Festnahme und Freilassung von Chefunterhändler

Die Festnahme und anschließende Freilassung von FARC-EP-Mitglied Óscar Ojeda, alias Leopoldo Durán, der Mitglied des Generalstabs der Blöcke und Fronten (EMBF) ist, hat laut FARC-EP keinerlei Auswirkungen auf den Friedensverhandlungstisch. Die EMBF führt derzeit mit der Regierung Petro Friedensverhandlungen und steht unter dem Oberkommando von Calarcá Córdoba. „Gemäß dem Mandat der Bolivarischen Plattform und seit Beginn der marquetalianischen Bewegung von 1964 teilt die Friedensdelegation der FARC-EP Kolumbien und der Welt mit, dass wir die Aktivitäten am Verhandlungstisch fortsetzen werden“, schrieben sie in einem Kommuniqué. Die Guerilla dankte außerdem für die Begleitung des Friedensprozesses und betonte, dass dieser „geschützt, abgesichert und unter Beteiligung aller Gemeinschaften und sozialen Organisationen vertieft werden“ müsse.

Die Freilassung Duráns erfolgte größtenteils aufgrund seiner Rolle seit Dezember 2023 als Chefunterhändler der bewaffneten Organisation. Noch vor der Spaltung zwischen dem Zentralen Generalstab (kurz EMC) unter dem Oberkommando von Iván Mordisco und dem EMBF war er Teil der Friedensdelegation. Nun wurde er von der Polizei an einer Kontrollstelle in San José del Guaviare in der Provinz Guaviare festgenommen, dann aber zügig wieder freigelassen. Durán befand sich tatsächlich unter Personenschutz wegen eines Treffens, das er in den kommenden Tagen mit dem Verhandlungstisch haben sollte. Durán kommt aus der alten FARC-EP, wo er im Ostblock Jorge Briceño vor allem in der Provinz Meta aktiv war. Er schloss sich dem Friedensabkommen von 2016 an, griff dann aber wieder zu den Waffen.

Prekär ist die Situation in der Provinz Guaviare, weil es dort derzeit zu Kämpfen zwischen der FARC-EP (EMBF) und der Armee kommt. Bei den Kämpfen, die von Seiten der Guerilla von der Struktur Isaías Carvajal durchgeführt werden, sind auch mindestens ein Soldat getötet und viele weitere verletzt worden. Die Kompanie Isaías Carvajal des Blocks Jorge Suárez Briceño unter dem Oberkommando von Calarcá kämpft hier nicht nur gegen die Armee, zuletzt wurden auch starke Kämpfe gegen die Struktur Martín Villa vom Block Amazonas unter dem Oberkommando von Iván Mordisco gemeldet und zahlreiche tote Guerillakämpfer gefunden. Wohl auch deshalb agieren die staatlichen Sicherheitskräfte gegen die aufständische Bewegung.

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FARC-EP an Entführung von Senatorin im Cauca nicht beteiligt

Die Generalstaatsanwaltschaft der Nation führt die Ermittlungen zu dem Entführungsversuch der Senatorin Aida Quilcué am vergangenen 10. Februar, als sie mindestens drei Stunden lang von unbekannten Personen auf der Straße, die Inzá mit Popayán (Cauca) verbindet, festgehalten wurde. Die ersten Aussagen der staatlichen Sicherheitskräfte verwiesen auf die Front Dagoberto Ramos des Westblocks der FARC-EP unter dem Oberkommando von Iván Mordisco. Dies ist eine typische Reaktion, gerade auch in Zeiten von Wahlen, um der Bevölkerung zu suggerieren, wie gefährlich die Guerilla ist. Nachdem die Senatorin Aida Quilcué am 10. Februar in der Provinz Cauca als entführt gemeldet worden war, wurde einige Stunden später jedoch gemeldet, dass sie gefunden wurde. Der Verteidigungsminister Kolumbiens, Pedro Sánchez, erklärte in einem Post auf seinem X-Account, dass die Abgeordnete von der Indigenenwache gefunden wurde.

Nach dem Vorfall äußerte sich die indigene Führerin öffentlich und erklärte, dass stark bewaffnete Männer sie festhielten, aber es ist noch unklar, wer hinter dem Angriff steckt. Die Aktion der Indigenen Wache aus Cauca und der Sicherheitskräfte führte dazu, dass die mutmaßlichen Entführer von der Entführung absahen und die Senatorin freiließen. Nach dem Bericht über die angebliche Entführung und anschließende Befreiung der Senatorin Aida Quilcué veröffentlichte dann aber am 11. Februar der Zentrale Generalstab der FARC-EP ein Kommuniqué, in der er seine Verantwortung für die Vorfälle zurückweist und scharfe Kritik an den Versionen äußert, die von der Senatorin und den Behörden abgegeben wurden. Dies fand jedoch in den Medien keine Berücksichtigung, stattdessen wurde weiter von einer terroristischen Aktion der FARC-EP berichtet.

Das Kommuniqué der FARC-EP bezeichnet den Vorfall als ein Ereignis mit „mehr Zweifeln als Gewissheiten“ und betont, dass verschiedene Sektoren sie vorschnell als Verantwortliche bezeichnet hätten. Der Hauptpunkt der Erklärung liegt in dem, was die bewaffnete Gruppe als „mehrere Widersprüche“ im Zeugnis von Senatorin Quilcué bezeichnet. Laut Kommuniqué gibt es zwei gegensätzliche Versionen, die von der indigenen Führerin innerhalb von weniger als 24 Stunden abgegeben wurden. Zum einen die Version der Dritten Brigade der Armee: Vor dem Militär und der Indigenenwache soll sie erklärt haben, dass die Entführer „sich niemals identifizierten“. Bei der Version im nationalen Radio Blu: In Radiokommentaren am 11. Februar soll die Senatorin erklärt haben, dass sich die Angreifer als Mitglieder der „Dagoberto Ramos“-Kolonne identifizierten.

Für die FARC-EP ist diese Änderung der Erzählung vor allem der Hinweis, ihrem Ruf zu schaden und Verunsicherung in einer politisch und wahltechnisch sensiblen Zeit erzeugen. Die Guerilla erklärt in dem Kommuniqué, dass sie nach Bekanntwerden des Verschwindens der Senatorin von der internationalen Gemeinschaft und indigenen Behörden kontaktiert wurden. Sie haben dann Einheiten zur Unterstützung bei der Lokalisierung des Fahrzeugs bereitgestellt. Sie hinterfragen jedoch direkt die Durchführung der Rettungsaktion, die von der Indigenenwache angeführt wurde, und halten es für verdächtig, dass bei der Befreiung in einem Gebiet mit hoher Präsenz bewaffneter Gruppen keine Festnahmen vorgenommen wurden. Die Guerilla betont, dass sie nichts gegen die Senatorin habe und ihren Einsatz zur Anzeige im Kongress schätze.

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Kommandierende im Westen

Im September berichteten wir als Informationsportal zur kolumbianischen Guerilla über zwei Kommandierende, die sich von der Front Carlos Patiño des Westblocks Kommandant Jacobo Arenas der FARC-EP unter dem Oberkommando von Iván Mordisco den staatlichen Sicherheitskräften ergeben hatten. Die Front Carlos Patiño ist eine der stärksten der FARC-EP und hat große Territorien unter ihrer Kontrolle, so dass Tal von Micay. Nach interner Unruhe in der Front, unter anderem wegen der Offenlegung eines Depots der Guerilla durch die staatlichen Sicherheitskräfte, waren alias „Kevin“ und alias „Giovanni“ übergelaufen bzw. ergaben sich. Anderson Andrey Vargas, alias „Kevin“, der als Kommandant der Fronts Carlos Patiño galt, war mehr als 16 Jahre Teil der Guerilla. Nach der Aufgabe von „Kevin“ fiel die Führung der Struktur an alias „Giovanni“, der sich ebenfalls entschied, sich den Behörden zu stellen, nachdem er Konsequenzen seitens der Guerilla durch ein Revolutionsgericht vermutete. Das Überlaufen beider Kommandierenden stellt einen Rückschlag in der Kontrolle der Front Carlos Patiño dar und gab Spekulationen für Brüche im Westblock.

Doch die Strukturen des Westblocks der FARC-EP in den ländlichen Gebieten und Gemeinden von Cauca und Nariño sind weiterhin gefestigt und Spekulationen über ein Zusammenbrechen nicht eingetroffen. Kommandierender des Westblocks Jacobo Arenas ist weiterhin Iván Jacobo Idrobo Arredondo, alias Marlon Arenas. Er ist einer der engsten Vertrauten von Néstor Gregorio Vera Fernández, alias Iván Mordisco. Er tat sich in der Konsolidierung der territorialen Kontrolle hervor, dem Zurückdrängen des Zweiten Marquetalia, der ELN und der staatlichen Sicherheitskräfte aus strategisch wichtigen Gebieten. Er gehörte einst der 6. Front der alten FARC-EP an, die sich 2016 entwaffnete. 2017 erhielt er die Amnestie im Rahmen des Friedensabkommens, 2019 griff er wieder zu den Waffen und wurde ab 2023 Kommandant der Front Jaime Martínez, wo er sich einen guten Ruf als Guerillakommandant erarbeitete. Anfang 2025 stieg er zum Kommandanten des Westblocks Jacobo Arenas auf.

Sein Stellvertreter, also zweiter Kommandant, ist Jaime Aguilar Ramírez, alias Dionisio Rayo, der in den 1990er Jahren der FARC-EP beitrat. In wenigen Jahren stieg er aufgrund seiner Kenntnisse im Umgang mit Sprengstoffen zum Kommandanten der 26. Front auf, die im Ostblock der alten FARC-EP integriert war. Seine Erfahrung und das Vertrauen, das er im Ostblock gewann, führten dazu, dass er im Juni 2006 zum politischen Strategen von alias Zarco Aldíver, dem Kommandanten der 53. Front, ernannt wurde. Seitdem leitete er die marxistisch-leninistische politische Schule des Ostblocks. Auch er wurde amnestiert und arbeitete zwei Jahre in der Wiedereingliederungszone von Icononzo, Provinz Tolima, wo er beim Bau von Häusern half und Elektrizitätskurse für ehemalige Guerilleros gab. Aus der Provinz Guaviare heraus begann er 2022 erneut seine politisch-militärische Laufbahn, stellte sich jedoch nicht an die Seite des Zweiten Marquetalia, sondern der FARC-EP unter dem Oberkommando von Iván Mordisco.

Von der Front Jaime Martínez ist der Kommandant nun alias Jairo Ramírez. Diese Front operiert vor allem im Norden des Cauca, im Süden des Valle del Cauca und in Richtung Pazifikküste. Alex Vitongo Andela, alias Mi Pez, ist Kommandant der Front Dagoberto Ramos, die im Nordosten des Cauca und im Westen von Huila operiert. Die Front Carlos Patiño wird von John Alexander Jiménez Marín, alias Zamora, kommandiert, der über eine langjährige Erfahrung in der aufständischen Bewegung verfügt. Besonders im Tal des Micay im Süden des Cauca ist diese bereits eingangs des Artikels erwähnte Front aktiv. Die Front Franco Benavides befindet sich unter dem Kommando von Deison Rodrigo Ortíz, alias Don Mata. Sie operiert vor allem in der Provinz Nariño. Jedoch haben alle Fronten und Strukturen gemein, dass Kommandanten zwar wichtige Posten innehaben, aber im Notfall austauschbar sind. Dies zeigt sich in den Jahrzehnten des Bestehens der Guerilla, was für das Überleben einer aufständischen Bewegung elementar ist.

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Sicherheit der Friedensunterzeichner in Gefahr

Die Umstrukturierung der Nationalen Schutzeinheit (UNP) hat einen unerwarteten Riss zwischen der Regierung und der Partei Comunes geöffnet. Die Aufhebung des Dekrets was auch elementarer Bestandteil des Friedensabkommens war und mit dem mehr als 1300 Stellen für Unterzeichner des Friedensabkommens geschaffen worden waren, hat Ängste, juristische Forderungen und Aufrufe zur Mobilisierung neu entfacht, während die UNP darauf beharrt, dass das Schutzsystem nicht abgebaut wird. Die Entscheidung der nationalen Regierung, das Dekret 301 von 2017 aufzuheben, mit dem auch ein Sicherheitskonzept mit Beteiligung von Unterzeichnern des Friedensabkommens geschaffen worden waren, hat nun zur Konfrontation zwischen der Partei Comunes, ehemals FARC, und der Regierung von Präsident Petro geführt.

Die Maßnahme erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die UNP eine Umstrukturierung ihres Personalbestands vorantreibt. Die im Dekret vorgesehenen Stellen umfassten Beratungs- und Schutzfunktionen und wurden von Unterzeichnern des Friedensabkommens sowie Mitgliedern von Comunes besetzt. Mit der Aufhebung könnten einige dieser Stellen aus der Behörde ausscheiden. Rodrigo Londoño, Vorsitzender der Partei Comunes, erklärte, dass die Partei rechtliche Schritte eingeleitet habe, um die mit dem Schutzsystem verbundenen Arbeitsplätze zu erhalten. Nach seinen Worten ist die Partei der Ansicht, dass die Entscheidung Verpflichtungen beeinträchtigt, die sich aus dem mit dem Staat unterzeichneten Abkommen ergeben.

Dazu sagte er: „Wir führen diesen Kampf weiter. Wir befinden uns in einer Regierung, für die wir gestimmt haben, die wir unterstützt haben und die wir verteidigt haben und weiterhin verteidigen werden. Leider ist diese Situation eingetreten, die wir nicht verstehen“, sagte er. Die Unzufriedenheit schließt auch die Möglichkeit von Mobilisierungen ein. Londoño erklärte, dass seine Partei erwäge, zu Protesten als Druckmittel zu greifen, um die Einhaltung der Vereinbarungen einzufordern. „Der Ausweg ist, den Kampf fortzusetzen. Und uns bleibt die Mobilisierung auf den Straßen, um zu verlangen, dass das Abkommen respektiert wird, und wir hoffen, dass diejenigen, die den Frieden verteidigen, uns begleiten“, betonte er.

Die Kontroverse entsteht in einem Kontext, in dem der Schutz der Unterzeichner des Friedensabkommens eines der zentralen Themen auf der Sicherheitsagenda war. Die Diskussion über die Kontinuität und die Bedingungen dieser Stellen hält die Differenzen zwischen der aus der Demobilisierung der FARC hervorgegangenen Partei und jenen Regierungssektoren offen, die für die administrative Reorganisation der UNP verantwortlich sind. Die Friedensunterzeichner sind überall im Land mit dem Leben bedroht, daher ist ihr Schutz enorm wichtig. Die fehlenden Sicherheitsgarantien und mangelnde Umsetzung des Friedensabkommens waren auch der Grund zur Gründung von neuen Gruppen der FARC-EP, die sich in verschiedene Strukturen aufgesplittet haben.

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Guerilla wächst an

Kolumbien beginnt dieses Wahljahr mit einer unsichereren Sicherheitslage und einem Wachstum der Guerilla, so eine Studie der Stiftung Ideen für den Frieden (FIP). So hat sich der bewaffnete Konflikt verschärft, die Guerilla und andere Gruppen sind an Zahl und Macht gewachsen und der Staat hat weiterhin Schwierigkeiten, die Kontrolle in weiten Gebieten zurückzugewinnen. Der Anstieg betrifft sowohl bewaffnete Personen, also Guerilleros, um mehr als 20 %, als auch die Unterstützungsnetzwerke, also zum Beispiel Milizionäre, um mehr als 27 %. Diese beiden Gruppen erfüllen unterschiedliche Funktionen. So nehmen die bewaffneten Akteure direkt an militärischen Aktivitäten teil, während die Unterstützungsnetzwerke die grundlegende Säule der Überwachung bilden und die Einhaltung der Normen des bewaffneten Akteurs auf dem Territorium gewährleisten. Dabei könne sich die Fronten und Strukturen auf die Milizen verlassen, die auch Propagandaarbeit übernehmen und vormilitärische Arbeiten wie Spionage.

Die FARC-EP des Zentralen Generalstabs (EMC) unter der Führung von Iván Mordisco wuchs von 3.279 auf 4.019 Mitglieder, was einen Anstieg von 23 % bedeutet, während die FARC-EP des Generalstabs der Blöcke und Fronten (EMBF), unter dem Kommando von Calarcá Córdoba, um 22 % wuchs, also von 2.415 auf 2.958 Mitglieder. Beide profitieren von großer territorialer Kontrolle in den ländlichen Landesteilen. Disput zwischen beiden Organisationen gibt es derzeit unter anderem im Osten in der Provinz Guaviare. Andere Guerillaorganisationen wie das Nationalkommando der Bolivarischen Armee (CNEB), unter dem Kommando von Walter Mendoza, verzeichneten einen Anstieg von 25 % auf 2089 Personen insgesamt und das Zweite Marquetalia unter Iván Márquez wuchs um 15 % auf 534 Personen insgesamt, wobei hier fast die Hälfte Milizionäre sind. Die solitär agierende 57. Front in Cauca und Valle del Cauca wird mit insgesamt 90 Personen beziffert.

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Kämpfe zwischen Zweiten Marquetalia und FARC-EP unter Calarcá

Seit wenigen Tagen gibt es Mitteilungen über teils schwere Kämpfe an der Grenze der beiden Provinzen Huila und Caquetá in der Region El Pato. Schon seit Jahrzenten ist diese Region nicht nur geostrategisch wichtig, sondern auch eine Bastion der Guerilla und bäuerlichen Selbstverwaltung. Nun gibt es Kenntnisse, dass das Zweite Marquetalia unter dem Oberkommando von Iván Márquez nach eine längeren Schwächephase in die Region drängt, wo sich Strukturen des Blocks Jorge Suárez Briceño unter dem Oberkommando von Calarcá Córdoba befinden. Es gibt Berichte über mehrere Tote, die Auseinandersetzungen drehen sich um die Kontrolle des Territoriums im Gebiet von Guayabal, einem Hauptort in der Region El Pato.

Dabei drängt nun die Kolonne Teófilo Forero unter dem Kommando von alias Cristóbal des Zweiten Marquetalia in die Region, die sie ursprünglich auch mal kontrollierte. In diesem Gebiet hat der Block Jorge Suárez Briceño mit der Front Iván Díaz unter dem Kommando von alias Sergio Carvajal eine starke Präsenz und konnte zuletzt diese Region kontrollieren. In den Jahren der alten FARC-EP war dies die Hochburg der Mobilen Kolonne Teófilo Forero vom Südblock, die hier mehrere Kompanien hatte. Große Teile liefen nach dem Friedensabkommen im Kontext der Neubewaffnung der Guerilla zum Zweiten Marquetalia über. Es entwickelte sich hier ein Kampf, bei dem sich die Strukturen um den ehemaligen Guerillakommandanten Gentil Duarte gegen die Strukturen von Iván Márquez und El Paisa, ehemaliger Kommandant der Mobilen Kolonne und zu den Waffen zurückgekehrt, durchsetzen konnten.

Die Informationen besagen, dass das Zweite Marquetalia die Absicht hat, die Kontrolle über das Gebiet zurückzuerlangen, was Spannungen in der Bevölkerung verursacht hat. Denn die Front Iván Díaz will die Kontrolle nicht hergeben. Die Kämpfe zwischen den beiden Fraktionen sollen seit Sonntag, dem 25. Januar 2026, in der Region um Guayabal stattfinden und haben mehrere Guerilleros getötet. Auch Personen aus der lokalen Bevölkerung wurden verletzt. Viele Menschen verlassen ihre Häuer nicht, es gibt aufgrund er Kämpfe keinen Unterricht und die Mobilität ist eingeschränkt. Anfang Januar drang die Kolonne Teófilo Forero in die Region ein und nahm wohl auch Personen fest, die sie als Milizionäre der FARC-EP unter dem Kommando von Calarcá Córdoba bezichtigte.

Die Gefangennahmen wurden vom Zweiten Marquetalia in einem Kommuniqué bestätigt. „Vor einigen Tagen, genau am Samstag, den 3. Januar dieses Jahres, haben wir den Herrn Velisario Yate Burgos, einen Bewohner des Dorfes Vera Cruz, im Beisein seiner Familie, der Gemeinschaften und des Roten Kreuzes übergeben.“ Das Dokument fügt hinzu: „Am Dienstag, den 13. dieses Monats und Jahres, haben wir die Brüder Benjamín Ibarra Toro und Luis Bladimir Ibarra Toro, Bewohner des Dorfes Linderos, im Bezirk Guayabal, Gemeinde San Vicente del Caguán-Caquetá, festgenommen. Wir beschuldigen sie, Mithelfer, Informanten, Späher zu sein, die die Zivilbevölkerung eingeschüchtert und bedroht haben und den Invasoren logistische Unterstützung geleistet haben. Mit anderen Worten, sie haben als Milizionäre gehandelt, was sie direkt in den Konflikt verwickelt. Heute übergeben wir diese beiden Milizionäre wohlbehalten an das Rote Kreuz im Beisein der Gemeinschaften als Zeichen des guten Willens.“

Das gesamte Gebiet von El Pato-Balsillas ist für die Guerilla von großer Bedeutung, weil es Zonne und Korridore sind, die von San Vicente del Caguán und Balsillas in Caquetá nach Neiva in Huila und weiter nach Cundinamarca und schließlich nach Bogotá führen. Im Süden gibt es Verbindungen in die Provinzen Guaviare und Amazonas. Um die Macht der Kolonne Teófilo Forero zu unterstreichen, wurden an den Straßen und Masten Banner und Plakate mit dem Bild von Hernán Darío Velásquez Saldarriaga, alias El Paisa, angebracht, der bei der Bevölkerung als ehemaliger Kommandant bekannt ist. Zudem wurde umfangreich Propagandamaterial verteilt. Es ist erstaunlich, wie schnell die Präsenz hier vom Zweiten Marquetalia aufgebaut wurde, was jedoch eine Reaktion der FARC-EP erwarten lässt.

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Polizei raus aus dem Süden von Cauca

In der Ortschaft El Plateado, Gemeinde Argelia, im Süden von Cauca, gibt es derzeit massive Proteste der lokalen Bevölkerung gegen die staatlichen Sicherheitskräfte. Seit mehreren Tagen gibt es heftige Auseinandersetzungen zwischen der Bevölkerung und den Uniformierten der Nationalen Dialog- und Ordnungseinheit (UNDMO), früher ESMAD, die zur Verstärkung der Sicherheit in diesem Gebiet der Provinz geschickt wurden. Die Region Argelia und besonders El Plateado ist eine Hochburg der FARC-EP mit der Front Carlos Patiño aus dem Westblock Kommandant Jacobo Arenas. Häufig arbeitet die Guerilla eng mit der Bevölkerung zusammen, während die Polizei und Armee als Besatzung angesehen werden.

Die Vorfälle ereigneten sich, nachdem die Bevölkerung von den Behörden Erklärungen zum Mord an zwei Jugendlichen verlangte, der am vergangenen Wochenende in El Plateado stattgefunden hatte. Die beiden Jugendlichen — ein Kolumbianer und ein Venezolaner — sind vor der Polizei getötet worden, beide junge Menschen waren in der Bevölkerung bekannt und anerkannt. Der Mangel an offiziellen Informationen hat in der Bevölkerung Empörung und Unmut ausgelöst, sodass sich die Bewohner bis zu den Punkten, an denen sich die Militärbasis und die Polizeiposten befinden, mobilisierten, um Antworten zu fordern. Natürlich ist auch davon auszugehen, dass die Guerilla die Proteste unterstützt.

Eine große Gruppe von Personen umzingelte unter anderem das Militär, die sich in eine Bildungseinrichtung zu verschanzen suchten. Auch die Polizeikräfte wurden mehrmals belagert und angegriffen. Dabei wurden auch Molotov-Cocktails eingesetzt. Die Polizisten konnten daraufhin tagelang nicht verpflegt werden. Die Polizei wiederum setzte Tränengas und Blendgranaten ein, um die Demonstranten zu zerstreuen und ihre eigenen Einrichtungen zu schützen. Dieses Vorgehen ist in Kolumbien kein Unbekanntes, immer wieder gibt es Proteste der Bevölkerung gegen die staatlichen Sicherheitskräfte, die die Bevölkerung terrorisieren und als Unterstützer der Guerilla ansehen.

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Ein Jahr Krieg in Catatumbo

Vor einem Jahr geriet die Region Catatumbo in der Provinz Norte de Santander in eine Spirale der Gewalt, die bis heute nicht zur Ruhe gekommen ist. Die militärische Offensive der ELN gegen die 33. Front der FARC-EP, unter dem Oberkommando Calarcá stehend und damit zum Generalstab der Blöcke und Fronten gehörend, löste die schwerste humanitäre Krise aus, die das Land in den letzten Jahrzehnten erlebt hat. Doch auch weiterhin schwelt der Konflikt und bricht der Krieg immer wieder aus. Frühzeitig tauchten Anzeichen auf, dass die Gewalt nicht nachlassen würde und auch wir wiesen darauf hin, dass die strategisch wichtige Region für beide bewaffneten Organisationen eine große Rolle spielt.

Obwohl die 33. Front anfangs einen schweren Rückschlag erlitten hatte und fast 90 % ihres Gebiets an die ELN hergeben musste, befand sie sich in einem Prozess der Reorganisation und Verstärkung. So kamen Kämpfer von anderen Fronten und auch innerhalb des Netzwerkes der 33. Front wurden Milizionäre reaktiviert. Unter anderem war die Politik der ELN dafür ausschlaggebend, dass sich Personen, die seit jeher der FARC-EP nahestanden, nun aus Angst und Repression selbst zu den Waffen griffen. Ende Dezember und Anfang Januar löste die Wiederaufnahme der Kämpfe die Zwangsvertreibung von fast 1.500 Menschen aus, ein weiteres Zeichen dafür, dass der Konflikt noch lange nicht beendet ist.

Seit dem Ausbrechen des Konflikts im Januar 2025 und bis zum Anfang Januar 2026 wurden mindestens 166 Menschen getötet. Darunter sind auch sechs Friedensunterzeichner der ehemaligen FARC-EP, die im Rahmen des Friedensvertrages von 2016 den Weg der Wiedereingliederung gegangen sind. Auch dieses Beispiel zeigt, wie unsicher sich Personen unter der Herrschaft und dem Krieg der ELN führten, denen einen Nähe zur FARC-EP vorgeworfen wurde. Die Gewalt hat fast 92.000 Menschen gezwungen, ihre Häuser zu verlassen, um Sicherheit zu suchen. Die Konfrontation zwischen der ELN und der 33. Front konzentriert sich heute auf die Gemeinden Tibú und El Tarra, Bastionen der FARC-EP.

Unterdessen gab der Kommandant der 33. Front ein Interview vor einem großen kolumbianischen Nachrichtenportal. Aufhänger waren zwei von der FARC-EP festgenommene venezolanische Kämpfer der ELN, mit denen die ELN regelmäßig ihre Reihen auffüllt. Andrey Avendaño sprach vor den beiden ELN-Kämpfern. „Sie werden der Ombudsstelle, den Vereinten Nationen und der katholischen Kirche übergeben. Sie sollen medizinische Hilfe erhalten, das Wichtigste ist die Gesundheit“, sagte er. Dann schaute er einen der venezolanischen Kämpfer an und sagte: „Ab jetzt sind sie frei, ihren eigenen Weg zu gehen. Sie müssen wissen, dass der Krieg nicht gerecht ist. Er ist niemandem gegenüber gut. Der Krieg, der in Catatumbo geführt wird, ist unnötig, es ist ein Krieg der Armen gegen die Armen. Wir haben ihn nicht begonnen, das war das ELN in der Region. Männer und Frauen, die es satt hatten, vom ELN unterdrückt zu werden, haben die Entscheidung getroffen, sich zu erheben und zu kämpfen, bis das Leben es zulässt.“

Avendaño drang zudem auf die Fortführung der Friedensverhandlungen, die derzeit mit der Regierung von Präsident Gustavo Petro ins Stocken geraten sind. Die derzeitige Situation lässt kaum an Frieden denken. Denn die 33. Front ist zwar geschwächt, doch mit ihren rund 500 Kämpfern verfügt sie immer noch über eine ausreichende Kampfkraft. Warum immer noch gekämpft wird und sich neue Kämpfer rekrutieren lassen ist auch auf die langsame Reaktion der staatlichen Behörden zur Kontrolle des Territoriums zurückzuführen. Die Gemeinden und ihre Bevölkerung wurden mitten im Konflikt ohne wirksamen Schutz zurückgelassen, so setzte eine neue Dynamik ein mit der Rekrutierung von Personen.

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Kämpfe zwischen FARC-EP in Guaviare

Verschiedenen Berichten der lokalen Bevölkerungen, der Medien und der staatlichen Sicherheitskräfte zufolge, sollen sich schwere Kämpf zwischen den beiden verfeindeten Strukturen der FARC-EP ereignet haben. Dies betrifft den Zentralen Generalstab (EMC) unter dem Oberkommando von Iván Mordisco und Fronten des Generalstabs der Blöcke und Fronten (EMBF) unter dem Befehl von Calarcá Cordoba. Die Kämpfe zwischen der Guerilla fanden in der ländlichen Zone der Gemeinde El Retorno in der Provinz Guaviare statt. An den Kämpfen sollen auf Seiten des EMC die 1. Front Armando Ríos und der die Struktur Martín Villa und auf Seiten des EMBF die Strukturen Jhon Linares und Isaías Carvajal des Blocks Jorge Suárez Briceño beteiligt gewesen sein.

Den Berichten zufolge sollen die Kämpfe am Freitagmorgen, den 16. Januar, begonnen haben als Guerilleros des EMBF unter dem Oberkommando von Calarcá in mehrere Ortschaften der Region eindrangen. Laut den Aussagen der lokalen Bevölkerung haben die Strukturen von Mordisco derzeit großen Einfluss auf zahlreiche Punkte in dieser Region der Provinz, weshalb der EMBF nun vorzudringen versucht, um die territoriale Kontrolle zu gewinnen. Obwohl bislang keine offizielle Zahl der getöteten Kämpfer gibt, wird in der Gemeinschaft von mindestens 24 Personen gesprochen, die im Konflikt gefallen sind.

Die lokalen Führungspersonen stimmen darin überein, dass die Guerilleros selbst die Körper der gegnerischen Seite beerdigen, um zu verhindern, dass die tatsächlichen Zahlen über das Geschehene bekannt werden. In einer Mitteilung bestätigte die Nationalarmee, dass Mitglieder der 22. Brigade gegen Mittag mit der Überprüfung der Situation in der Ortschaft Kuwait, einem ländlichen Gebiet der Gemeinde El Retorno, beauftragt wurden. Vorläufige Informationen deuten darauf hin, dass die getöteten Kämpfer der Struktur Martín Villa aus dem Amazonasblock von Iván Mordisco zugeordnet werden können. Darauf deuten auch Videos hin, die es über das Geschehen gibt. Die Provinz Guaviare gehört zu den umkämpften Regionen in Kolumbien.

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Iván Mordisco ruft zur Einheit der Guerilla wegen Venezuela auf

In einem am 7. Januar vermutlich in der Region des Amazonas, seinem vermutete Aufenthaltsgebiet, aufgenommenen Video lädt Iván Mordisco, Kommandant des Zentralen Generalstabs der FARC-EP, verschiedene Guerillaorganisationen ein, Maßnahmen zu koordinieren, um dem entgegenzutreten, was er als eine Bedrohung durch eine ausländische Intervention in der Region betrachtet. Dabei beruft er sich auf den Angriff der USA auf das Nachbarland Venezuela. „An die Kameraden der Nationalen Befreiungsarmee (ELN), des Zweiten Marquetalia, der Volksbefreiungsarmee (EPL) und der Nationalen Koordination der Bolivarischen Armee. Die Vereinigten Staaten scheinen von der Vorsehung dazu bestimmt zu sein, Amerika im Namen der Freiheit mit Elend zu übersäen“, erklärt Iván Mordisco im Video und zitiert dabei einen Satz, der Simón Bolívar zugeschrieben wird.

Der Oberkommandierende verurteilte die Ereignisse, die Anfang Januar in Venezuela stattfanden, und warnte, dass eine ähnliche Situation auch in Kolumbien eintreten könnte. „Dieser Angriff ist nicht nur ein Angriff auf ein brüderliches Volk, es ist eine direkte Beleidigung gegenüber der großen Heimat, von der Bolívar träumte. Es ist der Stiefel, der darauf abzielt, unsere Souveränität, unsere Würde und unser Recht auf Selbstbestimmung zu zertreten“, sagte er. In seiner Videobotschaft fordert Mordisco dazu auf, die Differenzen zwischen den verschiedenen aufständischen Organisationen beiseite zu legen und gemeinsam zu handeln. „Der Schatten des interventionistischen Adlers lastet gleichermaßen auf allen. Wir rufen euch auf, diese Unterschiede beiseitezulegen; es wird noch Zeit geben, sich in Kameradschaft hinzusetzen, um diese Unstimmigkeiten zu diskutieren“, drückt er aus.

Er betont auch, dass die regionale Situation ein hochrangiges Treffen zwischen den Guerilla-Kommandanten erfordert. „Das Schicksal schreit uns zu, dass es Zeit ist, uns zu vereinen, nicht in der Umarmung, sondern im gemeinsamen Graben. Wir rufen euch dringend zu einem Gipfeltreffen der Kommandeure der kolumbianischen Aufständischen und aller unserer Amerikas auf“, fügt er hinzu. Abschließend wiederholt er, dass trotz interner Differenzen diese Organisationen dasselbe Ziel teilen, weshalb er die Bildung „eines großen Guerillablocks“ vorschlägt, der die Feinde der großen Heimat zurückdrängen wird. Es gilt jedoch als unwahrscheinlich, dass seine Aufforderung auf Nachhall trifft. Auffallend ist, dass der Generalstab der Blöcke und Fronten unter dem Oberkommando von Calarcá Cordoba nicht erwähnt wird. Beide Strukturen dividierten sich im Zuge unterschiedlicher Ansichten zum Friedensprozess und stehen nun im erbitterten Kampf gegeneinander.

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Die Front Rodrigo Cadete in Caquetá

Zuletzt standen die FARC-EP in der Provinz Caquetá wieder im Fokus der Berichterstattung. Denn nach Angaben des Geheimdienstes von Armee und Polizei ist der Ostblock Jorge Suárez Briceño mit der Front Rodrigo Cadete für den Mord an zwei Polizisten in Cartagena del Chairá verantwortlich. Mehrmals haben wir bereits über die Provinz Caquetá geschrieben, die eine Bastion der Guerilla ist. Auch nach der Neuformierung der FARC-EP im Zuge des gescheiterten Friedensprozesses 2016 bildeten sich hier sofort neue Strukturen, teilweise in Fortführung der alten Strukturen. Im Jahr 2024 kam es zu einer Spaltung, in deren Folge sich alias Calarcá und der von ihm geführte Ostblock Jorge Suárez Briceño unabhängig machten, was zur Entstehung dessen führte, was heute als EMBF, der Generalstab der Blöcke und Fronten, bekannt ist. Sie wolle den neuen Friedensprozess mit der Regierung unter Petro fortführen, während der andere Part unter dem Oberkommando von Iván Mordisco bisher die militärische Lösung befürwortet. Unter Calarcá ist der territoriale Einfluss in der Provinz weiterhin ungebrochen.

Die Guerilla hat mit ihrem politisch-militärischen Einfluss neue Handbücher des Zusammenlebens erstellt, in denen Regeln festgelegt sind, die die Gemeinschaften einhalten. Als Teil ihrer militärischen territorialen Kontrolle hat sie die lokale Bevölkerung beauftragt, Ausweise zu benutzen sowie sich der Junta de Acción Comunal (Kommunalrat) anzuschließen. Zudem hat sie die Menschen angewiesen, auf ihrem Land Nahrungsmittel anzubauen, was für die Guerilla und den Wirtschaftssektor notwendig ist. Damit wird eine Abhängigkeit von anderen Regionen vermieden und dem Drogenanbau der Riegel vorgeschoben. Auch Naturschutzvorgaben gibt es, so dürfen nicht wahllos Wälder gerodet werden. Der EMBF setzt eine aus seiner Sicht verstandene „Agrarreform“ um, indem er Land parzelliert und an bäuerliche Familien vergibt, die aus Regionen nahe Caquetá hergebracht werden. Parallel dazu hat er ein eigenes Kataster eingeführt. Infolge all dessen erhebt der EMBF Steuern auf zahlreiche Aspekte der Landnutzung, des Umweltschutzes und der Entwaldung in Caquetá.

In den Medien werden die Strukturen der Guerilla immer als Terrorzellen und Drogenterroristen beschrieben. Die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Funktionen der Guerilla, die hier staatliche Aufgaben übernimmt weil der Staat dem nicht nachkommt, werden jedoch unter den Tisch gekehrt. Zu den aktiven und größten Strukturen gehört die Front Rodrigo Cadete, die unter der Führung von Juan Agudelo Salazar, alias Cotiz oder Urias, steht. Zwei Unterstrukturen hat diese Front, die auch als Kommissionen genannt werden. Diese zwei Kommissionen heißen Miller Perdomo und Diómedes Galvis, die direkte Befehle vom Kommandierenden der Front erhalten. In der erstgenannten Kommission ist Wilber Andrés Lugo Olaya, alias Darwin Núñez, der Anführer, während die zweite von Dairo Parra Morales, alias Sebastián oder Champollo, geleitet wird. Benannt ist die Front nach dem im Jahr 2019 getöteten Kommandanten, der in der alten FARC-EP vor 2016 die 27. Front in Caquetá und Meta befehligte und später ein wesentlicher Verbindungsmann der sogenannten dissidentischen FARC-EP nach 2016 wurde. Hier ein alter Artikel zu seinem Tod und seiner Biographie.

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Politische Erklärung des Plenums vom Dezember 2025

Im Dezember gab es ein großes Plenum von Kommandierenden und Delegierten des Zentralen Generalstabs der FARC-EP unter dem Oberkommando von Iván Mordisco. Dieser größere Teil der FARC-EP, der andere Teil hatte sich unter dem Oberkommando von Calarcá Córdoba zur Weiterführung der Friedensgespräche erklärt weshalb es zur Spaltung kam, steht im bewaffneten Konflikt mit diversen Akteuren, darunter der Staat mit seinen Sicherheitskräften. Für die aufständische Bewegung ist ein Plenum das wohl höchste demokratische Mittel zur politischen Partizipation und Festlegung der politisch-militärischen Ziele für die Zukunft. Wir dokumentieren den ersten Passus des Kommuniqués der FARC-EP und setzen den Fokus auf den Passus zur Bekämpfung des Alkoholismus auf der dritten der insgesamt vierseitigen Erklärung, weil dies tatsächlich ein großes gesellschaftliches Problem darstellt und wir es bemerkenswert finden, dass dies in einer politischen Erklärung Erwähnung findet. Darüber hinaus widmet sich die politische Erklärung der nationalen und internationalen politischen Lage und verkündete einen befristeten Waffenstillstand über die Feiertage.

Anfangspassus und Teil zur Kampagne gegen Alkoholkonsum:

Wir befinden uns in einer Zeit des globalen Wandels, die, wie Antonio Gramsci in seinen Gefängnisheften schrieb, folgendermaßen beschrieben werden kann: „Die Krise besteht genau darin, dass das Alte stirbt und das Neue nicht zur Welt kommen kann; und in diesem Interregnum treten die unterschiedlichsten morbiden Phänomene zutage.“ Diese Zeile, die einige als „eine Zeit, in der das Alte nicht zu Ende stirbt und das Neue nicht zur Welt kommt“ paraphrasiert haben, beschreibt sehr gut den historischen Moment, den wir als Menschheit durchleben. Ein Moment, in dem die Monster, sich ihrer bevorstehenden Vernichtung bewusst, ihr wahres Gesicht zeigen. Klare und unmaskierte Worte von Trump und Netanyahu treten hervor, die die Welt bedrohen, die Ermordung von Kindern, Frauen und Männern befehlen, die sie als Hindernisse auf ihrem Weg in die Vergessenheit betrachten. Denn das Vergessen ist das Schicksal jedes einzelnen dieser kapitalistischen Verbrecher, die im Namen der „Demokratie“, der „Sicherheit“ und des „Friedens“ die Welt mit Hunger, Tod und Zerstörung füllen.

Die FARC-EP, als Fortsetzer des historischen Erbes ihrer Märtyrer und unsterblichen Führer wie Marulanda und andere, die ihr Leben für eine bessere Welt geopfert haben, gehen stolz durch den Terror, den das Imperium der Welt anbietet. Wir gehen mit erhobenem Haupt, mit der Würde des Wissens, dass nicht einmal der Tod den unaufhaltsamen Schritt zum Aufbau einer neuen Welt aufhalten kann. Wenn ein Guerillero oder eine Guerillera stirbt, wird er oder sie zu einem Samen, der von den neuen Generationen in der sozialistischen Zukunft geerntet wird. Mit dieser Gewissheit wird jede Bedrohung, jede Einladung, den Kampf zu stoppen, zu einem Ziel, das überwunden werden muss. Die Lebenszeit eines Revolutionärs geht über seine temporale Existenz hinaus, solange sein Herz schlägt, und auch wenn es irgendwann stoppt, umfasst sie den Traum der neuen Generationen, die die Ernte dessen empfangen werden, was wir heute säen.

Kampagne gegen Alkoholismus

Für unseren Teil und als Ergebnis der kulturellen Modelle, die Kolumbien zu einer trinkfreudigen Gesellschaft machen, haben wir beschlossen, eine große Kampagne gegen den Alkoholismus zu starten. Wir kündigen eine Kampagne an, um die Verrottung ans Licht zu bringen, die hinter der Droge steckt, die das kolumbianische Volk am meisten betrifft und den größten Wohlstandsverlust in den beliebten Sektoren, bei den Arbeitern und Bauern verursacht – den Alkoholkonsum. Dieser ist zudem der Hauptvorläufer von Drogenkonsum, was zu misshandelten Frauen, Todesfällen bei Verkehrsunfällen, Vergewaltigungen und so weiter führt. Der Unterschied besteht darin, dass alle Drogen verboten sind, mit Ausnahme der alkoholischen Getränke, die die Taschen der Industriellen füllen, politische Kampagnen finanzieren und die Verbraucher verdummen, die es vorziehen, das Geld aus ihrer Arbeit in einem Trinklokal zu verschwenden, anstatt ihre Rechte auf der Straße einzufordern. Es ist einfacher, den betrunkenen Konsumenten zu beschuldigen und zu verurteilen als die Unternehmen, die sich an ihm bereichern. Daher ist es notwendig, eine neue Antidrogenpolitik zu definieren, die Alkohol als den Hauptvorläufer des Konsums psychoaktiver Substanzen und der Verarmung der populären Sektoren einschließt.

Veröffentlicht unter General | Kommentare deaktiviert für Politische Erklärung des Plenums vom Dezember 2025