Kampf gegen Drogen und Guerilla

Der rechtsextreme Abelardo de la Espriella wurde am Freitag als Präsident Kolumbiens vereidigt und versprach als eine der ersten Maßnahmen, die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zu stärken und gegen bewaffnete Gruppen vorzugehen, die mit dem Drogenhandel in Verbindung stehen. Der 48-jährige ehemalige Anwalt lenkt das Andenland stark nach rechts und tritt sein Amt an, nachdem er am 21. Juni eine knappe Stichwahl gegen den linken Senator Iván Cepeda, einen Verbündeten des scheidenden Präsidenten Gustavo Petro, gewonnen hatte. In einer Rede kurz nach seiner Vereidigung gelobte De la Espriella erneut, den Drogenterrorismus in dem südamerikanischen Land auszumerzen. „Die Möglichkeit des Dialogs ist vollständig ausgeschöpft“, sagte er und bezog sich dabei auf seinen Vorgänger, der sich für eine friedliche Lösung der Krise eingesetzt hatte und in Friedensgesprächen mit den aufständischen Organisationen gegangen ist. De la Espriella versprach daraufhin, „Ordnung, Autorität und Freiheit“ in dem südamerikanischen Land wiederherzustellen.

„Es wird keinen Spielraum für Manöver geben, die die Stabilität der Nation untergraben“, sagte der Hardliner, der davon gesprochen hat, Mega-Gefängnisse zu eröffnen, um gefangene Rebellen und Drogenhändler unterzubringen. Anstelle der Hauptstadt Bogotá fand die Amtseinführung an einer Universität in der südwestlichen Stadt Cali statt. Erst wollte er gar nach Popayán in die südwestliche Provinz Cauca, wo die Guerilla sehr stark ist. Doch aus Sicherheitsgründen verlegte er die Zeremonie nach Cali. Zudem übernahm er die Übernahme des Kommandos über die Streitkräfte und die Nationalpolizei. Im Rahmen einer Zeremonie, die militärische Ehren, seine erste Rede als Oberbefehlshaber der Sicherheitskräfte und die Ehrung der Truppen umfasst, wird der neue Verteidigungsminister in sein Amt eingeführt und die erste Sicherheitsratssitzung des Präsidenten stattfinden, in der die Lage im Südwesten des Landes analysiert wird.

Wie er bereits im Wahlkampf angekündigt hatte, will der neue Staatschef dabei das Besprühen von landwirtschaftlichen Flächen von sogenannten Drogenpflanzen vornehmen. Der Staatschef hat jedoch noch nicht bekannt gegeben, welche Substanz er einsetzen wird. Experten weisen darauf hin, dass dies keine leichte Aufgabe für die neue Regierung sein wird. Viele fühlen sich an die 1990er und vor allem 2000er Jahre erinnert, als Kolumbien sehr repressiv gegen Drogenpflanzungen, lokale Bauern und die Guerilla vorging. Der Plan Colombia, der Kolumbienplan, war eine als sogenannter Drogenkrieg getarnte repressive Aufstandsbekämpfung, in der nicht nur die Guerilla, sondern auch soziale und politische Bewegungen bekämpft wurden, willkürliche Verhaftungen und Tötungen stattfanden und ganze Landstriche entvölkert wurden. Die Guerilla FARC-EP konnte sich jedoch damals neu ordnen und konsolidieren, national und international gab es viel Kritik an dem Vorgehen der damaligen rechten Regierung unter Uribe, der auch mit rechtsgerichteten Paramilitärs zusammenarbeitete.

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