Kolumbien beginnt dieses Wahljahr mit einer unsichereren Sicherheitslage und einem Wachstum der Guerilla, so eine Studie der Stiftung Ideen für den Frieden (FIP). So hat sich der bewaffnete Konflikt verschärft, die Guerilla und andere Gruppen sind an Zahl und Macht gewachsen und der Staat hat weiterhin Schwierigkeiten, die Kontrolle in weiten Gebieten zurückzugewinnen. Der Anstieg betrifft sowohl bewaffnete Personen, also Guerilleros, um mehr als 20 %, als auch die Unterstützungsnetzwerke, also zum Beispiel Milizionäre, um mehr als 27 %. Diese beiden Gruppen erfüllen unterschiedliche Funktionen. So nehmen die bewaffneten Akteure direkt an militärischen Aktivitäten teil, während die Unterstützungsnetzwerke die grundlegende Säule der Überwachung bilden und die Einhaltung der Normen des bewaffneten Akteurs auf dem Territorium gewährleisten. Dabei könne sich die Fronten und Strukturen auf die Milizen verlassen, die auch Propagandaarbeit übernehmen und vormilitärische Arbeiten wie Spionage.
Die FARC-EP des Zentralen Generalstabs (EMC) unter der Führung von Iván Mordisco wuchs von 3.279 auf 4.019 Mitglieder, was einen Anstieg von 23 % bedeutet, während die FARC-EP des Generalstabs der Blöcke und Fronten (EMBF), unter dem Kommando von Calarcá Córdoba, um 22 % wuchs, also von 2.415 auf 2.958 Mitglieder. Beide profitieren von großer territorialer Kontrolle in den ländlichen Landesteilen. Disput zwischen beiden Organisationen gibt es derzeit unter anderem im Osten in der Provinz Guaviare. Andere Guerillaorganisationen wie das Nationalkommando der Bolivarischen Armee (CNEB), unter dem Kommando von Walter Mendoza, verzeichneten einen Anstieg von 25 % auf 2089 Personen insgesamt und das Zweite Marquetalia unter Iván Márquez wuchs um 15 % auf 534 Personen insgesamt, wobei hier fast die Hälfte Milizionäre sind. Die solitär agierende 57. Front in Cauca und Valle del Cauca wird mit insgesamt 90 Personen beziffert.
