt. Mehr als 6.000 Aktivisten der Patriotischen Union, darunter auch der Vater von Iván Cepeda, starben ab den 1980er Jahren in Kolumbien. Den Friedensprozess mit den Guerillaorganisationen will er abbrechen und stattdessen mit harter Hand vorgehen. Dies dürfte den Konflikt verschärfen. Die FARC-EP rief ihrerseits in ihren kontrollierten Gebieten dazu auf, Ruhe zu bewahren. Es wird sich in den nächsten Wochen zeigen, welchen Weg Kolumbien einschlagen wird.

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Kommandant des Westblocks der FARC-EP getötet

Am Abend des gestrigen Samstags, dem 20. Juni, wurde der Tod von Iván Jacob Idrobo Arredondo, besser bekannt unter seinem Kampfnamen „Marlon“, bei einem Militäreinsatz bestätigt. Er war Anführer der Front Jaime Martínez und hoher Kommandant des Westblocks Kommandant Jacobo Arenas des Zentralen Generalstabs der FARC-EP unter dem Oberkommando Iván Mordisco. Damit wurde, sollte sich der Tod bestätigen, eine der höchsten Kommandanten des Zentralen Generalstabs der FARC-EP und des kolumbianischen Südwestens ausgeschaltet. Der Militäreinsatz mit Spezialkommandos fand in der Region Naya zwischen den Provinzen Cauca und Valle del Cauca statt. Mit seinem Tod verlieren die FARC-EP und der Westblock einen erfahrenen Kommandanten.

Er gehörte der ehemaligen 6. Front Hernando González Acosta der alten FARC-EP an, die sich 2016 im Zuge eines Friedensvertrages entwaffnete. Er wurde Teil der sich neu gruppierenden FARC-EP und Mitglied der Mobilen Kolonne Jaime Martínez und der Front Franco Benavides. Er war diejenige Person, die die Gründung des neuen Zentralblocks Isaías Pardo ankündigte und zuletzt Führungsposition im Westblock der FARC-EP innehatte. Kurz vor der Stichwahl und eine seitens der FARC-EP in diesem Kontext angekündigten Waffenruhe wird nun eine militärische Antwort der Guerilla erwartet. Die Sichtwahl findet an diesem Wochenende statt und eigentlich wollte die Guerilla mit positivem Beispiel auf Gewalttaten verzichten, um den Wahlprozess nicht zu beeinflussen. Dem kamen nun die staatlichen Sicherheitskräfte zuvor.

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Guerilla legt Waffen nieder

Nach mehr als zwei Jahren des Friedensprozesses mit der kolumbianischen Regierung haben 86 Guerilleros und 13 Guerilleras der Nationalkoordination Bolivarische Armee (CNEB) am Nachmittag des 18. Juni ihre Waffen niedergelegt und sich in den Prozess der zivilen Wiedereingliederung begeben. Die Transition zum zivilen Leben haben die 99 Männer und Frauen dieser aufständischen Organisation in Valle del Guamuez, Provinz Putumayo, vollzogen, wo eine temporäre lokale Zone (ZUT) eingerichtet wurde. Anwesend waren neben Regierungsvertretern auch die lokalen Gemeinschaften der Region.

Die CNEB ist eine Struktur, die sich aus der Guerillakoordination des Pazifiks im Südwesten und der Struktur der Bolivarischen Grenzkommandos (Comandos de Frontera) unter dem Kommando von Geovanni Andrés Rojas, bekannt als Araña, zusammensetzt. Der Kommandant konnte selbst nicht aktiv an diesem Prozess teilnehmen, da er derzeit inhaftiert ist und einen Auslieferungsbefehl hat. Aber in einer Videobotschaft hörten die 99 Guerillakämpfer seine Botschaft und die Bitte, das Engagement für den Frieden fortzusetzen. Seine Kämpfer gaben ihm persönlich den 100. Platz in der Wiedereingliederungszone im Süden Kolumbiens.

Wie vereinbart, werden diejenigen, die am Prozess der Wiedereingliederung teilnehmen, in diesem Bereich ohne Waffen und ohne Uniformen in einem Umfeld bleiben, das Sicherheitsbedingungen und institutionelle Begleitung während des Transitionprozesses gewährleisten soll. Dort erhalten sie Unterstützung für ihre Integration in die Gesellschaft und für die Umsetzung von Initiativen, die es ihnen ermöglichen, wirtschaftliche und soziale Möglichkeiten zu schaffen. Das Gesetz wurde von den Verhandlungsführern als ein grundlegender Schritt betrachtet, um Vertrauen zwischen den Parteien aufzubauen und Engagement für die Suche nach einer politischen Lösung des Konflikts zu zeigen.

Die Grenzkommandos – Bolivarische Armee waren eine Abspaltung der dissidentischen FARC-EP und schlossen sich einst mit dem Zweiten Marquetalia unter dem Oberkommando von Iván Márquez zusammen. Nach Unstimmigkeiten wegen der Fortführung von Friedensgesprächen, welche von den Grenzkommandos befürwortet werden, spalteten sich diese vom Zweiten Marquetalia ab und firmierten mit der Guerillakoordination des Pazifiks zur Nationalkoordination Bolivarische Armee unter dem Oberkommando von Walter Mendoza, der das Friedensabkommen mit der Regierung begleitete. Sie sind vor allem in Putumayo und Caquetá aktiv.

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Kommandanten der FARC-EP ausgeschaltet

Zuletzt wurde aus den Medien bekannt, dass Kommandanten aus unterschiedlichen Strukturen und Organisationen der FARC-EP ausgeschaltet worden sind. Besonders für den zentralen Generalstab der FARC-EP unter dem Oberkommando von Iván Mordisco dürfte es ein Rückschlag sein. Denn hier wurde der Kommandant der Front Carlos Patiño mit Kampfnamen Totoro im Gebiet der Gemeinde El Tambo getötet. Bei einer Militäroperation konnten sieben andere Guerilleros fliehen, er selbst schaffte es wohl nicht. Er hatte das Kommando der Front übernommen, nachdem die Armee vor Monaten den zu vorigen Kommandanten ausgeschaltet hatte. Die

Zudem nahmen die Behörden am Freitagabend den unter dem Kampfnamen Víctor Chalá bekannten Kommandanten fest, der für die 36. Front des Generalstabs der Blöcke und Fronten (EMBF) aktiv war. Diese steht unter dem Oberkommando von Calarcá. Die Festnahme erfolgte an der Mautstelle von Flandes, Provinz Tolima. Ihm wird von den Behörden vorgeworfen, das Verschwinden und den anschließenden Mord an dem Journalisten Mateo Pérez Rueda angeordnet und daran beteiligt gewesen zu sein, der sich am 7. Mai in der Ortschaft Palmichal, einem ländlichen Gebiet der Gemeinde Briceño in der Provinz Antioquia, ereignet hat.

Víctor Chalá hat eine langjährige Erfahrung in der Guerilla und war zuvor Finanzchef der Front Darío Gutiérrez des Generalstabs der Blöcke und Fronten in der Provinz Huila. Diese Front wurde teilweise aufgelöst und Kämpfer sowohl nach Tolima als auch nach Antioquia gesendet, um dortige Strukturen zu unterstützen. Die Leerstelle nahm dann die bereits existierende und sehr starke Front Iván Diáz ein. Im Frühjahr wurde Víctor Chalá in die Provinz Antioquia gesendet und dort zu einem Vertrauten von alias Primo Gay, einem der Kommandierenden. Beide Verluste dürfen schwer wiegen, die Front Carlos Patiño gilt als einer der wichtigsten im Westblock mit großer territorialer Kontrolle und auch die 36. Front befindet sich derzeit im Aufbau und einer Offensive gegen Paramilitärs.

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FARC-EP erweitert Waffenruhe wegen Stichwahl

Die Wahlstimmung in einigen Provinzen, wo die Guerilla stark präsent ist, ist derzeit relativ ruhig, nachdem der Zentrale Generalstab der FARC-EP unter der Führung von Iván Mordisco in einem Kommuniqué angekündigt hat, die Aussetzung offensiver Militäroperationen gegen die staatlichen Sicherheitskräfte in den Gebieten zu verlängern, in denen sie mit Fronten und mobilen Kolonnen aktiv sind. Die Entscheidung wurde von der aufständischen Organisation in einem Kommuniqué vom Sonntag, dem 7. Juni, bekannt gegeben und über soziale Netzwerke und ihr nahestehende Kanäle verbreitet. Dies geschah inmitten von Kampfhandlungen, wie in Jambaló und Silvia in der Provinz Cauca oder der Konflikt zwischen Strukturen der FARC-EP in der Provinz Guaviare.

Gemäß dem Sekretariat des Zentralen Generalstabs unterzeichneten Kommuniqué beginnt die Aussetzung am Mittwoch, dem 10. Juni, um 00:00 Uhr und dauert bis Dienstag, dem 23. Juni, um 00:00 Uhr. Während dieses Zeitraums versichert die Guerilla, ihre Offensivaktionen in verschiedenen Regionen des Landes einzustellen. Dem Kommuniqué zufolge entspricht die Entscheidung den Forderungen von Gemeinden, sozialen Organisationen und regionalen Führungskräften; zudem wird versichert, dass die vorherige einseitige Waffenruhe dazu beigetragen habe, bessere Bedingungen im Wahlkampf zu schaffen.

Die Guerilla machte jedoch deutlich, dass sie ihre sogenannten Selbstverteidigungsmaßnahmen gegenüber Militäroperationen oder Konfrontationen mit anderen bewaffneten Akteuren fortsetzen werde, und warnte vor möglichen Reaktionen auf eventuelle Zusammenstöße. Die Organisation verwies zudem auf die jüngsten gewalttätigen Vorfälle in Cauca, Guaviare und Amazonas und forderte soziale Organisationen und Gemeinden auf, diese Entscheidung zu unterstützen, obwohl die Lage in Bezug auf die öffentliche Ordnung in diesen Gebieten weiterhin komplex ist. Die Wahlen im ersten Durchgang verliefen jedoch friedlich, auch in den Guerilla-Gebieten. Dabei konnte der rechte Kandidat überraschenderweise gegen den linken Kandidaten gewinnen.

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Rechter Kandidat gewinnt erste Runde

In Kolumbien hat entgegen der Prognosen der ultrarechte Kandidat der Partei Defensores de la Patria (Verteidiger des Vaterlands), Abelardo de la Espriella, 43,7 Prozent der Stimmen erhalten und liegt damit in der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen vorn. Er erhielt 10,3 Millionen Stimmen, rund 660.000 mehr als Cepeda, für den 40,9 Prozent der Stimmen abgegeben worden sein sollen. Iván Cepeda als progressiver Kandidat des linken Bündnisses Pacto Histórico (Historischer Pakt), der den Friedensprozess mit den bewaffneten Akteuren fortsetzen will, war eigentlich als potentieller Gewinner der ersten Runde gesehen worden. Da kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichte, findet am 21. Juni die Stichwahl statt. Da mehrere rechte Kandidaten angetreten waren, ist ein Sieg der Rechten mittlerweile wahrscheinlich geworden.

Von Seiten der Linken wurden einige Wahlverstöße und Einschüchterungsversuche gemeldet, dass Wahlergebnis gar angezweifelt. Natürlich berichteten die großen Medien im Sinne der rechten Kandidaten, machten mobil gegen einen sogenannten Kommunismus, gab es paramilitärische Kampagnen gegen soziale Bewegungen und wurde der Untergang Kolumbiens heraufbeschworen. Doch auch die Wahlergebnisse aus den Gemeinden, wo die Guerilla die Kontrolle hat und die stark vom bewaffneten Konflikt betroffen sind, verdeutlichen die Diskrepanz und zeigen, dass auch hier die Rechte gewinnen konnte.

Während des Wahlkampfs und da die Regierung mitten in den Wahlen mehrere Friedensverhandlungen führt, wurde dem Kandidaten Iván Cepeda ein möglicher Wahlvorteil in diesen Gemeinden zugeschrieben. Die Daten zeigen jedoch, dass Abelardo de la Espriella in diesen Gemeinden einen höheren Stimmenanteil erzielte als die Linke. Auch wen es natürlich im Amazonasgebiet oder in der Provinz Cauca Gemeinden gab, die klar für die Linke und die Fortführung des Friedensprozesses votierten, so gibt es keinen klaren Vorteil für Iván Cepeda.

Häufig versuchen die territorial verankerten aufständischen Organisationen über politische Propaganda, Versammlungen und auch Druck auf die Wähler auszuüben, doch es gibt keine Anzeichen dafür, dass dies für irgendeinen Kandidaten als entscheidender Vorteil gewirkt hätte. Und trotz der Befürchtungen in den Medien verliefen die Wahlen beispielsweise in der Guerilla-Hochburg Caquetá friedlich. Alle Wahllokale waren mit Wahlmaterial ausgestattet und schlossen den Wahltag ohne größere Probleme ab – in einer Provinz, in der die Linke in den ländlichen Gebieten stark war und De la Espriella in der Hauptstadt Florencia gut abschnitt. Doch die Kriegsmüdigkeit und auch die Kontrolle der Guerilla sorgten wohl für keinen Vorteil der Linken, sondern teilweise Gewinne für die Rechte.

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Kommuniqué zu den Kriegsvorfällen in Guaviare

Zu den fast 50 Toten, die sich bei Kämpfen zwischen verfeindeten Strukturen der FARC-EP ereignet haben, gibt es ein Kommuniqué des Generalstabs des Blocks, der unter dem Oberkommando von Calarcá steht. Nachfolgend dokumentieren wir Auszüge davon, welches am 28. Mai veröffentlicht wurde.

„Der Generalstab des Blocks Jorge Suárez Briceño der FARC-EP informiert über die Kriegsvorfälle im Departamento Guaviare: Am 26. Mai dieses Jahres befand sich eine Kampfkolonne von hundert Kämpfern der Front ISAÍAS CARVAJAL über Nacht in ihrem Lagergebiet in dem Dorf La Siberia, Koordinaten 02 Grad 47 Minuten 12,69 Sekunden N, 71 Grad 45 Minuten 51,69 Sekunden W, als sie von zweihundertfünfzig Kämpfern von Mordisco, direkt von ihm geführt, überfallen wurden.“

    „Im Verlauf des Verteidigungsplans durchbrachen die Guerillas der Front ISAÍAS CARVAJAL mit gleichzeitigem, kompaktem Feuer und Bewegung den Belagerungsring, verursachten die ersten Verluste beim Feind und unterstützten erneut die im Angriff engagierten Einheiten. Nach drei Stunden Kampf zog sich der Feind zurück, ließ fünfzig Tote auf dem Schlachtfeld zurück und nahm eine große Anzahl Verwundeter mit.“

    Laut dem Kommuniqué gab es auf Seiten der Einheiten von Calarcá nur 2 gefallene Guerillakämpfer und drei Verletzte. Es wird ein Beileid an alle Angehörigen der gefallenen Männer und Frauen gesendet. Es konnte zahlreiches Kriegsmaterial beschlagnahmt werden. Zudem noch ein Aufruf:

    „Wir erheben unsere Stimme: Es reicht! Es sollen nicht weiterhin unschuldige bewaffnete Caucanos fallen, die den Befehlen von Mordisco folgen – einem geistig abweichenden, ideologisch begrenzten Psychopathen. An die mittelmäßigen Kommandeure im Cauca: Beteiligen Sie sich nicht daran, junge Leute von dort ohne Erfahrung zu schicken, um Iván bei seinen taktischen Wahnsinnstaten in einem ungerechten Krieg zu unterstützen.“


    „Allen jungen Kämpfern der Ersten Front ARMANDO RÍOS raten wir, von diesem verlorenen Krieg Abstand zu nehmen, den ihre Kommandeure gegen uns begonnen haben. Allen, die sich unseren Taktischen-Kampfeinheiten ergeben, wird das Leben respektiert und sie werden ihren Familien übergeben, so wie wir es seit Beginn der Konfrontation getan haben. Wir laden die jungen Caucanos und aus den anderen Regionen ein, sich nicht auf Abenteuer von Verantwortungslosen einzulassen.“

    „Dem kolumbianischen Volk teilen wir mit, dass dieses verheerende Ereignis, vier Tage vor einer Wahl, nicht von uns begonnen wurde. Es handelte sich um einen Akt der legitimen Selbstverteidigung.“

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    Kämpfe zwischen Gruppen von FARC-EP fordern mehrere Tote

    Wie Nachrichten der lokalen Gemeinschaften und staatlichen Behörden erklärten, gab es schwere Kämpfe zwischen verfeindeten Gruppen der unterschiedlichen Fraktionen der FARC-EP in der Provinz Guaviare. Die genaue Anzahl der Toten, der zwischen den von Iván Mordisco und Calarcá Córdoba angeführten Strukturen der FARC-EP, ist unbekannt. Es soll sich aber um Dutzende Personen handeln. Demzufolge herrschte eine ab dem 25. Mai eine komplexe Sicherheitslage in einigen Dörfern im ländlichen Gebiet der Gemeinde San José del Guaviare.

    Es soll sich hierbei um Kämpfe zwischen der 44. Front des Amazonas-Blocks der FARC-EP unter dem Oberkommando von Iván Mordisco sowie um die Front Isaías Carvajal des Blocks Jorge Suárez Briceño, welche unter dem Oberkommando von Calarcá steht. Es wären nicht die ersten schweren Kämpfe zwischen den beiden Blöcken in der Provinz Guaviare, wo um territoriale Macht gerungen wird. Im Januar warnten bereits die regionalen Behörden vor Kämpfen, nachdem im ländlichen Gebiet der Gemeinde El Retorno mehr als zwei Dutzend Leichen gefunden wurden.

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    FARC-EP feiert Jubiläum in der Hauptstadt

    Strukturen der FARC-EP haben den Gründungstag bzw. das 62. Jubiläum der FARC-EP mitten in der kolumbianischen Hauptstadt zelebriert. Dass in den Territorien, die von der Guerilla kontrolliert werden, öffentliche Aktionen zum Jubiläum stattfinden, gehört zur politisch-militärischen Arbeit der aufständischen Bewegung dazu. Jedoch auf dem großen Campus der Nationalen Universität von Kolumbien den Jahrestag der FARC-EP in Formation und mit Bannern zu feiern, Propaganda zu verteilen und sich Scharmützel mit den Sicherheitskräften zu liefern, hat schon viele Jahre nicht mehr stattgefunden. Maßgeblich verantwortlich für diese Aktion waren junge Menschen aus der Bolivarischen Bewegung für das Neue Kolumbien, dem Movimiento Bolivariano.

    So kamen auf dem Hauptplatz der Nationalen Universität von Kolumbien, dem Plaza Che, Dutzende Vermummte zusammen, um Propagandamaterial zu verteilen und Reden zur Guerilla zu halten. Auf dem Platz traten die Mitglieder und Sympathisanten schwarz vermummt mit Insignien der FARC-EP und des Movimiento Bolivariano auf. Bei der Aktion am heutigen 27. Mai wurden auch selbstgebastelte Sprengkörper verwendet, die gegen Sicherheitskräfte eingesetzt wurden. Mit Graffiti wurden zudem Gebäude der Universität mit Parolen der FARC-EP besprüht. Es war erkennbar, dass sie sich der FARC-EP unter dem Oberkommando von Calarcá zugehörig fühlen, denn es wurde auf den Block Jorge Suárez Briceño verwiesen. Diese Struktur befindet sich im Friedensprozess mit der Regierung.

    Als Gründungsdatum der FARC-EP gilt der 27. Mai 1964, denn die FARC wurde im Mai 1964 von Manuel Marulanda Vélez und anderen Mitglieder der Kommunistischen Partei und einfachen Bauern nach einem militärischen Angriff auf die Gemeinschaft der Bauern in der Region Marquetalia in Zentralkolumbien gebildet. 16.000 kolumbianische Truppen, unterstützt von den USA, griffen die bäuerliche Selbstverwaltung an, nur 48 Bauern waren als Selbstverteidigungsgruppe bewaffnet. Marulanda und die anderen zogen sich in die Berge zurück um den Kämpfen zu entgehen. Diese 48 Personen bildeten den Kern der FARC, die im Laufe der Zeit nach mehreren Konferenzen und Zusammenschlüssen zur nationalen Guerilla anwuchs und bis heute Bestand hat.

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