Kämpfe zwischen Zweiten Marquetalia und FARC-EP unter Calarcá

Seit wenigen Tagen gibt es Mitteilungen über teils schwere Kämpfe an der Grenze der beiden Provinzen Huila und Caquetá in der Region El Pato. Schon seit Jahrzenten ist diese Region nicht nur geostrategisch wichtig, sondern auch eine Bastion der Guerilla und bäuerlichen Selbstverwaltung. Nun gibt es Kenntnisse, dass das Zweite Marquetalia unter dem Oberkommando von Iván Márquez nach eine längeren Schwächephase in die Region drängt, wo sich Strukturen des Blocks Jorge Suárez Briceño unter dem Oberkommando von Calarcá Córdoba befinden. Es gibt Berichte über mehrere Tote, die Auseinandersetzungen drehen sich um die Kontrolle des Territoriums im Gebiet von Guayabal, einem Hauptort in der Region El Pato.

Dabei drängt nun die Kolonne Teófilo Forero unter dem Kommando von alias Cristóbal des Zweiten Marquetalia in die Region, die sie ursprünglich auch mal kontrollierte. In diesem Gebiet hat der Block Jorge Suárez Briceño mit der Front Iván Díaz unter dem Kommando von alias Sergio Carvajal eine starke Präsenz und konnte zuletzt diese Region kontrollieren. In den Jahren der alten FARC-EP war dies die Hochburg der Mobilen Kolonne Teófilo Forero vom Südblock, die hier mehrere Kompanien hatte. Große Teile liefen nach dem Friedensabkommen im Kontext der Neubewaffnung der Guerilla zum Zweiten Marquetalia über. Es entwickelte sich hier ein Kampf, bei dem sich die Strukturen um den ehemaligen Guerillakommandanten Gentil Duarte gegen die Strukturen von Iván Márquez und El Paisa, ehemaliger Kommandant der Mobilen Kolonne und zu den Waffen zurückgekehrt, durchsetzen konnten.

Die Informationen besagen, dass das Zweite Marquetalia die Absicht hat, die Kontrolle über das Gebiet zurückzuerlangen, was Spannungen in der Bevölkerung verursacht hat. Denn die Front Iván Díaz will die Kontrolle nicht hergeben. Die Kämpfe zwischen den beiden Fraktionen sollen seit Sonntag, dem 25. Januar 2026, in der Region um Guayabal stattfinden und haben mehrere Guerilleros getötet. Auch Personen aus der lokalen Bevölkerung wurden verletzt. Viele Menschen verlassen ihre Häuer nicht, es gibt aufgrund er Kämpfe keinen Unterricht und die Mobilität ist eingeschränkt. Anfang Januar drang die Kolonne Teófilo Forero in die Region ein und nahm wohl auch Personen fest, die sie als Milizionäre der FARC-EP unter dem Kommando von Calarcá Córdoba bezichtigte.

Die Gefangennahmen wurden vom Zweiten Marquetalia in einem Kommuniqué bestätigt. „Vor einigen Tagen, genau am Samstag, den 3. Januar dieses Jahres, haben wir den Herrn Velisario Yate Burgos, einen Bewohner des Dorfes Vera Cruz, im Beisein seiner Familie, der Gemeinschaften und des Roten Kreuzes übergeben.“ Das Dokument fügt hinzu: „Am Dienstag, den 13. dieses Monats und Jahres, haben wir die Brüder Benjamín Ibarra Toro und Luis Bladimir Ibarra Toro, Bewohner des Dorfes Linderos, im Bezirk Guayabal, Gemeinde San Vicente del Caguán-Caquetá, festgenommen. Wir beschuldigen sie, Mithelfer, Informanten, Späher zu sein, die die Zivilbevölkerung eingeschüchtert und bedroht haben und den Invasoren logistische Unterstützung geleistet haben. Mit anderen Worten, sie haben als Milizionäre gehandelt, was sie direkt in den Konflikt verwickelt. Heute übergeben wir diese beiden Milizionäre wohlbehalten an das Rote Kreuz im Beisein der Gemeinschaften als Zeichen des guten Willens.“

Das gesamte Gebiet von El Pato-Balsillas ist für die Guerilla von großer Bedeutung, weil es Zonne und Korridore sind, die von San Vicente del Caguán und Balsillas in Caquetá nach Neiva in Huila und weiter nach Cundinamarca und schließlich nach Bogotá führen. Im Süden gibt es Verbindungen in die Provinzen Guaviare und Amazonas. Um die Macht der Kolonne Teófilo Forero zu unterstreichen, wurden an den Straßen und Masten Banner und Plakate mit dem Bild von Hernán Darío Velásquez Saldarriaga, alias El Paisa, angebracht, der bei der Bevölkerung als ehemaliger Kommandant bekannt ist. Zudem wurde umfangreich Propagandamaterial verteilt. Es ist erstaunlich, wie schnell die Präsenz hier vom Zweiten Marquetalia aufgebaut wurde, was jedoch eine Reaktion der FARC-EP erwarten lässt.

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