Polizisten in Cauca vermisst

Seit dem Sonntag werden vier Polizisten in der Region El Tambo, Provinz Cauca, vermisst. Sie waren bei der Suche nach einer Drohne in der Gegend des Hügels Santa Ana verschwunden. Der Cerro Santa Ana besitzt eine Überwachungsbasis der staatlichen Sicherheitskräfte und war in den zurückliegenden Jahrzehnten immer wieder Angriffen der Guerilla ausgesetzt. In dem aktuellen Fall gab es zwar keine direkten Angriffe auf die Basis, jedoch in den zurückliegenden Tagen diverse Kämpfe zwischen staatlichen Sicherheitskräften und der Guerilla FARC-EP, die hier eine starke Präsenz hat.

Ersten Berichten zufolge teilten die vier Polizisten ihren Vorgesetzten mit, dass sie sich zum oberen Teil des Hügels begeben würden, um eine Drohne aufzuspüren, die angeblich von Mitgliedern der FARC-EP für einen Angriff genutzt werden sollte. Nach vorläufigen Informationen soll das unbemannte Fluggerät aufgrund starker Winde auf dem Berg abgestürzt sein. Nach dem Aufbruch in dieses Gebiet verloren die Polizisten den Kontakt zur Zentrale, woraufhin sofort eine spezielle Suchaktion eingeleitet wurde. Eine Gruppe aus Einheiten der Dritten Division der kolumbianischen Armee und der Polizei führt an verschiedenen Stellen in dem Gebiet Suchmaßnahmen durch, um festzustellen, was mit den Polizisten geschehen war. Es bestand sofort die Angst nach einer Gefangenenahme durch die Guerilla.

Nach mehreren Stunden der Suche haben die Behörden noch keine Hinweise auf den Verbleib der vier Polizisten gefunden. Die größte Sorge gilt der Präsenz der Front Carlos Patiño, aber auch der Front Jaime Martínez, die beide zum Westblock Kommandant Jacobo Arenas der FARC-EP unter dem Oberkommando von Iván Mordisco stehen. Zuletzt gab es, wie bereits geschildert, Kämpfe der Armee und Polizei gegen die Guerilla, wobei auch mindestens sechs Menschen aus der Zivilbevölkerung verletzt worden sind. Die Ombudsstelle erinnerte daran, dass die Zivilbevölkerung, gemäß dem humanitären Völkerrecht und der kolumbianischen Verfassung einen verstärkten Schutz genießt.

Dabei vergisst die Ombudsstelle jedoch, dass die Operationen der staatlichen Sicherheitskräfte seit vielen Tagen anhalten und die Zivilbevölkerung häufig starken Zwangsmaßnahmen der Armee und Polizei ausgesetzt sind. Dabei steht die lokale Bevölkerung unter dem Generalverdacht, gemeinsame Sache mit der Guerilla zu machen. Nicht selten gibt es willkürliche Festnahmen und Beschränkungen, so dass es häufig zu Protesten gegen die staatlichen Sicherheitskräfte kommt. Im Ort Huisitó, im Tal des Flusses Micay, gibt es Videos der Front Carlos Patiño, wie sie die Angriffe des Militärs abwehrt. Zuvor gab es Proteste der Bevölkerung gegen eine Militäroperation, die hier als eine Besatzungsarmee wahrgenommen wird.

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